-
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Temperieren eines strömenden Fluids auf eine vorgegebene Solltemperatur, insbesondere ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Temperieren von Ladeluft mithilfe eines Ladeluftkühlers eines mit einem Turbolader aufgeladenen Verbrennungsmotors auf einem Prüfstand für den Verbrennungsmotor.
-
Um das Verhalten eines Motors, beispielsweise eines Verbrennungsmotors eines Kraftfahrzeugs, zu simulieren und zu untersuchen, werden so genannte Prüfstände eingesetzt. In dem Stand der Technik sind in diesem Zusammenhang aus der
WO 2008/152010 A1 eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Simulation einer Entwicklungsanlage für einen Prüfstand bekannt. Um eine Entwicklungsanlage einer komplexen Entwicklungsumgebung, wie z. B. einer Prüfstandsumgebung für Motoren-, Antriebsstrang-, Getriebe-, Fahrzeugkomponenten- oder Fahrzeugentwicklung, mit Automatisierungseinrichtungen und Entwicklungswerkzeugen durchgängig und reproduzierbar simulieren zu können, wird beispielsweise vorgeschlagen, dass in der Simulationseinrichtung Entwicklungsdaten erzeugende Gerätemodelle laufen, wobei die Gerätemodelle zumindest teilweise Simulationsdaten aus dem Prüfmodell verarbeiten und eine Anzahl von realen Entwicklungswerkzeugen über eine reale Schnittstelle mit der Automatisierungseinrichtung und/oder der Simulationseinrichtung verbunden werden und die Entwicklungswerkzeuge die Entwicklungsdaten verarbeiten. Weiterhin ist beispielsweise aus der
EP 1 217 477 A2 ein Verfahren zur Parametrierung eines Prüfstandes bzw. Prüffeldes bekannt, bei welchem im zeitlichen, Weg- und Lastspiel-geführten Prüfverlauf abwechselnd Stufen verwendet werden, welche im Prinzip frei wählbare Untermengen aus der Gesamtheit der Sollwert- und Messkanäle aktivieren, und bei welchen die momentan aktivierten Sollwerte, Parameter und Aktionen von Sensoren und/oder Regelvorrichtungen zur Kontrolle und Überwachung des Prüflaufes angezeigt und nach Bestätigung durch den Benutzer in Steuersignale an den Prüfstand umgewandelt werden. Weiterhin ist beispielsweise aus der
DE 32 27 319 A1 ein Prüfstand zur Einstellung von Gemischbildnern bekannt, die Luft-Brennstoff-Gemisch führende Einspritzleitungen aufweisen. Die in diesen Einspritzleitungen geführte Luft soll zusammen mit der im Ansaugkanal des Gemischbildners geführten Luft stromab des Gemischbildners gemessen werden, ohne dass die von dem Prüfstand zur Atmosphäre abgegebene Luft wesentliche Brennstoffanteile enthält. Dazu münden die Einspritzleitungen in eine zwischen Gemischbildner und Luftmengenmesser einmündende Sammelleitung, die mittels eines steuerbaren Durchtritts auf Atmosphärendruck gehalten wird, und der Brennstoff wird im Bereich der Sammelleitung in Separatoren abgeschieden.
-
Prüfstände können insbesondere verwendet werden, um das Verhalten eines Verbrennungsmotors unter verschiedenen Last- und Betriebsbedingungen zu simulieren. Dabei ist eine genaue Kenntnis bzw. Einstellung von Parametern des Motors, beispielsweise einer Temperatur einer Verbrennungsluftzufuhr des Motors, von großer Wichtigkeit, um den Motor in dem gewünschten Betriebszustand betreiben zu können. Die Einstellung der Temperatur der dem Motor zugeführten Verbrennungsluft ist jedoch bei Verbrennungsmotoren mit einem Turbolader nicht trivial, da die vom Turbolader verdichtete Luft durch die Verdichtung erwärmt wird. Da erwärmte Luft ein größeres Volumen als kalte Luft einnimmt, wird üblicherweise zwischen dem Turbolader und dem Zylinderkopf des Verbrennungsmotors ein Ladeluftkühler angeordnet, um die Luft abzukühlen, sodass das Volumen verringert wird und somit gewissermaßen mehr Luft in den Verbrennungsraum des Verbrennungsmotors passt. Dadurch kann eine größere Motorleistung erreicht werden. Die Erhöhung der Temperatur der zugeführten Verbrennungsluft kann nicht nur durch die Druckerhöhung in dem Turbolader, sondern auch durch rückgeführtes Abgas erfolgen. Um einen Motorprüfstand möglichst effektiv nutzen zu können, ist eine schnelle und genaue Einstellung der dem Motor zugeführten Verbrennungsluft, der so genannten Ladeluft, wünschenswert. Reaktionszeiten von weniger als fünf Sekunden sind wünschenswert.
