DE102011000174A1 - Verfahren zur Ausführung einer Pausenfunktion während des Druckbetriebs bei einem Tintendruckgerät - Google Patents
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Abstract
Description
- Zum ein- oder mehrfarbigen Bedrucken eines Bedruckstoffs z. B. eines bandförmigen Aufzeichnungsträgers aus verschiedensten Materialien, z. B. Papier, können Tintendruckgeräte eingesetzt werden. Der Aufbau solcher Tintendruckgeräte ist bekannt, s. z. B.
EP 0 788 882 B1 . Tintendruckgeräte, die nach dem Drop an Demand(DoD)-Prinzip arbeiten, weisen einen Druckkopf oder mehrere Druckköpfe mit Tintenkanäle umfassenden Düsen auf, deren Aktivatoren gesteuert durch eine Druckersteuerung Tintentropfen in Richtung zur Bedruckstoffbahn anregen, die auf die Bedruckstoffbahn gelenkt werden, um dort Druckpunkte für ein Druckbild aufzubringen. Die Aktivatoren können Tintentropfen thermisch (Bubble Jet) oder piezoelektrisch erzeugen. - Beim Bedrucken einer Bedruckstoffbahn ist es manchmal erforderlich, während des Druckbetriebs die Bedruckstoffbahn in einer Pausenfunktion anzuhalten, z. B. um die Passerqualität nach Andruck eines Druckjobs zu kontrollieren oder um Probleme bei der Nachverarbeitung der Bedruckstoffbahn zu beseitigen. Nach dem Wiederanfahren der Bedruckstoffbahn können dann an denjenigen Bahnabschnitten Druckbildstörungen auftreten, die sich direkt unter den Druckköpfen nach Einschalten der Pausenfunktion befanden. Aufgrund der relativ großen Umdruckzone bei Tintendruckgeräten, z. B. Inkjetdrucksystemen, insbesondere bei Farbdruck, verursachen die wegen der Pause entstandenen Druckbildstörungen entsprechend viel Makulatur. Die auftretenden Druckbildmängel beinhalten Druckbildverzerrungen, Farbpasserfehler sowie trapezförmige Druckbildstörungen. Ursachen hierfür sind das Quellen oder Schrumpfen der Bedruckstoffbahn während der Pause und die damit verbundenen Positionsverschiebungen der Bedruckstoffbahn unterhalb der Druckköpfe.
- Anhand der
1 werden diese Probleme erläutert. Dargestellt ist von einem Druckgerät DR eine Druckeinheit1 und eine Druckersteuerung2 . Entlang einer Bedruckstoffbahn3 ist die Druckeinheit1 angeordnet, die Druckriegel4 mit Druckköpfen5 hintereinander in Transportrichtung der Bedruckstoffbahn3 gesehen aufweist. Bei Farbdruck können z. B. pro zu druckender Farbe jeweils ein Druckriegel4 vorgesehen sein. Die Bedruckstoffbahn3 wird mit Hilfe einer Abzugswalze9 an den Druckriegeln4 vorbeibewegt, sie liegt dabei auf einem Sattel mit Führungswalzen8 auf. Am Eingang der Druckeinheit1 ist eine Drehgeberwalze6 angeordnet, die von der Bedruckstoffbahn3 angetrieben wird und die in Abhängigkeit der Vorschubbewegung der Bedruckstoffbahn3 Drehgeberimpulse erzeugt, die der Druckersteuerung2 zugeführt werden und die von der Druckersteuerung2 dazu verwendet werden, um den Zeitpunkt der Auslösung des Druckvorgangs bei den einzelnen Druckköpfen5 festzulegen. Die Bedruckstoffbahn3 wird der Drehgeberwalze6 durch eine vor der Drehgeberwalze6 angeordneten Antriebswalze7 zugeführt. - In der
