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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Prüfung eines Bauteils nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
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Eine solche Prüfvorrichtung dient insbesondere zur Prüfung eines Steckergehäuses mit Kontaktstiften in der Art von Pins.
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Zum Anschluss an eine elektrische Spannung werden Bauteile, die wenigstens einen elektrischen Kontaktstift aufweisen, verwendet. Der Kontaktstift weist einen Querschnitt auf, der zwecks guter elektrischer Verbindung ein vorgegebenes Sollmaß besitzen muss. Zur Prüfung des Bauteils im Hinblick auf die Funktionsfähigkeit des elektrischen Kontaktstifts wird eine Vorrichtung zur Prüfung des Bauteils mit einem bewegbaren Prüfkopf verwendet, wobei der Prüfkopf in Kontakt mit dem Kontaktstift bringbar ist. Am Prüfkopf ist wiederum ein Prüfkontaktstift zur elektrischen Kontaktierung mit dem Kontaktstift angeordnet, um so die elektrische Funktionsprüfung des Bauteils durchzuführen. Eine Prüfung des Kontaktstifts auf die Korrektheit des Sollmaßes erfolgt dabei nicht. Es besteht daher Bedarf, den Funktionsumfang der Vorrichtung zur Prüfung des Bauteils zu erweitern.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Vorrichtung zur Prüfung des Bauteils derart weiterzuentwickeln, dass deren Funktionsumfang erweitert ist. Insbesondere soll die Vorrichtung zur Prüfung des Bauteils für die Überprüfung des Sollmaßes für den Querschnitt des Kontaktstifts befähigt sein.
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Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung zur Prüfung eines Bauteils durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
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Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Prüfung eines Bauteils, nachfolgend auch Prüfvorrichtung genannt, weist der Prüfkopf eine Aufnahme für den Kontaktstift auf, wobei der Prüfkontaktstift in der Aufnahme angeordnet ist. Die Aufnahme besitzt einen Querschnitt, der das Sollmaß für den Kontaktstift sowie zusätzlich die vorgebbare maximale Toleranz beziehungsweise das vorgebbare maximale Toleranzmaß für das Sollmaß umfasst. Die Aufnahme ist somit in der Art eines Taumelkreises ausgestaltet, so dass bei Bewegung des Prüfkopfes zum Bauteil der Kontaktstift lediglich bei korrektem Maß, d.h. bei einem innerhalb des Toleranzbereichs liegenden Maß, in die Aufnahme einführbar ist. Folglich kann in einfacher Art und Weise die Korrektheit des Maßes für den Kontaktstift festgestellt werden. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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In weiterer Ausgestaltung kann ein Antrieb vorgesehen sein, der für die Bewegung des Prüfkopfes in einer Vorschubrichtung, beispielsweise der Z-Richtung dient. Mit Hilfe des Antriebs ist somit der Prüfkopf automatisch in Anlage an das zu prüfende Bauteil bringbar und/oder die Aufnahme ist auf den Kontaktstift aufsetzbar. Zweckmäßigerweise kann ein die Anlage des Prüfkopfs an das zu prüfende Bauteil detektierender Sensor vorgesehen sein. Bei Anlage des Prüfkopfs am Bauteil kann dann dessen Bewegung in Vorschubrichtung abschaltbar sein. Mit Hilfe dieser Maßnahme ist Vorsorge gegen eine Beschädigung des Prüfkopfes in der Art einer „Crash-Sicherung“ getroffen. Des Weiteren kann der Prüfkopf schwimmend in einer Ebene senkrecht zur Vorschubrichtung, beispielsweise also in X- und/oder Y-Richtung, gelagert sein. Dadurch kann die Aufnahme in einfacher Art und Weise, insbesondere automatisch und/oder selbsttätig, auf den Kontaktstift ausrichtbar sein. Zur schwimmenden Lagerung des Prüfkopfes kann eine Lageranordnung vorgesehen sein, wobei die Lageranordnung eine Schwalbenschwanz-Führung aufweisen kann.
