DE102018000424A1 - Verfahren zum Betrieb eines Spurwechselassistenten - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Spurwechselassistenten (5) eines Fahrzeuges (2), wobei ein rückwärtiger Verkehr des Fahrzeuges (2) anhand erfasster Signale einer Umgebungssensorik des Fahrzeuges (2) überwacht wird. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass- ein Abstand zwischen dem Fahrzeug (2) und zumindest einem nachfolgenden Fahrzeug (3) sowie eine Geschwindigkeit, eine Beschleunigung und ein Spurwechselverhalten des zumindest einen nachfolgenden Fahrzeuges (3) ermittelt werden und- bei beabsichtigtem Fahrspurwechsel des Fahrzeuges (2) ein Warnhinweis in dem Fahrzeug (2) ausgegeben wird, wenn sich das zumindest eine nachfolgende Fahrzeug (3) dem Fahrzeug (2) mit einer Geschwindigkeit nähert, die um einen vorgegebenen Wert höher ist als eine Geschwindigkeit des Fahrzeuges (2).
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Spurwechselassistenten eines Fahrzeuges, wobei ein rückwärtiger Verkehr des Fahrzeuges anhand erfasster Signale einer Umgebungssensorik des Fahrzeuges überwacht wird.
- Aus der
DE 10 2004 031 771 A1 sind ein Spurwechselassistent für Kraftfahrzeuge und ein Verfahren zum Betrieb eines solchen Spurwechselassistenten bekannt. Der Spurwechselassistent umfasst eine Ortungseinrichtung zur Überwachung eines rückwärtigen Verkehrs, eine Bewertungseinrichtung zur Bewertung der Relevanz der georteten Objekte aufgrund einer Zuordnung zu verschiedenen Spuren der Fahrbahn, eine Sensoreinrichtung zur Erfassung von dynamischen Daten des eigenen Fahrzeuges und eine Berechnungseinrichtung zur Berechnung des Fahrbahnverlaufes anhand von Daten der Sensoreinrichtung. Dabei ist die Bewertungseinrichtung derart ausgebildet, dass die Spurzuordnung auf der Grundlage des berechneten Fahrbahnverlaufes für eine unmittelbar zurückliegende Wegstrecke vorgenommen wird. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zum Betrieb eines Spurwechselassistenten eines Fahrzeuges anzugeben.
- Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
- Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
- Ein Verfahren zum Betrieb eines Spurwechselassistenten eines Fahrzeuges sieht vor, dass ein rückwärtiger Verkehr des Fahrzeuges mittels einer Umgebungssensorik des Fahrzeuges erfasst wird. Erfindungsgemäß werden ein Abstand zwischen dem Fahrzeug und zumindest einem nachfolgenden Fahrzeug sowie eine Geschwindigkeit, eine Beschleunigung und ein Spurwechselverhalten des zumindest einen nachfolgenden Fahrzeuges ermittelt und bei beabsichtigtem Fahrspurwechsel des Fahrzeuges wird ein Warnhinweis in dem Fahrzeug ausgegeben, wenn sich das zumindest eine nachfolgende Fahrzeug dem Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit nähert, die um einen vorgegebenen Wert höher ist als eine Geschwindigkeit des Fahrzeuges.
- Durch Anwendung des Verfahrens kann weitestgehend ausgeschlossen werden, dass das zumindest eine nachfolgende Fahrzeug, welches mit einer höheren Geschwindigkeit fährt als das Fahrzeug, vergleichsweise stark abbremsen muss, um eine Kollision mit dem den Fahrspurwechsel beabsichtigenden Fahrzeug zu vermeiden.
- Zudem wird dadurch, dass der Warnhinweis ausgegeben wird, im Wesentlichen vermieden, dass das Fahrzeug dennoch den Fahrspurwechsel vollzieht und somit das zumindest eine nachfolgende Fahrzeug eine Kollision mit dem Fahrzeug nicht mehr abwenden kann.
- Wird das Verfahren angewendet, kann eine Fahrsicherheit erhöht und ein Verkehrsfluss verbessert werden.
- Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand einer Zeichnung näher erläutert.
