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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs. Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung, die ausgebildet ist ein Verfahren zur Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs auszuführen.
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Stand der Technik
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Der Heckscheibenwischer eines Straßenfahrzeugs verursacht häufig störende Geräusche, weil er auf trockener Heckscheibe wischt. Dies kann den Fahrer ablenken und kann außerdem zu einer übermäßigen Abnutzung der Wischerblätter führen. Den Heckscheibenwischer aus diesem Grund dauerhaft nicht automatisch zu aktivieren ist auch keine Lösung, da in manchen Fahrsituationen sehr kurzfristig eine freie Sicht nach hinten benötigt wird und eventuell keine Zeit bleibt, um den Heckscheibenwischer manuell zu betätigen.
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Aus der
DE 19519500 C2 ist eine Vorrichtung zum Betreiben eines Scheibenwischers bekannt. Die Vorrichtung umfasst eine Sensoreinrichtung zum Erfassen des Benetzungszustandes einer Scheibe, eine das Sensorsignal aufnehmenden Auswerteeinrichtung und eine Ansteuereinheit für den Scheibenwischer, die von der Auswerteeinrichtung zum Erzeugen eines Wischbetriebs ansteuerbar ist.
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Aus der
DE 19843563 A1 ist ein Verfahren zur Erfassung von Sprühnässe, die von einem bewegten Fahrzeug auf einer nassen Fahrbahn erzeugt wird, mittels eines Ultraschallsensors bekannt.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht insbesondere darin, die Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs mit Hilfe einer Gischterkennung zu optimieren.
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Offenbarung der Erfindung
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Die Sicht aus der Heckscheibe des Fahrzeugs soll jeder Zeit gewährleistet sein wobei der Heckscheibenwischer keine störenden Geräusche verursachen soll und sich nicht übermäßig stark abnutzen soll. Der Heckscheibenwischer soll darum nur dann wischen, wenn die Heckscheibe mit Gischt benetzt wird.
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Gemäß der Erfindung wird ein Verfahren zur Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs vorgeschlagen, das die folgenden Schritte aufweist:
- a. Empfangen eines akustischen Signals, insbesondere eines Ultraschallsignals, das durch ein Fahrgeräusch des Fahrzeugs auf der Fahrbahn erzeugt wird;
- b. Bestimmen eines Rauschpegels des akustischen Signals;
- c. Steuern des Heckscheibenwischers des Fahrzeugs abhängig von dem Rauschpegel.
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Der Rauschpegel wird demnach als Maß für die Niederschlagsmenge auf der Heckscheibe verwendet. Wenn der Rauschpegel und damit die angenommene Wassermenge auf der Heckscheibe den ersten Schwellenwert übersteigt kann der Heckscheibenwischer beispielsweise aktiviert werden.
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Bevorzugt wird der Rauschpegel bestimmt, indem ein Summenwert gebildet wird durch Aufsummieren der jeweiligen Rauschpegel über eine bestimmte Anzahl von Messzyklen, wobei insbesondere nur Messzyklen berücksichtigt werden, in denen der Rauschpegel oberhalb eines Offsetwertes liegt. Der Summenwert wird mit dem ersten Schwellenwert verglichen. Dazu kann der Rauschpegel beispielsweise in einem bestimmten Frequenzband des akustischen Signals ausgewertet werden und ein integraler Wert des Frequenzbands aufsummiert werden. Bevorzugt wird nach dem Steuern des Heckscheibenwischers des Fahrzeugs abhängig von dem Vergleich des Summenwert mit dem ersten Schwellenwert der Summenwert auf Null oder einen anderen Anfangswert zurückgesetzt und das Verfahren wird erneut initiiert. Damit wird der Vorteil erzielt, dass die Ansteuerung des Heckscheibenwischers stets der aktuellen Situation angepasst erfolgt.
