DE102018221005A1 - Spannfutter für ein Rotationswerkzeug - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Spannfutter als Werkzeugaufnahme für ein Rotationswerkzeug (1), mit einem Adapter (5) zur Befestigung an einer Maschinenspindel (7) einer Werkzeugmaschine, wobei das Spannfutter (9) einen hohlzylindrischen Einspannkanal (11) begrenzt, in den ein Werkzeugschaft (13) des Rotationswerkzeugs (1) einsetzbar ist und darin mit einer Spannkraft einspannbar ist. Erfindungsgemäß weist der Einspannkanal (11) des Spannfutters (9) am Innenumfang zumindest zwei durchmesserreduzierte Spannstellen (15, 16) auf, die in Werkzeug-Axialrichtung über einen durchmessergrößeren Innenumfangsabschnitt (17) voneinander beabstandet sind. Bei eingespanntem Rotationswerkzeug (1) sind die beiden Spannstellen (15, 16) in Spanneingriff mit dem Werkzeugschaft (13). Der durchmessergrößere Innenumfangsabschnitt (17) ist außer Spanneingriff mit dem Werkzeugschaft (13).
Description
- Die Erfindung betrifft ein Spannfutter als Werkzeugaufnahme für ein Rotationswerkzeug nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 oder nach dem Oberbegriff des Anspruches 8.
- Ein solches Rotationswerkzeug kann ein Reib-, Fräs-, Bohr- oder Gewindebohrwerkzeug sein. Beispielhaft kann das Rotationswerkzeug in einem Rumpf-Spannfutter oder in einem Hydrodehn-Spannfutter eingespannt sein.
- Ein gattungsgemäßes Spannfutter weist einen Adapter zur Befestigung an einer Maschinenspindel einer Werkzeugmaschine auf. Das Spannfutter begrenzt einen hohlzylindrischen Einspannkanal, in den ein Werkzeugschaft des Rotationswerkzeugs einsetzbar ist und darin mit einer Spannkraft einspannbar ist.
- Im Stand der Technik ist das Rotationswerkzeug in gängiger Praxis in einer großflächigen Flächenpressung im Einspannkanal des Spannfutters eingespannt. Aufgrund von Fertigungs- und/oder Bauteiltoleranzen ergibt sich die Problematik, dass die Flächenpressung in der Werkzeug-Axialrichtung meist nicht durchgängig konstant, sondern vielmehr variabel ist. Dadurch kann sich ein Achsversatz ergeben, bei dem die Werkzeug-Achse nicht mehr koaxial zur Maschinenspindel-Achse ausgerichtet ist, wodurch Rundlauf-Fehler im Werkzeugbetrieb entstehen.
- Aus der
DE 88 14 843 U1 ist ein Bohr-/Faswerkzeug bekannt. Aus derDE 10 2013 005 784 A1 , aus derDE 84 36 757 U1 , aus derDE 296 22 462 U1 sind jeweils Werkzeugaufnahmen mit einem Spannfutter zum Einspannen eines Rotationswerkzeuges bekannt. - Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Spannfutter als Werkzeugaufnahme für ein Rotationswerkzeug bereitzustellen, bei der in konstruktiv einfacher Weise ein Rundlauf-Fehler vermieden werden kann.
- Die Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruches 1 oder 8 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen offenbart.
- Erfindungsgemäß wird auf eine großflächige Flächenpressung zwischen dem Spannfutter und dem Rotationswerkzeug verzichtet. Anstelle dessen weist gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 der Einspannkanal des Spannfutters am Innenumfang zumindest zwei durchmesserreduzierte Spannstellen auf. Die beiden Spannstellen sind in der Werkzeug-Axialrichtung über einen durchmessergrößeren Innenumfangsabschnitt voneinander beabstandet. Bei eingespanntem Rotationswerkzeug sind daher die beiden Spannstellen in Spanneingriff mit dem Werkzeugschaft des Rotationswerkzeugs. Der durchmessergrößere Innenumfangsabschnitt ist dagegen außer Spanneingriff mit dem Werkzeugschaft.
