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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Lastverteilelement für eine Ankeranordnung, die Bestandteil eines Fundaments für eine Windkraftanlage ist. Eine oder mehrere solcher Ankeranordnungen können einen ringförmig geschlossenen Ankerkorb bilden und in eine Vergussmasse des Fundaments eingegossen werden. Auf ein solches Fundament kann anschließend ein rohrförmiger Turm einer Windkraftanlage aufgestellt werden. Dabei wird der Fußabschnitt des Turms auf das Lastverteilelement aufgesetzt und mit diesem verbunden, beispielweise über einen am Fußabschnitt des Turms vorhandenen Turmflansch. Die aufgrund der Höhe des Turms notwendige Stabilität des Fundaments wird auf diese Weise sichergestellt.
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Die
EP 1 381 775 B1 betrifft ein Verfahren zur Errichtung einer Windkraftanlage. Dort wird vorgeschlagen nach Errichtung des Fundaments die Leistungsmodule, wie Transformator, Schaltschränke usw. auf dem Fundament zu platzieren und erst danach den Turm zu errichten, so dass die Leistungsmodule innerhalb des Turms angeordnet sind. Die Stützfüße des die Leistungsmodule aufweisenden Trägers werden dabei auf vorpositioniert Platten auf dem Turmfundament aufgestellt. Diese Platten werden beim Gießen des Fundaments an bestimmten Positionen eingelassen und mit dem Fundament fixiert. Die Platten werden dabei zunächst über Haltearme fixiert, wobei die Haltearme nach dem Gießen und Aushärten des Betons entfernt und wiederverwendet werden können. Diese Vorgehensweise erfordert einen relativ hohen Montageaufwand auf der Baustelle.
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Ein Ankerkorb für ein Fundament einer Windkraftanlage ist beispielsweise aus
EP 1 767 705 B1 bekannt. Der Ankerkorb weist ein ringförmige Ankerteil und ein ringförmiges Lastverteilelement auf, die über eine Vielzahl von Ankerbolzen miteinander verbunden sind. Dieser Ankerkorb wird vor Ort zur Gründung des Fundaments in Beton eingegossen. Anschließend kann der Fußabschnitt des Turmes der Windkraftanlage mit dem Fundament verbunden werden.
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Aus
DE 20 2009 015 344 U1 ist außerdem eine Vorrichtung zur Gründung eines Fundamentskörpers für eine Windkraftanlage bekannt. Ein ringförmig geschlossener Lastverteilring besteht dort aus sechs Lastverteilelementen, die jeweils ein Segment des Lastverteilrings darstellen.
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Ausgehend hiervon kann es als eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen werden, ein verbessertes Lastverteilelement bzw. eine verbesserte Ankeranordnung zu schaffen, um den Aufwand für das Errichten einer Windkraftanlage zu reduzieren.
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Diese Aufgabe wird durch ein Lastverteilelement mit den Merkmalen des Patentanspruches 1, eine Ankeranordnung mit den Merkmalen des Patentanspruches 10 sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Fundaments mit den Merkmalen des Patentanspruches 15 gelöst.
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Bei der vorliegenden Erfindung dient das Lastverteilelement für eine Ankeranordnung nicht nur zum Aufsetzen des Fußabschnitts des Turms der Windkraftanlage, sondern auch zum Anordnen oder Anbringen wenigstens einer weiteren Komponente, die innerhalb des Turms der Windkraftanlage aufgestellt werden soll. Hierfür weist das Lastverteilelement einen bogenförmigen Flanschabschnitt auf, der Befestigungslöcher enthält, um Ankerbolzen einer Ankeranordnung mit dem Lastverteilelement zu verbinden. Dieser bogenförmige Flanschabschnitt dient auch zum Aufsetzen des Fußabschnitt des Turms, beispielsweise zum Aufsetzen eines Turmflanschs, der mit dem Lastverteilelement verbunden und insbesondere verschraub werden kann. Hierfür dienen vorzugsweise die Ankerbolzen der Ankeranordnung.
