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Die Erfindung betrifft eine Lageranordnung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1. Ferner betrifft die Erfindung eine Getriebevorrichtung mit der Lageranordnung.
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Zur Aufnahme von radialen und axialen Belastungen zwischen zwei Lagerpartnern, ist es bekannt, ein Radiallager mit einem Axiallager zu kombinieren. Dabei können das Radiallager und das Axiallager als zwei separate Lagereinheiten ausgebildet sein. Alternativ ist jedoch auch bekannt das Axiallager in das Radiallager zu integrieren, sodass das Axiallager und das Radiallager eine gemeinsame Baueinheit bilden. Hierzu kann der Innenring des Axiallagers zugleich eine Anlauffläche für das Axiallager bilden, sodass die Wälzkörper das Axiallagers unmittelbar an dem Innenring anlaufen können.
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Die Druckschrift
JP 2005 249 189 A , die wohl den nächstkommenden Stand der Technik bildet, beschreibt ein lastaufnehmendes Wälzlagerpaar, bestehend aus einem Axiallager, welches nur die axiale Last aufnimmt, und einem Radiallager welches nur die radiale Last aufnimmt, wobei sich das Axiallager und das Radiallager gemeinsam einen Lagerring teilen.
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Ferner ist die Druckschrift
WO 2008 088 801 A1 bekannt, welche ein Doppelkupplungsgetriebe mit einem ersten und einem zweiten Antriebszahnrad, die um eine erste Achse drehbar sind, wobei eine erste Antriebswelle, die mehrere, eine Gangstufe definierende Zahnräder aufweist, die um eine zweite Achse drehbar sind, die parallel zur ersten Achse liegt, offenbart. Die erste Antriebswelle ist über eine erste Kupplung, die um die zweite Achse drehbar ist, torsionsmäßig mit dem ersten Antriebszahnrad verbunden. Das Doppelkupplungsgetriebe weist eine zweite Antriebswelle auf, die mehrere, eine Gangstufe definierende Zahnräder aufweist, die um die zweite Achse drehbar sind, wobei die zweite Antriebswelle über eine zweite Kupplung, die um die zweite Achse drehbar ist, torsionsmäßig mit dem zweiten Antriebszahnrad verbunden ist. Ferner weist das Doppelkupplungsgetriebe eine Abtriebswelle mit Zahnrädern, die mit den eine Gangstufe definierenden Zahnrädern der ersten und der zweiten Antriebswelle ineinandergreifen.
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Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein kombiniertes Radial-Axial-Lager vorzuschlagen, welches sich durch eine einfache und schnelle Montage auszeichnet.
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Diese Aufgabe wird durch eine Lageranordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Getriebevorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bevorzugte oder vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den beigefügten Figuren.
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Die Erfindung betrifft eine Lageranordnung, welche insbesondere für eine Getriebevorrichtung, vorzugsweise ein Fahrzeuggetriebe, ausgebildet und/oder geeignet ist. Die Lageranordnung dient bevorzugt zur Aufnahme von radialen und axialen Lasten. Besonders bevorzugt ist die Lageranordnung als ein kombiniertes Axial-Radial-Lager ausgebildet.
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Die Lageranordnung weist ein Kugellager, als ein Radiallager, auf, welches insbesondere zur Aufnahme der radialen Last dient. Das Kugellager ist vorzugsweise als ein Rillenkugellager ausgebildet. Das Kugellager weist einen Innenring und einen Außenring auf sowie mehrere zwischen dem Innenring und dem Außenring abwälzend angeordnete Kugeln auf. Die Kugeln sind vorzugsweise in einem Kugellagerkäfig aufgenommen und in einer Umlaufrichtung beabstandet voneinander geführt. Der Kugellagerkäfig kann dabei vorzugsweise als ein Schnappkäfig oder alternativ als ein Fensterkäfig ausgebildet sein.
