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Die Erfindung betrifft ein Einzugswerk für eine landwirtschaftliche Maschine, insbesondere für einen Feldhäcksler.
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Aus der
EP 0 872 171 B1 ist ein Einzugswerk für eine landwirtschaftliche Maschine mit Einzugswalzen bekannt, die Einzugswalzenpaare bilden. So sind insgesamt vier Einzugswalzen gezeigt, die zwei Einzugswalzenpaare bilden, wobei erste, untere Einzugswalzen an einem Einzugsgehäuse des Einzugswerks drehbar gelagert sind, und wobei zweite, obere Einzugswalzen an einem Einzugswalzengerüst drehbar gelagert sind, welches zum Einzugsgehäuse verlagerbar ist, um durch eine Verlagerung der zweiten, oberen Einzugswalzen einen Walzenspalt zwischen den Einzugswalzen der Einzugswalzenpaare anzupassen. Das aus diesem Stand der Technik bekannte Einzugswerk verfügt über Anstellelemente, die von Federelementen bereitgestellt sind, wobei die Anstellelemente eine Anstellkraft bereitstellen, die dazu tendiert, die zweiten, oberen Einzugswalzen in Richtung auf die ersten, unteren Einzugswalzen zu verlagern und so den Walzenspalt am jeweiligen Einzugswalzenpaar zu verringern. Eine durch die Anstellkraft bewirkte Verlagerung der zweiten, oberen Einzugswalzen in Richtung auf die ersten, unteren Einzugswalzen wird dabei durch Verbindungseinrichtungen beschränkt, die sozusagen einen Anschlag für die Bewegung der zweiten, oberen Einzugswalzen in Richtung auf die ersten, unteren Einzugswalzen bereitstellen und so verhindern, dass sich die Einzugswalzen der Einzugswalzenpaare berühren.
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Aus der
EP 2 409 563 B1 ist ein weiteres Einzugswerk einer landwirtschaftlichen Maschine bekannt, und zwar wiederum ein Einzugswerk mit zwei Einzugswalzenpaaren aus jeweils zwei Einzugswalzen, nämlich aus ersten, unteren Einzugswalzen und zweiten, oberen Einzugswalzen, wobei die zweiten, oberen Einzugswalzen bedingt durch eine Anstellkraft, die von als Federelementen ausgebildeten Anstellelementen bereitgestellt wird, in Richtung auf die ersten, unteren Einzugswalzen verlagerbar sind.
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In der
EP 2 409 563 B1 wird die Bewegung der zweiten, oberen Einzugswalzen in Richtung auf die ersten, unteren Einzugswalzen der Einzugswalzenpaare durch Kabel beschränkt, die eine Art Anschlag für die Bewegung der zweiten, oberen Einzugswalzen in Richtung auf die ersten, unteren Einzugswalzen bereitstellen und so eine Berührung der Einzugswalzen verhindern.
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Das Vorsehen separater Baugruppen zu den Anstellelementen, welche die Bewegung der zweiten Einzugswalzen in Richtung auf die ersten Einzugswalzen begrenzen, ist konstruktiv aufwendig. Ferner kann sich im Betrieb an diesen separaten Baugruppen, welche die Bewegung der zweiten Einzugswalzen in Richtung auf die ersten Einzugswalzen begrenzen, Erntegut festsetzen und so die Funktion derselben beeinträchtigen.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein neuartiges Einzugswerk zu schaffen. Diese Aufgabe wird durch ein Einzugswerk nach Anspruch 1 gelöst. Beim erfindungsgemäßen Einzugswerk sind die Anstellelemente von druckmittelbetätigten Zylindern bereitgestellt, die als Anstellkraft entweder eine Zugkraft oder eine Druckkraft bereitstellen, wobei dann, wenn der jeweilige druckmittelbetätigte Zylinder als Anstellkraft eine Druckkraft bereitstellt, dessen maximal ausgefahrene Position einen Endanschlag für einen definierten, minimalen Walzenspalt bereitstellt, wohingegen dann, wenn der jeweilige druckmittelbetätigte Zylinder als Anstellkraft eine Zugkraft bereitstellt, dessen maximal eingefahrene Position den Endanschlag für den definierten, minimalen Walzenspalt bereitstellt.