- In einer technischen Umsetzung kann das Spannfutter als ein Hydrodehn-Spannfutter oder als ein Schrumpf-Spannfutter ausgebildet sein. Bei einem noch unbestückten Schrumpf-Spannfutter weist der Einspannkanal bei Umgebungstemperatur einen gegenüber dem Werkzeugschaft-Durchmesser reduzierten Innendurchmesser auf. Der Einspannkanal des Schrumpf-Spannfutters kann unter Wärmeeinwirkung aufgeweitet werden, so dass Rotationswerkzeug in den aufgeweiteten Einspannkanal einsetzbar ist. Durch Abkühlung ist das Schrumpf-Spannfutter unter Aufbau der Spannkraft auf den Werkzeugschaft aufschrumpfbar.
- Bevorzugt kann der Einspannkanal des noch unbestückten Spannfutters komplett hohlzylindrisch ausgebildet sein. Alternativ dazu kann der Einspannkanal des noch unbestückten Spannfutters jegliche andere geeignete Hohlgeometrie aufweisen, z. B. eine polygonförmige Hohlgeometrie.
- Der Einspannkanal kann an einer, einem Werkstück zugewandten Spannfutter-Stirnseite mit einer Austrittsöffnung nach außen münden. Bevorzugt ist es, wenn eine erste Spannstelle unmittelbar an der Austrittsöffnung angeordnet ist. In diesem Fall kann die durchmesserreduzierte, erste Spannstelle an der stirnseitigen Einspann-Kanalmündung in die Spannfutter-Stirnseite übergehen.
- In einer technischen Realisierung kann die Spannstelle eine umlaufende, hohlzylindrische Spannfläche aufweisen. Diese kann bei bestücktem Spannfutter umlaufend in kraftübertragender Anlage mit dem Werkzeugschaft sein. Die Spannstelle oder deren Spannfläche kann rotationssymmetrisch zur Spannfutter-Achse ausgebildet sein.
- Die Spannfläche kann sich in der Axialrichtung zwischen einer, der Spannfutter-Stirnseite zugewandten, vorderen Umlaufkante und einer hinteren Umlaufkante erstrecken, die in den oben erwähnten durchmessergrößeren Innenumfangsabschnitt übergehen kann. Die Spannfläche der jeweiligen Spannstelle kann in Axialrichtung einen variierenden Innendurchmesser aufweisen. Alternativ dazu kann die Spannfläche einen durchgängig konstanten Innendurchmesser aufweisen. In einer weiteren Ausführungsvariante kann die Spannfläche der Spannstelle aufgeteilt sein in einen hohlzylindrischen Spannabschnitt und in einen konisch aufgeweiteten Spannabschnitt. Der hohlzylindrische Spannabschnitt kann im Axialverlauf entgegen der Spannfutter-Stirnseite in den sich konisch aufweitenden Spannabschnitt übergehen.
- Der Werkzeugschaft kann in einer ersten Ausführungsvariante ein Rundprofil mit komplett zylindrischem Außenumfang aufweisen. Von besonderer Bedeutung ist es, das Rotationswerkzeug im Belastungsfall gegen ein Durchdrehen im Spannfutter abzusichern. Vor diesem Hintergrund kann im zylindrischen Außenumfang des Werkzeugschaftes eine Verdrehsicherung ausgebildet sein, die im Belastungsfall das eingespannte Werkzeug gegen ein Durchdrehen sichert. Die im Werkzeugschaft ausgebildete Verdrehsicherung kann mit einer konturangepassten Gegenkontur im Außenumfang des Spannfutter-Einspannkanals zusammenwirken. Bevorzugt erfolgt die Konturanpassung der Gegenkontur erst beim Aufschrumpfen auf den Werkzeugschaft durch Materialverformung des Spannfutters.
