-
TECHNISCHES GEBIET
-
Die Erfindung betrifft eine Kappe für eine Getränkedose. In Getränkedosen werden insbesondere kohlensäurehaltige Getränke wie beispielsweise Dosenbier oder Softdrinks angeboten. Neben Getränkeflaschen aus Glas oder Kunststoff sind Getränkedosen in Europa die wichtigste Handelsverpackung für Getränke.
-
STAND DER TECHNIK
-
Getränkedosen sind grundsätzlich bereits bekannt. Sie bestehen aus einem zylindrischen Behälter, der in der Regel aus Aluminium oder Weißblech besteht, und aus einem aufgefalzten Deckel, der ebenfalls aus Aluminium ausgebildet ist. Um die Getränkedose leicht öffnen zu können, ist an dem Deckel regelmäßig eine Metalllasche vorhanden, die ganz oder teilweise entfernt werden kann, um eine Ausgießbeziehungsweise Trinköffnung zu erzeugen. Früher waren diese Metalllaschen regelmäßig als sogenannte Pull-Tabs vorhanden, die vollständig abgezogen wurden, um eine ovale Öffnung im Dosendeckel zu erzeugen. Die abgezogenen Pull-Tabs wiesen jedoch in der Regel sehr scharfe Kanten auf, die bei einer achtlosen Entsorgung zu Verletzungen führen konnten. Daher wurden die Pull-Tabs nach und nach durch die sogenannten Stay-On-Tab-Verschlüsse ersetzt. Dabei ist der Deckel der Dose mit einer ovalen Ritzlinie und einer angenieteten Metallache versehen. Beim Anheben der Metalllasche wird das angeritzte Oval in das Innere der Dose gedrückt, so dass eine entsprechende Öffnung entsteht. Die Metalllasche bleibt nach wie vor an der Dose befestigt, so dass kein separat zu entsorgender Abfall anfällt.
-
Die Getränkedosen sind in Europa üblicherweise für 0,33 Liter oder für 0,5 Liter ausgelegt. Der Durchmesser der Getränkedosen beträgt in beiden Fällen regelmäßig 67 Millimeter. Die 0,33-Liter-Dose weist dann eine Höhe von etwa 115 Millimetern auf, die 0,5-Liter-Dose eine Höhe von etwa 168 Millimetern. Insbesondere bei Energy-Drinks sind auch schlankere Dosen mit einem Durchmesser von lediglich 53 Millimetern im Handel erhältlich. Derartige Getränkedosen weisen bei 250-Milliliter-Dosen eine Höhe von etwa 135 Millimetern auf, bei 473-Milliliter-Dosen eine Höhe von etwa 180 Millimetern.
-
Die Getränkedosen gelangen in der Regel auf Paletten verpackt in den Einzelhandel. Vielfach werden die Getränkedosen jedoch einzeln verkauft, so dass zunächst ein Auspacken der Getränkedosen erfolgt. Die Getränkedosen werden anschließend in ein Verkaufsregal einsortiert, dort gegebenenfalls beim weiteren Einräumen neuer Getränkedosen erneut umsortiert und schließlich vom Kunden aus dem Regal entnommen. Während des Bezahlvorgangs wird die Getränkedose regelmäßig manuell von dem Kassierer über die Kasse gezogen, wobei die Getränkedose in aller Regel am oberen Randbereich angefasst wird. Dieser obere Randbereich ist jedoch genau derjenige Bereich, der beim Trinken aus der Getränkedose mit den Lippen berührt wird. Da die Getränkedosen von einer Vielzahl von Personen berührt werden, bevor es zum eigentlichen Trinkvorgang kommt, können sich in diesem Bereich eine Reihe von Verunreinigungen ansammeln, die mit dem bloßen Auge oft nicht wahrgenommen werden können. Dies kann im besten Fall lediglich unappetitlich sein, im schlimmsten Fall jedoch auch zur Verbreitung von Krankheiten beitragen. Aus diesem Grund wäre es ratsam, die Getränkedosen vor dem Trinken zunächst zu reinigen. Dies wird jedoch nur in den seltensten Fällen tatsächlich durchgeführt.
-
Die
EP 3 170 761 A1 schlägt dazu vor, die Getränkedose zumindest im Bereich der Trinköffnung mit einer Folie zu versehen. Eine solche Folie kann insbesondere in Form eines Schrumpfschlauchs oder in Form einer Schrumpfhaube ausgebildet sein. Dadurch wird zwar eine hygienische Abdeckung der Trinköffnung erreicht, allerdings sind die Kosten für eine derartige Ummantelung der Getränkedose verhältnismäßig hoch.
-
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
-
Ausgehend von diesem vorbekannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Getränkedose anzugeben, die einen sauberen Trinkbereich aufweist und möglichst wirtschaftlich herzustellen ist.
