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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Bremsbetätigungseinheit zum stufenlosen Einstellen einer Bremskraft einer Bremse gemäß Anspruch 1, ein entsprechendes Verfahren gemäß Anspruch 11 sowie ein Flurförderzeug gemäß Anspruch 10.
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Elektrisch betriebene Antriebseinheiten von Flurförderzeugen enthalten häufig elektrisch gelüftete Federdruckbremsen, die auf der B-Seite einer elektrischen Antriebsmaschine montiert werden. In der Regel werden diese negativ wirkenden Bremsen als Haltebremsen und Notbremsen verwendet. Wenn das Fahrzeug steht, ist die Bremse geschlossen und hält das Fahrzeug am Ort. Das Bremsmoment wird erzeugt, indem eine Ankerplatte gegen den mit einem Bremsbelag versehenen Rotor gedrückt wird. Zum Aufbringen der Betätigungskraft werden mechanische Druckfedern verwendet. Soll das Fahrzeug fahren, so wird die Bremse elektromagnetisch gelüftet. Eine Magnetspule zieht die Ankerplatte gegen die Druckfederkraft an und gibt den Rotor frei. Die Magnetspule muss so ausgelegt werden, dass das Magnetfeld stark genug ist, um die Ankerplatte anzuziehen und dabei einen Luftspalt zu überwinden.
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In Abhängigkeit vom Beladungszustand des Flurförderzeuges ist es wünschenswert, das Bremsmoment zu dosieren, besonders, wenn die Bremse als Notbremse eingesetzt wird. Eine zu starke Abbremsung des Fahrzeuges kann zu einer Gefahrensituation für den Fahrer oder andere Personen führen. Aus diesem Grund werden auch mehrstufige Federdruckbremsen eingesetzt, die belastungsabhängig unterschiedliche Bremsmomente bereitstellen können. Zweistufige Bremsen sind in
DE 8519223 U1 und
DE 3424595 C2 beschrieben. Nachteilig an diesen Lösungen ist es, dass das Bremsmoment nur in Stufen geschaltet werden kann. Eine stufenlose Regelung des Bremsmomentes in Abhängigkeit von der Beladung des Fahrzeuges ist nicht möglich.
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Das Lüftspiel und die Vorspannung der Druckfedern können einstellbar sein. Entsprechend
DE 3424595 C2 kann diese Einstellung mit Hilfe von Schrauben und Muttern erfolgen, indem die Entfernung des Magnetblock von dem Maschinenteil verändert wird. Dadurch wird einerseits das Lüftspiel eingestellt, anderseits aber auch die Vorspannung der Druckfedern verändert. Verschleißt der Reibbelag des Rotors, so kann das Lüftspiel nachgestellt werden. Zur Einstellung der Federvorspannung ist der beschriebene Mechanismus nur bedingt geeignet, da sie nicht unabhängig vom Lüftspiel vorgenommen werden kann.
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Entsprechend
DE 8519223 U1 wird die Federvorspannung zusätzlich durch einen Gewindestift eingestellt. Diese Einstellmöglichkeit ist unabhängig von der Einstellung des Lüftspiels.
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In der Schrift
DE 10 2007 028 688 A1 wird eine Federspeicherbremse vorgestellt, die sowohl Parkbrems-, als auch Betriebsbremsfunktion hat. Die negativ betätigte Parkbremse kann elektromagnetisch gelüftet werden. Die Betriebsbremse ist mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch betätigbar.
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Vor diesem Hintergrund schafft die vorliegende Erfindung eine verbesserte Bremsbetätigungseinheit sowie ein verbessertes Verfahren zum Einstellen einer Bremskraft einer Bremse mittels der Bremsbetätigungseinheit und ferner ein verbessertes Flurförderzeug gemäß den Hauptansprüchen. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.
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Die vorliegende Erfindung schafft eine Bremsbetätigungseinheit zum stufenlosen Einstellen einer Bremskraft einer Bremse, wobei die Bremsbetätigungseinheit zumindest eine mechanisch vorgespannte Feder oder ein anderes Betätigungselement, beispielsweise ein Permanentmagnet, aufweist, um in einer Bremskraftrichtung eine Kraft auf eine Ankerplatte der Bremse auszuüben und hierdurch einen Druck der Ankerplatte auf einen Rotor zu bewirken, um ein Bremsmoment zu erzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsbetätigungseinheit einen betätigbaren Kolben aufweist, der ausgebildet ist, um eine zusätzliche Kraft in der Bremskraftrichtung oder entgegen der Bremskraftrichtung auf die Ankerplatte auszuüben, um die Bremskraft der Bremse einzustellen.
