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Die Erfindung betrifft einen Kabelschuh mit einem Verbindungsbereich zum Verbinden des Kabelschuhs mit einem elektrischen Leiter und mit einem Kontaktteil zur Kontaktierung eines Anschlussteils einer elektrischen Anlage, insbesondere einer elektrischen Anlage eines Kraftfahrzeuges, wobei das Kontaktteil eine Befestigungs-Ausnehmung zum Hindurchführen eines Befestigungselements, wie zum Beispiel einer Schraube oder eines Gewindebolzens, zur Befestigung des Kabelschuhs an ein Anschlussteil aufweist. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Kontaktelement mit einem solchen Kabelschuh sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Kontaktelements.
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Aus dem Stand der Technik sind verschiedenartige Kabelschuhe bekannt, mit denen ein Kabel an ein Anschlussteil einer elektrischen Anlage angeschlossen werden kann. Zu diesem Zweck wird der Kabelschuh typischerweise mit einem Ende eines Kabels verbunden, insbesondere durch Schweißen, Löten oder Crimpen im Verbindungsbereich des Kabelschuhs. Anschließend kann der Kabelschuh mit seinem Kontaktteil mit einem Anschlussteil verbunden werden, beispielsweise indem ein Gewindebolzen des Anschlussteils durch die Befestigungs-Ausnehmung geführt und mit einer Mutter gesichert wird oder indem eine Schraube durch die Befestigungs-Ausnehmung geführt und in eine Gewindebohrung des Anschlussteils eingeschraubt wird. Auf diese Weise kann eine zuverlässige und niederohmige elektrische Verbindung zwischen einem Kabel und einem Anschlussteil einer elektrischen Anlage hergestellt werden.
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Bei feuchten oder anderweitig korrosiven Umgebungsbedingungen, wie sie zum Beispiel in einem Kraftfahrzeug, insbesondere in dessen Motorraum, herrschen, werden die Kabelschuhe in der Regel mit einer Umhausung versehen, um die Verbindung von Kabelschuh mit dem Kabel und mit dem Anschlussteil der elektrischen Anlage vor Korrosion zu schützen. Weiterhin werden solche Umhausungen aus Sicherheitsgründen eingesetzt, um einen versehentlichen Kontakt mit spannungsführenden Teilen zu verhindern.
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Ein solches Kontaktelement mit einem Kabelschuh, einem daran angeschlossenen Leiter und einer Umhausung ist beispielsweise aus der
DE 10 2013 021 409 A1 bekannt.
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Die Umhausung besteht häufig aus einem Kunststoff und kann zum Beispiel durch Spritzguss hergestellt sein. Da beim Verbinden des Kabelschuhs mit einem Anschlussteil einer elektrischen Anlage, insbesondere beim Anziehen einer Mutter oder Schraube, hohe mechanische Belastungen auf den Kabelschuh wirken können, ist eine sichere Einbettung des Kabelschuhs in der Umhausung wünschenswert, so dass sich der Kabelschuh auch bei Krafteinwirkung nicht von der Umhausung lösen kann und ein dauerhafter Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit gewährleistet ist.
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Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Kabelschuh, ein Kontaktelement mit einem solchen Kabelschuh und ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Kontaktelements zur Verfügung zu stellen, die eine stabile Einhausung des Kabelschuhs ermöglichen.
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Diese Aufgabe wird bei einem Kabelschuh mit einem Verbindungsbereich zum Verbinden des Kabelschuhs mit einem elektrischen Leiter und mit einem Kontaktteil zur Kontaktierung eines Anschlussteils einer elektrischen Anlage, insbesondere einer elektrischen Anlage eines Kraftfahrzeugs, wobei das Kontaktteil eine Befestigungs-Ausnehmung zum Hindurchführen eines Befestigungselements zum Befestigen des Kabelschuhs an einem Anschlussteil aufweist, erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Kontaktteil eine oder mehrere weitere Ausnehmungen aufweist.
