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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kontrollieren von Kollisionsschäden an einem Werkstück, eine Folie sowie eine Verwendung von mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln.
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Aus der
EP 1 081 421 A1 ist ein Fitting beziehungsweise eine Armatur mit einem Anschlussstutzen zur Aufnahme eines Rohrendes eines Rohrs bekannt. Zur Erstellung einer Pressverbindung des Anschlussstutzens mit dem Rohr ist eine mit einem Presswerkzeug zusammenwirkende Außenfläche des Anschlussstutzens mit einer Schicht aus mikroverkapselten Farbstoffen versehen. Bei der Durchführung des Pressvorgangs werden die Hüllen der mikroverkapselten Farbstoffe, die von dem Presswerkzeug erfasst werden, gesprengt, sodass der Farbstoff ausfließen kann und erkennbar ist, ob eine Verpressung durchgeführt wurde.
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Des Weiteren ist bekannt, dass in einer Fertigung und Montage von Werkstücken, insbesondere bei Verbrennungsmotoren, parallel, beispielsweise für zahlreiche Motorvarianten, dieselben Produktionsmittel genutzt werden. Hierbei ist unter einem Produktionsmittel ein Aufnehmemittel zu verstehen, mittels welchem das jeweilige Werkstück aufgenommen werden kann. Bei dem Aufnehmemittel kann es sich beispielsweise um einen Übersetzwagen oder um eine Werkstückpalette oder um eine Prüfstandspalette oder um eine Transportpalette handelt. Diese Transportmittel können teils über besonders lange Zeiträume genutzt werden und somit für verschiedenste Varianten der Werkstücke genutzt werden. Hinzu kommt, dass sich im Laufe der Zeit Geometrien der Werkstücke verändern können, sodass sich Werkstücke weitreichend voneinander unterscheiden wie beispielsweise Reihenmotoren, V-Motoren oder Unterscheidungen hinsichtlich einer Zylinderzahl. Alle Varianten der Werkstücke sollen in der Fertigung und Montage problemlos von jedem Produktionsmittel bedient werden können, was bei einer jeweiligen Konstruktion der Werkstücke neben funktionellen Anforderungen zu festen Rahmenbedingungen führt. Die unterschiedlichen Varianten der Werkstücke haben zur Folge, dass es zwischen den unterschiedlichen Varianten der Werkstücke und dem jeweiligen einheitlichen Produktionsmittel zu unterschiedlichen Abständen kommen kann. Beispielsweise beim Aufsetzen des jeweiligen Werkstücks auf eines der Produktionsmittel kann das jeweilige Werkstück ins Schwingen kommen, was zu einer kurzzeitigen Abnahme des Abstands zwischen dem Werkstück und dem Produktionsmittel an einander zugewandten Grenzflächen kommen kann, insbesondere an den einander zugewandten Flächen des jeweiligen Werkstücks und des jeweiligen Produktionsmittels. Hierbei kann es zu Kontakt und gegebenenfalls Kollision zwischen dem jeweiligen Werkstück und dem Produktionsmittel kommen. Durch das ins Schwingen Kommen treten Kollisionen gegebenenfalls auf, wobei Beschädigungen teilweise bei duktilen Bauteilen und somit bei duktilen Werkstücken nicht immer sichtbar sind. Durch eine jeweilige erste Kollision zwischen dem jeweiligen Werkstück und dem Produktionsmittel kann es zu einer Vorschädigung kommen, wobei ein Bauteilversagen später, beispielsweise nach einer Auslieferung des Werkstücks, auftreten kann.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Kontrollieren von Kollisionsschäden an einem Werkstück sowie eine Folie und eine Verwendung von mit Farbstoff gefüllter Mikrokapseln zu schaffen, um eine besonders hohe Qualität des Werkstücks zu ermöglichen.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Kontrollieren von Kollisionsschäden an einem Werkstück, durch eine Folie sowie durch eine Verwendung von mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche und der Beschreibung.
