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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Testsystem zum Testen einer Steuerungseinheit eines Systems und ein Verfahren zum Testen einer Steuerungseinheit eines Systems.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Beim Herstellen eines Systems, wie beispielsweise einem Flugzeug, ist es erforderlich, eine Steuerungseinheit des Systems zu testen, um eine Funktionalität der Steuerungseinheit sicherzustellen.
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Insbesondere bei komplexen Systemen, wie beispielsweise einer Steuerkanzel eines Flugzeugs sind zum Testen bzw. zum Prüfen sämtlicher Konfigurationen bzw. Funktionen der Steuerkanzel zahlreiche Einstellvorgänge nötig.
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Unter Verwendung von Technikern, die jeweilige Steuerungselemente zum Einstellen jeweiliger Konfigurationen manuell bzw. selbstständig identifizieren und einstellen müssen, ist ein Prüfverfahren für eine solches System sehr zeitaufwendig.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Es besteht daher ein Bedarf, einen Ablauf zum Testen von Steuerungseinheiten weiter zu verbessern und zu beschleunigen.
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Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche gelöst; weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen enthalten.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung ist ein Testsystem zum Testen einer Steuerungseinheit eines Systems vorgesehen. Das Testsystem umfasst einen Verwaltungsserver, der zum Bereitstellen von vorgegebenen Testanweisungen konfiguriert ist. Weiterhin umfasst das Testsystem ein Kontrollsystem, das zum Umwandeln von durch den Verwaltungsserver bereitgestellten Testanweisungen in Bedienungsanweisungen zum Einstellen einer Testkonfiguration an einer Steuerungseinheit eines Systems unter Verwendung einer vorgegebenen Zuordnungslogik konfiguriert ist. Weiterhin ist das Kontrollsystem dazu konfiguriert, Bedienanweisungen zum Einstellen der Testkonfiguration in Teilanweisungen zum Einstellen einer Teilkonfiguration an der Steuerungseinheit aufzuteilen und die Teilanweisungen zeitlich und/oder logisch einzuteilen und dadurch zeitlich und/oder logisch untereinander zu koordinieren. Weiterhin ist das Kontrollsystem dazu konfiguriert, die Teilanweisungen gemäß ihrer zeitlichen und/oder logischen Einteilung an eine Anzahl Ausgabeeinheiten zu übermitteln. Weiterhin umfasst das Testsystem eine Anzahl Ausgabeeinheiten. Es ist vorgesehen, dass jeweilige Ausgabeeinheiten der Anzahl Ausgabeeinheiten dazu konfiguriert sind, die durch das Kontrollsystem übermittelten Teilanweisungen auszugeben, um einer Anzahl Techniker eine zeitlich und/oder logisch untereinander koordinierte Einstellung der Testkonfiguration an der Steuerungseinheit des Systems zu ermöglichen.
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Der Begriff „Testanweisung“ bezieht sich auf Abläufe, d. h. zeitliche und/oder logische Abfolgen zum Einstellen mindestens einer Testkonfiguration an einer Steuerungseinheit.
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Der Begriff „Testkonfiguration“ bezieht sich auf eine konkrete Konfiguration, d. h. einen konkreten Zustand von Steuerungselementen einer Steuerungseinheit bzw. eine Abfolge verschiedener Zustände von Steuerungselementen einer Steuerungseinheit über die Zeit hinweg.
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Der Begriff „Bedienungsanweisung“ bezieht sich auf Angaben zur Durchführung einer Einstellung jeweiliger Steuerungselemente einer Steuerungseinheit.
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Der Begriff „Teilanweisung“ bezieh sich auf einen Teil einer Bedienanweisung, der zur Ausgabe auf einer jeweiligen Ausgabeeinheit vorgesehen ist.
