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Die Erfindung betrifft eine Auffang-Anordnung und ein Auffang-Verfahren, welche Sekret aufzunehmen vermögen, das aus einem Patienten abgesogen worden ist. Verschiedene derartige Anordnungen sind bekannt geworden.
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In
WO 95/24230 A1 lässt sich ein Behälter
1 durch einen Deckel
2 vakuumdicht verschließen. An einen Beutel
3, der Sekret aufzunehmen vermag und im Behälter
1 eingesetzt ist, ist ein Schlauch
4 angebracht. Der Schlauch
4 wird durch eine Öffnung
5 mittels eines Dichtungselements
6 aus dem Inneren des Behälters
1 nach außen geführt. Die Öffnung
5 kann sich im oberen Teil der Behälterwand oder auch im Deckel
2 befinden. Bei geschlossenem Deckel
2 verschließt das Dichtungselement
6 die Öffnung
5 vakuumdicht. Das Dichtungselement
6 ist in die Öffnung
5 eingesteckt. Der gefüllte Beutel
3 lässt sich entnehmen, indem der Deckel
2 geöffnet wird und das Dichtungselement
6 zusammen mit den Schlauch
4 aus der Öffnung
5 herausgezogen wird. Der Beutel
3 wird mitsamt den Schlauch
4 und dem Dichtungselement
6 entsorgt.
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EP 1984043 B1 zeigt in
3 einen Außenbeutel (suction canister 320), in den ein Einmal-Beutel (suction bag 300) befestigt ist, der an einem Deckel (cover 301) befestigt ist. Ein Unterdruckerzeuger (underpressure apparatus 340) ist an einen Anschluss (underpressure connector 322) am Außenbehälter 320 befestigt. Verschiedene Arten werden erwähnt, wie der Einmal-Beutel 300 am Außenbeutel 320 befestigt werden kann (fastening means 330, 332). Beispielhaft führt ein Klebeband, Klebstoff und eine mechanische Verbindung genannt. In einer Ausgestaltung hält das Befestigungsmittel 330, 332 den Einmal-Beutel 300 zusammen, und der Unterdruck öffnet das Befestigungsmittel 330, 332 und bewirkt, dass der Einmal-Beutel 300 richtig im Außenbehälter 320 angeordnet ist. Möglich ist auch, dass das Befestigungsmittel 330, 332 von dem Sekret, das in den Einmal-Beutel 300 fließt, geöffnet wird.
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Der Behälter 112 von
WO 2017/132199 A1 umfasst einen Kanister 154 und einen Deckel (lid 310), wobei der Deckel 310 einen Schnappverschluss 312 für einen Vorsprung 160 am Kanister 154 besitzen kann. An einen flussabwärts gelegenen Anschluss 180 lässt sich eine erste Unterdruckquelle 104 anschließen. An einen flussaufwärts gelegenen Anschluss 182 lässt sich eine Verbindung zu einer patientenseitigen Verbindung (dressing 102) anlegen. In dem Deckel 310 ist in einer Ausgestaltung eine zweite Unterdruckquelle integriert, beispielsweise ein Reservoir 300 mit einer Membrane 320, die eine Unterdruckkammer 304 bereitstellt. Die Membrane 320 ist ausreichend flexibel und für Fluid undurchlässig. Als mögliches Material für die Membrane 320 wird „medical grade silicone“ genannt. Die verbundene erste Unterdruckquelle 104 reduziert einen Druck in der Unterdruckkammer 304. Der Druck in der Unterdruckkammer 304 relativ zu dem Sammelbereich 170 wird dadurch reduziert. Die flexible Membrane 320 drückt dank des Unterdrucks mehrere Federn 324 am Deckel 310 zusammen. Die zusammengedrückte Unterdruckkammer 304 kann einen Druck aufweisen, der gleich der Umgebungsdruck ist. Falls die erste Unterdruckquelle 104 von der Verbindung 180 getrennt wird, versiegelt ein Ventil (check valve 314) die Unterdruckkammer 304. Die Federn 324 dehnen sich aus und dehnen die flexible Membrane 320. Dadurch wird das Volumen der Unterdruckkammer 304 vergrößert. Das Reservoir 300 kann einen Unterdruck relativ zur patientenseitigen Verbindung 102 aufrechterhalten.
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In
DE 10 2017 007 701 A1 wird ein System
1 zum Auffangen von Flüssigkeit beschrieben, welches einen Hauptbehälter
2 mit einer Hauptauffangkammer
10 und einen ersten Nebenbehälter
3 mit einer Nebenauffangkammer
20 umfasst. Der drei Hauptkanalabschnitte
11,
12,
13 stehen in Fluidkommunikation mit der Hauptauffangkammer
10 und umfassen jeweils ein wasserlösliches Verschlusselement 14,15, 16 sowie optional jeweils ein Sperrelement 17,18, 19, die als selbstschließende Membrane ausgeführt sein können. Der erste Nebenkanalabschnitt
21 lässt sich in den ersten Hauptkanalabschnitt
11 einführen, wobei das erste Sperrelement
17 durchstochen wird.
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In
DE 1038717 wird eine Vorrichtung beschrieben, um Sekret aus dem Luft wegen zu entfernen. Eine Atemmaske oder ein Mundstück wird über den Mund und / oder die Nase des Patienten gezogen und mittels eines Ventils mit einer Vakuumquelle verbunden. Indem das Ventil kurzzeitig betätigt wird, wird ein künstlicher Hustenstoß erreicht, der Sekret aus dem Patienten herauszieht. Über ein weiteres Ventil steht die Atemmaske bzw. das Mundstück mit der Außenluft in Verbindung, sodass der Patient Einatmen und ausatmen kann. Eine Steuerung schließt das weitere Ventil und öffnet das Ventil, wenn ein Absaugen durchgeführt werden soll.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Auffang-Anordnung und ein Verfahren zum Aufnehmen von Sekret, das aus einem Patienten abgesogen ist, bereitzustellen, wobei die Anordnung und das Verfahren eine höhere Betriebssicherheit als bekannte Auffang-Anordnungen und Verfahren bieten.
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Die Aufgabe wird durch eine Auffang-Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Auffang-Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Auffang-Anordnung sind auch vorteilhafte Ausgestaltungen des Auffang-Verfahrens und umgekehrt.
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Die erfindungsgemäße Auffang-Anordnung und das erfindungsgemäße Auffang-Verfahren sind dazu ausgestaltet, Sekret aufzunehmen, welches aus einem Patienten abgesogen worden ist oder abgesogen wird.