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Gemäß der Erfindung wird demnach eine Steuerung des Heckscheibenwischers unter Verwendung von akustischen Sensoren, insbesondere Ultraschallsensoren vorgesehen. In Abhängigkeit von einem erkannten Rauschpegel eines akustischen Signals wird ein Heckscheibenwischer eines Fahrzeugs angesteuert. Unter einem Steuern des Heckscheibenwischers des Fahrzeugs kann insbesondere ein Ein- oder Ausschalten der Wischerbewegung eines oder mehrerer Wischerblätter des Heckscheibenwischers des Fahrzeugs, verstanden werden. Alternativ oder zusätzlich kann das Steuern des Heckscheibenwischers des Fahrzeugs beispielsweise ein Erhöhen oder Reduzieren der Wischfrequenz umfassen. Insbesondere wird der Heckscheibenwischer des Fahrzeugs angeschaltet, wenn durch Auswertung des Rauschpegels eines erfassten akustischen Signals erkannt wird, dass die Fahrbahn so nass ist, dass davon auszugehen ist, das aufgewirbelte Gischt die Sicht die Heckscheibe benetzt und so die Sicht des Fahrers nach hinten behindert.
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Bevorzugt umfasst das Steuern des Heckscheibenwischers gemäß Schritt c. ein Einstellen einer Wischfrequenz.
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Insbesondere umfasst das Steuern des Heckscheibenwischers gemäß Schritt c. ein Aktivieren des Heckscheibenwischers des Fahrzeugs und/oder ein Erhöhen der Wischfrequenz.
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Die Wischfrequenz kann bevorzugt abhängig von dem Summenwert bestimmt werden. Dem liegt zugrunde, dass der Summenwert als ein Maß für die Gischtmenge betrachtet werden kann, die auf die Heckscheibe auftrifft. Um ein effizientes Freihalten der Heckscheibe zu gewährleisten wird demnach die Wischfrequenz beispielsweise proportional zu dem Summenwert geregelt.
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Bevorzugt wird der Heckscheibenwischer aktiviert wenn der Rauschpegel einen ersten Schwellenwert überschreitet. Der erste Schwellenwert kann als eine Niederschlagsschwelle verstanden werden, die einen Wischvorgang auslöst. Der erste Schwellenwert wird bevorzugt als fester Parameter voreingestellt und kann beispielsweise durch den Fahrer angepasst werden.
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Bevorzugt werden zusätzlich die Schritte
- d. Vergleichen des Rauschpegels mit einem zweiten Schwellenwert
- e. Steuern des Heckscheibenwischers des Fahrzeugs abhängig von dem zweiten Vergleich;
ausgeführt.
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Insbesondere umfasst das Steuern des Heckscheibenwischers gemäß Schritt f. ein Deaktivieren des Heckscheibenwischers des Fahrzeugs und/oder ein Reduzieren der Wischfrequenz.
