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Die Erfindung betrifft ein Herstellverfahren zum Herstellen eines automatisch angetriebenen Tores, welches ein Torblatt, eine Torwelle, ein Torgetriebe, mittels welchem das Torblatt derart an die Torwelle angeschlossen ist, dass sich die Torwelle bei Bewegung des Torblattes dreht und dass sich das Torblatt bei Drehung der Torwelle bewegt, und einen an die Torwelle zum Antreiben derselben angeschlossenen Wellentorantrieb aufweist. Weiter betrifft die Erfindung ein Betriebsverfahren zum Betreiben eines mit einem solchen Verfahren hergestellten Tores. Schließlich betrifft die Erfindung ein Torsystem zum Herstellen eines solchen automatisch angetriebenen Tores.
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Ein Herstellverfahren zum Herstellen eines automatisch angetriebenen Tores der eingangs genannten Art ist aus der
WO 2010/009952 A1 bekannt. Darin ist insbesondere ein Herstellverfahren zum Herstellen eines Wellentorantriebes für ein solches Tor mit Torwelle beschrieben. Der Wellentorantrieb wird an die Torwelle angekoppelt, wobei die Torwelle wiederum, beispielsweise über eine Seiltrommel, mit dem Torblatt getrieblich verbunden ist. Zur Anpassung an unterschiedliche Antriebsaufgaben ist der Wellentorantrieb modular aufgebaut, wobei an einen Motormodul, welches alle wichtigen Antriebseinheiten einschließlich eines als Getriebemotor ausgebildeten Elektromotors und einer Eingangswelle für ein Torantriebsgetriebe aufweist, ein Abtriebsmodul angeschlossen wird. Das Abriebsmodul weist eine Abtriebswelle auf. Die Eingangswelle und die Abtriebswelle des Antriebsgetriebes sind über ein Endloszugmittel miteinander verbunden. Das so gebildete Endloszugmittelgetriebe ist als formschlüssiges Getriebe und somit schlupffrei ausgebildet. Beispielsweise kommen hierzu Zahnriemengetriebe oder – bevorzugt – Kettengetriebe in Betracht. Die unterschiedlichen Abtriebsmodule haben unterschiedlich große Getrieberäder, um so ein Übersetzungsverhältnis des integral an dem Wellentorantrieb ausgebildeten Antriebsgetriebe einfach durch Auswahl des passenden Abtriebsmoduls einzustellen.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein Herstellverfahren zum Herstellen eines automatisch angetriebenen Tores der eingangs genannten Art derart zu verbessern, dass ein besonders komfortabel und sicher betreibbares Tor geschaffen werden kann.
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Diese Aufgabe wird durch ein Herstellverfahren mit den Schritten des Anspruches 1 gelöst. Ein Betriebsverfahren für ein mit einem solchen Herstellverfahren hergestelltes Tor sowie ein Torsystem zur Durchführung des Herstellverfahrens sind Gegenstand der Nebenansprüche.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Die Erfindung schafft ein Herstellverfahren zum Herstellen eines automatisch angetriebenen Tores, welches ein Torblatt, eine Torwelle, ein Torgetriebe, mittels welchem das Torblatt derart an die Torwelle angeschlossen ist, dass sich die Torwelle bei Bewegung des Torblattes dreht und dass sich das Torblatt bei Drehung der Torwelle bewegt, und einen an die Torwelle zum Antreiben derselben angeschlossenen Wellentorantrieb aufweist, mit den Schritten:
Bereitstellen und Montage des Tores mit Torwelle und Torgetriebe,
Bereitstellen eines Wellentorantriebes, der einen Elektromotor und eine durch den Elektromotor über ein schlupffreies Antriebsgetriebe antreibbare Abtriebswelle aufweist, die an die Torwelle anschließbar ist, wobei das Antriebsgetriebe in der Antriebsgetriebeübersetzung stufenweise auswählbar oder einstellbar ist, Auswahl der Antriebsgetriebeübersetzung in Abhängigkeit von dem jeweiligen Torgetriebe derart, dass der Weg des Torblattes zumindest nahe dessen Schließendstellung pro Umdrehung des Elektromotors bei unterschiedlichen Torgetrieben derart im Wesentlichen konstant ist,
- a) dass er im Toleranzbereich von ±25%, vorzugsweise von ±15% um einen konstanten Richtwert liegt und/oder
- b) dass er im Toleranzbereich weniger als 40%, vorzugsweise von weniger als 36%, am meisten bevorzugt weniger als 30%, unterhalb eines konstanten Obergrenzen-Richtwerts liegt.
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Durch die erfindungsgemäße Maßnahme ist das Gesamtübersetzungsverhältnis zwischen Motorwelle und Torblatt zumindest in einem interessierenden Torblattwegabschnitt, insbesondere an der Schließendstellung, im Wesentlichen konstant.
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Es ist üblich, ein Betrieb eines Tores unter anderem mit Hilfe einer Überwachung eines Elektromotors des Torantriebes zu überwachen. Insbesondere wird eine Leistungsaufnahme des Elektromotors, eine Spannung oder eine Drehzahl der Motorwelle überwacht. Auch ist es bei auf dem Markt befindlichen Torantrieben bekannt, Drehungen der Motorwelle beispielsweise über Impulsgeber zu erfassen und zur Steuerung des Torantriebes und des angetriebenen Tores heranzuziehen. Hierzu wird in der Regel bei der ersten Inbetriebnahme des angetriebenen Tores eine Lernfahrt durchgeführt, um die Endstellungen des Tores einzulernen. Die Endstellungen ergeben sich dann durch Zählerstände eines Zählwerks zum Zählen der Impulse eines Inkrementalgebers.
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Nun werden allerdings in dem gesamten Stand der Technik die unterschiedlichen Torantriebe an ganz unterschiedliche Tore angeschlossen. Tore, die mit Torwelle versehen sind, haben ganz unterschiedliche Torübersetzungen zwischen Torwelle und Torblatt. Diese Übersetzungen müssen auch von Tor zu Tor angepasst werden, da die meisten dieser Torwellen zum Gewichtsausgleich herangezogen werden und entsprechende Änderungen in der Torübersetzungen dazu dienen, das Torblattgewicht möglichst gut auszugleichen. Dies geschieht beispielsweise durch unterschiedlich große Seiltrommeln, mit denen Zugseile oder dergleichen bei Drehung der Torwelle aufgewickelt werden.
