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TECHNISCHES GEBIET
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Diese Anmeldung betrifft einen Fahrzeugsitz.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Kraftfahrzeuge lassen sich mehr und mehr an Kundenwünsche anpassen, um den Wertvorstellungen und Prioritäten der Kunden Rechnung zu tragen. Fahrzeugbesitzer wünschen im Allgemeinen die Flexibilität, ein Fahrzeug so zu konfigurieren, dass es ihren spezifischen Bedürfnissen entspricht. So wird beispielsweise von Kunden die Möglichkeit geschätzt, die Rücksitze umzuklappen, um mehr Laderaum im hinteren Fahrzeugbereich zu schaffen. Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit des Fahrzeugs sind ebenfalls für die meisten Fahrzeugbesitzer von Bedeutung.
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Aus der
DE 10 2007 023 370 A1 ist eine Sitzvorrichtung für ein Kraftfahrzeug bekannt geworden, deren Sitzfläche aus gelenkig miteinander verbundenen Lamellen vergleichbar einem Rollladen besteht, die beiderseits in seitlichen Führungsschienen geführt werden. Die Sitzfläche ist in einer Stauposition auf einer Welle unterhalb des Fahrzeugbodens aufgewickelt. In die Gebrauchsposition wird die Sitzfläche überführt, indem an ihrer letzten Lamelle gezogen wird, wobei sie durch die Führungsschienen geführt wird. Die Lamellen sind mit einer Schaumstoffschicht beschichtet, um den Fahrzeuginsassen ein wenig Sitzkomfort zu bieten.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, den aus der
DE 10 2007 023 370 A1 bekannten Fahrzeugsitz dahingehend weiterzuentwickeln, dass den Fahrzeuginsassen mehr Sitzkomfort geboten wird.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Diese Aufgabe wird mit einem Fahrzeug gelöst, das die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.
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Es wird also ein Fahrzeug mit Sitzbereitstellung ”für den Bedarfsfall” geschaffen, d. h. mit Sitzen, die nur dann verfügbar sind, wenn sie benötigt werden. Dies ermöglicht ein maximales Laderaumvolumen im Fahrgastraum, wenn die Sitze nicht benötigt werden. Der Sitz ist leichtgewichtig und kompakt, wodurch das verfügbare Laderaumvolumen maximiert wird und die Auswirkung auf die Masse des Fahrzeugs und somit auf dessen Wirtschaftlichkeit minimiert wird. Der Sitz ist flexibel, so dass er im Inneren einer Karosseriestruktur, die den Fahrgastraum definiert, beispielsweise in Seitenverkleidungsblechen oder einem Fahrzeugboden, verstaut werden kann. Die Karosseriestruktur stützt den flexiblen Sitz in einer Verwendungsstellung, in welcher sich der flexible Sitz von der Karosseriestruktur in den Fahrgastraum hinein erstreckt. Im Inneren der Karosseriestruktur angebrachte Rollenmechanismen ermöglichen es, den Sitz in den Fahrgastraum hinein auszufahren und wieder zurückzuziehen. Der Sitz kann aufblasbar sein und kann pneumatischen Schaum umfassen.
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Die obigen Merkmale und Vorteile sowie andere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung erschließen sich mit größerer Deutlichkeit aus der nachfolgenden, detaillierten Beschreibung der besten Umsetzungsarten der Erfindung in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen.