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An der Bogeninnenseite des Flanschabschnitts ragt wenigstens eine Lasche quer zum Flanschabschnitt weg. Die Lasche dient als Aufstellmittel für eine Komponente der Windkraftanlage, die innerhalb des rohrförmigen Turms anzuordnen ist. Beispielsweise kann die Lasche an ihrer Oberseite eine Aufstellfläche für eine solche Komponente aufweisen. Ein zum Aufsetzen des Turms eine Windkraftanlage gebildeter Lastverteilring mit einem oder mehreren erfindungsgemäßen Lastverteilelementen stellt somit nicht nur einen ringförmigen Bereich zum Anbringen des Fußabschnitts des Turms bereit, sondern stellt des weiteren Aufstellmittel in Form von einer und vorzugsweise mehreren Laschen zur Verfügung, an denen im rohrförmigen Turm der Windkraftanlage weitere Komponenten angeordnet werden können. Beispielweise kann mit der wenigstens einen Lasche ein Gestell verbunden werden, das elektrische Bestandteile der Windkraftanlage trägt, wie zum Beispiel einen Transformator. Separate Einrichtungen zum Aufstellen oder Befestigen solcher Komponenten innerhalb des Turms der Windkraftanlage sind nicht notwendig. Die Laschen können sehr einfach und kostengünstig beim Herstellen des Lastverteilelements, das vorzugsweise aus einem Stahlblech hergestellt ist, vorgesehen werden. Das Lastverteilelement kann aus einem Stahlblech herausgestanzt oder herausgeschnitten werden, beispielsweise auch durch Brennschneiden. Die Laschen sind unlösbar mit dem Flanschabschnitt verbunden und bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel integraler Bestandteil des Lastverteilelements. Das heißt, dass die Laschen bei dieser bevorzugten Ausführungsform ohne Trennstelle oder Fügestelle in den Flanschabschnitt übergehen und die Laschen und der Flanschabschnitt aus einem einheitlichen Material bestehen. Nachträgliche Fügeverbindungen durch Kleben, Schweißen oder dergleichen zum Verbinden der wenigstens einen Lasche mit dem Flanschabschnitt können entfallen.
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Vorzugsweise weist die Lasche an ihrer Oberseite eine Aufstellfläche auf, die stufen- und/oder kantenlos in die Oberfläche des Flanschabschnitts übergeht. Insbesondere ist das gesamte Lastverteilelement aus einem einheitlich dicken Stahlblech hergestellt und weist eine Oberseite oder einer Unterseite auf, die im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen.
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An der wenigstens einen Lasche des Lastverteilelements kann ein Verbindungsmittel vorhanden sein. Das Verbindungsmittel dient zum Befestigen der im Turminneren anzuordnenden Komponente mit der Lasche. Bei einer sehr einfach herzustellenden Ausführungsform des Lastverteilelements dient als Verbindungsmittel wenigstens ein Verbindungsloch, das insbesondere ein Innengewinde aufweisen kann. Das Verbindungsloch kann beispielsweise an der Aufstellfläche ausmünden und über eine Schraubverbindung mit der Komponente im Inneren des Turms verbunden werden. Alternativ oder zusätzlich hierzu können auch andere Verbindungsmittel, wie Bolzen, Haltebügel, Rastmittel und/oder Klemmmittel an der Lasche angeordnet werden.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist der Flanschabschnitt eine ringförmige oder ringsegmentförmige Gestalt auf. Vorzugsweise ist der Flanschabschnitt in Form eines Halbrings gestaltet. Ein geschlossener Lastverteilring kann durch mehrere Lastverteilelemente gebildet werden. Dabei weisen zumindest einige der Lastverteilelemente Laschen auf. In Umfangsrichtung gesehen sind die Laschen voneinander beabstandet, insbesondere regelmäßig beabstandet, wobei zwischen den Laschen ein Freiraum vorhanden ist. Dadurch wird der Materialaufwand für das Lastverteilelement gering gehalten.