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Im Stand der Technik ist somit für den Torantrieb das Übersetzungsverhältnis zwischen Torantrieb und Torblatt nicht bekannt. Es müssen daher umfangreiche Einstellarbeiten durchgeführt werden, wenn zum Beispiel eine bestimmte Torblattwegstrecke erfasst werden soll. Hierzu sind zusätzliche Schalter oder die Eingabe von weiteren Parametern notwendig. Beispielsweise muss der Tortyp und der Torbeschlag eingegeben werden.
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Insbesondere muss gesondert eine sogenannte Reversiergrenze eingelernt werden. In der Regel sind den Torantrieben Überwachungseinrichtungen zur Überwachung einer unerwünschten Auffahrt auf ein Hindernis zugeordnet. Allerdings soll eine Auffahrt gegen einen die Schließendstellung bildenden Anschlag nicht als solches Hindernis erkannt werden. Daher ist es bekannt, solche Überwachungseinrichtungen an der in Schließrichtung kurz vor der Schließendstellung liegenden Reversiergrenze zu aktivieren. In einschlägigen Sicherheitsnormen ist ein maximaler Abstand der Reversiergrenze zu der Schließendstellung, von z. B. 50 mm, vorgeschrieben, die nicht unterschritten werden darf. Diese Reversiergrenze wird bei einigen auf dem Markt befindlichen Torantrieben nach der Montage zum Beispiel dadurch eingelernt, dass man das angetriebene Torblatt auf einen Prüfkörper, von z. B. 50 mm Höhe, auffahren lässt. In der Praxis wird häufig ein Zollstock von 30 bis 35 mm Höhe verwendet; und die Reversiergrenze wird auf den Stopp beim Auffahren auf diesen Zollstock eingelernt. Dadurch kann man sicher sein, dass man die gewünschte Maximalstrecke von 50 mm auch sicher einhält. Würde man keine Reversiergrenze vorgeben, bestünde die Gefahr, dass das Torblatt nicht richtig in die Schließendlage fährt und das Tor nicht richtig schließt, da vorher z. B. eine Schließkantensicherung anspricht. Dieses Einlernen der Reversiergrenze ist aufwändig und muss geschult werden. In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung soll dieses Einlernen der Reversiergrenze überflüssig gemacht werden.
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Mit der erfindungsgemäßen Maßnahme wird eine Antriebsgetriebeübersetzung in dem Wellentorantrieb an die jeweilige Torgetriebeübersetzung angepasst, so dass eine Gesamtübersetzung zwischen Motorwelle und Torblattbewegung in bestimmten Toleranzgrenzen zumindest in einem interessierenden Torblattwegbereich im Wesentlichen gleich bleibt. Insofern kann man in diesem Torblattwegbereich von vorne herein das Übersetzungsverhältnis zwischen Motorwelle und Torblattbewegung als ungefähr bekannt voraussetzen. Dadurch lässt sich die Steuerung und die Betriebsüberwachung des so hergestellten Tores wesentlich vereinfachen.
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Viele Torbeschläge haben Torgetriebe, deren Torgetriebe-Übersetzungsverhältnis nicht konstant ist; z. B. sind sie mit konisch geformten Seiltrommeln versehen. Schließt man an ein solches Torgetriebe einen Torantrieb mit Torantriebsgetriebe an, bleibt das Gesamtübersetzungsverhältnis nicht über den gesamten Torblattweg zwischen Schließendstellung und Öffnungsendstellung gleich. Für viele Steuerungs- und Überwachungsaufgaben ist jedoch nur eine bestimmte Teilstrecke des Torweges interessant, insbesondere ein Teilbereich, der sich vor der Schließendstellung befindet.
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Dies hat insbesondere Vorteile zum Einstellen der oben genannten Reversiergrenze nach DIN 13241. Ein automatisches Tor sollte mit einer Überwachungseinrichtung versehen sein, die ein Auffahren auf ein Hindernis erfasst und den Antrieb reversiert. Im Bereich der Schließendstellung ist eine solche Überwachung aber hinderlich, wenn das Torblatt sicher gegen den Schließanschlag fahren soll. Bleibt die Überwachungseinrichtung auch in der Schließendstellung aktiv, würde das Anfahren der Schließendstellung als Hindernis erkannt werden und der Antrieb würde stoppen oder zurückfahren. Daher wird bereits bei auf den Markt befindlichen Torantrieben nach Installation eine Reversiergrenze eingelernt, bei deren Überfahren eine Überwachungseinrichtung zur Erfassung des Auffahrens auf ein Hindernis inaktiviert wird. Nach der oben genannten Norm darf sich diese Reversiergrenze maximal 50 mm vor der Schließendlage befinden. Andererseits sollte die Reversiergrenze genügend weit von der Schließendlage entfernt sein, damit auch bei einer von der IST-Lage abweichenden gespeicherten Lage der Schließendstellung ein sicheres Einfahren gegen den Schließanschlag erfolgen kann, ohne dass fehlerhaft ein Hindernis erkannt wird. Kennt man nun das Gesamtübersetzungsverhältnis zwischen Motor und Torblattbewegung im Bereich der Schließendlage, kann man die Reversiergrenze automatisch einfach ausgehend von der Schließendlage anhand der Motorumdrehungen berechnen. Daher ist in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung der Bereich des Torblattweges unmittelbar an der Schließendstellung interessant.
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Besonders einfach ist das erfindungsgemäße Herstellverfahren mit einem Wellentorantrieb durchführbar, der ein Motormodul und ein zum Anpassen der Antriebsgetriebeübersetzung aus einem Sortiment von Abtriebsmodulen ausgewähltes Abtriebsmodul aufweist. Ein bevorzugter Wellentorantrieb der hier in Rede stehenden Art ist in der
WO 2010/009952 gezeigt und näher erläutert. Es wird für weitere Einzelheiten auf diese Druckschrift verwiesen.
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Vorzugsweise wird das Torgetriebe ausgewählt aus einer Gruppe von vorgegebenen Torgetrieben, die jeweils vorgegebene unterschiedliche Torwellenübersetzungen zwischen Torblattbewegungen und Drehung der Torwelle aufweisen. Das Herstellverfahren ist dann besonders vorteilhaft durchführbar, wenn nun der soeben erwähnte modulare Wellentorantrieb verwendet wird und jedem dieser vorgegebenen Torgetriebe ein bestimmtes Abtriebsmodul aus der Gruppe von Abtriebsmodulen zugeordnet ist. Beispielsweise wird vom Torhersteller passend zu dem jeweiligen Tor mit Torgetriebe der passende Wellentorantrieb mit passend ausgewählten Abtriebsmodul geliefert.