1 ist nun prinzipiell dargestellt, wie die Bedruckstoffbahn3 in den einzelnen Bahnabschnitten BA durch das Druckgerät DR hindurch von der Druckeinheit1 oder der Umgebungsluft beeinflusst werden kann, z. B. bei Stillstand des Druckgeräts DR. Im Bahnabschnitt BA1 zwischen Antriebswalze7 und Drehgeberwalze6 ist die Bedruckstoffbahn3 der Umgebungsluft ausgesetzt mit der Folge, dass hier eine Quellung der Bedruckstoffbahn3 aufgrund der Feuchtigkeit der Umgebungsluft auftreten kann. Die dadurch bedingte Änderung der Bedruckstoffbahn3 in Längsrichtung wird jedoch mit Hilfe der Drehgeberwalze6 kompensiert. Im Bahnabschnitt BA2 nach der Drehgeberwalze6 bis zur Druckeinheit1 kann ebenfalls eine Quellung der Bedruckstoffbahn3 aufgrund der Umgebungsluft auftreten, die von der Drehgeberwalze6 jedoch unberücksichtigt bleibt. Dies gilt auch für den Bahnabschnitt BA3 unter den Druckköpfen5 der Druckeinheit1 ; dort kann die Bedruckstoffbahn3 aufgrund der Betriebstemperatur der Druckköpfe5 schrumpfen, jedoch ist die Bedruckstoffbahn3 auch der Umgebungsluft ausgesetzt, so dass, insbesondere bei größeren Abständen zwischen den Druckriegeln4 , der Bahnabschnitt BA3 wegen der Feuchtigkeit in der Umgebungsluft quellen kann. Beide Einflüsse überlagern sich. Somit ist die Bedruckstoffbahn3 von der Antriebswalze7 bis zur Abzugswalze9 unterschiedlichen Umgebungseinflüssen ausgesetzt, die entweder zu einer Schrumpfung oder einer Quellung der Bedruckstoffbahn3 führen können. Dies kann zu den oben erwähnten Druckbildfehlern führen, insbesondere, wenn nach einer Pause während des Druckbetriebs der Druckvorgang wieder gestartet wird. - Bei Auslösung der Pausenfunktion sind somit die folgenden Einwirkungen auf die Bedruckstoffbahn
3 zu beachten: - – Temperatur- und Feuchtigkeitsdifferenz von der Bedruckstoffbahn
3 zur Umgebungsluft mit der damit einhergehenden Quellung oder Schrumpfung der Bedruckstoffbahn3 . - – Temperaturdifferenz der Druckköpfe
5 zur Bedruckstoffbahn3 mit damit einhergehender Schrumpfung der Bedruckstoffbahn3 . - Das der Erfindung zu Grunde liegende Problem besteht darin, ein Verfahren anzugeben, bei dem nach Auslösung einer Pausenfunktion die unerwünschten Einflüsse der Temperatur und der Umgebungsluft auf die Bedruckstoffbahn und damit auf das Druckbild, insbesondere nach Beendigung einer Druckpause, minimiert werden.
- Das Problem wird gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
- Erfindungsgemäß wird mit Auslösung der Pausenfunktion die Vorschubgeschwindigkeit der Bedruckstoffbahn aus der beim Druckbetrieb verwendeten Betriebsgeschwindigkeit für eine vorgegebene Zeitdauer auf einen vorgegebenen Wert reduziert. Die Zeitdauer kann so gewählt werden, dass unter der Druckeinheit des Druckgeräts bei Beendigung der Pause Bedruckstoffbahn mit für den Druck geeigneten Eigenschaften bezüglich der Feuchtigkeit und/oder Temperatur vorliegt, z. B. die Bedruckstoffbahn bezüglich der Feuchtigkeit und der Temperatur sich an die Umgebungsluft angepasst hat.