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Mithilfe einer oder mehrerer erfindungsgemäßer Lastverteilelemente kann eine Ankeranordnung für ein Fundament einer Windkraftanlage vormontiert und am Aufstellungsort der Windkraftanlage in eine Vergussmasse, vorzugsweise Ortbeton, zur Herstellung des Fundament eingegossen werden. Die vormontierte Ankeranordnung weist mehrere Ankerbolzen auf, die jeweils mit einem unteren Ende mit einem Ankerteil verbunden sind. Das entgegengesetzte obere Ende der Ankerbolzen trägt einen Gewindeabschnitt. Über diesen Gewindeabschnitt sind zumindest einige der Ankerbolzen mit dem Lastverteilelement verbunden. Alle Ankerbolzen ragen durch jeweils ein Befestigungsloch im Flanschabschnitt des Lastverteilelements. Das Lastverteilelement ist mit einem Teil der Ankerbolzen insbesondere durch eine Schraubverbindung lösbar verbunden. Vorzugsweise sind auf alle Gewindeabschnitte der Ankerbolzen jeweils zwei Muttern aufgeschraubt, zwischen denen das Lastverteilelement lösbar gehalten wird. Zur Vermeidung von Beschädigungen des Gewindeabschnitts sind zwischen dem Gewindeabschnitt und dem Lastverteilelement und insbesondere in den Befestigungslöchern Hülsen, vorzugsweise Kunststoffhülsen, eingesteckt. Bei der Handhabung des Lastverteilelements schützen diesen den Gewindeabschnitt der Ankerbolzen vor Beschädigungen. In diesem vormontierten Zustand kann die Ankeranordnung zur Baustelle transportiert und dort einfach und schnell ausgerichtet und in eine Vergussmasse eingegossen werden. Nach dem Aushärten der Vergussmasse bilden die Laschen der Ankeranordnung ein Aufstellmittel für Komponenten der Windkraftanlage innerhalb des rohrförmigen Turms. Zusätzliches Montieren solcher Aufstellmittel entfällt.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüche sowie der Beschreibung. In der Beschreibung werden bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung erläutert. Die Beschreibung beschränkt sich daher auf wesentliche Merkmale der Erfindung. Die Zeichnung ist ergänzend heranzuziehen. Es zeigen:
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1 eine schematische geschnittene Seitenansicht eines Fundaments für eine Windkraftanlage sowie einen Fußabschnitt eines Turmes der Windkraftanlage,
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2 ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer Ankeranordnung mit halbringförmigem Ankerteil und halbringförmigen Lastverteilelement in perspektivischer Darstellung,
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3 Verbindungsmittel in Form einer Schraubverbindung zwischen einem Ankerbolzen und dem Lastverteilelement in vormontiertem Zustand der Ankeranordnung,
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4 ein Lastverteilring aus zwei halbringförmigen Lastverteilelementen gemäß dem Ausführungsbeispiel der Ankeranordnung nach 2 in perspektivischer Darstellung und
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5 eine schematische Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel einer Lasche des Lastverteilelements gemäß der 2 und 4.
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1 zeigt schematisch in geschnittener Seitenansicht einen Fußabschnitt 10 eines Turmes einer Windkraftanlage, der auf einem Fundament 11 befestigt ist. Der obere Teil des Turmes, die Gondel und die Rotorblätter der Windkraftanlage sind nicht dargestellt. Der Fußabschnitt 10 weist einen rohrförmigen Teil 12 auf, an dessen unterem Ende ein Turmflansch 13 vorhanden ist. Mit dem Turmflansch 13 ist der Fußabschnitt 10 und mithin der Turm der Windkraftanlage mit Fundament 11 verbunden, beispielsweise verschraubt.
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Das Fundament 11 weist einen Ankerkorb 17 auf, der aus wenigstens einer Ankeranordnung 18 gebildet ist. Beim Ausführungsbeispiel ist der Ankerkorb 17 kreisringförmig geschlossen und weist eine hohlzylindrische Gestalt auf. Beispielsgemäß ist er aus mehreren Ankeranordnungen 18 gebildet, die jeweils ein Segment des hohlzylindrischen Ankerkorbes 17 bilden. Bei dem hier beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiel weist der Ankerkorb 17 zwei Ankeranordnungen 18 auf, die jeweils die Form eines halben Hohlzylinders haben. Eine bevorzugte Ankeranordnung 18 ist in 2 dargestellt.
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Die Ankeranordnung 18 weist ein Ankerteil 19, ein Lastverteilelement 20 und mehrere Ankerbolzen 21 auf. Das Ankerteil 19 und das Lastverteilelement 20 verlaufen beim Ausführungsbeispiel bogenförmig, wobei sich der Bogen über etwa 180° erstreckt. Das Ankerteil 19 und das Lastverteilelement 20 bilden mithin Halbringe, wobei jeweils zwei Ankerteile 19 einen Ankerring 22 und zwei Lastverteilelemente 20 einen Lastverteilring 23 bilden, wie dies schematisch in 2 bzw. 4 veranschaulicht ist. Es versteht sich, dass in Abwandlung zum dargestellten bevorzugten Ausführungsführungsbeispiel sowohl der Ankerring 22, als auch der Lastverteilring 23 in mehr als zwei Segmente unterteilt werden kann, so dass entsprechend mehr als zwei Ankerteile und mehr als zwei Lastverteilelemente 20 den jeweiligen Ring 22, 23 bilden. Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel sind alle Ankeranordnungen 18 eines Ankerkorbs 17 identisch ausgeführt.