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Zwecks einfacher Detektion einer fehlerhaften Ausrichtung des Kontaktstiftes kann es sich anbieten, dass der Prüfkopf aus elektrisch leitfähigem Material, insbesondere aus Metall, besteht. Ist der Kontaktstift beispielsweise verbogen, so passt dieser nicht in die Aufnahme und steht vielmehr am Prüfkopf an. Wird nun eine Spannung an den Kontaktstift angelegt, so fließt ein elektrischer Strom über den elektrisch leitfähigen Prüfkopf. Dieser Strom kann dann zur Detektierung der mangelnden Ausrichtung beziehungsweise Verbiegung des Kontaktstiftes herangezogen werden.
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Der Prüfkopf kann wechselbar an der Vorrichtung ausgestaltet sein. Damit ist in einfacher sowie schneller Art und Weise eine Anpassung der Vorrichtung an das jeweils zu prüfende Bauteil ermöglicht. Um die Überprüfung der Länge des Kontaktstiftes in einfacher Weise zu ermöglichen, kann der Prüfkontaktstift elastisch in der Aufnahme gelagert ist, beispielsweise kann der Prüfkontaktstift als ein gefederter Prüfkontaktstift ausgestaltet sein. Dadurch kann der Prüfkontaktstift mit einer Rückstellkraft an den Kontaktstift zur elektrischen Kontaktierung anlegbar sein.
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In manchen Fällen kann der Kontaktstift einen im Wesentlichen rechteckförmigen, insbesondere quadratischen, Querschnitt aufweisen. Zwecks einfacher Überprüfung des Einhaltens der für diesen Querschnitt vorgesehenen Toleranzen kann die Aufnahme wiederum einen kreisförmigen Querschnitt besitzen, wobei in bevorzugter Weise der Durchmesser des kreisförmigen Querschnitts der Aufnahme in etwa dem Durchmesser des Umkreises um den dem Sollmaß entsprechenden rechteckförmigen Querschnitt des Kontaktstifts zuzüglich des vorgegebenen Toleranzmaßes entspricht. Insbesondere kann der Durchmesser für den kreisförmigen Querschnitt der Aufnahme die Größe der Diagonale des rechteckförmigen Querschnitts zuzüglich des vorgegebenen Toleranzmaßes besitzen.
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Die Erfindung stellt weiterhin ein Verfahren zur Prüfung eines Bauteils bereit, wobei das Bauteil wenigstens einen elektrischen Kontaktstift aufweist, sowie der Kontaktstift einen ein Sollmaß besitzenden Querschnitt aufweist. Bei diesem Verfahren wird ein bewegbarer Prüfkopf in Kontakt mit dem Kontaktstift gebracht, wobei am Prüfkopf ein Prüfkontaktstift zur elektrischen Kontaktierung mit dem Kontaktstift angeordnet ist. Der Prüfkopf weist eine Aufnahme auf, wobei die Aufnahme einen das Sollmaß für den Kontaktstift zuzüglich einer vorgegebenen Toleranz beziehungsweise eines vorgegebenen Toleranzmaßes besitzenden Querschnitt aufweist. Der Prüfkopf wird zunächst zum Kontaktstift bewegt, wobei überprüft wird, ob der Kontaktstift in die Aufnahme einführbar ist. Ist der Kontaktstift nicht in Ordnung, so kann dieser nicht die Aufnahme eingeführt werden, vielmehr steht der Kontaktstift dann am Prüfkopf an. Es kann somit eine entsprechende Fehlermeldung von der Prüfvorrichtung erzeugt werden und das betreffende Bauteil, bei dem der Kontaktstift nicht Ordnung ist, kann somit als Ausschuss aussortiert werden.
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Ist der Kontaktstift soweit in Ordnung, so befindet sich dieser in der Aufnahme am Prüfkopf. Nach korrektem Einführen des Kontaktstifts in die Aufnahme wird der Prüfkopf in Richtung zu einem vorgegebenen Haltepunkt weiterbewegt. Dabei wird überprüft, ob der Kontaktstift bereits vor Erreichen des Haltepunkts den Prüfkontaktstift elektrisch kontaktiert. In diesem Fall besitzt der Kontaktstift eine Überlänge, so dass eine entsprechende Fehlermeldung von der Prüfvorrichtung erzeugt werden kann und das betreffende Bauteil als Ausschuss aussortiert werden kann.