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Die Lageranordnung weist ein Axiallager auf, welches insbesondere zur Aufnahme der axialen Last dient. Das Axiallager ist in Bezug auf eine Drehachse koaxial zu dem Kugellager angeordnet, wobei die Drehachse insbesondere durch eine Rotationsachse des Kugellagers definiert ist. Das Axiallager ist an einer axialen Stirnseite des Kugellagers, insbesondere des Innenrings und/oder des Außenrings, angeordnet. Hierzu ist das Axiallager vorzugsweise in axialer Richtung in Bezug auf die Drehachse an einer axialen Stirnfläche des Innenrings und/oder des Außenrings abgestützt.
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Im Rahmen der Erfindung wird vorgeschlagen, dass das Axiallager über eine Schnappverbindung verliersicher mit dem Kugellager verbunden ist, sodass das Kugellager und das Axiallager eine gemeinsame Baueinheit bilden. Vorzugsweise bilden das Axiallager und das Kugellager jeweils eine selbständig funktionsfähige Lagereinheit. Bevorzugt ist das Axiallager über die Schnappverbindung lösbar mit dem Kugellager verbunden. Insbesondere ist das Axiallager in axialer und/oder radialer Richtung in Bezug auf die Drehachse formschlüssig mit dem Kugellager verbunden.
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Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass durch die Befestigung des Axiallagers über eine Schnappverbindung an dem Kugellager, eine besonders einfache und kostengünstige Montage der Lageranordnung umgesetzt ist. Zudem kann die Lagereinheit als eine vormontierte Baueinheit ausgeliefert werden, sodass dass das Handling der Lageranordnung während des Lieferprozesses sowie bei der Endmontage deutlich verbessert wird. Durch die einfache Ausgestaltung kann die Lageranordnung außerdem kostengünstig gefertigt werden.
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In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Axiallager eine Innenlaufscheibe, eine Außenlaufscheibe sowie mehrere zwischen der Innen- und der Außenlaufscheibe abwälzend angeordnete Wälzkörper aufweist. Dabei ist die Außenlaufscheibe an einer dem Kugellager abgewandten Seite des Axiallagers und die Innenlaufscheibe an einer dem Kugellager zugewandten Seite des Axiallagers angeordnet. Besonders bevorzugt liegt die Innenlaufscheibe abschnittsweise stirnseitig an dem Kugellager, insbesondere der Stirnfläche des Innen- und/oder des Außenrings, an. Im Speziellen kann die Innenlaufscheibe flächig, insbesondere vollflächig, mit der Stirnfläche des Innen- und/oder Außenrings kontaktieren. Die Wälzkörper sind insbesondere in einem Axiallagerkäfig geführt, welcher verliersicher zwischen der Innenlaufscheibe und der Außenlaufscheibe angeordnet ist.
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Die Innenlaufscheibe ist über die Schnappverbindung mit dem Innenring oder dem Außenring des Kugellagers verbunden. Insbesondere wird die Innenlaufscheibe lösbar über die Schnappverbindung auf den Innen- oder Außenring aufgeclipst. Die Schnappverbindung kann dabei durch eine Schnapphakenverbindung oder eine Ringschnappverbindung umgesetzt sein. Bevorzugt ist die Innenlaufscheibe in axialer und/oder radialer Richtung über die Schnappverbindung an dem Innen- oder Außenring gehalten. Die Innenlaufscheibe und/oder die Außenlaufscheibe können jeweils als ein Blechformbauteil ausgebildet sein.
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In einer weiteren Konkretisierung ist vorgesehen, dass der Innenring oder der Außenring eine umlaufende Schnappnut aufweist. Insbesondere ist die Schnappnut als eine durchgehende Ringnut ausgebildet. Die Schnappnut ist vorzugsweise randseitig in den Innen- oder Außenring eingebracht. Die Innenlaufscheibe weist einen zu der Schnappnut korrespondierenden Schnappabschnitt auf, welcher zur Bildung der Schnappverbindung mit der Schnappnut zumindest abschnittsweise in Eingriff steht. Vorzugsweise ist mindestens oder genau der Schnappabschnitt zur Montage der Innenlaufscheibe an dem Innen- bzw. Außenring elastisch verformbar. Prinzipiell kann der Schnappabschnitt eine umlaufend durchgehende Rastnase aufweisen, sodass die Schnappverbindung als die Ringschnappverbindung ausgebildet ist. Bevorzugt jedoch weist der Schnappabschnitt mehrere in Umlaufrichtung gleichmäßig voneinander beabstandete Rastnasen auf, sodass die Schnappverbindung als eine segmentierte Ringschnappverbindung oder die Schnapphakenverbindung ausgebildet ist.
