DE102011003702A1 - Lagervorrichtung, insbesondere für eine Welle eines Turboladers, sowie ein Turbolader mit einer solchen Lagervorrichtung - Google Patents
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Abstract
Description
- Gebiet der Erfindung
- Die Erfindung betrifft eine Lagervorrichtung, insbesondere für eine Welle eines Turboladers, welche zwei radiale Lager und ein buchsenförmiges Trennelement zur räumlichen Trennung der beiden Lager umfasst. Die Erfindung betrifft weiterhin einen Turbolader mit einer solchen Lagervorrichtung.
- Verwendung findet eine derartige Baugruppe unter anderem im Motorenbau. Hier liegt beispielsweise die Turbinenwelle eines Abgasturboladers in einer entsprechenden Lagervorrichtung ein.
- Hintergrund der Erfindung
- Eine derartige Lagervorrichtung ist in der europäischen Patentschrift
EP 03 95 825 B1 offenbart. Darin wird ein als Abstandhalter bezeichnetes Trennelement beschrieben mit einem hohlzylinderförmigen Grundkörper, an dessen Außenmantelfläche vorspringende Führungseinrichtungen positioniert sind zum Führen des Abstandhalters innerhalb einer Lagerbohrung. In einer bevorzugten Ausgestaltung ist zudem eine zentrale Auslassöffnung vorgesehen, durch die ein Öl aus dem Inneren des Abstandhalters radial austritt. Das Ölaufnahmevermögen ist hierbei jedoch recht gering und die Herstellung eines solchen Abstandhalters ist aufgrund der üblichen Ausgestaltung als Drehteil verhältnismäßig kostenintensiv. - Aufgabe der Erfindung
- Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte und kostengünstiger herzustellende Lagervorrichtung anzugeben.
- Lösung der Aufgabe
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Lagervorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
- Die Lagervorrichtung ist aufgebaut aus zumindest zwei radialen Lagern und einem buchsenförmigen Trennelement, welches die beiden Lager räumlich voneinander trennt. Vorgesehen ist eine derartige Lagervorrichtung insbesondere für eine Welle eines Turboladers, wobei als Lager typischerweise radiale Gleitlager zum Einsatz kommen. Das Trennelement dieser Baugruppe umfasst eine Trennbuchse, welche nach Art eines Käfigs mit einer Vielzahl von umfangsseitig angeordneten und durch Streben voneinander getrennten Durchbrüchen ausgebildet ist. Aufgrund der käfigartigen Struktur der Trennbuchse wird eine deutliche Materialreduzierung und infolge dessen auch eine Gewichtsreduzierung des Trennelements erreicht. Während die Materialreduzierung mit einer Verringerung der Herstellungskosten einhergeht, bewirkt die Gewichtsreduzierung beim Einsatz der Lagervorrichtung zum Beispiel in einem Fahrzeug nicht zuletzt einen geringeren Treibstoffverbrauch. Ist zudem eine Ölschmierung und insbesondere eine schwimmende Lagerung für die Vorrichtung vorgesehen, so wird durch die entsprechenden Durchbrüche die Effektivität der Schmierung verbessert, da die Durchbrüche je nach Betriebszustand entweder als Taschen zur Zwischenspeicherung von Öl dienen oder als vergrößerte Öffnungen in einem Schmierölströmungspfad wirken.
- Vorzugsweise weist das Trennelement dabei einen größeren Innendurchmesser als die beiden Lager auf. Da für das Trennelement in Bezug auf die Welle keine lagernde Funktion vorgesehen ist, werden hierdurch sowohl Gewicht als auch Material weiter reduziert. Der damit geschaffene Raum zwischen dem Trennelement und der Welle wird zudem beispielsweise als weiterer Schmierölzwischenspeicher genutzt.
- Weiter ist es von Vorteil, die Gestaltung der Durchbrüche an den jeweiligen Verwendungszweck für die Lagervorrichtung anzupassen. Daher sind die Durchbrüche zum Beispiel in Anlehnung an die üblicherweise gestreckte Form des Trennelements bevorzugt stabförmig ausgestaltet. In diesem Zusammenhang ist dabei für die Durchbrüche in Richtung der Mittellängsachse der Welle eine mindestens um den Faktor 2, vorzugsweise wenigstens um den Faktor 5, größerer Ausdehnung vorgesehen, als senkrecht dazu.
- In vorteilhafter Weiterbildung sind die gestreckten Durchbrüche und damit, bei umgekehrter Betrachtung, die Streben zudem im Wesentlichen parallel zur Mittellängsachse der Welle ausgerichtet. Auf diese Weise ist zum Beispiel eine erhöhte Belastbarkeit gegenüber auftretenden axialen Kräften realisiert.
- Darüber hinaus übersteigt die Anzahl der ausgebildeten Durchbrüche beispielsweise den Wert 3 und vorzugsweise den Wert 5. Angestrebt wird dabei stets ein, für den jeweiligen Einzelfall, möglichst guter Kompromiss zwischen Gewichtsersparnis und Belastbarkeit, welcher eine lange Haltbarkeit der Lagervorrichtung gewährleistet.
- Einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung entsprechend kommt als Trennbuchse ein Wälzlager- und insbesondere ein Nadellagerkäfig zum Einsatz. Derartige Lagerkäfige werden in sehr großen Stückzahlen produziert und liegen als handelsübliche Massenware auch mit geeigneten Abmessungen vor. Diesbezügliche Ausführungen sind dem zuständigen Fachmann wohl bekannt und beispielsweise in den Auslegeschriften
DE 00 00 01 009 445 A ,DE 00 00 01 022 431 A undDE 00 00 01 079 901 A detailliert beschrieben. - Gemäß einer Variante ist es vorgesehen, das Trennelement mehrteilig auszugestalten, wobei als Trennbuchse ein entsprechender Lagerkäfig verwendet wird. Die Trennbuchse kann dann beispielsweise durch einfache Ringkörper zu einem Trennelement ergänzt werden, sofern lediglich die axiale Ausdehnung der Trennbuchse für den Anwendungszweck ungeeignet ist. Bevorzugt wird jedoch eine einteilige Gestaltung des Trennelements, bei der allein die Trennbuchse und insbesondere ein Lagerkäfig als Trennelement fungiert. Insgesamt sind hierdurch die Vorteile geringere Herstellungskosten, einfachere Montage und günstigere Gebrauchseigenschaften gegeben. Dabei werden die geringeren Kosten insbesondere durch ein Gleichteilekonzept erreicht, d. h. durch die Verwendung des bereits für andere Zwecke vorrätigen Lagerkäfigs, dessen Herstellung aufgrund der Massenfertigung beispielsweise als Stanzteil zudem kostenoptimiert ist.
- In bevorzugter Ausgestaltung sind die beiden Lager und das Trennelement mit Hilfe eines axialen Presssitzes in ihrer Position fixiert. Infolge dessen ist es beispielsweise möglich, für diese Bauteile umfangsseitig einen Freiraum vorzusehen, der durch ein Schmieröl ausgefüllt ist. Aufgrund der Durchbrüche im Trennelement kann dieses Öl dann als Leckage die beiden Wellen-Lager-Kontaktflächenpaare benetzen. Hierdurch wird dann eine so genannte schwimmende Lagerung realisiert.
- Kurze Beschreibung der Zeichnung
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Figuren beschrieben. Es zeigen:
-
1 in einer Schnittdarstellung einen Turbolader mit einer Lagervorrichtung gemäß Stand der Technik, -
2 in einer Seitenansicht einen Wälzlagerkäfig gemäß Stand der Technik, -
3 den Querschnitt III-III in2 des Wälzlagerkäfigs gemäß Stand der Technik und -
4 in einer Schnittdarstellung eine erfindungsgemäße Lagervorrichtung mitsamt einer gelagerten Turboladerwelle und -
5 in einer Schnittdarstellung die erfindungsgemäße Lagervorrichtung ohne die Turboladerwelle. - Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
- Ausführliche Beschreibung der Zeichnung
- Im nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiel dient eine Lagervorrichtung
1 exemplarisch zur Führung einer Welle2 eines Abgasturboladers3 . Ein solcher Abgasturbolader3 ist in1 mit einer Lagervorrichtung1 nach dem Stand der Technik dargestellt. Darin nicht mit abgebildet ist die Welle2 , an welcher jeweils endseitig ein Turbinenrad4 fixiert ist. - Als Führung für die Welle
2 wirken zwei radiale Gleitlager5 , welche in einer Aufnahme6 im Gehäuse7 des Abgasturboladers3 positioniert sind. In ihrer Position fixiert sind die beiden Gleitlager5 mit Hilfe eines axial wirkenden Presssitzes, der durch jeweils einen endseitigen Anschlag8 einerseits und ein hohlzylinderförmiges Trennelement9 andererseits gebildet ist. Das Trennelement9 ist dabei typischerweise als Drehteil ausgestaltet und somit relativ kostenintensiv in seiner Herstellung. Sowohl für die Gleitlager5 als auch für das Trennelement9 sind zentral positionierte und radial verlaufende Öffnungen vorgesehen, die als Bestandteil eines Schmieröl-Strömungspfades wirksam sind. - Das entsprechende Schmieröl wird in nicht näher dargestellter Weise mit Hilfe einer Förderpumpe über ein Hydrauliknetzwerk unter Betriebsdruck in eine Vorkammer
11 eingeleitet und gelangt von dort über Zuführkanäle12 zu den Öffnungen10 . Als Leckage bildet das so zugeführte Schmieröl zwischen den Kontaktflächenpaaren der beiden Gleitlager5 und der Welle2 einen Schmierfilm aus, der sich zum Trennelement9 hin ausbreitet und schließlich über die Öffnungen10 in selbigem in eine Abflusskammer13 abfließt. Von dort gelangt das Schmieröl zurück ins Hydrauliknetzwerk. - Zur Verbesserung der bekannten Lagervorrichtung wird das als Trennelement