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In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung wird der Rauschpegel abhängig von einem eine aktuelle Geschwindigkeit des Fahrzeugs repräsentierenden Geschwindigkeitswert und/oder einer einen aktuellen Windvektor repräsentierenden Windinformation bestimmt. Je höher die Fahrzeuggeschwindigkeit ist und je mehr Nässe sich auf der Fahrbahn befindet, desto höher ist im Allgemeinen der von den Sensoren gemessene Rauschpegel des akustischen Signals. Auch bei trockener Fahrbahn können (Fahrt-)wind und Umgebungsgeräusche die Rauschpegel bei hoher Fahrgeschwindigkeit ansteigen lassen. Aus diesem Grund wird bevorzugt der Rauschpegel mit Hilfe der bekannten Fahrzeuggeschwindigkeit kompensiert. Dazu können beispielsweise geschwindigkeitsabhängige Korrekturfunktionen vorgesehen sein, die vorab beispielsweise durch Fahrversuche oder mittels Simulationen bestimmt wurden. So können vorteilhaft die Einflüsse der Fahrzeuggeschwindigkeit oder wetterbedingter Windgeräusche kompensiert werden. Es kann so beispielsweise vermieden werden, dass ein hoher Rauschpegel bestimmt wird und dadurch das Einschalten des Heckscheibenwischers des Fahrzeugs ausgelöst wird, obwohl die Fahrbahn trocken ist und der hohe Rauschpegel lediglich durch Windgeräusche oder durch die hohe Fahrzeuggeschwindigkeit verursacht ist. Ebenso kann Gegenwind die Fahrtwindgeschwindigkeit erhöhen und Mitwind die Fahrtwindgeschwindigkeit verringern. Ein Fahrzeug kann beispielsweise an der Front und am Heck Sensoren zur Erfassung akustischer Signale aufweisen. Der Fahrtwind wirkt besonders stark auf die vorderen Sensoren, weshalb bevorzugt mit den vorderen (Front-)Sensoren der Fahrtwind gemessen werden kann und damit der Rauschpegel der hinteren (Heck-)Sensoren kompensiert werden kann. So kann eine Windinformation durch Vergleich von Rauschpegeln mindestens zweier akustischer Signale bestimmt werden, wobei mindestens ein erstes akustisches Signal aus einem Bereich in Fahrtrichtung des Fahrzeugs empfangen wird und mindestens ein zweites akustisches Signal aus einem Bereich entgegen der Fahrtrichtung des Fahrzeugs empfangen wird.
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Andere Fahrzeuge können den Rauschpegel ebenso erhöhen. Dies kann auch dann auftreten, wenn sich kein Wasser auf der Fahrbahn befindet und dadurch Gischt zu erwarten ist. Ein Fahrzeug kann beispielsweise an beiden Seiten Sensoren zur Erfassung akustischer Signale aufweisen. Das Rauschen das durch andere Fahrzeuge verursacht wird, wirkt in der Regel unterschiedlich stark auf die Sensoren der rechten und der linken Seite des Fahrzeugs. Wenn sich die Rauschpegel der linken und der rechten Seite des Fahrzeugs zu stark unterscheiden, dann kann davon ausgegangen werden, dass der Rauschpegel von einem Fahrzeug in der Nähe beeinflusst wird und anstatt des aktuell gemessenen Rauschpegels kann für das Steuern des Heckscheibenwischers der Rauschpegel verwendet werden, der zeitlich vor der Beeinflussung durch die Störung erfasst wurde.
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In einer bevorzugten Ausführung werden die gemessenen Rauschpegel über eine bestimmte Zeitdauer, z.B. über die letzten 10 Sekunden, aufgezeichnet und ein Minimalwert gebildet. Anstatt des aktuell gemessenen Rauschpegels kann dieser Minimalwert für die Bestimmung der Wischfrequenz verwendet werden. Damit werden Störungen der Messung durch vorbeifahrende Fahrzeuge effizient kompensiert, indem berücksichtigt wird, dass die Störungen anderer Fahrzeuge in der Regel eher kurzfristig erfolgen und ausschließlich erhöhend auf den Rauschpegel wirken.
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Bei niedriger Fahrzeuggeschwindigkeit und Rückenwind können Regentropfen auch direkt die Heckscheibe treffen. Darum wird bevorzugt die Frequenz des Heckscheibenwischers bei niedrigen Fahrzeuggeschwindigkeiten oder Rückenwind proportional zur Frequenz der Scheibenwischer der Windschutzscheibe gewählt. Wenn vom Fahrer gewünscht bzw. eingestellt, kann die Heckscheibenwischautomatik beispielsweise bei niedrigen Fahrzeuggeschwindigkeiten auch unabhängig von der Frontwischautomatik vom Fahrer aktiviert werden.
