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Die Erfindung betrifft eine Verbrennungskraftmaschine für ein Kraftfahrzeug, insbesondere für einen Kraftwagen wie beispielsweise einen Personenkraftwagen, gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
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Eine solche Verbrennungskraftmaschine für ein Kraftfahrzeug, insbesondere für einen Kraftwagen wie beispielsweise einen Personenkraftwagen, ist beispielsweise bereits der
US 6 637 205 B1 als bekannt zu entnehmen. Die Verbrennungskraftmaschine umfasst wenigstens einen Abgasturbolader, welcher wenigstens eine von Abgas der Verbrennungskraftmaschine antreibbare Turbine, einen von der Turbine antreibbaren ersten Verdichter zum Verdichten von wenigstens einem Brennraum der Verbrennungskraftmaschine zuzuführender Luft und eine elektrische Maschine zum Antreiben des ersten Verdichters aufweist. Somit kann der erste Verdichter sowohl von der Turbine als auch von der elektrischen Maschine und somit elektrisch angetrieben werden.
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Außerdem ist ein elektrisch betreibbarer zweiter Verdichter vorgesehen, mittels welchem dem wenigstens einen Brennraum zuzuführende Luft parallel zu dem ersten Verdichter zu verdichten ist. Dies bedeutet, dass die Verdichter parallel zueinander angeordnet beziehungsweise geschaltet sind, sodass die Verdichter parallel beziehungsweise gleichzeitig Luft verdichten können, die dem wenigstens einen Brennraum zuzuführen ist beziehungsweise zugeführt wird.
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Außerdem offenbart die
EP 3 103 991 A1 ein Steuerungsgerät für eine Verbrennungskraftmaschine, welche einen Abgasturbolader und einen elektrisch betreibbaren Verdichter aufweist.
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Aus der
DE 102 47 225 A1 ist ein Verbrennungsmotor bekannt, welcher einen elektrisch antreibbaren Abgasturbolader aufweist.
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Schließlich offenbart die
DE 10 2014 208 092 A1 ein Verfahren zum Betreiben eines Kraftfahrzeugs mit einer Brennkraftmaschine mit einem mittels einer Regeleinrichtung regelbaren Abgasturbolader und einem elektrisch betreibbaren Verdichter.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Verbrennungskraftmaschine der eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln, dass eine besonders hohe Leistung der Verbrennungskraftmaschine auf besonders effiziente Weise realisiert werden kann.
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Diese Aufgabe wird durch eine Verbrennungskraftmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in den übrigen Ansprüchen angegeben.
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Um eine Verbrennungskraftmaschine der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Art derart weiterzuentwickeln, dass eine besonders hohe Leistung, insbesondere Nennleistung, der Verbrennungskraftmaschine auf besonders effiziente Weise realisiert werden kann, ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Turbine eine Umgehungseinrichtung mit wenigstens einer Umgehungsleitung zugeordnet ist, welche von die Turbine umgehendem Abgas durchströmbar ist. Mit anderen Worten kann zumindest ein Teil des Abgases der Verbrennungskraftmaschine die Umgehungsleitung durchströmen, wobei der die Umgehungsleitung durchströmende Teil des Abgases beziehungsweise das die Umgehungsleitung durchströmende Abgas die Turbine umgeht. Dies bedeutet, dass das die Umgehungsleitung durchströmende Abgas die Turbine nicht durchströmt und somit nicht antreibt, wobei diese Umgehung der Turbine auch als Bypass oder Bypassierung bezeichnet wird. Durch diese Bypassierung kann ein in einem Abgastrakt der Verbrennungskraftmaschine herrschende Abgasgegendruck besonders gering gehalten werden, sodass der Kraftstoffverbrauch der Verbrennungskraftmaschine besonders gering gehalten werden kann. Darüber hinaus kann ein maximal elektrifiziertes Aufladesystem umfassend den Abgasturbolader und den zweiten Verdichter geschaffen werden, sodass besonders hohe Leistungen der Verbrennungskraftmaschine realisierbar sind. Im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungskraftmaschinen lässt sich eine signifikante Steigerung der Nennleistung bei gleichzeitig deutlich verbessertem Ansprechverhalten darstellen. Ferner kann eine Möglichkeit geschaffen werden, Energie, insbesondere aus dem Abgas, rückzugewinnen. Außerdem können eine betriebspunktadaptierte Variabilität und Regelbarkeit des Aufladesystems dargestellt werden.
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Der Erfindung liegt insbesondere die folgende Erkenntnis zugrunde: Die Entwicklung von modernen Motoren, insbesondere Dieselmotoren, befindet sich aktuell in einem komplexen Spannungsfeld. Einerseits werden sehr leistungsfähige, das heißt hochperformante Antriebe gewünscht, andererseits sorgen Reglementierungen insbesondere hinsichtlich des Abgases dafür, dass klassische Formen der Leistungssteigung wie eine Erhöhung des Hubraums ausgedient haben. Heutige, beispielsweise als 2,0-Liter-Vier-Zylinderaggregate ausgebildete Verbrennungskraftmaschinen sollen sich in Leistungsklassen bewegen, welche bis vor einigen Jahren Sechs- oder Acht-Zylindermotoren weitaus größeren Hubraums vorbehalten waren. Der Schlüssel zur Realisierung dieser Anforderungen liegt in der Aufladung. Aber auch diesbezüglich existiert ein Zielkonflikt. Einerseits ist ein möglichst großer Abgasturbolader zur Erreichung hoher Leistungen wünschenswert, andererseits weist ein solcher großer Abgasturbolader eine systemimmanente hohe Massenträgheit auf, was zu einem nur schlechten Ansprechverhalten führt. Die elektrisch unterstützte Aufladung bietet hier in ihren diversen Formen Mittel und Wege, beides zu kombinieren. Beispielsweise durch eine vorhandene Bordnetzstruktur beim Einsatz eines elektrifizierten Aufladeaggregats beziehungsweise Aufladesystems ist - insbesondere im Hinblick auf Hochleistungsanwendungen - auch der Einsatz mehrerer elektrifizierter Auflademethoden denkbar. Die Erfindung beschreibt eine Kombination von elektrischem Turbolader in Form des Abgasturboladers und elektrischem Nennleistungskompressor in Form des elektrisch betreibbaren zweiten Verdichters, wobei diese Kombination in zumindest nahezu allen Betriebsphasen Vorteile generieren kann.