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KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1 ist eine schematische, perspektivische, in Fragmentansicht dargestellte Veranschaulichung einer ersten Ausführungsform eines Fahrzeugs mit Sitzen für den Bedarfsfall;
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2 ist eine schematische, perspektivische, in Fragmentansicht dargestellte Veranschaulichung des Fahrzeugs aus 1 mit den Sitzen in Verwendungsstellung;
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3 ist eine schematische, perspektivische, in Fragmentansicht dargestellte Veranschaulichung des Fahrzeugs aus 1 und 2;
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4 ist eine schematische, perspektivische, in Fragmentansicht dargestellte Veranschaulichung einer anderen Ausführungsform eines Fahrzeugs mit einem Sitz für den Bedarfsfall;
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5 ist eine schematische, in fragmentarischer Seitenansicht dargestellte Veranschaulichung des Fahrzeugs samt Sitz aus 4, welche die Kopfstütze gestrichelt in einer im Dach verstauten Stellung zeigt, und welche teilweise fragmentiert ist, um pneumatischen Schaum im Inneren des Sitzes zu zeigen;
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6 ist eine schematische, in fragmentarischer Rückansicht dargestellte Veranschaulichung der Kopfstütze des Fahrzeugs aus 4 und 5 in einer Gebrauchsstellung, wobei die Sitz-Rückenlehne gestrichelt als an der Kopfstütze aufgehängt gezeigt ist;
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7 ist eine schematische, in fragmentarischer Perspektivansicht dargestellte Veranschaulichung des Bodens des Fahrzeugs aus 4–6, wobei der Sitz durch einen Rollenmechanismus unter den Boden zurückgezogen ist;
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8 ist eine schematische, in fragmentarischer Perspektivansicht dargestellte Veranschaulichung des Bodens des Fahrzeugs aus 4–7, wobei sich ein Verriegelungselement in einer Gebrauchsstellung befindet und die Sitzfläche des Sitzes einen J-Stab aufweist, der so positioniert ist, dass er mit dem Verriegelungselement zusammenpasst.
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BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
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In den Zeichnungen, auf welche nun Bezug genommen wird und in denen sich gleiche Bezugszahlen über die verschiedenen Ansichten hinweg auf gleiche Bauteile beziehen, zeigt 1 einen Abschnitt eines Fahrzeugs 10. Es ist im Speziellen eine Karosseriestruktur veranschaulicht, die einen Ladeboden 12 und einander gegenüberliegende Seitenverkleidungsbleche 14A, 14B umfasst. Der Ladeboden 12 und die Seitenverkleidungsbleche 14A, 14B definieren zum Teil einen Fahrgastraum 16. Ein hinterer Abschnitt des Fahrgastraums 16 ist in 1 gezeigt, in welcher ein Bereich hinter einem Lenkersitz und einem vorderen Beifahrersitz (nicht gezeigt) dargestellt ist.
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Das Fahrzeug 10 weist eine Fahrzeugsitzanordnung 20 auf, welche zwei (in 1 verstaute, in 2 und 3 jedoch in Verwendungsstellung dargestellte) Sitze 22A, 22B [engl.: 22A. 22B] umfasst, die im Folgenden als ”Sitze für den Bedarfsfall” bezeichnet werden. Es sind hier zwar zwei Sitze 22A, 22B gezeigt, in alternativen Ausführungsformen kann jedoch nur ein solcher Sitz vorgesehen sein, oder es kann eine zusätzliche Reihe ähnlicher Sitze vorgesehen sein. Jeder Sitz 22A, 22B umfasst eine Sitz-Rückenlehne 36A, 36B und eine Sitzfläche 37A, 37B. Bei den Sitz-Rückenlehnen 36A, 36B und Sitzflächen 37A, 37B kann es sich jeweils um separate Bauteile handeln, die getrennt voneinander auf entsprechenden Rollen der Rollenmechanismen 28A, 28B ausfahrbar sind, oder es können diese zu einem zusammenhängenden Einzelsitz integriert sein, der mit einer einzigen Bewegung ausfahrbar ist. Wie in 1 gezeigt, ist das Fahrzeug 10 so ausgelegt, dass die Sitze 22A, 22B in das Innere von Seitenverkleidungsblechen 14A, 14B hinein zurückgezogen werden können, um in dem Fahrgastraum mehr freies Laderaumvolumen zu schaffen. Alternativ können die Sitze 22A, 22B, wie in 2 und 3 gezeigt, in Verwendungsstellung gebracht werden, um für den Bedarfsfall eine zweite oder dritte Sitzreihe bereitzustellen. Bei den Sitzen 22A, 22B kann es sich um flexible, rahmenlose Gewebebahnen handeln, die aus einer Schicht oder aus mehreren Schichten bestehen können und aufblasbar oder nicht-aufblasbar sein können.
