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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abdeckung für Flugzeugtriebwerke mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 und ein Verfahren zum Abdecken eines Flugzeugtriebwerks mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 10.
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Im Bereich der Luftfahrt unterliegt die Wartung und Instandhaltung von Verkehrsflugzeugen einer strengen internationalen Reglementierung, um Flugbereitschaft der Fahrzeuge und Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten. So ist es gemäß internationalem Wartungs- und Instandhaltungs-Handbuch vorschriftsmäßig vorgegeben, dass aus Sicherheitsgründen Motorzugänge, insbesondere Lufteinlass- und Abgasauslassöffnungen abgedeckt werden, wenn ein Luftfahrzeug geparkt oder abgestellt wird. Damit sind die kritischen Innenbauteile der Motoren vor Umwelteinflüssen wie Regen, Eis, Schnee, Staub oder Sand geschützt, ebenso vor unerwünschtem Eindringen von Lebewesen, beispielsweise Vögeln.
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Bei Flugzeugtriebwerken, die beispielsweise mittels eines Pylons an den Tragflächen großer Verkehrsflugzeuge angebracht sind, müssen die vorderen Öffnungen der Lufteinlässe für die Turbinenschaufeln, sowie die Auslassöffnungen der Austrittsdüse abgedeckt werden. Dabei werden jeweils an die einzelnen Öffnungen angepasste Abdeckungen verwendet. Dies wird in der Regel über folien- oder stoffartige Abdeckungen (Soft-Cover) erreicht, die, im Falle der Triebwerkseintrittsöffnung, die gesamte Öffnung abdecken und an der Außenseite des Triebwerks mit Spannelementen befestigt werden. Andere häufig verwendete Abdeckungen sind formstabile, auf den Innendurchmesser der Triebwerksöffnung angepasste Abdeckungen (Hard-Cover), die in die Öffnung eingebracht werden und klemmend am Innendurchmesser positioniert sind. Dies führt dazu, dass oftmals eine große Anzahl von auf die einzelnen, von Triebwerksmuster zu Triebwerksmuster unterschiedlichen Öffnungen angepassten Abdeckungen bereitgehalten werden muss.
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Diese können sich in Anzahl und Form sehr stark unterscheiden, zumal es einen erheblichen Zeitverbrauch im Ablauf von Wartungsarbeiten erfordert, alle Abdeckungen ordnungsgemäß einzubringen. Während des Parkens müssen vorschriftsgemäß zusätzlich zum Einlass auch die Motorölkühlung und der Anti-Eis-Auslass verschlossen werden. Zu Wartungszwecken müssen jedoch äußere Zugänge geschaffen sein, beispielsweise um den Zustand der Turbinenschaufeln kontrollieren zu können oder Trockenmittel einzubringen. Außerdem müssen an Turbinentriebwerken die Zugangsklappen der integrierten Stromgeneratoren und der Motorölzugangsdeckel zugänglich bleiben.
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Derartige passformgenaue Abdeckungen für eine Vielzahl von Triebwerkstypen bereitzuhalten ist sehr kostspielig, insbesondere für kleinere Wartungsbetriebe, die mit vielen verschiedenen Motortypen zu tun haben. Aus diesem Grund wird oftmals auf passgenau hergestellte Abdeckungen verzichtet, sondern die verschiedenen Öffnungen werden lediglich mit Folie und Klebeband abgedeckt. Konventionelle Abdeckungen aufzuziehen und abzukleben erhöht somit zusätzlich den Zeitaufwand.
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Für nicht an der Tragfläche hängende Motoren, die beispielsweise zur Lagerung oder Reparatur ausgebaut sind, sind große Abdeckungen üblich, die ähnlich eines weiten, übergroßen Sackes oder Beutels den gesamten Motor vor Außeneinflüssen abschirmen.
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Die
US 2 804 903 A zeigt eine Abdeckung für ein Flugzeugtriebwerk, das über einen Befestigungspylon an einer Tragfläche eines Flugzeugs befestigt werden kann. Die Abdeckung ist einteilig ausgeführt und umfasst eine Frontseite, zwei Flankenseiten und einen Verschlussmechanismus entlang der Ränder der Flankenseiten, die derart an die äußere Form eines Flugzeugtriebwerks angepasst sind, dass die Abdeckung in einem montierten Zustand an der äußeren Oberfläche des Flugzeugtriebwerks anliegt, das Flugzeugtriebwerk vollständig umfasst und abdeckt, und der verschlossene Verschlussmechanismus die Flankenseiten miteinander verbindet.
