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Die Erfindung betrifft eine Sattelstütze mit einem Sattelstützenrohr, einem an einem der beiden Enden des Sattelstützenrohres befestigten Sattelstützenkopf und einer an dem Sattelstützenkopf angeordneten Klemmvorrichtung für ein Sattelgestell, wobei der Sattelstützenkopf als hohlzylindrische Hülse ausgestaltet ist und eine Schwenkachse aufweist, die senkrecht zu der Längsachse des Sattelstützenrohres verläuft und die Klemmvorrichtung gegen die Kraft eines Federelementes schwenkbar um die Schwenkachse angeordnet ist.
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Die Sattelstütze umfasst ein Sattelstützenrohr aus Stahl, Aluminium, Titan oder kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, das an einem Ende im Sitzrohr des Fahrradrahmens fixiert wird. Am gegenüberliegenden Ende befindet sich der Sattelstützenkopf mit der Klemmvorrichtung für das den Sattel tragende Sattelgestell.
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Insbesondere auf Sporträdern nimmt der Fahrer vielfach eine Haltung ein, bei der der Oberkörper schräg nach vorne geneigt ist. In dieser geneigten Haltung nimmt die Druckbelastung des Fahrers im Scham-/Dammbereich durch die Sattelspitze zu. Diese hohe Belastung wird durch aus dem Stand der Technik bekannte, gefederte Sattelstützen nicht kompensiert. Bei herkömmlichen gefederten Sattelstützen wirkt die Feder in Richtung des Sattelstützenrohrs. Beim Überfahren von Fahrbahnunebenheiten federt der Sattel in unveränderter, im Wesentlichen horizontaler Lage ein. Eine Entlastung im Bereich der Sattelspitze, die insbesondere auf den Scham-/Dammbereich des Fahrers wirkt, tritt durch eine gefederte Sattelstütze nicht ein.
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Die
US 2010/0199481 A1 offenbart eine Sattelstütze mit einem Sattelstützenrohr, einem an einem der beiden Enden des Sattelstützenrohres befestigten Sattelstützenkopf und einer an dem Sattelstützenkopf angeordneten Klemmvorrichtung für ein Sattelgestell. Der Sattelstützenkopf weist eine undefinierte Schwenkachse auf, die im wesentlichen senkrecht zu der Längsachse des Sattelstützenrohres verläuft. Die Klemmvorrichtung ist gegen die Kraft eines Federelementes schwenkbar um diese Schwenkachse angeordnet. Das Federelement dämpft die durch starre Bauteile des Fahrrades übertragenen Kräfte, indem eine mehrdimensionale Bewegung der Klemmvorrichtung um das Massezentrum in der Mitte des Sattelstützenkopfes ermöglicht wird. Die Bewegung wird ausschließlich durch die progressive Federwirkung des elastischen Federelementes begrenzt.
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Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine Sattelstütze der eingangs erwähnten Art zu schaffen, die insbesondere bei Sporträdern die hohen Belastungen im Scham-/Dammbereich des Fahrers reduziert und den maximalen Schwenkwinkel der Klemmvorrichtung aus einer Ausgangslage durch Anschlagmittel beschränkt.
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Diese Aufgabe wird bei einer Sattelstütze der eingangs erwähnten Art dadurch gelöst, dass der Sattelstützenkopf als hohlzylindrische Hülse ausgestaltet und an beiden Stirnseiten der Hülse jeweils drehfest eine Distanzscheibe angeordnet ist, die ein Rundloch und ein Führungsloch aufweist, die Hülse zwischen den beiden Distanzscheiben einen elastischen Körper als Federelement aufnimmt, sich durch den elastischen Körper ein erster und ein zweiter Durchgang erstrecken, der erste Durchgang mit den Rundlöchern und der zweite Durchgang mit den Führungslöchern fluchtet, wobei der Querschnitt der Führungslöcher größer als der Querschnitt des zweiten Durchgangs ist, ein erster, die Schwenkachse bildender Bolzen den ersten Durchgang und die Rundlöcher und ein zweiter Bolzen den zweiten Durchgang und die Führungslöcher durchsetzen, die Klemmvorrichtung ein an den jeder Distanzscheibe anliegendes inneres Klemmteil sowie ein dem inneren Klemmteil jeweils gegenüberliegendes äußeres Klemmteil zum Einklemmen eines Sattelstegs des Sattelgestells zwischen innerem und äußerem Klemmteil aufweist und die äußeren und inneren Klemmteile an dem ersten und zweiten Bolzen befestigt sind.