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In 1, auf welche erneut Bezug genommen wird, ist ein Stützelement 24 schwenkbar an dem Boden 12 befestigt und in einem gemäß Pfeil B um die Schwenkachse A in eine Gebrauchsstellung verschwenkten Zustand gezeigt. In einer verstauten Stellung verläuft das Stützelement im Allgemeinen stufenlos mit dem umgebenden Boden 12 und ist es in der Vertiefung 26 untergebracht und deckt diese ab. Ein erhabener Abschnitt 27 des Bodens 12, beispielsweise ein Batterietunnel, befindet sich vor dem Stützelement 24.
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Das Fahrzeug umfasst Rollenmechanismen 28A, 28B, die an den entsprechenden Seitenverkleidungsblechen 14A, 14B befestigt sind. Die Rollenmechanismen 28A, 28B umfassen mehrere unter Federspannung stehende Rollen, die hier nicht sichtbar sind, da sie in dem Raum zwischen den Verkleidungsblechen 14A, 14B und den äußeren Verblendungen 29A, 29B, die gezeigt sind, untergebracht sind. Getrennte Rollenmechanismen können für die Sitz-Rückenlehnenabschnitte 36A, 36B und die Sitzflächenabschnitte 37A, 37B der Sitze 22A und 22B verwendet werden. Für den Fachmann ist die Funktion der unter Federspannung stehenden Rollen zum Ein- und Ausrollen eines im Allgemeinen bahnförmigen Materials leicht verständlich. Solche Rollen werden gemeinhin zum Ein- und Ausrollen von Springrollos verwendet. Ein Seitenrand des Sitzes 22A, 22B ist an den Rollenmechanismen 28A, 28B befestigt. Die äußeren Verblendungen 29A, 29B und die Seitenverkleidungsbleche 14A, 14B bilden jeweils einen entsprechenden Schlitz 30A, 30B aus, der es ermöglicht, dass die Sitze 22A, 22B von den Rollenmechanismen 28A, 28B in den Fahrgastraum 16 hinein ausgefahren werden. In 1 sind die Sitze 22A, 22B durch die Rollen der Rollenmechanismen 28A, 28B zurückgezogen, so dass sie in dem Raum zwischen den Verkleidungsblechen 14A, 14B und der Verblendungen 29A, 29B eingerollt sind. Ziehlaschen (nicht gezeigt) können sich durch die Schlitze 30A, 30B hindurch in den Fahrgastraum 16 hinein erstrecken, wenn sich die Sitze 22A, 22B in der verstauten Stellung befinden, um einen einfachen Zugriff zu den Sitzen 22A, 22B zu erlauben, damit die Sitze 22A, 22B manuell in die in 2 und 3 gezeigten Verwendungsstellungen ausgerollt werden können. In den Verwendungsstellungen erstrecken sich die Sitze 22A, 22B in Querrichtung, um den Zwischenraum zwischen den Seitenverkleidungsblechen 14A, 14B und dem erhabenen Abschnitt 27 sowie dem Stützelement 24 zu überspannen.
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Wie in 1 gezeigt, umfasst das Fahrzeug 10 Befestigungselemente 32A–32D, die an dem Boden 12 und an dem Stützelement 24 angebracht sind. Die Befestigungselemente 32A–32D sind so angepasst, dass sie die Sitze 22A, 22B in Position halten, wenn die Sitze ausgerollt und der Quere nach einwärts zu den Befestigungselementen 32A–32D gezogen sind, wie dies von den in 2 gezeigten Richtungspfeilen C1, C2, D1 und D2 angegeben ist. Die Sitze 22A–22B können J-Stäbe oder andere Verbindungsmerkmale entlang den inneren Seitenrändern aufweisen, die so ausgelegt sind, dass sie sich an den Befestigungselementen 32A–32D anbringen lassen, um die Sitze 22A, 22B in der in 2 und 3 gezeigten Verwendungsstellung festzuhalten. Ein solches J-Stab-Merkmal ist weiter unten in Bezug auf die Ausführungsform aus 4–8 beschrieben.