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Die Auffang-Anordnung umfasst
- - eine Auffangeinheit,
- - einen patientenseitigen Anschluss und
- - eine Rückflusssperre.
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Die Auffangeinheit umschließt einen Auffangeinheit-Innenraum. Die Auffangeinheit vermag in diesem Auffangeinheit-Innenraum Sekret aufzunehmen, welches aus dem Patienten abgesogen worden ist und / oder abgesogen wird.
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Der patientenseitige Anschluss ermöglicht es, eine patientenseitige Fluidverbindung herzustellen, um Sekret abzusaugen. Diese patientenseitige Fluidverbindung verbindet eine patientenseitige Kopplungseinheit, welche außerhalb der Auffangeinheit angeordnet ist, mit dem Auffangeinheit-Innenraum.
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Die Rückflusssperre ist dem patientenseitigen Anschluss zugeordnet. Die Rückflusssperre lässt sich in mindestens einen Durchlass-Zustand und in einen Sperr-Zustand überführen. Sie umfasst einen Rückstellkraft-Erzeuger.
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Wenn die Rückflusssperre im Sperr-Zustand ist, so unterbindet sie einen Fluss von Sekret aus dem Auffangeinheit-Innenraum heraus durch den patientenseitigen Anschluss. Zumindest aber reduziert die Rückflusssperre im Sperr-Zustand diesen Fluss von Sekret - verglichen mit dem Fluss von Sekret, der auftreten kann, wenn die Rückflusssperre in einem Durchlass-Zustand ist.
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Der Rückstellkraft-Erzeuger übt auf die Rückflusssperre eine Rückstellkraft aus. Diese Rückstellkraft ist bestrebt, die Rückflusssperre in den Sperr-Zustand zu überführen und in dem Sperr-Zustand zu halten.
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Ein Fluss von Sekret durch den patientenseitigen Anschluss hindurch in den Auffangeinheit-Innenraum bewirkt, dass die Rückflusssperre gegen die ausgeübte Rückstellkraft in den oder einen Durchlass-Zustand überführt wird.
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Das erfindungsgemäße Auffang-Verfahren spezifiziert, wie eine derartige Auffang-Anordnung betrieben wird. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
- - Der Rückstellkraft-Erzeuger übt eine Rückstellkraft aus. Diese ausgeübte Rückstellkraft hält die Rückflusssperre in einem Sperr-Zustand.
- - Der patientenseitige Anschluss wird mit einer patientenseitigen Kopplungseinheit verbunden.
- - Dadurch wird eine patientenseitige Fluidverbindung hergestellt, welche die patientenseitige Kopplungseinheit mit dem Auffangeinheit-Innenraum verbindet. Diese patientenseitige Fluidverbindung ist durch den patientenseitigen Anschluss hindurch geführt.
- - Bewirkt wird, dass ein Fluss von Sekret durch die patientenseitige Fluidverbindung hindurch in die Auffangeinheit fließt.
- - Durch diesen hervorgerufenen Fluss von Sekret wird die Rückflusssperre in einen Durchlass-Zustand überführt, und zwar gegen die ausgeübte Rückstellkraft.
- - Später wird der Fluss von Sekret in die Auffangeinheit hinein beendet.
- - Die Rückstellkraft überführt die Rückflusssperre aus dem Durchlass-Zustand wieder in den Sperr-Zustand.
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Im Sperr-Zustand unterbindet die Rückflusssperre einen Fluss von Sekret aus dem Auffangeinheit-Innenraum hinaus durch den patientenseitigen Anschluss hindurch oder reduziert ihn wenigstens - verglichen mit dem Durchlass-Zustand.
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Typischerweise wird die Auffangeinheit mit der patientenseitigen Kopplungseinheit verbunden, nimmt abgesogenes Fluid auf und wird danach vom Einsatzort entfernt, in der Regel mitsamt dem Sekret entsorgt. Die erfindungsgemäße Rückflusssperre verhindert, dass abgesogenes Fluid wieder aus der Auffangeinheit austritt. Nachdem das Absaugen beendet worden ist, kann ohne Rückflusssperre der Austritt von Fluid insbesondere dann auftreten, wenn keine Fluidverbindung mehr besteht. In der Regel dehnt sich ein Bestandteil der Auffangeinheit, beispielsweise ein elastischer Beutel, aus, und ist bestrebt, sich wieder zusammenzuziehen. Ohne einen geeigneten Schutzmechanismus könnte die Auffangeinheit daher abgesogenes Sekret durch den patientenseitigen Anschluss hindurch in die Umgebung ausstoßen. Dies ist unerwünscht.
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Möglich ist, nach Beendigung des Absaugens den patientenseitigen Anschluss durch eine Kappe oder ein sonstiges Verschlusselement zu verschließen. Jedoch kann die Situation auftreten, dass ein solches Verschlusselement überhaupt nicht oder nicht korrekt oder zu spät auf den patientenseitigen Anschluss aufgesetzt wird und daher trotz eines solchen Verschlusselements Sekret ausgestoßen wird. Dies kann insbesondere dann geschehen, wenn die Auffangeinheit einem mechanischen Impuls von außen aufgesetzt ist, beispielsweise auf den Boden fällt. Die erfindungsgemäße Rückflusssperre verhindert auch in dieser Situation, dass Sekret ausgestoßen wird, oder reduziert wenigstens signifikant die Menge des ausgestoßenen Sekrets. Die Auffang-Anordnung kann die Rückflusssperre und zusätzlich ein Verschlusselement aufweisen, oder die Auffang-Anordnung ist ohne ein solches Verschlusselement ausgestattet.
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Erfindungsgemäß ist die Rückflusssperre dauerhaft mit der Auffangeinheit mechanisch verbunden. Daher wird die Gefahr ausgeschlossen, dass die Rückflusssperre von der Auffangeinheit getrennt wird und daher die gewünschte sperrende Wirkung nicht ausüben kann. Das Merkmal „dauerhaft mechanisch verbunden“ schließt natürlich nicht aus, dass bei einer ausreichend großen Krafteinwirkung die Rückflusssperre abgerissen wird. Im regulären Betrieb tritt eine so große Kraft aber in der Regel nicht auf.