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Der Begriff „Zuordnungslogik“ bezieht sich auf Anweisungen zum Überführen von Testanweisungen in Bedienungsanweisungen. Beispielsweise umfasst eine Zuordnungslogik Anweisungen zum Überführen bzw. Umwandeln von Testanweisungen in Bedienungsanweisungen, wobei die Bedienungsanweisungen Angaben zum Erkennen mindestens eines Steuerungselements umfassen, mittels dessen bzw. mittels derer eine den Testanweisungen entsprechende Testkonfiguration an einer Steuerungseinheit einzustellen ist.
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Das Einstellen einer Testkonfiguration an einer Steuerungseinheit wird zum Beispiel durchgeführt, um eine Funktion der Steuerungseinheit und/oder eine Funktion eines durch die Steuerungseinheit gesteuerten Systems in Reaktion auf das Einstellen der Testkonfiguration zu überprüfen. Zum Überprüfen eines Systems und/oder einer Testkonfiguration umfasst das Testsystem in einem Beispiel eine Systemschnittstelle, die dazu konfiguriert ist, das System in Abhängigkeit von durch den Verwaltungsserver vorgegebenen Testanweisungen einzustellen, einen Zustand des Systems zu erfassen und den erfassten Zustand des Systems an den Verwaltungsserver zu übermitteln. Hierbei ist der Verwaltungsserver weiterhin dazu konfiguriert, unter Verwendung des durch die Systemschnittstelle erfassten Zustands des Systems die an der Steuerungseinheit eingestellte Testkonfiguration zu überprüfen, indem beispielsweise der durch die Systemschnittstelle erfasste Zustand des Systems mit einem für die eingestellte Testkonfiguration vorgegebenen Sollzustand des Systems abgeglichen wird.
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In einem Beispiel ist vorgesehen, dass jeweilige Ausgabeeinheiten der Anzahl Ausgabeeinheiten mindestens einen Sensor und einen Prozessor umfassen, wobei der Prozessor dazu konfiguriert ist, eine Durchführung eines Einstellvorgangs durch einen einer jeweiligen Ausgabeeinheit zugeordneten Techniker und/oder einen der jeweiligen Ausgabeeinheit zugeordneten Roboter unter Verwendung des mindestens einen Sensors zu erfassen, zu protokollieren und an das Kontrollsystem zurückzumelden.
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In einem Beispiel umfassen die Bedienanweisungen Informationen zur Orientierung auf der Steuerungseinheit und/oder Hinweise zum Bedienen mindestens eines Steuerungselements der Steuerungseinheit.
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In einem weiteren Beispiel ist zumindest ein Teil der Anzahl Ausgabeeinheiten als Datenbrillen ausgestaltet. Weiterhin ist vorgesehen, dass jeweilige den Bedienungsanweisungen entsprechende Teilanweisungen Steuerbefehle umfassen, die die jeweiligen Ausgabeeinheiten dazu konfigurieren, der Testkonfiguration entsprechende Steuerungselemente auf der Steuerungseinheit zu erkennen und zeitlich und/oder logisch koordiniert zu markieren.
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In einem Beispiel ist das Kontrollsystem dazu konfiguriert, die Bedienanweisungen dynamisch in Abhängigkeit freier Ausgabeeinheiten und/oder Roboter in eine Anzahl Teilanweisungen automatisch aufzuteilen und die Anzahl Teilanweisungen in Abhängigkeit jeweiliger Spezifikationen der Ausgabeeinheiten und/oder Roboter auf die Ausgabeeinheiten und/oder Roboter automatisch und dynamisch zu verteilen.
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In einem anderen Beispiel ist das Kontrollsystem dazu konfiguriert, die Bedienanweisungen gemäß vorgegebener zeitlicher und/oder logischer Angaben in eine Anzahl Teilanweisungen aufzuteilen.
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In einem Beispiel umfasst das Testsystem mindestens eine Benutzerschnittstelle. Die mindestens eine Benutzerschnittstelle kann dazu konfiguriert sein, von der Ausgabeeinheit und/oder dem Verwaltungsserver übertragene Informationen als Zwischenstation zu empfangen und auf einer Ausgabeeinheit auszugeben und/oder zu editieren.