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In einer weiteren konkreten konstruktiven Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Innenlaufscheibe in einem Querschnitt betrachtet Z-förmig ausgebildet ist, wobei ein erster Querschenkel den Schnappabschnitt und ein zweiter Querschenkel einen Stützabschnitt für den Axiallagerkäfig zur Führung der Wälzkörper des Axiallagers bildet. Insbesondere sind der Schnappabschnitt und der Stützabschnitt, in einer Grobform betrachtet, jeweils als ein zylindrischer Ansatz ausgebildet. Insbesondere stützt sich der Axiallagerkäfig in radialer Richtung an dem Stützabschnitt ab und/oder ist in axialer Richtung in Bezug auf die Drehachse verliersicher, insbesondere formschlüssig, durch den Stützabschnitt gehalten. Ein die beiden Querschenkel verbindender Längsschenkel bildet einen inneren Anlaufabschnitt, wobei die Wälzkörper an dem inneren Anlaufabschnitt abwälzen. Insbesondere erstreckt sich der innere Anlaufabschnitt in Bezug auf die Drehachse in einer Radialebene, wobei der innere Anlaufabschnitt vorzugsweise kreisringförmig ausgebildet ist. Insbesondere bildet der innere Anlaufabschnitt eine, insbesondere als Ringfläche ausgebildete, Anlauffläche für die Wälzkörper.
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In einer konkreten Weiterbildung ist vorgesehen, dass die Außenlaufscheibe in einem Querschnitt betrachtet L-förmig ausgebildet ist, wobei ein Längsschenkel einen äußeren Anlaufabschnitt bildet, wobei die Wälzkörper an dem äußeren Anlaufabschnitt abwälzen. Der äußere Anlaufabschnitt erstreckt sich dabei in einer weiteren Radialebene in Bezug auf die Drehachse und/oder parallel zu dem inneren Anlaufabschnitt.
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Ein sich an den weiteren Längsschenkel anschließender weiterer Querschenkel, bildet einen weiteren Stützabschnitt für den Axiallagerkäfig. Insbesondere stützt sich der Axiallagerkäfig einerseits in radialer Richtung an dem einen Stützabschnitt und in einer radialen Gegenrichtung an dem anderen Stützabschnitt ab. Bevorzugt ist der Axiallagerkäfig verliersicher zwischen den beiden Stützabschnitten angeordnet. Im Speziellen sind die Innen- und die Außenlaufscheibe jeweils über eine weitere Schnappverbindung mit dem Axiallagerkäfig verbunden. Insbesondere sind die Innenlaufscheibe und die Außenlaufscheibe jeweils in axialer und/oder in radialer Richtung formschlüssig mit dem Axiallagerkäfig verbunden, wobei zugleich eine Relativverdrehung der Innenlaufscheibe zu der Außenlaufscheibe in Umlaufrichtung in Bezug auf die Drehachse zulässig ist.
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In einer konstruktiven Umsetzung ist vorgesehen, dass der Innenring mindestens oder genau einen Innenbord aufweist. Bevorzugt weist der Innenring beidseitig jeweils einen Innenbord auf. Insbesondere bildet der Innenbord den Teil des Innenrings, welcher an eine Laufbahn, insbesondere einer Laufrille, des Innenrings angrenzt und/oder zur Führung des Kugellagerkäfigs dient. Die Schnappnut ist dabei in den Innenbord bzw. in einen der beiden Innenborde eingebracht. Somit ist der Schnappabschnitt zwischen dem Innenring und dem Außenring und/oder an einer radialen Außenseite des Innenrings angeordnet. Alternativ ist die Schnappnut in einen Innenumfang des Innenrings eingebracht. Somit ist der Schnappabschnitt außerhalb des Kugellagers an einer radialen Innenseite des Innenrings angeordnet.