- Dabei zeigt die:
-
1 schematisch eine zwei Fahrspuren umfassende Fahrbahn und drei hintereinander fahrende Fahrzeuge. - In der einzigen Figur sind eine zwei Fahrspuren
F1 ,F2 umfassende FahrbahnF und drei Fahrzeuge1 ,2 ,3 dargestellt. - Die beiden Fahrspuren
F1 ,F2 verlaufen in dieselbe Richtung, wobei ein vorausfahrendes Fahrzeug1 und ein Fahrzeug2 hintereinander auf einer rechten FahrspurF1 fahren und ein nachfolgendes Fahrzeug3 auf einer linken FahrspurF2 fährt. - Das Fahrzeug
2 verfügt über eine Umgebungssensorik, die eine Anzahl von im und am Fahrzeug2 angeordneten Erfassungseinheiten4 umfasst. Bei den Erfassungseinheiten handelt es sich insbesondere um lidarbasierte, radarbasierte und/oder ultraschallbasierte Sensoren sowie um zumindest eine Bilderfassungseinheit, also eine Kamera. - Das Fahrzeug
2 weist einen Spurwechselassistenten5 als Fahrerassistenzsystem auf, welches auch als Totwinkelassistent bezeichnet wird. Ein solcher Spurwechselassistent5 dient zur Warnung eines Fahrzeugnutzers vor einer Kollision bei einem beabsichtigten Fahrspurwechsel. Dabei wird der beabsichtigte Fahrspurwechsel insbesondere durch Betätigen eines Fahrtrichtungsanzeigers erfasst, wobei insbesondere anhand erfasster Signale zumindest einer Erfassungseinheit ermittelt wird, ob sich ein Fahrzeug im toten Winkel befindet oder von hinten nähert. - Mittels Erfassungseinheiten
4 , deren Erfassungsbereich hinter und/oder seitlich neben das Fahrzeug2 gerichtet ist, sowie anhand mittels Fahrzeug-zu-Fahrzeugkommunikation übermittelter Informationen in Verbindung mit einer Erfassungseinheit einer globalen Positionsbestimmungseinheit des Fahrzeuges2 der in seiner Umgebung befindlichen Fahrzeuge1 ,3 wird insbesondere ein rückwärtiger Verkehr des Fahrzeuges2 überwacht. - Gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel fährt das Fahrzeug
2 mit einer höheren Geschwindigkeit als das vorausfahrende Fahrzeug1 , so dass das Fahrzeug2 beabsichtigt, das vorausfahrende Fahrzeug1 zu überholen, indem das Fahrzeug2 von der rechten FahrspurF1 auf die linke FahrspurF2 wechselt. - Insbesondere mittels der im Heckbereich des Fahrzeuges
2 angeordneten Erfassungseinheiten4 wird das nachfolgende Fahrzeug3 erfasst, wobei ein Abstand zwischen dem Fahrzeug2 und dem nachfolgenden Fahrzeug3 sowie eine Geschwindigkeit und eine Beschleunigung, also auch eine Verzögerung, anhand der erfassten Signale ermittelt wird. Zudem wird ein Spurwechselverhalten, insbesondere des nachfolgenden Fahrzeuges3 ermittelt. - Anhand der erfassten Signale und übermittelten Informationen wird ermittelt, dass das nachfolgende Fahrzeug
3 mit einer Geschwindigkeit fährt; die höher ist als die Geschwindigkeit des Fahrzeuges2 , wobei die Geschwindigkeit des nachfolgenden Fahrzeuges3 die Geschwindigkeit des Fahrzeuges1 um einen vorgegebenen Wert überschreitet. Das nachfolgende Fahrzeug3 nähert sich dem Fahrzeug1 also mit einer vergleichsweise hohen Geschwindigkeit. - Beabsichtigt das Fahrzeug
2 das vorausfahrende Fahrzeug1 zu überholen und wechselt dazu von der rechten FahrspurF1 auf die linke FahrspurF2 , ist das nachfolgende Fahrzeug3 genötigt, vergleichsweise stark abzubremsen, um eine Kollision zwischen dem Fahrzeug2 und dem nachfolgenden Fahrzeug3 zu vermeiden. - Oder das nachfolgende Fahrzeug
3 fährt mit einer so hohen Geschwindigkeit, dass ein Bremsvorgang des nachfolgenden Fahrzeuges3 nicht ausreicht, um die Kollision zwischen den beiden Fahrzeugen2 ,3 zu vermeiden, so dass die beiden Fahrzeuge2 ,3 bei einem Fahrspurwechsel des Fahrzeuges2 miteinander kollidieren. - Beabsichtigt das Fahrzeug
