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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Schmuckstückes nach Anspruch 1 sowie einen Schmuckring, welcher nach diesem Verfahren hergestellt ist, nach Anspruch 8.
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In der Schmuckindustrie besteht der stete Wunsch neue Schmuckstücke zu kreieren, die einen noch nicht dagewesenen optischen Reiz aufweisen. Hierbei steht naturgemäß die Formgebung in Vordergrund, jedoch bietet auch die Farbgebung Gestaltungsspielräume. Möchte man ein aus Metall bestehendes Schmuckstück, wie insbesondere einen Ring, mehrfarbig gestalten, so erfolgte dies bislang meist dadurch, dass in einen Grundkörper aus einem ersten Edelmetall ein Inlay aus einem zweiten Edelmetall eingesetzt wurde, oder dass mehrere Metalldrähte ineinander gedreht wurden. Hierdurch entsteht jedoch in der Regel der optische Eindruck einer Mehrteiligkeit, welcher insbesondere dann, wenn ein klares und schlichtes Design verfolgt werden soll, oft störend wirkt.
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Hiervon ausgehend stellt sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe, ein Verfahren zur Herstellung eines Schmuckstückes zur Verfügung zu stellen, bei dem das Schmuckstück aus wenigstens zwei metallenen Elementen gefertigt ist, wobei das fertige Schmuckstück jedoch einen einteiligen optischen und haptischen Eindruck erzeugt.
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Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst folgende Schritte: Zunächst wird ein inneres Elements in ein rohrförmiges äußeres Element eingeführt. Hierbei sind die beiden Elemente vorzugsweise rotationssymmetrisch und der Außendurchmesser des inneren Elementes ist weiter vorzugsweise nur geringfügig kleiner als der Innendurchmesser des äußeren Elementes. Durch dieses Einführen entsteht ein mehrteiliges Element. In einem nachfolgenden Verfahrensschritt wird das äußere Element zusammengedrückt, so dass der Außendurchmesser des äußeren Elements verringert wird und inneres und äußeres Element miteinander verbunden werden, so dass ein verpresstes mehrschichtiges Element entsteht. Anschließend kann das verpresste mehrschichtige Element umgeformt werden, insbesondere zur Ringschiene eines Ringes. Schließlich wird ein Teil des mehrschichtigen Elements abgetragen, so dass das innere Element einen Teil der Mantelfläche des verpressten mehrschichtigen Elements bildet und somit sichtbar ist.
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Durch das radiale Verpressen von äußerem Element und innerem Element entsteht eine Art Kaltverschweißung, also eine stoffschlüssige Verbindung zwischen diesen beiden Elementen, so dass das hergestellte Schmuckstück nicht nur einteilig wirkt, sondern in gewisser Weise auch einteilig ist. Dies hat nicht nur Vorteile auf ästhetischem, sondern auch auf mechanischem Gebiet, insbesondere dann, wenn das hergestellte Schmuckstück ein Spannring gemäß Anspruch 9 ist. Durch den mehrschichtigen Aufbau der Ringschiene wird nämlich eine sehr homogene und reproduzierbare Ringspannung erzeugt.
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Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich auch dazu, ein Schmuckstück aus mehr als zwei, insbesondere aus drei Einzelelementen herzustellen, so dass sich ein entsprechend großer farblicher Gestaltungsspielraum bietet.
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Es ist klar, dass die Einzelelemente, aus denen das Schmuckstück hergestellt wird, vorzugsweise aus unterschiedlichen Metallen bestehen. Diese können insbesondere Platin, Gelbgold, Weißgold und Rotgold, aber auch Edelstahl sein.
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Wie bereits erwähnt, ist die bevorzugte Anwendung der Erfindung die Herstellung von Ringen, ein entsprechender Ring ist in Anspruch 8 angegeben. Weiter vorzugsweise nach Anspruch 9 ist der Ring ein Spannring.