- Weiterbildungen des Anmeldungsgegenstandes ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
- Nach Auslösen der Pausenfunktion kann in einem ersten Ausführungsbeispiel die Vorschubgeschwindigkeit der Bedruckstoffbahn aus der Betriebsgeschwindigkeit beim Druck in einer Vorlaufzeit für eine vorgegebene Zeitdauer auf eine vorgegebene Geschwindigkeit reduziert werden und nach Ablauf der Vorlaufzeit die Bedruckstoffbahn für eine Pausenzeit von z. B. 1 min angehalten werden, um anschließend wieder auf die Betriebsgeschwindigkeit beschleunigt zu werden.
- In einem zweiten Ausführungsbeispiel kann die Vorschubgeschwindigkeit der Bedruckstoffbahn aus der Betriebsgeschwindigkeit beim Druck nach Auslösen der Pausenfunktion für die ganze Pausenzeit von z. B. 1 min auf eine vorgegebene Geschwindigkeit reduziert werden, um am Ende der Pause wieder auf die Betriebsgeschwindigkeit beschleunigt zu werden.
- Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, dass während der Pause und nach Beendigung der Pause ein Bahnabschnitt der Bedruckstoffbahn unter der Druckeinheit liegt, der bezüglich Temperatur und/oder Feuchtigkeit die für den Druck geeigneten Werte aufweist. Dies sind Werte, die die Bedruckstoffbahn aufweist, wenn sich diese an die Umgebungsluft bezüglich Feuchtigkeit und Temperatur angepasst hat.
- An Hand eines Ausführungsbeispiels, das in den Figuren dargestellt ist, wird die Erfindung weiter erläutert.
- Es zeigen:
-
1 eine prinzipielle Darstellung einer Druckeinheit eines Tintendruckgeräts, -
2 eine prinzipielle Darstellung eines Twin-Drucksystems mit zwei Druckgeräten zum Bedrucken der Vorder- und Rückseite einer Bedruckstoffbahn, -
3 Diagramme, die die Abhängigkeit der Vorschubgeschwindigkeit v der Bedruckstoffbahn von der Zeit t bei den verschiedenen Ausführungsbeispielen der Pausenfunktion darstellen. - Die Erfindung wird in Verbindung mit der
1 und3 weiter erläutert. - Je nach Anforderung an den Druckbetrieb eines Tintendruckgeräts bei den zu verarbeitenden Druckjobs oder an die Geräte der Nachverarbeitung der Bedruckstoffbahn können zwei unterschiedliche Ausführungen der Pausenfunktion nach der Erfindung realisiert werden:
- 1. Stillstandpause mit Vorlaufzeit
- 2. Schleichgangpause
- Beide Pausenvarianten führen durch Reduzierung der oben genannten Druckbildstörungen zu einer Verbesserung der Druckqualität.
- I. Anwendung der Erfindung bei einem Druckgerät DR (Fig. 1)
- 1. Stillstandpause mit Vorlaufzeit.