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Ist die Überprüfung des Kontaktstiftes auf eine Überlänge erfolgreich beendet, so wird die Bewegung des Prüfkopfs am vorgegebenen Haltepunkt beendet. Dabei wird überprüft, ob der Kontaktstift bei Erreichen des Haltepunkts den Prüfkontaktstift elektrisch kontaktiert. Ist dies der Fall, so besitzt der Kontaktstift die richtige Länge. Falls dies nicht der Fall ist, besitzt der Kontaktstift eine Unterlänge, so dass eine entsprechende Fehlermeldung von der Prüfvorrichtung erzeugt werden kann und das betreffende Bauteil als Ausschuss aussortiert werden kann.
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Ist die Überprüfung des Kontaktstiftes auf eine Unterlänge erfolgreich beendet, so wird bei der nunmehr vorliegenden korrekten Kontaktierung des Kontaktstifts am Haltepunkt des Prüfkopfs die Funktionsprüfung des Bauteils durchgeführt. Ergibt die Funktionsprüfung eine nicht korrekte Funktion des Bauteils, so kann eine entsprechende Fehlermeldung von der Prüfvorrichtung erzeugt werden und das betreffende Bauteil kann als Ausschuss aussortiert werden. Im anderen Fall ist das Bauteil in Ordnung und kann dann bestimmungsgemäß verwendet werden.
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Zusammenfassend lässt sich somit feststellen, dass die erfindungsgemäße Prüfvorrichtung in vorteilhafter Weise eine gleichzeitige Prüfung des Kontaktstifts an dem Bauteil auf die Ausrichtung des Kontaktstifts und/oder auf die Länge des Kontaktstifts und/oder auf die elektrische Funktion des Kontaktstifts ermöglicht.
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Für eine besonders bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ist nachfolgendes festzustellen.
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Geschaffen ist eine Prüfvorrichtung für einen Stecker mit Kontaktstiften in der Art von Pins. Die Prüfvorrichtung weist eine elektrische Kontaktiereinheit in der Art eines elektrischen Kontaktierkopfs mit einer integrierten Kontrolle der Pinposition x und y, wobei eine vorgegebene maximale Abweichung dx und dy in der Art eines Taumelkreises zulässig ist, sowie der Pinhöhe z, wobei eine vorgegebene maximale Abweichung dz zulässig ist, auf. Die Prüfvorrichtung umfasst eine gesteuerte Antriebseinheit des Kontaktierkopfes, der in X-/Y-Richtung schwimmend gelagert sowie schnellwechselbar ist, und der mit Aufnahmen entsprechend einer elektrisch leitenden Kontaktiermaske mit Crashsicherung sowie mit elektrischen Schaltkontaktstiften beziehungsweise Prüfkontaktstiften versehen ist.
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Die Prüfung des Steckers mit Pins im Hinblick auf die Taumelkreis- und/oder Pinhöhen-Kontrolle erfolgt in mehreren Schritten.
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Schritt 1:
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Zunächst fährt der Kontaktierkopf auf die Pins des zu prüfenden Bauteils. Der Kontaktierkopf besteht aus elektrisch leitfähigem Material, beispielsweise aus Stahl. Ist der Pin schiefstehend, verbogen o. dgl. und liegt der Pin daher nicht innerhalb des Taumelkreises, so gelangt dieser nicht in die Aufnahme. Vielmehr steht dann der Pin am Kontaktierkopf an, so dass der fehlerhafte Pin daran erkennbar ist, dass dieser nicht in den Taumelkreis passt.
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Schritt 2:
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In der Aufnahme des Kontaktierkopfs befindet sich ein gefederter Schaltkontaktstift. Passt der Pin in die Aufnahme, so wird überprüft, ob der Pin den Schaltkontaktstift vorzeitig kontaktiert. Ist dies der Fall, so ist der Pin zu lang.
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Schritt 3:
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Kontaktiert der Pin den Schaltkontaktstift gar nicht, so ist der Pin zu kurz.
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Schritt 4:
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Kontaktiert der Pin den Schaltkontaktstift rechtzeitig, so ist der Pin in Ordnung. Die jeweilige elektrische Spannung wird dann an die Pins mittels der Schaltkontaktstifte angelegt und das Bauteil wird dann auf dessen Funktion überprüft.