-
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Möglichkeit bereitzustellen, die Temperatur der Ladeluft auch bei wechselnden Betriebszuständen des Verbrennungsmotors möglichst schnell und genau auf eine gewünschte Solltemperatur einzustellen.
-
Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch ein Verfahren zum Temperieren eines strömenden ersten Fluids auf eine vorgegebene Solltemperatur nach Anspruch 1, eine Vorrichtung zum Temperieren eines strömenden ersten Fluids auf eine vorgegebene Solltemperatur nach Anspruch 11 und einen Prüfstand für einen Verbrennungsmotor nach Anspruch 13 gelöst. Die abhängigen Ansprüche definieren bevorzugte und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung.
-
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Temperieren eines strömenden ersten Fluids auf eine vorgegebene Solltemperatur bereitgestellt. Bei dem Verfahren wird das erste Fluid durch eine erste Seite eines Wärmetauschers geleitet und ein zweites Fluid durch eine zweite Seite eines Wärmetauschers geleitet. Der Wärmetauscher ermöglicht einen Wärmeaustausch zwischen dem ersten Fluid und dem zweiten Fluid. Weiterhin wird eine Eingangstemperatur des ersten Fluids am Eingang der ersten Seite des Wärmetauschers erfasst und in Abhängigkeit von der Eingangstemperatur eine thermische Eingangsleistung des ersten Fluids bestimmt. In Abhängigkeit von der vorgegebenen Solltemperatur für das erste Fluid wird eine thermische Sollleistung des ersten Fluids am Ausgang der ersten Seite des Wärmetauschers bestimmt. Aus der thermischen Eingangsleistung des ersten Fluids und der thermischen Sollleistung des ersten Fluids wird ein erforderlicher thermischer Leistungsfluss zwischen der ersten Seite und der zweiten Seite des Wärmetauschers bestimmt und in Abhängigkeit von dem erforderlichen thermischen Leistungsfluss eine thermische Leistung des zweiten Fluids eingestellt. Indem aus der thermischen Sollleistung des ersten Fluids am Ausgang des Wärmetauschers und der thermischen Eingangsleistung des ersten Fluids am Eingang des Wärmetauschers die Heiz- bzw. Kühlleistung bestimmt wird, welche benötigt wird, um das erste Fluid auf die vorgegebene Solltemperatur zu bringen, kann der Leistungsfluss des zweiten Fluids entsprechend eingestellt werden und somit eine Vorsteuerung realisiert werden, welche die Temperatur des ersten Fluids zuverlässig und schnell einstellt.
-
Gemäß einer Ausführungsform wird ein Massenstrom des ersten Fluids durch den Wärmetauscher erfasst und die thermische Eingangsleistung des ersten Fluids in Abhängigkeit von der Eingangstemperatur und dem Massenstrom bestimmt. Ebenso wird die thermische Sollleistung des ersten Fluids am Ausgang des Wärmetauschers aus der vorgegebenen Solltemperatur und dem Massenstrom bestimmt. Alternativ kann beispielsweise auch ein Volumenstrom erfasst werden, und aus dem Volumenstrom die thermische Eingangsleistung bzw. die thermische Sollleistung des ersten Fluids bestimmt werden. Der Wärmetauscher kann beispielsweise ein Ladeluftkühler eines mit einem Turbolader aufgeladenen Verbrennungsmotors sein und das erste Fluid dementsprechend die Ladeluft für den Verbrennungsmotor umfassen. Die Ladeluft wird von dem Turbolader verdichtet und durch den Ladeluftkühler in einen Verbrennungsraum des Verbrennungsmotors geleitet. Ein entsprechendes Verfahren zur Bestimmung eines Luftmassenstroms eines mit einem Abgasturbolader ausgestatteten Verbrennungsmotors ist beispielsweise aus der
