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Die Erfindung betrifft eine Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe. Ferner betrifft die Erfindung eine Sitzanordnung und eine Luftfahrzeugkabine, die eine solche Baugruppe verwenden, sowie ein damit ausgestattetes Luftfahrzeug.
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Sitzbefestigungen für Luftfahrzeuge sind in unterschiedlichen Varianten vorhanden. Meist werden mechanische Klemmverbindungen verwendet um die Sitze an dem Kabinenboden zu befestigen. Um die Montage zu vereinfachen und eine möglichst große Zahl an Passagieren unterzubringen werden in der Regel mehrere Sitze zu einer Sitzgruppe zusammengefasst. Die Sitzgruppe wird am Kabinenboden an einer Sitzschiene befestigt, die ein diskretes Raster - beispielsweise 1 Zoll - vorgibt. Dadurch dass die Sitzgruppen einzeln montiert werden müssen, ergibt sich einer Hoher Aufwand bei der Herstellung und auch beim Austausch etwaiger defekter Sitzgruppen. Ferner kann die Sitzkonfiguration, also deren kollektive Anordnung im Kabinenraum, bislang nicht von der Crew geändert werden. Zudem erlaubt auch das starre Raster keine flexible Sitzkonfiguration.
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Für den Stand der Technik wird auf die folgenden Dokumente verwiesen:
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde die Herstellung, Wartung und den Betrieb von Luftfahrzeugen zu verbessern.
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Die Aufgabe wird durch den Gegenstand der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.
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Die Erfindung schafft eine Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe, die zum Montieren eines Luftfahrzeugsitzes an einem Luftfahrzeug und zum Ausgleichen von Maßtoleranzen ausgebildet ist, wobei die Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe einen Befestigungsbereich für den Luftfahrzeugsitz und einen Fixieraktor umfasst, der ein elektroaktives Material, insbesondere ein elektroaktives Polymer, enthält, und dadurch zwischen einem fixierten Zustand, in welchem der Befestigungsbereich fixiert ist, und einem unfixierten Zustand, in welchem der Befestigungsbereich in einer Vertikalrichtung verschiebbar ist, elektrisch schaltbar ist.
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Vorzugsweise umfasst die Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe ein Luftfahrzeugsitzmontagefitting, das zum Montieren eines Luftfahrzeugsitzes eines Luftfahrzeugs an einer Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene und zum Ausgleichen von Maßtoleranzen ausgebildet ist. Es ist bevorzugt, dass das Luftfahrzeugsitzmontagefitting den Befestigungsbereich und den Fixieraktor umfasst, um dadurch zwischen einem fixierten Zustand, in welchem der Befestigungsbereich fixiert ist, und einem unfixierten Zustand, in welchem der Befestigungsbereich in einer Vertikalrichtung, die orthogonal zu einer von der Längsrichtung der Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene definierten Richtung ist, elektrisch schaltbar zu sein.
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Vorzugsweise umfasst die Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe eine Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene, die eine Schienenkrone umfasst, die ausgebildet ist ein weiteres Element der Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe, insbesondere ein Luftfahrzeugsitzmontagefitting, aufzunehmen und das weitere Element kraftschlüssig oder formschlüssig zu erfassen.
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Es ist bevorzugt, dass der Fixieraktor einen Aktorfixierbereich aufweist, der ausgebildet ist, im fixierten Zustand zum Fixieren ein weiteres Element der Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe, insbesondere ein Luftfahrzeugsitzmontagefitting oder eine Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene, formschlüssig oder kraftschlüssig zu erfassen.
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Vorzugsweise umfasst die Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe wenigstens einen sich in Vertikalrichtung erstreckenden Führungsflansch zum seitlichen Führen eines weiteren Elements der Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe, insbesondere eines Luftfahrzeugsitzmontagefittings oder einer Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene.
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Es ist bevorzugt, dass der Führungsflansch als Fittingführungsflansch an dem Luftfahrzeugsitzmontagefitting angeordnet ist. Es ist bevorzugt, dass der Fittingführungsflansch eine seitliche Aktorfläche aufweist, an der der Fixieraktor angeordnet ist. Es ist bevorzugt, dass der Fittingführungsflansch in ein weiteres Element der Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe, insbesondere eine Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene, einsteckbar ist.
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Es ist bevorzugt, dass der Führungsflansch als Schienenführungsflansch an der Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene, insbesondere an einer Schienenkrone, angeordnet ist. Es ist bevorzugt, dass der Schienenführungsflansche einen seitlichen Flanschfixierbereich umfasst, der ausgebildet ist, im fixierten Zustand ein Luftfahrzeugsitzmontagefitting, insbesondere einen Aktorfixierbereich, kraftschlüssig oder formschlüssig zu erfassen.