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Das Ankerteil 19 und das Lastverteilelement 20 sind vorzugsweise aus Stahlblech hergestellt. Die Oberseite 24 des Lastverteilelements 20 ist parallel zur Unterseite 25 des Lastverteilelements 20 orientiert. Das Lastverteilelement 20 weist eine im Wesentlichen konstante Dicke auf. Dasselbe gilt auch für das Ankerteil 19.
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Der vormontierte Zustand der Ankeranordnung 18 ist in den 2 und 3 veranschaulicht. Die Ankerbolzen 21 verbinden dabei das Ankerteil 19 mit dem Lastverteilelement 20. Die Ankerbolzen 21 haben eine stabförmige Gestalt und weisen alle dieselbe Länge auf. Beim bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die Ankerbolzen 21 in zwei Reihen in Verlaufsrichtung des Ankerteils 19 bzw. des Lastverteilelements 20 gesehen nebeneinander angeordnet. Eine erste Reihe von Ankerbolzen 21 ist entlang eines ersten Kreisbogenabschnitts und eine zweite Reihe von Ankerbolzen 21 entlang eines zweiten Kreisbogenabschnitts angeordnet. Die Anzahl der Ankerbolzen 21 pro Reihe ist vorzugsweise gleich groß. Die beiden Kreisbogensegmente entlang der die beiden Reihen von Ankerbolzen 21 angeordnet sind, sind konzentrisch zueinander und konzentrisch zur Innenkante 30 und zur Außenkante 31 des Lastverteilelements 20 sowie des Ankerteils 19 angeordnet. In vormontiertem Zustand erstrecken sie Ankerbolzen 21 im Wesentlichen rechtwinklig zu dem Ankerteil 19 und dem Lastverteilelement 20.
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In vormontiertem Zustand sind die Ankerbolzen 21 am Ankerteil 19 befestigt, beispielsweise durch eine Schraubverbindung. Dabei können die Ankerbolzen 21 mit einem gewissen Bewegungsspiel mit dem Ankerteil 19 verbunden sein, so dass sich ihre Längsachsen in einem gewissen Bereich ausrichten lassen. Jeder Ankerbolzen 21 ist mit seinem unteren Ende 32 mit dem Ankerteil 19 verbunden. Ausgehend vom unteren Ende 32 ragt der Ankerbolzen 21 vom Ankerteil 19 weg zu seinem oberen Ende 33 hin. Im Anschluss an das obere Ende 33 weist der Ankerbolzen einen Gewindeabschnitt 34 mit einem Außengewinde 35 auf. Über jeweils ein Verbindungsmittel 36 ist jeder Ankerbolzen 21 in vormontiertem Zustand der Ankeranordnung 18 mit dem Lastelement 20 verbunden. Zur Herstellung dieser Verbindung weist das Verbindungsmittel eine erste Mutter 37 und eine zweite Mutter 38 auf. Der Gewindeabschnitt 34 jedes Ankerbolzens 21 wird durch ein zugeordnetes Befestigungsloch 39 im Lastverteilelement 20 hindurch gesteckt. Die beiden Muttern 37, 38 sind auf beiden Seiten des Lastverteilelements 20 im Bereich des Befestigungslochs 39 angeordnet, so dass das Lastverteilelement 20 zwischen jeweils zwei Muttern 37, 38 an jedem Ankerbolzen 21 gehalten ist. Die beiden Muttern 37, 38 schließen mithin das zugeordnete Befestigungsloch 39 zu beiden Seiten ab.
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Zum Schutz des Außengewindes 35 ist im Befestigungsloch 39 eine Hülse 40, insbesondere eine Kunststoffhülse angeordnet. Der Außendurchmesser der Hülse 40 entspricht im Wesentlichen dem Innendurchmesser des Befestigungslochs 39, so dass die Hülse 40 kraftschlüssig und/oder reibschlüssig in das Befestigungsloch 39 eingesetzt werden kann. Die axiale Länge der Hülse 40 entspricht maximal der axialen Länge des Befestigungslochs 39, so dass die Hülse 40 vollständig im Befestigungsloch 39 aufgenommen werden kann.
