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Die vorliegend beschriebene Erfindung betrifft ein Verfahren zur Anregung des aufsteigenden retikulären Aktivierungssystems einer Person in einem Kraftfahrzeug. Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung, welche dazu ausgebildet ist, ein solches Verfahren durchzuführen.
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Der Betrieb eines Kraftfahrzeugs unterteilt sich in unterschiedliche Automationsstufen. Beispielsweise teilt die „Society of Automobile Engineers“ (SAE) den Betrieb eines Kraftfahrzeugs in sechs Automationsstufen ein. Bei der Automationsstufe 0 findet keine Automation, also Unterstützung eines Fahrers des Kraftfahrzeugs, statt, wobei bei der Automationsstufe 5 ein vollautonomer Betrieb, sprich ein voll-autonomes Fahren ohne jegliches Zutun des Fahrers, realisiert wird.
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Bei den Automationsstufen 0 bis 2 liegt die Fahraufgabe hauptsächlich beim Fahrer selbst. Sollte die Person, die Fahrer des Kraftfahrzeugs sein kann, einen gewissen Müdigkeitslevel überschreiten, kann dies zu einer kritischen Situation im Straßenverkehr führen. Aus dem Stand der Technik sind bereits Fahrerüberwachungseinrichtungen bekannt, welchen den Wachheitszustand des Fahrers überwachen und bei Überschreiten eines bestimmten Müdigkeitslevels ein akustisches und/oder ein visuelles Warnsignal zum Wahrnehmen durch den Fahrer erzeugen.
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Ab einer Automationsstufe von 3 kann der Fahrer des Kraftfahrzeugs verschiedene fahrfremde Tätigkeiten ausführen. Bei der Automationsstufe 3 ist die Anforderung gestellt, dass der Fahrer innerhalb einer bestimmten Zeitspanne die Fahraufgabe übernehmen können muss. Dieses Zeitspanne beträgt etwa 10 Sekunden.
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Die Fahraufgabe kann demnach nur von einem Fahrer ausgeübt beziehungsweise an einen Fahrer zurückgegeben werden, welcher ein gewissen Müdigkeitslevel nicht überschreitet, sodass mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass dieser erfolgreich die Fahraufgabe übernehmen kann und auch anschließend noch für eine bestimmte Zeit fähig ist, das Kraftfahrzeug sicher zu führen. Ein reziprokes Maß für die Müdigkeit ist ein Wachheitslevel.
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Aus dem Stand der Technik sind bereits fahrfremde Unterhaltungsmöglichkeiten bekannt, bei welchem beispielsweise beim pilotierten Fahren ein Spielen von Computerspielen für den Fahrer möglich ist, welcher zusätzlich zu dem Spielen auch Bewegungen entsprechend dem Spielinhalt oder entsprechend dem tatsächlichen Straßenverlauf erfährt.
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Aufgabe der folgenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung aufzuzeigen, mittels welchem bzw. welcher der Müdigkeitslevel einer Person des Kraftfahrzeugs auf einem angemessenem Level gehalten wird, um eine Fahraufgabe in einem Kraftfahrzeug durchzuführen oder übernehmen zu können.
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Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren sowie durch eine Vorrichtung gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst.
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Ein Aspekt der Erfindung ist darin zu sehen, dass das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem (ARAS) einer Person, welche insbesondere ein Fahrer eines Kraftfahrzeugs sein kann, in dem Kraftfahrzeug angeregt wird. Das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem ist für den Wachzustand der Person, insbesondere des Fahrers verantwortlich. Durch Anregung des aufsteigenden retikulären Aktivierungssystems kann dieses positiv beeinflusst werden, sodass die Person auf einem vorbestimmten angemessenen Wachheitslevel gehalten werden kann. Insbesondere kann dieser Wachheitslevel vorsehen, dass der Müdigkeitslevel ausreichend gering ist, so dass die Person als Fahrer des Kraftfahrzeugs eine Fahraufgabe des Kraftfahrzeugs durchführen kann. Insbesondere hat sich herausgestellt, dass dem Zustand der Müdigkeit mittels verschiedener Reize auf verschiedenen Ebenen der Sinneswahrnehmung entgegengewirkt werden kann.