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Wie in 2 gezeigt, wird eine Kopfstütze 34 so betätigt, dass sie in eine Gebrauchsstellung schwenkt, und zwar beispielsweise durch eine Betätigung, welche von dem Dach aus (gezeigt in Bezug auf die Ausführungsform aus 5) oder von der benachbarten Fahrzeugseitenwand- oder Fahrzeugmittenstruktur, wie etwa dem Stützelement 24, aus erfolgt. Bezugnehmend auf 3 sind die Sitze 22A, 22B aufgeblasen in der Verwendungsstellung gezeigt. Dies kann entweder über ein Betätigungsventil erfolgen, welches automatisch Luft in die Sitze 22A, 22B einsaugt, wenn die Sitze 22A, 22B in die Verwendungsstellung ausgerollt werden, oder über eine mit dem Ventil verbindbare Handpumpe. Die Sitze 22A, 22B können aus Komfortgründen mit pneumatischem Schaum befüllt sein. Der in 5 in Bezug auf den Sitz 122 gezeigte, beispielhafte pneumatische Schaum könnte in derselben Weise auch in den Sitzen 22A, 22B verwendet werden. Wenn die Sitze 22A, 22B in die verstaute Stellung zurückgezogen werden, kann die Luft durch den von den Rollenmechanismen 28A, 28B ausgeübten Druck automatisch ausgepresst werden.
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In einer alternativen Ausführungsform können die Positionen der Rollenmechanismen 28A, 28B und der Befestigungselemente 32A–32D gegeneinander vertauscht sein, wobei die Rollenmechanismen 28A, 28B an dem Boden 12 und dem Stützelement 24 befestigt sind und die Befestigungselemente 32A–32D an den Seitenverkleidungsblechen 14A, 14B befestigt sind. In einer weiteren alternativen Ausführungsform kann es sich bei den Sitzen 22A, 22B um tragegurtartige, nicht-aufblasbare Gewebebahnen handeln. Die Rollenmechanismen 28A, 28B und die Befestigungselemente 32A, 32B können so ausgelegt sein, dass sie zwischen mehreren Stellungen beweglich sind. Beispielsweise können die Rollenmechanismen 28A, 28B, welche die Sitz-Rückenlehnenabschnitte 36A, 36B enthalten, an Verriegelungsstangen beweglich sein, die sich in drei verschiedenen Stellungen an den Seitenverkleidungsblechen 14A, 14B verriegeln lassen, so dass mehrere Sitz-Rückenlehnenstellungen eingerichtet werden können.
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Eine weitere Ausführungsform eines Fahrzeugs 110 ist in 4 gezeigt, wobei eine Sitzanordnung 120 einen Sitz 122 umfasst, der in einer Verwendungsstellung gezeigt ist. Es ist zwar nur ein Sitz 122 gezeigt, es können jedoch zusätzliche gleiche Sitze vorgesehen sein, um eine Reihe von zwei solchen Sitzen oder mehrere Sitzreihen zu bilden. Der Sitz 122 ist an einer Karosseriestruktur des Fahrzeugs, beispielsweise einem Dach 140, aufgehängt, welche eine schwenkbar damit verbundene Kopfstütze 134 umfasst. Die Kopfstütze 134 ist in 4–6 in einer Gebrauchsstellung gezeigt. Die Kopfstütze 134 kann in eine in 5 gestrichelt als 134A gezeigte, verstaute Stellung verschwenkt werden, wenn der Sitz 122 verstaut wird. In der verstauten Stellung ist die Kopfstütze 134 in einer in dem Dach 140 ausgebildeten Vertiefung 135 untergebracht. In der Verwendungsstellung ist der Sitz-Rückenlehnenabschnitt 136 des Sitzes 122 an der Kopfstütze 134 aufgehängt und ist der Sitzflächenabschnitt 137 des Sitzes 122 an einem Verriegelungselement 142 (am besten in 8 gezeigt) befestigt, das in eine verriegelte Gebrauchsstellung verschwenkt ist. Ein Boden 112 des Fahrzeugs 110 ist zum Teil in durchgehender Linie gezeigt, wobei ein abgenommener Abschnitt in gestrichelter Linie gezeigt ist. Die Fahrzeug-Karosseriestruktur mit dem Dach 140 und dem Boden 112 ist hier nur schematisch gezeigt, es versteht sich jedoch, dass diese stellvertretend für jede beliebige Fahrzeug-Karosseriestruktur ist. Die Karosseriestruktur umfasst außerdem Seitenverkleidungsbleche, auf die in 4–8 der Klarheit halber verzichtet worden ist.