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Mittels einer Benutzerschnittstelle kann ein Techniker einen automatisch oder semi-automatisch ablaufenden Test, der unter Verwendung des Testsystems abläuft, überwachen und ggf. verändern.
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Gemäß der Erfindung ist weiterhin ein Verfahren zum Testen einer Steuerungseinheit eines Systems mittels eines Testsystems vorgesehen. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
- a) Bereitstellen von vorgegebenen Testanweisungen durch einen Verwaltungsserver;
- b) Umwandeln der durch den Verwaltungsserver bereitgestellten Testanweisungen in Bedienungsanweisungen zum Einstellen einer Testkonfiguration an einer Steuerungseinheit eines Systems unter Verwendung einer vorgegebenen Zuordnungslogik durch ein Kontrollsystem;
- c) Einteilen der Bedienanweisungen in zeitliche und/oder logische Teilanweisungen;
- d) Übermitteln der Teilanweisungen an eine Anzahl Ausgabeeinheiten in Abhängigkeit der in Schritt c) vorgenommenen zeitlichen und/oder logischen Einteilung;
- d) Einstellen der Testkonfiguration an der Steuerungseinheit in Abhängigkeit von durch den Verwaltungsserver vorgegebenen Testanweisungen durch die Ausgabeeinheit.
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Gemäß einem Beispiel umfasst das Verfahren weiterhin die Schritte:
- e) Erfassen und Weiterleiten eines Zustands des Systems an den Verwaltungsserver durch eine Systemschnittstelle, in Reaktion auf das Einstellen der Testkonfiguration an der Steuerungseinheit;
- f) Überprüfen der an der Steuerungseinheit eingestellten Testkonfiguration unter Verwendung des durch die Systemschnittstelle erfassten Zustands des Systems durch den Verwaltungsserver.
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Die vorliegende Erfindung dient insbesondere zum koordinierten Versorgen von Ausgabeeinheiten mit Bedienungsanweisungen um Testanweisungen eines Tests an einem System durchzuführen. Dazu ist eine Kontrolleinheit vorgesehen, die die Testanweisungen in Teilanweisungen gliedert und jeweiligen Ausgabeeinheiten zeitlich und/oder logisch koordiniert, d. h. zeitlich und/oder logisch aufeinander abgestimmt, übermittelt. Zum Gliedern der vorgegebenen Testanweisungen in die Teilanweisungen kann die Kontrolleinheit ein vorgegebenes Schema verwenden oder dynamisch in Abhängigkeit eines aktuellen Zustands und/oder in Abhängigkeit von Eigenschaften jeweiliger Ausgabeeinheiten eine Zuteilung bzw. Aufteilung vornehmen.
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Diese und weitere Aspekte der vorliegenden Erfindung werden unter Bezugnahme und mit Verweis auf die im Folgenden beschriebenen Ausführungen ersichtlich.
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Figurenliste
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Beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden unter Bezugnahme auf die folgenden Zeichnungen beschrieben. In den Zeichnungen sind gleiche Merkmale durch gleiche Bezugszeichen gekennzeichnet.
- 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Beispiels eines Testsystems.
- 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Beispiels eines Testsystems mit einer Vielzahl Ausgabeeinheiten.
- 3 zeigt eine schematische Darstellung eines Beispiels eines Testsystems mit einer Systemschnittstelle und einer Benutzerschnittstelle.
- 4 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausgabe von Teilanweisungen mittels einer Ausgabeeinheit.
- 5 zeigt eine schematische Darstellung eines Beispiels eines Verfahrens zum Testen einer Steuerungseinheit eines Systems mittels eines Beispiels eines Testsystems.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSFORMEN
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1 zeigt ein Testsystem 100 mit einem Verwaltungsserver 101, der mit einem Kontrollsystem 103 in kommunikativer Verbindung steht, wie durch Pfeil 105 angedeutet. Der Verwaltungsserver 101 kann mit dem Kontrollsystem 103 beispielsweise über eine drahtgebundene oder eine drahtlose Kommunikationsschnittstelle verbunden sein.