DE 10 2007 030 233 A1 bekannt. Indem die thermische Eingangsleistung und die thermische Sollleistung des ersten Fluids, d. h. der Ladeluft, zusätzlich in Abhängigkeit von dem Massenstrom bestimmt wird, kann das Verfahren sehr schnell auf Zustands- oder Laständerungen des Verbrennungsmotors, wie z. B. eine veränderte Drehzahl oder einen veränderten Ladedruck, reagieren und trotzdem die Ladeluft auf der vorgegebenen Solltemperatur halten.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird der Verbrennungsmotor auf einem Prüfstand betrieben und das zweite Fluid wird durch die zweite Seite des Wärmetauschers mit einem konstanten Druck und einem konstanten Massenstrom geleitet. Zum Einstellen der thermischen Leistung des zweiten Fluids wird eine Temperatur des zweiten Fluids eingestellt. Das zweite Fluid kann zirkulierend durch die zweite Seite des Wärmetauschers geleitet werden und die thermische Leistung des zweiten Fluids kann eingestellt werden, indem das zweite Fluid zumindest teilweise durch ein drittes Fluid ersetzt wird. Das dritte Fluid weist vorzugsweise beim Ersetzen eine im Wesentlichen konstante Temperatur auf. Durch den konstanten Druck und den konstanten Massenstrom des zweiten Fluids arbeitet der Wärmetauscher hydraulisch und thermisch bei konstanten Kennzahlen, d. h. der erforderliche thermische Leistungsfluss zwischen der ersten Seite und der zweiten Seite des Wärmetauschers kann durch Einstellen der Temperatur des zweiten Fluids verhältnismäßig einfach eingestellt werden. Das Einstellen der Temperatur des zweiten Fluids kann durch gesteuertes Zuführen des dritten Fluids, welches eine im Wesentlichen konstante Temperatur aufweist, eingestellt werden. Dabei wird ein Teil des zweiten Fluids durch das dritte Fluid ersetzt.
-
Um die im Wesentlichen konstante Temperatur des dritten Fluids zu erreichen, kann das dritte Fluid durch einen weiteren Wärmetauscher geleitet werden, welcher beispielsweise in einem Hallenboden einer Halle angeordnet ist, in welcher der Prüfstand untergebracht ist. Die Wärmekapazität dieses sogenannten Hallenwärmetauschers wird durch die gesamte Kühl-/Heizleistung der Halle bestimmt wird und ist somit so groß, dass die Temperatur des dritten Fluids während des Prüfzeitraums im Wesentlichen konstant bleibt. Durch den konstanten Druck und den konstanten Massenstrom bleibt ein ggf. nichtlineares Übertragungsverhalten des Wärmetauschers ohne Einfluss auf die Einstellung.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird das zweite Fluid zirkulierend durch die zweite Seite des Wärmetauschers geleitet und die thermische Leistung des zweiten Fluids durch ein zumindest teilweises Ersetzen des zweiten Fluids durch ein viertes Fluid erreicht. Das vierte Fluid wird mit einer Abwärme des Verbrennungsmotors auf einer im Wesentlichen konstanten Temperatur gehalten. Da die Temperatur des dritten Fluids von dem Hallenbodenwärmetauscher üblicherweise geringer als die Temperatur des ersten Fluids, das heißt der komprimierten Ladeluft, ist, kann das erste Fluid in dieser Anordnung mithilfe des zweiten Fluids und des dritten Fluids gekühlt werden. Diese Situation ist jedoch nur geeignet, wenn die Solltemperatur des ersten Fluids geringer als die Eingangstemperatur des ersten Fluids am Eingang der ersten Seite des Wärmetauschers ist. Soll das erste Fluid hingegen mithilfe des Wärmetauschers erwärmt werden, d. h., die Solltemperatur ist höher als die Eingangstemperatur, so kann das zweite Fluid durch teilweises Ersetzen mit dem vierten Fluid erwärmt werden. Indem das vierte Fluid mit einer Abwärme des Verbrennungsmotors auf einer im Wesentlichen konstanten Temperatur gehalten wird, kann das Verfahren kostengünstig ohne zusätzliche Wärme- oder Energiezufuhr durchgeführt werden.