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Der Sitz 122 ist funktional mit einem Rollenmechanismus 128 (in 5 und 7 gezeigt) verbunden, welcher unter dem Boden 112 angebracht ist. Der Rollenmechanismus 128 kann getrennte Rollen für die Sitz-Rückenlehne 136 und die Sitzfläche 137 umfassen. So können beispielsweise die Sitz-Rückenlehne 136 und die Sitzfläche 137 separate, unverbundene Bauteile darstellen. In 4 und 5 befindet sich der Sitz 122 in einer Verwendungsstellung, wobei er sich durch die (am besten in 7 gezeigten) in dem Boden 112 ausgebildeten Schlitze 144A, 144B hindurch erstreckt. Bezugnehmend auf 7 ist der Sitz 122 in der verstauten Stellung mittels des Rollenmechanismus 128 durch die Schlitze 144A, 144B hindurch zurückgezogen und unter dem Boden 112 verstaut. Eine Handkurbel 146 ist durch eine in dem Boden 112 ausgebildete Öffnung 148 hindurch mit dem Rollenmechanismus 128 verbunden, um ein manuelles Zurückziehen des Sitzes 122 in die verstaute Stellung zu ermöglichen. Alternativ dazu kann der Rollenmechanismus 128 auch unter Federspannung stehen, um die Sitz-Rückenlehne 136 und die Sitzfläche 137 automatisch zurückzuziehen. Mehrere Öffnungen 148 können vorgesehen sein, um die Kurbel 146 mit den separaten Rollen des Rollenmechanismus 128 für die Sitz-Rückenlehne 136 und die Sitzfläche 137 zu verbinden.
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Befindet der Sitz 122 sich in Verwendungsstellung, so kann er durch Anschließen einer in 4 gezeigten Aufblaspumpe 150 an die Ventile 152A, 152B in der Sitz-Rückenlehne 136 und in der Sitzfläche 137 aufgeblasen werden (Ventile in 7 gezeigt). Der Grad der Befüllung des Sitzes kann den Komfort-Präferenzen entsprechend durch Anschließen der Aufblaspumpe 150 angepasst werden (d. h. beim anfänglichen Aufblasen oder in weiterer Folge). Alternativ dazu können die Ventile 152A, 152B so ausgelegt sein, dass sie automatisch Luft einsaugen, wenn die Sitz-Rückenlehne 136 und die Sitzfläche 137 ausgefahren werden und der von dem Rollenmechanismus 128 ausgeübte Druck dadurch entlastet wird. Wird der Sitz 122 zurückgezogen, so presst der von dem Rollenmechanismus 128 ausgeübte Druck die Luft aus dem Sitz 122 hinaus. Der Sitz 122 kann auch mit pneumatischem Schaum 129 befüllt sein, um den Komfort weiter zu erhöhen. Eine an einem Scharnier 156 verbundene Abdeckung 154 kann nach unten geschwenkt werden, um die Schlitze 144A, 144B abzudecken, wenn der Sitz 122 verstaut ist.