- Bei der Stillstandpause mit Vorlaufzeit wird nach Betätigung einer Pausentaste zur Unterbrechung des Druckbetriebs die Vorschubgeschwindigkeit der Bedruckstoffbahn
3 für eine vorgegebene Zeit tv (3b ) aus der Betriebsgeschwindigkeit vd auf eine Geschwindigkeit vv reduziert bevor das Druckgerät DR angehalten wird. Z. B. kann die Vorschubgeschwindigkeit der Bedruckstoffbahn3 für tv = 1 min bis 3 min auf vv = 0,1 m/sec bis 0,3 m/sec reduziert werden. Dadurch werden die Bahnabschnitte BA2, BA1 bezüglich der Temperatur und der Feuchtigkeit an die Umgebungsluft angepasst und unter die Druckeinheit1 transportiert. In der darauf folgenden Pausenzeit tp treten dann höchstens kleine vernachlässigbare Positionsschwankungen der Bedruckstoffbahn3 auf. Nach Beendigung der Pause befindet sich unter der Druckeinheit1 Abschnitte der Bedruckstoffbahn3 , die die im Druckbetrieb geeigneten Eigenschaften bezüglich Feuchtigkeit oder Temperatur aufweisen. Anschließend wird die Bedruckstoffbahn3 wieder auf die Betriebsgeschwindigkeit vd beschleunigt. - 2. Schleichgangpause
- Bei der Schleichgangpause (
3c ) wird bei Betätigen der Pausentaste die Geschwindigkeit der Bedruckstoffbahn3 aus der Betriebsgeschwindigkeit vd auf die Schleichganggeschwindigkeit vs verringert, z. B. für die Pausenzeit tp auf vs = 0,001 m/s bis 0,015 m/s. Bei dieser Variante der Pausenfunktion kommt es nicht zum Stillstand der Bedruckstoffbahn3 , so dass ständig neue Bedruckstoffbahn3 zur Druckeinheit1 transportiert wird und eine Schrumpfung der Bedruckstoffbahn3 wegen einer Temperaturdifferenz oder deren Ausdehnung wegen Feuchtigkeit in der Umgebungsluft sich nicht auswirken kann, da diese Einflussfaktoren auch im Druckbetrieb auftreten und bereits kompensiert worden sind. Eine evtl. entstehende Lose der Bedruckstoffbahn3 hinter dem Druckgerät DR kann dann von den Geräten13 (2 ) der Nachverarbeitung der Bedruckstoffbahn3 aufgefangen werden. - II. Anwendung der Erfindung bei einem Twin-Drucksystem
- 1. Erläuterung der besonderen Probleme beim Twin-Drucksystem
- Besondere Probleme treten beim Betrieb eines Twin-Drucksystems auf. Diese Probleme und ihre Lösung werden an Hand der
2 beschrieben. In2 ist ein Drucksystems DS mit zwei Druckgeräten DR1, DR2 (Twindrucker) im Prinzip dargestellt. Von jedem Druckgerät DR sind nur die Komponenten gezeigt, die für die Erläuterung der Erfindung erforderlich sind; die übrigen Komponenten können dem Stand der Technik entnommen werden, ebenso der Aufbau der einzelnen Komponenten. In2 ist von jedem Druckgerät DR die Druckeinheit1 und eine Trocknungseinheit10 dargestellt. Weiterhin sind eine Vorratsrolle11 der Bedruckstoffbahn3 , von der Bedruckstoffbahn3 zum ersten Druckgerät DR1 geliefert wird, und zwischen den Druckgeräten DR1, DR2 eine Wendeeinheit12 und die Drehgeberwalze6 gezeigt. Z. B. wird mit dem Druckgerät DR1 die Vorderseite der Bedruckstoffbahn3 bedruckt, mit dem Druckgerät DR2 die Rückseite. Zwischen den Druckgeräten DR1, DR2 wird die Bedruckstoffbahn3 durch die Wendeeinheit12 gewendet. Mit der Drehgeberwalze6 wird der Vorschub der Bedruckstoffbahn3 gemessen und das Messergebnis der Druckersteuerung2 zugeführt. Eine Drehgeberwalze kann auch