- Die Verdrehsicherung kann konstruktiv einfach wie folgt realisiert sein: So kann die Verdrehsicherung zwei diametral gegenüberliegende Abflachungen im Werkzeugschaft-Außenumfang aufweisen. Jede dieser Abflachungen ist lediglich um einen geringfügigen Materialversatz von einer gedachten Kreislinie zurückgesetzt, auf der der zylindrische Werkzeugschaft-Außenumfang liegt. Der Materialabtrag ist so bemessen, dass die Spannstellen im Einspannkanal des Spannfutters sowohl mit dem Werkzeugschaft-Außenumfang als auch mit den Abflachungen spaltfrei in einer kraftübertragenden Anlage sind.
- Alternativ und/oder zusätzlich betrifft ein zweiter Erfindungsaspekt eine im Spannfutter ausgebildete Einstelleinheit. Mittels der Einstelleinheit kann die Rotationswerkzeug-Achse koaxial zur Maschinenspindel-Drehachse ausgerichtet werden. Die Einstelleinheit kann zumindest eine vom Einspannkanal separate Gewindebohrung aufweisen, in die eine Einstellschraube einschraubbar ist. Durch Festspannen der Einstellschraube wird eine Materialspannung im Spannfutter aufgebaut. Die im Spannfutter aufgebaute Materialspannung führt zu einer elastischen Verformung des Einspannkanals, und zwar unter geringfügiger Lageänderung des Rotationswerkzeugs, wodurch eine Achs-Ausrichtung erfolgt.
- In einer konkreten Ausgestaltung kann die Gewindebohrung als eine Sacklochbohrung mit einem geschlossenen Bohrungsgrund ausgeführt sein. Die Gewindebohrung kann zudem achsparallel zum Einspannkanal verlaufen und in die Spannfutter-Stirnseite münden.
- Im Hinblick auf eine wirkungsvolle Einbringung von Materialspannung in das Spannfutter ist es bevorzugt, wenn die Einstellschraube einen ausgeweiteten Schraubkopf aufweist. Bei festgespannter Einstellschraube kann der Schraubkopf gegen einen Öffnungsrandbereich der Gewindebohrung verspannt sein, wodurch sich die Materialspannung in dem Spannfutter aufbaut.
- Zur Steigerung der elastischen Verformbarkeit des Spannfutters ist es bevorzugt, wenn der Schraubkopf der Einstellschraube am Öffnungsrandbereich gegen einen Materialsteg des Spannfutters verspannt ist, der an seiner, vom Schraubkopf abgewandten Seite in eine Verformungskammer übergeht. In diesem Fall sich der Materialsteg in die Verformungskammer hinein elastisch verformen. Die Verformungskammer kann in die Gewindebohrung münden. Beispielhaft kann die Verformungskammer als eine in Radialrichtung in das Spannfutter eingebrachte Bohrung realisiert sein. Alternativ dazu kann die Verformungskammer eine zumindest teilweise oder vollständig umlaufende Ringnut sein.
- Die Gewindebohrung kann ausgehend vom Öffnungsrandbereich in einen gewindefreien Bohrungsabschnitt übergehen, an dem sich ein Innengewindeabschnitt anschließt. Im Hinblick auf eine einfache elastische Verformung des Materialstegs ist es bevorzugt, wenn die Verformungskammer, in der Werkzeug-Axialrichtung betrachtet, zwischen dem Innengewindeabschnitt und dem gewindefreien Bohrungsabschnitt angeordnet ist.
- Nachfolgend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Figuren beschrieben.