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Ein erster Aspekt betrifft ein Verfahren zum Kontrollieren von Kollisionsschäden an einem Werkstück, bei welchem an dem Werkstück und/oder an einem Aufnehmemittel zum Aufnehmen des Werkstücks eine Mehrzahl von mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln zumindest mittelbar angeordnet wird. Mit anderen Worten werden die mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln an dem Werkstück und/oder an dem Aufnehmemittel zumindest in Bereichen, in welchen eine Kollision zwischen dem Werkstück und dem Aufnehmemittel mit einer definierten Mindestwahrscheinlichkeit auftreten kann, zumindest mittelbar angeordnet. Bei dem Verfahren ist des Weiteren vorgesehen, dass nach einem Aufnehmen des Werkstücks ein Austreten des Farbstoffs aus den Mikrokapseln kontrolliert wird. Hierbei kann zumindest nach dem Aufnehmen des Werkstücks, insbesondere auch während des Aufnehmens des Werkstücks, die Mehrzahl an Mikrokapseln auf das Austreten des Farbstoffs hin untersucht werden. Die Mikrokapseln sind insbesondere derart konzipiert, dass diese bei Beschädigung, beispielsweise im Falle einer Kollision des Werkstücks mit dem Aufnehmemittel, beschädigt werden, sodass der Farbstoff austritt. Anhand des ausgetretenen Farbstoffs kann somit besonders vorteilhaft ermittelt werden, in welchen Bereichen Mikrokapsel beschädigt worden sind und somit in diesen Bereichen eine Kollision zwischen dem Werkstück und/oder dem Aufnehmemittel stattgefunden haben kann. Wird anhand von ausgetretenem Farbstoff festgestellt, dass eine Kollision zwischen dem Werkstück und dem Aufnehmemittel aufgetreten sein kann, so kann das Werkstück intensiveren Untersuchungen hinsichtlich einer Beschädigung infolge der Kollision mit dem Aufnehmemittel unterzogen werden. Ist kein Farbstoff aus den Mikrokapseln ausgetreten, kann daraus geschlossen werden, dass keine Kollision des Werkstücks mit dem Aufnehmemittel in dem Bereich aufgetreten ist, in welchem die mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln zwischen dem Werkstück und dem Aufnehmemittel angeordnet sind, sodass davon ausgegangen werden kann, dass kein Risiko einer Beschädigung des Werkstücks besteht. Dies ermöglicht, dass lediglich solche Werkstücke einer eingehenderen Prüfung unterzogen werden, bei welchen infolge des Farbaustritts aus den Mikrokapseln eine mögliche Kollision mit dem Aufnehmemittel angezeigt worden ist.
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In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn an dem Werkstück und/oder dem Aufnehmemittel eine die Mehrzahl der mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln aufweisende Folie angeordnet wird. Das bedeutet, dass die Folie, welche die Mehrzahl an mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln umfasst, an dem Werkstück oder an dem Aufnehmemittel oder zwischen dem Werkstück und dem Aufnehmemittel oder sowohl an dem Werkstück als auch an dem Aufnehmemittel angeordnet wird. Hierbei können die mit dem Farbstoff gefüllten Mikrokapseln in unmittelbarem Kontakt mit dem Werkstück und/oder dem Aufnehmemittel stehen oder über ein Trägermittel der Folie in Kontakt mit dem Werkstück und/oder dem Aufnehmemittel stehen. Beispielsweise sind die mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln in regelmäßigen Abständen auf dem Trägermittel der Folie angeordnet, sodass mittels der Folie die Mikrokapseln gleichmäßig an dem Werkstück und/oder an dem Aufnehmemittel angeordnet werden können.