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In 4 sind zwei einen Lastverteilring 23 bildende Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Lastverteilelements 20 dargestellt. Das Lastverteilelement 20 weist einen bogenförmigen Flanschabschnitt 45 auf, in den die Befestigungslöcher 39 eingebracht sind. Wie bereits erläutert, verlaufen die Befestigungslöcher 39 im Flanschabschnitt 45 in zwei konzentrischen Reihen entlang von zwei konzentrischen Kreisbogenabschnitten. Die Befestigungslöcher 39 sind in jeder Reihe gleichmäßig verteilt in Verlaufsrichtung des Flanschabschnitts 45 angeordnet, die der Umfangsrichtung U des Lastverteilrings 23 entspricht. Von der Innenkante 30 ragt an jedem Lastverteilelement 20 wenigstens eine Lasche 46 weg. Beim Ausführungsbeispiel sind an jedem Lastverteilelement 20 des Lastverteilrings 23 zwei Laschen 46 angeordnet. Die Laschen 46 sind in Umfangsrichtung U des Lastverteilrings 23 regelmäßig verteil angeordnet. Die Anzahl der Laschen 46 des Lastverteilrings 23 kann variieren. Vorzugsweise sind wenigstens drei Laschen 46 an einem Lastverteilring 23 vorgesehen. In Abwandlung zur Darstellung nach 4 besteht auch die Möglichkeit, einen Lastverteilring 23 aus verschiedenartigen Lastverteilelementen 20 zusammenzusetzen, wobei nur ein Teil der Lastverteilelemente 20 vom Flanschabschnitt 45 radial nach innen wegragende Laschen 46 aufweist.
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Zwischen den Laschen 46 verläuft die Innenkante 30 des Lastverteilelements parallel zur Außenkante 31. Die wenigstens eine Lasche 46 stellt ein Aufstellmittel 47 für eine im Inneren des rohrförmigen Turms der Windkraftanlage anzuordnende bzw. aufzustellende Komponente 48 der Windkraftanlage dar. Die Komponente 48 kann beispielsweise ein Gestell 49 oder ein Träger sein, an dem mechanische und/oder elektrische Mittel wie ein Transformator, ein Schaltschrank, Spannungsverteilungsmittel und andere Anlagenteile angeordnet werden können. Diese Anlagenteile wurden bisher entweder in separaten Containern neben dem Turm der Windkraftanlage untergebracht oder alternativ über separate Tragplatten im Fundament 11 der Windkraftanlage innerhalb des Turmes angeordnet. Durch die an den Lastverteilelementen 20 vorgesehen Laschen 46 als Aufstellmittel 47 entfallen separate Einrichtungen zum Aufstellen und Befestigen von Komponenten 48. Wie in 1 schematisch angedeutet, kann ein Gestell 49 zum Anordnen von elektrischen und/oder mechanischen Anlagenteilen innerhalb des Turmes durch die Laschen 46 abgestützt bzw. getragen werden. Dies vereinfacht den Aufbau der Windkraftanlage vor Ort. Separate Tragplatten am Fundament können entfallen. Durch das Ausrichten der Lastverteilelemente 20 bei der Montage der Windkraftanlage werden automatisch auch die Laschen 46 ausgerichtet.
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Die Oberseite 50 der Lasche 46 dient beispielsgemäß als Aufstellfläche 51 für die Komponente 48 bzw. das Gestell 49. Die Aufstellfläche 51 wird durch den Fußabschnitt 12 des Turmes der Windkraftanlage und insbesondere den Turmflansch 13 nicht abgedeckt und ist im Inneren des Turmes zugänglich. Auf die Aufstellfläche 51 kann die Komponente 48 im Inneren des Turmes aufgestellt werden. Durch die horizontale Ausrichtung des Lastverteilelements 20 ist auch die Aufstellfläche 51 der Lasche 46 horizontal ausgerichtet und ermöglicht ein einfaches Aufstellen einer Komponente 48.