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Erfindungsgemäß ist der Rückstellkraft-Erzeuger bestrebt, die Rückflusssperre in den oder einen Durchlass-Zustand zu überführen und in dem Durchlass-Zustand zu halten. Die Rückflusssperre kann nur gegen die Rückstellkraft, welche der Rückstellkraft-Erzeuger ausübt, aus dem Sperr-Zustand in den Durchlass-Zustand überführt werden. Der Fluss von Sekret durch den patientenseitigen Anschluss hindurch in den Auffangeinheit-Innenraum hinein bewirkt, dass die Rückflusssperre gegen die Rückstellkraft in den oder einen Durchlass-Zustand überführt wird. Diese Überführung in den Durchlass-Zustand tritt erst dann auf, wenn der Fluss von Sekret den patientenseitigen Anschluss erreicht hat. Falls dieser Fluss von Sekret versiegt, beispielsweise weil das Absaugen beendet ist, verschließt die Rückflusssperre automatisch den patientenseitigen Anschluss, indem sie die Rückflusssperre in den Sperr-Zustand überführt. Nicht erforderlich ist eine eigene Handlung, um den patientenseitigen Anschluss zu verschließen. Ausgeschlossen wird daher die Gefahr, dass ein Mensch versehentlich diese erforderliche Handlung nicht auslöst und dadurch der patientenseitige Anschluss nicht verschlossen wird.
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Die Erfindung ermöglicht es, die Rückflusssperre als ein rein passives mechanisches Bauteil auszugestalten. Insbesondere sind kein Stellantrieb und keine Ansteuerung eines Stellantriebs und keine Energieversorgung für einen solchen Stellantrieb erforderlich. Dadurch lässt die Rückflusssperre sich platzsparend realisieren.
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Die Rückflusssperre im Sperr-Zustand reduziert den Fluss von Fluid aus dem Auffangeinheit-Innenraum heraus. Sie verhindert nicht notwendigerweise vollständig diesen Fluss von Fluid. Dies ist in vielen Fällen nicht erforderlich. Daher lässt sich die Rückflusssperre mit einer größeren mechanischen Toleranz positionieren.
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Erfindungsgemäß lässt die Rückflusssperre sich in einen Sperr-Zustand und in einen Durchlass-Zustand überführen. Möglich ist, dass die Rückflusssperre sich in einen von mehreren möglichen verschiedenen Durchlass-Zuständen überführen lässt, beispielsweise in unterschiedliche mögliche Positionen relativ zur Auffangeinheit.
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Erfindungsgemäß lässt sich eine patientenseitige Fluidverbindung zwischen dem Auffangeinheit-Innenraum und einer patientenseitigen Kopplungseinheit herstellen, wobei diese Kopplungseinheit außerhalb der Auffang-Anordnung angeordnet ist. Bevorzugt wird diese patientenseitige Fluidverbindung durch einen Durchlass in einer Wandung der Auffangeinheit hindurch hergestellt, beispielsweise in einem Deckel. Im Sperr-Zustand verschließt die Rückflusssperre diesen Durchlass in der Wandung vollständig oder wenigstens teilweise.
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Erfindungsgemäß umschließt die Auffangeinheit einen Auffangeinheit-Innenraum, in dem das abgesogene Sekret aufgenommen wird. Bevorzugt umschließt die Auffangeinheit diesen Auffangeinheit-Innenraum vollständig - bis auf mindestens eine Öffnung, durch die hindurch die patientenseitige Fluidverbindung geführt ist und die durch die erfindungsgemäße Rückflusssperre im Sperr-Zustand versperrt wird, und optional eine Öffnung, mit deren Hilfe ein Unterdruck im Auffangeinheit-Innenraum erzeugt wird. In einer bevorzugten Ausgestaltung befindet der patientenseitige Anschluss sich vollständig außerhalb des Auffangeinheit-Innenraums, also an einer Außenseite einer Wandung der Auffangeinheit. Die Rückflusssperre befindet sich bevorzugt an einer Innenseite der Auffangeinheit, die zum Auffangeinheit-Innenraum hin zeigt, also an einer Innenseite der Wandung. Sie ist während des Absaugens von außen nicht zugänglich.
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Diese Ausgestaltung reduziert die Gefahr, dass die Rückflusssperre durch eine mechanische Einwirkung von außen ungewollt geöffnet wird. Außerdem führt diese Ausgestaltung in vielen Fällen dazu, dass die Auffangeinheit, beispielsweise ein gedehnter Beutel der Auffangeinheit, aufgenommenes Sekret von innen gegen die Rückflusssperre drückt und dadurch die Rückflusssperre gegen die Wandung der Auffangeinheit drückt. Diese Wirkung verstärkt die Wirkung des Rückstellkraft-Erzeugers und verringert weiter die Gefahr, dass die Rückflusssperre ungewollt aus dem Sperr-Zustand heraus bewegt wird und eine größere Menge von Fluid ausgestoßen werden kann. Diese gewünschte Wirkung wird ohne ein zusätzliches Stellglied und ohne eine spezielle Handlung, also von ganz alleine bewirkt.
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Erfindungsgemäß vermag die Auffangeinheit abgesogenes Sekret aufzunehmen. Dieses Sekret fließt durch eine patientenseitige Fluidverbindung in den Auffangeinheit-Innenraum hinein. Diese patientenseitige Fluidverbindung ist durch den patientenseitigen Anschluss der Auffangeinheit hindurch geführt. Beim Absaugen fließt in der Regel ein Strom von Fluid durch den patientenseitigen Anschluss hindurch in den Auffangeinheit-Innenraum hinein. Dieser Strom von Fluid bewegt die Rückflusssperre gegen die Rückstellkraft in den oder einen Durchlass-Zustand.
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Bevorzugt greift die Rückflusssperre in dem oder in mindestens einem Durchlass-Zustand in diesen Strom von Fluid ein, welcher in den Auffangeinheit-Innenraum hinein gerichtet ist, ein und lenkt den Fluid-Strom wenigstens teilweise um. Diese Ausgestaltung reduziert insbesondere ein Aufschäumen von Fluid in dem Auffangeinheit-Innenraum. Ein solches starkes Aufschäumen ist häufig unerwünscht. Außerdem reduziert dieses Umlenken in vielen Fällen die kinetische Energie, mit welcher der Fluid-Strom auf eine Innenseite der Auffangeinheit auftrifft, beispielsweise auf eine Innenwand eines Einmal-Beutels der Auffangeinheit, und reduziert damit die Gefahr, dass die Auffangeinheit mechanisch beschädigt wird. Dieser gewünschte Eingriff der Rückflusssperre wird insbesondere dann bewirkt, wenn die Rückflusssperre an einer Innenseite der Wandung der Auffangeinheit angeordnet ist.