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In einer alternativen vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Mehrzahl der mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln direkt auf das Werkstück und/oder das Aufnehmemittel aufgetragen wird. Hierbei können die mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln auf das Werkstück und/oder das Aufnehmemittel aufgesprüht werden. Dies ermöglicht ein besonders schnelles Anordnen der Mikrokapseln an dem Werkstück und/oder dem Aufnehmemittel. Darüber hinaus können die Mikrokapseln durch das Aufsprühen vorteilhafterweise lediglich in solchen Bereichen an dem Werkstück und/oder dem Aufnehmemittel angeordnet werden, in welchen eine besonders hohe Gefahr einer Kollision besteht. Werden die Mikrokapseln beispielsweise vor dem Aufsprühen auf das Werkstück und/oder das Aufnehmemittel in einer Sprühdose aufbewahrt und anschließend mittels der Sprühdose auf das Werkstück und/oder das Aufnehmemittel aufgesprüht, so sind die Mikrokapseln vor dem Aufsprühen in der Sprühdose besonders vorteilhaft vor Beschädigungen geschützt. Hierdurch kann vermieden werden, dass die Mikrokapseln bereits vor deren Anbringen an dem Werkstück und/oder dem Aufnehmemittel zerstört werden und somit Farbstoff austritt.
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In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Mehrzahl der mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln an dem Werkstück angeordnet wird und auf dem Aufnehmemittel ein Katalysatormedium angeordnet wird. Dabei wird das Austreten des Farbstoffs, welcher flüssig oder gelförmig sein kann, aus den Mikrokapseln anhand einer Reaktion mit dem Katalysatormedium unter Farbumschlag kontrolliert. Das bedeutet, dass zumindest der Farbstoff mikroverkapselt auf das Werkstück aufgebracht wird und der Farbstoff bei Zerstörung von Mikrokapseln, beispielsweise infolge einer Kollision mit dem Aufnehmemittel, aus den zerstörten Mikrokapseln austritt. Auf das Aufnehmemittel wird das Katalysatormedium aufgetragen, welches in Reaktion mit dem Farbstoff einen Farbumschlag des Farbstoffs auslöst. Anhand des Farbumschlags kann ein Kontakt zwischen dem Farbstoff und dem Katalysatormittel ermittelt werden, welcher lediglich dann möglich ist, wenn der Farbstoff aus den Mikrokapseln ausgetreten ist. Das Werkstück ist somit lediglich dann auf Kollisionen überprüfbar, wenn auf dem jeweiligen Aufnehmemittel das Katalysatormedium angeordnet ist. Geplante Berührungen zwischen dem Werkstück und einem Aufnahmeelement, auf welchem das Katalysatormedium nicht angeordnet ist, führen somit nicht zu einem Farbumschlag. Folglich können durch das Verfahren gezielt einzelne Produktionsschritte, in welchen das Werkstück von dem das Katalysatormedium aufweisenden Aufnehmemittel aufgenommen wird, auf Kollisionen zwischen dem Werkstück und dem Aufnehmemittel untersucht werden. Insbesondere löst eine jeweilige Reaktion des Farbstoffs mit unterschiedlichen Katalysatormitteln unterschiedliche Farbumschläge des Farbstoffs aus. Somit können unterschiedliche Aufnehmemittel mit unterschiedlichen Katalysatormedien versehen werden, sodass anhand des jeweiligen Farbumschlags von aus den Mikrokapseln ausgetretenem Farbstoff ermittelt werden kann, mit welchem Aufnehmemittel das Werkstück kollidiert ist.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Folie, mit einer Mehrzahl von mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln, aus welchen der Farbstoff bei Zerstörung der Mikrokapseln austritt. Die Zerstörung der Mikrokapseln kann beispielsweise infolge einer Kollision und somit einer mechanischen Krafteinwirkung erfolgen. Durch das Austreten des Farbstoffs bei Zerstören der Mikrokapseln kann die jeweilige Zerstörung der Mikrokapseln besonders einfach durch das Austreten des Farbstoffs angezeigt werden.
