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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Palette zur Aufnahme eines zu vermessenden Werkstücks für ein optisches Messgerät, ein an die Palette angepasstes optisches Messverfahren sowie ein optisches Messgerät mit einer solchen Palette.
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Die Offenlegungsschrift
DE 195 14 692 A1 offenbart ein optisches Koordinatenmessgerät, welches zusätzlich zu einer Messung eines Werkstücks in der Draufsicht mit Hilfe einer Durchlichtbeleuchtung auch eine Messung des Werkstücks in der Seitenansicht mit Hilfe einer Auflichtbeleuchtung in Kombination mit zwei Umlenkelementen ermöglicht. Die beiden Umlenkelemente sind dabei so zueinander angeordnet, dass die Seitenansicht des Werkstücks von oben mit Hilfe der Kamera durch Betrachtung des einen Umlenkelements aufgenommen wird, während auch von oben das zweite Umlenkelement durch die Auflichtbeleuchtung des Koordinatenmessgeräts beleuchtet wird. Ähnliche Vorrichtungen sind aus
US 2012/ 0 263 344 A1 ,
DD 2 39 858 A1 und
DE 199 22 544 A1 bekannt.
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Nachteilig an dem Koordinatenmessgerät der
DE 195 14 692 A1 ist jedoch, dass für eine Messung des Werkstücks in Draufsicht und in Seitenansicht sowohl eine Durchlichtbeleuchtung als auch eine Auflichtbeleuchtung benötigt wird. Koordinatenmessgeräte, die beide Beleuchtungsmöglichkeiten bereitstellen, sind in der Regel aufwändiger und daher teurer, weswegen solche Messgeräte in der Regel nicht in einer Fertigungslinie eingesetzt werden, zumal dort mehrere solcher Messgeräte benötigt werden.
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Ein weiterer Nachteil solcher Messgeräte besteht darüber hinaus darin, dass die Umlenkelemente entweder fest am Koordinatenmessgerät verbaut oder manuell hinzugefügt werden müssen. Beide Varianten führen dazu, dass das zu vermessende Werkstück für eine Messung manuell auf dem Werkstücktisch des Koordinatenmessgeräts in den Raum zwischen den Umlenkelementen hinein abgelegt werden muss. Dies führt zu einer deutlichen Erhöhung der benötigten Zeit für eine Messung, insbesondere dann, wenn das Werkstück auf dem Werkstücktisch für eine ordnungsgemäße Seitenaufnahme noch manuell gegenüber den Umlenkelementen ausgerichtet werden muss.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, diese bekannten Nachteile der Koordinatenmessgeräte des Standes der Technik zu überwinden und insbesondere eine praktikable, kostengünstige und zeitsparende Lösung bereitzustellen, mit der Werkstücke in Draufsicht und Seitenansicht in einer Fertigungslinie durch nahezu ungeschultes Personal vermessen werden können.
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Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Palette zur Aufnahme eines zu vermessenden Werkstücks für ein optisches Messgerät umfassend eine für Beleuchtungslicht des optischen Messgeräts transparente Grundplatte, wobei zwei zueinander ausgerichtete Umlenkelemente für Beleuchtungslicht auf der Grundplatte angebracht, mit der Grundplatte verbunden und / oder an der Grundplatte ausgebildet sind und wobei die beiden Umlenkelemente derart zueinander ausgerichtet sind, dass durch die Palette mit Hilfe der zwei zueinander ausgerichteten Umlenkelemente zusätzlich zu einer Draufsicht gleichzeitig auch eine Seitenansicht des zu vermessenden Werkstücks für das optische Messgerät ermöglicht wird, sofern das optische Messgerät für die Messung beider Ansichten des Werkstücks mit Durchlichtbeleuchtung betrieben wird.
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Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass auf eine Auflichtbelichtung verzichtet werden kann, wenn zumindest die Anordnung eines der Umlenkelement gegenüber der in
DE 195 14 692 A1 gezeigten Lösung umgekehrt wird, so dass für die Beleuchtung der Seitenansicht das von unten kommende Durchlicht der Durchlichtbeleuchtung genutzt werden kann. Darüber hinaus wurde erfindungsgemäß erkannt, dass durch die Nutzung einer Palette, auf der das zu vermessende Werkstück an einem anderen Arbeitsplatz vorausgerichtet werden kann, auf eine aufwändige Ausrichtung des Werkstücks auf dem Koordinatenmessgerät für die eigentliche Messung verzichtet werden kann. Hierdurch entfällt auch die Notwendigkeit eines manuellen Hineinlegens des zu vermessenden Werkstücks zwischen die Umlenkelemente am Koordinatenmessgerät.