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Die
US 2013 / 0 104 934 A1 zeigt eine Abdeckung, die ein Triebwerk abdeckt, um während eines Waschprozesses anfallendes Reinigungsmittel aufzunehmen.
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Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Abdeckung für Flugzeugtriebwerke bereitzustellen, die eine vereinfachte, weniger zeitaufwendige Handhabung ermöglicht und bei verbessertem Schutz der Motorteile Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen möglich macht.
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Zur Lösung der Aufgabe wird erfindungsgemäß eine Abdeckung für Flugzeugtriebwerke mit den Merkmalen von Anspruch 1 und ein Verfahren zur Abdeckung von Flugzeugtriebwerken mit den Merkmalen von Anspruch 10 vorgeschlagen. Weitere bevorzugte Weiterentwicklungen sind den Unteransprüchen, den Figuren und der zugehörigen Beschreibung zu entnehmen.
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Gemäß dem Grundgedanken der Erfindung wird eine Abdeckung für ein Flugzeugtriebwerk, das über einen Befestigungspylon an einer Tragfläche eines Flugzeugs befestigt ist, vorgeschlagen, die einteilig ausgeführt ist, eine Frontseite, zwei Flankenseiten und einen Verschlussmechanismus entlang der Ränder der Flankenseiten umfasst. Dabei ist die Abdeckung derart an die äußere Form eines Flugzeugtriebwerks angepasst, dass die Abdeckung in einem montierten Zustand an der äußeren Oberfläche des Flugzeugtriebwerks anliegt und das Flugzeugtriebwerk vollständig umfasst und abdeckt. Dabei verbindet der verschlossene Verschlussmechanismus die Flankenseiten miteinander und verläuft von der Frontseite entlang der unteren Kiellinie des Flugzeugtriebwerks bis zum hinteren Ende einer Aussparung für den Befestigungspylon.
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Dadurch ist es möglich, sämtliche Öffnungen des Triebwerks mit einer einzigen Abdeckung zu verschließen, womit viel Montagezeit eingespart wird gegenüber den bisher üblichen verwendeten Abdeckungen. Es bietet dabei Schutz für die Motorteile vor äußeren Einflüssen. Die Abdeckung ist von ihrer Form her an das Flugzeugtriebwerk angepasst, so dass sich eine Abdeckung jeweils für einen gesamten Triebwerkstyp herstellen lässt. Insbesondere im Linienflugverkehr sind bestimmte Flugzeugtypen und somit auch Triebwerkstypen weit verbreitet, so dass eine angepasste Abdeckung häufig Verwendung finden kann. Die erfindungsgemäße einzelne Abdeckung für das gesamte Flugzeugtriebwerk ersetzt die Vielzahl Abdeckungen, die sonst separat an jede einzelne Öffnung angebracht werden müssten und macht erstmals eine Gesamtabdeckung für am Flugzeug montierte Triebwerke möglich. Dadurch wird nicht nur der Zeitaufwand für die Montage der Abdeckung, sondern auch die Lagerhaltung stark reduziert und vereinfacht.
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Vorzugsweise umfasst der Verschlussmechanismus einen Reißverschluss. Der Reißverschluss ist weiter vorzugsweise so ausgeführt, dass zum vollständigen Schließen des Verschlussmechanismus der Schlitten des Reißverschlusses vom hinteren Ende einer Aussparung für den Befestigungspylon bis zum hinteren Ende der Abdeckung und von dort weiter entlang der unteren Kiellinie des Flugzeugtriebwerks bis zur Frontseite bewegt werden muss. Weiter ist es bevorzugt, dass der Verschlussmechanismus zweigeteilt ist und zwei separate Reißverschlüsse umfasst. Dabei ist ein oberer Reißverschluss vorgesehen, der im montierten Zustand vom hinteren Ende einer Öffnung für den Befestigungspylon bis an das hintere Ende der Abdeckung verläuft und ein unterer Reißverschluss, der im montierten Zustand von der Frontseite der Abdeckung entlang der Kiellinie des Flugzeugtriebwerks bis an das hintere Ende der Abdeckung verläuft. Damit ist trotz der Größe der Abdeckung ein einfach handhabbarer Verschlussmechanismus bereitgestellt, der mit wenig Arbeitszeit- und Arbeitskräfteaufwand eine sichere Befestigung und Abdichtung der Abdeckung erlaubt.