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Die eine oder mehreren weiteren Ausnehmungen erlauben eine bessere Verbindung des Kabelschuhs zu einer um den Kabelschuh gespritzten Umhausung, indem ein oder mehrere der einen oder mehreren weiteren Ausnehmungen beim Umspritzen des Kabelschuhs mit dem Material der Umhausung durchspritzt werden, so dass das Material der Umhausung durch die eine oder mehreren weiteren Ausnehmungen verläuft. Auf diese Weise wird der Kabelschuh an der Ausnehmung formschlüssig in die umspritzte Umhausung eingebettet. Ein Teil des Kontaktteils mit der Befestigungs-Ausnehmung und damit insbesondere die Befestigungs-Ausnehmung selbst bleiben beim Umspritzen demgegenüber frei, um ein Verbinden des Kabelschuhs mit einem Anschlussteil unter Hindurchführung eines Befestigungselements durch die Befestigungs-Ausnehmung zu ermöglichen.
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Entsprechend wird die oben genannte Aufgabe erfindungsgemäß weiterhin gelöst durch die Verwendung des zuvor beschriebenen Kabelschuhs zur Herstellung eines Kontaktelements im Spritzgießverfahren. Bei dem Spritzgießverfahren werden insbesondere ein oder mehrere der einen oder mehreren weiteren Ausnehmungen durchspritzt, so dass das Kontaktteil und somit der Kabelschuh fest in die umspritzte Umhausung eingebettet werden kann. Da der Kunststoff keine stoffschlüssige Verbindung mit dem Kontaktteil eingeht, ist die formschlüssige Verbindung über die Ausnehmungen vorteilhaft.
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Die oben genannte Aufgabe wird weiterhin erfindungsgemäß gelöst durch ein Kontaktelement zur elektrischen Kontaktierung eines elektrischen Leiters an ein Anschlussteil einer elektrischen Anlage, insbesondere einer elektrischen Anlage eines Kraftfahrzeugs, mit einem elektrischen Leiter und mit dem zuvor beschriebenen Kabelschuh, der mit dem elektrischen Leiter in leitfähiger Weise verbunden ist, wobei der Kabelschuh derart mit einer Umhausung umspritzt ist, dass ein Teil des Kontaktteils mit der Befestigungs-Ausnehmung freiliegt und wobei mindestens eine der einen oder mehreren weiteren Ausnehmungen des Kabelschuhs durchspritzt ist.
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Bei dem elektrischen Leiter kann es sich insbesondere um ein Kabel, vorzugsweise mit Litzen, beispielsweise Kupferlitzen oder Aluminiumlitzen, handeln.
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Das Kontaktteil des Kabelschuhs ist vorzugsweise flach ausgebildet, um das Hindurchführen eines Befestigungselements und die Herstellung einer niederohmigen Verbindung zu einem Anschlussteil einer elektrischen Anlage zu erleichtern. Der Kabelschuh weist bevorzugt ein flaches ringförmiges Kontaktteil mit einer Befestigungs-Ausnehmung in Form einer insbesondere zentralen Bohrung und mehreren darum angeordneten kleineren weiteren Ausnehmungen auf.
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Bei der Befestigungs-Ausnehmung handelt es sich insbesondere um eine mittige Öffnung, beispielsweise eine Bohrung, in dem Kontaktteil, durch die ein Befestigungselement, insbesondere eine Schraube bzw. ein Gewindebolzen hindurchführbar ist. Das Kontaktteil kann also insbesondere als Ring ausgebildet sein. Alternativ kann die Befestigungs-Ausnehmung auch zum Rand des Kontaktteils offen sein. Das Kontaktteil kann also insbesondere auch als Gabel ausgebildet sein.
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Die ein oder mehreren Befestigungs-Ausnehmungen sind vorzugsweise randseitig vollständig durch das Material des Kontaktteils umgeben, d.h. mit Abstand vom Rand des Kontaktteils angeordnet. Auf diese Weise wird eine sichere formschlüssige Fixierung des Kabelschuhs in einer Umspritzung erreicht. Die Ausnehmungen können beispielsweise rund, oval oder länglich ausgebildet sein.