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Von jedem Torhersteller sind in der Regel Tore mit ganz unterschiedlichen Torbeschlägen lieferbar. Beispielsweise werden Sektionaltore als Deckengliedertore, die im geöffneten Zustand etwa horizontal unterhalb einer Decke abgelegt werden und die zwischen Öffnungszustand und Schließzustand eine bogenförmige Führung durchlaufen, ausgebildet. Das gleiche Torblatt kann aber auch in einer Vertikalführung einfach als Hubtor vertikal nach oben geführt eingesetzt werden. Je nach Platz oberhalb der zu verschließenden Toröffnung kann ein Torbeschlag mit einer Torblattführung, die einen großen Bogen durchläuft, oder ein Niedrigsturzbeschlag geliefert werden. Je nach Torblattgröße und Torblattgewicht sind in jedem Torbeschlag bestimmte Torgetriebeübersetzungen zwischen einer zum Gewichtsausgleich mit Torsionsfeder vorgesehenen Torwelle und dem Torblatt vorgesehen.
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Mit einem solchen Torsystem mit unterschiedlichen Torbeschlägen ist das Herstellverfahren besonders vorteilhaft und auch für wenig qualifizierte Montagekräfte einfach dadurch durchführbar, dass zu jedem Torbeschlag eine bestimmte Antriebsgetriebeübersetzung, beispielsweise durch Lieferung des passenden Antriebsgetriebes oder des passenden oben erwähnten Abtriebsmoduls vorgesehen wird.
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Eine Einstellung der oben genannten Reversiergrenze ist besonders einfach bewerkstelligbar, wenn von vorneherein ein festes Übersetzungsverhältnis zwischen Motorwelle und Torblattbewegung angenommen werden kann, wie dies bei einem mit der hier vorgeschlagenen Herstellweise hergestellten Tor der Fall ist.
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Gemäß eines weiteren Aspekts schafft somit die Erfindung ein Betriebsverfahren zum Betreiben eines mit dem Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche hergestellten Tores mit den Schritten:
Einlernen von Torendstellungen durch Zählen von Impulsen eines die Drehung des Elektromotors erfassenden Impulsgebers,
Berechnen einer vorgegebenen Torblattwegstrecke ausgehend von einer der Schließendlage anhand der Impulszahl und des oben genannten maximalen Obergrenzen-Richtwert für das Gesamtübersetzungsverhältnis,
Aktivieren oder Aktivhalten einer Sicherungseinrichtung zur Erfassung, ob das Tor gegen auf ein Hindernis auffährt, wenn anhand der Impulszahl festgestellt wird, dass sich das Torblatt außerhalb dieser Torblattwegstrecke bewegt,
Deaktivieren oder Inaktivhalten der Sicherungseinrichtung, wenn anhand der Impulszahl festgestellt wird, dass sich das Torblatt innerhalb der Torblattwegstrecke bewegt oder befindet.
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Nimmt man einen maximalen Obergrenzen-Richtwert, der von jedem angetriebenen Tor des Torsystems unterschritten wird, zur Berechnung der Reversiergrenze an, so ist sichergestellt, dass die tatsächlich so errechnete Reversiergrenze bei jedem Tor unter dem vorgeschriebenen Maximalwert bleibt.
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Gemäß eines weiteren Aspekts schafft die Erfindung ein Torsystem zum Herstellen eines automatisch angetriebenen Tores mit: einer Gruppe von Tortypen, die jeweils ein Torblatt, eine Torwelle und ein jeweils unterschiedliches Torgetriebe aufweisen, wobei das Torblatt mittels des Torgetriebes an die Torwelle derart gekuppelt ist, dass sich das Torblatt bei Drehung der Torwelle bewegt und sich die Torwelle bei Bewegung des Torblattes dreht, und
einer Gruppe von Wellentorantrieben, die jeweils mit einem Elektromotor, einem schlupffreien Antriebsgetriebe und einer Abtriebswelle ausgebildet sind, wobei die Abtriebswelle zum Anschließen an die Torwelle ausgebildet und durch den Elektromotor über das Antriebsgetriebe anzutreiben ist, wobei das Antriebsgetriebe bei den unterschiedlichen Wellentorantrieben unterschiedlich ausgebildet ist, um eine unterschiedliche Antriebsgetriebeübersetzung zwischen Elektromotor und Abtriebswelle zu schaffen,
wobei jedem Tortyp ein bestimmter Wellentorantrieb aus der Gruppe von Wellentorantrieben derart zugeordnet ist, dass im Nahbereich der Schließendlage, insbesondere innerhalb einer Strecke von 50 mm ab der Schließendlage, der Weg des Torblattes pro Umdrehung des Elektromotors bei unterschiedlichen Torgetrieben derart im Wesentlichen konstant ist,
- a) dass er im Toleranzbereich von ±25%, vorzugsweise von ±15% um einen konstanten Richtwert liegt und/oder
- b) dass er im Toleranzbereich weniger als 40%, vorzugsweise von weniger als 36%, am meisten bevorzugt weniger als 30%, unterhalb eines konstanten Obergrenzen-Richtwerts liegt.
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Besonders bevorzugt weist ein solches Torsystem einen Wellentorantrieb auf, welcher gemäß der Lehre der
WO 2010/009952 A1 hergestellt ist.
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Weiter bevorzugt ist eine Steuerung zur Steuerung des Betriebs des mit diesem Torsystem vorgesehenen Tor vorgesehen. Da bei einem solchen Tor das Übersetzungsverhältnis zwischen Motorwelle und Torblattbewegung in etwa bekannt ist, kann die Steuerung einfach aus der Motorbewegung die zurückgelegte Torblattstrecke errechnen. Dies kann für vielfältige Steuerungsaufgaben verwendet werden.
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Die Steuerung braucht somit für unterschiedliche Tortyen nicht gesondert angepasst zu werden.
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In besonders bevorzugter Ausgestaltung umfasst das Torsystem eine Steuerung zur Steuerung des Betriebs des automatisch angetriebenen Tores, wobei die Steuerung ausgebildet ist
zum Einlernen von Torendstellungen durch Zählen von Impulsen eines die Drehung des Elektromotors erfassenden Impulsgebers,
zum Berechnen einer vorgegebenen Torblattwegstrecke ausgehend von der Schließendlage anhand der Impulszahl und des maximalen Obergrenzen-Richtwerts für die Gesamtübersetzung, zum Aktivieren oder Aktivhalten einer Sicherungseinrichtung zur Erfassung, ob das Tor gegen auf ein Hindernis auffährt, wenn anhand der Impulszahl festgestellt wird, dass sich das Torblatt außerhalb der zu Torblattwegstrecke bewegt,
und zum Deaktivieren oder Inaktivhalten der Sicherungseinrichtung, wenn anhand der Impulszahl festgestellt wird, dass sich das Torblatt innerhalb der Torblattwegstrecke bewegt oder befindet.