am Eingang des ersten Druckgeräts DR1 vorgesehen werden. Die Druckersteuerung2 erhält die Messsignale von den Drehgeberwalze6 und steuert die Druckeinheiten1 und die Trocknungseinheiten10 auf bekannte Weise. Die von dem zweiten Druckgerät DR2 bedruckte Bedruckstoffbahn3 wird anschließend den Geräten13 der Nachverarbeitung zugeführt. - Wird die Pausenfunktion ohne Anwendung der Erfindung bei einem solchen Twindrucker untersucht, sind die unterschiedlichen Ursachen für das Quellen oder Schrumpfen der Bedruckstoffbahn
3 bei den Druckgeräten DR1 und DR2 zu beachten: - Verhältnisse beim ersten Druckgerät DR1:
- Die Druckköpfe
5 der Druckeinheit1.1 haben z. B. eine Betriebstemperatur von ca. 32°C. Die resultierende Temperaturdifferenz zur Temperatur der Bedruckstoffbahn3 fuhrt zu einer Schrumpfung der unmittelbar unterhalb den Druckköpfen stehenden Bedruckstoffbahn3 . Diese Schrumpfung der Bedruckstoffbahn3 und die damit verbundenen Bewegungen der Bedruckstoffbahn3 in Längs- als auch in Querrichtung können von einer am Eingang der Druckeinheit1.1 angeordneten Drehgeberwalze nicht registriert werden. Nach Beenden der Pause ergeben sich deshalb Druckqualitätsmängel beim ersten Druckgerät DR1. - Verhältnisse beim zweiten Druckgerät DR2:
- Die bereits in dem ersten Druckgerät DR1 nach dem Druckvorgang in der Trocknungseinheit
10.1 getrocknete Bedruckstoffbahn3 nimmt innerhalb der Pause aus der Umgebungsluft Feuchtigkeit auf, die zur Quellung der Bedruckstoffbahn3 führt. Die Quellung der Bedruckstoffbahn3 verursacht sowohl vor als auch nach der Drehgeberwalze6 eine Längenänderung der Bedruckstoffbahn3 in Längsrichtung und Querrichtung. Die Quellung der Bedruckstoffbahn3 vor der Drehgeberwalze6 und die damit verbundene Bahnbewegung in Längsrichtung werden von der Drehgeberwalze6 registriert und der Druckersteuerung2 gemeldet, die den Zeitpunkt der Ansteuerung der Druckköpfe5 der Druckeinheit1.2 entsprechend korrigiert. Die Quellung der Bedruckstoffbahn3 nach der Drehgeberwalze6 und die damit verbundene Bahnbewegung (auch die der Bedruckstoffbahn3 unterhalb der Druckköpfe der Druckeinheit1.2 ) kann von der Drehgeberwalze6 nicht registriert werden, weshalb den Druckköpfen auch nicht entsprechend der Bewegung der Bedruckstoffbahn3 Druckimpulse zugeführt werden können. Dies wirkt sich in Form einer Druckbildverzerrung aus. Eine Schrumpfung der Bedruckstoffbahn3 findet auch unterhalb den Druckköpfen5 der zweiten Druckeinheit1.2 statt. Allerdings wirkt hier die Schrumpfung der Bedruckstoffbahn3 der Quellung der Bedruckstoffbahn3 wegen der Feuchtigkeit der Umgebungsluft entgegen und reduziert somit die daraus resultierenden Druckbildfehler. - 2. Lösung der oben geschilderten Probleme beim Twin-Drucksystem
- Die erfinderischen Maßnahmen zur Vermeidung der Auswirkung dieser Einflüsse auf die Bedruckstoffbahn
3 und damit auf das Druckbild haben nun bei einem Twin-Drucksystem DS bei den beiden Druckgeräten DR1, DR2 unterschiedliche Auswirkungen. - 2.1 Pause mit Vorlaufzeit
- a) Verhältnisse beim zweiten Druckgerät DR2
- Während des Betriebs mit reduzierter Geschwindigkeit der Bedruckstoffbahn