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Dem Verwaltungsserver 101 werden von einer Quelle, wie beispielsweise einer Datenbank oder einem Techniker, Testanweisungen, beispielsweise sogenannte „Ground Testing Instructions“ bereitgestellt. Die Testanweisungen können beispielsweise Informationen darüber umfassen, welche Steuerungselemente an einer Steuerungseinheit 109 eines Systems 111, in diesem Falle eines Flugzeugs in welcher Reihenfolge mit welchen Parametern für eine jeweilige Testkonfiguration einzustellen sind.
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Der Verwaltungsserver 101 übermittelt jeweilige von der Quelle bereitgestellte Testanweisungen an das Kontrollsystem 103.
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Das Kontrollsystem 103 wandelt die durch den Verwaltungsserver 101 übermittelten Testanweisungen in Bedienungsanweisungen zum Einstellen von Steuerungselementen an der Steuerungseinheit 109 gemäß der Testkonfiguration um. Dazu verwendet das Kontrollsystem eine vorgegebene Zuordnungslogik und ordnet jeweiligen Testanweisungen entsprechende Bedienungsanweisungen zu.
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Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass das Kontrollsystem 103 einer Testanweisung „Steuerungseinheit einschalten“ eine Bedienungsanweisung zuordnet, die einen Steuerbefehl umfasst, der bewirkt, dass eine Ausgabeeinheit 107, die beispielweise als Datenbrille ausgestaltet sein kann, dazu konfiguriert wird, ein Steuerungselement, mittels dessen die Steuerungseinheit 109 einzuschalten ist, zu erkennen und zu markiert, d. h. beispielsweise farblich hervorgehoben darzustellen. Entsprechend kann ein die Ausgabeeinheit 107 verwendender Techniker das Steuerungselement schnell als solches erkennen und gemäß der Bedienanweisungen, die bspw. als Zusatzinformation auf der Ausgabeeinheit 107 dargestellt werden, einstellen.
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Das Kontrollsystem 103 kann mit der Ausgabeeinheit 107 über eine drahtgebundene oder eine drahtlose Kommunikationsverbindung, wie durch Pfeil 113 angedeutet, kommunizieren.
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2 zeigt ein Testsystem 200. Das Testsystem 200 basiert auf dem Testsystem 100, umfasst jedoch zusätzlich eine Ausgabeeinheit 115 und einen Roboter 117.
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Bei der Verwendung einer Vielzahl von Ausgabeeinheiten 107, 115 kann das Kontrollsystem 103 dazu konfiguriert sein, verschiedene Bedienungsanweisungen zwischen jeweiligen Ausgabeeinheiten 107, 115 und Ausführungsinstanzen, wie dem Roboter 117 zu koordinieren, d. h. jeweilige Bedienungsanweisungen zeitlich und/oder logisch in Teilanweisungen für jeweilige Ausgabeeinheiten 107,115 bzw. den Roboter 117 aufzuteilen und die jeweiligen Teilanweisungen an die jeweiligen Ausgabeeinheiten 107,115 bzw. den Roboter 117 zeitlich und/oder logisch aufeinander abgestimmt zu übermitteln, wie durch Pfeile 121 angedeutet. Dazu kann vorgesehen sein, dass jeweilige Teilanweisungen einer Bedienungsanweisung von dem Kontrollsystem 103 in einer Sequenz auf die Ausgabeeinheiten 107,115 bzw. den Roboter 117 aufgeteilt werden, so dass die Ausgabeeinheiten 107,115 verwendende Techniker und ggf. der Roboter 117, 115 gemeinsam sowie zeitlich und/oder logisch aufeinander abgestimmt eine oder mehrere Testkonfigurationen an der Steuerungseinheit 109 einstellen.