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Es ist bevorzugt, dass der Aktorfixierbereich und/oder der Flanschfixierbereich eine Zahnstruktur und/oder einen Reibbelag aufweist.
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Vorzugsweise umfasst die Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe wenigstens einen Stützflansch zum Stützen eines weiteren Elements der Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe, insbesondere eines Luftfahrzeugsitzmontagefittings oder einer Bodenplatte. Es ist bevorzugt, dass der Stützflansch in Horizontalrichtung vorspringt.
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Es ist bevorzugt, dass der Stützflansch als Fittingstützflansch an dem Luftfahrzeugsitzmontagefitting angeordnet ist. Es ist bevorzugt, dass der Fittingstützflansch ausgebildet ist, das Luftfahrzeugsitzmontagefitting in Vertikalrichtung zu stützen.
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Es ist bevorzugt, dass der Stützflansch als Schienenstützflansch an der Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene, insbesondere an einer Schienenkrone, angeordnet ist. Es ist bevorzugt, dass der Schienenstützflansch ausgebildet ist, eine Bodenplatte in Vertikalrichtung zu stützen.
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Es ist bevorzugt, dass in dem unfixierten Zustand der Befestigungsbereich in einer Horizontalrichtung verschiebbar ist.
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Es ist bevorzugt, dass der Fixieraktor in dem fixierten Zustand ist, wenn keine Spannung anliegt. Es ist bevorzugt, dass der Fixieraktor im unfixierten Zustand ist, solange eine Spannung anliegt.
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Es ist bevorzugt, dass der Fixieraktor beim Übergang von dem fixierten Zustand in den unfixierten Zustand in seiner Dickenrichtung schrumpft, um eine Lücke zu erzeugen, die ein Bewegen des Befestigungsbereichs erlaubt.
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Es ist bevorzugt, dass der Fixieraktor beim Übergang von dem unfixierten Zustand in den fixierten Zustand sich in seiner Dickenrichtung ausdehnt, um eine Lücke zu schließen und einen Kraftschluss oder Formschluss zu erzeugen, um eine Bewegung des Befestigungsbereichs zu verhindern.
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Die Erfindung schafft eine Sitzanordnung für eine Luftfahrzeugkabine eines Luftfahrzeugs, umfassend einen Luftfahrzeugsitz und eine bevorzugte Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe, wobei der Luftfahrzeugsitz an dem Befestigungsbereich montiert ist und mittels des Fixieraktors in der Luftfahrzeugkabine und an dem Luftfahrzeug befestigbar ist.
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Die Erfindung schafft eine Luftfahrzeugkabine, insbesondere Passagierkabine, für ein Luftfahrzeug, umfassend eine bevorzugte Sitzanordnung, wobei der Luftfahrzeugsitz mittels des Fixieraktors in der Luftfahrzeugkabine befestigt ist.
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Die Erfindung schafft ein Luftfahrzeug, insbesondere Flugzeug, mit einer bevorzugten Sitzanordnung oder einer bevorzugten Luftfahrzeugkabine, wobei der Luftfahrzeugsitz mittels des Fixieraktors an dem Luftfahrzeug befestigt ist.
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Nachfolgend werden Vorteile und Wirkungen der Erfindung näher erläutert. Es sollte beachtet werden, dass nicht alle Vorteile oder Wirkungen gleichzeitig oder gleichermaßen verwirklicht sein müssen.
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Mit dem hierin beschriebenen EAP-Schienenbefestigungselement (EAP, engl. electro active polymer) kann ein vollautomatisierter Toleranzausgleich und stufenlose Positionierung von Elementen oder Teilen während des Zusammenbauens in x, y und z-Richtung für eine werkzeuglose Fertigung, beispielsweise mittels Klemmen, ermöglicht werden.
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Das EAP-Schienenbefestigungselement kann beispielsweise durch eine elektrische Spannung betätigt werden, wodurch eine Lücke zwischen dem Schienenelement und dem Fittingelement durch einen in Dickenrichtung schrumpfenden EAP-Aktor ermöglicht wird. Ferner können hierdurch alle Toleranzen ausgeglichen werden und das Teil kann positioniert werden.
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Nach Abschalten der elektrischen Spannung, werden die EAP-Aktorelemente nicht länger betätigt, so dass diese in Dickenrichtung in Größe zunehmen und die Position des Fitttings zumindest klemmenderweise an der Innenseite der Schiene festgelegt ist.