9 genutzte Bauteil substituiert. Ersetzt wird dieses im Ausführungsbeispiel durch einen Nadellagerkäfig14 , welcher entgegen seiner angedachten Funktion als Wälzkörperträger in der Lagervorrichtung als Trennelement9 zur räumlichen Trennung zweier Gleitlager5 wirkt. Aufgrund der käfigartigen Struktur weist der Nadellagerkäfig14 einerseits ein geringes Gewicht auf und ist andererseits widerstandsfähig gegen auftretende mechanische Belastungen. Zudem bewirken die Durchbrüche, die Teil des Schmieröl-Strömungspfades sind, einen verbesserten Schmieröldurchsatz. - In
2 und3 ist exemplarisch ein solcher Nadellagerkäfig14 dargestellt. Dieser buchsenförmige Nadellagerkäfig14 weist sechs parallel zu seiner Mittellängsachse15 ausgerichtete Durchbrüche16 auf, die durch näherungsweise stabförmige Streben17 voneinander getrennt sind. Aufgrund geeigneter Abmessungen ersetzt der Nadellagerkäfig14 das Trennelement9 vollständig, so dass das erfindungsgemäße Trennelement9 in diesem Ausführungsbeispiel keine weiteren Bauteile umfasst. - Die hiermit realisierte Lagervorrichtung
1 samt unmittelbarem Umfeld ist in4 mit der Welle2 und in5 ohne die Welle2 skizziert. Für diese erfindungsgemäße Lagervorrichtung ist, wie im Falle der Ausführung nach dem Stand der Technik aus1 , eine Ölschmierung vorgesehen, wobei beide Gleitlager5 und der Nadellagerkäfig14 in der im Betriebszustand vollständig mit Schmieröl gefluteten Aufnahme6 mittig und mit radialem Spiel einliegen. Als Zuführung für das Schmieröl fungieren dabei auch hier die Zuführkanäle für das Schmieröl fungieren dabei auch hier die Zuführkanäle12 . Die Funktion der Öffnungen10 im Trennelement9 übernehmen allerdings beim Nadellagerkäfig14 die Durchbrüche16 . Über diese tritt das zwischen die Kontaktflächenpaare von Welle2 und Gleitlagern5 eingepresste und zum Nadellagerkäfig14 vorgedrungene Schmieröl wieder aus. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- Lagervorrichtung
- 2
- Welle
- 3
- Abgasturbolader
- 4
- Turbinenrad
- 5
- Gleitlager
- 6
- Aufnahme
- 7
- Gehäuse
- 8
- Anschlag
- 9
- Trennelement
- 10
- Öffnung
- 11
- Vorkammer
- 12
- Zuführkanal
- 13
- Abflusskammer
- 14
- Nadellagerkäfig
- 15
- Mittellängsachse
- 16
- Durchbruch
- 17
- Strebe
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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- Zitierte Patentliteratur
-
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- DE 000001022431 A [0011]
- DE 000001079901 A [0011]
Claims (10)
- Lagervorrichtung (
1 ), insbesondere für eine Welle (2 ) eines Turboladers (3 ), umfassend zwei radiale Lager (5 ) und ein buchsenförmiges Trennelement (9 ) zur räumlichen Trennung der beiden Lager (5 ), dadurch gekennzeichnet, dass das Trennelement (9 ) eine Trennbuchse umfasst, welche nach Art eines Käfigs mit einer Vielzahl von umfangseitig angeordneten und durch Streben (17 ) voneinander getrennten Durchbrüchen (16 ) ausgebildet ist. - Lagervorrichtung (
1 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennelement (9 ) einen größeren Innendurchmesser als die beiden Lager (5 ) aufweist. - Lagervorrichtung (
1 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchbrüche (16 ) im Wesentlichen stabförmig gestaltet sind. - Lagervorrichtung (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass für die Durchbrüche (16 ) in Richtung der Mittellängsachse (15 ) der Welle (2 ) eine mindestens um den Faktor 2, vorzugsweise wenigstens um den Faktor 5, größere Ausdehnung vorgesehen ist, als senkrecht dazu. - Lagervorrichtung (
1 ) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchbrüche (16 ) im Wesentlichen parallel zur Mittellängsachse (15 ) ausgerichtet sind. - Lagervorrichtung (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens 3 Durchbrüche (16 ) vorgesehen sind. - Lagervorrichtung (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Trennbuchse ein Wälzlager- und insbesondere ein Nadellagerkäfig (14 ) vorgesehen ist. - Lagervorrichtung (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennelement (9 ) einteilig ausgestaltet ist. - Lagervorrichtung (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Lager (5 ) und das Trennelement (9 ) mit Hilfe eines axialen Presssitzes in ihrer Position fixiert sind. - Turbolader (
3 ) umfassend eine Lagervorrichtung (1 ) nach einem der vorherigen Ansprüche.
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