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Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung ist darin zu sehen, dass zumindest eine kraftfahrzeuginterne Vorrichtung ein jeweiliges Reizsignal für einen Geruchssinn und/oder einen Temperatursinn der Person erzeugt, wobei die Vorrichtung eine Intensität des jeweiligen Reizsignals in Abhängigkeit von einem Steuersignal einstellt und das Steuersignal von einer Signalquelle erzeugt wird, die das Steuersignal ohne ein aktives Zutun der Person zeitlich moduliert. Insbesondere ist dadurch keine Bedienung durch die Person notwendig. Insbesondere handelt es sich für die Person um eine nicht voraussagbare Variation des jeweiligen Reizsignals. Beispielsweise kann das Reizsignal zeitlich moduliert sein und sowohl in der Frequenz und/oder in Amplitude variieren. Mit anderen Worten wird der Geruchssinn und/oder der Temperatursinn variabel gereizt. Der Müdigkeitslevel der Person kann derart niedrig gehalten werden, dass die Person die Fahraufgabe durchführen kann.
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Dies hat den Vorteil, dass der physiologisch gemessenen Schläfrigkeit insbesondere durch unterschiedliche Duftstoffe bzw. Variation der Werte der Temperatur entgegengewirkt werden kann. Dadurch kann der Müdigkeitslevel auf einem angemessenen Niveau gehalten werden, sodass insbesondere der Fahrer des Kraftfahrzeugs die Fahraufgabe durchführen kann.
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Beispielsweise ist es möglich, dass unterschiedliche Duftstoffe in unterschiedlicher Intensität zu unterschiedlichen Zeitpunkten in einen Fahrgastinnenraum des Kraftfahrzeugs eingebracht werden können, sodass die Person zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche und unterschiedlich starke Gerüche wahrnehmen kann. Ebenfalls möglich ist, dass alternativ oder additiv eine Temperatur im Fahrgastinnenraum zeitlich moduliert wird. Insbesondere, da die Person das Reizsignal nicht vorhersehen kann, kann somit der entsprechende Sinn, also der Geruchssinn und der Temperatursinn, gereizt werden, wodurch das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem angeregt wird und die Person einen vorgebbaren Müdigkeitslevel nicht übersteigt.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens kann zufällig und/oder in Abhängigkeit von einem Vigilanzsignal einer Fahrerüberwachungseinrichtung des Kraftfahrzeugs das Steuersignal von der Signalquelle erzeugt werden. Bei dem zufälligen Signal kann es sich beispielsweise um ein Rauschsignal handeln. Ebenfalls möglich ist, dass in Abhängigkeit von dem Vigilanzsignal der Fahrerüberwachungseinrichtung das Steuersignal erzeugt wird. Beispielsweise kann hierzu das Kraftfahrzeug eine Lidschlagerkennungseinrichtung aufweisen und abhängig von einem vorbestimmten Schwellwert der Lidschlagerkennung das Steuersignal durch die Signalquelle erzeugt werden. Ebenfalls möglich ist, dass sowohl in Abhängigkeit eines zufälligen Signals und abhängig des Vigilanzsignals das Steuersignal erzeugt wird. Dazu kann beispielsweise das Steuersignal zufällig erzeugt werden und sollte zusätzlich von der Fahrerüberwachungseinrichtung des Kraftfahrzeugs ein entsprechender Müdigkeitslevel, beispielsweise durch Lidschlagerkennung, erkannt werden, ebenfalls das Steuersignal erzeugt werden. Somit kann ohne ein Zutun durch die Person das nicht vorher voraussagbare Reizsignal erzeugt werden. Dadurch kann auf einfache Art und Weise der Geruchssinn und/oder der Temperatursinn der Person stimuliert werden, wodurch das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem angeregt wird, und somit der Müdigkeitslevel der Person unter einem vorgebbaren Level gehalten werden kann.