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In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Folien an einem Werkstück und/oder an einem zum Aufnehmen des Werkstücks eingerichteten Aufnehmemittel angeordnet werden. Hierbei können die Mikrokapseln insbesondere bei einer Kollision zwischen dem Werkstück und dem Aufnehmemittel zerstört werden, wobei infolgedessen die Kollision durch das Austreten des Farbstoffs angezeigt werden kann. Die Folie kann beispielsweise selbsthaftend sein und vor dem Aufnehmen des Werkstücks an dem Werkstück und/oder dem Aufnehmemittel angehaftet werden. Nach dem Aufnehmen des Werkstücks kann ein Austreten des Farbstoffs aus den Mikrokapseln kontrolliert werden. Mittels der Folie kann vorteilhafterweise zumindest im Wesentlichen vermieden werden, dass eine Beschädigung des Werkstücks infolge einer Kollision mit dem Werkstück vor, während oder nachdem das Werkstück von dem Aufnehmemittel aufgenommen worden ist, zumindest in dem Bereich, in welchem die Folie angeordnet ist, unentdeckt bleibt.
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Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der Farbstoff dazu eingerichtet ist, bei Kontakt mit Luft seine Farbe zu ändern. Das bedeutet, dass der Farbstoff beispielsweise bei Kontakt mit Stickstoff und/oder Sauerstoff und/oder Kohlenstoffdioxid unter Farbänderung reagiert. Hierdurch kann ein Austreten des Farbstoffs aus den jeweiligen Mikrokapseln sichtbar gemacht werden. Somit ist eine Zerstörung von Mikrokapseln besonders gut erkennbar.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Verwendung von mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln zum Kontrollieren von Kollisionsschäden an einem mittels eines Aufnehmemittels aufgenommenen Werkstück. Hierbei wird die Mehrzahl der mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln zumindest mittelbar an dem Werkstück und/oder dem Aufnehmemittel angeordnet. Des Weiteren werden nach dem Aufnehmen des Werkstücks die Mikrokapseln auf ein Austreten des Farbstoffs kontrolliert. Vorteilhaft ist hierbei, dass der Farbstoff in seinem innerhalb der Mikrokapseln aufgenommenen Zustand einen anderen Farbeindruck erweckt als bei seinem aus den Mikrokapseln ausgetretenen Zustand. Bei dem sich zu einem vorherigen Farbeindruck unterscheidenden Farbeindrucks der mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln kann davon ausgegangen werden, dass Farbstoff aus den Mikrokapseln ausgetreten ist und somit Mikrokapseln zerstört sind. Bei diesem Aspekt der Erfindung werden die mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln insbesondere in Bereichen des Werkstücks und/oder des Aufnehmemittels angeordnet, in welchen eine Kollision zwischen dem Werkstück und dem Aufnehmemittel zumindest mit einer definierten Mindestwahrscheinlichkeit auftritt.
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Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, den Figuren und der Figurenbeschreibung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar.
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Die Erfindung wird nun anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt die einzige Figur eine schematische Perspektivansicht eines mittels eines Aufnehmemittels aufgenommenen Werkstücks, wobei es sich bei dem Werkstück um einen Teil einer Verbrennungskraftmaschine, insbesondere um ein Kurbelgehäuse nebst Ölwanne, handelt.
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In der einzigen Figur ist ein von einem Aufnehmemittel 1 aufgenommenes Werkstück 2 in einer schematischen Perspektivansicht dargestellt. Bei dem Werkstück 2 handelt es sich vorliegend um einen Teil einer Verbrennungskraftmaschine, insbesondere um ein Kurbelgehäuse eines V-Motors nebst einer Ölwanne 3. Das Werkstück 2 ist an dem als Werkstückpalette ausgebildeten Aufnehmemittel 1 angeordnet. Hierbei ist das Werkstück 2 derart von dem Aufnehmemittel 1 aufgenommen, dass die Ölwanne 3 beabstandet zu einer Werkstückplatte 4 des Aufnehmemittels 1 angeordnet ist. Wird das Werkstück 2 von dem Aufnehmemittel 1 aufgenommen, so kann das Werkstück 2 relativ zu dem Aufnehmemittel 1 in Schwingungen versetzt werden, sodass eine Relativbewegung zwischen der Ölwanne 3 und der Werkstückplatte 4 auftritt. Infolge der Relativbewegung zwischen der Ölwanne 3 und der Werkstückplatte 4 kann eine Kollision zwischen der Werkstückplatte 4 und der Ölwanne 3 des Werkstücks 2 erfolgen. Diese Kollision kann eine Beschädigung der Ölwanne 3 beziehungsweise des Werkstücks 2 verursachen.