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Vorzugsweise ist die Abdeckung durch ein folienartiges, wasserdichtes Material ohne Atmungsaktivität gebildet, weiter vorzugsweise handelt es sich dabei um ein Kunststoffmaterial.
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Besonders bevorzugt ist dabei die Verwendung von PVCbeschichtetem Gewebe. Ein derartiges Material bietet ausreichend Schutz vor äußeren Einflüssen wie Regen, Schnee, Staub oder Sand. Damit ist die Abdeckung an sämtlichen Orten mit verschiedensten klimatischen Bedingungen einsetzbar.
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Vorzugsweise umfasst die Abdeckung an der Frontseite eine verschließbare Zugangsöffnung. Auch an den Flankenseiten sind vorzugsweise verschließbare Zugangsöffnungen vorgesehen, die so positioniert und dimensioniert sind, dass notwendige Wartungs- und Kontrollzugänge am Flugzeugtriebwerk auch im montierten Zustand der Abdeckung erreichbar sind. Damit ist es für das Wartungspersonal möglich, trotz montierter Abdeckung, den Zustand der Turbinenschaufeln zu überprüfen. Außerdem sind damit Wartungsöffnungen wie vorgeschrieben erreichbar, beispielsweise zum Nachfüllen von Trockenmitteln. Die Dimensionierung und Positionierung der Öffnungen an den Flankenseiten sind an die jeweiligen Triebwerkstypen angepasst, so dass vorschriftsgemäß die internen Stromgeneratoren und Motorölzugangsdeckel zugänglich bleiben.
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Diese Zugangsöffnungen sind insbesondere mit Reißverschluss oder Klettverschluss oder Verklebung verschließbar. Damit ist gewährleistet, dass die Zugänglichkeit schnell und unkompliziert hergestellt werden kann, sowie dass bei Nichtgebrauch ein zuverlässiger Verschluss der Öffnungen sichergestellt ist.
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Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn an der Abdeckung Kranösen vorgesehen sind. Dies ist hilfreich bei der Montage der Abdeckungen, da die Abdeckung aufgrund ihrer Größe natürlich sehr unhandlich ist. Das Bodenpersonal kann mithilfe eines Kranauslegers, beispielsweise in einer Wartungshalle, in einfacher Weise die Abdeckung an ihren Bestimmungsort auf dem Flugzeugtriebwerk bringen.
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Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Abdecken eines Flugzeugtriebwerks mit einer erfindungsgemäßen Abdeckung beginnt zunächst damit, dass die Frontseite und die Flankenseiten gerafft und zusammengefaltet werden, bzw. dass die Abdeckung in einem zusammengefalteten Zustand bereitgestellt wird. Danach wird die Abdeckung auf der Oberseite eines Flugzeugtriebwerks um einen Befestigungspylon herum positioniert. Anschließend wird der Verschlussmechanismus vom hinteren Ende des Pylons bis zum hinteren Ende der Abdeckung verschlossen. Dadurch liegt die Abdeckung nun positionsfest fixiert auf der Oberseite des Flugzeugtriebwerks und bildet nur eine Durchlassöffnung für den Befestigungspylon. Anschließend werden die Frontseite und die Flankenseiten entfaltet. Dabei legt sich die Abdeckung durch ihr Eigengewicht um das Flugzeugtriebwerk, so dass die Frontseite der Abdeckung die vordere Triebwerkseinlassöffnung abdeckt und sich die Flankenseiten entlang der Seitenflächen des Flugzeugtriebwerks erstrecken. Abschließend wird der Verschlussmechanismus an den Rändern der Flankenseiten entlang der Kiellinie des Flugzeugtriebwerks vollständig verschlossen.
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Die Erfindung wird im Folgenden anhand bevorzugter Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren erläutert. Dabei zeigt
- 1 ein Flugzeugtriebwerk an einer Tragfläche hängend mit Abdeckungen nach dem Stand der Technik;
- 2 ein Flugzeugtriebwerk an einer Tragfläche hängend mit einer erfindungsgemäßen Abdeckung;
- 3 ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Abdecken eines Flugzeugtriebwerks an einer Tagfläche.
