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Die Erfindung betrifft eine für Tuchförderer von Nähmaschinen spezifische Führungsanordnung, welche eine präzise Tuchförderung und deshalb eine hohe Nähqualität ermöglicht.
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Im Stand der Technik werden Tücher beim Betrieb der Nähmaschine unter dem Antrieb der durch den Tuchförderer mitgenommenen Förderverzahnung entlang der X-Achse schnell vorwärts oder rückwärts bewegt, wobei die konzipierten Muster unter Mitwirkung der Nähnadeln angenäht werden. Die Förderverzahnung ist am Ende des Tuchförderers angeordnet. Die thesaurierte Abweichung aus den einzelnen Bauteilen oder den zusammengesetzten Baugruppen kann einen Versatz der durch die Förderverzahnung zugeführten Tücher zur Y-Achse verursachen, weshalb das Nähen entlang der X-Achse manchmal bahnuntreu stattfindet, was zu einer unerwünschten Nähqualität führt.
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Das Dokument
US 4,762,077 beschreibt einen Tuchförderer in einer Nähmaschine. Der Tuchförderer umfasst einen Schrittmotor, dessen Welle in eine Verzahnung einer Führung eingreift. Die Führung wird durch den Schrittmotor quer zu einem freien Arm der Nähmaschine, also in die Förderrichtung, bewegt. Die Führung umfasst einen länglichen Fortsatz, der von zwei Führungsrollen umschlossen ist. Dadurch wird eine Position der Führung definiert.
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Das Dokument
US 4,074,644 beschreibt einen Tuchförderer einer Nähmaschine. Ein Förderelement wird in die Förderrichtung vor- und zurückbewegt. Die Bewegung wird mittels einer Rolle, die über Zwischenelemente mit dem Förderelement verbunden ist, und einer bogenförmigen Führung, die unbeweglich an der Nähmaschine montiert ist, kontrolliert. Die Rolle gleitet dabei entlang der bogenförmigen Führung, wodurch die Bewegung des Förderelements in die Förderrichtung geführt wird.
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Angesichts der Mängel des Stands der Technik ist es die Aufgabe der Erfindung eine verbesserte Führungsvorrichtung bereitzustellen, welche eine Bewegung der Förderverzahnung in die Förderrichtung (X-Achse) entlang einem optimalen Weg sicherstellt und einen Versatz hin zur Y-Achse vermeidet, damit die Tuchförderung bahntreu bzw. leicht einstellbar erfolgt.
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Diese Aufgabe der Erfindung wird gelöst durcheine für einen Tuchförderer spezifische Führungsanordnung nach Anspruch 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Die Führungsanordnung umfasst eine Führungsvorrichtung und die Zusatzkomponenten der Führungsvorrichtung, wobei die Führungsvorrichtung zwischen dem unterhalb der Nadelplatte der Nähmaschine angebrachten, zum Bewegen der Förderverzahnung wirkenden Tuchförderer und dem Gestell der Nähmaschine angeordnet ist. Für die Führungsvorrichtung sind zwischen dem Gestell und der Förderverzahnung des Tuchförderers eine erste Führungseinheit und eine zweite Führungseinheit vorgesehen, welche beide eine X-Achsen-treue Bewegung der Förderverzahnung bewirken, um die Tuchförderung bahntreu zu halten und die hohe Nähqualität zu gewährleisten.
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Es wird weiterhin eine für einen Tuchförderer spezifische Führungsanordnung bereitgestellt, deren Führungsvorrichtung mit einem an einem Gestell angebrachten Einstellwerk versehen ist, das eine an einer dezentralen Stelle des Einstellwerks bzw. relativ zum Ende der Förderverzahnung angeordnete zweite Führungseinheit umfasst, wobei eine erste Führungseinheit hingegen an der Förderverzahnung so angebracht ist, dass sich die erste Führungseinheit der Führungsvorrichtung fein einstellen lässt, damit das Bewegen der Förderverzahnung keinen die Nähqualität beeinträchtigenden Versatz aufgrund der thesaurierten Abweichung mit sich erzeugt. Das Einstellwerk ist noch an der senkrechten Richtung mit einem Positionierteil versehen, um das Einstellwerk bei Mitwirkung eines Gewinderiegels zum zweckmäßigen Positionieren zu erzwingen.