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Die Bremse kann beispielsweise in ein Fahrzeug oder Flurförderzeug integriert sein und durch einen Fahrer des Fahrzeugs oder Flurförderzeugs betätigt werden, um das Fahrzeug oder Flurförderzeugs abzubremsen. Unter der Bremse kann dabei ein Mechanismus verstanden werden, der beispielsweise zwei Komponenten wie die Ankerplatte und den Rotor zusammendrückt, um mittels der so wirkenden Bremskraft das Bremsmoment zu erreichen, oder der die beiden Komponenten wie die Ankerplatte und den Rotor voreinander weg bewegt, um eine Reduktion der Bremswirkung zu erreichen. Die Bremskraftrichtung kann dabei entlang der Vorspannung der Feder und senkrecht zu einer Laufrichtung des Rotors verlaufen. Die Bremskraft kann durch die mechanische Vorspannung der Feder bereitgestellt werden. Der Kolben kann zylinderförmig ausgebildet sein. Ferner kann der Kolben beispielsweise parallel zu der Feder und in der Erstreckungsrichtung der Feder auf die Ankerplatte ausgerichtet in der Bremse angeordnet sein. Der Kolben kann z. B. die Bremskraft der Bremse reduzieren, indem er so betätigt wird, dass er die Ankerplatte entgegen der Kraft der Feder von dem Rotor weg zieht. Im anderen Fall kann der Kolben die Bremskraft der Bremse erhöhen, in dem er so betätigt wird, dass er einen zusätzlichen Druck auf die Ankerplatte ausübt. Das stufenlose Einstellen der Bremskraft über die Bremsbetätigungseinheit kann ermöglicht werden, indem der Kolben in einer Führung angeordnet und um ein vorbestimmtes Maß frei bewegbar ist.
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Ferner schafft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum stufenlosen Einstellen einer Bremskraft einer Bremse mittels einer Bremsbetätigungseinheit, wobei die Bremsbetätigungseinheit zumindest eine mechanisch vorgespannte Feder aufweist, um in einer Bremskraftrichtung eine Kraft auf eine Ankerplatte der Bremse auszuüben und hierdurch einen Druck der Ankerplatte auf einen Rotor zu bewirken, um ein Bremsmoment zu erzeugen, und wobei die Bremsbetätigungseinheit einen betätigbaren Kolben aufweist, der ausgebildet ist, um eine zusätzliche Kraft in der Bremskraftrichtung oder entgegen der Bremskraftrichtung auf die Ankerplatte auszuüben, um die Bremskraft der Bremse einzustellen, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren den folgenden Schritt aufweist:
Betätigen des Kolbens, um die zusätzliche Kraft in der Bremskraftrichtung oder entgegen der Bremskraftrichtung auf die Ankerplatte auszuüben, um die Bremskraft der Bremse einzustellen.
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Die Betätigung des Kolbens kann beispielsweise ansprechend auf ein Signal eines Steuergeräts eines Fahrzeugs oder Flurförderzeugs, in das die Bremse eingebaut ist, erfolgen.
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Die vorliegende Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass mittels einer geeigneten Einrichtung zur Bereitstellung einer zu z. B. durch mechanisch vorgespannte Federn erzeugten Betätigungskraft zusätzlichen Betätigungskraft eine Implementierung eines stufenlos einstellbares Bremsmoments, z. B. für eine Feststellbremse mit Notstoppfunktion, ermöglicht werden kann. Das entsprechende zusätzliche Bremsmoment kann hier durch eine fein bzw. stufenlos dosierbare mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch gewonnene Betätigungskraft erzeugt werden, die der Betätigungskraft durch die vorgespannte Feder überlagert wird.
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Vorteilhafterweise kann so im Falle eines Notstopps das Bremsmoment optimal auf eine aktuelle Fahrzeugmasse eingestellt sein, so dass einerseits eine vorgeschriebene Abbremsung in jedem Fall erreicht werden kann, andererseits aber das Bremsmoment nicht so groß werden kann, dass ein Fahrer bzw. eine Nutzlast des Fahrzeuges unnötig gefährdet werden.