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Es hat sich weiterhin als vorteilhaft erwiesen, wenn durch die Signalquelle in Abhängigkeit von Mediendaten einer Mediendatei das Steuersignal erzeugt wird. Beispielsweise kann die Mediendatei hierzu Mediendaten für die Vorrichtung beinhalten, die den Geruchssinn und/oder den Temperatursinn der Person reizen. Die Mediendatei enthält also z.B. einen Geruchstrack und/oder einen Temperaturtrack. Insbesondere sind dann die Mediendaten nicht vorhersagbar, so dass auch ein nicht vorhersagbares Reizsignal für die Person erzeugt werden kann. Insbesondere kann mittels der Mediendaten sowohl die Frequenz als auch die Amplitude entsprechend dem Medieninhalt geändert werden. Somit ist ohne ein Zutun der Person ein Reizsignal erzeugbar, sodass abhängig von der Mediendatei ein jeweiliges Reizsignal erzeugt werden kann und somit das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem angeregt werden kann. Des Weiteren kann damit das Fahrerlebnis für die Person im Kraftfahrzeug erhöht werden, da diese Ausführungsform auch einen Unterhaltungscharakter für die Person aufweist, da die Reize an einen Medieninhalt gekoppelt sind.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann mittels der Signalquelle in Abhängigkeit von den Mediendaten ein Bildsignal für eine Anzeigeeinrichtung des Kraftfahrzeugs erzeugt werden. Beispielsweise kann als Anzeigeeinrichtung ein bereits im Kraftfahrzeug verbauter Bildschirm angesehen werden, auf welchem entsprechend des Bildsignals ein Bild zur visuellen Wahrnehmung durch die Person angezeigt werden kann. Ebenfalls möglich ist, dass als Anzeigeeinrichtung eine solche eines Head-up-Displays (Kopf-oben-Anzeige) verwendet wird. Ebenfalls möglich ist die Einbindung einer Virtual-Reality-Brille als Anzeigeeinrichtung in das Kraftfahrzeug. Mittels dieser Ausgestaltungsform kann somit ein weiteres Reizsignal für die Person erzeugt werden, sodass das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem ein weiteres Reizsignal erhält, wodurch die Wahrscheinlichkeit erhöht ist, dass der Fahrer des Kraftfahrzeugs den vorgebbaren Müdigkeitslevel aufweist, bei welchem die Fahraufgabe durchgeführt werden kann.
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Es hat sich weiterhin als vorteilhaft erwiesen, wenn mittels der Signalquelle in Abhängigkeit von den Mediendaten ein Tonsignal für eine Akustikeinrichtung des Kraftfahrzeugs erzeugt wird. Beispielsweise kann als Akustikeinrichtung ein Lautsprecher des Kraftfahrzeugs genutzt werden, beziehungsweise kann über Kopfhörer das Tonsignal an die Person ausgegeben werden. Dadurch können Schallwellen erzeugt werden, welche durch die Person im Kraftfahrzeug wahrgenommen werden können. Dadurch ist ein weiteres Reizsignal erzeugt, wodurch das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem aktiviert wird, und die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, dass der Fahrer des Kraftfahrzeugs den vorgebbaren Müdigkeitslevel aufweist, sodass der Fahrer die Fahraufgabe durchführen kann.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann mittels der Signalquelle in Abhängigkeit von den Mediendaten ein Stellsignal für eine Stelleinrichtung des Kraftfahrzeugs erzeugt werden. Beispielsweise kann es sich bei der Stelleinrichtung um ein aktives Fahrwerk des Kraftfahrzeugs handeln, welches in Abhängigkeit des Stellsignals aktiv angesteuert werden kann. So kann beispielsweise abhängig von den Mediendaten das Fahrwerk bewegt werden, sodass sich die Person beziehungsweise das Kraftfahrzeug mit der darin befindlichen Person ebenfalls bewegt und somit einen taktilen Reiz erfährt. Ebenfalls möglich ist, dass die Stelleinrichtung an einem Sitz, auf welchem sich die Person befindet, angeordnet ist, und somit der Sitz durch die Stelleinrichtung bewegt wird. Dadurch kann ein weiterer Reiz erzeugt werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit erhöht ist, dass sich er Müdigkeitslevel auf dem angemessenem Niveau befindet, sodass der Fahrer des Kraftfahrzeugs die Fahraufgabe durchführen kann.