- Es zeigen:
-
1 und2 ein Spannfutter gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel; -
3 in einer Detailansicht eine Ausführungsvariante des in den1 und2 gezeigten Spannfutters; -
4 ein Rotationswerkzeug mit einer Verdrehsicherung; und -
5 ein Spannfutter gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel. - In der
1 ist ein mit einem Rotationswerkzeug1 bestückte Spannfutter9 gezeigt. Das Spannfutter9 weist einen als einen Hohlkegelschaft ausgebildeten Adapter5 auf, der an einer gestrichelt angedeuteten Maschinenspindel7 einer Werkzeugmaschine befestigt ist. Zudem ist das Spannfutter9 speziell als ein Schrumpf-Spannfutter9 mit einem hohlzylindrischen Einspannkanal11 ausgebildet, in den ein Werkzeugschaft13 des Rotationswerkzeugs1 eingesetzt und darin mit einer Spannkraft eingespannt ist. Der hohlzylindrische Einspannkanal11 mündet an einer, einem Werkstück10 zugewandten Spannfutter-Stirnseite12 mit einer Mündungsöffnung14 nach außen. - In der
2 ist das Schrumpf-Spannfutter9 im unbestückten Zustand gezeigt. Demnach weist der Einspannkanal11 des Schrumpf-Spannfutters9 am Innenumfang2 durchmesserreduzierte Spannstellen15 ,16 auf, die in der Spannfutter-Axialrichtung über einen durchmessergrößeren Innenumfangsabschnitt17 voneinander beabstandet sind. Jede der beiden Spannstellen15 ,16 weist eine umlaufende, hohlzylindrische Spannfläche19 auf, die bei bestücktem Spannfutter9 (1 ) in kraftübertragender Anlage mit dem zylindrischen Werkzeugschaft13 des Rotationswerkzeugs1 ist. Die Spannfläche19 verläuft rotationssymmetrisch umlaufend zur Spannfutter-Achse. In der2 erstreckt sich die Spannfläche19 in der Spannfutter-Axialrichtung zwischen einer, der Spannfutter-Stirnseite12 zugewandten, vorderen Umlaufkante21 und einer hinteren Umlaufkante23 . An der vorderen Umlaufkante21 geht die durchmesserreduzierte Spannfläche19 in die Spannfutter-Stirnseite12 über. Von daher ist die vordere Spannstelle15 unmittelbar an der Mündungsöffnung14 des Einspannkanals11 angeordnet. An die hintere Umlaufkante23 der Spannstelle15 schließt sich der durchmessergrößere Innenumfangsabschnitt17 an. - In der
2 ist die Spannfläche19 der jeweiligen Spannstelle15 ,16 jeweils komplett hohlzylindrisch ausgeführt, d.h. mit einem durchgängig konstanten Innendurchmesser dI. Der Werkzeugschaft13 des Rotationswerkzeugs1 ist mit einem Rundprofil mit komplett zylindrischem Außenumfang ausgebildet. - Der Innendurchmesser dI ist bei noch unbestücktem Spannfutter
9 (2 ) kleiner bemessen als der Werkzeugschaft-Außendurchmesser dA (2 ). Zur Bestückung wird das Schrumpf-Spannfutter9 über eine nicht dargestellte Heizung erwärmt, wodurch sich der Einspannkanal11 derart ausweitet, dass das Rotationswerkzeug1 in den ausgeweiteten Einspannkanal11 einsetzbar ist. Durch Abkühlung wird das Schrumpf-Spannfutter9 unter Aufbau der Spannkraft auf den Werkzeugschaft13 aufgeschrumpft. Auf diese Weise sind die beiden Spannstellen15 ,16 jeweils in Spanneingriff mit dem Werkzeugschaft13 , während der durchmessergrößere Innenumfangsabschnitt17 funktionslos außer Spanneingriff mit dem Werkzeugschaft13 verbleibt. - Aufgrund der komplett hohlzylindrischen Gestaltung der Spannflächen
19 der beiden Spannstellen15 ,16 , verteilt sich die Spannkraft - in der Axialrichtung betrachtet - über die Spannflächen19 gleichmäßig. Im Unterschied dazu ist in der3 die Spannfläche19 aufgeteilt in einen Zylinderabschnitt25 und in einen Konusabschnitt27 . Der Zylinderabschnitt25 geht im Axialverlauf entgegen der Spannfutter-Stirnseite12 in den sich konisch aufweitenden Konusabschnitt27 über. Auf diese Weise kann die Spannkraft entlang der Spannfutter-Axialrichtung variiert werden. - Zudem ist in der