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Um jeweilige Teilanweisungen für jeweilige Ausgabeeinheiten 107,115 bzw. den Roboter 117 aufeinander abzustimmen, kann das Kontrollsystem 103 die Bedienungsanweisungen gemäß einem vorgegebenen Schema den Ausgabeeinheiten 107,115 bzw. dem Roboter 117 zuordnen. Alternativ kann das Kontrollsystem 103 die Bedienungsanweisungen dynamisch, beispielsweise in Abhängigkeit einer aktuellen Verfügbarkeit und/oder jeweiliger Eigenschaften der Ausgabeeinheiten 107,115 bzw. des Roboters 117 auf die Ausgabeeinheiten 107,115 bzw. den Roboter 117 aufteilen bzw. verteilen. Dazu kann das Kontrollsystem 103 beispielweise eine Liste von Eigenschaften der die Ausgabeeinheiten 107, 115 bzw. von jeweiligen Eigenschaften von die Ausgabeeinheiten 107,115 verwendenden Technikern und von Eigenschaften des Roboters 117 verwenden, in der Eigenschaften, wie beispielweise verwendbare Werkzeuge, Reichweite und/oder ein Status der die Ausgabeeinheiten 107,115 verwendenden Techniker hinterlegt sind.
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Beispielsweise können Bedienungsanweisungen und entsprechende Teilanweisungen Steuerbefehle zur Orientierung beim Einstellen einer Testkonfiguration an der Steuerungseinheit 109 umfassen. Dies bedeutet, dass die Bedienungsanweisungen beispielsweise Informationen über eine Form und/oder eine Funktion eines jeweiligen Steuerungselements umfassen können.
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Weiterhin können die Bedienungsanweisungen beispielweise Informationen darüber umfassen, an welcher Position, beispielsweise an welcher Koordinate in einem Raumkoordinatensystem, ein jeweiliges Steuerungselement an der Steuerungseinheit 109 zu finden ist bzw. auf welche Position ein Steuerungselement gemäß einer jeweiligen Testkonfiguration einzustellen ist.
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Weiterhin können die Bedienungsanweisungen beispielsweise Informationen über ein digitales Modell der Steuerungseinheit 109 und/oder des Systems 111 umfassen. Entsprechend kann beispielsweise vorgesehen sein, dass Informationen einer mittels eines hier nicht dargestellten Sensors erfassten Umgebung mit dem digitalen Modell abgeglichen werden, um jeweilige Steuerungselemente zu erkennen und einzustellen.
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Das Testsystem 200 dient insbesondere zum Überprüfen eines Flugzeugs in einem Bodentest nach einer Endfertigung und zur Reduktion von manuell durch einen oder mehrere Techniker durchzuführenden Überprüfungsschritten.
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In einem Beispiel kann vorgesehen sein, dass die Ausgabeeinheiten 107,115 und der Roboter 117 untereinander über drahtlose Kommunikationsschnittstellen und/oder drahtgebundene Kommunikationsschnittstellen Informationen austauschen. Entsprechend können sich die Ausgabeeinheiten 107,115 und der Roboter 117 untereinander zeitlich und/oder logisch synchronisieren.
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3 zeigt ein Testsystem 300. Das Testsystem 300 basiert auf dem Testsystem 100 und umfasst zusätzlich eine Systemschnittstelle 201 sowie eine Benutzerschnittstelle 301 Die Systemschnittstelle 201 ist hier als Teil des Verwaltungsservers 101 ausgestaltet. Die Systemschnittstelle 201 kann jedoch auch als separate Einheit oder als Teil des Kontrollsystems 103 ausgestaltet sein.
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Die Systemschnittstelle 201 steht mit dem Flugzeug 111 in kommunikativer Verbindung, wie durch Pfeil 203 angedeutet. Dazu kann die Systemschnittstelle 201 drahtgebunden oder drahtlos mit dem Flugzeug 111 Daten austauschen.
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Beispielsweise dient die Systemschnittstelle 201 dazu, einen Zustand an dem Flugzeug 111 einzustellen und/oder zu erfassen. Dazu kann die Systemschnittstelle beispielsweise auf Steuergeräte das Flugzeugs 111 zugreifen.
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Die Systemschnittstelle 201 kann beispielsweise als sogenannter „digital equipment simulator“ ausgestaltet sein.