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Ferner wird eine für einen Tuchförderer spezifische Führungsanordnung bereitgestellt, bei der die Bauposition der ersten Führungseinheit mit der zweiten Führungseinheit der Führungsvorrichtung getauscht ist, das heißt, dass das mit der zweiten Führungseinheit versehene Einstellwerk und das Positionierteil an der Förderverzahnung angebracht sind, während die erste Führungseinheit an einem Gestell angebaut ist, damit die beiden Führungseinheiten zum Erfüllen der genannten Zielsetzung zusammenwirken.
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1 ist ein 3-dimensionaler Gesamtüberblick der erfindungsgemäßen Ausführungsform.
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2 ist eine Explosionszeichnung des ersten Winkelbereichs der erfindungsgemäßen Ausführungsform.
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3 ist eine Explosionszeichnung des zweiten Winkelbereichs der erfindungsgemäßen Ausführungsform.
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4 ist eine Schnittdarstellung der gesamten erfindungsgemäßen Ausführungsform.
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5 ist eine schematische Darstellung der Bewegung der gesamten erfindungsgemäßen Ausführungsform.
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6 ist eine Ansicht einer zweiten Ausführungsform mit der erfindungsgemäßen Führungsvorrichtung an der Stirnwand entlang der X-Achse im zusammengebauten Zustand.
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7 ist eine Ansicht einer dritten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Führungsvorrichtung im zusammengebauten Zustand mit einem unter der Förderverzahnung liegenden Verzahnungsbock, wobei die Führungsvorrichtung mit einer zweiten Führungseinheit versehen ist, mit der die an der Stirnwand angebrachte erste Führungseinheit komplementär ist.
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8 ist eine Ansicht der erfindungsgemäßen ersten Führungseinheit direkt am Boden der Förderverzahnung im zusammengebauten Zustand.
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Wie in den 1, 2 und 3 gezeigt ist, ist unter der Nadelplatte 10 der Nähmaschine ein Gestell 20 angeordnet, an dem ein Tuchförderer 30 angebracht ist. In den Gitterschlitzen der Nadelplatte 10 ist eine durch den Tuchförderer 30 angetriebene Förderverzahnung 31 angeordnet, deren Boden an der Oberseite eines horizontalen rechteckigen Verzahnungsbocks 32 befestigt ist. Die beiden Enden des Verzahnungsbocks 32 sind jeweils an einem Förderstangensatz 33 angebracht und werden dadurch zum Bewegen mitgenommen. Der Förderstangensatz 33 weist eine herkömmliche Bauform auf. Die X-Achse gilt als die Richtung, entlang der die Förderverzahnung 31 die Tücher horizontal vorwärts oder rückwärts zuführt, die senkrechte Hubrichtung relativ zu der X-Achse gilt als die Z-Achse, die Richtung nach links oder rechts gilt als die Y-Achse, nämlich die Versatzrichtung der Förderverzahnung.
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Die erfindungsgemäße Führungsanordnung ist zwischen dem Tuchförderer 30 und dem Gestell 20 eingebaut, wobei die Führungsvorrichtung 40 und ihre Nebenteile zwischen dem Gestell 20 und der Förderverzahnung 31 angeordnet sind, damit sich die Förderverzahnung 31 X-Achsen-treu bzw. in der Z-Achse toleriert bewegt und deshalb kein unerwünschter Versatz zur Y-Achse entsteht.