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Ein Flugzeugtriebwerk 1 (1) ist an einer Tragfläche 2 eines Flugzeugs mittels eines Befestigungspylons 3 befestigt. Dabei verlaufen innerhalb des Befestigungspylons 3 alle für den Betrieb des Triebwerks 1 relevanten Verbindungen und Versorgungsleitungen wie etwa Treibstoffleitungen, Stromversorgung, Steuer- und Signalkabel. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Positionsangaben wie oben, unten, vorne, und hinten sich auf ein an der Tragfläche 2 befindliches Flugzeugtriebwerk 1 beziehen, wobei vorne, der Seite des Triebwerks 1, die in Richtung des Cockpits des Flugzeugs bzw. der üblichen Bewegungsrichtung zeigt, entspricht. An der Vorderseite des Triebwerks 1 ist eine Öffnung 4, die als Lufteinlass für das Triebwerk 1 dient. Am hinteren Ende 5 des Triebwerks 1 befinden sich zumeist mehrere Öffnungen, die als Austrittsöffnungen 6 für die verschiedenen Abgas- bzw. Abluftströme des Motors dienen. Diese hinteren Öffnungen 6 sind oftmals konzentrisch um eine zentrale, von der Frontseite zum hinteren Ende des Triebwerks 1 verlaufende Achse, der sogenannten Haupt- oder Rotationsachse des Treibwerks 1, angeordnet und können versetzt entlang der Achse angeordnet sein. Zwischen der Öffnung 4 an der Frontseite und dem hinteren Ende des 5 Triebwerks 1 erstrecken sich annähernd zylinderförmige Mantelflächen 7, die ein Gehäuse bilden, so dass der Motor an sich seitlich vollständig umschlossen wird.
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An diesen Mantelseiten 7 sind Zugänge 8 vorgesehen, um einzelne Motorkomponenten und Betriebsmittel kontrollieren und warten zu können, ohne dass das Gehäuse abmontiert werden muss. Beispielsweise Motorölzugangsdeckel oder Zugangsklappen der integrierten Stromgeneratoren. Gemäß dem internationalen Wartungs- und Instandhaltungshandbuch (AMM - „Aircraft Maintenance Manual“) müssen aus Sicherheitsgründen Motorzugänge, insbesondere Lufteinlass- und Abgasauslassöffnungen 4,6 abgedeckt werden, wenn ein Luftfahrzeug für längere Zeit geparkt oder abgestellt wird. Damit sind die kritischen Innenbauteile der Motoren vor Umwelteinflüssen wie Regen, Schnee, Eis, Staub oder Sand geschützt.
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Dafür werden im Stand der Technik einzelne, an die jeweilige Form der Öffnungen angepasste Abdeckungen verwendet, die dementsprechend in großer Zahl für sämtliche Öffnungen der unterschiedlichen Triebwerkstypen vorgehalten werden müssen. Das sind zum einen Abdeckungen 9, die auf die jeweiligen Innendurchmesser der Öffnungen angepasst sind und in den Öffnungen festgeklemmt werden und zum anderen folien- oder stoffartige Abdeckungen 10, die über die Öffnungen 4 gestülpt werden und an der Außenseite des Triebwerks 1 befestigt werden, etwa durch Verklebung oder mit Spannelementen/Spannseilen 11. Da dieses Vorgehen oftmals zu kostspielig und zu aufwendig ist, wird häufig auf passgenaue Abdeckungen verzichtet. Die Öffnungen 4,6 werden dann lediglich mit Folie und Klebeband abgedeckt.