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Nach einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung zur Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs vorgeschlagen, umfassend ein Sensorsystem umfassend mindestens einen Ultraschallsensor, eine Recheneinheit und eine Speichereinheit, wobei die Vorrichtung ausgebildet ist, ein erfindungsgemäßes Verfahren auszuführen. Der Ultraschallsensor ist dabei ausgebildet, das akustische Signal zu empfangen. Die Recheneinheit ist ausgebildet, einen Rauschpegel des akustischen Signals zu bestimmen, und den Heckscheibenwischer des Fahrzeugs abhängig von dem Rauschpegel zu steuern.
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Nach einem dritten Aspekt der Erfindung wird ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug, vorgeschlagen, das ein Heckscheibenwischer und eine erfindungsgemäß ausgebildete Vorrichtung umfasst.
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Bevorzugt ist dabei zum Messen des akustischen Signals mindestens ein Ultraschallsensor am Heck des Fahrzeugs angeordnet. Das akustische Signal, das durch das Fahrgeräusch des eigenen Fahrzeugs auf der nassen Fahrbahn erzeugt wird und das auch als Nasszischen bezeichnet werden kann, das zusammen mit der Gischtwolke entsteht, kann am besten von den nach hinten gerichteten Sensoren wahrgenommen werden. Es wird davon ausgegangen, dass dieses Nasszischen maßgeblich den Rauschpegel bestimmt.
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Zum Empfangen des akustischen Signals kann beispielsweise ein Ultraschallsensorsystem verwendet werden, das einen oder mehrere Ultraschallsensoren aufweist und das üblicherweise zur Abstandsmessung bzw. zur Objekterfassung verwendet wird. Das akustische Signal und/oder der Rauschpegel kann akustische Informationen von einem Sensor oder mehreren Sensoren umfassen. Die Sensordaten können bereits vorverarbeitet sein. Beispielsweise können die Sensordaten des Ultraschallsensorsystems Entfernungen zu erkannten Objekten und deren Erkennungswahrscheinlichkeit beziehungsweise Güte abbilden. Die Erkennungswahrscheinlichkeit ist dabei unter anderem davon abhängig, wie hoch ein Rauschpegel zum Zeitpunkt des Erkennens war. Bei der bekannten Objekterfassung mittels Ultraschallsensorik ist der Rauschpegel eigentlich eine Störgröße. Der Rauschpegel wird zum Ermitteln der Erkennungswahrscheinlichkeit im Ultraschallsensorsystem berechnet und steht somit zur Verfügung. Der Rauschpegel kann beispielsweise in Dezibel angegeben werden. Je höher der Rauschpegel ist, umso weniger wahrscheinlich ist es, ein kleines oder schwach reflektierendes Objekt zu erkennen, denn ein von dem Objekt zurückgeworfenes Echo kann im Rauschen untergehen. Ein deutlich lauteres Echo, als der Rauschpegel resultiert in einer hohen Erkennungswahrscheinlichkeit.
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Der Rauschpegel kann beispielsweise in einem schmalbandigen Frequenzbereich ausgewertet werden. Der Rauschpegel kann insbesondere in einem Ultraschallspektrum ausgewertet werden. In einem schmalen Frequenzband, insbesondere bei näherungsweise einer einzelnen Frequenz resultieren weniger Störungen, als in einem breiten Frequenzband. Im schmalbandigen Frequenzbereich der Echoortung von Ultraschallsystemen um etwa 48 bis 50 kHz ist der Einfluss der Oberflächenbeschaffenheit bei trockener Fahrbahn minimal. Darum sind diese Systeme besonders gut für eine Erkennung des Fahrbahnzustands geeignet.
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Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens können von unterschiedlichen Sensoren des Sensorsystems erfasste Rauschpegel getrennt ausgewertet und getrennt mit dem ersten bzw. dem zweiten Schwellenwert verglichen werden. Der Rauschpegel ist an verschiedenen Stellen des Fahrzeugs unterschiedlich hoch. Windgeräusche können beispielsweise im Frontbereich des Fahrzeugs stärker ausgeprägt sein, als im Heckbereich. Alternativ kann ein Mittelwert des Rauschpegels berechnet werden und zur Steuerung des Heckscheibenwischers verwendet werden.