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Verschiedene Ausgestaltungen der Rückflusssperre als ein rein mechanisches Bauteil sind möglich. In einer Ausgestaltung umfasst die Rückflusssperre ein Verschlusselement, insbesondere eine Membrane, welche sich reversibel verformen lässt. Oder die Rückflusssperre ist als ein solches Verschlusselement ausgestaltet. In einem nicht verformten Zustand befindet sich das Verschlusselement in einer Sperr-Position, in einem verformten Zustand in einer Durchlass-Position. Das Verschlusselement in der Sperr-Position bewirkt den Sperr-Zustand, das Verschlusselement in der Durchlass-Position den oder einen Durchlass-Zustand. Wird das Verschlusselement verformt und dadurch in die Durchlass-Position verbracht, so übt das verformte Verschlusselement eine Rückstellkraft aus, welche bestrebt ist, die Verformung des Verschlusselements aufzuheben und dadurch das Verschlusselement wieder in die Sperr-Position zu verbringen. Das Verschlusselement selbst bringt also die Rückstellkraft auf und fungiert gleichzeitig als der Rückstellkraft-Erzeuger. Ein separates Element, welches die Rückstellkraft aufbringt, ist nicht erforderlich.
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Diese Ausgestaltung führt zu einem besonders einfachen mechanischen Bauteil. Benötigt werden lediglich das reversibel verformbare Verschlusselement sowie eine geeignete Befestigung des Verschlusselements, bevorzugt an einer Wandung der Auffangeinheit, besonders bevorzugt an der Innenseite dieser Wandung. Möglich, aber dank dieser Ausgestaltung nicht erforderlich ist es, einen Gelenk vorzusehen, welches das Verschlusselement verschwenkbar mit der Auffangeinheit mechanisch verbindet. Die Gefahr einer Fehlfunktion wird reduziert. Häufig wird die Auffangeinheit nach einer einmaligen Benutzung entsorgt, so dass das reversibel verformbare Verschlusselement nach dem Absaugen lediglich einmal die Rückstellkraft aufbringen muss.
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In einer anderen Ausgestaltung umfasst die Rückflusssperre eine Klappe sowie bevorzugt ein Gelenk, durch welches die Klappe mit der Auffangeinheit mechanisch verbunden ist. Die Klappe, die bevorzugt eine starre Platte ist, lässt sich relativ zur Auffangeinheit zwischen einer Sperr-Position und einer Durchlass-Position hin und her bewegen, insbesondere verschwenken. Die Klappe in der Sperr-Position bewirkt den Sperr-Zustand. Die Klappe in der Durchlass-Position bewirkt den Durchlass-Zustand. Der Rückstellkraft-Erzeuger ist bestrebt, die Klappe in die Sperr-Position zu bewegen und in dieser zu halten. Bevorzugt umfasst der Rückstellkraft-Erzeuger mindestens eine Feder, welche sich an einer Wandung der Auffangeinheit abstützt und bevorzugt gelenkig mit der Klappe verbunden ist.
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In einer dritten Ausgestaltung umfasst die Rückflusssperre ein Ventil oder ist als ein solches Ventil ausgestaltet. Dieses Ventil ist im patientenseitigen Anschluss angeordnet. Das Ventil ist bevorzugt als ein Ein-Wege-Ventil ausgestaltet. Dies bedeutet: Das Ventil ermöglicht den Fluss von Sekret in den Auffangeinheit-Innenraum hinein. Hingegen unterbindet das Ventil den Fluss von Sekret aus dem Auffangeinheit-Innenraum heraus durch den patientenseitigen Anschluss oder reduziert diesen Fluss wenigstens.
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Das Ventil umfasst beispielsweise einen Sperrkörper, eine Sperrkörper-Aufnahme und ein Rückstellelement, beispielsweise eine Feder. Die Sperrkörper-Aufnahme umfasst bevorzugt ein trichterförmiges Element, das sich in eine Richtung vom Auffangeinheit-Innenraum weg verjüngt. Der Sperrkörper ist relativ zu der Sperrkörper-Aufnahme zwischen einer Sperr-Position und einer Durchlass-Position hin und her beweglich. Das Rückstellelement ist bestrebt, den Sperrkörper in die Sperr-Position zu bewegen. Diese Ausgestaltung ermöglicht es, das Ventil vollständig im patientenseitigen Anschluss unterzubringen und dadurch die Innenseite einer Wandung der Auffangeinheit frei von der Rückflusssperre zu halten.
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In einer bevorzugten Ausgestaltung lässt sich das Volumen der Auffangeinheit verändern. Beispielsweise umfasst die Auffangeinheit einen dehnbaren Beutel, welcher abgesogenes Fluid aufzunehmen vermag. Wird das Volumen der Auffangeinheit vergrößert, so wird eine Rückstellkraft hervorgerufen. Diese Rückstellkraft ist bestrebt, das Volumen der Auffangeinheit wieder zu verringern. Beispielsweise ist ein gedehnter Beutel bestrebt, sich wieder zusammenzuziehen. Diese Rückstellkraft ist bestrebt, Fluid aus der Auffangeinheit heraus auszustoßen.
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Insbesondere dann, wenn die erfindungsgemäße Rückflusssperre an einer Innenseite einer Wandung der Auffangeinheit angeordnet ist, ist diese von der Auffangeinheit selber aufgebrachte Rückstellkraft bestrebt, die Rückflusssperre in den Sperr-Zustand zu bewegen und im Sperr-Zustand zu halten. Somit verstärkt diese Rückstellkraft die Rückstellkraft vom Rückstellkraft-Erzeuger. Diese Ausgestaltung vermindert somit weiter das Risiko, dass ungewollt eine größere Menge von Fluid aus der Auffangeinheit ausgestoßen wird.
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Bevorzugt umfasst die Auffangeinheit einen Beutel, der besonders bevorzugt dehnbar ist, sowie einen Verschluss, insbesondere einen Deckel. Der Verschluss weist eine höhere Steifigkeit als der Beutel auf. Diese beiden Bestandteile, also Verschluss und Deckel, lassen sich getrennt voneinander herstellen, bevorzugt aus unterschiedlichen Materialien, und vor einem Einsatz miteinander verbinden. Bevorzugt wird der Beutel gedehnt, um ihn mit dem Verschluss zu verbinden, und die Rückstellkraft aufgrund der Dehnung hält den Beutel an dem Verschluss, beispielsweise an einem umlaufenden Ring des Verschlusses. Der Verschluss befindet sich zwischen dem Auffangeinheit-Innenraum und dem patientenseitigen Anschluss. Beispielsweise ragt der patientenseitige Anschluss vom Verschluss nach außen vor, sodass sich ein Schlauch auf diesen patientenseitigen Anschluss aufsetzen und befestigen lässt. Oder der Verschluss umfasst ein Gewinde, in welches sich ein korrespondierendes Gewinde eines Schlauchs einschrauben lässt.