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Durch die erfindungsgemäße Abdeckung 12 (2) ist es möglich, sämtliche Öffnungen 4,6 des Triebwerks 1 mit einer einzigen Abdeckung 12 zu verschließen. Die Abdeckung 12 ist von ihrer Form her an das Flugzeugtriebwerk 1 angepasst, so dass sich eine Abdeckung 12 jeweils für einen gesamten Triebwerkstyp oder Gruppen von Triebwerkstypen mit ähnlicher äußerer Form herstellen lässt, ohne Rücksicht auf die exakte Form der einzelnen Öffnungen 4,6 nehmen zu müssen. Die Abdeckung 12 ist einteilig ausgeführt und umfasst im Wesentlichen eine Frontseite 13, die zum Verschließen der vorderen Lufteinlassöffnung 4 ausgebildet ist sowie eine Mantelfläche 14, die sich im montierten Zustand um die Außenseite des Triebwerks 1 legt. Die Mantelfläche 14 umfasst dabei zwei Abschnitte, eine linke Flankenseite und eine rechte Flankenseite 15, die im montierten Zustand entsprechend an der linken bzw. rechten Außenseite des Triebwerks 1 anliegen. Die Mantelfläche 14 umfasst an ihrer Außenseite zusätzlich einen Verschlussmechanismus 16, also jeweils am Rand der linken und rechten Flankenseite 15, um einen vollständigen Verschluss der Abdeckung 12 um das Triebwerk 1 zu gewährleisten. Die Frontseite 13 ist, entsprechend der üblichen runden Form der vorderen Lufteinlassöffnung 4 ebenfalls rund geformt und schließt an dessen runden Rand an die Mantelfläche 14 an. Im Herstellungsprozess kann die Abdeckung 12 effizient mehrteilig ausgeführt werden und die einzelnen Komponenten werden miteinander verbunden, beispielsweise durch Verschweißung oder Verklebung.
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Die Abdeckung 12 ist vorzugsweise durch ein folienartiges, wasserdichtes Material gebildet, das auch idealerweise keine oder nur geringe Atmungsaktivität aufweist, um einen ausreichenden Schutz vor Umwelteinflüssen zu gewährleisten, vorzugsweise handelt es sich dabei um ein Kunststoffmaterial. Dieses Material kann beispielsweise durch PVC-beschichtetes Gewebe gebildet sein. Dabei ist die Abdeckung 12 vorzugsweise einfarbig und unauffällig ausgeführt, beispielsweise in derselben Farbe wie der Flugzeugrumpf. Es sind aber auch Bedruckungen denkbar, beispielsweise eine Imitation der Schaufelblätter auf der Frontseite 13. Die Abdeckung 12 kann aber auch individuell bedruckt sein, beispielsweise mit auffälligen Farben, Bildern oder Logos.
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Der Verschlussmechanismus 16 ist vorzugsweise durch einen Reißverschluss gebildet. Der Reißverschluss 16 beginnt dabei am untersten Punkt 17 der Frontseite 13, wo die linke und die rechte Flankenseite 15 der Mantelfläche 14 wieder aufeinander stoßen. Die Abdeckung 12 lässt sich dann entlang der unteren Kiellinie 18 des Triebwerks 1 verschließen, indem die Ränder der linken und der rechten Flankenseite 15 mit dem Reißverschluss 16 miteinander verbunden werden. Die Form der Abdeckung 12 ist an die genaue Passform des Triebwerks 1 angepasst, so dass der Verschluss 16 bis hin zur hinteren Spitze 5 der Abgasdüse 2 verläuft und darüber hinaus auf der Oberseite des Triebwerks 1 wieder nach vorne. Jedoch verläuft der Verschluss 16 hier nur bis zum hinteren Ende 19 des Befestigungspylons 3. Die Mantelfläche 14 ist auf der Oberseite insoweit einteilig ausgeführt, dass sie von dem oberen Ende der Frontseite 13 bis hin zum vorderen Ende 20 des Befestigungspylons 3 geschlossen verläuft. Dadurch wird im montierten Zustand der Abdeckung 12 eine Aussparung 21 für den Befestigungspylon 3 geschaffen, so dass die Abdeckung 12 dazu geeignet ist, das Flugzeugtriebwerk 1 vollständig abzudecken und zu umschließen, obwohl das Triebwerk 1 noch an der Tragfläche 2 eines Flugzeugs montiert ist.
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Es ist vorteilhaft, wenn der Verschlussmechanismus 16 zweiteilig ausgeführt ist, so dass ein oberer Verschluss 16a nur vom hinteren Ende 19 der Aussparung 21 für den Pylon 3 bis zum hinteren Ende der Abdeckung 5 reicht, und ein unterer Verschluss 16b entlang der unteren Kiellinie 18 von der Frontseite 13 bis zum hinteren Ende 5 der Abdeckung 12 verläuft. Dadurch wird zum einen die Montage erleichtert, da die Abdeckung 12, bereits wenn nur der erste Verschluss 16a verschlossen ist, im hinteren Bereich des Triebwerks 1 stabil aufliegt und gegen Verrutschen gesichert ist. Zum anderen ermöglicht eine derartige Konstruktion in einfacher Weise bei Bedarf den Zugriff auf die Öffnung 6 der hinteren Abgasdüse, indem die beiden Verschlüsse 16a,16b nur geringfügig geöffnet werden.