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Bei der bevorzugten Ausführungsform des Lastverteilelements 20 ist an der wenigstens einen Laschen 46 jeweils ein Verbindungsmittel 55 vorgesehen. Als Verbindungsmittel 55 dient beim Ausführungsbeispiel wenigstens ein und insbesondere mehrere Verbindungslöcher 56, die vorzugsweise ein Innengewinde aufweisen. Die Komponente 48 bzw. das Gestell 49 kann auf diese Weise sehr leicht mit der Lasche 46 lösbar verbunden werden. Es versteht sich, dass zusätzlich oder alternativ zu den Verbindungslöchern 56 mit Innengewinde auch andere Verbindungsmittel 55 vorhanden sein können. Beispielsweise können Verbindungszapfen mit Außengewinde und/oder Rastmittel und/oder Klemmmittel an der Lasche 46 vorgesehen sein.
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Wie dies insbesondere in den 4 und 5 zu erkennen ist, erstreckt sich die Lasche 46 in derselben Ebene wie der Flanschabschnitt 45. Beim Ausführungsbeispiel geht die Aufstellfläche 51 stufenlos und insbesondere auch kantenlos in die Oberfläche des Flanschabschnitts 45 über. Die Dicke der Lasche 46 entspricht der Dicke des Flanschabschnitts 45. Vorzugsweise weist das gesamte Lastverteilelement 20 eine einheitliche Dicke auf. In Draufsicht auf die Aufstellfläche 51 hat die Lasche 46 eine in etwa dreieckförmige Kontur. Es versteht sich, dass die Kontur der Lasche 46 variieren kann und insbesondere angepasst werden kann, an den mit der Lasche 46 zu verbindenden Teil der Komponente 48. Auch die Größe der Aufstellfläche 51 kann variieren. Beim Ausführungsbeispiel weist die Aufstellfläche 51 zumindest einige Quadratzentimeter auf.
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Die Herstellung des Fundaments 11 wird nachfolgend beschrieben.
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Zunächst wird die wenigstens eine Ankeranordnung 18 des Ankerkorbs 17 vormontiert. Dabei werden die Ankerbolzen 21 mit dem Ankerteil 19 verbunden. Anschließend wird die erste Mutter 37 auf den Gewindeabschnitt 34 jedes Ankerbolzens 21 aufgeschraubt. In die Befestigungslöcher 39 wird jeweils eine Hülse 40 eingesetzt. Das Lastverteilelement 20 wird auf die Ankerbolzen 21 aufgesteckt, so dass jeder Gewindeabschnitt 34 einen Ankerbolzens 21 durch die Hülse 40 in einem zugeordneten Befestigungsloch 39 im Flanschabschnitt 45 hindurchragt. Im Anschluss daran wird die zweite Mutter 38 aufgeschraubt, so dass das Lastelement 20 wie auch die Hülsen 40 zwischen den beiden Muttern 38, 38 gesichert ist. Diese Vormontage der Ankeranordnung 18 kann in einer Werkstatt oder einer Montagehalle erfolgen.
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Im Anschluss daran werden die vormontierten Ankeranordnungen 18 zum Aufstellungsort der Windkraftanlage transportiert. Dadurch, dass der Ankerkorb 17 in mehrere Ankeranordnungen 18 unterteilt ist, ist der Transport vereinfacht, bzw. überhaupt erst möglich. Auf der Baustelle sind eine Fundamentgrube und/oder eine Verschalung vorhanden, in die die den Ankerkorb 17 bildenden Ankeranordnungen 18 eingesetzt und ausgerichtet werden. Das Ausrichten der Ankeranordnungen 18 erfolgt derart, dass die Lastverteilelemente bzw. der Lastverteilring 23 und insbesondere dessen Oberseite 45 horizontal ausgerichtet ist. Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel sind auf der Unterseite des Ankerteils 19 höhenverstellbare Ständer 58 angeordnet. Die höhenverstellbaren Ständer 58 dienen zum Ausrichten der Ankeranordnung 18 auf der Baustelle. Im Anschluss an das Ausrichten wird eine Vergussmasse 57 um das Ankerteil 19 und die Ankerbolzen 21 in die Fundamentgrube bzw. die Verschalung eingegossen. Die Verbindungsmittel 36 sowie das Lastteilelement 20 bleiben dabei frei von der Vergussmasse 57. Als Vergussmasse 57 dient beispielsweise Ortbeton.