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Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass mehrere Prüfungen für das Bauteil in eine einzige Prüfvorrichtung integriert sind. Insbesondere ist keine zusätzliche Station für die Taumelkreisprüfung notwendig. Vielmehr ist diese vorteilhafterweise in die Kontaktiereinheit für die elektrische Funktionsprüfung des Bauteils integriert.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit verschiedenen Weiterbildungen und Ausgestaltungen ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- 1 ein zu prüfendes Bauteil mit einem elektrische Kontaktstifte aufweisenden Stecker,
- 2 den Querschnitt des Kontaktstiftes mit zulässigen Toleranzen in schematischer Art,
- 3 eine Prüfvorrichtung mit einem Kontaktierkopf für den Stecker aus 1 und
- 4a bis 4d den Kontaktierkopf bei den jeweiligen Schritten für die Prüfung des Kontaktstifts.
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In 1 ist ein elektrisch zu prüfendes Bauteil 1 in schematischer Art gezeigt. Das Bauteil 1 weist ein Gehäuse 2 auf, an dem ein Stecker mit einem Steckergehäuse 3, in dem sich elektrische Kontaktstifte 4 für den elektrischen Anschluss des Bauteils 1 befinden, angeordnet ist. Bei der Herstellung des Bauteils 1 ist dessen korrekte elektrische Funktion zu überprüfen, um eventuelle fehlerhafte Bauteile 1 als Ausschuss auszusortieren. Des Weiteren sind auch die Kontaktstifte 4 auf deren Korrektheit zu überprüfen. Insbesondere besitzt der Querschnitt des Kontaktstiftes 4 ein gewisses Sollmaß x und y für dessen Seitenlängen, wie in 2 gezeigt ist. Dabei sind vorgegebene Toleranzen dx und dy in X- und Y-Richtung für die Seitenlängen als maximale Abweichungen zulässig.
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Eine Vorrichtung zur Prüfung des Bauteils 1, nachfolgend kurz als Prüfvorrichtung 5 bezeichnet, ist in 3 näher zu sehen. Die Prüfvorrichtung 5 besitzt einen bewegbaren Prüfkopf 6. Dadurch ist der Prüfkopf 6 in Kontakt mit dem Kontaktstift 4 bringbar. Der Prüfkopf 6 weist eine Aufnahme 7 für den Kontaktstift 4 auf. Am Prüfkopf 6 ist ein Prüfkontaktstift 8 (siehe 4a) zur elektrischen Kontaktierung mit dem Kontaktstift 4 angeordnet, und zwar ist der Prüfkontaktstift 8 in der Aufnahme 7 angeordnet. Der Prüfkontaktstift 8 ist elastisch in der Aufnahme 7 gelagert, beispielsweise indem der Prüfkontaktstift 8 mit einer Feder versehen ist. Dadurch ist der Prüfkontaktstift 8 mit einer Rückstellkraft an den Kontaktstift 4 zur elektrischen Kontaktierung anlegbar.
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Für die Bewegung des Prüfkopfes in einer Vorschubrichtung, bei der es sich insbesondere um die auf die X- und Y-Richtung senkrecht stehende Z-Richtung (siehe 4a) handelt, ist ein Antrieb 9 vorgesehen. Dadurch ist der Prüfkopf 6 in Anlage an das zu prüfende Bauteil 1 bringbar und/oder die Aufnahme 7 am Prüfkopf 6 auf den Kontaktstift 4 aufsetzbar. Die Prüfvorrichtung 5 weist einen die Anlage des Prüfkopfs 6 an das zu prüfende Bauteil 1 detektierenden, nicht weiter gezeigten Sensor auf, so dass bei Anlage des Prüfkopfs 6 am Bauteil 1 die weitere Bewegung des Prüfkopfes 6 in Vorschubrichtung abschaltbar ist. Dadurch ist eine Sicherungseinrichtung 12 in der Art einer „Crash-Sicherung“ für den Prüfkopf 6 geschaffen.