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In einer Ausführungsform weisen die zueinander ausgerichteten Umlenkelemente der erfindungsgemäßen Palette eine Winkelabweichung hinsichtlich der Parallelität der jeweils optisch wirksamen Flächen von maximal 1° auf. Eine solche Parallelität ist selbst für hochgenaue optische Messgeräte mit einer entsprechend groß gewählten Vergrößerung des abzubildenden Objektbereichs noch ausreichend. Unter Parallelität wird hierbei die Parallelität der beiden Ebenen verstanden, in denen sich die jeweils optisch wirksamen Flächen befinden bzw. entlang derer sich die optisch wirksamen Flächen erstrecken, Parallelität bedeutet somit nicht unbedingt, dass sich die beiden optisch wirksamen Flächen in Normalen-Richtung gesehen unmittelbar gegenüberstehen und sich gegenseitig flächenmäßig abdecken müssen.
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In einer weiteren Ausführungsform lenkt eines der Umlenkelemente der erfindungsgemäßen Palette das Beleuchtungslicht mittels interner Totalreflexion um, während das andere Umlenkelement eine spiegelnde Oberfläche aufweist. Durch die Nutzung der internen Totalreflexion, zum Beispiel durch ein entsprechendes Prisma, kann zumindest auf einen Spiegel verzichtet werden, wodurch die Kosten und der Herstellungsaufwand für die Palette reduziert wird.
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In einer Ausführungsform ist die spiegelnde Oberfläche des einen Umlenkelementes der erfindungsgemäßen Palette durch eine Beschichtung eines Grundkörpers des Umlenkelementes oder durch einen auf den Grundkörper angefügten Spiegel realisiert ist. Insbesondere die alternative Lösung mittels eines angefügten Spiegels ermöglicht die Nutzung bereits separat gefertigter Spiegel. Solche Spiegel sind in verschiedensten Größen zu günstigen Konditionen verfügbar und selbst Planspiegel aus Float-Glas, wie Sie heutzutage im Privathaushalt für Badezimmer oder Möbel verwendet werden, weisen hervorragende optische Qualitäten hinsichtlich Ebenheit, Oberflächenrauheit und Versiegelung auf.
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In einer weiteren Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Palette mindestens eine, mit der transparenten Grundplatte verbundene Kufe auf. Hierdurch wird ein Verkratzen der transparenten Grundplatte der Palette beim Transport zum optischen Messgerät über ein Paletten- oder Rollensystem hinweg vermieden.
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In einer Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Palette mindestens einen für Beleuchtungslicht transparenten Anschlag für das Werkstück auf. Hierdurch kann das zu vermessende Werkstück für eine Messung lagerichtig im Hinblick auf die Umlenkelemente an der Palette ausgerichtet werden.
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In einer weiteren Ausführungsform bestehen die Grundplatte und / oder die Umlenkelemente und / oder der mindestens eine Anschlag der erfindungsgemäßen Palette im Wesentlichen aus einem Kunststoff. Hierdurch lässt sich die Palette kostengünstig ausführen.
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In einer Ausführungsform sind hierbei die Grundplatte, die Umlenkelemente und der mindestens eine Anschlag einstückig ausgeformt. Diese Ausführungsform ermöglicht die Herstellung der Palette aus einer Spritzgussform, wenn eine größere Stückzahl an Paletten gefordert ist, oder die Herstellung als Zerspanungsprodukt, wenn eine niedrigere Stückzahl an Paletten benötigt wird.
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In einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Palette sind zwei weitere, zueinander ausgerichtete Umlenkelemente für Beleuchtungslicht auf der Grundplatte angebracht, mit der Grundplatte verbunden und / oder an der Grundplatte ausgebildet, wobei durch die Palette mit Hilfe der zwei weiteren, zueinander ausgerichteten Umlenkelemente zusätzlich und gleichzeitig eine weitere, andere Seitenansicht des zu vermessenden Werkstücks für das optische Messgerät ermöglicht wird, sofern das optische Messgerät für die Messung des Werkstücks mit Durchlichtbeleuchtung betrieben wird. Hierdurch wird die Messung von mehr als nur einer Seitenansicht mittels des optischen Messgeräts durch die erfindungsgemäße Palette ermöglicht.