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Ebenfalls vorteilhaft ist, wenn das Steuersignal durch eine kraftfahrzeugexterne Signalquelle und/oder durch eine kraftfahrzeuginterne Signalquelle erzeugt wird. Beispielsweise kann das Steuersignal über ein Kommunikationsnetzwerk von der kraftfahrzeugexternen Signalquelle an die Vorrichtung gesendet werden. Ebenfalls möglich ist, dass als Signalquelle die kraftfahrzeuginterne Signalquelle genutzt wird, welche beispielsweise eine Abspieleinrichtung für eine auf einem flüchtigen oder dauerhaften Speichermedium gespeicherte Mediendatei sein kann, welche dann die entsprechenden Steuersignale erzeugt. Somit kann beispielsweise ein Film, welcher von dem Speichermedium abgespielt wird, dazu genutzt werden, um das aufsteigenden retikulären Aktivierungssystem mittels Steuersignalen, die mit dem Film auf dem Speichermedium hinterlegt sind, anzuregen. Beispielsweise kann dann der Film sowohl das Bildsignal, als auch das Tonsignal, als auch das Stellsignal, als auch das Steuersignal für die Vorrichtung für den Geruchssinn (Geruchstrack) und/oder den Temperatursinn (Temperaturtrack) beinhalten. Abhängig von dem Film können dann die unterschiedlichen Einrichtungen zum Ausgeben der Reizsignale entsprechend angesteuert werden.
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Dadurch kann das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem beeinflusst werden, aber auch das Filmerlebnis für die Person gesteigert werden. Insbesondere ist vorgesehen, dass die Reizsignale für den Geruchssinn und/oder dem Temperatursinn zu den entsprechenden visuellen, auditiven und taktilen Reizsignalen entsprechend dem Medieninhalt angepasst sind. Beispielsweise kann bei einer visuell dargestellten Winterlandschaft eine kühlere Temperatur erzeugt werden. Bei einem filmisch dargestellten Sturm kann beispielsweise der Luftstrom erhöht werden. Bei einem angezeigten Wald kann beispielsweise ein Waldgeruch erzeugt werden. Ein Filmerlebnis, bei welchem visuelle Reize, auditive Reize, taktile Reize, Reize für den Geruchssinn und Reize für den Temperatursinn erzeugt werden kann auch als fünfdimensionales (5-D) Kino bezeichnet werden.
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Ein anderes Beispiel für eine kraftfahrzeuginterne Signalquelle ist ein Steuergerät.
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Ebenfalls möglich ist, dass beispielsweise das Verfahren auch in einem Autokino angewendet wird, sodass die entsprechende Einrichtung auch durch die kraftfahrzeugexterne Signalquelle, welche durch das Autokino bereitgestellt ist, angesteuert werden kann. Dadurch kann beispielsweise auf einer Leinwand des Autokinos das Bildsignal angezeigt werden und über ein Kommunikationsnetzwerk, beispielsweise ein WLAN-Netz, können die entsprechenden weiteren Steuersignale für den Geruchssinn und/oder den Temperatursinn, sowie das Tonsignal und das Stellsignal an das Kraftfahrzeug weitergegeben werden und im Kraftfahrzeug die weiteren Reizsignale erzeugt werden.
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Es hat sich weiterhin als vorteilhaft erwiesen, wenn die kraftfahrzeuginterne Vorrichtung eine Klimaanlage des Kraftahrzeugs umfasst. Insbesondere kann mittels der Klimaanlage sowohl die Temperatur gesteuert werden, als auch die Klimatisierungsleistung, wie beispielsweise mittels einer Luftströmung, insbesondere eine Geschwindigkeit und/oder eine Richtung der Luftströmung, gesteuert werden. Ebenfalls möglich ist, dass in den Luftstrom dann entsprechende olfaktorische Stoffe, beispielsweise Menthol, eingebracht werden können, welche den Geruchssinn der Person beeinflussen. Dadurch kann sehr einfach durch ein bereits im Kraftfahrzeug verbautes Bauteil das Verfahren durchgeführt werden.