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Die Sattelstütze wird derart in das Sitzrohr des Fahrrades eingesetzt, dass die Schwenkachse des Sattelstützenkopfes quer zur Fahrtrichtung verläuft. Die das Sattelgestell fixierende Klemmvorrichtung ist um diese Längsachse gegen die Kraft des Federelementes schwenkbar. Treten im Fahrbetrieb hohe Belastungen an der Sattelspitze des Fahrradsattels auf, werden diese über das Sattelgestell auf die Klemmvorrichtung übertragen, die gegen die Kraft des Federelementes um die Schwenkachse schwenkt. Hierdurch wird die Belastung auf den Scham-/Dammbereich des Fahrers reduziert. Die Federhärte des Federelementes wird vorzugsweise auf das Gewicht des Fahrers sowie die Einsatzbedingungen individuell abgestimmt. Das Federelement kann vor und/oder hinter der Schwenkachse auf die Klemmvorrichtung einwirken. Greift das Federelement in Fahrtrichtung vor der Schwenkachse von der Unterseite an der Klemmvorrichtung an, ist dieses als Druckfederelement ausgestaltet. Greift das Federelement indes in Fahrtrichtung vor der Schwenkachse an der Oberseite der Klemmvorrichtung an, ist es als Zugfederelement ausgestaltet. Sofern das Federelement in Fahrtrichtung hinter der Schwenkachse angeordnet ist, sind die Positionen des Zug- und/oder Druckfederelementes vertauscht. Als Widerlager für jedes Federelement dient der Sattelstützenkopf.
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Die Federcharakteristik des Federelementes ist vorzugsweise so ausgelegt, dass erst bei Überschreiten eines festgelegten Kraftwertes der Sattelstützenkopf um die Schwenkachse schwenkt. Hierdurch wird bewirkt, dass der Sattel lediglich bei hohen, zuvor festgelegten Belastungen um die Schwenkachse schwenkt und dadurch den Scham-/Dammbereichs des Fahrers entlastet. Im normalen Fahrbetrieb auf einer im Wesentlichen ebenen Fahrbahnoberfläche wird hierdurch ein unnötiger Energieeintrag in das Federelement vermieden, was insbesondere im Bereich des Fahrradsportes von besonderer Bedeutung ist.
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Das Federelement ist insbesondere als elastischer Körper ausgeführt, der beispielsweise aus einem Elastomer oder Gummi bestehen kann. Der erste, in Fahrtrichtung der montierten Sattelstütze hintere Bolzen bildet die Schwenkachse, um die die Klemmvorrichtung schwenkbar angeordnet ist. Der zweite in Fahrtrichtung vordere Bolzen überträgt die Belastung von der Sattelspitze auf den elastischen Körper, der unterhalb des zweiten Bolzens auf Druck beansprucht wird. Die an den Stirnseiten der Hülse drehfest angeordneten Distanzscheiben dienen mit ihren Rundlöchern als Lagerung für die Schwenkachse, während die Führungslöcher als Anschlagmittel den Schwenkwinkel der Klemmvorrichtung beschränken. Das Führungsloch ist insbesondere als Langloch ausgestaltet.
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Um die Neigung des Sattels in der Ausgangslage einstellen zu können, greifen in einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung die Distanzscheiben mit ihren Umfangsrändern formschlüssig in die Hülse ein und sind mit Hilfe eines Klemmmechanismus drehfest fixierbar. Sofern die Distanzscheiben kreiszylindrisch ausgestaltet sind und mit ihren Umfangsrändern in eine entsprechend geformte Hülse eingreifen, lässt sich die Neigung des Sattels durch Verdrehen der Distanzscheiben im und gegen den Uhrzeigersinn stufenlos einstellen. Die Distanzscheiben schließen vorzugsweise bündig mit den stirnseitigen Rändern der Hülse ab.
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Eine einfache Montage und Positionierung der Distanzscheiben an den äußeren Stirnseiten der Hülse lässt sich dadurch erreichen, dass der elastische Körper die Hülse zwischen den beiden Distanzscheiben vollständig ausfüllt. Die Distanzscheiben liegen dann an den quer zur Fahrtrichtung nach außen weisenden Stirnseiten des elastischen Körpers flächig an.
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Der erste, die Schwenkachse bildende Bolzen durchsetzt die Rundlöcher der Distanzscheiben vorzugsweise mit einer Spielpassung, um ein Schwenken der Klemmvorrichtung weitgehend unbeeinflusst von Reibungskräften und damit verbundenen Losbrechmomenten zu ermöglichen.