-
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird weiterhin eine Vorrichtung zum Temperieren eines strömenden ersten Fluids auf eine vorgegebene Solltemperatur bereitgestellt. Die Vorrichtung umfasst einen Wärmetauscher, ein Temperaturerfassungsmittel, ein Einstellmittel und eine Steuervorrichtung. Der Wärmetauscher weist eine erste Seite und eine zweite Seite auf. Die Vorrichtung ist eingerichtet, das erste Fluid zum Temperieren durch die erste Seite des Wärmetauschers zu leiten und ein zweites Fluid durch die zweite Seite des Wärmetauschers zu leiten. Der Wärmetauscher sorgt für einen Wärmeaustausch zwischen dem ersten Fluid und dem zweiten Fluid. Das Temperaturerfassungsmittel ist zum Erfassen einer Eingangstemperatur des ersten Fluids am Eingang der ersten Seite des Wärmetauschers ausgestaltet. Mithilfe des Einstellmittels kann eine thermische Leistung des zweiten Fluids eingestellt werden. Die Steuervorrichtung ist ausgestaltet, eine thermische Eingangsleistung des ersten Fluids in Abhängigkeit von der Eingangstemperatur zu bestimmen und eine thermische Sollleistung des ersten Fluids am Ausgang der ersten Seite des Wärmetauschers in Abhängigkeit von der vorgegebenen Solltemperatur zu bestimmen. Weiterhin ist die Steuervorrichtung ausgestaltet, einen erforderlichen thermischen Leistungsfluss zwischen der ersten Seite und der zweiten Seite des Wärmetauschers in Abhängigkeit von der thermischen Eingangsleistung und der thermischen Sollleistung des ersten Fluids zu bestimmen. Schließlich ist die Steuervorrichtung ausgestaltet, eine thermische Leistung des zweiten Fluids in Abhängigkeit von dem bestimmten erforderlichen thermischen Leistungsfluss einzustellen. Die Vorrichtung kann zur Durchführung des zuvor beschriebenen Verfahrens oder einer seiner Ausführungsformen ausgestaltet sein und umfasst daher auch die zuvor beschriebenen Vorteile.
-
Schließlich wird gemäß der vorliegenden Erfindung ein Prüfstand für einen Verbrennungsmotor bereitgestellt, welcher die zuvor beschriebene Vorrichtung aufweist.
-
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung anhand bevorzugter Ausführungsformen erläutert werden.
-
Die einzige Figur zeigt schematisch einen Prüfstand für einen Verbrennungsmotor gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
-
Die Figur zeigt einen Motorprüfstand 1 für ein Verbrennungsmotorsystem 2. Der Motorprüfstand 1 umfasst eine so genannte Palette 3, auf welcher das Verbrennungsmotorsystem 2 angeordnet ist. Über eine so genannte Kopfstation 4 ist der Prüfstand 1 mit Vorrichtungen des Prüfraums 5 gekoppelt. Das Verbrennungsmotorsystem 2 umfasst den eigentlichen Verbrennungsmotor 6 mit beispielsweise vier Zylindern, einen Abgasturbolader 7 und einen Wärmetauscher, einen so genannten Ladeluftkühler 8. Der Abgasturbolader 7 umfasst eine Turbine 9 und einen Verdichter 10, welche über eine gemeinsame Welle 11 miteinander gekoppelt sind. Die Turbine 9 wird mithilfe von Verbrennungsabgasen des Verbrennungsmotors 6 angetrieben. Der Verdichter 10 saugt Frischluft über einen Ansaugtrakt 12 an, verdichtet die Frischluft und leitet die verdichtete Frischluft als Ladeluft über eine erste Seite 13 des Ladeluftkühlers 8 zum Verbrennungsmotor 6. Durch eine zweite Seite 14 des Ladeluftkühlers 8 zirkuliert mithilfe einer Zirkulationspumpe 15 eine erste Flüssigkeit 16. Der Ladeluftkühler 8 sorgt für einen Wärmeaustausch zwischen der Ladeluft in der ersten Seite 13 und der ersten Flüssigkeit 16 in der zweiten Seite 14. Über ein Kondensatventil 17 kann ein an dem Ladeluftkühler 8 auftretendes Kondensat aus der Ladeluft entsorgt werden.
-
Im Prüfraum 5, beispielsweise einer Prüfhalle, ist beispielsweise ein Doppelboden vorgesehen, in welchem eine weitere Flüssigkeit zirkuliert, welche über einen Vorlauf 18 und einen Rücklauf 19 durch eine erste Seite 20 eines Hallenbodenwärmetauschers 21 geleitet wird. Eine zweite Seite 22 des Hallenbodenwärmetauschers 21 ist über eine Zirkulationspumpe 23 kurzgeschlossen, sodass eine zweite Flüssigkeit 24 durch die zweite Seite 22 des Hallenbodenwärmetauschers 21 und die Zirkulationspumpe 23 zirkuliert.