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Zwischen dem Verzahnungsbock 32 der Förderverzahnung 31 und der Führungsvorrichtung 40 sind zwei Führungseinheiten angeordnet. Das heißt, dass am Bodenmittelpunkt des Verzahnungsbocks 32 bzw. an einer senkrechten Stelle unter der Förderverzahnung 31 eine konkave erste Führungseinheit 320 angebracht ist, welche sich entlang der X-Achse erstreckt, deren Nutöffnung nach unten zeigt und deren Tiefe etwas größer als der Hub der Förderverzahnung 31 entlang der Z-Achse ist.
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Das Gestell 20 ist mit einer sich entlang der Z-Achse erstreckenden Stirnwand 21 versehen, welche eine Anschlageinheit 22 gegenüber der Führungsvorrichtung 40 umfasst. Die Anschlageinheit 22 ist an einer senkrechten Stelle der Stirnwand 21 mit einem Positionierloch 210 sowie an der Mittelstelle der Anschlageinheit 22 bzw. entlang der Z-Achse mit einer Einstellbohrung 220 versehen. Das Positionierloch 210 ist mit der Einstellbohrung 220 in einer gegeneinander durchgehend senkrechten Bauform ausgebildet, wobei der Innendurchmesser des Positionierlochs 210 mit einem Gewinde zur Aufnahme der Bauteile der Führungsvorrichtung 40 versehen ist.
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Die Führungsvorrichtung 40 weist ein Einstellwerk 41 und ein Positionierteil 42 auf, wobei das Einstellwerk 41 eine stabförmige Einstelleinheit 411 zum Einstecken in die Einstellbohrung 220 umfasst. An der gegenüber der Einstellbohrung 220 liegenden Bodenseite der Einstelleinheit 411 ist eine durch einen Schlitzschraubenzieher drehbare Einstellseite 412 angeordnet, während das andere Ende der Einstelleinheit 411, herausragend aus der Einstellbohrung 220, mit einer kreisförmigen Führungspositioniereinheit 413 versehen ist, welche mit einer erhöhten zylinderförmigen zweiten Führungseinheit 414 an einer dezentralen Stelle in der gegenüber der ersten Führungseinheit 320 des Verzahnungsbocks 32 liegenden Seite versehen ist. Beim Drehen der Einstelleinheit 411 wird die Position der zweiten Führungseinheit 414 geändert, so dass sich das Anpassungsverhältnis der zweiten Führungseinheit 414 mit der ersten Führungseinheit 320 angesichts der mechanischen Abweichung des Förderstangensatzes 33 zweckmäßig einstellt. Nach der erfolgreich ausgeführten Einstellung wird das Einstellwerk 41 unter Mitwirkung des Positionierteils 42 zum Stoppen verklemmt.
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Der Außendurchmesser des Positionierteils 42 ist ebenfalls mit einem Gewinde zum Verschrauben in dem Positionierloch 210 versehen. Darüber hinaus ist das Positionierteil 42 an der gegenüber dem Positionierloch 210 stehenden Seite mit einer konvexen Sechs-Kanten-Antriebsseite 420 zur Aufnahme eines mitnehmenden Sechs-Kanten-Werkzeugs versehen. Das Positionierteil 42 ist ferner mit einer durch die Einstellbohrung 220 am Ende des Einstellwerks 41 zu drückenden konischen Anschlagseite 421 versehen, die das Einstellwerk 41 nach der erfolgreichen Einstellung verriegelt.
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Die erfindungsgemäße Führungsanordnung in dieser Bauform hat folgende Vorteile:
- 1. Bahntreue Führung: Die Förderverzahnung 31 kann sich bei Mitwirkung des Verzahnungsbocks 32 mit der Führungsvorrichtung 40 entlang dem optimalen Weg bewegen. Wie in den 4 und 5 gezeigt ist, wird die erste Führungseinheit 320 durch die zweite Führungseinheit 414 des Einstellwerks 41 zum korrekten Führen gezwungen, egal an welche Stelle die Förderverzahnung 31 während der Tuchförderung gelangt. Dadurch findet kein Versatz zur Y-Achse statt und es wird eine optimale Nähqualität gewährleistet.
