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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Scheibenwischanlage für eine Scheibe eines Kraftfahrzeugs gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
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Aus dem allgemeinen Stand der Technik sind Scheibenwischanlagen für eine Scheibe eines Kraftfahrzeugs bekannt, bei welchen ein Wischarm zwischen zwei Umkehrlagen hin- und herbewegt wird, um die Scheibe mittels eines Wischblatts von Wasser zu befreien. Dabei ergibt sich das Problem, dass insbesondere beim Umkehren des Wischers beziehungsweise Wischarms an der A-Säule ein Unterdruck entsteht, welcher das durch den Wischer angestaute Wasser von der A-Säule zurück in das Sichtfeld eines Fahrzeugführers zieht. Dies führt zu einer Beeinträchtigung im Sichtbereich des Fahrzeugführers.
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Die
DE 10 2011 221 247 A1 zeigt ein Wischsystem mit einer Scheibe für ein Kraftfahrzeug aufweisend einen Scheibenkörper, welcher eine an einer Außenseite des Scheibenkörpers angeordnete flüssigkeitsabstoßende Beschichtung aufweist, wobei die Beschichtung in einem Randbereich der Scheibe angeordnet ist.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, mittels welchem ein verbesserter Flüssigkeits- beziehungsweise Wasserablauf und dadurch ein Zurückziehen einer Flüssigkeit beziehungsweise des Wassers in den Sichtbereich vermieden werden kann, wobei das Verfahren insbesondere ohne kostspielige Umrüstung bestehender Wischanlagen durchführbar sein soll.
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Diese Aufgabe wird durch ein erfindungsgemäßes Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in den übrigen Ansprüchen angegeben.
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Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Betreiben einer Scheibenwischanlage für die Scheibe eines Kraftfahrzeugs, bei welchem wenigstens ein Wischarm mittels eines durch eine Wischersteuerung gesteuerten Wischermotors angetrieben wird. Um nun die Scheibenwischanlage derart zu betreiben, dass ein Flüssigkeits- beziehungsweise Wasserablauf verbessert wird, beziehungsweise Zurückziehen von Wasser in den Sichtbereich eines Fahrzeugführers vermieden werden kann, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass mittels der Wischersteuerung die Drehzahl des Wischmotors in Abhängigkeit der Fahrgeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs eingestellt wird.
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Dabei liegt der Erfindung die Erkenntnis zugrunde, dass innerhalb gewisser Geschwindigkeitsbereiche das Zurückziehen des Wassers in den Sichtbereich größer ist als in anderen Geschwindigkeitsbereichen. So ist das Zurückziehen beispielsweise in einem Geschwindigkeitsbereich zwischen circa 60 bis 80 Kilometern pro Stunde (km/h) am größten. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird, insbesondere in dem genannten Geschwindigkeitsbereich, das Zurückziehen im besonderen Maße verkleinert. Dazu wird in dem genannten Geschwindigkeitsbereich der Fahrgeschwindigkeit des Kraftfahrzeugs die Drehzahl des Wischermotors mittels der Wischersteuerung angepasst beziehungsweise eingestellt. So kann die Drehzahl des Wischermotors beispielsweise stufenweise von 40 Umdrehungen pro Minute (U/min) auf 50 Umdrehungen pro Minute angehoben und wieder abgesenkt werden, während die Fahrgeschwindigkeit den genannten Geschwindigkeitsbereich durchläuft.
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Dies kann beispielsweise mittels einer intelligenten Softwaresteuerung in der Wischersteuerung implementiert werden. Daraus ergibt sich beispielsweise der Vorteil, dass das Zurückziehen des Wassers beziehungsweise das Wasserzurückziehen von der A-Säule in den Sichtbereich des Fahrzeugführers besonders klein gehalten werden kann. Dadurch kann, insbesondere bei Regen, eine bessere Sicht für den Fahrzeugführer erreichbar sein. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist der Verzicht auf Hardwareänderungen, wodurch Kosten klein gehalten werden können. Ferner muss, da auf eine Hardwareänderung verzichtet wird, keine neue Hardware getestet werden, wodurch zusätzlich Kosten gespart werden können.
