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Die Erfindung betrifft einen textilen Lappen zum Reinigen von glatten Flächen.
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Klettfolien werden durch zwei Teilfolien gebildet, von denen die eine eine Vielzahl dicht angeordneter, gebogener Häkchen, die andere eine Vielzahl dicht angeordneter, geschlossener Schlingen aufweist. Beim Aufeinaderdrücken der beiden Teilfolien verhaken sich die Häkchen der Häkchenfolie in den Schlingen der Schlingenfolie, sodass die beiden Teilfolien aneinander haften. Bei einem Überschreiten einer Belastungsgrenze lösen sich die Häkchen wieder aus den Schlingen. Zwei zusammenwirkende Klettfolien dienen daher in der Regel dazu, zwei Elemente, an denen sie angeordnet sind, lösbar miteinander zu verbinden. Sie werden daher in der Regel als Verschluss von Taschen, von Schuhen, zum Verbinden von Bauteilen und ähnlichem eingesetzt.
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In den
DE 20 1009 012 091 U1 und
DE 20 2010 001 202 U1 ist vorgeschlagen worden, im Abänderung des geläufigen Einsatzes von Klettfolien diese um Entfernen von Schmutzteilchen von Flächen einzusetzen. Dabei ist vorgesehen, eine einzelne Klettfolie auf einem starren Tragmittel wie einem Bürstenkörper zu befestigen, mittels dessen sie unter Druck über eine zu reinigende Fläche zu führen ist, um die Schmutzteilchen von ihr zu lösen.
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Solche starren Tragmittel begrenzen jedoch die Möglichkeit, die Klettfolie in Vertiefungen zu führen, deren Kavität größer ist als die Konvexität des Tragmittels. Außerdem bietet die Verwendung eines starren Tragmittels nicht die haptische Möglichkeit, die Einwirkung der Klettfolie auf eine Verschmutzung zu erfühlen und die Führung der Kettfolie hinsichtlich Druck und Bewegungsrichtung auf die Verunreinigung im Sinne von deren Lösen zu erhöhen.
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Der Erfindung war die Aufgabe gestellt, eine Klettfolie zum Reinigen von glatten, insbesondere auch konkaven Flächen wie insbesondere in Waschbecken, Duschwannen, Badewannen, Pfannen, aber auch von Autoscheiben oder ähnlichem einsetzbar zu machen. Es hat sich gezeigt, dass mit auf einem starren Tragmittel befestigten Klettfolien nur sehr schwer in konkave Vertiefungen zu reinigender Flächen zu kommen ist, um dort den Reinigungseffekt zu erreichen.
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Die Erfindung schlägt daher vor, eine Klettfolie als losen Reinigungslappen vorzuhalten, mit dem die beabsichtigte Reinigungswirkung von Hand leicht auch an den konkaven Flächen erreichbar ist. Die Klettfolie ist so flexibel und biegsam, dass sie mit dem Finger auch in enge und tiefe Bereiche einer zu reinigenden Fläche geführt werden kann, um dort ihre Reinigungswirkung zu entfalten. Darüber hinaus bietet der Einsatz eines von Hand geführten Lappens die Möglichkeit, Verunreinigungen, die noch nicht gelöst, sind durch den Lappen hindurch zu erfühlen und den Einsatz desselben an dieser Stell zu erhöhen. Dadurch kann die Reinigungswirkung gezielt entscheidend erhöht werden.
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Bevorzugt ist vorgesehen, hierfür die Häkchen-Klettfolie einer Klettfolienkombination einzusetzen. Die Häkchen lösen Verschmutzungen sehr wirksam von Flächen, auf denen sie haften. In manchen Fällen erscheint es aber auch zweckmäßig, hierfür die Schlingen-Klettfolie einzusetzen.
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Um die Wirksamkeit der Reinigungsfunktion an die Art der Verschmutzung anpassen zu können, wird weiter vorgeschlagen, Klettfolien mit unterschiedlicher Dichte, Höhe und/oder Steifigkeit der Häkchen bzw. der Schlingen vorzuhalten.