4 der Werkzeugschaft13 nicht komplett zylindrisch, sondern vielmehr mit einer Verdrehsicherung29 ausgebildet. Mittels der Verdrehsicherung29 kann im Belastungsfall das eingespannte Werkzeug1 gegen ein Durchdrehen im Spannfutter9 gesichert werden. Die Verdrehsicherung29 ist beispielhaft in der4 durch zwei diametral gegenüberliegende Abflachungen im Werkzeugschaft-Außenumfang realisiert. Die beiden Abflachungen30 sind um einen geringfügigen Materialversatz Δm von einer gedachten Kreislinie31 zurückgesetzt, auf der der zylindrische Werkzeugschaft-Außenumfang liegt. Der Materialabtrag Δm ist so bemessen, dass bei bestücktem Spannfutter9 die Spannstellen15 ,16 - in Umfangsrichtung betrachtet - sowohl mit dem Werkzeugschaft-Außenumfang als auch mit darin ausgebildeten Abflachungen30 spaltfrei in eine kraftübertragende Anlage aufgeschrumpft sind. Alternativ zu den oben genannten Abflachungen30 kann die Verdrehsicherung29 jegliche andere geeignete Geometrie aufweisen - In der
5 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel dargestellt, dessen grundsätzlicher Aufbau identisch mit den vorangegangenen Ausführungsbeispielen ist. Von daher wird auf die Vorbeschreibung verwiesen. Im Unterschied zu den vorangegangenen Ausführungsbeispielen weist das Spannfutter9 in der5 zusätzlich eine Einstelleinheit33 auf, mittels der die Werkzeug-Achse A koaxial zur Maschinenspindel-Drehachse D ausrichtbar ist. Die Einstelleinheit33 weist in der5 eine vom Einspannkanal11 separate Gewindebohrung35 sowie eine damit zusammenwirkende Einstellschraube37 auf. Die Gewindebohrung35 ist achsparallel zum Einspannkanal11 ausgerichtet und mündet, wie auch der Einspannkanal11 , in die Spannfutter-Stirnseite12 . Die Gewindebohrung35 ist in einen Innengewindeabschnitt39 sowie einen gewindefreien Bohrungsabschnitt41 aufgeteilt, der in Richtung Spannfutter-Stirnseite an einer Ringschulter43 in einen durchmessergrößeren Bohrabschnitt45 übergeht. Zwischen dem Innengewindeabschnitt39 und dem gewindefreien Bohrungsabschnitt41 mündet Verformungskammer47 , die als eine Radialbohrung realisiert ist, in die Gewindebohrung35 . Dadurch bildet sich zwischen der Ringschulter43 und der Verformungskammer47 ein geringfügig elastisch verformbarer Materialsteg49 . - In der
5 ist die gestrichelt angedeutete Einstellschraube37 in der Gewindebohrung35 festgespannt. Der ausgeweitete Schraubkopf38 der Einstellschraube37 ist komplett in den durchmessergrößeren Bohrabschnitt45 eingetaucht und gegen die Ringschulter43 der Gewindebohrung35 festgespannt, wodurch sich der Materialsteg49 - unter Aufbau einer Materialspannung in dem Spannfutter9 - geringfügig elastisch in die Verformungskammer47 hinein verformt. Die in dem Spannfutter9 aufgebaute Materialspannung führt zu einer geringfügigen elastischen Verformung des Einspannkanals11 . Dadurch ergibt sich eine Lageänderung des Rotationswerkzeugs1 . - Je nach Größe des auf die Einstellschraube
37 aufgebrachten Einschraubmoments kann die Größe der Materialspannung eingestellt werden, um die Achs-Ausrichtung zu bewerkstelligen. - Alternativ zu dem in der
5 gezeigten Ausführungsbeispiel kann nicht nur der ersten, vorderen Spannstelle15 eine Einstelleinheit33 zugeordnet sein, sondern zusätzlich auch der zweiten, hinteren Spannstelle16 eine solche Einstelleinheit33 zugeordnet sein. Der Aufbau sowie die Wirkungsweise der zweiten Einstelleinheit33 sind identisch mit der ersten Einstelleinheit33 . - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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- Zitierte Patentliteratur
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- DE 8814843 U1 [0005]
- DE 102013005784 A1 [0005]
- DE 8436757 U1 [0005]
- DE 29622462 U1 [0005]
Claims (12)
- Spannfutter als Werkzeugaufnahme für ein Rotationswerkzeug (1), mit einem Adapter (5) zur Befestigung an einer Maschinenspindel (7) einer Werkzeugmaschine, wobei das Spannfutter (9) einen hohlzylindrischen Einspannkanal (11) begrenzt, in den ein Werkzeugschaft (13) des Rotationswerkzeugs (1) einsetzbar ist und darin mit einer Spannkraft einspannbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Einspannkanal (11) des Spannfutters (9) am Innenumfang zumindest zwei durchmesserreduzierte Spannstellen (15, 16) aufweist, die in Werkzeug-Axialrichtung über einen durchmessergrößeren Innenumfangsabschnitt (17) voneinander beabstandet sind, und dass bei eingespanntem Rotationswerkzeug (1) die beiden Spannstellen (15, 16) in Spanneingriff mit dem Werkzeugschaft (13) sind, und dass der durchmessergrößere Innenumfangsabschnitt (17) außer Spanneingriff mit dem Werkzeugschaft (13) ist.