-
Eine Dosierpumpe 26 in der Kopfstation 4 stellt eine Verbindung zwischen der ersten zirkulierenden Flüssigkeit 16 und der zweiten zirkulierenden Flüssigkeit 24 her, und ist in der Lage, einen Teil der zirkulierenden Flüssigkeit 24 in den Kreislauf der zirkulierenden Flüssigkeit 16 zu pumpen. Mithilfe eines Druckhalteventils 27 in der Kopfstation 4 wird ein entsprechender Teil der ersten Flüssigkeit 16 in den Kreislauf der zirkulierenden Flüssigkeit 24 zurückgedrängt. Somit kann mithilfe der Dosierpumpe 26 die erste Flüssigkeit 16 zumindest teilweise durch die zweite Flüssigkeit 24 ersetzt werden.
-
Ein weiterer Wärmetauscher 28 ist mit seiner ersten Seite 29 mit dem Verbrennungsmotor 6 gekoppelt. Durch eine zweite Seite 30 des weiteren Wärmetauschers 28 zirkuliert mithilfe einer Zirkulationspumpe 31 eine dritte Flüssigkeit 32. Mithilfe einer Dosierpumpe 33 kann zumindest ein Anteil der dritten Flüssigkeit 32 in den Kreislauf der ersten Flüssigkeit 16 durch den Ladeluftkühler 8 gepumpt werden. Über das Druckhalteventil 27 wird ein entsprechender Anteil der ersten Flüssigkeit 16 in den Kreislauf durch die Zirkulationspumpe 31 und den weiteren Wärmetauscher 28 zurückgeführt. Somit kann mithilfe der Dosierpumpe 33 ein Teil der ersten Flüssigkeit 16 durch einen Teil der dritten Flüssigkeit 32 ersetzt werden.
-
Die Funktionsweise des zuvor beschriebenen Systems wird nachfolgend im Detail beschrieben werden. Dazu wird das System in drei funktionelle Gruppen unterteilt: Eine Gruppe umfasst den Prüfraum bzw. Doppelboden 5 mit dem Wärmetauscher 21 und der Zirkulationspumpe 23, eine weitere Gruppe umfasst die Kopfstation 4 mit den Dosierpumpen 26 und 33, und die dritte Gruppe umfasst die Palette 3 mit dem Verbrennungsmotorsystem 2 und der Zirkulationspumpe 15.
-
Der Wärmetauscher 21 im Doppelboden 5 wird auf der Sekundärseite 22 über die Zirkulationspumpe 23 kurzgeschlossen. Durch die Zirkulationspumpe 23 wird in diesem Kreis ein konstanter Volumenstrom der Flüssigkeit 24 umgewälzt. In diesem Betriebszustand arbeitet der Wärmetauscher 21 hydraulisch und thermisch bei konstanten Kennzahlen. Entsprechend einer Sollvorgabe für die Hallenregelung auf der Primärseite 21 stellt sich eine stabile Kreislauftemperatur T1 der Flüssigkeit 24 ein.
-
Eine vergleichbare Vorgehensweise wird am Ladeluftkühler 8 verwendet. Dabei kann es sich um eine integrierte oder externe Variante des Ladeluftkühlers 8 handeln. Unter einer integrierten Variante des Ladeluftkühlers 8 wird ein Ladeluftkühler verstanden, welcher in einer Ansaugluftführung integriert ist, wohingegen bei der externen Variante der Ladeluftkühler eine eigene Einheit darstellt. Die Zirkulationspumpe 15 ist eine drehzahlveränderliche Pumpe, welche auf eine gewünschte konstante Drehzahl eingestellt werden kann. Vergleichbar wie bei dem Hallenbodenwärmetauscher 21 wird auch der Ladeluftkühler 8 auf der Wasserseite 14 mit konstanten hydraulischen und thermischen Kennzahlen betrieben. Dadurch bleibt das nichtlineare Übertragungsverhalten eines Wärmetauschers ohne Einfluss auf die Temperatureinstellung.