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Eine solche Steuerung ist zum automatischen Ermitteln der Reversiergrenze einfach beim Einlernen der unteren Schließendlage geeignet.
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In einem Ausführungsbeispiel hat ein Torsystem wenigstens drei unterschiedliche Tortypen, beispielsweise in Form von Sektionaltoren mit jeweils unterschiedlichen Torbeschlägen. Jeder Sektionaltorbeschlag hat eine bestimmte Seiltrommel mit spezifischen Durchmessen. Es gibt somit bei jedem der Sektionaltore ein Torgetriebe mit einem speziellen Übersetzungsverhältnis. Bei einem Wellentorantrieb, wie er mit dem Verfahren nach der
WO 2010/009952 A1 hergestellt ist, kann man nun für jedes spezielle Übersetzungsverhältnis des Tores ein bestimmtes Abtriebsmodul, beispielsweise einen bestimmten Kettenadapter, für den einzusetzenden Wellentorantrieb vorsehen. Dadurch weist das mit einem solchen Wellentorantrieb angetriebene Tor ein Gesamt-Übersetzungsverhältnis von Torantrieb und Torblatt auf, das im Wesentlichen gleich ist und sich innerhalb eines bestimmten Toleranzbereiches um einen Richtwert befindet.
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Dies hat insbesondere folgenden sicherheitstechnischen Vorteil. Automatisch angetriebene Tore gelten als Maschinen gemäß Maschinensicherheitsrichtlinien. Beispielsweise sollte demnach für solche Tore eine bestimmte Strecke eingehalten werden, innerhalb der Sicherheitseinrichtungen, wie zum Beispiel eine Schließkantensicherung aktiv werden. Bisher war dies insbesondere dadurch bewerkstelligbar, dass man eine Steuerung für den Torantrieb im Verlauf der Inbetriebnahme des automatisch angetriebenen Tores speziell programmiert hat. Wenn man aber ein im Wesentlichen konstantes Gesamt-Übersetzungsverhältnis vorgibt, kennt die Steuerung dieses Gesamt-Übersetzungsverhältnis zumindest ungefähr. Die Steuerung kann nun selbst anhand einer an der Motorwelle abgegriffenen Impulszahl selbst berechnen, welche Strecke das Torblatt abfährt.
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Man kann so, beispielsweise ausgehend von der eingelernten unteren Schließlage, die entsprechend zu sichernde Strecke einstellen.
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In bevorzugter Ausgestaltung wird für eine kleinere Übersetzung ein kleines Zahnrad verwendet, für einen großen Seiltrommeldurchmesser wird ein großes Zahnrad verwendet. Dadurch bedeutet jede Umdrehung am Motor eine bestimmte Strecke am Tor. Die Abweichungen sind stets nur minimal.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt:
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1 eine schematische perspektivische Darstellung eines automatisch angetriebenen Tores mit Torblatt, Torwelle und Wellentorantrieb;
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2 ein Sortiment von unterschiedlichen Wellentorantrieben mit unterschiedlichen Abtriebsmodulen zum Schaffen unterschiedlich übersetzter Antriebsgetriebe;
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3 drei unterschiedliche Torbeschläge mit jeweils zugeordnetem Wellentorantrieb;
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4 zwei weitere unterschiedliche Torbeschläge mit jeweils zugeordneten Wellentorantrieb;
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5 eine schematische; teilweise weggebrochene perspektivische Darstellung eines weiteren angetriebenen Tores mit Torwelle und angeschlossenem Wellentorantrieb als Beispiel für die in 4 dargestellten Torbeschläge;
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6 eine schematische Darstellung eines weiteren Torbeschlages mit dem zugeordneten Wellentorantrieb;
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7 eine schematische Explosionsdarstellung eines automatisch angetriebenen Tores mit dem Torbeschlag von 6 und dem daran anzuschließenden Wellentorantrieb;
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8 eine weitere perspektivische Darstellung des in 7 dargestellten automatisch angetriebenen Tores mit einem auf andere Art und Weise angeschlossenen Wellentorantrieb;
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9 eine perspektivische Darstellung einer weiteren Montageart des Wellentorantriebes bei dem automatisch angetriebenen Tor mit dem Beschlag von 6;
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10 eine perspektivische Darstellung einer Sicherungseinrichtung für ein automatisch angetriebenes Tor;
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11 ein Detail;
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12 eine perspektivische Darstellung eines weiteren Details der Sicherungseinrichtung von 10.
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In 1 ist ein automatisch angetriebenes Tor 10 mit einem Torblatt 12, einer Zarge 14, und einer Torwelle 16, einem Torgetriebe 18 und einem Wellentorantrieb 20 dargestellt. Bei dem Tor 10 handelt es sich um ein Sektionaltor mit einem Torflügel als Torblatt, welcher aus einzelnen zueinander schwenkbar aneinander gelenkig verbundenen Paneelen 22 aufgebaut ist.
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Die Torwelle 16 und das Torgetriebe 18 sind Teil eines vorgegebenen ersten Torbeschlags 24, mittels welchem das Torblatt 12 an der Zarge 14 beweglich geführt angelenkt ist. Der erste Torbeschlag 24 weist neben der Torwelle 16 und dem Torgetriebe 18 auch noch eine Führung 26 zur Führung des Torblattes 12 auf. Die Führung 26 weist Führungsschienen 28 auf, innerhalb der Rollen 30 geführt sind, die an den einzelnen Paneelen 22 gelagert befestigt sind.
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Die Torwelle 16 ist ein Teil einer Gewichtsausgleichseinrichtung 32 zum Ausgleichen des Gewichts des Torblattes 12 und weist eine Torsionsfeder 34 auf, die bei Drehen der Torwelle 16 entspannt oder gespannt wird.
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Das Torblatt 12 ist über das Torgetriebe 18 derart an die Torwelle 16 angeschlossen, dass sich die Torwelle 16 bei Bewegung des Torblattes dreht und umgekehrt sich das Torblatt 12 bei Drehung der Torwelle 16 bewegt.
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Die Torwelle 12 weist an jedem Ende eine Zugmittelerfassungseinrichtung zum Erfassen eines Zugmittels des Torgetriebes 18 auf. Z. B. weist die Torwelle 12 an den Eden jeweils eine Seiltrommel 36 auf, auf welche ein Seil 40 aufwickelbar ist. Ein Ende des Zugmittels – z. B. – Seiles 40 ist in nicht näher dargestellter Weise an das Torblatt 12 angeschlossen, um so das Torblatt 12 über Drehung der Torwelle 16 bei Erfassen des Zugmittels durch die Zugmittelerfassungseinrichtung, z. B. durch Aufwickeln des Seiles 40 auf die Seiltrommel 36, nach oben zu ziehen.