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Eine gemäß dem hier vorgestellten Ansatz gefertigte Bremse kann z. B. vorrangig für elektrisch angetriebene Fahrzeuge oder Flurförderzeuge verwendet werden.
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In einer Weiterführung des hier vorgestellten Konzepts kann die zusätzliche Betätigungskraft beispielsweise lastabhängig aufgebracht werden.
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Gemäß einer Ausführungsform kann der Kolben durch einen mechanischen und/oder hydraulischen und/oder pneumatischen Druck betätigbar sein. Durch den mechanischen und/oder hydraulischen und/oder pneumatischen Druck kann der Kolben z. B. in der Richtung oder entgegen der Richtung der Kraft der Feder der Bremse betätigt werden. Mit der mit dieser Ausführungsform implementierten Betätigungsart des Kolbens ist auf einfache und robuste Weise insbesondere ein stufenloser und somit sehr genau dosierbarer Einsatz der zusätzlichen Bremskraft möglich.
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Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann der Kolben an der Ankerplatte fixiert sein. Hierbei kann ein Kolbenende des Kolbens einen Betätigungsbereich zum Betätigen des Kolbens bilden. Über die Verbindung des Kolbens mit der Ankerplatte kann jede Bewegung des Kolbens unmittelbar und verlustfrei an die Ankerplatte übertragen werden, so dass vorteilhafterweise eine sehr schnelle Beeinflussung der Bremskraft ermöglicht werden kann. Die Verwendung des Kolbenendes als Betätigungsbereich bietet den Vorteil, dass der Kolben in einer Führung mit einem sehr kleinen Toleranzbereich geführt werden kann, womit eine möglichst wartungsfreie Funktionalität der Bremse sichergestellt werden kann.
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Beispielsweise kann sich das den Betätigungsbereich bildende Kolbenende in der Bremskraftrichtung vorne an dem Kolben befinden. Entsprechend kann ein Betätigen des Kolbens eine Reduzierung der Kraft auf die Ankerplatte bewirken. Entsprechend dieser Ausführungsform kann die durch die Bremsbetätigungseinheit bereitgestellte zusätzliche Kraft somit entgegen der Richtung der Federkraft wirken. So kann auf einfache und schnelle Weise eine Reduzierung eines durch die vorgespannte Feder der Bremse bereitgestellten Bremsmoments der Bremse erzielt werden. Gemäß dieser Ausführungsform kann vorteilhafterweise eine Kollisionswahrscheinlichkeit eines die Bremse einsetzenden Fahrzeugs minimiert werden, da die Bremse in der Grundstellung auf ein maximales Bremsmoment eingestellt ist.
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Alternativ kann sich das den Betätigungsbereich bildende Kolbenende in der Bremskraftrichtung hinten an dem Kolben befinden. Entsprechend kann ein Betätigen des Kolbens eine Erhöhung der Kraft auf die Ankerplatte bewirken. Gemäß dieser Ausführungsform kann die durch die Bremsbetätigungseinheit bereitgestellte zusätzliche Kraft somit in der Richtung der Federkraft wirken. So kann auf einfache und schnelle Weise eine Vergrößerung eines durch die vorgespannte Feder der Bremse bereitgestellten Bremsmoments der Bremse erzielt werden. Entsprechend kann eine Verletzungsgefahr für einen Fahrer eines die Bremse einsetzenden Fahrzeugs oder Flurförderzeugs reduziert werden, da hier in einer Grundeinstellung der Bremse ein zu abruptes Stoppen des Fahrzeugs oder Flurförderzeugs vermieden werden kann.
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Günstig ist es, wenn die Bremsbetätigungseinheit einen mit dem Kolbenende gekoppelten und mit einem variierenden hydraulischen und/oder pneumatischen. Druck beaufschlagbaren Druckraum zum Bereitstellen des hydraulischen und/oder pneumatischen Drucks an den Kolben aufweist. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel kann vorteilhafterweise Bauraum gespart werden, da auf ein mechanisches Element zum Bewegen des Kolbens verzichtet werden kann. Für den Druckraum ist ein äußerst geringes Volumen ausreichend, damit dieser die Funktionalität des Bereitstellens eines Fluids bzw. von Druckluft zum Ausüben des Drucks auf das Kolbenende ausreichend erfüllen kann.