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In einer Ausgestaltung umfasst die Auffang-Anordnung eine Kappe. Mithilfe dieser Kappe lässt sich der patientenseitige Anschluss verschließen. Beispielsweise wird die Kappe von außen auf den patientenseitigen Anschluss aufgesetzt. Die Erfindung erspart aber die Notwendigkeit, eine solche Kappe vorzusehen.
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Diese Kappe reduziert in Verbindung mit der Rückflusssperre im Sperr-Zustand die Gefahr, dass nach dem Ende des Absaugens Fluid aus der Auffangeinheit ausgestoßen wird. Dank der erfindungsgemäßen Rückflusssperre ist eine solche Kappe aber nicht erforderlich, um dieses unerwünschte Ausstoßen zu verhindern. Falls die Rückflusssperre in Verbindung mit einer solchen Kappe eingesetzt wird und die Rückflusssperre im Sperr-Zustand den Fluss von Fluid aus der Auffangeinheit heraus nicht vollständig unterbindet, sondern lediglich reduziert, braucht die Kappe lediglich einem geringeren Strom von Fluid standhalten zu können als bei einer möglichen Ausgestaltung ohne eine Rückflusssperre. Die Gefahr wird reduziert, dass ausgestoßenes Fluid die Kappe vom patientenseitigen Anschluss entfernt.
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Bevorzugt ist die erfindungsgemäße Auffang-Anordnung ein Bestandteil eines Auffang-Systems. Dieses Auffang-System umfasst weiterhin einen Umbehälter. Bevorzugt wird die Auffang-Anordnung nur einmal verwendet, nämlich um einmal abgesogenes Fluid von einem Patienten aufzunehmen. Der Umbehälter wird hingegen nach jedem Einsatz gereinigt und erneut verwendet. Der Umbehälter trägt die erfindungsgemäße Auffang-Anordnung und lässt sich beispielsweise mitsamt der Auffang-Anordnung auf eine Unterlage stellen.
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Die erfindungsgemäße Auffang-Anordnung umfasst einen patientenseitigen Anschluss, mit dessen Hilfe sich eine patientenseitige Fluidverbindung zwischen dem Auffangeinheit-Innenraum und einer patientenseitigen Kopplungseinheit herstellen lässt. Abgesogenes Fluid fließt durch diese patientenseitige Fluidverbindung in den Auffangeinheit-Innenraum hinein. Das Auffang-System umfasst weiterhin einen geräteseitigen Anschluss. Dieser geräteseitige Anschluss kann in der Auffangeinheit angeordnet sein, beispielsweise in einem Verschluss der Auffangeinheit, oder in dem Umbehälter. Der geräteseitige Anschluss ermöglicht es, eine Unterdruck-Fluidverbindung zwischen dem Auffangeinheit-Innenraum und einer Unterdruckquelle außerhalb der Auffang-Anordnung herzustellen. Diese Unterdruckquelle befindet sich bevorzugt außerhalb des Umbehälters. Beispielsweise erzeugt diese Unterdruckquelle einen Unterdruck in der Auffangeinheit, und der erzeugte Unterdruck saugt Fluid durch die patientenseitige Fluidverbindung hindurch in die Auffangeinheit.
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Bevorzugt umfasst die Auffangeinheit einen dehnbaren Beutel sowie einen Verschluss, beispielsweise einen Deckel. Der Verschluss und der Umbehälter des Auffang-Systems bilden zusammen einen geschlossenen Behälter. Dieser geschlossene Behälter schützt den dehnbaren Beutel vor Umgebungseinflüssen. Fluid kann bevorzugt nur durch den patientenseitigen Anschluss hindurch diesen Behälter verlassen. Diesen unerwünschten Ausstoß von Fluid verhindert aber die Rückflusssperre oder reduziert ihn wenigstens.
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In einer Ausgestaltung ist der geräteseitige Anschluss am Umbehälter befestigt. Ein Kanal in dem Verschluss der Auffangeinheit verbindet diesen geräteseitigen Anschluss fluiddicht mit dem Auffangeinheit-Innenraum. Die geräteseitige Fluidverbindung wird somit durch den geräteseitigen Anschluss und den Kanal im Verschluss hindurch geführt. Diese Ausgestaltung vermeidet die Notwendigkeit, einen Schlauch, der zur Unterdruckquelle hin führt, direkt mit dem Verschluss zu verbinden. Vielmehr lässt dieser Schlauch sich mit dem geräteseitigen Anschluss am Umbehälter verbinden. Diese Ausgestaltung reduziert die Gefahr, dass der Schlauch sich ungewollt löst oder ein Riss im Verschluss auftritt.
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Dieses Auffang-System ist in einer Ausgestaltung ein Bestandteil einer Absaug-Anordnung. Diese Absaug-Anordnung umfasst weiterhin eine Unterdruckquelle und eine patientenseitige Kopplungseinheit. Eine patientenseitige Fluidverbindung ist zwischen der patientenseitigen Kopplungseinheit und dem Auffangeinheit-Innenraum hergestellt oder lässt sich herstellen. Diese patientenseitige Fluidverbindung führt durch den patientenseitigen Anschluss der Auffang-Anordnung hindurch. Eine Unterdruck-Fluidverbindung ist zwischen der Unterdruckquelle und dem Auffangeinheit-Innenraum hergestellt oder lässt sich herstellen. Diese Unterdruck-Fluidverbindung führt durch den geräteseitigen Anschluss des Auffang-Systems.
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Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben. Hierbei zeigen
- 1 schematisch ein Auffang-System, welches eine erfindungsgemäße Auffang-Anordnung, eine patientenseitige Kopplungseinheit und eine Unterdruckquelle umfasst;
- 2 eine erste Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Rückflusssperre in Form einer Membrane an der Innenseite eines Deckels;
- 3 die Rückflusssperre von 2 mit einem abgewandelten Deckel;
- 4 eine zweite Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Rückflusssperre in Form einer Klappe und einer Feder an der Innenseite des Deckels;
- 5 eine dritte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Rückflusssperre in Form eines Ventils im patientenseitigen Anschluss.
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1 zeigt schematisch eine Absaug-Anordnung, welche ein Auffang-System mit einer erfindungsgemäßen Auffang-Anordnung umfasst. Das Auffang-System ist zeitweise mit einem Patienten P verbunden und vermag Sekret aus dem Patienten P abzusaugen und aufzunehmen.