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Die Aufnahme
7 besitzt einen Querschnitt, der das Sollmaß x und y für den Kontaktstift
4 sowie zusätzlich das vorgebbare maximale Toleranzmaß dx und dy für das Sollmaß x und y in der Art eines Taumelkreises
13 (siehe
2) umfasst. Der Kontaktstift
4 weist im Allgemeinen einen im Wesentlichen rechteckförmigen, insbesondere quadratischen, Querschnitt mit den Seitenlängen x, y auf. Zweckmäßigerweise besitzt dann die Aufnahme
7 einen kreisförmigen Querschnitt, wie in
2 näher dargestellt ist. Der Durchmesser des kreisförmigen Querschnitts der Aufnahme
7 beziehungsweise des Taumelkreises
13 entspricht in etwa dem Durchmesser des Umkreises
10 um den dem Sollmaß x, y entsprechenden rechteckförmigen Querschnitt des Kontaktstifts
4 zuzüglich des vorgegebenen Toleranzmaßes dx, dy. Insbesondere besitzt der Durchmesser d des Taumelkreises
13 die Größe der Diagonale
11 des rechteckförmigen Querschnitts des Kontaktstifts
4 zuzüglich des vorgegebenen Toleranzmaßes, also beispielsweise dem Maximum von dx sowie dy. Alternativ kann beispielsweise der Durchmesser d des Taumelkreises
13 auch die Größe
betragen, wobei SQRT (Square Root) die Quadrat-Wurzel des in der Klammer stehenden Ausdrucks bedeutet.
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Des Weiteren ist der Prüfkopf 6 mittels einer Lageranordnung 14 schwimmend in einer Ebene senkrecht zu der in Z-Richtung verlaufenden Vorschubrichtung, also insbesondere in einer in X- und Y-Richtung verlaufenden Ebene, gelagert. Zur Realisierung der schwimmenden Lagerung weist die Lageranordnung 14 eine Schwalbenschwanz-Führung auf. Dadurch ist die Aufnahme 7 bei Anlage des Prüfkopfes 6 an das Bauteil 1 auf den Kontaktstift 4 selbsttätig ausrichtbar. Der Prüfkopf 6 besteht aus elektrisch leitfähigem Material, und zwar aus Metall, beispielsweise Stahl. Ist die Ausrichtung des Kontaktstiftes 4 nicht in Ordnung, so kann dieser nicht in die Aufnahme 7 aufgenommen werden und liegt daher am Prüfkopf 6 an. Liegt eine elektrische Spannung am Kontaktstift 4 an, so fließt in diesem Fall ein elektrischer Strom über den Prüfkopf 6, was einen Hinweis auf den nicht korrekten Kontaktstift 4 gibt. Beispielsweise ist dadurch eine Verbiegung des Kontaktstiftes 4 detektierbar. Schließlich ist der Prüfkopf 6 mittels einer Befestigungsanordnung 15 wechselbar ausgestaltet, so dass eine schnelle Anpassung an das jeweils zu prüfende Bauteil 1 ermöglicht ist.
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Die Verfahrensschritte zur Prüfung des Bauteils 1, bei dem der bewegbare Prüfkopf 6 in Kontakt mit dem Kontaktstift 4 gebracht wird und der Prüfkontaktstift 8 den Kontaktstift 4 elektrisch kontaktiert, wird nachfolgend anhand der 4a bis 4d näher erläutert.
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In einem ersten Schritt 1 wird gemäß 4a der die Aufnahme 7 aufweisende Prüfkopf 6 zum Kontaktstift 4 in Vorschubrichtung Z bewegt. Die Aufnahme 7 weist einen das Sollmaß x, y für den Kontaktstift 4 zuzüglich eines vorgegebenen Toleranzmaßes dx, dy besitzenden Querschnitt auf. In diesem ersten Schritt wird dann überprüft, ob der Kontaktstift 4 in die Aufnahme 7 einführbar ist. Ist dies der Fall, so wird die Prüfung mit dem zweiten Schritt fortgeführt.
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Ist der Kontaktstift 4 nicht in die Aufnahme 7 einführbar, so wird dies beim ersten Schritt festgestellt. In diesem Fall kommt gemäß 4a der aus elektrisch leitfähigem Material bestehende Prüfkopf 6 in Anlage an den Kontaktstift 4, da der Kontaktstift 4 nicht innerhalb des Taumelkreises 13 an der Aufnahme 7 passend ist. Wird eine elektrische Spannung an den Kontaktstift 4 angelegt, so fließt ein elektrischer Strom über den Prüfkopf 6, wobei dessen Detektion eine Fehlermeldung zur Folge hat. Damit handelt es sich bei dem diesbezüglichen Bauteil 1 um Ausschuss.