3 während der Pausenvorlaufzeit tv wird der Bedruckstoffbahn3 mehr Zeit gegeben, um über die Umgebungsluft Feuchtigkeit aufzunehmen, so dass mit Beginn der Pause mit Stillstand der Bedruckstoffbahn3 der größte Teil der Quellung der Bedruckstoffbahn3 statt gefunden hat. Um diesen Effekt zu unterstützen, können weitere Maßnahmen, die die Aufnahme der Feuchtigkeit durch die Bedruckstoffbahn3 beeinflussen, getroffen werden, soweit die entsprechenden Mittel beim Druckgerät DR vorgesehen sind: - – Mit einer vorhandenen Kühleinrichtung kann die Bedruckstoffbahn
3 zusätzlich gekühlt werden. - – Die Trocknungseinheit
10.1 für die Bedruckstoffbahn3 im Druckgerät DR1 kann abgeschaltet werden. - – Es kann im Kreuzwendebereich
12 vor dem zweiten Druckgerät DR2 ein Luftgebläse angeordnet werden. - b) Verhältnisse beim ersten Druckgerät DR1
- Hier können Maßnahmen ergriffen werden, durch die die Erwärmung der Bedruckstoffbahn
3 im Druckgerät DR1 verringert wird. Wird die Pausentaste betätigt, kann während der Pausenvorlaufzeit tv die Temperatur der Druckköpfe der Druckeinheit1.1 z. B. um 2–3°C reduziert werden mit dem Ergebnis, dass die Bedruckstoffbahn3 unterhalb der Druckköpfe weniger schrumpft. - Zusätzliche Maßnahmen für beide Druckgeräte DR1, DR2 können ergriffen werden: z. B. können die Druckköpfe zu Beginn der Pause z. B. um bis zu 1 bis 2 mm von der aktuellen Druckkopf-Position beim Druckbetrieb wegbewegt werden. Dadurch wird eine Reduzierung des Wärmeübergangs von den Druckköpfen
5 auf die Bedruckstoffbahn3 erreicht. - 2.2 Schleichgangpause
- Bei der Schleichgangpause wird bei Betätigen der Pausentaste die Geschwindigkeit der Bedruckstoffbahn
3 nur verringert, z. B. auf vs = 0,001 m/s bis 0,015 m/s reduziert. Bei dieser Variante der Pausenfunktion kommt es nicht zum Stillstand der Bedruckstoffbahn3 . Eine evtl. entstehende Lose der Bedruckstoffbahn3 hinter dem Druckgerät DR2 muss von der Nachverarbeitung13 der Bedruckstoffbahn3 aufgefangen werden. - In der
1 ist die Druckeinheit1 eines Druckgeräts DR prinzipiell dargestellt, z. B. die des Druckgeräts DR2 nach2 . Ein Druckgerät DR1 kann vor der Antriebswalze7 in Transportrichtung der Bedruckstoffbahn3 (Pfeil PF) gesehen angeordnet sein. Sowohl vor als auch nach der Antriebswalze7 kann Kontakt mit der Umgebungsluft bestehen mit der Folge, dass die Bedruckstoffbahn3 quellen kann. Das Ausmaß der Quellung hängt auch von der Temperatur der Bedruckstoffbahn3 nach Verlassen des 1. Druckgeräts DR1 ab. Ausdehnungsänderungen der Bedruckstoffbahn3 vor der Drehgeberwalze6 werden von der Drehgeberwalze6 berücksichtigt. Ausdehnungsänderungen nach der Drehgeberwalze6 können sich jedoch negativ auf das Druckbild auswirken. Wenn nun während des Druckbetriebs ein Pause z. B. zur Kontrolle der Passerqualität nach Andruck eines Druckjobs eingelegt wird, besteht die Gefahr, dass die Bedruckstoffbahn3 vor und unter der zweiten Druckeinheit1.2 quillt oder schrumpft und dann bei Wiederaufnahme des Drucks die Druckköpfe5 der einzelnen Druckriegel4 nicht mehr punktgenau Druckbilder auf der Bedruckstoffbahn3 erzeugen. Um dieses Problem zu beseitigen, wird erfindungsgemäß entweder die Vorlaufzeit tv mit reduzierter Vorschubgeschwindigkeit vv der Bedruckstoffbahn3 vor der Pause eingefügt oder während der Pause die Bedruckstoffbahn3 im Schleichgang mit der Geschwindigkeit vs bewegt. Die Folge ist, dass die Bedruckstoffbahn3 Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufnehmen kann und somit in einem Zustand unter die jeweilige Druckeinheit gelangt, der auch im Druckbetrieb vorliegt. - Aus