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Figurenliste
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Unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren werden Ausführungsformen der Erfindung im Detail beschrieben.
- 1 zeigt ein Ablaufdiagramm eines ersten Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zur Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs gemäß der Erfindung.
- 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zur Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs gemäß der Erfindung.
- 3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines dritten Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zur Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs gemäß der Erfindung.
- 4 zeigt schematisch den hinteren Teil eines Fahrzeugs mit einer Vorrichtung zur Steuerung eines Heckscheibenwischers des Fahrzeugs nach einer möglichen Ausführung der Erfindung.
- 5 zeigt eine Darstellung eines Sensorsignals und Rauschpegels gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
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Bevorzugte Ausführungen der Erfindung
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In der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele der Erfindung werden gleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet, wobei auf eine wiederholte Beschreibung dieser Elemente gegebenenfalls verzichtet wird. Die Figuren stellen den Gegenstand der Erfindung nur schematisch dar.
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1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs. In einem ersten Schritt 100 erfolgt das Empfangen eines akustischen Signals, insbesondere eines Ultraschallsignals, von einer Fahrbahn. In einem darauffolgenden Schritt 120 wird ein Rauschpegel des akustischen Signals bestimmt. In einem darauffolgenden optionalen Schritt 140 wird der Rauschpegel mit einem ersten Schwellenwert verglichen. In einem darauffolgenden Schritt 160 wird der Heckscheibenwischer des Fahrzeugs abhängig von dem Rauschpegel gesteuert, zum Beispiel aktiviert wenn der Rauschpegel größer ist als der erste Schwellenwert.
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2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs. In einem ersten Schritt 100 erfolgt das Empfangen eines akustischen Signals, insbesondere eines Ultraschallsignals, von einer Fahrbahn. In einem darauffolgenden Schritt 120 wird ein Rauschpegel des akustischen Signals bestimmt. In einem darauffolgenden Schritt 140 wird der Rauschpegel mit einem Offsetwert verglichen. Ist der Rauschpegel kleiner als der Offsetwert beginnt das Verfahren erneut bei Schritt 100. Ist der Rauschpegel größer oder gleich dem Offsetwert, so wird der Rauschpegel in Schritt 150 zu einem Summenwert addiert. Der aktuelle Summenwert wird anschließend in Schritt 155 mit einem ersten Schwellenwert verglichen. Ist der Summenwert kleiner als ein erster Schwellenwert wird das Verfahren bei Schritt 100 fortgesetzt. Ist der Summenwert größer oder gleich dem ersten Schwellenwert so erfolgt in Schritt 170 eine Steuerung des Heckscheibenwischers, beispielsweise eine Anpassung der Wischerfrequenz abhängig von dem Summenwert. Optional wird der Summenwert anschließend auf einen Anfangswert zurückgesetzt. Anschließend beginnt das Verfahren erneut bei Schritt 100.
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3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Steuerung eines Heckscheibenwischers eines Fahrzeugs. In einem ersten Schritt 100 erfolgt das Empfangen eines akustischen Signals, insbesondere eines Ultraschallsignals, von einer Fahrbahn. In einem darauffolgenden Schritt 120 wird ein Rauschpegel Ri des akustischen Signals bestimmt. Der Rauschpegel Ri wird in Schritt 180 in einem Register abgelegt. Diese Schritte werden n mal durchgeführt, wobei beispielsweise n = 10 gelten kann. Es werden also n Werte Ri... Rn für den Rauschpegel in dem Register abgelegt. Anschließend wird in einem Schritt 190 das Minimum bzw. der Minimalwert Rmin der Rauschpegel R1... Rn bestimmt. In Schritt 195 erfolgt eine Steuerung des Heckscheibenwischers, beispielsweise eine Aktivierung des Heckscheibenwischers abhängig von einem Vergleich des Minimalwerts Rmin mit einem ersten Schwellwert und/oder eine Anpassung der Wischerfrequenz abhängig von dem Minimalwert Rmin.