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Vorteilhafterweise wird mittels des Verfahrens der Wischarm in einer Endphase seiner Bewegung zu einer Umkehrposition hin betragsmäßig stärker verzögert, als er in einer Anfangsphase seiner Bewegung von der Umkehrposition weg beschleunigt wird. Dabei ist diese Umkehrposition vorzugsweise die Umkehrposition an einem Scheibenrand der Scheibe, welcher an die A-Säule des Kraftfahrzeugs angrenzt. Mit anderen Worten wird der Wischarm hin zu seiner Umkehrposition länger mit einer betragsmäßig großen Geschwindigkeit betrieben, um erst kurz vor dem Umkehrpunkt, insbesondere abrupt, abgebremst zu werden, sodass er durch die dort im Vergleich zu einem herkömmlichen Scheibenwischer erhöhte Geschwindigkeit möglichst viel Wasser weg von der Scheibe nach außen transportiert beziehungsweise bewegt, wohingegen er beim Wiederanfahren des Umkehrpunkts eine möglichst langsame Beschleunigung erfährt, sodass er möglichst wenig Wasser wieder zurück auf die Scheibe transportiert beziehungsweise mitbewegt.
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Vorteilhafterweise werden der Wert der Drehzahl des Wischermotors und/oder die Geschwindigkeit des Wischarms in der Endphase und/oder der Anfangsphase in Abhängigkeit von einer Wassermenge auf der Scheibe und/oder einer aktuell eingestellten Wischerstufe geregelt. Dabei wird die Wassermenge auf der Scheibe insbesondere über einen Regensensor erfasst beziehungsweise ist mittels diesem erfassbar. Dadurch kann die zurückgezogene Wassermenge auf die Scheibe besonders vorteilhaft geregelt und dadurch klein gehalten werden.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in der einzigen Figur alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
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Dabei zeigt die einzige Figur in einem Diagramm den Verlauf einer Drehzahl eines Wischermotors in Abhängigkeit einer Fahrgeschwindigkeit eines Kraftfahrzeugs.
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Fig. zeigt ein Diagramm, welches die Drehzahl 14 des Wischermotors gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren in Abhängigkeit von einer Fahrgeschwindigkeit 12 eines Kraftfahrzeugs zeigt. Dabei wird mittels des Verfahrens ein Betreiben einer Scheibenwischanlage für eine Scheibe eines Kraftfahrzeugs, bei welchem wenigstens ein Wischarm mittels eines durch eine Wischersteuerung gesteuerten Wischermotors angetrieben wird, realisiert. Um ein Zurückziehen von Flüssigkeit, insbesondere Wasser, an wenigstens einer Umkehrposition des Scheibenwischers beziehungsweise des Wischarms, insbesondere der A-Säule, zu vermeiden, sodass das Wasser nicht mehr durch ein Wischblatt des Wischarms zurück in das Sichtfeld eines Kraftfahrzeugführers gezogen wird, wird mittels der Wischersteuerung die Drehzahl 14 des Wischermotors in Abhängigkeit der Fahrgeschwindigkeit 12 des Kraftfahrzeugs eingestellt. Ein Beispiel für die Abhängigkeit der Drehzahl des Wischermotors ist in dem Diagramm 10 der Fig. gezeigt. Die x-Achse des Diagramms 10 entspricht der Fahrgeschwindigkeit 12 und die y-Achse des Diagramms 10 gibt die Drehzahl 14 des Wischermotors wieder.