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Das erfindungsgemäße Einzugswerk kann auf separate Baugruppen, welche die Bewegung der zweiten Einzugswalzen in Richtung auf die ersten Einzugswalzen begrenzen, verzichten. Hierzu werden die Anstellelemente von druckmittelbetätigten Zylindern bereitgestellt, die abhängig davon, ob dieselben eine Zugkraft oder eine Druckkraft als Anstellkraft bereitstellen, in ihrer maximal ausgefahrenen Position oder in ihrer maximal eingefahrenen Position einen Endanschlag für den definierten, minimalen Walzenspalt und damit ein Endanschlag für die Bewegung der zweiten Einzugswalzen in Richtung auf die ersten Einzugswalzen bereitstellen. Hierdurch kann nicht nur der konstruktive Aufwand verringert werden, auch besteht keine Gefahr, dass die Funktion derselben beeinträchtigt wird.
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Vorzugsweise ist der jeweilige druckmittelbetätigte Zylinder als Hydraulikzylinder ausgebildet. Hydraulikzylinder sind besonders bevorzugt, da dieselben robust und zuverlässig sind.
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Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist der jeweilige druckmittelbetätigte Zylinder mindestens ein einstellbares Befestigungsauge auf, über welches der definierte, minimale Walzenspalt einstellbar ist. Über ein einstellbares Befestigungsauge kann der Hydraulikzylinder bzw. der druckmittelbetätigte Zylinder in seiner Länge angepasst werden, um so den definierten, minimalen Walzenspalt einzustellen.
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Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist der jeweilige druckmittelbetätigte Zylinder eine integrierte Endlagendämpfung auf. Durch eine integrierte Endlagendämpfung werden mechanische Belastungen am Einzugswerk vermieden, nämlich dann, wenn der jeweilig druckmittelbetätigte Zylinder in seine als Anschlag dienende Endposition verlagert wird.
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Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
- 1 eine Ansicht auf eine Seitenwand eines erfindungsgemäßen Einzugswerks bei minimalem Walzenspalt; und
- 2 die Ansicht der 1 bei maximalem Walzenspalt.
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Die Erfindung betrifft ein Einzugswerk für eine landwirtschaftliche Maschine, insbesondere für einen Feldhäcksler.
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Ein Einzugswerk 10 für eine landwirtschaftliche Maschine verfügt über ein Einzugsgehäuse 11 mit sich gegenüberliegenden Seitenwänden 12, sowie über Einzugswalzenpaare bildende Einzugswalzen 14, 15, 16, 17.
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Erste, untere Einzugswalzen 14, 16 sind am Einzugsgehäuse 11 drehbar gelagert, wobei deren Drehachsen bezogen auf das Einzugsgehäuse 11 ortsfest sind.
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Zweite, obere Einzugswalzen 15, 17 sind an einem sogenannten Einzugswalzengerüst 13 des Einzugswerks 10 drehbar gelagert, wobei das Einzugswalzengerüst 13 relativ zum Einzugsgehäuse 11 verlagerbar ist. Die Drehachsen der zweiten, oberen Einzugswalzen 15, 17 sind zwar in Bezug auf das Einzugswalzengerüst 13 ortsfest, jedoch relativ zum Einzugsgehäuse 11 verlagerbar, um einen Abstand zwischen den ersten Einzugswalzen 14, 15 sowie den zweiten Einzugswalzen 16, 17 der Einzugswalzenpaare anzupassen.
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1 zeigt das Einzugswerk 10 mit minimalem Abstand und demnach minimalem Spalt zwischen den ersten Einzugswalzen 14, 15 und den zweiten Einzugswalzen 16, 17 der Einzugswalzenpaare, 2 zeigt das Einzugswerk 10 bei maximalem Abstand zwischen den Einzugswalzen der Einzugswalzenpaare.