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Es hat sich weiterhin als vorteilhaft erwiesen, wenn das Verfahren beim zumindest semi-autonomen Betrieb des Kraftfahrzeugs durchgeführt wird. Insbesondere kann sich während der Automationsstufe 3 der Fahrer mit fahrfremden Tätigkeiten beschäftigen und beispielsweise einen Film, mit entsprechenden beschriebenen Steuersignalen beziehungsweise Reizsignalen, während des Fahrbetriebs ansehen. Dadurch kann insbesondere beim semi-autonomen Betrieb realisiert werden, dass die Fahraufgabe in einer vorbestimmten Zeitspanne, beispielsweise 10 Sekunden, übernommen werden kann und die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Fahrer den angemessenen Müdigkeitslevel nicht überschreitet, da entsprechende Reizsignale im zumindest semi-autonomen Betrieb erzeugt werden. Ebenfalls möglich ist, dass im zumindest semi-autonomen Betrieb, bevor die Fahraufgabe übernommen werden muss, automatisch entsprechende Reizsignale erzeugt werden, so dass der Müdigkeitslevel vor Fahraufgabenübernahme gesenkt werden kann. Beispielsweise kann drei Minuten vor Fahraufgabenübernahme ein dreiminütiger Film mit den entsprechenden Reizsignalen, insbesondere Reizsignale für den Geruchssinn und/oder den Temperatursinn, erzeugt werden, so dass bei Fahraufgabenübernahme das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem entsprechend angeregt ist.
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Die Erfindung betrifft ebenfalls eine Vorrichtung für ein Kraftfahrzeug, die dazu eingerichtet ist aus einer Signalquelle ein jeweiliges Steuersignal zum Steuern eines Reizsignals für einen Geruchssinn und/oder einen Temperatursinn einer Person zu empfangen, wobei die Vorrichtung eine Intensität des jeweiligen Reizsignals in Abhängigkeit von dem Steuersignal der Signalquelle einstellt. Die Vorrichtung weist dazu gegenständliche Merkmale auf, die die Durchführung des Verfahrens oder eine vorteilhafte Ausführungsform davon ermöglichen.
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Vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind als vorteilhafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung anzusehen. Aus diesem Grund sind die entsprechenden Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung hier nicht noch einmal beschrieben.
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Im Folgenden ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Hierzu zeigt die einzige Figur schematisch eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
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Bei dem im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Bei dem Ausführungsbeispiel stellen die beschriebenen Komponenten der Ausführungsform jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende Merkmale der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren ist die beschriebenen Ausführungsform auch durch weitere der bereits beschriebenen Merkmale der Erfindung ergänzbar.
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In der Fig. sind funktionsgleiche Elemente jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.
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Die Fig. zeigt schematisch eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 15. Die Fig. zeigt eine Signalquelle 1, welche zumindest ein Steuersignal 2a, insbesondere eine Mehrzahl an Steuersignalen 2a-d erzeugt. Im folgenden Beispiel erzeugt die Signalquelle 1 fünf Steuersignale 2a-d. Die Steuersignale 2a-d sind insbesondere in der Intensität I über der Zeit T moduliert. Insbesondere können die Steuersignale 2a-d auch in der Frequenz und in der Amplitude moduliert sein. Insbesondere sind die Steuersignale 2a-d ohne eine Bedienung durch eine Person eines Kraftfahrzeugs 5, insbesondere einem Fahrer des Kraftfahrzeugs 5, erzeugbar und auch durch die Person insbesondere nicht vorhersehbar.
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Insbesondere kann mittels des Steuersignals 2a eine Klimaanlage 3 des Kraftfahrzeugs 5 angesteuert werden, welche insbesondere ein Reizsignal 4 erzeugt. Insbesondere kann das Reizsignal 4 in der Intensität I und zeitlich variabel gestaltet sein. Insbesondere kann mit der Klimaanlage 3 ein Geruchssinn und/oder ein Temperatursinn der Person im Kraftfahrzeug 5 gereizt werden.