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In einer weiteren konstruktiven Umsetzung ist vorgesehen, dass der Außenring mindestens oder genau einen Außenbord aufweist. Bevorzugt weist der Außenring beidseitig jeweils einen Außenbord auf. Insbesondere bildet der Außenbord den Teil des Außenrings, welcher an eine Laufbahn, insbesondere einer Laufrille, des Außenrings angrenzt und/oder zur Führung des Kugellagerkäfigs dient. Alternativ ist die Schnappnut in den Außenbord bzw. in einen der beiden Außenborde eingebracht. Somit ist der Schnappabschnitt zwischen dem Innenring und dem Außenring und/oder an einer radialen Innenseite des Außenrings angeordnet. Alternativ ist die Schnappnut in einen Außenumfang des Außenrings eingebracht. Somit ist der Schnappabschnitt außerhalb des Kugellagers an einer radialen Außenseite des Außenrings angeordnet.
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Der mit der Schnappnut versehene Innenbord oder Außenbord kann in Bezug auf die Drehachse in axialer Richtung verlängert sein, sodass der Schnappabschnitt in axialer Richtung beabstandet zu dem Kugellagerkäfig angeordnet ist und eine Kollision des Schnappabschnitts mit dem Kugellagerkäfig ausgeschlossen ist. Alternativ oder optional ergänzend kann der mit der Schnappnut versehene Innenbord oder Außenbord zumindest abschnittsweise radial versetzt sein, sodass der Schnappabschnitt versenkt ist und eine Kollision des Schnappabschnitts mit dem Kugellagerkäfig ausgeschlossen ist.
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In einer weiteren Realisierung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Innenring eine radial nach innen gerichtete Wellenschulter aufweist. Insbesondere kann der Innenring über die Wellenschulter in radialer Richtung an einem Außenumfang einer Welle und/oder in axialer Richtung an einem Wellenabsatz einer Welle anliegen. Ein Innendurchmesser der Wellenschulter ist größer oder gleich als ein Innendurchmesser des Axiallagers. Somit wird sichergestellt, dass das Axiallager, insbesondere die Innen- und/oder die Außenlaufscheibe, in radialer Richtung in Bezug auf die Drehachse nicht in die Bohrung des Innenrings ragt und der Innenring vollständig bzw. ungehindert auf die Welle aufgeschoben werden kann.
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Alternativ oder optional ergänzend weist der Außenring eine radial nach außen gerichtete Gehäuseschulter auf. Insbesondere kann der Außenring über die Gehäuseschulter in radialer und/oder in axialer Richtung an einem Innenumfang eines Gehäuses und/oder einem weiteren Getriebebauteil, beispielsweise eine weitere Lagereinrichtung, anliegen. Ein Außendurchmesser der Gehäuseschulter ist größer oder gleich als ein Außendurchmesser des Axiallagers. Somit wird sichergestellt, dass das Axiallager, insbesondere die Innen- und/oder die Außenlaufscheibe, in radialer Richtung in Bezug auf die Drehachse nicht über den Außenring hinausragt und der Außenring vollständig bzw. ungehindert in das Gehäuse eingesetzt werden kann.
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In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Axiallager als ein Axialnadellager ausgebildet ist. Bevorzugt sind die Wälzkörper als Zylinderrollen, im Speziellen als Nadelrollen ausgebildet. Insbesondere weisen die Wälzkörper eine Länge in radialer Richtung auf, die mindestens doppelt so groß ist wie der Durchmesser des jeweiligen Wälzkörpers. Der Radiallagerkäfig ist insbesondere als ein Blechkäfig, vorzugsweise als ein Fensterkäfig, ausgebildet.