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Ein reibungsreduziertes Schwenken bei zugleich ausreichender Klemmung der Sattelstege zwischen den inneren und äußeren Klemmteilen wird dadurch erreicht, dass die der Distanzscheibe zugewandte Oberfläche des inneren Klemmteils und/oder die jedem inneren Klemmteil zugewandete Oberfläche jeder Distanzscheibe zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig mit einer reibungsreduzierenden Beschichtung versehen ist. Die Beschichtung kann beispielsweise eine Schmiermittelschicht sein, die auf die Oberfläche aufgebracht wird. Alternativ kann die Oberfläche mit Teflon oder Keramik beschichtet sein, um den Reibwiderstand zu reduzieren. Schließlich kann die reibungsreduzierende Oberfläche auch aus eloxiertem/anodisiertem Aluminium bestehen.
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Die Klemmteile sind vorzugsweise als Klemmplatten ausgeführt. Zur besseren Führung der Sattelstege des Sattelgestells kann in der inneren und/oder äußeren Klemmplatte jeweils eine Nut angeordnet sein.
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Um die erforderliche Klemmkraft zwischen den inneren und äußeren Klemmteilen auf den Sattelsteg zu erzeugen, ist in konstruktiv vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die äußeren und inneren Klemmteile mit dem ersten und zweiten Durchgang in dem elastischen Körper fluchtende Durchgänge aufweisen, der erste und zweite Bolzen jeweils ein Innengewinde aufweisen und an gegenüberliegenden stirnseitigen Enden des Bolzens jeweils das äußere und das innere Klemmteil mit zwei in die Innengewinde eingreifenden Schrauben an den Bolzen befestigt sind.
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Eine andere Möglichkeit zum Aufbau der erforderlichen Klemmkraft zwischen den inneren und äußeren Klemmteilen besteht darin, dass der Bolzen als Gewindebolzen ausgestaltet ist, der auch die Durchgänge der inneren und äußeren Klemmteile durchsetzt. Auf den Gewindebolzen werden endseitig Muttern aufgeschraubt, um die erforderliche Klemmkraft in Achsrichtung des Bolzens aufzubauen. Des Weiteren kann der Gewindebolzen Bestandteil einer herkömmlichen Schraube sein, wobei das innere und äußere Klemmteil auf der einen Seite durch den Schraubenkopf und auf der gegenüberliegenden Seite durch die Mutter an dem Bolzen befestigt sind. Durch Anziehen der Mutter wird zwischen den inneren und äußeren Klemmteilen in Achsrichtung des Bolzens die erforderliche Klemmkraft aufgebaut.
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Um eine Verdrehung der Klemmteile relativ zueinander beim Festziehen der Schrauben zu vermeiden, ist in vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung zwischen dem äußeren und inneren Klemmteil jeweils eine Arretierung vorgesehen. Die Arretierung umfasst beispielsweise einen dornförmigen Fortsatz an einem der Klemmteile, der in eine entsprechende Vertiefung in dem gegenüberliegenden Klemmteil eingreift und dadurch das äußere und innere Klemmteil zueinander zentriert.
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Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
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1a eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Sattelstütze mit demontierter Klemmvorrichtung,
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1b eine Draufsicht auf die Sattelstütze nach 1a,
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2 ein Schnitt längs der Linie A-A nach 1a jedoch mit montierter Klemmvorrichtung,
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3a eine Seitenansicht eines Federelementes einer erfindungsgemäßen Sattelstütze,
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3b eine Seitenansicht einer Distanzscheibe einer erfindungsgemäßen Sattelstütze,
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4a eine Vorderansicht eines äußeren Klemmteils der Klemmvorrichtung,
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4b eine Seitenansicht des Klemmteils nach 4a sowie
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4c eine Rückansicht des Klemmteils nach 4a,
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5a eine Vorderansicht eines inneren Klemmteils der Klemmvorrichtung,
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5b eine Seitenansicht des Klemmteils nach 5a sowie
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5c eine Rückansicht des Klemmteils nach 5a.