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Insbesondere ist vorgesehen, dass mittels der Signalquelle 1 ein Bildsignal 2b für eine Anzeigeeinrichtung 6 des Kraftfahrzeugs 5 erzeugt wird. Beispielsweise kann die Anzeigeeinrichtung 6 ein Bildschirm im Kraftfahrzeug 5 sein beziehungsweise kann als Anzeigeeinrichtung 6 auch eine Virtual-Realtiy-Brille genutzt werden. Ebenfalls möglich ist, dass eine kraftfahrzeugexterne Anzeigeeinrichtung 6, beispielsweise eine Kinoleinwand eines Autokinos, ein Bild für ein Auge 7 der Person als Reizsignal 4 erzeugt.
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Weiterhin möglich ist, dass ein Tonsignal 2c als Steuersignal 2a-d bereitgestellt wird und über eine Akustikeinrichtung 8 an ein Ohr 9 der Person ausgegeben wird. Insbesondere kann dies mittels Schallwellen durchgeführt werden. Beispielsweise kann es sich bei der Akustikeinrichtung 8 um zumindest einen Lautsprecher des Kraftfahrzeugs 5 handeln beziehungsweise kann es sich bei Akustikeinrichtung 8 um Kopfhörer handeln.
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Ein weiteres Reizsignal 4 kann mittels einer ersten Stelleinrichtung 10 des Kraftfahrzeugs 5 erzeugt werden. Beispielsweise kann hierzu die Stelleinrichtung 10 an einem Sitz 11 des Kraftfahrzeugs 5 angeordnet sein. Mittels der Stelleinrichtung 10 kann dann der Sitz 11 bewegt werden. Entsprechend eines Stellsignals 2d kann dann mittels der Stelleinrichtung 10 der Sitz 11 bewegt werden, sodass ein taktiles Reizsignal 4 für die Person, die sich auf dem Sitz 11 befindet, erzeugt wird.
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Ebenfalls möglich ist, dass das Stellsignal 2d für eine weitere Stelleinrichtung 12 erzeugt wird. Die weitere Stelleinrichtung 12 kann beispielsweise ein aktives Fahrwerk 13 des Kraftfahrzeugs 5 beeinflussen und bewegen. Beispielsweise kann dann das aktive Fahrwerk 13 entsprechend dem Stellsignal 2d gesteuert werden, sodass ein Reizsignal 4 als aktive Bewegung des Kraftfahrzeugs 5 durch die Person wahrgenommen werden kann.
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Die Signalquelle 1 erzeugt die Steuersignale 2a-d anhand von Daten 14. Die Daten 14 können beispielsweise zufällig in Form eines Rauschsignals bereitgestellt werden, beziehungsweise kann auch abhängig von einem Vigilanzsignal einer Fahrerüberwachungseinrichtung des Kraftfahrzeugs 5 die Steuersignale 2a-d erzeugt werden. Beispielweise kann es sich bei der Fahrerüberwachungseinrichtung um eine Lidschlagerkennung handeln welche anhand des Lidschlags der Person erkennt, welchen Müdigkeitslevel die Person aufweist.
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Ebenfalls möglich ist, dass es sich bei den Daten 14 um Mediendaten 14 einer Mediendatei handelt die auf einem flüchtigen oder nichtflüchtigen Speichermedium hinterlegt sind, und aus der Mediendatei die Steuersignale 2a-d von der Signalquelle 1 erzeugt werden. Beispielsweise kann hierzu ein Film mit den unterschiedlichen Steuersignalen 2a-d bereitgestellt werden. Durch die unterschiedlichen Reizsignale 4, welche zum Wahrnehmen durch die Person aus den Steuersignalen 2a-d erzeugt werden, kann dann die Person insbesondere unterhalb eines vorbestimmten Müdigkeitslevels gehalten werden, sodass die Person die Fahraufgabe entsprechend durchführen kann. Beispielsweise kann bei einer visuell dargestellten Winterlandschaft eine kühlere Temperatur als Reizsignal 4 erzeugt werden. Bei einem filmisch dargestellten Sturm kann beispielsweise der Luftstrom als Reizsignal 4 erhöht werden. Bei einem angezeigten Wald kann beispielsweise ein Waldgeruch als Reizsignal 4 erzeugt werden.