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Da die vorgeschlagenen Waschbecken usw. nach der Benutzung in der Regel ohnehin nass sind, ist es zweckmäßig, beim Reinigen Wasser einzusetzen, auch um die gelösten Schmutzteilchen abzuschwemmen. Selbstverständlich können beim Reinigen auch Putzmittel, insbesondere auch solche fettlösender Art, zum Einsatz kommen, obwohl das in der Regel im Blick auf die Aggressivität der Häkchen bzw. Schlingen nicht erforderlich ist.
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Für die Klettfolie kann sowohl dichtes als auch weniger dichtes Gewebe oder Gewirk einsetzt werden. Als vorteilhafter hat sich weniger dichtes Gewebe oder Gewirk erwiesen, da es flexibler ist und man damit besser und leichter in Ecken und Ritzen kommt. Ferner lässt sich Schmutz aus weniger dichtem Gewebe oder Gewirk leichter auswaschen.
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Die Struktur einer Klettfolie insbesondere aus weniger dichtem, wasserdurchlässigem Gewebe oder Gewirk. Auch die glatten, drahtartigen Fäden der Klettfolie aus Kunststoff wie Nylon saugen sich nicht mit Feuchtigkeit voll, sodass die Klettfolie nach Benutzung rasch wieder trocken ist. Auch eine nasse Klettfolie ist sehr leicht, weil sie Wasser nicht aufsaugt. Beim Aufhängen einer nassen Klettfolie tropft sie nicht, weil Wasser bis zum schnellen Austrocknen in ihr verharrt. Die Klettfolie bietet auch für Bakterien und Keime kein Biotop, da seine Fäden sehr glatt und rasch wieder trocken sind.
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Eine Beschädigung empfindlicher Flächen ist praktisch ausgeschlossen, da der Kunststoff – in der Regel Nylon –, aus dem die Häkchen bestehen, weicher als fast alle zu reinigenden Oberflächen ist.
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Für die Lappen ist eine Größe von 10 cm bis 15 cm zweckmäßig. Es wird vorgeschlagen, die in Gebinden von bis zu 10 Stück anzubieten, wobei ein Gebinde Lappen mit unterschiedlicher Aggressivität umfassen kann. So kann ein Gebinde der genannten Größe drei feinere Lappen, vier mittlere Lappen und drei gröbere Lappen umfassen.
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In den Figuren der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen
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1 bis 3 die Seitenansichten dreier unterschiedlicher Häkchen-Klettfolien;
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4 die Draufsicht auf Abschnitte eines Sets dreier unterschiedlicher Reinigungslappen.
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Die Reinigungslappen 1 bestehen erfindungsgemäß nur aus Klettfolie 2.
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In den 1 bis 3 sind Klettfolien 2x der Deutlichkeit halber in vergrößertem Maßstab dargestellt. Wie erkennbar, weisen diese Klettfolien ein Grundgewebe oder ein Grundgewirk 3 auf, aus dem Häkchen 4x nach oben abstehen. Derartige Klettfolien werden als Polgewebe oder Polgewirk hergestellt und die Polschlingen anschließend aufgeschnitten, sodass von ihnen die zum Grundgewebe bzw. zum Grundgewirk zurückgebogenen Häkchen 4x verbleiben – die kurzen verbleibenden Stümpfe der Polschlingen sind hier ohne Bedeutung und daher nicht dargestellt.
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Eine erste Klettfolie 21 der 1 weist Häkchen 41 mittlerer Höhe auf. Dagegen ist die Klettfolie 22 der 2 mit Häkchen 42 geringerer Höhe ausgestattet und für Flächen mit geringerer oder leichter entfernbarer Verschmutzung vorgesehen. Die Klettfolie 23 der 3 weist wieder Häkchen 43 in Höhe der Klettfolie 21 der 1 auf, jedoch aus Polfäden größerer Dicke und damit größerer Steifheit und in geringerer Dichte. Die Reinigungswirkung dieser Folie ist daher stärker als diejenige der 2.
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Die Häkchen 4 stehen in geläufigen Klettfolien in unterschiedlichen Richtungen, was in den 1 bis 3 durch die einander entgegen stehenden Häkchen angedeutet ist. Diese zufällige Ausrichtung der Häkchen ist für die Reinigungswirkung der Reinigungslappen insofern von Wichtigkeit, als deren Reinigungswirkung nicht von der Richtung ihrer Bewegung über die zu reinigende Fläche abhängt, sondern in allen Bewegungsrichtungen im wesentlichen gleich intensiv ist.