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Nach korrektem Einführen des Kontaktstifts 4 in die Aufnahme 7 am Prüfkopf 6 wird dann der Prüfkopf 6 in Richtung Z zu einem vorgegebenen Haltepunkt weiterbewegt. In einem zweiten Schritt 2 wird nun überprüft, ob der Kontaktstift 4 bereits vor Erreichen des Haltepunkts den gefedert in der Aufnahme 7 befindlichen Prüfkontaktstift 8 elektrisch kontaktiert. In diesem Fall, der in 4b näher dargestellt ist, ist der Kontaktstift 4 zu lang, so dass das Bauteil 1 wiederum Ausschuss darstellt.
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Ist dies nicht der Fall, so wird der Prüfkopf 6 weiter bewegt, wobei die Bewegung des Prüfkopfs 6 am vorgegebenen Haltepunkt beendet wird. Bei Erreichen des Haltepunkts wird gemäß einem dritten Schritt 3 dann überprüft, ob der Kontaktstift 4 den Prüfkontaktstift 8 elektrisch kontaktiert. Falls dies nicht der Fall ist, so ist der Kontaktstift 4 zu kurz, wie in 4c näher dargestellt ist, womit das Bauteil 1 ebenfalls Ausschuss darstellt.
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Bei der Prüfung gemäß Schritt 2 und Schritt 3 kann ebenfalls ein vorgebbares Toleranzmaß dz für die Länge des Kontaktstiftes 4 in Z-Richtung vorgesehen sein. Dieses Toleranzmaß dz kann beispielsweise durch die Federkraft der zur Ausübung der elastischen Kraft für den Prüfkontaktstift 8 dienenden Feder einstellbar sein.
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Ist die Länge des Kontaktstifts 4 in Ordnung, so ist der Kontaktstift 4 am Haltepunkt mit dem Prüfkontaktstift 8 elektrisch kontaktiert, wie in 4d näher dargestellt ist. In dem nunmehr folgenden vierten Schritt 4 wird dann die Funktionsprüfung des Bauteils 1 durchgeführt. Wird ein Fehler bei der Funktionsprüfung festgestellt, so handelt es sich bei dem Bauteil 1 um Ausschuss. Andernfalls ist nach erfolgreichem Abschluss von Schritt 4 das Bauteil 1 in Ordnung und kann dann zum vorgesehenen Zweck weiterverwendet werden.
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Zusammenfassend lässt sich somit feststellen, dass durch Durchführung der Schritte 1 bis 4 eine gleichzeitige Prüfung des Bauteils 1 auf die Ausrichtung des Kontaktstifts 4 und/oder auf die Länge des Kontaktstifts 4 und/oder auf die elektrische Funktion des Kontaktstifts 4 erfolgt.
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Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene und dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Sie umfasst vielmehr auch alle fachmännischen Weiterbildungen im Rahmen der durch die Patentansprüche definierten Erfindung. So kann die Prüfvorrichtung 5 nicht nur zur Prüfung von Bauteilen 1 mit einem Kontaktstift 4 eingesetzt werden, sondern kann auch bei der Prüfung der Ausrichtung sonstiger länglicher Teile, die toleranzbehaftet innerhalb eines Taumelkreises 13 passen, Verwendung finden.
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Bezugszeichenliste
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- 1:
- Bauteil
- 2:
- Gehäuse
- 3:
- Steckergehäuse
- 4:
- Kontaktstift
- 5:
- Prüfvorrichtung
- 6:
- Prüfkopf
- 7:
- Aufnahme (von Prüfkopf)
- 8:
- Prüfkontaktstift
- 9:
- Antrieb
- 10:
- Umkreis (von Kontaktstift)
- 11:
- Diagonale (von Kontaktstift)
- 12:
- Sicherungseinrichtung
- 13:
- Taumelkreis
- 14:
- Lageranordnung
- 15:
- Befestigungsanordnung