Der Verbindungsbereich des Kabelschuhs kann insbesondere für ein Anschweißen oder Anlöten eines elektrischen Leiters vorgesehen sein und zu diesem Zweck beispielsweise eben ausgebildet sein. Im Verbindungsbereich kann eine metallische Kontaktschicht aufgebracht sein, beispielsweise durch Reibbeschichtung, um den Schweißkontakt mit einem elektrischen Leiter zu verbessern. Kabelschuhe mit einer solchen metallischen Kontaktschicht sind beispielsweise aus der
DE 10 2014 011 887 A1 bekannt. Weiterhin kann der Verbindungsbereich auch für eine Crimpverbindung eingerichtet sein, wobei der Verbindungsbereich zu diesem Zweck vorzugsweise Crimpflügel aufweist, die beim Crimpen mit einem Kabel um die Litzen des Kabels gebogen werden.
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Vorzugsweise ist ein für eine Crimpverbindung ausgebildeter Verbindungsbereich zum Vercrimpn lediglich auf die Leiterlitzen ausgebildet, d.h. ohne Isolationscrimpung. Da der Kabelschuh zum Umspritzen vorgesehen ist, kann auf eine Isolationscrimpung, die zur Stabilisierung der Crimpverbindung dient, typischerweise verzichtet werden, da die Umspritzung für die notwendige Stabilität sorgt.
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Beim Kontaktelement ist vorzugsweise der Kabelschuh und ein daran anschließender Abschnitt des elektrischen Leiters derart mit einer elektrisch isolierenden Umhausung umspritzt, dass ein Teil des Kontaktteils mit der Befestigungs-Ausnehmung freiliegt. Auf diese Weise ist insbesondere der Verbindungsbereich von Kabel und Kabelschuh umspritzt und dadurch vor Feuchtigkeit geschützt.
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Weiterhin wird die oben genannte Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung des zuvor beschriebenen Kontaktelements, bei dem der zuvor beschriebene Kabelschuh bereitgestellt wird und bei dem durch Umspritzen des Kabelschuhs eine Umhausung hergestellt wird, bei der die Befestigungs-Ausnehmung freiliegt und mindestens eine der einen oder mehreren weiteren Ausnehmungen des Kabelschuhs durchspritzt ist.
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Im Folgenden werden verschiedene Ausführungsformen des Kabelschuhs, des Kontaktelements und des Verfahrens beschrieben, wobei die einzelnen Ausführungsformen unabhängig voneinander jeweils für den Kabelschuh, das Kontaktelement und das Verfahren gelten. Weiterhin sind die einzelnen Ausführungsformen untereinander kombinierbar.
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Bei einer Ausführungsform sind die eine oder mehreren weiteren Ausnehmungen zumindest in einer Richtung kleiner als die Befestigungs-Ausnehmung. Auf diese Weise können die Kontaktteile kleiner und raumsparender ausgebildet werden, ohne dass das durch die eine oder mehreren weiteren Ausnehmungen fehlende Material zu einer Schwächung des Kontaktteils führt.
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Bei einer weiteren Ausführungsform sind die eine oder mehreren weiteren Ausnehmungen näher am Rand des Kontaktteils angeordnet als die Befestigungs-Ausnehmung. Dadurch können beim Umspritzen des Kabelschuhs die ein oder mehreren weiteren Ausnehmungen einfacher durchspritzt werden, während die Befestigungs-Ausnehmung freigelassen wird.
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Bei einer weiteren Ausführungsform weist das Kontaktteil mehrere weitere Ausnehmungen auf, die um die Befestigungs-Ausnehmung angeordnet sind. Auf diese Weise kann beim Umspritzen eine mehrseitige Fixierung des Kontaktteils erreicht werden, so dass das Kontaktteil Kräfte besser in verschiedene Richtungen aufnehmen kann.