- 2. Leichtgängige Einstellungsmöglichkeit: Die Einstelleinheit 411 des Einstellwerks 41 der Führungsvorrichtung 40 und die zweite Führungseinheit 414 bilden eine gegeneinander dezentrale Bauform. Beim Drehen der Einstelleinheit 411 kann sich die zweite Führungseinheit 414 somit zum Einstellen der Position der ersten Führungseinheit 320 bewegen, was eine praktisch leichtgängige Einstellungsmöglichkeit darstellt.
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Wie in 6 gezeigt ist, ist die erste Führungseinheit (320') bei einer weiteren Ausführungsform am Boden des Verzahnungsbocks 32 der Förderverzahnung 31 angeordnet. Die Achsmitte des Einstellwerks 41' der Führungsvorrichtung 40' ist entlang der X-Achse angeordnet, und das Positionierteil 42' ist auf der Z-Achse angeordnet. Die Positionen des Positionierlochs 210' sowie der Einstellbohrung 220' des Gestells 20 sind an eine Positionsvertauschung angepasst und können die genannten Funktionen bereitstellen.
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Wie in 7 gezeigt ist, ist der Verzahnungsbock 32 bei einer weiteren Ausführungsform an der X-Achse mit einem Positionierloch 321 sowie am durchgehenden Ende des Positionierlochs 321 mit einer senkrechten Einstellbohrung 322 versehen. Die Führungsvorrichtung 40'' verfügt über ein Einstellwerk 41'' und ein Positionierteil 42'', wobei das Positionierteil 42'' im Positionierloch 321 verschraubt ist, während das Einstellwerk 41'' in der Einstellbohrung 322 festgeschraubt ist. Die Bauform des Einstellwerks 41'' mit dem Positionierteil 42'' ist mit der oben genannten Bauform identisch. An einer dezentralen Stelle am Einstellwerk 41'' ist eine zweite Führungseinheit 414'' angeordnet. An der gegenüber der zweiten Führungseinheit 414'' liegenden Stirnwand 21 des Gestells 20 ist eine schlitzförmige erste Führungseinheit 211 angebracht, die sich mit der an die zweite Führungseinheit 414'' orientierten Nutöffnung entlang der X-Achse erstreckt und deren Tiefe etwas größer als der Hub der Förderverzahnung 31 entlang der Z-Achse ist, wobei die oben genannten Funktionen ebenfalls bereitgestellt sind.
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Wie in 8 gezeigt ist, kann die erfindungsgemäße erste Führungseinheit 310 oder die zweite Führungseinheit der Führungsvorrichtung direkt auf der Förderverzahnung 31 ausgesetzt sein.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Nadelplatte
- 20
- Gestell
- 21
- Stirnwand
- 210
- Positionierloch
- 210'
- Positionierloch
- 211
- erste Führungseinheit
- 22
- Anschlageinheit
- 220
- Einstellbohrung
- 220'
- Einstellbohrung
- 30
- Tuchförderer
- 31
- Förderverzahnung
- 310
- erste Führungseinheit
- 32
- Verzahnungsbock
- 320
- erste Führungseinheit
- 320'
- erste Führungseinheit
- 321
- Positionierloch
- 322
- Einstellbohrung
- 33
- Förderstangensatz
- 40
- Führungsvorrichtung
- 41
- Einstellwerk
- 411
- Einstelleinheit
- 412
- Einstellseite
- 413
- Führungspositioniereinheit
- 414
- zweite Führungseinheit
- 414''
- zweite Führungseinheit
- 42
- Positionierteil
- 420
- Antriebsseite
- 421
- Anschlagseite
- 40'
- Führungsvorrichtung
- 40''
- Führungsvorrichtung
- 41'
- Einstellwerk
- 41''
- Einstellwerk
- 42'
- Positionierteil
- 42''
- Positionierteil
- X-Achse
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- Y-Achse
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- Z-Achse
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