2 das vorausfahrende Fahrzeug1 zu überholen und betätigt den Fahrtrichtungsanzeiger, wobei ermittelt wurde, dass die momentane Geschwindigkeit des nachfolgenden Fahrzeuges3 die Geschwindigkeit des Fahrzeuges2 um den vorgegebenen Wert überschreitet, wird in dem Fahrzeug2 ein Warnhinweis an den Fahrzeugnutzer ausgegeben. Somit wird der Fahrzeugnutzer über das sich vergleichsweise schnell nähernde nachfolgende Fahrzeug3 informiert und davor gewarnt, von der rechten FahrspurF1 auf die linke FahrspurF2 zu wechseln. - Wird ermittelt, dass eine potentielle Kollisionsgefahr für die beiden Fahrzeuge
2 ,3 besteht, wenn das Fahrzeug2 auf die linke FahrspurF2 wechselt, so wird in Abhängigkeit von einer Fahrleistung des Fahrzeuges2 und einer Fahrpedalbetätigung der Fahrspurwechsel mittels eines Brems- und/oder Lenkeingriffes verhindert, wodurch die Kollision zwischen den beiden Fahrzeugen2 ,3 abgewendet werden kann. - Ist die linke Fahrspur
F2 frei, wobei sich dem Fahrzeug2 das nachfolgende Fahrzeug3 mit verhältnismäßig hoher Differenzgeschwindigkeit nähert und das nachfolgende Fahrzeug3 wechselt bei vergleichsweise geringem Abstand zu dem Fahrzeug2 von der rechten FahrspurF1 auf die linke FahrspurF2 , um das Fahrzeug2 zu überholen, dann kann in Abhängigkeit von der Fahrleistung des Fahrzeuges2 dieses dennoch zum Fahrspurwechsel ansetzen, wenn das nachfolgende Fahrzeug3 dadurch in seiner Fahrt nicht oder nicht zu sehr beeinträchtigt wird. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- vorausfahrendes Fahrzeug
- 2
- Fahrzeug
- 3
- nachfolgendes Fahrzeug
- 4
- Erfassungseinheit
- 5
- Spurwechselassistent
- F
- Fahrbahn
- F1
- rechte Fahrspur
- F2
- linke Fahrspur
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- DE 102004031771 A1 [0002]
Claims (3)
- Verfahren zum Betrieb eines Spurwechselassistenten (5) eines Fahrzeuges (2), wobei ein rückwärtiger Verkehr des Fahrzeuges (2) anhand erfasster Signale einer Umgebungssensorik des Fahrzeuges (2) überwacht wird, dadurch gekennzeichnet, dass - ein Abstand zwischen dem Fahrzeug (2) und zumindest einem nachfolgenden Fahrzeug (3) sowie eine Geschwindigkeit, eine Beschleunigung und ein Spurwechselverhalten des zumindest einen nachfolgenden Fahrzeuges (3) ermittelt werden und - bei beabsichtigtem Fahrspurwechsel des Fahrzeuges (2) ein Warnhinweis in dem Fahrzeug (2) ausgegeben wird, wenn sich das zumindest eine nachfolgende Fahrzeug (3) dem Fahrzeug (2) mit einer Geschwindigkeit nähert, die um einen vorgegebenen Wert höher ist als eine Geschwindigkeit des Fahrzeuges (2).
- Verfahren nach
Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass bei erfasster Kollisionsgefahr zwischen dem Fahrzeug (2) und dem zumindest einen nachfolgenden Fahrzeug (3) der beabsichtigte Fahrspurwechsel mittels eines automatischen Brems- und/oder Lenkeingriffes verhindert wird. - Verfahren nach
Anspruch 1 oder2 , dadurch gekennzeichnet, dass der Warnhinweis optisch, akustisch und/oder haptisch ausgegeben wird.
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|---|---|---|---|
| DE102018000424.5A DE102018000424A1 (de) | 2018-01-19 | 2018-01-19 | Verfahren zum Betrieb eines Spurwechselassistenten |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE102018000424.5A DE102018000424A1 (de) | 2018-01-19 | 2018-01-19 | Verfahren zum Betrieb eines Spurwechselassistenten |
Publications (1)
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| DE102018000424.5A Withdrawn DE102018000424A1 (de) | 2018-01-19 | 2018-01-19 | Verfahren zum Betrieb eines Spurwechselassistenten |
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Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| CN111469847A (zh) * | 2020-04-14 | 2020-07-31 | 宁波吉利汽车研究开发有限公司 | 一种变道路径规划的方法及系统 |
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| DE102004031771A1 (de) | 2004-07-01 | 2006-01-26 | Robert Bosch Gmbh | Spurwechselassistent für Kraftfahrzeuge |
-
2018
- 2018-01-19 DE DE102018000424.5A patent/DE102018000424A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (1)
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