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Die Auffang-Anordnung des Ausführungsbeispiels umfasst
- - einen Deckel 2, der dicht aber lösbar mit dem Umbehälter 1 verbunden ist,
- - einen dehnbaren Beutel 3, der fluiddicht am Deckel 2 hängt,
- - einen hohlen patientenseitigen Anschluss 4, der fest und fluiddicht mit dem Deckel 2 verbunden ist und nach außen hervor steht, und
- - eine Kappe 30, mit der sich der patientenseitige Anschluss 4 verschließen lässt.
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Das Auffang-System umfasst diese Auffang-Anordnung 2, 3, 4, 30 und weiterhin
- - einen Umbehälter 1, der fest mit einem Fuß 18 verbunden ist, welcher auf einem Untergrund steht, oder lösbar auf einen solchen Fuß 18 gestellt wird, wobei der dehnbarer Beutel 3 in den Umbehälter 1 hineinragt
- - einen Absaug-Schlauch 6, der sich auf den oder in den patientenseitigen Anschluss 4 aufsetzen oder in diesen einschrauben lässt,
- - eine Kappe 30, mit der sich bei abgezogenem Absaug-Schlauch 6 der patientenseitige Anschluss 4 verschließen lässt, und
- - einen geräteseitigen Anschluss 11 in einer Wand des Umbehälters 1.
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Die Absaug-Anordnung umfasst das Auffang-System mit der erfindungsgemäßen Auffang-Anordnung und außerdem
- - einen Katheter 7, der fluiddicht mit dem Absaug-Schlauch 6 verbunden ist und am Patienten P benutzt wird,
- - eine Unterdruckquelle 8, die sich einschalten und ausschalten lässt,
- - ein Differenzdruck-Messgerät 9, das denjenigen Unterdruck misst und anzeigt, welche die Unterdruckquelle 8 hergestellt hat,
- - einen geräteseitigen Schlauch 17, der die Unterdruckquelle 8 fluiddicht mit dem geräteseitigen Anschluss 11 verbindet, und
- - optional einen Filter 10, der verhindert, dass Sekret-Tröpfchen in die Unterdruckquelle 8 gelangen.
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Der Umbehälter 1 ist aus festem Kunststoff hergestellt, ist bevorzugt durchsichtig und wird mehrmals verwendet. Nach jeder Verwendung wird der Umbehälter 1 gereinigt.
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Der Deckel 2 ist aus festem oder flexiblem Kunststoff. Bevorzugt sind seitlich am Deckel 2 ein oder zwei Griffe angeordnet, um den Deckel 2 öffnen und tragen zu können. Der Beutel 3 ist dehnbar, bevorzugt durchsichtig und bevorzugt an dem umlaufenden Vorsprung 19 befestigt. Der patientenseitige Anschluss 4 stellt einen Durchlass Ö zwischen der Außenseite des Deckels 2 und dem Auffangeinheit-Innenraum In1 im Beutel 3 bereit.
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Der Beutel 3, der Deckel 2 und der patientenseitige Anschluss 4 gehören zur Auffangeinheit des Ausführungsbeispiels.
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Der Deckel 2 und der dehnbare Beutel 3 umschließen zusammen einen Auffangeinheit-Innenraum In1. Zwischen der Außenwand des Beutels 3 und der Innenwand des Umbehälters 1 wird ein Innenraum In2 gebildet. Der patientenseitige Anschluss 4 steht in einer Fluidverbindung mit dem Auffangeinheit-Innenraum In1, wobei der vom patientenseitigen Anschluss 4 bereitgestellte Durchlass Ö durch den Deckel 2 hindurch geführt ist.
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Der Absaug-Schlauch 6 lässt sich auf oder in den patientenseitigen Anschluss 4 aufsetzen oder aufschieben oder auch in den patientenseitigen Anschluss 4 einschrauben. Bei eingesetztem oder aufgesetztem oder eingeschraubtem Absaug-Schlauch 6 umschließt der Absaug-Schlauch 6 fluiddicht den patientenseitigen Anschluss 4. die Kappe 30 lässt sich dann auf den patientenseitigen Anschluss 4 aufsetzen, wenn der Absaug-Schlauch 6 abgezogen oder auf andere Weise vom patientenseitigen Anschluss 4 entfernt ist.
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In einer Ausgestaltung steht der geräteseitige Anschluss 11 in Fluidverbindung mit dem Innenraum In2. In einer bevorzugten Ausgestaltung steht hingegen auch der geräteseitige Anschluss 11 in Fluidverbindung mit dem Auffangeinheit-Innenraum In1. Durch das Innere des Deckels 2 ist ein Kanal hindurch geführt, welcher bei eingesetztem Deckel 2 eine Fluidverbindung zwischen dem geräteseitigen Anschluss 11 und dem Auffangeinheit-Innenraum In1 herstellt.
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In einer Ausgestaltung wird die gesamte Auffangeinheit 2, 3, 4 in einer geeigneten Verpackung zum Umbehälter 1 getragen, und dort werden die Bestandteile zum Auffang-System zusammengesetzt. Der Deckel 2, der patientenseitige Anschluss 4 und der Beutel 3 werden einmal verwendet, wobei der Beutel 3 abgesogenes Sekret aufnimmt, und werden anschließend aus dem Umbehälter 1 entnommen und entsorgt.
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Die Absaug-Anordnung des Ausführungsbeispiels wird wie folgt betrieben, nachdem die Bestandteile so wie gerade geschrieben verbunden sind und der Katheter 7 gesetzt ist:
- - Die Unterdruckquelle 8 wird eingeschaltet.
- - Das Differenzdruck-Messgerät 9 misst den erzeugten Unterdruck und zeigt ihn an. Ein nicht gezeigtes Steuergerät oder auch eine überwachende Person stellen sicher, dass der erzeugte Unterdruck relativ zur Umgebung nicht größer als eine vorgegebene Schranke wird, also ein maximal zulässiger Unterdruck eingehalten wird.
- - Luft wird aus dem Umbehälter 1 durch den geräteseitigen Anschluss 11 hindurch und in Richtung U durch den geräteseitigen Schlauch 17 hindurch gesogen.
- - In einer Ausgestaltung dehnt der im Umbehälter 1 erzeugte Unterdruck den Beutel 3. In einer anderen Ausgestaltung wird Luft aus dem Beutel 3 durch den Kanal im Deckel 2 hindurch abgesogen. In beiden Ausgestaltungen wird der Beutel gedehnt.