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Bei einer weiteren Ausführungsform ist mindestens eine der einen oder mehreren weiteren Ausnehmungen des Kabelschuhs mit dem Material der Umhausung durchspritzt. Bei einer entsprechenden Ausführungsform des Verfahrens wird bei der Herstellung der Umhausung mindestens eine der einen oder mehreren weiteren Ausnehmungen des Kabelschuhs mit dem Material der Umhausung durchspritzt. Auf diese Weise wird die Umhausung direkt beim Spritzvorgang zur Herstellung der Umhausung durchspritzt, um eine sichere Verankerung des Kabelschuhs in der Umhausung zu gewährleisten. Ein separater Spritzvorgang zum Durchspritzen der mindestens einen weiteren Ausnehmung ist dadurch entbehrlich. Zudem wird für die Umhausung typischerweise ein möglichst hartes Material verwendet, wodurch eine besonders starke Verankerung des Kabelschuhs in der Umhausung ermöglicht wird. Bei dem Material der Umhausung handelt es sich vorzugsweise um ein thermoplastisches Elastomer, insbesondere um ein thermoplastisches Polyurethan, weiter bevorzugt mit einer Härte von mindestens Shore-D 60.
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Unter Shore-Härte wird die Shore-Härte, gemessen nach DIN 53505EN, verstanden.
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Bei einer weiteren Ausführungsform weist das Kontaktelement ein an die Umhausung angespritztes Element auf und mindestens eine der einen oder mehreren weiteren Ausnehmungen des Kabelschuhs ist mit dem Material des angespritzten Elements durchspritzt. Bei einer zugehörigen Ausführungsform des Verfahrens bleibt bei der Herstellung der Umhausung mindestens eine der einen oder mehreren weiteren Ausnehmungen des Kabelschuhs frei und durch Anspritzen an die Umhausung wird ein mit der Umhausung verbundenes Element hergestellt, wobei die mindestens eine bei der Herstellung der Umhausung freigebliebene weitere Ausnehmung mit dem Material des Elements durchspritzt wird. Das Durchspritzen der Ausnehmungen kann auf diese Weise auch in einem separaten Spritzprozess, beispielsweise in einem zweiten Spritzgießschritt eines Zweikomponentenspritzprozesses erreicht werden.
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Insbesondere kann auf diese Weise auf einfache Weise ein angespritztes Element, beispielsweise ein Dichtelement, hergestellt werden, das beidseitig des Kontaktteils angeordnet ist, da das Material des angespritzten Elements durch mindestens eine der einen oder mehreren Ausnehmungen von einer auf die andere Seite des Kontaktteils gelangen kann. Dies ermöglicht das Anspritzen eines solchen Elements auch bei nur einseitigem Einspritzen des Materials in eine Spritzgussform. Auf diese Weise kann die Herstellungsweise eines Kontaktelements vereinfacht werden. Dabei kann beispielsweise die Umhausung in einem ersten Schritt angespritzt werden. In diesem Schritt kann das Material der Umhausung durch eine oder mehrere der Ausnehmungen fließen und aushärten. Um anschließend ein Anspritzen des Dichtelements beidseitig des Kontakteils zu ermöglichen, können beim Umspritzen mit der Umhausung eine oder mehrere der Ausnehmungen abgedeckt sein, so dass das Material der Umhausung nicht in diese abgedeckten Ausnehmungen eintreten kann. Die Abdeckung kann z.B. durch die Spritzgussform gewährleistet sein, bei der z.B ein Dorn in die Abdeckung eintaucht oder ein Abdeckelement die Ausnehmung abdeckt. In dem anschließenden Schritt des Anspritzen des Dichtelements sind diese eine oder mehrere Ausnehmungen frei und das Material des Dichtelements kann durch die Ausnehmung fließen und somit beidseitig des Kontakteils gelangen und aushärten. Somit kann ein Umspritzen der Umhausung und ein Anspritzen der Dichtung von nur einer Seite aus erfolgen und es sind keine zwei getrennte Spritzvorgägne notwendig.
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Bei einer weiteren Ausführungsform weist die Umhausung einen Kanal auf, der von einer Öffnung der Umhausung zu dem freiliegenden Teil des Kontaktteils verläuft und das angespritzte Element ist ein Dichtelement zum Abdichten eines zum Verschließen der Öffnung verwendbaren Verschlusses, insbesondere Deckels. Vorzugsweise ist das Material des angespritzten Elements ein thermoplastisches Elastomer, vorzugsweise mit einer geringeren Härte als das Material der Umhausung, um eine bessere Dichtwirkung erreichen zu können.