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Bei dem in 1 dargestellten ersten Torbeschlag 24 handelt es sich um einen Torbeschlag, der im Folgenden auch als Normalbeschlag N1 bezeichnet wird. Bei diesem Normalbeschlag weist die Führung einen horizontalen Verlauf 42 ungefähr auf Höhe der Torwelle 16 auf. Ein bogenförmiger Verlauf 44, der einen Übergang zwischen dem horizontalen Verlauf 42 und einem vertikalen Verlauf 46 bildet, ist entsprechend zumindest teilweise unterhalb der Torwelle 16 angeordnet. Die Rolle 30 des obersten Paneels 22 ist an einem schwenkbaren Rollenhalter 48 befestigt, der trotz des tief angesetzten bogenförmigen Verlaufs 44 ein vollständiges vertikales Ausrichten des obersten Paneels 22 ermöglicht.
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Der Wellentorantrieb
20 ist ein aus einer in
2 dargestellten Gruppe von Wellentorantrieben WA300A, WA300B, WA300C und WA300D ausgewählter Wellentorantrieb. Alle diese Wellentorantriebe sind modular aufgebaut und weisen jeweils ein gleich aufgebautes Motormodul
50 und eines von vier Abtriebsmodulen A, B, C, D auf. Der nähere Aufbau dieser Wellentorantriebe
20 ist genauer in der
WO 2010/009952 A1 beschrieben, auf die für weitere Einzelheiten ausdrücklich verweisen wird, und die durch Bezugnahme hier inkorporiert wird.
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Demnach weisen die Wellentorantriebe WA300A, WA300B, WA300C und WA300D aufgrund der unterschiedlichen Abtriebsmodule A, B, C, D jeweils unterschiedliche Antriebsgetriebe 52A, 52B, 52C und 52D mit jeweils unterschiedlichen Antriebsgetriebeübersetzungen i auf.
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Beispielsweise sind die Antriebsgetriebe 52A, 52B, 52C, 52D Kettengetriebe, wobei die Abtriebsmodule A, B, C, D Kettenadapter mit jeweils unterschiedlich großem Kettenrad auf der Abtriebswelle 54 sind. Dadurch weisen die Antriebsgetriebe 52A, 52B, 52C, 52D unterschiedliche Antriebsgetriebeübersetzungen i auf.
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Bei dem in 1 dargestellten ersten Torbeschlag 24 – dem Normalbeschlag N1 – wird der zweite Wellentorantrieb WA300B mit dem zweiten Antriebsgetriebe 52B mit einer Antriebsgetriebeübersetzung i = 2,6 verwendet.
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Die anderen Wellentorantriebe WA300A, WA300C, WA300D werden für andere Tore und andere Torbeschläge eingesetzt, wie dies in den 3 und 4 sowie in der nachfolgenden Tabelle 1 erläutert ist.
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3 zeigt in schematischer Darstellung den ersten Torbeschlag 24 mit dem zugeordneten zweiten Wellentorantrieb WA300B, und eine schematische Darstellung eines zweiten Torbeschlages 56 mit vollständig vertikalen Führungen 26 und darüber liegend angedeuteter Torwelle 16, wobei bei einer Torhöhe RM (Abkürzung für Rastermaßhöhe) kleiner oder gleich 2500 mm der dritte Wellentorantrieb WA300C zugeordnet ist und wobei bei einer Torhöhe RM größer als 2500 mm der vierte Wellentorantrieb WA300D zugeordnet ist. Bei diesem zweiten Torbeschlag 56 werden je nach Torhöhe RM Seiltrommeln 36 mit unterschiedlichen Durchmesser verwendet, um so das höhere Torblattgewicht bei größeren Torblättern 12 besser ausgleichen zu können. Der zweite Torbeschlag 56 wird auch als Vertikalbeschlag V6 bezeichnet.
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In 4 ist noch ein dritter Torbeschlag 58 gezeigt, wobei bei unterschiedlichen Ausführungen dieses dritten Torbeschlages 58 entweder der dritte Wellentorantrieb WA300C oder der vierte Wellentorantrieb WA300D zugeordnet ist. Bei diesem dritten Torbeschlag 58 handelt es sich beispielsweise um einen höher geführten Laufschienenbeschlag H4 mit oben liegender Torwelle 16 oder einen höher geführten Laufschienenbeschlag HU4 mit tieferliegender Torwelle 16 (nicht dargestellt). Bei diesen dritten Torbeschlägen 58 ist der bogenförmige Verlauf 44 der Führung 26 höher geführt, so dass das Torblatt 12 zunächst ein Stück vertikal nach oben und dann erst bogenförmig geführt wird. Hier wird der dritte Wellentorantrieb WA300C dann eingesetzt, wenn die Differenz aus Laufschienenhöhe LH minus der Torhöhe RM kleiner oder gleich 1250 mm beträgt. Der vierte Wellentorantrieb WA300D wird verwendet, wenn die Differenz aus Laufschienenhöhe LH minus der Torhöhe RM größer als 1250 mm beträgt. Auch bei diesem dritten Torbeschlägen 58 werden in diesen beiden Fällen jeweils unterschiedliche Seiltrommeln 36 mit unterschiedlichen Durchmessern verwendet, so dass die jeweils eingesetzten Torgetriebe 18 eine unterschiedliche Torgetriebeübersetzung aufweisen.
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5 zeigt den Einbau des dritten Wellentorantriebes WA300B als Wellentorantrieb 20 an dem mit dem dritten Torbeschlag 58 versehenen Tor 10. Dabei sind entsprechende Teile die gleichen Bezugzeichen wie bei 1 verwendet.
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Wie aus 5 ersichtlich, ist der Durchmesser der Seiltrommeln 36 nicht unbedingt konstant; vielmehr sind viele Seiltrommeln 36 konisch geformt ausgebildet, um die Gewichtsausgleichskraft der Torsionsfeder 34 optimal an das in der jeweiligen Torblattstellung wirkende Torgewicht anzupassen. Daher ändert sich das Übersetzungsverhältnis des Torgetriebes 18. Dennoch ist es bei den hier dargestellten Ausführungsbeispielen interessant, bei den unterschiedlichen Tortypen eine etwa gleich bleibende Gesamtübersetzung zwischen Umdrehungen des Elektromotors und der Torblattbewegung in einem bestimmten Streckenteilbereich des Torblattweges vorher zu kennen. Bei den hier vorliegenden Ausführungsbeispielen ist als Beispiel für diesen bestimmten Streckenbereich, innerhalb der das Gesamtübersetzungsverhältnis ungefähr gleich bleibt, der sich unmittelbar an die Schließendstellung anschließende Streckenteilbereich gewählt. Die Übersetzungen des Torantriebs werden so ausgewählt, dass in einem Bereich einer Torblattwegstrecke von wenigstens 50 mm Torblattweg von der Schließendstellung aus gesehen dieses Gesamtübersetzungsverhältnis ungefähr gleich bleibt.