- - Durch diesen Unterdruck im Beutel 3 wird bewirkt, dass Sekret in Fließrichtung F aus dem Patienten P durch den Katheter 7, den Absaug-Schlauch 6, dem patientenseitigen Anschluss 4 und dem Kanal im Deckel 2 hindurch in den Beutel 3 gesogen wird.
- - Sobald genügend Sekret abgesogen ist oder der Beutel 3 bis zu einer vorgegebenen Schranke gefüllt ist, wird der Absaug-Schlauch 6 vom patientenseitigen Anschluss 4 abgezogen. Dadurch wird das Absaugen beendet. Die Unterdruckquelle 8 bleibt zunächst eingeschaltet, um den Beutel 3 gedehnt zu halten.
- - Die Kappe 30 wird auf den patientenseitigen Anschluss 4 aufgesetzt.
- - Nunmehr wird die Unterdruckquelle 8 abgeschaltet. In einer Ausgestaltung ist es nicht erforderlich, den geräteseitigen Schlauch 17 vom geräteseitigen Anschluss 11 abzuziehen.
- - Die Auffangeinheit mit dem gefüllten Beutel 3, dem Deckel 2 und dem mittels der Kappe 30 verschlossenen patientenseitigen Anschluss 4 wird aus dem Umbehälter 1 entnommen und entsorgt.
- - Der Umbehälter 1 wird gereinigt und steht für einen neuen Einsatz zur Verfügung.
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Der im Umbehälter 1 erzeugte Unterdruck dehnt den Beutel 3. Sobald die Unterdruckquelle 8 abgeschaltet wird, wirkt kein Unterdruck mehr dem Bestreben des Beutels 3 entgegen, sich wieder zusammenzuziehen und dadurch Sekret auszuscheiden. Falls vergessen wurde, die Kappe 30 auf den patientenseitigen Anschluss 4 zu setzen, oder falls die Kappe 30 nicht korrekt aufgesetzt ist, kann es ohne die Erfindung passieren, dass nach Abschalten der Unterdruckquelle 8 schlagartig eine große Menge Sekret aus dem Beutel 3 durch den patientenseitigen Anschluss 4 hindurch austritt. Dies ist unerwünscht. Außerdem kann die Auffangeinheit 2, 3, 4 auf dem Weg zur Entsorgung auf den Boden fallen, und eine falsch aufgesetzte Kappe kann vom patientenseitigen Anschluss 4 abfallen.
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Die erfindungsgemäße Rückflusssperre verhindert auch in diesen Situationen das ungewünschte Ereignis, dass Sekret schlagartig aus dem Beutel 3 austritt.
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2 bis 5 zeigen schematisch in einer Schnittdarstellung drei mögliche Ausgestaltungen einer erfindungsgemäßen Rückflusssperre. Alle drei Ausgestaltungen stellen eine Rückflusssperre mit einem Rückstellkraft-Erzeuger bereit. Der Rückstellkraft-Erzeuger übt eine Rückstellkraft aus, welche die Rückflusssperre in einen Sperr-Zustand zu bringen und in diesem zu halten bestrebt ist. Der Fluss von Sekret in die Fließrichtung F in den Beutel 3 hinein bewirkt, dass die Rückflusssperre gegen die Rückstellkraft in einen Durchlass-Zustand gebracht wird. Sobald der Fluss von Sekret in die Fließrichtung F versiegt, insbesondere nach dem Abschalten der Unterdruckquelle 8, bewegt die Rückstellkraft automatisch die Rückflusssperre in den Sperr-Zustand. Die Rückflusssperre verhindert, dass Sekret schlagartig aus dem Beutel 3 austritt, auch wenn die Kappe 30 gar nicht oder falsch aufgesetzt ist oder wenn die Auffangeinheit 2, 3, 4 auf den Boden fällt. Falls überhaupt, tritt dank der Rückflusssperre Sekret nur tröpfchenweise aus dem patientenseitigen Anschluss 4 aus.
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In 2 bis 5 werden folgende Bestandteile gezeigt:
- - ein oberer Bereich des Umbehälters 1,
- - der Deckel 2 mit dem ringförmigen Umlauf 19, welcher den Beutel 3 trägt,
- - optional ein umlaufendes Dichtelement 22 am Deckel 2,
- - ein oberer Teil des Beutels 3,
- - der patientenseitige Anschluss 4,
- - den Durchlass Ö, den der patientenseitige Anschluss 4 bereitstellt,
- - ein mit dem patientenseitigen Anschluss 4 verbundener Teil des Absaug-Schlauchs 6, der auf den patientenseitigen Anschluss 4 aufgesetzt ist, und
- - die Fließrichtung F, in welche abgesogenes Sekret durch den patientenseitigen Anschluss 4 hindurch in den Beutel 3 fließt.
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Der Deckel 2 besitzt den umlaufenden ringförmigen Vorsprung 19, der in einer Ausgestaltung eine ringförmige Rinne ausbildet, welche die Oberkante des Umbehälters 1 umgreift, und der in einer anderen Ausgestaltung in den Umbehälter 1 eingeschoben ist. Das optionale Dichtelement 22 umgibt den ringförmigen Umlauf 19 und weist einen Abstand zum Umlauf 19 auf.
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In allen drei Ausgestaltungen wird die Rückflusssperre ausschließlich mit passiven mechanischen Elementen realisiert, also ohne dass eine Ansteuerung erforderlich ist und ohne dass ein Stellglied benötigt wird. Die Elemente der Rückflusssperre sind klein, leicht herzustellen und zu montieren und lassen sich zusammen mit dem Rest der Auffangeinheit 2, 3, 4 entsorgen, ohne dass eine gesonderte Entsorgung der Rückflusssperre erforderlich wäre.
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Die Rückflusssperre von 2 und 3 umfasst eine reversibel verformbare Membrane 5, die über eine Verbindung 12 innen am Deckel 2 befestigt ist. Die Membrane 5 zeigt also zum Innenraum In1 der Auffangeinheit 2, 3, 4 hin. Die Verbindung 12 befindet sich innen am Deckel 2 mit einem Abstand zum Durchlass Ö. Sobald der Beutel 3 am Deckel 2 befestigt ist, ist die Membrane 5 von außen nicht zugänglich.
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Die nicht verformte Membrane 5 (durchgezogene Linie) liegt flach am Deckel 2 an und bewirkt den Sperr-Zustand. Falls nach Abschalten der Unterdruckquelle 8 der Beutel 3 sich zusammenzieht und Sekret in Richtung des Deckels 2 presst, so wird auch die Membrane 5 gegen den Deckel 2 gedrückt und verschließt von innen den Durchlass Ö, und zwar vollständig oder wenigstens so, dass höchstens einzelne Tropfen aus dem patientenseitigen Anschluss 4 austreten können, d.h. die Membrane 5 wird in dem Sperr-Zustand gehalten. Die Membrane 5 bringt in dieser Ausgestaltung selber die Rückstellkraft oder wenigstens einen Teil der Rückstellkraft auf.