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Die vorliegende Aufgabe der Erfindung wird darüber hinaus erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zur Ermittlung von Koordinaten eines zu vermessenden Werkstücks mittels eines optischen Messgeräts, wobei das zu vermessende Werkstück während der Messung mittels einer Durchlichtbeleuchtung auf einer erfindungsgemäßen Palette nach einer der vorgenannten Ausführungsformen ruht, wobei die Bildinhalte der Seitenansicht des Werkstücks gespiegelt gegenüber einem Nutzer des optischen Messgeräts auf einer Anzeige dargestellt werden und / oder gespiegelt mittels einer Steuerungs- und Auswerteeinheit des optischen Messgeräts für die Ermittlung von Koordinaten des zu vermessenden Werkstücks genutzt werden und / oder gespiegelt in einem Speicher des optischen Messgeräts abgelegt werden. Die Spiegelung der Seitenansicht ist insbesondere beim Einsatz von ungeschultem Personal vorteilhaft, da sie einen direkten visuellen Abgleich mit Konstruktionszeichnungen bzw. CAD-Daten ermöglicht.
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Die vorliegende Aufgabe der Erfindung wird ferner erfindungsgemäß gelöst durch ein optisches Messgerät zur Ermittlung von Koordinaten eines zu vermessenden Werkstücks mittels einer Durchlichtbeleuchtung des zu vermessenden Werkstücks, wobei das optische Messgerät hierbei zur Lagerung des zu vermessenden Werkstücks während der Messung eine erfindungsgemäße Palette zur Aufnahme des zu vermessenden Werkstücks nach einer der vorgenannten Ausführungsformen aufweist und / oder wobei zur Messung des zu vermessenden Werkstücks das vorgenannte Verfahren eingesetzt wird.
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Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- 1 eine schematische Darstellung eines optischen Messgeräts,
- 2 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Palette, und
- 3 eine schematische Darstellung der Palette aus 2 mit Werkstück und Beleuchtung.
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In 1 ist ein Ausführungsbeispiel des neuen Messgeräts in seiner Gesamtheit mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet. Das Messgerät 10 besitzt eine transparente Palette 12a, auf dem hier ein Messobjekt bzw. ein zu vermessendes Werkstück 14 angeordnet ist. Mit der Bezugsziffer 16 ist ein Interessenbereich (ROI) bezeichnet, indem beispielsweise eine Kante des Werkstücks 14 verläuft. Beispielsweise soll die Position der Kante und/oder der Kantenverlauf gemessen werden.
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Oberhalb der Palette 12a ist eine Kamera 18 mit einem Bildsensor 20 und einer Abbildungsoptik 22 angeordnet. Die Kamera 18 blickt hier also senkrecht von oben auf das Werkstück 14, was eine typische Anordnung für solche Messgeräte ist. Alternativ oder ergänzend hierzu könnte die Kamera 18 oder eine weitere Kamera (hier nicht dargestellt) jedoch in einer anderen Orientierung relativ zu dem Messobjekt angeordnet sein.
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Der Bildsensor 20 ist in den bevorzugten Ausführungsbeispielen ein CMOS- oder CCD-Sensor mit einer Vielzahl von matrixartig angeordneten Pixeln. Die Abbildungsoptik 22 ist in bevorzugten Ausführungsbeispielen eine zumindest objektseitig telezentrische Abbildungsoptik. In einigen bevorzugten Ausführungsbeispielen ist die Abbildungsoptik 22 objekt- und bildseitig telezentrisch. Prinzipiell könnte die Abbildungsoptik 22 jedoch auch eine nicht-telezentrische Abbildungsoptik sein. In jedem Fall beinhaltet die Abbildungsoptik 22 optische Elemente (hier nicht dargestellt), insbesondere Linsen, mit deren Hilfe das Werkstück 14 in an sich bekannter Weise auf den Bildsensor 20 abgebildet wird. Die Abbildung ist in der Realität nicht ideal, d.h. die Abbildungsoptik 22 besitzt konstruktionsbedingte und/oder individuelle Abbildungsfehler, die zur Folge haben, dass das vom Bildsensor 20 aufgenommene Bild des Messobjekts 14 von dem realen Messobjekt 14 abweicht. Insbesondere kann die Abbildungsoptik 22 eine fokusabhängige Verzeichnung haben. Aufgrund der Verzeichnung kann die Kante im Interessenbereich 16 verschoben, verdreht und/oder verzerrt in dem Kamerabild erscheinen, was im Hinblick auf die Messgenauigkeit nachteilig ist. Daher ist es zur Erhöhung der Messgenauigkeit üblich, das von dem Bildsensor 20 aufgenommene Bild anhand von Kalibrierwerten rechnerisch zu korrigieren.