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1a, b zeigen eine Sattelstütze (10) mit einem Sattelstützenrohr (20), dessen in 1a unteres Ende (21) zur Aufnahme in einem nicht dargestellten Sitzrohr eines Fahrradrahmens bestimmt ist und an dessen gegenüberliegenden oberen Ende (22) ein Sattelstützenkopf (30) angeordnet ist. Das Sattelstützenrohr (20) weist beispielsweise einen kreiszylindrischen Durchmesser mit einer Längsachse (23) auf; sie kann jedoch auch oval sein. Der Sattelstützenkopf (30) ist als im Querschnitt kreisförmige, hohlzylindrische Hülse (31) ausgebildet, deren Längsachse (32) senkrecht zur Bildebene sowie der Längsachse (23) des Sattelstützenrohres (20) verläuft. Der Mantel (33) der hohlzylindrischen Hülse ist fest mit dem oberen Ende (22) des Sattelstützenrohres (20) verbunden, beispielsweise durch Verschweißung oder Hartlöten. Alternativ kann die hohlzylindrische Hülse (31) mit dem Sattelstützenrohr (20) einstückig, beispielsweise als Druckgussteil ausgeführt sein. Die hohlzylindrische Hülse (31) weist einen sich über deren gesamte Länge erstreckenden Längsschlitz (34) auf. Entlang des oberen und unteren Randes des Längsschlitzes (34) erstrecken sich von dem Mantel (33) in radialer Richtung nach außen ein oberer Klemmabschnitt (35) und ein unterer Klemmabschnitt (36). Der obere und der untere Klemmabschnitt (35, 36) weisen jeweils zwei miteinander fluchtende Bohrungen (37) auf. Die Bohrungen (37) dienen zur Aufnahme von nicht dargestellten Klemmschrauben. Durch Anziehen der die Bohrungen (37) im oberen und unteren Klemmabschnitt (35, 36) durchsetzenden Klemmschrauben, lässt sich die Breite des Längsschlitzes (34) verändern.
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Die Sattelstütze (10) wird in dem nicht dargestellten Sitzrohr des Fahrradrahmens derart aufgenommen, dass die Längsachse (32) der hohlzylindrischen Hülse (31) quer zu der durch den Fahrradrahmen aufgespannten Ebene und damit quer zur Fahrtrichtung verläuft. Die Klemmabschnitte (35, 36) befinden sich in dem Ausführungsbeispiel in Fahrtrichtung hinten, können jedoch auch in Fahrtrichtung vorne angeordnet sein.
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An den Stirnseiten (38, 39) der hohlzylindrischen Hülse (31) ist jeweils drehfest eine Distanzscheibe (40) angeordnet (vgl. 3b). Die Distanzscheibe (40) greift mit ihrem Umfangsrand (41) formschlüssig in die Hülse (31) ein. Durch Anziehen der nicht dargestellten Klemmschrauben werden die stirnseitig angeordneten Distanzscheiben (40) in der hohlzylindrischen Hülse (31) drehfest fixiert.
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Die Distanzscheibe (40) weist in Fahrtrichtung hinten ein Rundloch (42) auf. Das Rundloch (42) befindet sich außermittig auf Höhe der Längsachse (32). Ebenfalls außermittig auf Höhe der Längsachse (32), jedoch in Fahrtrichtung nach vorne versetzt, befindet sich ein als Langloch ausgestaltetes Führungsloch (43). Das Führungsloch (43) wird durch einen halbkreisförmigen oberen Anschlag (44) sowie einen halbkreisförmigen unteren Anschlag (45) begrenzt.
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Die hohlzylindrische Hülse (31) nimmt zwischen den beiden an den Stirnseiten (38, 39) angeordneten Distanzscheiben einen aus 2 und 3a ersichtlichen elastischen Körper (50) auf. Der elastische Körper (50) ist als Kreiszylinder ausgeführt, dessen Länge der Länge der hohlzylindrischen Hülse (31) reduziert um die doppelte Dicke der Distanzscheiben (40) entspricht. Der elastische Körper (50) besteht insbesondere aus einem Elastomer. Der Durchmesser (51) des elastischen Körpers (50) entspricht dem Innendurchmesser der hohlzylindrischen Hülse (31). Durch den elastischen Körper (50) erstreckt sich parallel zu dessen Längsachse ein erster Durchgang (53) und ein zweiter Durchgang (54). Der erste Durchgang (53) fluchtet mit dem Rundloch (42) in den Distanzscheiben (40), während der zweite Durchgang (54) mit dem Führungsloch (43) in den Distanzscheiben (40) fluchtet. Die Lage des Führungslochs (43) zu dem zweiten Durchgang (54) in der Ausgangslage der Sattelstütze (10) ist in 3a mittels der durchgezogenen Linie (55) angedeutet. Es ist deutlich erkennbar, dass der Querschnitt der Führungslöcher (43) etwa um 40% größer als der Querschnitt des zweiten Durchgangs (54) ist. Der Durchmesser des zweiten Durchgangs (54) stimmt mit dem Durchmesser des halbkreisförmigen oberen und unteren Anschlags (44, 45) des Führungslochs (43) überein. Der Durchmesser des Rundlochs (42) in den Distanzscheiben und des ersten Durchgangs (53) stimmen überein.