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Der Fluss von Sekret in die Fließrichtung F bewirkt, dass die Membrane 5 gegen die Rückstellkraft verformt wird (gestrichelte Linie) und der Durchlass Ö nicht mehr versperrt ist, sondern Sekret durchlässt. Die Membrane 5 greift in den Fluss von Sekret, der in den Beutel 3 gerichtet ist, ein und lenkt diesen Sekret-Strom um. Dadurch wird die Gefahr reduziert, dass das Sekret im Beutel 3 aufschäumt, was unerwünscht ist.
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In der Ausgestaltung von 4 ist eine Klappe 13 innen am Deckel 2 befestigt, und zwar an einer Achse 12 und so, dass die Klappe 13 sich relativ zum Deckel 2 um die Achse 12 drehen kann. Die Klappe 13 ist bevorzugt als starres Element ausgestaltet. 4 zeigt die Klappe 13 im Durchlass-Zustand. Eine Zugfeder 14 stützt sich am Deckel 2 ab und ist bestrebt, die Klappe 13 zum Deckel 2 hin zu ziehen und dadurch die Klappe 13 in den Sperr-Zustand zu verbringen. Eine optionale Schraubenfeder 15 ist um die Achse 12 herum angeordnet und ist ebenfalls bestrebt, die Klappe 15 in den Sperr-Zustand zu bringen. Wiederum bewirkt der sich zusammenziehende Beutel 3, dass ausgepresstes Sekret die Klappe 13 gegen den Deckel 2 drückt und dadurch den Durchlass Ö verschließt.
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In der Ausgestaltung von 5 ist ein Durchlassventil 16 im patientenseitigen Anschluss 4 angeordnet. Dieses Ventil 16 befindet sich im Inneren des hohlen patientenseitigen Anschlusses 4, also im Durchlass Ö, und umfasst einen Ventilkörper 21 und eine Feder 20. Die Feder 20 ist bestrebt, den Ventilkörper 21 in eine verschließende Position zu bringen und dadurch den Durchlass Ö zu verschließen und den Fluss von Sekret durch den patientenseitigen Anschluss 4 hindurch nach außen, also entgegen der Fließrichtung F, zu unterbinden. Der Fluss von Sekret in die Fließrichtung F in den Beutel 3 hinein verschiebt den Ventilkörper 21, öffnet dadurch das Ventil 16 gegen die Kraft der Feder 20 und gibt den Durchlass Ö frei.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Umbehälter, nimmt den Beutel 3 auf, trägt den geräteseitigen Anschluss 11, gehört zum Auffang-System
- 2
- Deckel für den Umbehälter 1, trägt den patientenseitigen Anschluss 4, gehört zur Auffangeinheit
- 3
- dehnbarer Beutel, nimmt Sekret vom Patienten P auf, vom Deckel 2 im Inneren des Umbehälters 1 gehalten, gehört zur Auffangeinheit
- 4
- hohler patientenseitiger Anschluss, fest mit dem Deckel 2 verbunden, von der Rückflusssperre 5, 13, 16 verschließbar
- 5
- reversibel verformbares Verschlusselement (Membrane), am Deckel 2 angebracht, gehört zur Rückflusssperre
- 6
- Absaug-Schlauch, mit dem patientenseitigen Anschluss 4 verbunden, gehört zur patientenseitigen Kopplungseinheit
- 7
- Katheter, mit den Absaug-Schlauch 6 verbunden, gehört zur patientenseitigen Kopplungseinheit
- 8
- Unterdruckquelle, umfasst eine Pumpe, über den geräteseitigen Schlauch 17 mit dem geräteseitigen Anschluss 11 verbunden
- 9
- Differenzdruck-Messgerät, welche den von der Unterdruckquelle 8 erzeugten Unterdruck misst und anzeigt
- 10
- Filter zwischen dem geräteseitigen Anschluss 11 und der Unterdruckquelle 8, im geräteseitigen Schlauch 17 angeordnet
- 11
- geräteseitiger Anschluss, am Umbehälter 1 angeordnet, über den geräteseitigen Schlauch 17 mit der Unterdruckquelle 8 verbunden, steht in Fluidverbindung mit dem Beutel 3
- 12
- mechanische Verbindung zwischen der Rückflusssperre 5, 13 und dem Deckel 2
- 13
- starre Klappe, wird von den Federn 14, 15 in den Sperr-Zustand gezogen bzw. gedrückt, gehört zur Rückflusssperre
- 14
- Zugfeder, stützt sich am Deckel 2 ab, zieht die Klappe 13 in den Sperr-Zustand
- 15
- Gewindefeder, dreht und drückt die Klappe 13 in den Sperr-Zustand
- 16
- Ventil in dem Durchlass Ö, gehört zur Rückflusssperre, umfasst den Ventilkörper 21 und die Feder 20
- 17
- geräteseitiger Schlauch, verbindet den geräteseitigen Anschluss 11 mit der Unterdruckquelle 8
- 18
- Fuß, auf dem der Umbehälter 1 steht
- 19
- umlaufender Vorsprung innen am Deckel 2, trägt den Beutel 3, mit dem Umbehälter 1 verbunden
- 20
- Feder des Ventils 16
- 21
- Ventilkörper des Ventils 16
- 22
- umlaufendes Dichtelement am Deckel 2, umgibt den umlaufenden Vorsprung 19
- 30
- Kappe zum Verschließen des patientenseitigen Anschlusses 4
- F
- Flussrichtung von Sekret durch den Absaug-Schlauch 6
- In1
- Innenraum im Beutel 3, wird von abgesogenem Sekret gefüllt
- In2
- Raum zwischen dem Beutel 3 und der Innenwand des Umbehälters 1
- P
- Patient, mit dem Katheter 7 verbunden
- Ö
- Durchlass, der die Außenseite des Deckels 2 mit dem Beutel-Innenraum In1 verbindet, von der Rückflusssperre 5, 13, 16 verschließbar
- U
- Flussrichtung von Luft durch den geräteseitigen Schlauch 17
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- WO 9524230 A1 [0002]
- EP 1984043 B1 [0003]
- WO 2017/132199 A1 [0004]
- DE 102017007701 A1 [0005]
- DE 1038717 [0006]