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Nach dem Aushärten der Vergussmasse 57 werden die Verbindungsmittel 36 und das Lastverteilelement 20 von den Ankerbolzen 21 gelöst und die Hülsen 40 aus den Befestigungslöchern 39 entfernt. Im Anschluss daran werden die Lastverteilelemente 20 auf dem Fundament in Position gebracht und ausnivelliert und mit einer fließfähigen Vergussmasse untergossen, so dass sich unter dem Lastverteilelement eine Schicht 59 bildet und ein bestimmter Überstand der Ankerbolzen bzw. der Gewindeabschnitte 34 über dem Lastverteilelement 20 verbleibt. Der Fußabschnitt 10 des Turms und insbesondere der Turmflansch 13 wird auf die Lastverteilelemente 20 bzw. den Lastverteilring 23 aufgesetzt und mit den Ankerbolzen 21 verschraubt. Dabei sitzt der Fußabschnitt 12 bzw. der Turmflansch 13 auf dem Flanschabschnitt 45 des Lastverteilelements 20 auf. Die Laschen 46 sind von der Innenseite des Fußabschnitts 12 des Turms frei zugänglich. Insbesondere entspricht der Innenradius des Turmflansches 13 dem Radius der Innenkante 30 des Lastverteilelements 20 bzw. des Lastverteilrings 33.
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Schließlich kann eine Komponente 48, wie etwa ein Träger oder ein Gestell 49 auf die Aufstellflächen 51 der Laschen 46 aufgesetzt und gegebenenfalls mit diesen verbunden werden. Es versteht sich, dass abhängig von der Größe der aufzustellenden Komponente und der Zugänglichkeit zum Inneren des Turms die Komponente 48 bzw. das Gestell 49 auch auf den Laschen 46 abgestellt und positioniert werden kann, bevor der Fußabschnitt 10 des Turmes mit dem Fundament 11 verbunden wird.
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Die Erfindung betrifft ein Lastverteilelement 20 für eine Ankeranordnung 18 für ein Fundament 11 einer Windkraftanlage. Das Lastverteilelement 20 weist einen ringsegmentförmigen oder ringförmigen Flanschabschnitt 45, der mehrere Befestigungslöcher 39 aufweist. Die Befestigungslöcher 39 dienen zum lösbaren Verbinden des Lastverteilelements 20 mit stabförmigen Ankerbolzen 21 der Ankeranordnung 18. Auf der bogeninneren Seite an der Innenkante 30 des Lastverteilelements ragen quer zur Umfangsrichtung U des bogenförmigen Verlaufs eine oder mehrere Laschen 46 weg. Der aus wenigstens einem Lastverteilelement 20 gebildete geschlossene Lastverteilring 23 weist mithin wenigstens zwei oder drei Laschen 46 auf, die als Aufstellmittel 47 für das Anordnen einer Komponente 48 im Turminneren der Windkraftanlage dienen. Die Laschen 46 sind integraler Bestandteil des Lastverteilelements 20. Sowohl der Flanschabschnitt 45, als auch die wenigstens eine Lasche 46 werden in einem gemeinsamen Herstellungsschritt durch Stanzen oder Schneiden des Lastverteilelements 20 aus einem Stahlblech hergestellt.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Fußabschnitt
- 11
- Fundament
- 12
- rohrförmiger Teil
- 13
- Turmflansch
- 17
- Ankerkorb
- 18
- Ankeranordnung
- 19
- Ankerteil
- 20
- Lastverteilelement
- 21
- Ankerbolzen
- 22
- Ankerring
- 23
- Lastverteilring
- 24
- Oberseite des Lastverteilelements
- 25
- Unterseite des Lastverteilelements
- 30
- Innenkante
- 31
- Außenkante
- 32
- unteres Ende des Ankerbozens
- 33
- oberes Ende des Ankerbozens
- 34
- Gewindeabschnitt
- 35
- Außengewinde
- 36
- Verbindungsmittel
- 37
- erste Mutter
- 38
- zweite Mutter
- 39
- Befestigungsloch
- 40
- Hülse
- 45
- Flanschabschnitt
- 46
- Lasche
- 47
- Aufstellmittel
- 48
- Komponente
- 49
- Gestell
- 50
- Oberseite der Lasche
- 51
- Aufstellfläche
- 55
- Verbindungsmittel
- 56
- Verbindungsloch
- 57
- Vergussmasse
- 58
- Ständer
- 59
- Schicht
- U
- Umfangsrichtung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- EP 1381775 B1 [0002]
- EP 1767705 B1 [0003]
- DE 202009015344 U1 [0004]