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Um den Sitz 122 von der verstauten Stellung aus 7 in die Verwendungsstellung aus 4–6 überzuführen, wird die Abdeckung 154 nach oben in die Stellung gemäß 7 verschwenkt. Eine mit dem Boden 112 verbundene und sich durch eine Öffnung 160 in der Abdeckung hindurch erstreckende Verriegelung 158 kann dann verdreht werden, um die Abdeckung 154 in der offenen Stellung zu sichern. Bezugnehmend auf 8 wird das Verriegelungselement 142 anschließend durch eine in dem Boden 112 ausgebildete Öffnung 162 hindurch von einer verstauten Stellung 142A in die Gebrauchsstellung nach oben gedreht. Das Verriegelungselement 142 ist mit einer Einweg-Sperrklinke mit dem Boden verbunden, um in der Gebrauchsstellung einzurasten. Die Abdeckung 154 schafft außerdem einen konstruktiven Schutz vor aus dem hinteren Bereich des Fahrgastraums nach vorne verrutschendem Ladegut.
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Als nächstes wird ein Freigabehebel 164, der durch die Öffnung 165 in dem Boden zugänglich ist und beispielsweise durch ein Seil (nicht gezeigt) mit dem Rollenmechanismus 128 verbunden ist, in die Stellung 164A (gestrichelt dargestellt) gezogen, um die Rolle freizugeben, wodurch ein Hindurchziehen der Sitzfläche 137 durch den Schlitz 144B ermöglicht wird.
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Es können Ziehlaschen 139A, 139B vorgesehen sein, um einen einfachen Zugriff auf die Sitz-Rückenlehne 136 und die Sitzfläche 137 durch die Schlitze 144A, 144B hindurch zu ermöglichen. Die Sitz-Rückenlehne 136 und die Sitzfläche 137 könnten so ausgelegt sein, dass sie sich gleichzeitig in die Verwendungsstellung ziehen lassen, um die Anzahl der Schritte für das In-Stellung-bringen des Sitzes 122 zu reduzieren. Ein Verbindungselement 168, das als J-Stab gezeigt ist, welcher am Rand der Sitzfläche 137 befestigt ist, wird dann über das Verriegelungselement 142 geschoben, um die Sitzfläche 137 an dem Verriegelungselement 142 zu befestigen.
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Anschließend wird in 6, auf welche nun Bezug genommen wird, die Kopfstütze 134 in die Gebrauchsstellung verschwenkt. Befestigungsarme 170A, 170B werden aus Hohlräumen innerhalb der Kopfstütze 134 herausgeschoben und jeweils in der in 6 gezeigten, ausgefahrenen Stellung mittels Spannklemmen 172A, 172B festgemacht, indem die Klemmen 172A, 172B jeweils in die durch die Pfeile 173 angegebenen Richtungen verdreht werden. Die Klemmen 172A, 172B erstrecken sich durch Schlitze 174A, 174B an der Rückseite der Kopfstütze 134 hindurch. Es wird wiederum der Freigabehebel 164 aus 4 gezogen, um die mit der Sitz-Rückenlehne 136 verbundene Rolle zu lösen und ein Hindurchziehen der Sitz-Rückenlehne 136 durch den Schlitz 144A zu ermöglichen. Unter Bezugnahme auf 6 ermöglichen die am Rand der Sitz-Rückenlehne 136 ausgebildeten Schlaufen 176A, 176B ein Aufhängen der Sitz-Rückenlehne 136 an den Armen 170A, 170B, so dass letztere von der Kopfstütze 134 und dem Dach 140 gehalten wird. Die Verbindung der Kopfstütze 134 mit dem Dach 140 kann ein Mehrpositionselement, wie beispielsweise eine lösbare Einweg-Sperrklinke umfassen, welche es ermöglicht, dass die Kopfstütze 134, und damit die Sitz-Rückenlehne 136, wenn sie mit dieser verbunden ist, je nach Wahl des Sitzbenutzers in verschiedenen Winkeln in Bezug auf die Sitzfläche 137 positioniert wird. Nachdem der Sitz 122 in Verwendungsstellung gezogen worden ist, kann er wie weiter oben beschrieben unter Verwendung der Pumpe 150 aufgeblasen werden. Bei manchen Ausführungsformen wird der Sitz 122 automatisch aufgeblasen, sobald er in die Verwendungsstellung gebracht wird.