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Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die Figuren naher erläutert. Hierbei zeigen:
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1a ein rohrförmiges äußeres Element in einer Seitenansicht,
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1b den Schnitt entlang der Ebene A-A in 1a,
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2a ein rohrförmiges inneres Element in einer Seitenansicht,
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2b den Schnitt entlang der Ebene B-B in 2a,
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3a einen Kern in einer Seitenansicht,
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3b den Schnitt entlang der Ebene C-C in 3a,
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4a ein unverpresstes mehrteiliges Element in einem Längsschnitt,
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4b den Schnitt entlang der Ebene D-D in 4a,
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5 eine schematische Querschnittsdarstellung eines Werkzeuges,
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6 eine schematische Darstellung des Verfahrenschrittes des Zusammendrückens des unverpressten mehrteiligen Elementes zu einem verpressten mehrschichtigen Element,
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7a das verpresste mehrschichtige Element in einer der 4a entsprechenden Darstellung,
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7b den Schnitt entlang der Ebene E-E in 7a,
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8 das verpresste mehrschichtige Element aus 7a, welches zu einem Ring umgeformt ist, in einer Draufsicht,
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9a den Ring aus 8, nachdem ein äußerer Bereich abgedreht wurde,
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9b einen Schnitt entlang der Schnittebene F-F aus 9a,
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10 eine Draufsicht auf das in 9b Gezeigte aus Richtung G und
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11 einen Spannring in einer der 8 entsprechenden Darstellung.
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Nachfolgend wird die Herstellung eines Schmuckstückes, nämlich eines Ringes, aus drei Elementen beschrieben. Bei diesen drei Elementen handelt es sich um das rohrförmige äußere Element 10, das rohrförmige innere Element 12 und den Kern 14. Alle drei Elemente sind rotationssymmetrisch, wie sich dies insbesondere den 1b, 2b und 3b entnehmen lässt. Hierbei kann beispielsweise das äußere rohrförmige Element 10 aus Platin, das innere rohrförmige Element 12 aus Rotgold und der Kern 14 aus Gelbgold bestehen. Alle drei Elemente 10, 12 und 14 haben dieselbe Länge. Der Außendurchmesser DA12 des rohrförmigen inneren Elementes 12 ist geringfügig kleiner als der Innendurchmesser DI10 des rohrförmigen äußeren Elementes 10 und der Außendurchmesser DA14 des Kerns 14 ist geringfügig kleiner als der Innendurchmesser DI12 des rohrförmigen inneren Elements 12.
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Aufgrund der eben beschriebenen Geometrie lässt sich das rohrförmige innere Element 12 in das rohrförmige äußere Element 10 und der Kern 14 in das rohrförmige innere Element 12 einschieben. Somit entsteht das in den 4a und 4b gezeigte unverpresste mehrteilige Element 20. Dessen Außendurchmesser DA20 ist natürlich gleich dem Außendurchmesser DA10 des äußeren rohrförmigen Elementes 10.
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Der nachfolgende Verfahrensschnitt wird mit Hilfe eines Werkzeuges 40 durchgeführt, wie es in 5 schematisch dargestellt ist. Dieses Werkzeug 40 ist in der Regel aus Edelstahl hergestellt und weist eine konische Durchgangsöffnung 42 auf, deren eines Ende etwas größer als der Außendurchmesser DA20 des unverpressten mehrteiligen Elementes 20 und deren anderes Ende etwas kleiner als der Außendurchmesser DA20 des unverpressten mehrschichtigen Elementes 20 ist. Das unverpresste mehrteilige Element 20 wird in die konische Durchgangsöffnung 42 des Werkzeuges 40 eingeführt und durch diese zunächst geschoben und, nachdem ein Abschnitt des mehrteiligen Elementes durch das Durchgangsloch 42 durchgetreten ist, gegebenenfalls auch gezogen, so dass das mehrteilige Element beim Durchgang durch die konische Durchgangsöffnung zusammengepresst wird, so dass das verpresste mehrschichtige Element 22 entsteht, dessen Außendurchmesser DA22 geringer ist als der Außendurchmesser DA20 des unverpressten mehrteiligen Elementes 20. Hierbei tritt auch eine gewisse Streckung des mehrteiligen Elements auf. In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt der Außendurchmesser DA20 des unverpressten mehrteiligen Elementes 20 5,6 mm, der Außendurchmesser DA22 des verpressten mehrschichtigen Elementes 22 3,8 mm.