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Um eine jeweilige an der Steuerungseinheit 109 eingestellte Testkonfiguration zu überprüfen, kann die Systemschnittstelle 201 einen vorgegebenen Zustand an dem Flugzeug 111 einstellen und/oder einen aktuellen Zustand des Flugzeugs 111 auslesen und an den Verwaltungsserver 101 übermitteln. Anhand von an den Verwaltungsserver 101 übermittelten Informationen über einen Zustand des Flugzeugs 111 kann der Verwaltungsserver 101 die aktuelle Testkonfiguration der Steuerungseinheit 109, die beispielsweise eine Steuertafel bzw. ein „Cockpit“ des Flugzeugs 111 sein kann, mit dem Zustand des Flugzeugs 111 abgleichen und dadurch eine Funktion der aktuell an der Steuerungseinheit 109 eingestellten Testkonfiguration überprüfen.
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Durch die Systemschnittstelle 201 kann eine Wechselwirkung zwischen dem Flugzeug 111 und der Steuerungseinheit 109 erfasst werden.
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Die Benutzerschnittstelle 301 kann beispielsweise als mobile Recheneinheit oder als stationäres System ausgestaltet sein. Selbstverständlich kann die Benutzerschnittstelle 301 auch in den Verwaltungsserver 101 oder das Kontrollsystem 103 integriert sein.
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Die Benutzerschnittstelle 301 kann mit der Ausgabeeinheit 107 drahtgebunden oder drahtlos in kommunikativer Verbindung stehen, wie durch Pfeil 303 angedeutet.
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Durch eine Kommunikationsverbindung zwischen der Benutzerschnittstelle 301 und der Ausgabeeinheit 107 kann ein aktueller Zustand, wie beispielsweise eine der Ausgabeeinheit 107 aktuell zugeordnete Bedienungsanweisung unter Verwendung der Benutzerschnittstelle 301 einem Nutzer, wie beispielsweise einem Techniker dargestellt und/oder von dem Nutzer editiert werden.
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Durch eine Kommunikationsverbindung zwischen der Benutzerschnittstelle 301 und dem Verwaltungsserver 101 kann eine aktuelle Testanweisung mittels der Benutzerschnittstelle 301 einem Nutzer, wie beispielsweise einem Techniker dargestellt und/oder von dem Nutzer editiert werden.
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Weiterhin kann durch eine Kommunikationsverbindung zwischen der Benutzerschnittstelle 301 und dem Verwaltungsserver 101 unter Verwendung der Systemschnittstelle 210 ein Zustand des Flugzeugs 111 dargestellt und/oder editiert werden.
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Durch eine Kommunikationsverbindung zwischen der Benutzerschnittstelle 301 und dem Kontrollsystem 103 können durch das Kontrollsystem 103 vorgenommene Umwandlungen von Testanweisungen in Bedienungsanweisungen und/oder durch das Kontrollsystem 103 vorgenommene Zuordnungen jeweiliger Teilanweisungen zu jeweiligen Ausgabeeinheiten 107 mittels der Benutzerschnittstelle 301 einem Nutzer, wie beispielsweise einem Techniker dargestellt und/oder von dem Nutzer editiert werden.
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Die Benutzerschnittstelle 301 kann mit einer Vielzahl an Testsystemen bzw. einer Vielzahl von Ausgabeeinheiten und/oder einer Vielzahl von Verwaltungsservern und/oder einer Vielzahl von Kontrollsystemen in kommunikativer Verbindung stehen, um einem Nutzer eine zentrale Überwachung und/oder Steuerung einer Vielzahl von Testprozeduren für beispielsweise eine Vielzahl von Systemen zu ermöglichen.