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Das Einzugswerk 10 verfügt über Anstellelemente, die eine Anstellkraft bereitstellen, wobei die Anstellkraft dazu tendiert, das Einzugswalzengerüst 13 zum Einzugsgehäuse 11 und so die zweiten Einzugswalzen 15, 17 in Richtung auf die ersten Einzugswalzen 14, 16 zu verlagern, und zwar unter Verringerung eines Einzugswalzenspalts am jeweiligen Einzugswalzenpaar, wobei im Sinne der Erfindung das jeweilige Anstellelement von einem druckmittelbetätigten Zylinder 18 bereitgestellt ist, der als Anstellkraft entweder eine Zugkraft oder eine Druckkraft bereitstellt.
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Im in 1 und 2 gezeigten Ausführungsbeispiel stellt der gezeigte, druckmittelbetätigte Zylinder 18, der vorzugsweise als Hydraulikzylinder ausgeführt ist, eine Druckkraft bereit, um die zweiten, oberen Einzugswalzen 15, 17 in Richtung auf die ersten, unteren Einzugswalzen 14, 16 der Einzugswalzenpaare zu verlagern, wobei die maximal ausgefahrene Position des druckmittelbetätigten Zylinders 18 einen Endanschlag für einen definierten, minimalen Walzenspalt im Bereich des Einzugswalzenpaars bereitstellt. Über diese maximal ausgefahrene Position hinaus können die zweiten Einzugswalzen 15, 17 nicht in Richtung auf die ersten Einzugswalzen 14, 16 verlagert werden, sodass auf separate, als Anschläge für diese Verstellbewegung der zweiten Einzugswalzen 15, 17 dienende Elemente verzichtet werden kann.
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Wenn, wie in 1 und 2 gezeigt, der druckmittelbetätigte Zylinder 18 als Anstellkraft eine Druckkraft bereitstellt, wirkt dessen maximal ausgefahrene Position als Endanschlag für den definierten, minimalen Walzenspalt. Dann hingegen, wenn der jeweilige druckmittelbetätigte Zylinder eine Zugkraft bereitstellt, wirkt dessen maximal eingefahrene Position als Endanschlag für den definierten, minimalen Walzenspalt.
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Dann, wenn Erntegut durch das Einzugswerk 10 gefördert wird, können die Einzugswalzen durch das Erntegut entgegen der Anstellkraft voneinander weg bewegt werden.
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Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist der jeweilige druckmittelbetätigte Zylinder 18 ein Zylinderrohr 19, welches manchmal auch als Zylindergehäuse bezeichnet wird, und eine aus dem Zylinderrohr 19 ausfahrbare sowie in das Zylinderrohr 19 einfahrbare Kolbenstange 20 auf. Dabei ist im gezeigten Ausführungsbeispiel das Zylinderrohr 19 am Einzugsgehäuse 11 und die Kolbenstange 20 am Einzugswalzengerüst 13 befestigt.
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Im Unterschied hierzu ist es auch möglich, dass das Zylinderrohr 19 des jeweiligen druckmittelbetätigten Zylinders 18 am Einzugswalzengerüst 13 und die Kolbenstange 20 des jeweiligen druckmittelbetätigten Zylinders 18 am Einzugsgehäuse 11 angreift.
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Ferner ist es möglich, als druckmittelbetätigten Zylinder 18 einen sogenannten Plungerzylinder einzusetzen, der über keinen separaten Kolben verfügt, bei dem hingegen die Kolbenstange desselben gleichzeitig als Kolben dient. Derartige Plungerzylinder sind dem hier angesprochenen Fachmann an sich geläufig.
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Wie 1 und 2 entnommen werden kann, greift der druckmittelbetätigte Zylinder 18, nämlich das Zylinderrohr 19 und die Kolbenstange 20 desselben, über Befestigungsaugen 21, 22 am Einzugsgehäuse 11 bzw. am Einzugswalzengerüst 13 an. Mindestens eines dieser Befestigungsaugen 21, 22 ist einstellbar, um den druckmittelbetätigten Zylinder 18 in 1 und 2 in seiner maximal ausgefahrenen Position auf den definierten, minimalen Walzenspalt anzupassen bzw. den definierten, minimalen Walzenspalt einzustellen.