- Spannfutter nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Spannfutter (9) ein Schrumpf-Spannfutter ist, dessen Einspannkanal (11) bei Umgebungstemperatur sowie im unbestückten Zustand einen gegenüber dem Werkzeugschaft-Durchmesser (dA) reduzierten Innendurchmesser (dI) aufweist, und dass der Einspannkanal (11) des Schrumpf-Spannfutters (9) unter Wärmeeinwirkung aufweitbar ist, so dass das Rotationswerkzeug (1) in den aufgeweiteten Einspannkanal (11) einsetzbar ist, und durch Abkühlung das Schrumpf-Spannfutter (9) auf den Werkzeugschaft (13) aufschrumpfbar ist, und zwar unter Aufbau der Spannkraft. - Spannfutter nach
Anspruch 1 oder2 , dadurch gekennzeichnet, dass der Einspannkanal (11) an einer, einem Werkstück zugewandten Spannfutter-Stirnseite (12) mit einer Austrittöffnung (14) nach außen mündet, und dass eine erste Spannstelle (15) unmittelbar an der Austrittsöffnung (14) angeordnet ist, und/oder dass die durchmesserreduzierte Spannstelle (15) am Öffnungsrand des Einspannkanals (11) in die Spannfutter-Stirnseite (12) übergeht. - Spannfutter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannstelle (15, 16) eine umlaufende, hohlzylindrische Spannfläche (19) aufweist, die bei bestücktem Spannfutter (9) in kraftübertragender Anlage mit dem Werkzeugschaft (13) ist, und/oder dass die Spannstelle (15, 16) oder deren Spannfläche (19) rotationssymmetrisch zur Spannfutter-Achse (D) ausgebildet ist.
- Spannfutter nach
Anspruch 4 , dadurch gekennzeichnet, dass bei unbestücktem Spannfutter (9) sich die Spannfläche (19) in der Axialrichtung zwischen einer, der Spannfutter-Stirnseite (12) zugewandten, vorderen Umlaufkante (21) und einer hinteren Umlaufkante (23) erstreckt, und/oder dass die Spannfläche (19) in Axialrichtung einen variierenden Innendurchmesser (dI) aufweist oder einen durchgängig konstanten Innendurchmesser (dI) aufweist, und/oder dass insbesondere die Spannfläche (19) aufgeteilt ist in einen hohlzylindrischen Spannabschnitt (25), der im Axialverlauf entgegen der Spannfutter-Stirnseite (12) in einen sich konisch aufweitenden Spannabschnitt (27) übergeht. - Spannfutter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeugschaft (13) ein Rundprofil mit komplett zylindrischem Außenumfang aufweist, oder dass der Werkzeugschaft (13) ein Rundprofil aufweist, in dessen zylindrischem Außenumfang eine Verdrehsicherung (29) ausgebildet ist, die im Belastungsfall das eingespannte Werkzeug (1) gegen ein Durchdrehen sichert und auf eine, nach dem Aufschrumpfen konturangepasste Gegenkontur im Außenumfang des Einspannkanals (11) des Spannfutters (9) zusammenwirkt, und dass insbesondere die Gegenkontur erst beim Aufschrumpfen auf den Werkzeugschaft (13) durch Materialverformung konturangepasst wird.