-
Die erfindungsgemäße Getränkedose ist durch die Merkmale des Hauptanspruchs 1 gegeben. Sinnvolle Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von sich an diesen Anspruch anschließenden weiteren Ansprüchen.
-
Die erfindungsgemäße Getränkedose besitzt einen zylindrischen Behälter und einen Deckel, der an dem freien Rand des zylindrischen Behälters befestigt ist. In dem Deckel ist ein Aufreißelement vorhanden, durch das eine Trinköffnung in dem Deckel erzeugt werden kann. Bei diesem Aufreißelement kann es sich insbesondere um einen Stay-On-Tab-Verschluss handeln. Erfindungsgemäß ist ein separates Kappenelement vorhanden, das über den Deckel der Getränkedose gestülpt und dort lösbar befestigt werden kann. Dieses Kappenelement besitzt einen kreisförmigen Boden mit einem umlaufenden Wandelement. Dadurch kann durch das Kappenelement sowohl der eigentliche Deckel mit dem Aufreißelement als auch ein Stück des Randbereichs der Getränkedose abgedeckt werden.
-
Das Kappenelement kann unmittelbar nach dem Befüllen und Verschließen der Getränkedose angebracht werden, so dass der unter dem Kappenelement liegende Bereich der Getränkedose optimal sauber gehalten werden kann. Während des Befüllens der Getränkedosen herrschen regelmäßig hygienisch einwandfreie Bedingungen, so dass auch die Außenseite der Getränkedose noch keimfrei ist. Dieser Zustand kann durch das Kappenelement erhalten bleiben. Wird das Kappenelement unmittelbar vor dem Trinkvorgang entfernt, ist der darunter liegende Bereich nach wie vor sauber und nicht verschmutzt. Auf diese Weise kann die Getränkedose bedenkenlos zum Mund geführt werden. Ein Reinigungsvorgang ist nicht erforderlich, so dass die Getränkedose unmittelbar nach dem Kaufvorgang ausgetrunken werden kann.
-
Das Kappenelement kann während des Trinkvorgangs auf den Boden der Getränkedose aufgeschoben werden, so dass das Kappenelement nicht lose herumliegt und verloren gehen kann. Dadurch kann das Kappenelement während Trinkpausen auch wieder lose über den Deckel der Getränkedose gestülpt werden. Auf diese Weise kann der Inhalt der Getränkedose vor Insekten geschützt werden. Gerade während der warmen Jahreszeit besteht immer wieder die Gefahr, dass Insekten wie insbesondere Wespen oder Bienen in die Getränkedose hineinfliegen. Die Insekten finden aus der Getränkedose nicht mehr heraus, werden aggressiv und können zustechen, sobald wieder aus der Dose getrunken wird. Diese Gefahr besteht insbesondere bei zuckerhaltigen Getränken wie Softdrinks oder Energydrinks, kann aber auch bei anderen Getränken grundsätzlich vorkommen.
-
Durch die Verwendung eines separaten Kappenelements ist bei der Produktion und Abfüllung der Getränkedosen kein Wärmetunnel erforderlich, wie es bei der Verwendung von Schrumpffolien notwendig war. Dies ermöglicht eine deutlich wirtschaftlichere Produktion der Getränkedosen mit Kappenelement.
-
Das Kappenelement kann insbesondere reibschlüssig an der Getränkedose befestigt sein. Eine solche Befestigung ist ausreichend sicher, um eine versehentliche Entfernung des Kappenelements zu verhindern, gleichzeitig kann das Kappenelement vom Endkunden rasch und ohne größeren Aufwand abgenommen werden.
-
Alternativ oder zusätzlich dazu kann das Kappenelement punktuell mittels eines Klebemittels an der Getränkedose befestigt sein. Eine solche punktuelle Verklebung kann als zusätzlich Absicherung gegen eine Manipulation der Getränkedose dienen. Durch die lediglich punktuelle Verklebung kann dabei jedoch verhindert werden, dass Klebemittel in den Bereich der Trinköffnung gelangt. Eine punktuelle Verklebung kann vom Endkunden noch ohne Probleme gelöst werden, so dass für den Endkunden kein unverhältnismäßig großer Aufwand entsteht.
-
Vorzugsweise kann der Durchmesser des Wandelements des Kappenelements im Anschlussbereich an den Boden des Wandelements geringfügig kleiner sein als im freien Endbereich des Wandelements. Das Wandelement verbreitert sich somit nach außen leicht. Dies ermöglicht einen besonders sicheren Sitz des Kappenelements auf der Getränkedose.