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Des Weiteren kann somit der Person, insbesondere bei einem zumindest semi-autonomen Betrieb des Kraftfahrzeugs 5, wobei die Person insbesondere der Fahrer des Kraftfahrzeugs 5 sein kann, eine Unterhaltung während des zumindest semi-autonomen Fahrbetriebs bereitgestellt werden, sodass dieser sehr intensiv (mit mehreren Sinnen) das Unterhaltungsmedium wahrnehmen kann und gleichzeitig auf einem entsprechend niedrigen Müdigkeitslevel gehalten werden kann, um die Fahraufgabe durchzuführen beziehungsweise um die Fahraufgabe in einer vorbestimmten Zeitspanne übernehmen zu können. Dadurch kann insbesondere beim semi-autonomen Betrieb des Kraftfahrzeugs 5 realisiert werden, dass das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem während des Fahrbetriebs des Kraftfahrzeugs 5 angeregt und positiv beeinflusst wird. Dadurch kann die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht werden.
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Insbesondere kann bei einem Erzeugen von Reizsignalen 4 für der Sehsinn, für den Hörsinn, für den Tastsinn, für den Riechsinn und für den Temperatursinn ein fünfdimensionales (5-D) Filmerlebnis geschaffen werden, mittels welchem gleichzeitig das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem positiv beeinflusst wird. Dieses fünfdimensionale Filmerlebnis kann auch als 5-D Kino im Kraftfahrzeug bezeichnet werden.
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Insbesondere kann auch vorgesehen sein, dass die Reizsignale 4 auch während eines Besuchs in einem Autokino mit dem Kraftfahrzeug 5 erzeugt werden können. Beispielsweise können dann die Daten 14 durch eine kraftfahrzeugexterne Signalquelle 1, beispielsweise über ein Kommunikationsnetzwerk, beispielsweise WLAN, und die Steuersignale 2a-d bereitgestellt werden. Ebenfalls möglich ist, dass dann die Anzeigeeinrichtung 6 durch eine kraftfahrzeugexterne Anzeigeeinrichtung 6 bereitgestellt wird, beispielsweise durch eine Kinoleinwand. Dadurch kann das Verfahren neben der Anregung des aufsteigenden retikulären Aktivierungssystems der Person im Kraftfahrzeug 5 während eines Fahrbetriebs auch abseits des Fahrbetriebs genutzt werden, wodurch eine erhöhte Funktionalität der Vorrichtung 15 realisiert werden kann.
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Insbesondere kann mittels des Verfahrens somit sowohl der Tastsinn, als auch der Geruchssinn, als auch der Temperatursinn, als auch der Sehsinn, als auch der Hörsinn der Person angeregt werden, wodurch insgesamt das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem positiv beeinflusst wird, so dass der Müdigkeitslevel auf einen angemessenen Niveau gehalten werden kann, so dass die Person, insbesondere der Fahrer des Kraftfahrzeugs 5, das Kraftfahrzeug 5 entsprechend sicher führen kann.
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Ebenfalls möglich ist, dass beispielsweise aus den Daten 14 kurz vor einer möglichen Übernahme der Fahraufgabe durch den Fahrer beim zumindest semi-autonomen Betrieb des Kraftfahrzeugs 5 entsprechende Steuersignale 2a-d, insbesondere als Film mit den unterschiedlichen Reizsignalen 4, automatisch erzeugt werden. Beispielsweise kann dann ein Kurzfilm drei Minuten vor möglicher Fahrübernahme automatisch ablaufen, welcher die Reizsignale 4 erzeugt, wodurch insbesondere das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem des Fahrers des Kraftfahrzeugs 5 vor Fahraufgabenübernahme gereizt wird und somit der Müdigkeitslevel vor Fahraufgabenübernahme gesenkt wird.
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Insgesamt zeigt das Beispiel, wie durch die Erfindung sowohl das aufsteigende retikuläre Aktivierungssystem der Person des Kraftfahrzeugs 5 angeregt werden kann, als auch wie ein 5 D-Kino, sowohl in klassischer als auch bei automatisierter Fahrt, bereitgestellt werden kann.