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Weitere Vorteile und Merkmale des Kabelschuhs, des Kontaktelements und des Verfahrens ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen, wobei auf die beigefügte Zeichnung Bezug genommen wird.
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In der Zeichnung zeigen
- 1a-b ein Ausführungsbeispiel des Kabelschuhs und des Kontaktelements,
- 2a-b das Kontaktelement aus 1a-b nach Herstellung einer elektrischen Kontaktierung mit einem Anschlussteil einer elektrischen Anlage,
- 3a, b ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens zur Herstellung des Kontaktelements aus 1a-b und
- 4a-d verschiedene Ausführungsbeispiele des Kabelschuhe für verschiedene Ausführungsbeispiele des Kontaktelements.
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Die 1a-b zeigen ein Ausführungsbeispiel des Kabelschuhs 10 und eine Ausführungsbeispiel eines Kontaktelements 2 mit dem Kabelschuh in isometrischer Ansicht (1a) und in Schnittansicht (1b).
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Das Kontaktelement 2 umfasst einen elektrischen Leiter 4, der mit einer Leiterisolation 6 aus recht weichem Polyurethan z.B. mit der Härte Shore-A 80 ummantelt ist. Ein Ende 8 des Leiters 4 ist abisoliert und mittels Ultraschallschweißen in elektrischer leitfähiger Weise mit einem Verbindungsbereich 9 eines Kabelschuhs 10 verbunden. Der Kabelschuh 10 weist ein flaches ringförmiges Kontaktteil 11 mit einer Befestigungs-Ausnehmung in Form einer zentralen Bohrung 12 und mehreren darum angeordneten kleineren weiteren Ausnehmungen 13 auf.
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Der Kabelschuh 10 und ein daran anschließender Abschnitt 14 des elektrischen Leiters 4 ist mit einer elektrisch isolierenden Umhausung 16 aus einem Polyurethan umspritzt, wobei ein Teil 17 des Kontaktteils 11 mit der Bohrung 12 freiliegt. Die Umspritzung ist so erfolgt, dass einige der weiteren Ausnehmungen 13 des Kontaktteils 11 mit dem Material der Umhausung 16 durchspritzt sind, so dass sich die Umhausung durch diese weiteren Ausnehmungen 13 erstreckt. Auf diese Weise ist das Kontaktteil 11 und damit der Kabelschuh 10 fest in der Umhausung verankert.
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Die Umhausung 16 bildet einen ersten Stutzen 18 mit einem ersten Kanal 20, der von einer ersten Öffnung 22 der Umhausung zu dem freiliegenden Teil 17 des Kontaktteils 11 verläuft, sowie einen zweiten Stutzen 24 mit einem zweiten Kanal 26, der von einer zweiten Öffnung 28 der Umhausung 16 zu dem freiliegenden Teil 17 des Kontaktteils 11 verläuft.
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In den ersten und zweiten Kanal 20, 26 ist ein Dichtelement 30 mit ringförmigen Dichtlippen 32 an die Umhausung 16 angespritzt, das aus einem weicheren Kunststoff besteht als die Umhausung 16, beispielsweise aus thermoplastischem Polyethylen. Einige weitere der mehreren Ausnehmungen 13 des Kontaktteils 11 sind mit dem Material des Dichtelements 30 durchspritzt. Dies erlaubt ein einteiliges Dichtelement 30 auf beiden Seiten des Kontaktteils 11, hier also im ersten und zweiten Kanal 20, 26.
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Über ein fadenförmiges Halteelement 32 ist ein Deckel 34 unverlierbar mit der Umhausung 16 verbunden. Der Deckel 34 besteht aus einem härteren Material als die Umhausung, beispielsweise aus Polyamid und ist über eine formschlüssige Verbindung mit dem Ende des fadenförmigen Halteelements 32 verrastet.
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Der Form des Deckels 34 ist an die Form des ersten Stutzens 18 angepasst, so dass der Deckel 34 auf den ersten Stutzen 18 aufgesetzt werden kann, um die Öffnung 22 zu verschließen.