- Spannfutter nach
Anspruch 6 , dadurch gekennzeichnet, dass die Verdrehsicherung (29) zumindest eine, insbesondere zwei diametral gegenüberliegende Abflachungen (30) im Werkzeugschaft-Außenumfang aufweist, die um einen geringfügigen Materialversatz (Δm) von einer gedachten Kreislinie (31) zurückgesetzt sind, auf der der zylindrische Werkzeugschaft-Außenumfang liegt, und dass insbesondere der Materialabtrag (Δm) so bemessen ist, dass die Spannstellen (15, 16) im Einspannkanal (11) des Spannfutters (9) sowohl mit dem Werkzeugschaft-Außenumfang als auch mit den Abflachungen (30) spaltfrei in eine kraftübertragende Anlage kommen. - Spannfutter für ein Rotationswerkzeug, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem Adapter (5) zur Befestigung an einer Maschinenspindel (7) einer Werkzeugmaschine, wobei das Spannfutter (9) einen hohlzylindrischen Einspannkanal (11) aufweist, in den ein Werkzeugschaft (13) des Rotationswerkzeugs (1) einsetzbar ist und darin mit einer Spannkraft einspannbar ist, und wobei das Spannfutter (9) eine Einstelleinheit (33) aufweist, mittels der die Werkzeug-Achse (A) koaxial zur Maschinenspindel-Drehachse (D) ausrichtbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstelleinheit (33) zumindest eine vom Einspannkanal (11) separate Gewindebohrung (35) mit Einstellschraube (37) aufweist, und dass durch Festspannen der Einstellschraube (37) eine Materialspannung in dem Spannfutter (9) aufgebaut wird, die unter elastischer Verformung des Einspannkanals (11) zu einer Lageänderung des Rotationswerkzeugs (1) führt, wodurch die Achs-Ausrichtung erfolgt.
- Spannfutter nach
Anspruch 8 , dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindebohrung (35) eine Sacklochbohrung mit einem Bohrungsgrund ist, und/oder dass die Gewindebohrung (35) achsparallel zum Einspannkanal (11) ausgebildet ist, und/oder dass die Gewindebohrung (35) in die Spannfutter-Stirnseite (12) mündet. - Spannfutter nach
Anspruch 8 oder9 , dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellschraube (37) einen Gewindeschaft und einen ausgeweiteten Schraubkopf (38) aufweist, und dass bei festgespannter Einstellschraube (37) der Schraubkopf (38) gegen einen Öffnungsrandbereich (43) der Gewindebohrung (35) verspannt ist, wodurch die Materialspannung in dem Spannfutter (9) aufgebaut wird. - Spannfutter nach
Anspruch 10 , dadurch gekennzeichnet, dass im festgespannten Zustand der Schraubkopf der Einstellschraube (37) am Öffnungsrandbereich (43) gegen einen Materialsteg (49) des Spannfutters (9) verspannt ist, und dass der Materialsteg (49) auf seiner, vom Schraubkopf abgewandten Seite in eine Verformungskammer (47) übergeht, in die hinein sich der Materialsteg (49) elastisch verformen kann, und/oder dass insbesondere die Verformungskammer (47) in die Gewindebohrung (35) mündet, und/oder dass insbesondere die Gewindebohrung (35) ausgehend vom Öffnungsrandbereich (43) in einen gewindefreien Bohrungsabschnitt (41) übergeht, an dem sich ein Innengewindeabschnitt (39) anschließt, und dass insbesondere die Verformungskammer (47) zwischen dem Innengewindeabschnitt (39) und dem gewindefreien Bohrungsabschnitt (41) angeordnet ist. - Spannfutter nach
Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die Verformungskammer (47) eine in Radialrichtung in das Spannfutter (9) eingebrachte Bohrung ist, oder dass die Verformungskammer (47) eine zumindest teilweise umlaufende Ringnut ist, und/oder dass jeder Spannstelle (15, 16) jeweils eine Einstelleinheit (33) zugeordnet ist.
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