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4 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausgabe von Teilanweisungen mittels einer Ausgabeeinheit aus einer Techniker-Perspektive. Dies bedeutet, dass die in 4 dargestellte Szene auf der Ausgabeeinheit dargestellt wird. Dazu erfasst die Ausgabeeinheit eine reale Szene, d. h. die Steuerkanzel 400 mittels eines Sensors und stellt diese auf einer Ausgabeeinheit dar. Überlagernd zu den mittels des Sensors aufgenommenen Informationen werden auf der Ausgabeeinheit Informationen dargestellt, die gemäß jeweiligen Bedienungsanweisungen Steuerungselemente betreffen, die eingestellt bzw. abgelesen werden sollen. In dem in 4 dargestellten Beispiel sind die Steuerungselemente 401, 403 und 405 hervorgehoben dargestellt, wobei die Steuerungselemente 401, 403 und 405 jeweils in unterschiedlichen Farben hervorgehoben werden.
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In einem Beispiel werden die Steuerungselemente 401 als Teilanweisung auf einer ersten Ausgabeeinheit, die Steuerungselemente 403 als Teilanweisung auf einer zweiten Ausgabeeinheit und die Steuerungselemente 405 als Teilanweisung auf einer dritten Ausgabeeinheit dargestellt. In diesem Fall können die Steuerungselemente 401 auf der ersten Ausgabeeinheit zeitlich vor den Steuerungselementen 405 auf der dritten Ausgabeeinheit dargestellt werden, so dass ein die erste Ausgabeeinheit verwendender Techniker zuerst die Steuerungselemente 401 einstellen wird und ein die dritte Ausgabeeinheit verwendender Techniker zeitlich nachfolgend die Steuerungselemente 405 einstellen wird. Entsprechend agieren der die ersten Ausgabeeinheit 401 verwendende Techniker und der die dritte Ausgabeeinheit 405 verwendende Techniker in einer zeitlich exakt abgestimmten Sequenz und führen eine komplexe Steueroperation aus, die bspw. einem einzelnen Techniker nicht möglich ist.
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In einem Beispiel ist vorgesehen, dass die Steuerungselemente 405 auf der dritten Ausgabeeinheit erst bzw. nur dann hervorgehoben dargestellt bzw. markiert werden, wenn die Steuerungselemente 401 von dem die erste Ausgabeeinheit verwendenden Techniker entsprechend seiner jeweiligen Teilanweisungen eingestellt wurden. Dazu kann ein Kontrollsystem, das die Teilanweisungen an die Ausgabeeinheiten übermittelt bspw. dazu konfiguriert sein, jeweilige Teilanweisungen für jeweilige Ausgabeeinheit nur dann zu übertragen, wenn ein gemäß einer vorgegebenen Reihenfolge jeweils vorausgegangener Schritt bestätigt wurde. Eine entsprechende Bestätigung kann das Kontrollsystem mittels einer Systemschnittstelle abfragen oder von einer jeweiligen Ausgabeeinheit rückgemeldet bekommen.
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In einem Beispiel kann eine von einem Techniker oder von einem Roboter durchgeführte Bedienungsanweisung bzw. Teilanweisung mittels eines von einer Ausgabeeinheit umfassten Sensors erfasst und an einen Kommunikationspartner, wie bspw. das Kontrollsystem rückmeldet werden.
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Es kann ferner vorgesehen sein, dass das Kontrollsystem basierend auf einer jeweiligen Rückmeldung durch eine Ausgabeeinheit weitere Bedienungsanweisungen koordiniert.
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5 zeigt ein Beispiel eines Verfahrens 500 zum Testen einer Steuerungseinheit eines Systems mittels eines Testsystems. Das Verfahren 500 umfasst die folgenden Schritte:
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In einem ersten Schritt 501, auch als Schritt a) bezeichnet, wird eine vorgegebene Testanweisung durch einen Verwaltungsserver bereitgestellt.
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In einem zweiten Schritt 503, auch als Schritt b) bezeichnet, werden die seitens des Verwaltungsservers bereitgestellten Testanweisungen in Bedienungsanweisungen zum Einstellen einer Testkonfiguration an einer Steuerungseinheit eines Systems unter Verwendung einer vorgegebenen Zuordnungslogik durch ein Kontrollsystem umgewandelt.