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Es ist möglich, dass das Befestigungsauge 21 des Zylinderrohrs 19 und/oder das Befestigungsauge 22 der Kolbenstange 20 entsprechend einstellbar ist.
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Im Unterschied hierzu ist es auch möglich, am Einzugsgehäuse 11 und/oder Einzugswalzengerüst 13 einstellbare Befestigungsmittel vorzusehen, an welchen die Befestigungsaugen 21, 22 des druckmittelbetätigten Zylinders 18 angreifen, um über die einstellbaren Befestigungsmittel von Einzugsgehäuse 11 und/oder Einzugswalzengerüst 13 den definierten, minimalen Walzenspalt einzustellen.
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Vorzugsweise weist der jeweilige druckmittelbetätigte Zylinder 18 eine integrierte Endlagendämpfung auf. Dann, wenn die Kolbenstange 20 des jeweiligen druckmittelbetätigten Zylinders 18 in ihre maximal eingefahrene oder maximal ausgefahrene Position bewegt wird, kommt die integrierte Endlagendämpfung zur Wirkung und verhindert so Stöße auf das Einzugswerk.
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Der druckmittelbetätigte Zylinder 18 kann als einfach wirkender Zylinder oder doppelt wirkender Zylinder ausgeführt sein. Dann, wenn der jeweilige druckmittelbetätigte Zylinder als einfach wirkender Zylinder ausgeführt ist, stellt derselbe die Anstellkraft bereit, um die zweiten Einzugswalzen 15, 17 in Richtung auf die ersten Einzugswalzen 14, 16 zu verlagern und in seiner maximal ausgefahrenen Position für den Fall einer Druckkraft als Anstellkraft oder in seiner maximal eingefahrenen Position für den Fall einer Zugkraft als Einstellkraft einen Endanschlag für den minimalen Walzenspalt bereitzustellen.
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Bei einem doppelt wirkenden Zylinder kann auch ohne das Einwirken von Erntegut der Walzenspalt aktiv vergrößert werden, und zwar durch Bereitstellen einer zur Anstellkraft entgegenwirkenden Kraft, um so zum Beispiel Wartungsarbeiten im Bereich der Einzugswalzen auszuführen.
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Mit der Erfindung kann auf separate Bauelemente, welche die Verstellbewegung der zweiten Einzugswalzen in Richtung auf die ersten Einzugswalzen begrenzt, verzichtet werden. Vielmehr stellt das als druckmittelbetätigter Zylinder ausgebildete Anstellelement, welches die Anstellkraft bereitstellt, integral auch einen Endanschlag bereit, um eine definierten, minimalen Walzenspalt nicht zu unterschreiten.
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Der jeweilige druckmittelbetätigte Zylinder 18 ist vorzugsweise über seine Befestigungsaugen 21, 22 an den minimalen Walzenspalt anpassbar bzw. der minimale Walzenspalt ist hierüber einstellbar.
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Eine integrierte Endlagendämpfung sorgt dafür, dass mindestens eine Endlage des jeweiligen druckmittelbetätigtes Zylinders 18 sanft erreicht werden kann, um so Schläge auf das Einzugswerk zu vermeiden.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Einzugswerk
- 11
- Einzugsgehäuse
- 12
- Seitenwand
- 13
- Einzugswalzengerüst
- 14
- Einzugswalze
- 15
- Einzugswalze
- 16
- Einzugswalze
- 17
- Einzugswalze
- 18
- Anstellelement
- 19
- Zylinderrohr
- 20
- Kolbenstange
- 21
- Befestigungsauge
- 22
- Befestigungsauge
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- EP 0872171 B1 [0002]
- EP 2409563 B1 [0003, 0004]