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Ein weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft eine Getriebevorrichtung mit der Lageranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche beziehungsweise wie diese bereits zuvor beschrieben wurde. Insbesondere ist die Getriebevorrichtung für ein Fahrzeug ausgebildet und/oder geeignet. Die Getriebevorrichtung ist vorzugsweise als ein Zahnradgetriebe ausgebildet. Die Getriebevorrichtung weist mindestens ein Getriebebauteil und mindestens eine Getriebewelle auf. Das Getriebebauteil kann als das Getriebegehäuse oder die Lagereinrichtung ausgebildet sein.
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Ferner weist die Getriebevorrichtung mindestens ein Getrieberad auf, wobei das Getrieberad koaxial und/oder konzentrisch zu der Getriebewelle angeordnet ist. Insbesondere ist das Getrieberad relativ zu der Getriebewelle verdrehbar. Hierzu kann das Getrieberad als ein Hohlrad ausgebildet sein, wobei die Getriebewelle durch das Getrieberad hindurch geführt ist. Bevorzugt ist das Getrieberad als ein Zahnrad ausgebildet. Die Lageranordnung ist in radialer Richtung in Bezug auf die Drehachse an der Getriebewelle und/oder an dem Getriebebauteil abgestützt ist. Bevorzugt ist die Lageranordnung, insbesondere das Kugellager, einerseits mit dem Innenring an der Getriebewelle abgestützt und andererseits mit dem Außenring an dem mindestens einen Getriebebauteil, insbesondere an dem Getriebegehäuse und/oder der Lagereinrichtung, abgestützt. Alternativ oder optional ergänzend ist die Lageranordnung in axialer Richtung an dem Getrieberad abgestützt. Bevorzugt ist die Lageranordnung, insbesondere das Axiallager, einerseits mit der Außenlaufscheibe an dem Getrieberad und andererseits mit der Innenlaufscheibe an dem Kugellager, insbesondere dem Innen- und/oder Außenring, abgestützt.
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Weitere Merkmale, Vorteile und Wirkungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung sowie der beigefügten Figuren. Dabei zeigen:
- 1 in einer stark schematisierten Darstellung einen Teilausschnitt einer Getriebevorrichtung mit einer Lageranordnung;
- 2 in einer Schnittdarstellung die Lageranordnung aus 1 als ein Ausführungsbeispiel der Erfindung.
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1 zeigt in einer stark schematisierten Darstellung eine Teilansicht einer Getriebevorrichtung 1, welche beispielsweise als ein automatisiertes Schaltgetriebe für ein Kraftfahrzeug ausgebildet sein kann. Die Getriebevorrichtung 1 weist eine Lageranordnung 2, ein Getriebebauteil 3, eine Getriebewelle 4 sowie ein Getrieberad 5 auf.
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Das Getrieberad 5 ist beispielsweise als ein Stirnrad ausgebildet und kann zur Bildung einer Getriebestufe mit einem weiteren Getrieberad, nicht dargestellt, in Eingriff stehen. Das Getrieberad 5 kann dabei als ein Hohlrad ausgebildet sein, wobei die Getriebewelle 4 durch das Getrieberad 5 hindurchgeführt und relativ zu dem Getrieberad 5 um eine Drehachse D rotieren kann. Die Drehachse D kann dabei durch eine Längsachse der Getriebewelle 4 definiert sein, wobei das Getrieberad 5 koaxial zu der Drehachse D angeordnet ist.
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Das Getriebebauteil 3 ist beispielsweise als ein Getriebegehäuse ausgebildet, wobei die Getriebekomponenten, insbesondere die Lageranordnung 2 und das Getrieberad 5, in dem Getriebegehäuse angeordnet sind. Die Lageranordnung 2 dient zur Aufnahme einer radialen und einer axialen Last und ist als ein kombiniertes Axial-Radial-Lager ausgebildet. Hierzu weist die Lageranordnung 2 ein Axiallager 6 zur Aufnahme einer Axiallast und ein Kugellager 7, als ein Radiallager, zur Aufnahme einer Radiallast auf. Die Lageranordnung 2 ist koaxial zu der Drehachse D angeordnet, wobei das Kugellager 7 in radialer Richtung einerseits an einer radialen Innenseite des Getriebebauteils 3 und andererseits in einer radialen Gegenrichtung an einem Außenumfang der Getriebewelle 4 abgestützt ist. In axialer Richtung in Bezug auf die Drehachse D ist das Axiallager 6 einerseits an dem Getrieberad 5 und in einer axialen Gegenrichtung andererseits an dem Kugellager 7 abgestützt.