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Ferner kann dadurch eine Feinjustage möglich sein. Die Einstellung kann mit einer Genauigkeit von besser als einem 1/10 mm erfolgen. Ferner kann eine werkzeuglose Installation und Fertigung möglich sein.
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Dies erlaubt eine genaue Positionierung der Struktur-, Kabinen- und Systemelemente. Insgesamt kann auch die Teilezahl reduziert werden, weil auf Niete oder Bolzen zur Befestigung verzichtet werden kann. Ferner ist eine zwischenschrittlose Positionierung möglich.
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Insgesamt kann mit den vorbeschriebenen Maßnahmen der Aufwand und damit die Kosten verringert und die Qualität verbessert werden.
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Die Feinjustierung der EAP-Schienenbefestigung erlaubt die Positionierung in x, y und z-Richtung mit einer Genauigkeit von besser als einem Millimeter.
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Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, dass an einem EAP-Schienenelement elektrische Spannung angelegt wird, wodurch dieses Element betätigt wird und in Dickenrichtung schrumpft. Dadurch wird das Fitting freigegeben.
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Ferner können hierdurch Toleranzen ausgeglichen werden, in dem das Fitting in der Schiene bewegt wird.
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Nach dem Abschalten der elektrischen Spannung, geht das EAP-Aktorelement wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück und vergrößert seine Dicke, so dass die Fittingposition durch ein Klemmen in der Schiene festgelegt ist. Eine Verbesserung kann in der Verwendung von Zahnstrukturen oder einem Reibbelag liegen, die den Formschluss verbessern können.
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Es ist auch möglich, dass die Fittings einzeln beispielsweise von der Crew, angesteuert werden, so dass auch während des gewöhnlichen Betriebs des Luftfahrzeugs die Sitzkonfiguration geändert werden kann. So können leere Sitze beispielsweise zusammengeschoben werden, so dass weiterer Platz für Gepäckstücke entstehen kann. Umgekehrt ist es möglich, für kleinere Personen den Sitzabstand zu verringern, während für größere Personen ein größerer Sitzabstand einstellbar ist.
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Insgesamt ist es auch denkbar durch die stufenlose Einstellung der Sitze eine oder sogar mehrere weitere Sitzreihen in der Kabine unterzubringen, ohne dass die erforderliche Beinfreiheit zu stark eingeschränkt wird. Dies ist möglich, da grundsätzlich jede Sitzgruppe mit den hierin beschriebenen Ideen an die individuellen Bedürfnisse der Passagiere anpassbar ist.
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Ausführungsbeispiele werden anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigt:
- 1 ein Ausführungsbeispiel eines Luftfahrzeugs;
- 2 ein Ausführungsbeispiel einer Passagierkabine;
- 3 ein Ausführungsbeispiel einer Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe;
- 4 eine Perspektivansicht der Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe;
- 5 ein Ausführungsbeispiel eines Luftfahrzeugsitzmontagefittings;
- 6 ein Ausführungsbeispiel einer Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene;
- 7 eine Darstellung der Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe aus 4 im unfixierten Zustand (links) und im fixierten Zustand (rechts); und
- 8 eine Perspektivansicht der Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe im unfixierten Zustand.
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Es wird zunächst auf die 1 und 2 Bezug genommen, die ein Ausführungsbeispiel eines Luftfahrzeugs 10 zeigen. Das Luftfahrzeug 10 umfasst eine Passagierkabine 12. Die Passagierkabine 12 enthält eine Mehrzahl von Luftfahrzeugsitzen 14, die zu einer Mehrzahl von Sitzgruppen 16 zusammengefasst sein können.
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Zum Befestigen der Sitzgruppen 16 ist eine Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe 18 vorgesehen, die nunmehr anhand der 3 bis 8 näher erläutert wird. Die Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe 18 umfasst eine Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20. Die Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 kann auf an sich bekannte Weise mit der Rumpfstruktur des Luftfahrzeugs 10 verbunden sein. Die Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 kann in Gestalt eines Doppel-T-Trägers 22 ausgebildet sein.
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Die Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 kann einen sich horizontal erstreckenden Schienenfuß 24 aufweisen. Von dem Schienenfuß 24 erstreckt sich vorzugsweise mittig in Vertikalrichtung ein Schienensteg 26. An dem oberen Ende des Schienenstegs 26 sind vorzugsweise zwei Schienenstützflansche 28 angeordnet, die sich ebenfalls bevorzugt in Horizontalrichtung erstrecken. Die Schienenstützflansche 28 stützen bevorzugt eine Mehrzahl von Bodenplatten 30, die mittels Schraubbefestigern 32 an der Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 befestigt sein können. Anstelle der Schraubbefestiger 32 kann auch eine andere geeignete Befestigungsart verwendet werden.