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Aus den Darstellungen ergibt sich, dass durch beliebige Variation der Höhe, der Stärke und der Dichte der Häkchen 4x unterschiedliche Aggressivität der Klettfolien 2x erreicht werden kann. Es versteht sich, dass außer den dargestellten Kombinationen noch eine Vielzahl weiterer Ausführungsformen möglich sind. So versteht sich, dass ein weiterer veränderbarer Parameter in dem Material der Häkchen besteht. Für diese wird glatter, drahtartiger Kunststoff wie Nylon, Perlon oder ähnlichem vorgeschlagen.
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In der Zeichnung sind die Reinigungs-Klettfolien 4x als Häkchen-Klettfolien dargestellt. Es ist jedoch auch möglich, als Reinigungs-Klettfolien Klettfolien mit nicht aufgeschnittenen Polfäden oder die in Klettverbindungen mit den Häkchen-Klettfolien zusammenwirkenden Schlingen-Klettfolien einzusetzen Durch das Fehlen der Häkchen sind diese Klettfolien weniger aggressiv als die Häkchen-Klettfolien und eignen sich für das Reinigen von empfindlicheren Objekten aus Kunststoff, mit Farbanstrich oder von Holz oder dergleichen.
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Es sei erwähnt, dass Klettfolie ohne weiteres auch mit Polfäden oder Schlingen auf beiden Seiten hergestellt werden kann. Dies bietet die Möglichkeit, einen beidseitigen Reinigungslappen und diesen gegebenenfalls mit unterschiedlicher Klettfolie auf Vorder- und Rückseite zu fertigen.
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Erfindungsgemäß ist vorgesehen, den Reinigungslappen 1x Abmessungen von 10 cm bis 15 cm Länge und Breite zu geben. Für manche Einsatzfälle können auch andere Abmessungen zweckmäßig sein. Die Ecken der Lappen 1x können gerundet sein.
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Für die praktische Anwendung ist das Vorhalten von Reinigungslappen 1x mit unterschiedlichen Ausführungsformen der Reinigungs-Klettolien 2x vorgesehen. In 4 ist beispielhaft ein Set 5 mit Reinigungslappen 11, 12, 13 dreier unterschiedlicher Klettfolien-Ausführungen dargestellt. Die Klettfolie des Reinigungslappens 11 entspricht in etwa der Klettfolie 22 wie sie in 2 wiedergegeben ist – sie weist kleine, dicht stehende Häkchen 42 auf und ist zum Reinigen von Oberflächen vorgesehen, die geringe, leicht entfernbare Verschmutzungen aufweisen. Dagegen ist der Reinigungslappen 12 mit größeren Häkchen 41 wie etwa die Klettfolie 21 der 1 versehen, die eine stärkere Reinigungswirkung aufweisen. Der Reinigungslappen 13 schließlich ist mit Häkchen 43 ausgestattet, die in ihrer Höhe etwa derjenigen der Klettfolie 21 entsprechen, jedoch dicker und damit steifer sind. Dieser Reinigungslappen 13 ist zum Reinigen von stark verschmutzten Flächen vorgesehen, von denen sich die Verunreinigungen nur schwer lösen lassen.
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Das Set 5 der 4 kann beispielsweise zwei Reinigungslappen 11, vier Reinigungslappen 12 und einen Reinigungslappen 13 aufweisen. Das Set kann auch andere Anzahlen von Reinigungslappen und Reinigungslappen anderer Klettfolien-Ausführung umfassen. Es kann speziell für den vorgesehenen Verwendungszweck zusammengestellt werden.
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Zur leichteren Unterscheidung der unterschiedlichen Lappen 1x eines Satzes 5 können diese auf ihrer Rückseite mit Kennbuchstaben oder Kennziffern versehen oder unterschiedlich eingefärbt sein.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Reinigungslappen (mit Indizes)
- 2
- Klettfolie (mit Indizes)
- 3
- Grundgewebe/gewirk
- 4
- Häkchen (mit Indizes)
- 5
- Set von Reinigungslappen
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 201009012091 U1 [0003]
- DE 202010001202 U1 [0003]