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2 zeigt in einer Schnittdarstellung entlang der Drehachse D eine beispielhafte Ausgestaltung der Lageranordnung 2 aus 1 als ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. Das Kugellager 7 ist als ein Rillenkugellager ausgebildet und weist einen Innenring 8, einen Außenring 9 sowie mehrere zwischen dem Innenring 8 und dem Außenring 9 abwälzend angeordnete Kugeln 10 auf. Die Kugeln 10 sind in einem Kugellagerkäfig 11 geführt und umlaufend um die Drehachse D gleichmäßig voneinander beabstandet in dem Kugellagerkäfig 11 aufgenommen. Der Kugellagerkäfig 11 ist als ein Kunststoffkäfig, insbesondere ein Schnappkäfig, ausgebildet, wobei der Kugellagerkäfig 11 in Richtung des Axiallagers 6 hin geöffnet ist. Der Innenring 8 weist beidseitig einen Innenbord 8a, b und der Außenring 9 weist beidseitig einen Außenbord 9a, b auf. Die beiden Innen- bzw. Außenborde 8a, b; 9a, b bilden dabei jeweils den Teil des Innen- bzw. Außenrings 8, 9, welcher außerhalb der jeweiligen Laufbahn, insbesondere der Laufrille, angeordnet ist und einen Wälzraum in radialer Richtung begrenzen und zur Führung des Kugellagerkäfigs 11 dienen können.
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Das Axiallager 6 ist als ein Axialnadellager ausgebildet und weist eine Innenlaufscheibe 12, eine Außenlaufscheibe 13 sowie mehrere zwischen der Innen- und der Außenlaufscheibe 12, 13 abwälzend angeordnete Wälzkörper 14 auf. Die Wälzkörper 14 sind als Zylinderrollen ausgebildet, wobei die Wälzkörper 14 in einem Axiallagerkäfig 15 geführt und umlaufend um die Drehachse D gleichmäßig voneinander beabstandet in dem Axiallagerkäfig 15 aufgenommen sind. Der Axiallagerkäfig 15 ist beispielsweise als ein Blechkäfig, insbesondere ein Fensterkäfig, ausgebildet. Die Innenlaufscheibe 12 ist auf einer dem Kugellager 7 zugewandten Seite und die Außenlaufscheibe 13 auf einer dem Kugellager 7 abgewandten Seite des Axiallagers 6 angeordnet. Die Innenlaufscheibe 12 liegt in axialer Richtung an einer axialen Stirnseite des Innenrings 8 und in radialer Richtung an einem Außenumfang des Innenrings 8 an.
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Das Axiallager 6 ist verliersicher an dem Innenring 8 des Kugellagers 7 über eine Schnappverbindung 16 festgelegt. Hierzu weist die Innenlaufscheibe 12 einen Schnappabschnitt 12a und das Kugellager 7 eine in den Innenborde 8a des Innenrings 8 eingebrachte Schnappnut 17 auf. Die Schnappnut 17 ist als eine umlaufende Ringnut ausgebildet, wobei der Schnappabschnitt 12a zumindest abschnittsweise mit der Schnappnut 17 in Eingriff steht. Der die Schnappnut 17 aufweisende Innenbord 8a ist in axialer Richtung in Bezug auf die Drehachse D verlängert. Somit wird sichergestellt, dass der Schnappabschnitt 12a zu dem Kugellagerkäfig 11 beabstandet ist und eine Kollision des Kugellagerkäfigs 11 mit dem Schnappabschnitt 12a verhindert wird.