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Durch den eben beschriebenen Verfahrensschritt wird sowohl das rohrförmige äußere Element 10 auf das rohrförmige innere Element 12 als auch das rohrförmige innere Element 12 auf den Kern 14 gepresst, so dass zwischen dem rohrförmigen äußeren Element 10 und dem rohrförmigen inneren Element 12 sowie zwischen dem rohrförmigen inneren Element 12 und dem Kern 14 eine Art Kaltverschweißung entsteht, sodass das verpresste mehrschichtige Element 22 dauerhaft stoffflüssig verbunden ist. Die 7a zeigt dass verpresste mehrschichtige Element 22 in einem Längsschnitt, die 7b in einem Querschnitt.
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Im nächsten Verfahrensschnitt wird das verpresste mehrschichtige Element 22 zu einer Ringschiene eines Ringes (nicht abgedrehter Ring 25) umgeformt, so dass die beiden Enden 22a, 22b des verpressten mehrschichtigen Elementes 22 aneinander stoßen (8). In diesem Zustand können sie miteinander verbunden, beispielsweise entlang der Schweißnaht 23 lasergeschweißt werden.
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Im nachfolgenden abschließenden Verfahrenschritt wird die Außenseite des nicht abgedrehten Ringes 25 abgetragen, nämlich abgedreht, wodurch der Außendurchmesser des Ringes verkleinert wird und der abgedrehte Ring 27 entsteht, wie er in 9a gezeigt ist.
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Die 9 zeigt einen Schnitt durch den so entstandenen abgedrehten Ring 25. Durch dieses Abdrehen ändert sich die Querschnittsform der Ringschiene derart, dass sie in etwa halbkreisförmig wird. Hierdurch werden das rohrförmige innere Element 12 und der Kern 14 von außen sichtbar, so dass die Außenseite des abgedrehten Ringes 27 mehrfarbig wird. Die in 10 dargestellte Seitenansicht zeigt dies. Aufgrund der Kaltverschweißung von rohrförmigem äußerem Element 10, rohrförmigem innerem Element 12 und Kern 14 wirkt der Ring trotz der Mehrfarbigkeit einteilig und monolithisch, sowohl optisch als auch haptisch.
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Der abgedrehte Ring 27 kann nun auch problemlos wieder geöffnet werden, so dasss ein Spalt 31 entsteht, in dem ein Edelstein 32 verklemmt werden kann, so das ein Spannring entsteht, wie er in 11 dargestellt ist. Aufgrund des Stoffschlusses zwischen den Einzelelementen verhält sich die Ringschiene wie eine einteilige Ringschiene, jedoch mit verbesserten mechanischen Eigenschaften, die zu einer sehr gleichmäßigen und hohen Ringspannung führen.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann natürlich auch mit nur zwei Elementen, nämlich einem rohrförmigen äußeren Element und einem inneren Element, sowie mit mehr als drei Elementen durchgeführt werden.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- rohrförmiges äußeres Element
- 12
- rohrförmiges inneres Element
- 14
- Kern
- 20
- unverpresstes mehrteiliges Element
- 22
- verpresstes mehrteiliges Element
- 22a, b
- Ende
- 23
- Schweißnaht
- 25
- nicht abgedrehter Ring
- 27
- abgedrehter Ring
- 30
- Spannring
- 31
- Spalt
- 32
- Edelstein
- 40
- Werkzeug
- 42
- konische Durchgangsöffnung
- DA10
- Außendurchmesser des rohrförmigen äußeren Elements
- DI10
- Innendurchmesser des rohrförmigen äußeren Elements
- DA12
- Außendurchmesser des rohrförmigen inneren Elements
- DI12
- Innendurchmesser des rohrförmigen inneren Elements
- DA14
- Außendurchmesser des Kerns
- DA20
- Außendurchmesser des unverpressten mehrteiligen Elements
- DA22
- Außendurchmesser des verpressten mehrteiligen Elements
- DA25
- Außendurchmesser des nicht abgedrehten Rings
- DA27
- Außendurchmesser des abgedrehten Rings