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Die 2a-b zeigen das Kontaktelement 2 aus 1a nach dem Anschließen an ein Anschlussteil 40 einer elektrischen Anlage 42 eines Kraftfahrzeugs, und zwar in isometrischer Ansicht (2a) und in Schnittansicht (2b). Das Anschlussteil 40 weist einen leicht konischen und elektrisch isolierenden Sockel 44 mit einem elektrisch leitfähigen Gewindebolzen 46 aus Metall auf. Beim Anschließen wird das Kontaktelement 2 mit dem zweiten Kanal 26 über den Sockel 44 gestülpt, so der Gewindebolzen 46 durch die Bohrung 12 des Kontaktteils 11 des Kabelschuhs 10 geführt wird. Durch den ersten Kanal 20 kann der Gewindebolzen mit einer Mutter 48 gesichert werden.
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Durch die mit dem Material der Umhausung 16 durchspritzten weiteren Ausnehmungen 13 des Kontaktteils 11 und deren Anordnung um die Befestigungs-Ausnehmung 12 wird eine starke Verankerung des Kontaktteils in der Umhausung 16 erreicht, so dass die bei dem Festschrauben der Mutter 48 ggf. auftretenden großen Kräfte das Kontaktteil 11 nicht aus der Umhausung 16 lösen können.
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Das Dichtelement 30 drückt im zweiten Kanal an die Außenseite des Sockels 44 an und dichtet dadurch das Kontaktelement 2 von Seiten der zweiten Öffnung 28 ab. Die Abdichtung von Seiten der ersten Öffnung 22 erfolgt durch Aufsetzen des Deckels 34 auf den ersten Stutzen 18, wobei das Dichtelement 30 an die Außenseite einer Innenkontur 50 des Deckels 34 drückt und dadurch eine wasserdichte Abdichtung bewirkt.
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Zur sicheren Fixierung des Deckels 34 an der Umhausung 16 weisen der Deckel 34 und die Umhausung 16 komplementäre Befestigungsmittel in Form von Rastnasen 52 am ersten Stutzen 18 und Laschen 54 am Deckel 34 auf, wobei die Rastnasen 52 durch Drehung des aufgesetzten Deckels 34 in die Laschen 54 eingerastet werden können. Die Verrastung ist beispielsweise auch durch Aufsetzen und Einrasten in einer transversalen Bewegung möglich.
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Als weitere komplementäre Befestigungsmittel können am Deckel 34 ein Verriegelungselement 56 und an der Umhausung 16 eine korrespondierende Hinterschneidung 58 vorgesehen sein, die beim Drehen des Deckels 34 hintereinander greifen.
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Das Kontaktelement 2 ermöglicht eine sichere und dichte Kontaktierung des elektrischen Leiters 4 mit dem Anschlussteil 40 der elektrischen Anlage 42. Insbesondere führt die umspritzte Umhausung aus thermoplastischem Polyurethan zu einer dichten Verbindung mit der Leiterisolation 6. Das gegenüber der Umhausung 16 weichere Material des Dichtelements 30 führt zu einer guten Abdichtung des freiliegenden Teils 17 des Kontaktteils 11 von beiden Seiten, und zwar insbesondere in Kombination mit dem gegenüber der Umhausung 16 härteren Material des Deckels 34 und des Sockels 44. Das Material der Umhausung 16 ist hingegen hart genug, um eine formstabile Umhausung zu gewährleisten und insbesondere die formschlüssige Sicherung des Deckels 34 an der Umhausung 16 durch die Rastnasen 52 und die Hinterschneidung 56 zu bewirken.
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Die 3a-b zeigen ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens zur Herstellung des Kontaktelements 2 aus 1a in schematischer Darstellung.
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In einem ersten Schritt des Verfahrens, wird der mit der Leiterisolation 6 ummantelte und durch Ultraschallschweißen mit dem Kabelschuh 10 verbundene Leiter 4 bereitgestellt und wie in 3a gezeigt in einer ersten Spritzgießform 80 angeordnet. In der Spritzgießform 80 erfolgt sodann ein erster Spritzgießschritt, bei dem der Kabelschuh 10 und der daran anschließenden Abschnitt 14 des elektrischen Leiters 4 mit der Umhausung 16 aus thermoplastischem Polyurethan umspritzt werden, und zwar derart, dass der Teil 17 des Kontaktteils 11 mit der Bohrung 12 freiliegt, der erste und zweite Sockel 18, 24 mit den Kanälen 20, 26 hergestellt werden und einige der weiteren Ausnehmungen 13 mit dem Material der Umhausung 16 durchspritzt werden, während andere der weiteren Ausnehmungen 13 freibleiben.