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Um den Sitz 122 in die verstaute Stellung zurückzubringen, wird der Hebel 164 zum Lösen der Rollen des Rollenmechanismus 128 erneut gezogen. Das Verbindungselement 168 wird daraufhin von dem Verriegelungselement 142 abgenommen und das Verriegelungselement 142 wird in die verstaute Stellung verschwenkt. Die Schlaufen 176A, 176B werden von den Armen 170A, 170B abgenommen und die Arme 170A, 170B werden einwärts in die Kopfstütze 134 hineingeschoben, nachdem zunächst die Klemmen 172A, 172B durch Verdrehen in die jeweiligen, von den Pfeilen 177 angegebenen Richtungen gelöst worden sind. Die Kopfstütze 134 wird dann in die verstaute Stellung 134A verschwenkt. Die Arme 170A, 170B werden wieder ausgefahren und gleiten in Aufnahmeschlitze (nicht gezeigt) hinein, die in dem Dach 140 ausgebildet sind, um die Kopfstütze 134 in der verstauten Stellung in der in dem Dach 140 ausgebildeten Vertiefung 135 sicher festzuhalten. Die Handkurbel 146 wird wiederum dazu verwendet, die Sitzfläche 137 und die Sitz-Rückenlehne 136 in die verstaute Stellung unterhalb des Bodens 112 zurückzuziehen. Alternativ dazu kann der Rollenmechanismen 128 so ausgelegt sein, dass sich die Sitz-Rückenlehne 136 und die Sitzfläche 137 automatisch zurückziehen, wenn sie von den Armen 170A, 170B bzw. von dem Verriegelungselement 142 gelöst werden. Die Sitzfläche 136 und die Sitz-Rückenlehne 137 könnten so ausgelegt sein, dass deren Rückzugsbewegung gleichzeitig erfolgt. Anschließend wird die Abdeckung 154 entriegelt und abwärts gedreht, um die Schlitze 144A, 144B abzudecken.
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Es ist festzustellen, dass zahlreiche Abänderungen an den gezeigten Ausführungsformen angebracht werden können. So handelt es sich beispielsweise bei den jeweiligen Böden 12 und 112, die in den beiden Fahrzeug-Ausführungsformen gezeigt sind, um abgestufte Böden mit unterschiedlichen Höhen vor und hinter den jeweiligen Sitzen 22, 122. Alternativ dazu könnten die gezeigten Sitze auch in einem ebenen Boden untergebracht sein. Die Schlitze 144A, 144B würden dann beispielsweise in dem ebenen Boden ausgebildet sein (d. h. es würde sich um nach oben zu dem Dach 140 hin weisende Schlitze handeln), und die Abdeckung 154 wäre eine ebene Platte. Der Rollenmechanismus 128 wäre in Bezug auf die in 5 gezeigte Stellung winkelig angepasst, um es zu ermöglichen, dass sich der Sitz 122 durch die Schlitze 144A, 144B hindurch erstreckt. Außerdem würde die Auslegung des Verriegelungselements 142 so umgestaltet, dass dieses sich anstatt durch die Öffnung 162 durch eine nach oben weisende Öffnung in dem ebenen Boden hindurch erstreckt.
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In einer jeden der Ausführungsformen umfassen die Sitze 22A, 22B, 122 keinerlei Rahmenstruktur; statt dessen dient die Fahrzeug-Karosseriestruktur, also beispielsweise der Boden 12, 112, die Seitenverkleidungsbleche 14A, 14B, und das Dach 140, als Rahmen für die Sitze 22A, 22B, 122, wobei die Sitze 22A, 22B, 122 an der Karosseriestruktur aufgehängt sind und von dieser gehalten werden. In jeder Ausführungsform können die Sitze 22A, 22B aufblasbar sein oder kann es sich um tragegurtartige, nicht-aufblasbare Sitze handeln.