-
Eine Einstellung der Ladelufttemperatur T2 am Ausgang der Seite 13 des Ladeluftkühlers 8 erfolgt über eine Wassereintrittstemperatur T3 der Flüssigkeit 16 in den Ladeluftkühler 8. Eine Einstellung der Wassereintrittstemperatur T3 erfolgt durch eine Leistungsbilanz auf der Ladeluftseite 13 des Ladeluftkühlers 8. Ein gemessener oder über ein Modell bestimmter Massenstrom der Ladeluft ergibt zusammen mit einer Eintrittstemperatur T4 der Ladeluft von dem Verdichter 10 in den Ladeluftkühler 8 eine Leistung, welche dem Ladeluftkühler 8 auf der Luftseite 13 zugeführt wird. Eine Differenz zwischen der zugeführten thermischen Leistung und der durch die Solltemperatur T2 vorgegebenen Sollleistung des Ladeluftstroms am Ausgang der Seite 13 ergibt die abzuführende Kühlleistung oder hinzuzufügende Heizleistung des Ladeluftkühlers 8.
-
Aus der in dem Ladeluftkühler 8 abzuführenden Kühlleistung oder hinzuzufügenden Heizleistung, also der in dem Ladeluftkühler 8 auszutauschenden Leistung, kann eine erforderliche Wassermenge mit der Temperatur T1 bestimmt werden, welche über die Dosierpumpe 26 in den Wasserkreis des Ladeluftkühlers 8 zu fördern ist. Da die Dosierpumpe 26 eine Verdrängerpumpe ist, ergibt sich über das Verdrängervolumen die eigentliche Solldrehzahl der Dosierpumpe 26. Eine Wassermenge aus dem Wasserkreis des Ladeluftkühlers 8, welche der über die Dosierpumpe 26 zugeführten Wassermenge entspricht, wird über das Druckhalteventil 27 wieder dem Wärmetauscher 21 im Hallenboden 5 zugeführt.
-
Die somit aufgebaute Vorsteuerung arbeitet ohne gemessene Regelabweichung und ohne Regelparameter. Eine verbleibende Regelabweichung kann beispielsweise durch einen überlagerten PI-Regler kompensiert werden. Das Verhältnis eines Anteils der Vorsteuerung zu einem Anteil des Reglers kann beispielsweise bei 90:10 liegen. Alternativ kann dieses Verhältnis bei 70:30 liegen oder in einem Bereich zwischen 90:10 und 70:30. Die derart gebildete Einstellung und Regelung ist sehr robust und in der Lage, auch bei Laständerungen des Verbrennungsmotors 6 und sich ändernden Volumenströmen und Drücken der zugeführten Ladeluft die Temperatur der Ladeluft zuverlässig auf den gewünschten Sollwert T2 einzustellen.
-
Bei Bedarf kann dem Kühlkreis bestehend aus Doppelboden 5 und Wärmetauscher 21 zusätzlich ein Heizkreis über die Dosierpumpe 33 zugefügt werden. Damit wird ermöglicht, die Ladeluft auch anzuwärmen, wenn die thermische Leistung der Ladeluft zu gering ist. Die Quelle für das Heizwasser ist beliebig und kann beispielsweise über den Wärmetauscher 28 mit einem Heizwasserkreis des Verbrennungsmotors 6 gekoppelt sein.
-
Die Isttemperatur T4 der dem Ladeluftkühler 8 zugeführten Ladeluft kann beispielsweise 100° oder mehr betragen, wohingegen die Temperatur T1, welche von dem Wärmetauscher 21 über die Dosierpumpe 26 in den Wasserkreis des Wärmetauschers 8 zugefügt werden kann, beispielsweise konstant 15° aufweist. Durch die Zirkulationspumpen 15 und 23 werden die Wärmetauscher 8 bzw. 21 bei konstanten Reynold- und Nusselt-Werten betrieben. Über eine Drehzahleinstellung der Zirkulationspumpe 15 kann ein Temperaturgradient der über die Ladeluftseite 13 geführte Ladeluft in dem Ladeluftkühler 8 eingestellt werden. Durch die Vorsteuerung aufgrund der Leistungsbilanz von Ladeluftleistungsstrom und Wasserleistungsstrom in dem Ladeluftkühler 8 kann die über die Dosierpumpen 26 und 33 hinzuzufügende erforderliche Wassermenge bestimmt werden, sodass eine Reaktion vor einer Regelabweichung möglich ist. Dadurch können sehr kurze Reaktionszeiten von unter fünf Sekunden erreicht werden.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- WO 2008/152010 A1 [0002]
- EP 1217477 A2 [0002]
- DE 3227319 A1 [0002]
- DE 102007030233 A1 [0007]