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Die Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 umfasst ferner eine Schienenkrone 34. Die Schienenkrone 34 definiert eine vertikale Aussparung 36, um ein Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 aufzunehmen.
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Die Schienenkrone 34 kann zwei Schienenführungsflansche 40 aufweisen. Die Schienenführungsflansche 40 erstrecken sich im Wesentlichen in Vertikalrichtung und entlang der von der Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 definierten Längsrichtung. Die Schienenführungsflansche 40 begrenzen zudem die Aussparung 36.
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Die Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 kann ferner einen Schienenfixierbereich 42, der ausgebildet ist das Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 kraft- und/oder formschlüssig zu erfassen, aufweisen.
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Vorzugsweise ist der Schienenfixierbereich 42 an seitlichen vertikalen Flächen der Schienenführungsflansche 40 vorgesehen und der Aussparung 36 zugewandt.
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Der Schienenfixierbereich 42 kann durch eine Zahnplatte 44 ausgebildet sein, die eine Zahnstruktur 46 aufweist. Wie insbesondere in 4 dargestellt, verlaufen die Erhebungen und Vertiefungen der Zahnstruktur 46 derart, dass die Zahnkrone der Zähne der Zahnstruktur im Wesentlichen parallel zu der Längsrichtung der Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 verläuft.
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Der Schienenfixierbereich 42 auch durch eine Reibplatte 48, die einen Reibbelag 50 aufweist, gebildet sein. Denkbar ist auch eine Kombination aus der Zahnplatte 44 und der Reibplatte 48, bei der eine mit dem Reibbelag 50 beschichtete Zahnstruktur 46 verwendet wird.
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Die Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe 18 umfasst ferner das Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38. Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 weist einen Befestigungsbereich 52 zum Befestigen des Luftfahrzeugsitzes 14 an dem Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 auf. Vorliegend umfasst der Befestigungsbereich 52 eine Befestigungsöffnung 54, in die ein Befestigungsbolzen 56 zum Befestigen des Luftfahrzeugsitzes eingefügt werden kann.
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Das Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 kann ferner ein Fittingführungsflansch 58 aufweisen. Der Fittingführungsflansch 58 erstreckt sich im Wesentlichen in Vertikalrichtung nach unten und damit vorzugsweise entgegen der Richtung des Befestigungsbereichs 52. Ferner ist der Fittingführungsflansch 58 vorzugsweise schmaler als der Befestigungsbereich 52 ausgebildet.
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Der Fittingführungsflansch 58 weist seitliche Aktorflächen 60 auf, an denen ein Fixieraktor 62 angeordnet und befestigt ist.
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Der Fixieraktor 62 umfasst einen Aktorbereich 64 und zwei Elektrodenbereiche 66. Zumindest der Aktorbereich 64 enthält ein elektroaktives Polymer, das sich beim Anliegen einer Spannung an die Elektrodenbereiche 66 so verformt, dass sich der Fixieraktor 62 in seiner Dickenrichtung (hier in Horizontalrichtung) zusammenzieht. Die Elektrodenbereiche 66 können ebenfalls elektroaktives Polymer enthalten; sie sind jedenfalls elektrisch leitfähig ausgebildet. Der Fixieraktor 62 kann auf an sich bekannte Weise an die Aktorfläche 60 angeformt werden.
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Das Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 umfasst ferner einen Aktorfixierbereich 68. Der Aktorfixierbereich 68 ist auf der äußersten Fläche des Fixieraktors 62 angeordnet und damit der Schienenkrone 34, insbesondere den Schienenführungsflanschen 40 zugewandt. Der Aktorfixierbereich kann ebenfalls eine Zahnstruktur 70 und/oder einen Reibbelag 72 aufweisen. Insbesondere die Zahnstruktur 70 kann vorzugsweise so ausgebildet sein wie die Zahnstruktur 46.
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Das Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 kann ferner zwei Fittingstützflansche 74 aufweisen. Die Fittingstützflansche 74 können das Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 auf den Schienenführungsflanschen 40 stützen. Ferner können die Fittingstützflansche 74 ein Eindringen von Staub und sonstigen Verunreinigungen in die Schienenkrone 34, insbesondere die Aussparung 36 erschweren.