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In einem dritten Schritt 505, auch als Schritt c) bezeichnet, werden die Bedienanweisungen in zeitliche und/oder logische Teilanweisungen eingeteilt.
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In einem vierten Schritt 507, auch als Schritt d) bezeichnet, werden die Teilanweisungen an eine Anzahl Ausgabeeinheiten in Abhängigkeit der in Schritt c) vorgenommenen zeitlichen und/oder logischen Einteilung übermittelt.
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In einem optionalen fünften Schritt 509, auch als Schritt e) bezeichnet, wird ein Zustand des Systems erfasst und in Reaktion auf das Einstellen der Testkonfiguration an der Steuerungseinheit durch eine Systemschnittstelle an den Verwaltungsserver weitergeleitet.
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In einem optionalen sechsten Schritt 511, auch als Schritt f) bezeichnet, wird die an der Steuerungseinheit eingestellte Testkonfiguration unter Verwendung des durch die Systemschnittstelle erfassten Zustands des Systems durch den Verwaltungsserver überprüft.
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Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Computerprogrammelement zum Steuern eines Testsystems, wie es voranstehend beschrieben ist, und ein von einem Computer lesbares Medium, wie beispielsweise eine CD-ROM oder einen USB-Stick, auf welchem das Programmelement gespeichert ist. Das Computerprogrammelement kann auf einem geeigneten Medium, wie beispielsweise einem Festspeicher, beispielsweise zusammen mit Hardwareelementen oder in anderen Formen, wie beispielsweise über das Internet oder andere drahtgebundene oder drahtlose Kommunikationsprotokolle verteilt werden.
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Weiterhin kann das Computerprogrammelement in einen Arbeitsspeicher eines Prozessors in beispielsweise einem Computernetzwerk geladen und ausgeführt werden, um das voranstehend beschriebene Verfahren durchzuführen.
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Es wird darauf hingewiesen, dass Ausführungsformen der Erfindung mit Bezug auf verschiedene Gegenstände beschrieben sind. Insbesondere werden manche Ausführungsformen mit Bezug auf die Verfahrensansprüche beschrieben, während andere Ausführungsformen mit Bezug auf die Vorrichtungsansprüche beschrieben werden. Jedoch wird der Fachmann auf dem technischen Gebiet der oben genannten und der folgenden Beschreibung entnehmen, dass, soweit nicht anders vermerkt, zusätzlich zu jeglicher Kombination der Merkmale eines Gegenstands, auch jegliche Kombination zwischen den Merkmalen, die sich auf verschiedene Gegenstände beziehen, als in dieser Anmeldung offenbart erachtet wird. Jedoch können alle Merkmale miteinander kombiniert werden und bieten dadurch synergetische Effekte, die mehr sind als eine einfache Aufsummierung der Merkmale.
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Obwohl die Erfindung im Detail in den Figuren und der vorstehenden Beschreibung dargestellt und beschrieben wurde, ist eine solche Darstellung und Beschreibung zur Veranschaulichung oder beispielhaft zu sehen, und nicht einschränkend. Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die offenbarten Ausführungsformen. Weitere Variationen der offenbarten Ausführungsformen können von dem Fachmann auf dem technischen Gebiet durch Studium der Figuren, der Offenbarung, und der abhängigen Ansprüche verstanden und herbeigeführt werden.
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In den Ansprüchen schließt das Wort „umfassend“ keine anderen Elemente oder Schritte aus, und der unbestimmte Artikel „eine“ oder „ein“ schließt keine Vielzahl aus. Eine einzige Vorrichtung oder andere Einheit kann die Funktionen von verschiedenen in den Ansprüchen genannten Gegenständen erfüllen. Die bloße Tatsache, dass bestimmte Schritte in sich gegenseitig ausschließenden abhängigen Ansprüchen rezitiert werden, deutet nicht darauf hin, dass eine Kombination dieser Schritte nicht vorteilhaft eingesetzt werden kann. Jegliche Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung des Schutzbereichs anzusehen.