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Der Schnappabschnitt 12a ist durch mehrere umformtechnische gefertigte Rastnasen gebildet, welche in Umlaufrichtung in Bezug auf die Drehachse D regelmäßig voneinander beabstandet sind. Bei einer Montage wird das Axiallager 6 mit der Innenlaufscheibe 12 auf den Innenring 8 aufgesteckt, wobei die Rastnasen elastisch verformt werden und anschließend in die Schnappnut 17 einrasten.
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Die Innenlaufscheibe 12 ist in einem Querschnitt betrachtet Z-förmig ausgebildet, wobei eine erster Querschenkel den Schnappabschnitt 12a, ein zweiter Querschenkel einen Stützabschnitt 12c für den Axiallagerkäfig 15 und ein die beiden Querschenkel verbindender Längsschenkel einen inneren Anlaufabschnitt 12b für die Wälzkörper 14 bildet. Der innere Anlaufabschnitt 12b ist als eine Ringscheibe ausgebildet und erstreckt sich in Bezug auf die Drehachse D in einer Radialebene, wobei eine den Wälzkörpern 14 zugewandte Ringfläche eine innere Anlauffläche für die Wälzkörper 14 bildet. Der Schnappabschnitt 12a und der Stützabschnitt 12c sind zumindest annähernd zylinderförmig ausgebildet, wobei sich der Schnappabschnitt 12a in axialer Richtung in Bezug auf die Drehachse D an einen Außendurchmesser und der Stützabschnitt 12c in einer axialen Gegenrichtung an einen Innendurchmesser des inneren Anlaufabschnitts 12b anschließt.
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Die Außenlaufscheibe 13 ist in einem Querschnitt betrachtet L-förmig ausgebildet, wobei ein Querschenkel einen weiteren Stützabschnitt 13a und ein Längsschenkel einen äußeren Anlaufabschnitt 13b für die Wälzkörper 14 bildet. Der weitere Stützabschnitt 13a ist zumindest annähernd zylinderförmig ausgebildet und koaxial und/oder konzentrisch zu dem Stützabschnitt 12c der Innenlaufscheibe 12 angeordnet. Der äußere Anlaufabschnitt 13b ist ebenfalls als eine Ringscheibe ausgebildet und erstreckt sich parallel zu dem inneren Anlaufabschnitt 12b in einer weiteren Radialebene, wobei eine den Wälzkörpern 14 zugewandte Ringfläche eine äußere Anlauffläche für die Wälzkörper 14 ausgebildet ist.
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Der Axiallagerkäfig 15 stützt sich in radialer Richtung an dem Stützabschnitt 12c der Innenlaufscheibe 12 und in einer radialen Gegenrichtung an dem weiteren Stützabschnitt 13a der Außenlaufscheibe 13 ab. Dabei ist einerseits die Innenlaufscheibe 12 über den Stützabschnitt 12c und andererseits die Außenlaufscheibe 13 über den weiteren Stützabschnitt 13a verliersicher mit dem Axiallagerkäfig 15 verbunden, sodass die Außenlaufscheibe 13 in axialer und radialer Richtung in Bezug auf die Drehachse D fixiert und in Umlaufrichtung relativ zu der Innenlaufscheibe 12 verdrehbar ist.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Getriebevorrichtung
- 2
- Lageranordnung
- 3
- Getriebebauteil
- 4
- Getriebewelle
- 5
- Getrieberad
- 6
- Axiallager
- 7
- Kugellager
- 8
- Innenring
- 8a,b
- Innenborde
- 9
- Außenring
- 9a, b
- Außenborde
- 10
- Kugeln
- 11
- Kugellagerkäfig
- 12
- Innenlaufscheibe
- 12a
- Schnappabschnitt
- 12b
- innerer Anlaufabschnitt
- 12c
- Stützabschnitt
- 13
- Außenlaufscheibe
- 13a
- weiterer Stützabschnitt
- 13b
- äußerer Anlaufabschnitt
- 14
- Wälzkörper
- 15
- Axiallagerkäfig
- 16
- Schnappverbindung
- 17
- Schnappnut
- D
- Drehachse
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- JP 2005249189 A [0003]
- WO 2008088801 A1 [0004]