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In 6 ist noch ein vierter Torbeschlag 60 mit dem zugeordneten Wellentorantrieb 20 angedeutet. Bei diesem vierten Torbeschlag 60 handelt es sich um einen sogenannten Niedrigsturzbeschlag 11, wobei ein Beispiel für ein Tor mit einem solchen Niedrigsturzbeschlag in den 7, 8 und 9 dargestellt ist, die verschiedene Einbauweisen des Wellentorantriebes 20 zeigen. Auch hier sind für entsprechende Teile die gleichen Bezugzeichen wie bei 1 verwendet.
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Dieser vierte Torbeschlag 60 weist eine in 6 angedeutete Torsionsfederwelle mit Torsionsfedern 34 und (nicht dargestellten) Seiltrommeln auf, wobei ein darauf aufgewickeltes Seil 40, wie in 8 dargestellt, an einem Ende einer Kette 62 angeschlossen ist, dessen anderes Ende an das Torblatt 12 angeschlossen ist. Die Torwelle 16, an die der Wellentorantrieb 20 anzuschließen ist, ist hier als kurzes Wellenstück mit formschlüssig in dieser Kette 62 angreifendem Kettenerfassungsbereich 66 ausgebildet. An das so mit Kette 62 und Wellenstück 64 ausgebildete Torgetriebe 18 ist, wie in 6 gezeigt, der erste Wellentorantrieb WA300A mit sehr kleiner Antriebsgetriebeübersetzung i anzuschließen.
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Eine Übersicht über die Antriebsgetriebeübersetzungen i für die einzelnen Wellentorantriebe WA300A, WA300B, WA300C, WA300D sowie die jeweils diesen Wellentorantrieben zugeordneten Torbeschläge ist in der Tabelle 1 wiedergebeben, die die technischen Daten dieser einzelnen Wellentorantriebstypen wiedergibt.
| Wellenantrieb | WA300A | WA300B | WA300C | WA300D |
| Kettenradübersetzung | i = 1, | i = 2,6 | i = 3,6 | i = 5,3 |
| Antriebsdrehzahl | 40–64 min–1 | 20–32 mm–1 | 16–24 min–1 | 10–16 min–1 |
| Beschlag | L1
Niedrigsturz-Beschlag | N1
Normal-Beschlag | H4
Höhergeführter Laufschinen-Beschlag
LH – RM ≤ 1250 mm | H4
Höhergeführter Laufschienen-Beschlag
LH – RM > 1250 mm |
| | | V6
Vertikal-Beschlag
RM ≤ 2.500 mm | V6
Vertikal-Beschlag
RM > 2.500 mm |
| Toröffnungs-Geschwindigkeit | max. 0,18 m/s |
| Betriebsspannung | 230 V 1 AG | |
| Frequenz | 50 Hz |
| Motorleistung | 0,30 kW | 0,30 kW | 0,30 kW | 0,30 kW |
| Einschaltdauer | max 12 Zyklen pro Stunde:Betriebsart S3 = 20% ED |
| Nenndrehmoment | 15 Nm | 30 Nm | 45 Nm | 60 Nm |
| Wellendurchmesser | 25 mm | 40 mm mit Feder |
| Schutzart | IP 65 |
| zul. Umgebungstemperatur | –20°C bis +60°C |
| Anschluss | Steck-/Schraubklemmen und Systemsteckbuchsen |
| Luftschallemission | max. 70 dB (A) |
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zusätzliche Beschläge
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- VU wie V-Beschlag, mit untenliegender Torsionsfederwelle
- JU wie VU-Beschlag mit bis 3 m Breite
- (WG wie) VU-Beschlag mit steiler Laufschiene
- HU wie H-Beschlag mit untenliegender Torsionsfederwelle
- (AU wie) HU-Beschlag bis 3 m Breite
- (RG wie) HU-Beschlag mit steiler Laufschiene
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Tabelle 1: Technische Daten Wellentorantriebstypen
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Durch diese Zuordnung wird für jeden der unterschiedlichen Torbeschläge 24, 56, 58, 60 ein bestimmtes Antriebsgetriebe 52A, 52B, 52C, 52D verwendet.
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Unterscheiden sich bei den einzelnen Torbeschlägen 56, 58 aufgrund von anderen Tormaßen und der deswegen zu verändernden Durchmesser der Seiltrommel 36 die Torgetriebeübersetzungen der Torgetriebe 18 innerhalb der oben erläuterten Torblattwegstrecke von 50 mm vor der Schließendstellung, sind auch unterschiedliche Antriebsgetriebe 52C oder 52D (in dem dritten Wellentorantrieb WA300C oder dem vierten Wellentorantrieb WA300D) zu verwenden.
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Der Wellentorantrieb 20 wird somit abhängig von dem Torbeschlag 24, 56, 58, 60 und insbesondere abhängig von der Übersetzung des Torgetriebes 18 ausgewählt und eingesetzt. Eine Übersicht über die einzelnen Beschläge, die Tormaße sowie die nahe der Schließendstellung wirkenden Wirkdurchmesser der Seiltrommel und die Übersetzung der als Kettenadapter ausgeführten Abtriebsmodule A, B, C, D ist in der Tabelle 2 wiedergegeben. Dabei sind die Drehzahlen eines herkömmlichen Wellentorantriebes WA400, wie er früher eingesetzt worden ist, zu den Drehzahlen der Wellentorantriebe 20 aus der Gruppe von Wellentorantrieben WA300 in Vergleich gesetzt. In den ganz rechten letzten vier Spalten ist dann der bei dem jeweils durch Beschlag und Wellentorantrieb sich ergebende Torblattweg pro Umdrehung der Motorwelle in Millimeter angegeben, außerdem sind die Anzahl der Umdrehungen
bei 50 mm Torblattweg und die Torblattgeschwindigkeiten bei zwei einstellbaren Geschwindigkeiten des Motors des Motormoduls 50 wiedergegeben.