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Wie bei der Bezugsziffer 24 angedeutet ist, besitzt die Kamera 18 eine verstellbare Arbeitsposition bzw. einen verstellbaren Arbeitsabstand 24 relativ zu der Palette 12a und dem darauf angeordneten Werkstück 14. Der Arbeitsabstand 24 korreliert insbesondere mit der Fokussierung der Abbildungsoptik 22 auf das Werkstück 14. Unterschiedliche Fokussierungen entsprechen daher unterschiedlichen Arbeitspositionen. In einigen Ausführungsbeispielen kann die Kamera 18 senkrecht zu der Palette 12a verfahren werden, was hier mit einem Pfeil 25 angedeutet ist. Üblicherweise wird diese Verstellrichtung als Z-Achse bezeichnet. Alternativ und/oder ergänzend kann die Abbildungsoptik eine variable Fokussierung besitzen, die beispielsweise mithilfe von relativ zueinander beweglichen Linsenelementen realisiert ist. In einigen Ausführungsbeispielen kann die Kamera 18 zudem in einer horizontalen Ebene, die typischerweise als X-Y-Ebene bezeichnet wird, relativ zu der Palette 12a bzw. dem Werkstück 14 verfahren werden. In anderen bevorzugten Ausführungsbeispielen können die Kamera 18 und die Palette 12a in der X-Y-Ebene starr zueinander angeordnet sein.
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Mit der Bezugsziffer 26 ist eine Beleuchtungseinheit bezeichnet, die hier unterhalb der Palette 12a angeordnet ist. Dementsprechend ist die Palette 12a in diesem Ausführungsbeispiel lichtdurchlässig. Das Werkstück 14 ist hier zwischen der Kamera 18 und der Beleuchtungseinheit 26 angeordnet, so dass die Kamera 18 das Werkstück 14 mit einer sogenannten Durchlichtbeleuchtung aufnimmt. Alternativ oder ergänzend kann das Messgerät 10 in weiteren Ausführungsbeispielen eine sogenannte Auflichtbeleuchtung besitzen, mit der das Werkstück 14 von oben bzw. schräg zur Blickrichtung der Kamera 18 beleuchtet wird.
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Mit der Bezugsziffer 28 ist eine Auswerte- und Steuereinheit bezeichnet. Die Auswerte- und Steuereinheit 28 steuert einerseits die Arbeitsposition der Kamera 18 relativ zu dem Werkstück 14 sowie die Bildaufnahme. Andererseits ermöglicht die Auswerte- und Steuereinheit 28 die Bildauswertung und somit die Bestimmung von Messwerten, die die gesuchten dimensionalen Eigenschaften des Messobjekts repräsentieren. Darüber hinaus führt die Auswerte- und Steuereinheit 28 die Korrektur des von der Kamera 18 aufgenommenen Bildes anhand der Kalibrierwerte durch. Erfindungsgemäß kann dieses Korrekturverfahren um Werte bzw. Effekte erweitert werden, die aus der verwendeten Palette selbst herrühren. Insbesondere kann der Teilbereich der Seitenansicht bei einer erfindungsgemäßen Palette 12 (siehe 2 und 3) gespiegelt wiedergegeben werden, um einen Abgleich mit ggf. vorhandenen Zeichnungselementen oder CAD-Ansichten insbesondere für ungeschultes Personal zu erleichtern.
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Zu diesem Zweck besitzt die Auswerte- und Steuereinheit einen Prozessor 30 sowie einen oder mehrere Speicher 32, 34, 36, die mit dem Prozessor 30 kommunikativ verbunden sind. Beispielhaft ist hier ein erster Speicher 32 dargestellt, in dem die Kalibrierwerte abgelegt sind, die die individuellen Abbildungsfehler der Abbildungsoptik 22 für eine definierte Arbeitsposition 24 repräsentieren. Die Kalibrierwerte im Speicher 32 ermöglichen somit eine rechnerische Korrektur dieser Abbildungsfehler.