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Das Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 umfasst ferner eine Anschlusseinrichtung 76, die mittels einer Leitungsstruktur 78 mit den Elektrodenbereichen 66 des Fixieraktors 62 elektrisch verbunden ist.
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Vorzugsweise ist die Anschlusseinrichtung 76 an einem der Fittingstützflansche 74 angeordnet.
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Nachfolgend wird insbesondere auf die 6 bis 8 Bezug genommen, anhand derer die Funktionsweise der Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe 18 näher erläutert wird.
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Vor dem Einbauen des Luftfahrzeugsitzes 14 bzw. der Sitzgruppe 16 wird eine Spannung an den Fixieraktor 62 angelegt, so dass dieser sich in Dickenrichtung zusammenzieht. Hierdurch ist jeweils ein Spalt 80 zwischen dem Fixieraktor 62, insbesondere dem Aktorfixierbereich 68, und der Schienenkrone 34, insbesondere dem Schienenfixierbereich 42, gebildet. Somit kann das Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 und mit diesem der Befestigungsbereich 52 in Vertikalrichtung V, die orthogonal zu der Längsrichtung der Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 verläuft, und die Horizontalrichtung H, die parallel zu der Längsrichtung der Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 verläuft, verschoben werden.
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Wenn der Luftfahrzeugsitz 14 an seiner vorgegebenen Position angeordnet ist, was beispielsweise durch einen Roboter erfolgen kann, so wird die an den Fixieraktor 62 angelegte Spannung abgeschaltet. Hierdurch dehnt sich der Fixieraktor 62 in Dickenrichtung wieder aus, so dass die Spalte 80 geschlossen werden und sich der Fixieraktor 62, insbesondere der Aktorfixierbereich 68, mit der Schienenkrone 34, insbesondere dem Schienenbereich 42, in Eingriff befindet. Somit ist eine kraft- und formschlüssige Verbindung zwischen dem Luftfahrzeugsitzmontagefitting 38 und der Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 gebildet.
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Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit der hierin beschriebenen Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe 18 aufgrund der Verwendung elektroaktiver Polymere das Ausgleichen von Toleranzen und die Befestigung von Luftfahrzeugsitzen 14 in der Passagierkabine 12 des Luftfahrzeuges 10 deutlich erleichtert werden kann. Der Fixieraktor 62 enthält das elektroaktive Polymer und ist daher zwischen einem fixierten Zustand, in dem keine Bewegung des Befestigungsbereiches 52 möglich ist, und einem unfixierten Zustand, in dem eine Bewegung des Befestigungsbereichs 52 in Vertikalrichtung möglich ist, elektrisch schaltbar.
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Damit können die Luftfahrzeugsitze 14 stufenlos entlang der Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene 20 verschoben werden. Ferner kann die Verriegelung der Luftfahrzeugsitze 14 vollautomatisch und gegebenenfalls von zentraler Stelle erfolgen. Denkbar ist auch eine individuelle Ansteuerung der Luftfahrzeugsitze 14 und/oder der Sitzgruppe(n) 16.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Luftfahrzeug
- 12
- Passagierkabine
- 14
- Luftfahrzeugsitz
- 16
- Sitzgruppe
- 18
- Luftfahrzeugsitzbefestigungsbaugruppe
- 20
- Luftfahrzeugsitzbefestigungsschiene
- 22
- Doppel-T-Träger
- 24
- Schienenfuß
- 26
- Schienensteg
- 28
- Schienenstützflansch
- 30
- Bodenplatte
- 32
- Schraubbefestiger
- 34
- Schienenkrone
- 36
- Aussparung
- 38
- Luftfahrzeugsitzmontagefitting
- 40
- Schienenführungsflansch
- 42
- Schienenfixierbereich
- 44
- Zahnplatte
- 46
- Zahnstruktur
- 48
- Reibplatte
- 50
- Reibbelag
- 52
- Befestigungsbereich
- 54
- Befestigungsöffnung
- 56
- Befestigungsbolzen
- 58
- Fittingführungsflansch
- 60
- Aktorfläche
- 62
- Fixieraktor
- 64
- Aktorbereich
- 66
- Elektrodenbereich
- 68
- Aktorfixierbereich
- 70
- Zahnstruktur
- 72
- Reibbelag
- 74
- Fittingstützflansch
- 76
- Anschlusseinrichtung
- 78
- Leitungsstruktur
- 80
- Spalt
- H
- Horizontalrichtung
- V
- Vertikalrichtung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102009012626 A1 [0003]
- EP 3321174 A1 [0003]
- DE 102007059156 A1 [0003]