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Das auf diese Weise hergestellte Bauteil wird anschließend wie in 3b gezeigt in einer zweiten Spritzgießform 84 angeordnet, in der sodann ein zweiter Spritzgießschritt erfolgt, bei dem an die Umhausung 16 das Dichtelement 30 angespritzt wird.
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Durch die zuvor freigebliebenen weiteren Ausnehmungen 13 kann das im zweiten Spritzgießschritt eingespritzte Material auf beide Seiten des Kontaktteils 11 gelangen, ohne dass ein beidseitiges Einspritzen erforderlich ist. Hierdurch wird das Herstellungsverfahren vereinfacht.
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Nach dem zweiten Spritzgießschritt wird zur Fertigstellung des in 1a dargestellten Kontaktelements noch der separat hergestellte Deckel 34 mit dem Halteelement 32 verbunden.
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Die 4a-d zeigen verschiedene Ausführungsbeispiele des Kabelschuhs für verschiedene Ausführungsbeispiele des Kontaktelements.
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4a zeigt den Kabelschuh 10 des Kontaktelements 2 aus 1a. Der Kabelschuh weist einen flachen Verbindungsbereich 9 auf, in dem der Leiter 4 angeschweißt wird, sowie ein flaches Kontaktteil 11 mit der zentralen Bohrung 12 für den Gewindebolzen 46 und den darum angeordneten Ausnehmungen 13 zum Durchspritzen des Dichtelements 30. Bei der Herstellung des Kontaktelements 2 können einige der Ausnehmungen 13 im ersten Spritzgießschritt mit dem Material der Umhausung 16 durchspritzt und so mit dem Material der Umhausung 16 gefüllt werden. Auf diese Weise kann eine bessere Verankerung des Kontaktteils 11 in der Umhausung 16 erreicht werden. Weiterhin können einige der Ausnehmungen wie in Zusammenhang mit 3a-b beschrieben beim ersten Spritzgießschritt freibleiben und im zweiten Spritzgießschritt mit dem Material des Dichtelements 30 durchspritzt werden, wodurch sich die Herstellung des Kontaktelements 2 vereinfachen lässt.
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4b zeigt einen alternativen Kabelschuh 10', der sich vom Kabelschuh 10 nur durch eine andere Form der Ausnehmungen 13' unterscheidet, die in 4b länglich ausgebildet sind, während die Ausnehmungen 13' rund ausgebildet sind.
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4c zeigt einen weiteren alternativen Kabelschuh 10", der sich vom Kabelschuh 10 nur durch eine am Anschlussteil 9" aufgebrachte Kontaktschicht 90 unterscheidet, die die Schweißverbindung zum Leiter 4 verbessert. Die Kontaktschicht 90 kann beispielsweise durch Reibschweißen aufgebracht sein.
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4d zeigt einen weiteren alternativen Kabelschuh 10"', der sich vom Kabelschuh 10 nur dadurch unterscheidet, dass der Verbindungsbereich 9'" für eine Crimpverbindung 92 ausgebildet ist. Zu diesem Zweck sind im Verbindungsbereich 9'" seitliche Crimpflügel vorgesehen, die um die Litzen des Leiters 4 gecrimpt werden.
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Der Kabelschuh 10'" ist nur im abisolierten Teil des elektrischen Leiters 4 mit diesem vercrimpt. Die bei Crimpverbindung normalerweise übliche Isolationsvercrimpung ist bei einem mit dem Kabelschuh 10'" hergestellten Kontaktelement nicht erforderlich, da durch die umspritzte Umhausung eine ausreichende Stabilisierung der Vercrimpung erreicht wird.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102013021409 A1 [0004]
- DE 102014011887 A1 [0014]