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Es zeigt sich, dass durch die Auswahl der passenden Antriebsgetriebe 52A, 52B, 52C, 52D zu dem jeweiligen Torbeschlag und somit zu der Übersetzung des jeweiligen Torgetriebes 18 ein Torblattweg von ungefähr 2 mm pro Umdrehung der Motorwelle als Richtwert erreichbar ist. Größere Abweichungen ergeben sich lediglich in Grenzfällen, wobei auch hier die Abweichung weniger als 25% zu diesem Richtwert von 2 mm pro Umdrehung der Motorwelle beträgt. Es ergibt sich auch, dass
bei einer Strecke von 50 mm Torblattweg ungefähr 25 Umdrehungen der Motorwelle durchzuführen sind.
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Insofern bleibt das Gesamtübersetzungsverhältnis zwischen Motorwelle des Elektromotors des Motormoduls 50 und dem Weg des Torblattes 12 innerhalb der jeweils interessierenden Torblattwegstrecke ungefähr gleich. Dies erleichtert die Überwachung und Steuerung des automatisch angetriebenen Tores 10, da die tatsächlich im Bereich der interessierenden Torblattwegstrecke durchgeführte Torblattbewegung ohne gesondertes Eingeben des Übersetzungsverhältnisses sofort an der Motorwelle erkennbar ist.
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In bekannter Weise ist die Bewegung der Motorwelle an dem Elektromotor selbst erfassbar. Hierzu ist in dem Elektromotor ein Hallgeber vorgesehen, der als Impulsgeber die Drehung der Motorwelle erfasst.
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In den 10 bis 12 ist noch eine Sicherungseinrichtung 70 zum Erfassen einer Gefahr, dass das Torblatt 12 auf ein Hindernis aufläuft, dargestellt. Die Sicherungseinrichtung 70 ist beispielsweise als Schließkantensicherung 72 ausgebildet. Die Schließkantensicherung 72 weist ein an der unteren Schließkante 74 des Torblattes 12 zu befestigendes flexibles Profil 76 auf, wobei eine Lichtschranke 78 zum Erfassen eines Zusammendrückens dieses flexiblen Profils 76 vorgesehen ist. Wird ein solches Zusammendrücken durch die Lichtschranke erkannt, so wird ein Signal an eine nicht näher dargestellte Steuerung gesandt, die sofort den Motor des Motormoduls 50 außer Betrieb setzt und einige Male in umgekehrter Richtung umdrehen lässt.
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Wenn allerdings das Torblatt in die Schließendstellung einfährt, dann soll dieses Einfahren auch mit gewisser Kraft möglich sein, damit die Schließendstellung sicher erreicht wird und das Torblatt zugehalten wird. Daher sollte kurz vor der Schließendstellung die Schließkantensicherung 70 nicht mehr aktiv sein. Die Torblattwegstrecke vor der Schließendstellung, innerhalb der kein Abschalten und kein Reversieren erfolgt, sollte maximal 50 mm betragen, damit eingeklemmte Hindernisse größer als 50 mm sicher erkannt werden können. Die Grenze, ab der keine Reversierung mehr erfolgt, wird oft auch Reversiergrenze genannt.
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Die Steuerung ist derart ausgebildet, dass sie diese Sicherungseinrichtung 70 im Verlauf einer Schließbewegung bei Überfahren der Reversiergrenze abschaltet. Diese Reversiergrenze von beispielsweise max. 50 mm von der unteren Schließendstellung aus gesehen wird durch die Steuerung aufgrund des festen Übersetzungsverhältnisses zuverlässig allein über die Motorwellendrehung berechnet, da das Übersetzungsverhältnis zu dem Torblattweg in diesem Torblattwegstreckenbereich ungefähr festgelegt ist. Das gleichzeitige Einlernen der Reversiergrenze zusammen mit dem Einlernen der Schließendlage ist leicht programmierbar. Hierzu wird lediglich der Richtwert für das Übersetzungsverhältnis hinzugezogen. In der Tabelle 2 ist z. B. für jedes Beispiel die Anzahl der Umdrehungen für diese 50 mm Torblattweg angegeben. Diese liegt für alle bei größer als 20 Motor-Umdrehungen. Wenn man demnach die Reversiergrenze derart vorgibt, dass sie bei etwa 20 Motor-Umdrehungen vor der Schließendstellung definiert wird, dann ist diese Reversiergrenze bei allen Toren entsprechend genügend genau vorgegeben, ohne dass man sie gesondert programmieren oder einlernen müsste.
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Dieser Anwendungsfall ist ein Bespiel dafür, dass das vorherige Bekanntsein der Übersetzung zwischen Torblattweg und Motordrehung besondere Vorteile für die Steuerung und Überwachung des Tores 10 hat.
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Die Erfindung schafft somit insbesondere ein Herstellverfahren zum Herstellen eines automatisch angetriebenen Tores (10), welches ein Torblatt (12), eine Torwelle (16), ein Torgetriebe (18), mittels welchem das Torblatt (12) derart an die Torwelle (16) angeschlossen ist, dass sich die Torwelle (16) bei Bewegung des Torblattes dreht und dass sich das Torblatt bei Drehung der Torwelle (16) bewegt, und einen an die Torwelle (16) zum Antreiben derselben angeschlossenen Wellentorantrieb (20) aufweist, mit den Schritten:
Bereitstellen und Montage des Tores mit Torwelle (16) und Torgetriebe (18),
Bereitstellen eines Wellentorantriebes (20), der einen Elektromotor und eine durch den Elektromotor über ein schlupffreies Antriebsgetriebe (52A, 52B, 52C, 52D) antreibbare Abtriebswelle (54) aufweist, die an die Torwelle anschließbar ist, wobei das Antriebsgetriebe (52A, 52B, 52C, 52D) in der Antriebsgetriebeübersetzung (i) stufenweise wählbar einstellbar ist, Auswahl der Antriebsgetriebeübersetzung (i) in Abhängigkeit von dem jeweiligen Torgetriebe (18) derart, dass zumindest nahe der Schließendstellung der Weg des Torblattes (12) pro Umdrehung des Elektromotors bei unterschiedlichen Torgetrieben (18) derart im Wesentlichen konstant ist, dass er im Toleranzbereich von ±25%, vorzugsweise von ±15% um einen konstanten Richtwert liegt oder dass er in einem vorbestimmten Toleranzwert unterhalb eines maximalen konstanten Obergrenzen-Richtwerts liegt.