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4 zeigt die Heckpartie eines Fahrzeugs 1, das sich auf nassem Untergrund 3 in der Figur nach links bewegt. Durch den Fahrtwind des Kraftfahrzeugs 1 und insbesondere durch dessen Räder 2 wird Sprühnässe in Form einer Gischtwolke 5 von der Fahrbahn hochgewirbelt, die in der Figur gestrichelt angedeutet ist. Durch Luftverwirbelungen hinter dem Fahrzeug 1 steigt die Sprühnässe in einen Bereich empor, der hinter dem Stoßfänger 7 des Fahrzeugs in dessen Höhe liegt. Im Stoßfänger 7 ist ein Ultraschallsensor 4 eingelassen, der einen Sender zum Abstrahlen von Ultraschallimpulsen in den Raum hinter dem Fahrzeug und einen Empfänger für akustische Signale, insbesondere für ein zurückgeworfenes Echo eines Ultraschallimpulses umfasst. Es können mehrere Ultraschallsensoren 4 in dem Stoßfänger 7 vorgesehen sein (nicht dargestellt). Der dargestellte in etwa kegelförmige Bereich 6 stellt den Messbereich des Ultraschallsensors 4 für Abstandsmessungen dar.
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Das Fahrzeug 1 weist eine Vorrichtung 10 zur Steuerung eines Heckscheibenwischers 9 des Fahrzeugs nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung auf. Die Vorrichtung 10 umfasst den Ultraschallsensor 4 sowie eine Recheneinheit 11 und eine Speichereinheit, 12. Die Recheneinheit 11 ist ausgebildet, einen Rauschpegel des akustischen Signals zu bestimmen, den Rauschpegel mit einem ersten, in der Speichereinheit 12 abgelegten Schwellenwert zu vergleichen der Heckscheibenwischer 9 des Fahrzeugs abhängig von dem Vergleich zu steuern.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist der Ultraschallsensor 4 Teil eines Einparkhilfesystems, welches beispielsweise beim Rückwärtsfahren des Fahrzeugs den Abstand zu eventuell hinter dem Fahrzeug liegenden Hindernissen erfasst und eine Warnung für den Fahrer erzeugt, wenn ein Grenzabstand unterschritten wird. Ein solches Einparkhilfesystem ist unter der Bezeichnung „Parkpilot“-System bekannt und braucht hier nicht im Detail beschrieben zu werden. Das System verfügt über eine Auswerteschaltung, die an einen oder mehrere Ultraschallsensoren 4 angeschlossen ist und anhand von Laufzeitdifferenzen den Abstand eines eventuell vorhandenen Hindernisses abschätzt. Diese Auswerteschaltung kann z. B. als eine programmgesteuerte Mikroprozessorschaltung realisiert sein. Sie wird beispielsweise beim Einlegen des Rückwärtsganges des Fahrzeugs automatisch in Betrieb gesetzt. Es bereitet keine Schwierigkeiten, eine solche Mikroprozessorschaltung während das Fahrzeug vorwärtsfährt, ein Programm ausführen zu lassen, das sie in die Lage versetzt, das Nasszischen einer Gischtwolke, wie in 5 gezeigt, in den von den Ultraschallsensoren 4 empfangenen akustischen Signalen zu erkennen, einen Rauschpegel zu bestimmen, und abhängig von einem Vergleich des Rauschpegels mit dem ersten Schwellenwert, ein Heckscheibenwischer 9 des Fahrzeugs zu steuern.
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Der Heckscheibenwischer 9 umfasst einen oder mehrere Wischerblätter. In der gewählten Darstellung ist lediglich ein Wischerblatt 13 zu sehen, der Heckscheibenwischer kann jedoch, wie unmittelbar einsichtig ist, auch mehrere Wischerblätter umfassen. Gesteuert wird der Heckscheibenwischer 9 durch die Vorrichtung 10.