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Mittels des Verfahrens zum Betreiben einer Scheibenwischanlage für eine Scheibe eines Kraftfahrzeugs, bei welchem wenigstens ein Wischarm durch eine Wischersteuerung gesteuert und von einem Wischermotor angetrieben wird, kann die Drehzahl 14 des Wischermotors in Abhängigkeit der Fahrgeschwindigkeit 12 eingestellt werden. Dies beruht auf der Erkenntnis, dass das Zurückziehen von Wasser von einem Umkehrpunkt beziehungsweise der Umkehrposition des Wischarms an der A-Säule zurück in den Sichtbereich der Scheibe geschwindigkeitsabhängig ist. Daher ist mittels des Verfahrens für eine jeweilige Geschwindigkeit des Kraftfahrzeugs beziehungsweise die Fahrgeschwindigkeit 12 des Kraftfahrzeugs eine jeweilige Drehzahl 14 des Wischermotors vorgesehen. So kann beispielsweise in einem Geschwindigkeitsbereich zwischen einer ersten Geschwindigkeit X1 und einer zweiten, höheren Geschwindigkeit X2 die Drehzahl des Motors zwischen einem ersten Drehzahlwert Y1 und einem zweiten, beispielsweise höheren Drehzahlwert Y2 geregelt beziehungsweise gesteuert werden. So kann die erste Geschwindigkeit X1 beispielsweise einen Wert von 60 km/h (Kilometer pro Stunde) entsprechen und die Geschwindigkeit X2 einem Wert von 80 km/h entsprechen. Dies ist erfahrungsgemäß der Geschwindigkeitsbereich, innerhalb welchem sich das Zurückziehen von Wasser, insbesondere durch einen sich an der Umkehrposition des Wischarms bildenden Unterdruck, am deutlichsten zeigen kann. Dabei kann die Drehzahlanpassung des Wischermotors stufenweise erfolgen, wobei im gezeigten Diagramm die Drehzahl des Wischermotors vom ursprünglichen Wert in drei Stufen auf den Maximalwert steigt, um anschließend in drei Stufen wieder auf den ursprünglichen Wert beim Erreichen der Geschwindigkeit X2 zurückgeregelt zu werden. Alternativ könnte beispielsweise auch eine stufenlose Regelung erfolgen, wie dies durch die gestrichelten Linien im Diagramm 10 angedeutet ist. Alternativ kann die Drehzahl 14 beispielsweise bis zum Geschwindigkeitswert X2 gesteigert werden und nach dem Erreichen von X2 in einem Schritt zurück auf den ursprünglichen Drehzahlwert Y1 erfolgen. Eine weitere Alternative ist, dass die Drehzahl 14 bei der Geschwindigkeit X1 einen Sprung auf Y2 erfährt und bis zum Erreichen des Werts X2 stufenweise oder stufenlos zurück auf Y1 geregelt beziehungsweise gesteuert wird.
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Die erste Drehzahl Y1 kann beispielsweise einem Wert von 40 U/min (Umdrehungen pro Minute) entsprechen und der Drehzahlwert Y2 entspricht dabei beispielsweise einer Drehzahl 14 von 50 U/min. Die Drehzahlwerte Y1 und Y2 können jedoch beispielsweise je nach Bauart des Wischermotors variieren. Setzt man die Drehzahl Y1 mit der Drehzahl Y2 ins Verhältnis, ergibt sich in dem gezeigten Beispiel eine Steigerung des Drehzahlwerts ausgehend von der Drehzahl Y1 um 25 Prozent. Dabei ist anzumerken, dass die Y-Achse im gezeigten Diagramm 10 nicht im Nullpunkt startet. Ferner können die Geschwindigkeitswerte X1 und X2 variieren und beispielsweise in Abhängigkeit einer Scheibengeometrie angepasst werden.
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Zusätzlich zu der in der Fig. gezeigten Drehzahländerung des Wischermotors können in einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens vorteilhafterweise die Beschleunigung und das Abbremsen des Wischarms zumindest an einem Umkehrpunkt, insbesondere dem Umkehrpunkt des Wischarms an der A-Säule, beeinflusst werden. So kann der Wischarm in einer Endphase seiner Bewegung zu einem Umkehrpunkt hin betragsmäßig stärker verzögert werden, als er in einer Anfangsphase seiner Bewegung von dem Umkehrpunkt weg beschleunigt wird. Dadurch kann die Menge an Wasser, welches zurück in den Sichtbereich gezogen wird, weiter reduziert werden. Darüber hinaus kann vorteilhafterweise der Wert der Drehzahl 14 des Wischermotors in Abhängigkeit von einer Wassermenge auf der Scheibe und/oder einer aktuell eingestellten Wischerstufe geregelt werden, sodass die Werte von denen im Diagramm 10 gezeigten abweichen können. Zusätzlich oder stattdessen dazu kann die Geschwindigkeit des Wischarms in einer Endphase seiner Bewegung zum Umkehrpunkt hin und/oder in einer Anfangsphase seiner Bewegung vom Umkehrpunkt weg in Abhängigkeit von einer Wassermenge auf der Scheibe und/oder einer aktuell eingestellten Wischerstufe geregelt werden. Die genannten Variationen können, insbesondere jeweils, die zurückgezogene Wassermenge positiv beeinflussen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102011221247 A1 [0003]