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Tabelle 2: Drehzahlen Motorwelle bei verschiedenen Beschlägen
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In der Tabelle 2 sind unter anderem H-Beschläge für höhergeführte Sektionaltore und V-Beschläge für reine Hubtore (die oft auch ein Sektionaltorblatt aufweisen, welches aber rein vertikal geführt wird) angeführt. Diese Torbeschläge haben konische Seiltrommeln. Demnach kann man für das Torgetriebe nicht von einem festen Übersetzungsverhältnis sprechen. Bei den höhergeführten Torbeschlägen (H-Beschläge) gibt es einen zylindrischen Seiltrommelbereich und einen konischen Seiltrommelbereich. Für diese Beschläge gilt ein festes Übersetzungsverhältnis nur für den zylindrischen Teil der Seiltrommel, der in dem Bereich des Torblattweges zum Aufwickeln benutzt wird, wenn das Torblatt einen vertikalen Führungsschienenverlauf verlässt und das oberste Paneel in eine horizontale Bewegung übergeht. Bei den Vertikal-Beschlägen (V-Beschläge, reines Hubtor), gibt es gar kein festes Übersetzungsverhältnis.
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Bei diesen Torbeschlägen mit sich über dem Torblattweg änderndem Übersetzungsverhältnis ist die Idee der bekannten Übersetzung insbesondere für eine Torblattwegstrecke interessant, die an einem Ende durch die Schließendstellung abschließt und sich von dieser mindestens 50 mm in Richtung Öffnungsendstellung erstreckt. Innerhalb dieses Bereichs der Torblattwegstrecke wäre die Reversiergrenze festzulegen, die sich nach DIN EN 13241 maximal 50 mm von der Schließendstellung weg befinden darf.
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Die Antriebsübersetzungen sind so gewählt, dass genau im Bereich der Torstellung „TOR ZU” annähernd identische Gesamtübersetzungsverhältnisse herrschen, wenn die Seiltrommel mit dem maximalen Seiltrommeldurchmesser ausgewählt ist. Bei den H-Beschlägen wird die Seiltrommel mit dem maximalen Seiltrommeldurchmesser eingesetzt, wenn es sich um ein Tor mit maximaler Höherführung handelt. Bei den V-Beschlägen wird die Seiltrommel mit maximalen Seiltrommeldurchmesser eingesetzt, wenn es sich um ein Tor mit maximal möglicher Torhöhe handelt. Bei Toren mit geringerer Höherführung wird ein H-Beschlag mit kleinerem Seiltrommeldurchmesser eingesetzt, und bei Hubtoren mit kleinerer Torhöhe wird ein V-Beschlag mit kleinerem Seiltrommeldurchmesser eingesetzt. Wird demnach die Höherführung bei H-Beschlägen oder die Torhöhe bei V-Beschlägen geringer, dann passt die für den maximalen Seiltrommeldurchmesser bestimmte Gesamtübersetzung bei diesen Torbeschlägen weniger, auch bei der Torstellung „TOR ZU”. Wird demnach die Reversiergrenze anhand der vorbestimmten Gesamtübersetzung bestimmt, verschiebt sich diese bei abweichender Gesamtübersetzung. Wird der Richtwert allerdings bei dem größten Seiltrommeldurchmesser berechnet, verschiebt sich die Reversiergrenze gegenüber dem bei Richtwert berechneter Reversiergrenze allerdings immer in die sichere Richtung auf die Stellung „TOR ZU” zu, da der Seiltrommeldurchmesser nur kleiner werden kann.
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Bei dem Beispiel von Tabelle 2 würde beispielsweise die Reversiergrenze auf 20 Umdrehungen von der Stellung „TOR ZU” in Öffnungsrichtung eingestellt. Bei allen aufgeführten Toren werden mehr als 20 Umdrehungen benötigt, um 50 mm Torweg durchzufahren. Daher stellt dies sicher, dass bei Einlernen der Stellung „TOR ZU” ohne weiteren Einlern- oder Programmiervorgang automatisch eine berechnete Reversiergrenze eingestellt wird, die kleiner als 50 mm ist.
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Aus der Tabelle 2 kann man entnehmen, dass alle Gesamtübersetzungen, gemessen in Torblattweg in mm pro Umdrehung des Motors, in einem Toleranzbereich von 40% und die meisten der Gesamtübersetzungen in einem Toleranzbereich von 30% unterhalb eines maximalen Obergrenzen-Richtwerts von 2,5 mm/Umdrehung liegen.
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Bei Torbeschlägen, die über den gesamten Torblattweg ein annähernd gleiches Übersetzungsverhältnis des Torgetriebes liefern, wie z. B. der in 1 gezeigte Normalbeschlag sowie der in den 7, 8 und 9 gezeigte Beschlag, lässt sich bei dem durch Auswahl der passenden Getriebestufe im Torantrieb eingestellten festen Übersetzungsverhältnis von vorneherein über den gesamten Torblattweg die Lage des Torblattes anhand der Umdrehungszahl des Elektromotors ohne weitere Programmierungen feststellen. Dies kann bei einem Torsystem, welches nur derartige Beschläge nutzt, außer für die Berechnung und Voreinstellung der Reversiergrenze noch für weitere Steuerungs- und Überwachungsaufgaben verwendet werden.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Tor
- 12
- Torblatt
- 14
- Zarge
- 16
- Torwelle
- 18
- Torgetriebe
- 20
- Wellentorantrieb
- 22
- Paneele
- 24
- erster Torbeschlag
- 26
- Führung
- 28
- Führungsschiene
- 30
- Rollen
- 32
- Gewichtsausgleichseinrichtung
- 34
- Torsionsfeder
- 36
- Seiltrommel
- 40
- Seil
- 42
- horizontaler Verlauf
- 44
- bogenförmiger Verlauf
- 46
- vertikaler Verlauf
- 48
- schwenkbarer Rollenhalter
- 50
- Motormodul
- 52A
- erstes Antriebsgetriebe
- 52B
- zweites Antriebsgetriebe
- 52C
- drittes Antriebsgetriebe
- 52D
- viertes Antriebsgetriebe
- 54
- Abtriebswelle
- 56
- zweiter Torbeschlag
- 58
- dritter Torbeschlag
- 60
- vierter Torbeschlag
- 62
- Kette
- 64
- Wellenstück
- 66
- Kettenerfassungsbereich
- 70
- Sicherungseinrichtung
- 72
- Schließkantensicherung
- 74
- Schließkante
- 76
- flexibles Profil
- 78
- Lichtschranke
- A
- erstes Abtriebsmodul
- B
- zweites Abtriebsmodul
- C
- drittes Abtriebsmodul
- D
- viertes Abtriebsmodul
- WA300A
- erster Wellentorantrieb
- WA300B
- zweiter Wellentorantrieb
- WA300C
- dritter Wellentorantrieb
- WA300D
- vierter Wellentorantrieb
- i
- Antriebsgetriebeübersetzung