3 ergeben sich Diagramme der Geschwindigkeit v der Bedruckstoffbahn3 aufgetragen über der Zeit t für die Pausenfunktion eines Druckgeräts DR. - – In
3a ist die Vorschub-Geschwindigkeit v der Bedruckstoffbahn3 vor, während und nach Beendigung einer Pause im Druckbetrieb ohne Anwendung der Erfindung gezeigt. Das Druckgerät DR arbeitet zunächst im Druckbetrieb; die Bedruckstoffbahn3 wird mit der Betriebsgeschwindigkeit vd durch das Druckgerät DR transportiert, dann wird die Pausenfunktion ausgelöst und das Druckgerät DR für eine kurze Zeit, von z. B. tp = 1 min, zum Stillstand (vp = 0) gebracht. Nach der Pause wird die Bedruckstoffbahn3 wieder gestartet und die Bedruckstoffbahn3 wieder auf die Betriebsgeschwindigkeit vd beschleunigt. - – In
3b wird der Geschwindigkeitsverlauf der Bedruckstoffbahn3 beim Betrieb des Druckgeräts DR bei der Pausenfunktion mit Vorlauf gezeigt. Aus der Betriebsgeschwindigkeit vd wird die Bedruckstoffbahn3 für die Vorlaufzeit tv von z. B. 1 bis 3 min auf eine geringe Geschwindigkeit von vv von z. B. 0,1 m/s abgebremst. Während dieser Zeit kann die Bedruckstoffbahn3 die Feuchtigkeit und Temperatur der Umgebungsluft annehmen. Anschließend wird die Bedruckstoffbahn3 angehalten (vp = 0) z. B. für eine Pausenzeit tp = 1 min. Während dieser Pause kann z. B. ein Problem bei den Geräten der Nachverarbeitung13 behoben werden. Nach Beendigung der Pause wird die Bedruckstoffbahn3 wieder auf Betriebsgeschwindigkeit vd beschleunigt. Die Vorlaufzeit tv kann so gewählt werden, dass die Bedruckstoffbahn3 unter die Druckeinheit1 gelangt, deren Eigenschaften denen beim Druckbetrieb entsprechen und damit schon berücksichtigt worden sind. Z. B. kann die Vorlaufzeit tv so gewählt werden, dass der Bahnabschnitt BA1 (1 ) unter die Druckeinheit1 gelangt ist; oder die Vorlaufzeit tv kann auch so gewählt werden, dass die Bedruckstoffbahn3 am Ausgang des ersten Druckgeräts DR1 oder nach der Trocknungseinheit10.1 in die Druckeinheit1.2 des zweiten Druckgeräts DR2 gelangt ist. - – Aus
3c kann die Pausenfunktion mit Schleichgang entnommen werden. Aus der Betriebsgeschwindigkeit vd wird nach Auslösung der Pausenfunktion die Druckgeschwindigkeit der Bedruckstoffbahn3 auf die Schleichganggeschwindigkeit von z. B. vs = 0,001 m/s abgesenkt und während der Pause von z. B. tp = 1 min mit dieser Schleichganggeschwindigkeit vs weiter transportiert. Nach Ablauf der Pause wird die Bedruckstoffbahn3 wieder auf Betriebsgeschwindigkeit vd beschleunigt. - Bezugszeichenliste
-
- DS
- Drucksystem
- DR
- Druckgerät
- 1
- Druckeinheit
- 2
- Druckersteuerung
- 3
- Bedruckstoff
- 4
- Druckriegel
- 5
- Druckkopf
- 6
- Drehgeberwalze
- 7
- Antriebswalze
- 8
- Führungssattel
- 9
- Abzugswalze
- 10
- Trocknungseinheit
- 11
- Vorratsrolle für die Bedruckstoffbahn
- 12
- Wendeeinheit
- 13
- Gerät der Nachverarbeitung
- v
- Geschwindigkeit
- t
- Zeit