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Damit entsprechend der Wartungsrichtlinien auch bei einem abgedeckten Triebwerk 1 Wartungsarbeiten ausgeführt sowie Betriebsmittel geprüft und getauscht werden können, umfasst die Abdeckung 12 mehrere verschließbare Zugangsöffnungen 23. An der Frontseite 13 ist vorzugsweise eine Öffnung 23 zur Kontrolle der Schaufelblätter und zum Einbringen von Trockenmitteln vorgesehen. Auch die Flankenseiten 15 umfassen weitere verschließbare Zugangsöffnungen 23, beispielsweise um den Zugang zu den Wartungsklappen 8 der internen Stromgeneratoren zu erlauben, oder um den Motorölzugangsdeckel 8 freizulegen. Auch diese Zugangsöffnungen 23 sind vorzugsweise mittels eines Reißverschlusses verschließbar, aber auch andere Verschlussmöglichkeiten wie zum Beispiel Klettverschlüsse oder Verklebungen sind denkbar.
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An der Abdeckung 12 können Kranösen 24 eingebracht sein, so dass die Montage mittels eines Hebewerkzeugs erleichtert werden kann.
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In einfacher Weise lässt sich die Abdeckung 12 an einem Triebwerk 1 anbringen, indem die Frontseite 13 und die Flankenseiten 15 gerafft und zusammengefaltet werden und die Abdeckung 12 in diesem zusammengefalteten Zustand auf dem Triebwerk 1 positioniert wird (3). Dies kann beispielsweise mit Hilfe eines Krans, der in die an der Abdeckung vorhandenen Kranösen 24 eingreift, erleichtert werden. Aber die Abdeckung 12 lässt sich von dem Bodenpersonal auch manuell von einer erhöhten Arbeitsbühne positionieren. Die Abdeckung 12 wird um den Befestigungspylon 3 herum positioniert und vorzugsweise wird bereits der obere Verschluss 16a vom hinteren Ende 19 des Pylons 3 bis zur Spitze der Abgasdüse 5 verschlossen. Dadurch ist bereits die Aussparung 21 für den Befestigungspylon 3 gebildet und die Abdeckung 12 ist bereits gegen Verrutschen gesichert. Anschließend werden die Frontseite 13 und die Flankenseiten 15 entfaltet, so dass sie sich durch ihr Eigengewicht um das Triebwerk 1 legen. Alternativ kann die Abdeckung 12 auch bereits soweit aufgefaltet sein, dass die Frontseite 13 schon die vordere Lufteinlassöffnung 4 abdeckt, dass also die Abdeckung 12 von vorne über das Triebwerk 1 gestülpt wird.
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Anschließend wird der Verschlussmechanismus 16b an den Rändern der Flankenseiten 15 entlang der unteren Kiellinie 18 des Triebwerks 1 vollständig verschlossen.
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Vorzugsweise ist auf der Außenseite der Frontseite 13 eine optische Kennzeichnung vorgesehen, die eine korrekte Ausrichtung der Abdeckung 12 gegenüber dem Triebwerk 1 erlaubt. Bevorzugt umfasst die optische Kennzeichnung eine Linie, einen Balken oder eine ähnliche längliche Geometrie, die/der bei korrektem Anbringen der Abdeckung 12 an dem Triebwerk 1 vertikal ausgerichtet ist und die gedachte Verlängerung der Hauptachse des Triebwerks 1 kreuzt.
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Alternativ oder zusätzlich kann an der Oberseite der Abdeckung 12 zwischen der Frontseite 13 und dem vorderen Ende einer Aussparung für den Pylon 3 eine weitere optische Kennzeichnung vorgesehen sein, die eine korrekte Ausrichtung der Abdeckung 12 gegenüber dem Pylon 3 erlaubt. Bevorzugt ist hierfür eine Linie, ein Balken oder eine ähnliche längliche Geometrie auf der Oberseite der Abdeckung 12 vorgesehen, die/der sich von dem vorderen Ende einer Aussparung für den Pylon 3 in Richtung der oberen Kiellinie des Triebwerks 1 bis zur Frontseite 13 erstreckt.