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Um Kollisionsschäden zwischen dem Werkstück 2 und dem Aufnehmemittel 1 kontrollieren zu können, ist eine Folie 5 vorgesehen. Diese Folie 5 weist eine Mehrzahl von mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln 6 auf. Aus diesen Mikrokapseln 6 kann der Farbstoff bei Zerstörung der Mikrokapseln 6 austreten. Der Farbstoff ist dazu eingerichtet, bei Kontakt mit Luft seine Farbe zu ändern oder bei Austreten aus den Mikrokapseln 6 einen Farbeindruck der Folie 5 zu ändern. Zum Kontrollieren der Kollisionsschäden an dem Werkstück 2 wird die Folie 5 zwischen dem Werkstück 2 und dem Aufnehmemittel 1, vorliegend an der Werkstückplatte 4, angeordnet. Nach dem Aufnehmen des Werkstücks 2 mittels des Aufnehmemittels 1 wird ein Austreten des Farbstoffs aus den Mikrokapseln 6 kontrolliert.
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Die Folie 5 enthält Perlen, vorliegend die Mikrokapseln 6, welche mit dem Farbstoff beziehungsweise einer Chemikalie gefüllt sind, welche bei mechanischer Zerstörung der Mikrokapseln 6 und einem dadurch hervorgerufenen Kontakt zwischen der Chemikalie und Luft deutlich ihre Farbe ändert. So ist sofort eine optische Unterscheidung einer Außenfarbe der Folie 5 zwischen Bereichen, in welchen die Mikrokapseln 6 intakt sind und Bereichen, in welchen die Mikrokapseln 6 zerstört sind, ermittelbar. Diese optische, sofort erkennbare, Eigenschaft der Folie 5 infolge einer Zerstörung von Mikrokapseln 6 bei mechanischer Beschädigung wird dazu genutzt, Kontakt zwischen zwei Flächen, vorliegend der Ölwanne 3 und der Werkstückplatte 4, kenntlich zu machen.
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Statt der Chemikalie, welche in Kontakt mit Luft ihre Farbe ändert, kann in einer alternativen Ausführungsform der Farbstoff, welcher flüssig oder gelförmig ist und bei Kontakt mit einem Katalysatormedium einen Farbumschlag aufweist, auf das Werkstück 2 aufgebracht werden. Dieses Katalysatormedium, welches insbesondere flüssig ist, kann an dem Aufnehmemittel 1 angeordnet sein. Der Farbstoff und/oder das Katalysatormedium können hierbei mikroverkapselt sein und bei einer Zerstörung der Mikrokapseln 6 aus diesen austreten und bei Kontakt miteinander unter Farbumschlag reagieren. Alternativ können der Farbstoff oder das Katalysatormedium direkt auf das Werkstück 2 beziehungsweise das Aufnehmemittel 1 aufgetragen werden. Treten der Farbstoff und das Katalysatormedium miteinander in Kontakt, insbesondere infolge einer Kollision des Werkstücks 2 mit dem Aufnehmemittel 1, dann reagieren der Farbstoff und das Katalysatormedium unter Farbumschlag des Farbstoffs miteinander. Hierbei kann das an dem Aufnehmemittel 1 angeordnete Katalysatormedium monatlich erneuert werden. Der Farbstoff verfärbt sich lediglich bei Kontakt mit dem Katalysatormedium und somit lediglich bei Kontakt mit dem Aufnehmemittel 1, auf welchem das Katalysatormedium angeordnet ist. Innerhalb eines Produktionsbetriebs können einzelne Aufnehmemittel 1 in unterschiedlichen Fertigungsabschnitten mit dem Katalysatormedium versehen werden, sodass das Werkstück 2 lediglich in den jeweiligen Fertigungsabschnitten auf Kollisionen mit den Aufnehmemitteln 1 untersucht wird, an welchen das Katalysatormedium angeordnet ist. Hierdurch kann ermittelt werden, wo im Produktionsbetrieb beziehungsweise im Produktionsprozess des Werkstücks 2 die Kollision aufgetreten ist.