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Wie insbesondere aus 2 ersichtlich, durchsetzt ein erster, eine Schwenkachse (61) bildender Bolzen (60) den ersten Durchgang (53) in dem elastischen Körper (50) sowie die Rundlöcher (42) in den Distanzscheiben (40). Der Außendurchmesser des Bolzens (60) entspricht im technischen Sinne dem Innendurchmesser der Rundlöcher (42) sowie des ersten Durchgangs (53), so dass der Bolzen (60) mit einer Spielpassung geführt ist. Die Länge des Bolzens (60) ist geringfügig größer als die Länge der hohlzylindrischen Hülse (31), so dass die stirnseitigen Enden (63) geringfügig über die nach außen weisende Oberfläche der Distanzscheiben (40) hinausragen. Der Bolzen (60) ist als Hohlzylinder mit einem Innengewinde (64) ausgeführt.
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Der zweite Durchgang (54) in dem elastischen Körper (50) wird von einem weiteren, mit dem Bolzen (60) übereinstimmenden Bolzen durchsetzt, der ebenfalls geringfügig über die Oberflächen der Distanzscheiben (40) hinausragt. Hierdurch wird sichergestellt, dass der von dem elastischen Körper (50) aufgenommene zweite Bolzen sich maximal zwischen dem oberen Anschlag (44) und dem unteren Anschlag (45) des Führungslochs (43) bewegen kann.
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Die Klemmvorrichtung (70) für Sattelstege (71) eines Sattelgestells eines nicht dargestellten Fahrradsattels wird auf beiden Seiten der beiden Bolzen (60) mit zwei jeweils in das Innengewinde des Bolzens (60) eingreifenden Schrauben (72) an den Bolzen (60) befestigt. Die Klemmvorrichtung (70) umfasst ein inneres an jeder der beiden Distanzscheiben (40) anliegendes Klemmteil (73) sowie ein dem inneren Klemmteil (73) jeweils gegenüberliegendes äußeres Klemmteil (74) zum Einklemmen des Sattelstegs (71) zwischen innerem und äußerem Klemmteil (73, 74). Das innere und das äußere Klemmteil (73, 74) weisen mit dem ersten und zweiten Durchgang (53, 54) des elastischen Körpers (50) fluchtende Durchgänge (75, 76) auf. Der Durchmesser der Durchgänge (75, 76) ist größer oder gleich dem Außendurchmesser des Gewindes der Schrauben (72), so dass diese problemlos in das Innengewinde (64) der Bolzen (60) einschraubbar sind.
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Aus der Seiten- und Rückansicht des äußeren Klemmteils (74) ist eine oberhalb der Durchgänge (76) angeordnete Längsnut (77) zu erkennen. Das innere Klemmteil (73) weist gegenüberliegend eine weniger tiefe Längsnut (78) auf. Die Längsnuten (77, 78) umfassen jeweils einen der Sattelstege (71) des Sattelgestells, das dadurch sicher zwischen den Klemmplatten (73, 74) geführt und verspannt wird.
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Die in 5c dargestellte Rückseite des inneren Klemmteils (73) ist mit einer reibungsreduzierenden Beschichtung (79) versehen, um beim Verschwenken der Klemmvorrichtung um die Schwenkachse (61) die Reibung zwischen dem inneren Klemmteil (73) und der Oberfläche der Distanzscheiben (40) zu reduzieren. Die Beschichtung (79) ist vorzugsweise vollflächig auf der rückwärtigen Oberfläche der inneren Klemmteile (73) aufgebracht.
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Schließlich ist zwischen dem inneren und dem äußeren Klemmteil (73, 74) eine Arretierung (80) angeordnet. Die Arretierung (80) umfasst, wie insbesondere aus 2, 4 ersichtlich, einen unterhalb der Durchgänge (76) angeordneten dornförmigen Fortsatz (81), der in eine entsprechende Vertiefung (82) in dem inneren Klemmteil (73) eingreift. Der über die dem inneren Klemmteil (73) zugewandte Oberfläche des äußeren Klemmteils (74) hinausragende Abschnitt des Fortsatzes (81) ist in seiner Länge so bemessen, dass die Klemmwirkung auf die Sattelstege (71) nicht beeinträchtigt wird. Vorzugsweise greift der Fortsatz (81) in die Vertiefung (82) bei voll verspannten Sattelstegen (71) formschlüssig ein, ohne jedoch deren Vertiefungsgrund zu berühren.