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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- Zitierte Patentliteratur
-
- EP 0788882 B1 [0001]
Claims (10)
- Verfahren zur Ausführung einer Pausenfunktion im Druckbertrieb eines Tintendrucksystems mit mindestens einem Druckgerät (DR), bei dem mit einer Druckeinheit (
1 ) mit Druckköpfen (5 ) aufweisenden Druckriegeln (4 ) eine Bedruckstoffbahn (3 ) bedruckt wird, bei dem mit Auslösung der Pausenfunktion die Vorschubgeschwindigkeit der Bedruckstoffbahn (3 ) aus der Geschwindigkeit (vd) beim Druckbetrieb für eine vorgegebene Zeitdauer auf eine vorgegebene Geschwindigkeit reduziert wird und nach Beendigung der Pausenzeit (tp) wieder auf die Geschwindigkeit (vd) beim Druckbetrieb beschleunigt wird. - Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Zeitdauer so gewählt wird, dass unter der Druckeinheit (
1 ) des Druckgeräts (DR) während der Pausenzeit (tp) und bei Beendigung der Pausenzeit (tp) die Bedruckstoffbahn (3 ) mit geeigneten Eigenschaften bezüglich der Feuchtigkeit und/oder der Temperatur vorliegt. - Verfahren nach Anspruch 2, bei dem die geeigneten Eigenschaften der Bedruckstoffbahn (
3 ) dann vorliegen, wenn sich die Bedruckstoffbahn (3 ) bezüglich Feuchtigkeit und Temperatur an die Umgebungsluft angepasst hat. - Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, bei dem nach Auslösen der Pausenfunktion in einer Vorlaufzeit (tv) die Vorschubgeschwindigkeit der Bedruckstoffbahn (
3 ) auf die vorgegebene Geschwindigkeit (vv) reduziert wird und nach Ablauf der Vorlaufzeit (tv) die Bedruckstoffbahn (3 ) für die Pausenzeit (tp) angehalten wird. - Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, bei dem nach Auslösen der Pausenfunktion für die ganze Pausenzeit (tp) die Vorschubgeschwindigkeit der Bedruckstoffbahn (
3 ) auf die vorgegebene Geschwindigkeit (vs) reduziert wird. - Verfahren nach Anspruch 4, bei dem durch eine vor der Druckeinheit (
1 ) angeordnete Drehgeberwalze (6 ) der Vorschub der Bedruckstoffbahn (3 ) gemessen wird und das Messergebnis einer Druckersteuerung (2 ) zugeführt wird, und bei dem die Vorlaufzeit (tv) so gewählt wird, dass ein vor der Drehgeberwalze (6 ) liegender Abschnitt (BA1) der Bedruckstoffbahn (3 ) zur Druckeinheit (1 ) gelangt ist. - Verfahren nach Anspruch 4, bei dem zum Bedrucken der Bedruckstoffbahn (
3 ) zwei hintereinander liegende Druckgeräte (DR1, DR2) verwendet werden, und bei dem die Vorlaufzeit (tv) so gewählt wird, dass ein im ersten Druckgerät (DR1) liegender Abschnitt der Bedruckstoffbahn (3 ) zur Druckeinheit (1.2 ) des zweiten Druckgeräts (DR2) gelangt ist. - Verfahren nach Anspruch 7, bei dem die Druckeinheit (
1 ) des jeweiligen Druckgeräts (DR1, DR2) nach Auslösen der Pausenzeit (tp) von der Bedruckstoffbahn (3 ) wegbewegt wird. - Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, bei dem die Temperatur der Druckköpfe (
5 ) der Druckeinheit (1 ) des jeweiligen Druckgeräts (DR1, DR2) nach Auslösen der Pausenzeit (tp) reduziert wird. - Verfahren nach Anspruch 7, 8 oder 9, bei dem die Bedruckstoffbahn (
3 ) zwischen den Druckgeräten (DR1, DR2) gekühlt wird.
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