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Ferner kann der Kolben ausgebildet sein, um die zusätzliche Kraft auf die Ankerplatte entsprechend auf ein eine Last repräsentierendes Signal auszuüben. So kann vorteilhafterweise die Bremskraft ohne weiteres genau auf eine aktuell bestehende Last bzw. Beladung des Fahrzeugs oder Flurförderzeugs, in dem die Bremse eingesetzt wird, angepasst werden. Entsprechend kann eine optimale Sicherheit für Fahrer und Fracht gewährleistet werden.
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Die vorliegende Erfindung schafft ferner ein Flurförderzeug mit einer Bremsbetätigungseinheit gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche. Der Einsatz der hier vorgeschlagenen Bremsbetätigungseinheit in einem Flurförderzeug ist besonders vorteilhaft, da derartige Beförderungsmittel verstärkt in räumlich beengten Lagerhallen zum Einsatz kommen, wo aufgrund des Transports meist schwerer Ladungen bei im Allgemeinen schwierigen Rangierbedingungen für das Flurförderzeug der Bereitstellung eines genau auf eine konkrete Situation abgleichbaren Bremsmoments eine besondere Wichtigkeit zukommt.
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Gemäß einer Ausführungsform eines derartigen Flurförderzeugs kann der Kolben ausgebildet sein, um das die Last repräsentierende Signal von einem Druckübersetzer aus der Hubhydraulik zu erhalten. Bei der Last kann es sich z. B. um die Hublast des Flurförderzeugs handeln. Somit steht vorteilhafterweise ohne weiteres ein zu der Last näherungsweise proportionaler Druck zum Beaufschlagen des Kolbens quasi automatisch zur Verfügung.
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Ferner kann das Flurförderzeug dadurch gekennzeichnet sein, dass die Bremsbetätigungseinheit zur Betätigung einer Feststellbremse vorgesehen ist. So kann vorteilhafterweise die Sicherheit für Fahrer und Fracht noch weitergehend gesteigert werden. Auf diese Weise kann eine einzige Bremse in einem Fahrzeug oder Flurförderzeug sowohl als Feststellbremse als auch als Notstoppbremse eingesetzt werden, so dass eine Mehrfachfunktion der Bremse zu einer möglichen Kosteneinsparung durch den Entfall einer zusätzlichen Bremse führen kann.
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Die Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen beispielhaft näher erläutert. Es zeigen:
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1 eine Prinzipdarstellung eines Flurförderzeugs mit einer Bremsbetätigungseinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
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2 eine Querschnittsdarstellung durch die Bremse des Flurförderzeugs aus 1 mit einer Bremsbetätigungseinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
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3 eine weitere Querschnittsdarstellung durch die Bremse aus 2;
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4 eine Querschnittsdarstellung durch die Bremse des Flurförderzeugs aus 1 mit einer Bremsbetätigungseinheit gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
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5 eine weitere Querschnittsdarstellung durch die Bremse aus 4; und
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6 ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung als Verfahren.
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In der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden für die in den verschiedenen Figuren dargestellten und ähnlich wirkenden Elemente gleiche oder ähnliche Bezugszeichen verwendet, wobei auf eine wiederholte Beschreibung dieser Elemente verzichtet wird.
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Es können bei derzeit eingesetzten Flurförderzeugen stufenlos einstellbare Bremsen verwendet werden, die anstelle der mechanischen Federkraft von Schraubenfedern die Kraft von sich gegenüber stehenden Magneten zur Erzeugung der Betätigungskraft für die Reibelemente ausnutzen. Die Einstellung wird durch eine Veränderung der sich gegenüberstehenden Flächen der Magneten realisiert. Für die Einstellung ist ein Aktuator notwendig, der die Lage der Magneten zueinander verändert.
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Gemäß dem hier vorgestellten Ansatz wird eine Alternative zu dem oben genannten Bremssystem vorgeschlagen, durch die Verwendung eines Kolbens oder vergleichbaren Elementes, das ausgebildet ist, um ein durch eine vorgespannte Feder bestehendes Bremsmoment einer Bremse bedarfsgerecht zu verstärken oder zu reduzieren.