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Der Farbstoff kann in Reaktion mit unterschiedlichen Katalysatormedien unterschiedliche Farbumschläge aufweisen. Durch Anordnen der unterschiedlichen Katalysatormedien an unterschiedlichen Aufnehmemitteln 1 kann anhand eines jeweiligen Farbumschlags des Farbstoffs ermittelt werden, mit welchem der unterschiedlichen Aufnehmemittel 1 das Werkstück 2 kollidiert ist. Folglich kann ermittelt werden, wo im Produktionsbetrieb und wann im Produktionsprozess die Kollision zwischen dem Werkstück 2 und dem jeweiligen Aufnehmemittel 1 erfolgt ist.
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Alternativ zum Aufbringen der die mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln 6 aufweisenden Folie 5 können die mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln 6 in einem Spray auf eine jeweilige Risikofläche des Werkstücks 2 und/oder des Aufnehmemittels 1 aufgetragen werden. Die Mikrokapseln 6 können auf einem Träger, welcher als Metallplatte ausgebildet sein kann, aufgebracht werden und der Träger an dem Aufnehmemittel 1 zwischen dem Aufnehmemittel 1 und dem Werkstück 2, insbesondere zwischen der Ölwanne 3 und der Werkstückplatte 4, angeordnet werden. Das Konzept, den Träger zu verwenden, ermöglicht nach einem Ende des Aufnehmens des Werkstücks 2 mittels des Aufnehmemittels 1 eine Wiederverwendung des Aufnehmemittels 1 und/oder des Trägers.
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Aufgrund des durch mechanische Beschädigung der Mikrokapseln 6 austretenden Farbstoffs wird ein Kontakt zwischen dem Werkstück 2 und dem Aufnehmemittel 1 sichtbar. Der ausfließende Farbstoff ist vorliegend sowohl auf dem Aufnehmemittel 1 als auch idealerweise bei Entnehmen des Werkstücks 2 von dem Aufnehmemittel 1 an dem Werkstück 2 sichtbar. Bei der beschädigten Folie 5, bei welcher Farbstoffaustritt aus Mikrokapseln 6 vorliegt, kann begründet auf eine Untersuchung entschieden werden, ob ein tatsächlicher Schaden des Werkstücks 2 entstanden ist. Ist die Folie 5 unbeschädigt und sind somit sämtliche Mikrokapseln 6 intakt, kann davon ausgegangen werden, dass keine Kollision zwischen dem Werkstück 2 und dem Aufnehmemittel 1 aufgetreten ist und somit kein Risiko beziehungsweise lediglich ein besonders geringes Risiko einer Beschädigung des Werkstücks 2 besteht. Hierdurch können präventive Audit-demontagen des Werkstücks 2 zur Qualitätskontrolle hinsichtlich ihrer Anzahl besonders gering gehalten werden. Der mikroverkapselte Farbstoff ermöglicht, dass sämtliche kollidierten Werkstücke 2 überprüft werden können, wobei die jeweiligen Kollisionen mittels ausgetretenen Farbstoffs aus den Mikrokapseln 6 angezeigt wird. Hierdurch kann eine Auslieferqualität der Werkstücke 2 besonders hoch gehalten werden. Insbesondere ermöglicht der mikroverkapselte Farbstoff, dass vorgeschädigte Werkstücke 2 im Wesentlichen nicht an einen Kunden ausgeliefert werden.
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Die mit Farbstoff gefüllten Mikrokapseln 6 ermöglichen, dass bei einem rechnerunterstützten Konstruieren zusammenpassende Werkstücke 2 mit Aufnehmemitteln 1 hinsichtlich einer Kollision in der Praxis untersucht werden können.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Aufnehmemittel
- 2
- Werkstück
- 3
- Ölwanne
- 4
- Werkstückplatte
- 5
- Folie
- 6
- Mikrokapseln
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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