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Mit der Bezugsziffer 38 ist eine Anzeige bezeichnet, die einerseits eine Schnittstelle darstellt, über die ein Bediener bzw. Nutzer einen oder mehrere Interessenbereiche 16 definieren kann. In einigen Ausführungsbeispielen ist die Anzeige 38 ein Touchscreen-Monitor und der Bediener bzw. Nutzer kann anhand eines angezeigten Bildes 40 von dem Werkstück 14 einen oder mehrere Interessenbereiche 16 festlegen. In einigen Ausführungsbeispielen kann die Definition von Interessenbereichen anhand von CAD-Daten 42 erfolgen, die Soll-Eigenschaften des Werkstücks 14 repräsentieren. Alternativ oder ergänzend kann auf der Anzeige 38 ein aktuelles Bild von dem Werkstück 14 angezeigt werden und der Bediener kann Interessenbereiche 16 anhand des aktuellen Bildes definieren. Es versteht sich, dass alternativ oder ergänzend zu einem Touchscreen-Monitor eine Bedienung über eine Maus und/oder Tastatur oder ein anderes Eingabemedium möglich ist.
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In den nachfolgenden Figuren sowie in den entsprechenden Figurenbeschreibungen bezeichnen gleiche Bezugszeichen jeweils dieselben Elemente wie in 1. Allerdings sind die nachfolgend beschriebenen erfindungsgemäßen Paletten 12 nicht auf den Einsatz bei dem in 1 beschriebenen optischen Messgerät 10 beschränkt, sondern können auch bei anderen optischen Messgeräten eingesetzt werden.
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Die 2 zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Palette 12 für den Einsatz bei optischen Messgeräten entsprechend 1. Die 3 zeigt darüber hinaus eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Palette 12 mit Werkstück 14 und Beleuchtungslicht 3. Die Palette 12 der 2 bzw. 3 dient zur Aufnahme eines zu vermessenden Werkstücks 14 für ein optisches Messgerät 10 und umfasst eine für Beleuchtungslicht 3 des optischen Messgeräts 10 transparente Grundplatte 5. Die Palette 12 ist dadurch gekennzeichnet, dass zwei zueinander ausgerichtete Umlenkelemente 9; 11 für Beleuchtungslicht 3 auf der Grundplatte 5 angebracht, mit der Grundplatte 5 verbunden und / oder an der Grundplatte 5 ausgebildet sind, wobei die beiden Umlenkelemente derart zueinander ausgerichtet sind, dass durch die Palette 12 mit Hilfe der zwei zueinander ausgerichteten Umlenkelemente 9; 11 zusätzlich zu einer Draufsicht gleichzeitig auch eine Seitenansicht des zu vermessenden Werkstücks 14 für das optische Messgerät 10 ermöglicht wird, sofern das optische Messgerät 10 für die Messung beider Ansichten des Werkstücks 10 mit Durchlichtbeleuchtung betrieben wird.
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Die entsprechende Durchlichtbeleuchtung ist in
3 dargestellt. Hierbei wird die Palette 12 von unten mittels einer Beleuchtungseinheit, zum Beispiel der Beleuchtungseinheit 26 der
1, mit Beleuchtungslicht 3 durchleuchtet. Das meiste Beleuchtungslicht 3 passiert dabei die Grundplatte 5 und sorgt somit für eine ausreichende Beleuchtung der horizontalen Kanten des Werkstücks 14, welche dann von einer Kamera, zum Beispiel der Kamera 18 der
1, aufgenommen werden können. Gleichzeitig wird ein kleiner Teil des Beleuchtungslichts 3 durch das Umlenkelement 9 der Palette 12 seitlich auf das Werkstück gerichtet. Dies erfolgt bevorzugt mittels einer internen Totalreflexion innerhalb des Umlenkelementes 9. Durch diese seitliche Beleuchtung des Werkstücks 14 können nun gleichzeitig zu den horizontalen Kanten in der Draufsicht auch die vertikalen Kanten in der Seitenansicht des Werkstücks 14 durch die Kamera aufgenommen werden. Hierzu muss lediglich das Objektfeld der Kamera ausreichend groß genug gewählt werden, so dass neben der Draufsicht gleichzeitig auch die, mittels des Umlenkelements 11 in Richtung der Kamera umgelenkte Seitenansicht aufgenommen werden kann. Bevorzugt besitzt das Umlenkelement 11 zur Umlenkung des Lichts in Richtung der Kamera eine spiegelnde Oberfläche 11a. Falls ein solch großes Objektfeld der Kamera nicht möglich sein sollte, so müssen beide Ansichten nacheinander aufgenommen werden, wobei hierzu die Kamera und die Palette in horizontaler Richtung für die beiden Aufnahmen zueinander verschoben werden müssen. Hinsichtlich den Vorteilen, die eine zusätzliche Seitenansicht bei der Vermessung von dreidimensionalen Werkstücken 14 bietet, wird auf die Offenlegungsschrift
DE 195 14 692 A1 verwiesen.