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1 zeigt in einer Prinzipdarstellung ein Flurförderzeug, dessen Bremse mit einer Bremsbetätigungseinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ausgestattet ist. Gezeigt ist ein schematisches Flurförderzeug 100, das hier als ein Gabelstapler ausgebildet ist. Alternativ kann es sich bei dem Flurförderzeug 100 auch um eine andere Form von Stapler oder z. B. um eine Zugmaschine für den Innerbetrieblichen Transport handeln. Eine Bremse 110 mit einer Bremsbetätigungseinheit gemäß dem hier vorgestellten Ansatz ist, wie in der 1 mittels einer Strichlinie gezeigt, in die Antriebseinheit der Vorderräder des Flurförderzeugs 100 integriert. Aufgrund der Darstellungsweise in 1 sind lediglich ein Vorderrad und eine Bremse 110 für den Betrachter sichtbar. Zusätzlich oder alternativ kann die Bremse 110 auch in die Hinterräder des Flurförderzeugs 100 integriert sein. Bei der Bremse 110 kann es sich hier um eine lastabhängige Feststellbremse handeln.
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2 zeigt eine Querschnittsdarstellung durch das Ausführungsbeispiel der Bremse 110 des Flurförderzeugs aus 1 mit einer Bremsbetätigungseinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
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Ein Gehäuse 1 der Bremse 110 ist drehfest mit einem Gehäuseteil 7, z. B. einem Motorgehäuse des Flurförderfahrzeugs, verbunden. Eine axial – also entlang einer in der Darstellung gezeigten Strich-Punkt-Linie – verschiebbare aber drehfest im Gehäuse 1 gelagerte Ankerplatte 3 wird mit einer Federkraft beaufschlagt, die hier durch zumindest eine Schraubenfeder 9 erzeugt wird. Die Feder(n) 9 ist/sind vorgespannt und können sich über die Gewindestifte 10, einen Magnetblock 5 und einen Deckel 6 in dem Gehäuse 1 abstützen. Damit ist in einem geschlossenen Zustand der Bremse 110 eine Mindestbetätigungskraft gegeben, die so zu bemessen ist, dass ein unbeladenes Fahrzeug eine vorgeschriebene Mindestverzögerung erreicht. Eine Bremskraftrichtung 25 der Bremse 110 ist mittels eines Pfeils in der Darstellung in 2 gekennzeichnet.
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3 zeigt ein weiteres Schnittbild der Bremse 110 des Flurförderzeugs aus 1. Hier ist ein Ausführungsbeispiel einer gemäß dem hier vorgeschlagenen Ansatz konzipierten Bremsbetätigungseinheit 30 gezeigt. Das hier gezeigte Ausführungsbeispiel der Bremsbetätigungseinheit 30 weist eine Funktionalität einer pneumatischen oder hydraulischen Druckbeaufschlagung auf und umfasst einen Kolben 11 und einen Druckanschluss 14 zur Zuführung eines pneumatischen oder hydraulischen Drucks p1 zu dem Kolben 11.
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Anhand der Darstellung in den 2 und 3 ist ersichtlich, dass der Kolben 11 sich in dem Magnetblock 5 befindet. Ein Druckraum 20 ist nach außen mit Hilfe von Dichtungen 12 und 13 abgedichtet. Wird der Druckraum 20 mit dem Druck p1 beaufschlagt, so übt der Kolben 11 eine dem Druck p1 proportionale Kraft auf die Ankerplatte 3 aus. Die Summe der Kolbenkraft und der Federkraft der Druckfeder(n) 9 entspricht der Betätigungskraft, mit der die Ankerplatte 3 einen Rotor 2 gegen das Gehäuse 1 drückt. Da Reibflächen des Rotors 2 einen Abstand zu einer Rotationsachse des Rotors 2 aufweisen, kann ein Drehmoment auf eine drehfest mit dem Rotor 2 verbundene Welle 8 übertragen werden. Das Bremsmoment, das sich aus der Summe der Federkraft, erzeugt durch die Federn 9, und der zusätzlichen Betätigungskraft, erzeugt, wie hier gezeigt durch den Druck p1 auf den Kolben 11, ergibt, kann so bemessen werden, dass das beladene Fahrzeug oder Flurförderzeug im Falle eines Notstopps mit der vorgeschriebenen oder erforderlichen Verzögerung abgebremst wird. Die Bremse 110 kann gelüftet werden, indem eine Spule 4, welche in den Magnetblock 5 eingelassen ist, bestromt wird. Das entstehende Magnetfeld zieht die Ankerplatte 3 gegen den Magnetblock 5 und gibt den Rotor 2 frei. Die Spule 4 ist insbesondere so auszulegen, dass die Magnetkraft ausreicht, um sowohl die Kraft der Feder(n) 9 als auch die zusätzlich durch den Kolben 11 aufgebrachte Kraft zu überwinden. Der Druck p1 kann z. B. direkt oder mit Hilfe eines Druckübersetzers aus einer Hubhydraulik des Flurförderzeugs gewonnen werden. Damit steht ein der Hublast näherungsweise proportionaler Druck zur Verfügung.