-
In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform kann das Kappenelement aus Papier, einem papierhaltigen oder einem papierähnlichen Material bestehen. Durch die Verwendung eines Papiermaterials kann das Kappenelement problemlos recycelt werden und ist damit besonders umweltfreundlich. Da das Papiermaterial darüber hinaus diffusionsoffen ist, kann sich bei der Kühlung der Getränkedose oder der Entnahme der Getränkedose aus der Kühlung kein Kondenswasser bilden.
-
Das Kappenelement kann aus einem zumindest einseitig beschichteten Papier bestehen. Dadurch kann verhindert werden, dass das Kappenelement durchweicht und seine Schutzfunktion nicht mehr ausführen kann. Das Kappenelement kann beispielsweise auch bedruckt sein und somit als zusätzlicher Werbeträger dienen.
-
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung sind den in den Ansprüchen ferner angegebenen Merkmalen sowie dem nachstehenden Ausführungsbeispiel zu entnehmen.
-
Figurenliste
-
Die Erfindung wird im Folgenden anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- 1 eine perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Getränkedose mit aufgesetztem Kappenelement,
- 2 eine perspektivische Darstellung der Getränkedose gemäß 1, bei der das Kappenelement über den Boden der Getränkedose gestülpt wurde und
- 3 eine perspektivische Darstellung des Kappenelements.
-
WEGE ZUM AUSFÜHREN DER ERFINDUNG
-
Die erfindungsgemäße Getränkedose 10 gemäß 1 und 2 besitzt einen zylindrischen Behälter 12 und einen Deckel 14, die über einen umgebördelten Rand 16 aneinander befestigt sind. Mittig des Deckels 14 ist ein Aufreißelement 18 vorhanden, durch das eine Trinköffnung in dem Deckel 14 erzeugt werden kann. Bei dem Aufreißelement 18 handelt es sich im vorliegenden Beispielsfall um einen sogenannten Stay-On-Tab-Verschluss, wie er momentan bei Getränkedosen üblich ist. Es wäre jedoch auch möglich, ein alternatives Aufreißelement 18 vorzusehen.
-
Über den oberen Bereich der Getränkedose 10 ist im vorliegenden Beispielsfall gemäß 1 ein Kappenelement 20 gestülpt. Das Kappenelement 20 bedeckt den Deckel 14 der Getränkedose 10 sowie einen Teil des zylindrischen Behälters 12.
-
Die Getränkedose 10 ist somit in diesem Bereich vor Verunreinigungen, insbesondere durch Keime, geschützt. Dazu wird das Kappenelement 20 unmittelbar nach dem Verschließen der Getränkedose 10 über den Deckel 14 der Getränkedose 10 gestülpt, da zu diesem Zeitpunkt im Herstellungsprozess sterile Bedingungen herrschen. Das Kappenelement 20 liegt so dicht an der Außenseite der Getränkedose 10 an, dass Keime oder andere Verunreinigungen praktisch nicht unter das Kappenelement 20 gelangen können. Nach dem Entfernen des Kappenelements 20 kann somit sichergestellt werden, dass der darunter liegende Bereich der Getränkedose 10 sauber ist. Die Getränkedose 10 kann also ohne Bedenken zum Mund geführt und mit den Lippen berührt werden.
-
Nach dem Entfernen des Kappenelements 20 vom Deckel 14 der Getränkedose 10 kann das Kappenelement 20 über den Boden der Getränkedose 10 gestülpt werden (siehe 2). Das Kappenelement 20 ist auf diese Weise aufgeräumt und muss nicht lose herumliegen. Dadurch kann das Kappenelement 20 gemeinsam mit der Getränkedose 10 entsorgt werden. Bei einer längeren Trinkpause kann das lose Kappenelement 20 wieder über den Deckel 14 der Getränkedose 10 gestülpt werden, so dass die dann offene Trinköffnung vor Insekten oder auch vor herumfliegenden Pflanzenteilen (herabfallenden Blüten oder Blättern, Pollen oder Samenfrüchten) geschützt ist.
-
Das Kappenelement 20 ist in 3 näher dargestellt. Das Kappenelement 20 besitzt einen kreisförmigen Boden 22, der größenmäßig an den Durchmesser der Getränkedose 12 angepasst ist. Darüber hinaus besitzt das Kappenelement 20 ein umlaufendes Wandelement 24, das den zylindrischen Behälter zumindest teilweise bedeckt. Das Kappenelement 20 verläuft leicht konisch, um einen sicheren Sitz auf der Getränkedose 10 zu ermöglichen. Der Durchmesser 26 des kreisförmigen Bodens 22 ist daher geringfügig kleiner als der lichte Durchmesser 28 im freien Endbereich des Wandelements 24.
-
Das Kappenelement 20 besteht im vorliegenden Beispielsfall aus Papier, das problemlos recycelt werden kann. Das Kappenelement 20 kann weiß oder farbig ausgebildet sein; es ist auch möglich, das Kappenelement 20 bunt zu bedrucken.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-