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Nachfolgend wird die Funktionsweise der Sattelstütze (10) während des Betriebs an einem Sportfahrrad näher erläutert:
Die Federrate des elastischen Körpers (50) wird so bestimmt, dass der Bolzen (60) an dem oberen Anschlag (44) der Distanzscheibe (40) sowohl bei unbelastetem Sattel, als auch bei Belastungen im normalen Fahrbetrieb anliegt, das heißt bei solchen Belastungen, bei denen keine unangenehmen hohen Druckspitzen auf den Scham-/Dammbereich des Fahrers ausgeübt werden. Kommt es jedoch in Folge von groben Bodenunebenheiten, Schlaglöchern oder sonstigen Störungen der Fahrbahnoberfläche zu unzulässigen, das Wohlbefinden des Fahrers beeinträchtigenden Belastungen im Scham-/Dammbereich werden über die Sattelstege (71) so hohe Kräfte in die Klemmvorrichtung (70) eingeleitet, dass es zu einem Verschwenken der Klemmvorrichtung (70) um die Schwenkachse (61) kommt. Dabei wandert der Bolzen (60) aus seiner Ausgangslage am oberen Anschlag (44) der Distanzscheibe (40) gegen die Rückstellkraft des elastischen Körpers (50) in Richtung des unteren Anschlags (45) des Führungslochs (43). Der maximale Federweg wird durch den unteren Anschlag (45) begrenzt, so dass es auch bei extrem hohen Belastungen nicht zu gefährlichen Schrägstellungen des Fahrradsattels in Fahrtrichtung nach vorne kommen kann.
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Durch das Nachgeben des Fahrradsattels nach vorne, werden Druckspitzen bei unebenen Fahrbahnoberflächen gemildert. Je nach Abstimmung der Federrate des elastischen Körpers können jedoch auch die Übertragung von Vibrationen durch die Sattelstütze auf den Fahrradsattel gemindert werden.
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Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Sattelstütze besteht darin, dass der durch die schrägere Position des Beckens des Fahrers in sportlicher Sitzposition (z. B. auf dem Rennrad in Unterlenkerhaltung oder durch stärker nach vorne geneigte Sitzposition beim berghoch Fahren an steilen Aufstiegen, speziell beim MTB) auftretende erhöhte Druck der Sattelspitze auf den Scham-/Dammbereich des Fahrers dadurch gemildert wird, dass sich der Fahrradsattel unter dem erhöhten Druck nach vorne unten nachgibt und seine Position in der Horizontalen der neuen Position des Beckens etwas anpasst – und zwar auch auf ebener Fahrbahn. Bezugszeichenliste
| Nr. | Bezeichnung | Nr. | Bezeichnung |
| 10 | Sattelstütze | 60 | Bolzen |
| 20 | Sattelstützenrohr | 61 | Schwenkachse |
| 21 | unteres Ende | 62 | stirnseitiges Ende |
| 22 | oberes Ende | 63 | stirnseitiges Ende |
| 23 | Längsachse | 64 | Innengewinde |
| 30 | Sattelstützenkopf | 70 | Klemmvorrichtung |
| 31 | hohlzylindrische Hülse | 71 | Sattelsteg |
| 32 | Längsachse | 72 | Schrauben |
| 33 | Mantel | 73 | inneres Klemmteil |
| 34 | Längsschlitz | 74 | äußeres Klemmteil |
| 35 | oberer Klemmabschnitt | 75 | Durchgang inneres Klemmteil |
| 36 | unterer Klemmabschnitt | 76 | Durchgang äußeres Klemmteil |
| 37 | Bohrungen | 77 | Längsnut |
| 38, 39 | Stirnseiten | 78 | Längsnut |
| 40 | Distanzscheibe | 79 | Beschichtung |
| 41 | Umfangsrand | 80 | Arretierung |
| 42 | Rundloch | 81 | Fortsatz |
| 43 | Führungsloch | 82 | Vertiefung |
| 44 | oberer Anschlag | | |
| 45 | unterer Anschlag | | |
| 50 | elastische Körper | | |
| 51 | Durchmesser | | |
| 52 | Längsachse | | |
| 53 | erster Durchgang | | |
| 54 | zweiter Durchgang | | |
| 55 | Linie | | |