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4 und 5 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel der Bremse 110 mit einer hier vorgestellten Bremsbetätigungseinheit. Hier entspricht im Wesentlichen die Darstellung in 4 der Darstellung in 2 und die Darstellung in 5 der Darstellung in 3 mit dem Unterschied, dass die Feder(n) 9 in diesem Fall so ausgelegt sind, dass die Bremse 110 ohne eine zusätzliche Betätigungskraft ein Bremsmoment erreicht, mit dem das voll beladene Fahrzeug bzw. Flurförderzeug die vorgeschriebene Verzögerung erreicht. Wird an einem Druckanschluss 22 ein Druck p2 angelegt, so steht der Druck p2 auch in einem Druckraum 21 an und übt eine Kraft auf einen Kolben 15 aus. Der Kolben 15 wird an einem Sicherungsring 18 abgestützt. Dadurch wird die der Federkraft, erzeugt durch die Feder(n) 9, entgegen gerichtete Kolbenkraft auf die Ankerplatte 3 übertragen. Die Betätigungskraft, die auf die Ankerplatte 3 wirkt und dem Bremsmoment der Bremse 110 proportional ist, entspricht der Differenz aus der Federkraft, erzeugt durch die Feder(n) 9, und der Kolbenkraft, erzeugt durch den Druck p2. Um ein der Hublast proportionales Bremsmoment zu erzeugen, wird hier ein Druck p2 benötigt, der der Hublast umgekehrt proportional ist.
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Die beschriebenen und in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele sind nur beispielhaft gewählt. Unterschiedliche Ausführungsbeispiele können vollständig oder in Bezug auf einzelne Merkmale miteinander kombiniert werden. Auch kann ein Ausführungsbeispiel durch Merkmale eines weiteren Ausführungsbeispiels ergänzt werden.
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6 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung als ein Verfahren 60 zum stufenlosen Einstellen einer Bremskraft einer Bremse 110 mit Hilfe einer Bremsbetätigungseinheit 30. Hierbei weist die Bremsbetätigungseinheit 30 der 110 zumindest eine mechanisch vorgespannte Feder 9 auf, um in einer Bremskraftrichtung eine Kraft auf eine Ankerplatte 3 der Bremse 110 auszuüben und hierdurch einen Druck der Ankerplatte 3 auf einen Rotor 2 zu bewirken, um ein Bremsmoment zu erzeugen. Dabei weist die Bremsbetätigungseinheit 30 einen betätigbaren Kolben 11, 15 auf, der ausgebildet ist, um eine zusätzliche Kraft in der Bremskraftrichtung 25 oder entgegen der Bremskraftrichtung 25 auf die Ankerplatte 3 auszuüben, um die Bremskraft der Bremse 110 einzustellen. Dabei umfasst das Verfahren 60 einen Schritt 61 des Betätigens des Kolbens 11, 15, um die zusätzliche Kraft in der Bremskraftrichtung 25 oder entgegen der Bremskraftrichtung 25 auf die Ankerplatte 3 auszuüben, um hierdurch die Bremskraft der Bremse 110 einzustellen.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Gehäuse der Bremse
- 2
- Rotor
- 3
- Ankerplatte
- 4
- Magnetspule
- 5
- Magnetblock
- 6
- Deckel
- 7
- Gehäuse des Elektromotors
- 8
- Welle
- 9
- Feder
- 10
- Gewindestifte
- 11
- Kolben
- 12
- Dichtung
- 13
- Dichtung
- 14
- Druckanschluss
- 15
- Kolben
- 16
- Dichtung
- 17
- Dichtung
- 18
- O-Ring
- 19
- Sicherungsring
- 20
- Druckraum
- 21
- Druckraum
- 22
- Druckanschluss
- 25
- Bremskraftrichtung
- 30
- Bremsbetätigungseinheit
- 60
- Verfahren zum stufenlosen Einstellen einer Bremskraft einer Bremse
- 61
- Schritt des Betätigens des Kolbens
- 100
- Flurförderzeug
- 110
- Bremse
- p1
- erster Druck
- p2
- zweiter Druck
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 8519223 U1 [0003, 0005]
- DE 3424595 C2 [0003, 0004]
- DE 102007028688 A1 [0006]