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Die zueinander ausgerichteten Umlenkelemente 9; 11 der in den 2 und 3 schematisch dargestellten Palette 12 weisen bevorzugt eine Winkelabweichung hinsichtlich der Parallelität der jeweils optisch wirksamen Flächen von maximal 1° auf. Hierdurch wird gewährleistet, dass bei Kameras mit großen Objektfeldern und / oder mit entsprechend groß gewählten Vergrößerungen des abzubildenden Objektfeldes die homogene Ausrichtung des Beleuchtungslichtes für die Seitenansicht senkrecht zu den vertikalen Kanten des Werkstücks den Anforderungen für eine Kantenvermessung genügt.
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Bevorzugt wird die spiegelnde Oberfläche 11a des einen Umlenkelementes 11 durch einen auf den Grundkörper angefügten Spiegel realisiert. Insbesondere können hierdurch kostengünstige Haushaltsspiegel in passender Größe zugekauft und einfach auf der erfindungsgemäßen Palette 12 aufgeklebt werden. Darüber hinaus weist die Palette 12 der 2 und 3 bevorzugt mindestens eine mit der transparenten Grundplatte 5 verbundene Kufe 13 auf, die einerseits die Grundplatte 5 vor einem Verkratzen schützt und andererseits ein störungsfreies Abrollen der Palette 12 auf einem Zuführ- und Abführ-Paletten-System für optische Messgeräte in einer Fertigungslinie gewährleistet.
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Darüber hinaus weist die erfindungsgemäße Palette 12 der 2 und 3 bevorzugt mindestens einen für Beleuchtungslicht 3 transparenten Anschlag 15 für das Werkstück 14 auf, der es ermöglicht, dass das Werkstück in der für die Seitenansicht optimalen Ausrichtung an einem von dem optischen Messgerät separierten Arbeitsplatz auf der Palette 12 platziert wird.
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Für eine kostengünstige Realisierung der erfindungsgemäßen Palette 12 bestehen die Grundplatte 5 und / oder die Umlenkelemente 9; 11 und / oder der mindestens eine Anschlag 15 im Wesentlichen aus einem Kunststoff. Hierbei können diese Elemente bzw. die Palette einstückig ausgeformt sein.
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Dies ermöglicht eine kostengünstige Herstellung der Palette 12 in großer Stückzahl durch Abformen mittel Kunststoffspritzguss oder eine einfach, zerspanende Herstellung bei kleineren Stückzahlen.
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Darüber hinaus kann die erfindungsgemäße Palette 12 der 2 und 3 in einer Ausführungsform auch derart ausgeführt werden, dass neben einer ersten Seitenansicht auch eine zweite Seitenansicht des Werkstücks 14 aus einer anderen Blickrichtung ermöglicht wird. In dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Palette 12 sind zwei weitere, zueinander ausgerichtete Umlenkelemente für Beleuchtungslicht 3 auf der Grundplatte 5 angebracht, mit der Grundplatte 5 verbunden und / oder an der Grundplatte 5 ausgebildet, wobei durch die Palette 12 mit Hilfe der zwei weiteren, zueinander ausgerichteten Umlenkelemente zusätzlich und gleichzeitig eine weitere, andere Seitenansicht des zu vermessenden Werkstücks 14 für das optische Messgerät 10 ermöglicht wird, sofern das optische Messgerät 10 für die Messung des Werkstücks 14 mit Durchlichtbeleuchtung betrieben wird.
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Es versteht sich, dass die vorliegende Erfindung auch ein optisches Messgerät 10 zur Ermittlung von Koordinaten eines zu vermessenden Werkstücks 14 mittels einer Durchlichtbeleuchtung des zu vermessenden Werkstücks 14 entsprechen 1 umfasst, wobei das optische Messgerät 10 hierbei zur Lagerung des zu vermessenden Werkstücks 14 während der Messung eine erfindungsgemäße Palette 12 entsprechen den oben beschriebenen 2 und 3 zur Aufnahme des zu vermessenden Werkstücks 14 aufweist.