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5 zeigt eine Darstellung eines akustischen Signals 106, das gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung empfangen werden kann. Auf der Abszisse ist die Zeit aufgetragen, auf der Ordinate die Signalamplitude. Das akustische Signal 106 wird beispielsweise in einem schmalbandigen Frequenzbereich von 48 bis 50 kHz empfangen. Das akustische Signal umfasst in diesem Beispiel ein Echosignal 302 sowie einen Bereich der Hintergrundgeräusche 304, der hauptsächlich Rauschen beinhaltet. Das Sensorsignal 302 bildet in diesem Beispiel ein an einem Sensor empfangenes Echo 302 eines von dem Sensor ausgesendeten Signals ab. Die Zeit repräsentiert hier eine Laufzeit des Signals und des Echos 302. Das Signal ist hier ein Ultraschallsignal. Das Ultraschallsignal breitet sich von dem Sensor mit Schallgeschwindigkeit aus. Wenn das Ultraschallsignal auf ein Objekt trifft, wird es zurückgeworfen beziehungsweise reflektiert und breitet sich wieder mit Schallgeschwindigkeit aus. Das dargestellte Echo 302 bildet den Anteil des ausgesendeten Signals ab, der am Sensor zu einem Empfangszeitpunkt erfasst wird. Je kürzer eine Zeitdauer zwischen dem Sendezeitpunkt und dem Empfangszeitpunkt des Echos 302 ist, umso geringer ist ein Abstand zwischen dem Sender und dem Objekt.
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Bis das Echo 302 empfangen wird, bildet der Sensor ein Hintergrundgeräusch 304 in dem Sensorsignal 106 ab. Das Echo 302 weist hier eine deutlich höhere Intensität als das Hintergrundgeräusch 304 auf. Um das Echo 302 vom Hintergrundgeräusch 304 unterscheiden zu können, wird der Rauschpegel 300 aus dem Hintergrundgeräusch 304 ermittelt. Der Rauschpegel 300 beruht hierbei auf einem gleitenden Mittelwert des Sensorsignals 106. Zusätzlich ist der Rauschpegel 300 gegenüber dem Mittelwert geringfügig hin zu größeren Intensitäten verschoben. Das Echo 302 ist kurz und weist eine große Flankensteilheit auf. Dadurch übersteigt die Intensität des Echos 302 der Rauschpegel 300 wesentlich. Je stärker das Echo 302 den Rauschpegel 300 übersteigt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit tatsächlich ein an dem Objekt reflektiertes Echo 302 erkannt zu haben. Umgekehrt ist die Erkennungswahrscheinlichkeit umso geringer, je schwächer das Echo 302 im Vergleich mit dem Rauschpegel 300 ist.
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Der Rauschpegel 300 bildet also eine Lautstärke des Hintergrundgeräuschs 304 ab. Das Hintergrundgeräusch 304 ist unter anderem abhängig von dem Fahrbahnzustand. Wenn die Fahrbahn nass ist, ist das Hintergrundgeräusch 304 lauter.
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Es ist ein Offsetwert 400 vorgesehen. Wenn der Rauschpegel 300 den Offsetwert 400 überschreitet, wird beispielsweise die Fläche unterhalb der Kurve 106 in einem vorbestimmten Zeitintervall t1 bis t2 bestimmt und zu einem Summenwert aufaddiert.
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Wenn der Summenwert einen ersten Schwellenwert überschreitet erfolgt ein Aktivieren des Heckscheibenwischers des Fahrzeugs. Nach dem Aktivieren des Heckscheibenwischers wird der Summenwert auf Null zurückgesetzt und eine erneute Auswertung des Rauschpegels beginnt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 19519500 C2 [0003]
- DE 19843563 A1 [0004]