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Durch die Möglichkeit, den ersten Verdichter mittels der elektrischen Maschine sowie den zweiten Verdichter elektrisch zu betreiben beziehungsweise anzutreiben, kann die dem wenigstens einen, beispielsweise als Zylinder, ausgebildeten Brennraum zuzuführende Luft effektiv und effizient verdichtet werden. Darüber hinaus können die Verdichter besonders bedarfsgerecht betrieben werden, insbesondere mit hohen Drehzahlen, sodass ein besonders vorteilhaftes Ansprechverhalten realisiert werden kann.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Zeichnung. Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in der einzigen Figur alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
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Die Zeichnung zeigt in der einzigen Fig. eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Verbrennungskraftmaschine.
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Die einzige Fig. zeigt in einer schematischen Darstellung eine im Ganzen mit 10 bezeichnete Verbrennungskraftmaschine für ein Kraftfahrzeug, insbesondere für einen Kraftwagen wie beispielsweise einen Personenkraftwagen. Dabei ist das Kraftfahrzeug mittels der Verbrennungskraftmaschine 10 antreibbar. Hierzu umfasst die Verbrennungskraftmaschine 10 ein beispielsweise als Zylinderkurbelgehäuse ausgebildetes Zylindergehäuse 12, durch welches mehrere Brennräume in Form von Zylindern 14 der Verbrennungskraftmaschine 10 gebildet sind. Insbesondere während eines befeuerten Betriebs der Verbrennungskraftmaschine 10 werden die Zylinder 14 mit Kraftstoff, insbesondere flüssigem Kraftstoff, zum Betreiben der Verbrennungskraftmaschine 10 und Luft versorgt, sodass beispielsweise in dem jeweiligen Zylinder 14 ein Kraftstoff-Luft-Gemisch aufgenommen ist. Das Kraftstoff-Luft-Gemisch wird verbrannt, woraus Abgas der Verbrennungskraftmaschine 10 resultiert.
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Dabei weist die Verbrennungskraftmaschine 10 einen von dem Abgas durchströmbaren Abgastrakt 16 auf, mittels welchem das Abgas von den Zylindern 14 abgeführt wird. Die Verbrennungskraftmaschine 10 umfasst dabei wenigstens einen Abgasturbolader 18, welcher wenigstens eine in dem Abgastrakt 16 angeordnete und von dem Abgas antreibbare Turbine 20 aufweist. Der Abgasturbolader 18 weist ferner einen Verdichter 22 auf, welcher in einem von Luft durchströmbaren Ansaugtrakt 24 der Verbrennungskraftmaschine 10 angeordnet ist. Mittels des Ansaugtrakts 24 wird die den Ansaugtrakt 24 durchströmende Luft zu den und insbesondere in die Zylinder 14 geleitet. Dabei veranschaulichen in der Fig. Pfeile 26 die den Ansaugtrakt 24 durchströmende Luft.
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Der Abgasturbolader 18 umfasst beispielsweise eine Welle 28, mit welcher ein Turbinenrad der Turbine 20 und ein Verdichterrad des Verdichters 22 drehfest verbunden sind. Dabei ist das Turbinenrad von dem Abgas antreibbar, sodass das Verdichterrad zum Verdichten der Luft über die Welle 28 von dem Turbinenrad angetrieben werden kann.
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Die Verbrennungskraftmaschine 10 umfasst ferner einen zweiten Verdichter 30, mittels welchem den Ansaugtrakt 24 durchströmende Luft verdichtet werden kann. Dabei sind die Verdichter 22 und 30 parallel zueinander geschaltet beziehungsweise angeordnet. Mit anderen Worten können die Verdichter 22 und 30 parallel beziehungsweise gleichzeitig betrieben werden, sodass mittels der Verdichter 22 und 30 parallel beziehungsweise gleichzeitig Luft verdichtet und zu den Zylindern 14 gefördert werden kann. Die verdichtete Luft wird auch als Ladeluft bezeichnet, wobei das Versorgen der Zylinder 14 mit der verdichteten Luft auch als Aufladen oder Aufladung bezeichnet wird.
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Aus der Fig. ist erkennbar, dass der erste Verdichter 22 in einem ersten Leitungselement 32 angeordnet ist, welches von der mittels des Verdichters 22 verdichteten Luft durchströmbar ist. Ferner umfasst der Ansaugtrakt 24 das erste Leitungselement 32 und ein zweites Leitungselement 34, welches von der mittels des zweiten Verdichters 30 verdichteten Luft durchströmbar ist. Die Leitungselemente 32 und 34 sind an einer Verbindungsstelle V fluidisch miteinander verbunden beziehungsweise zusammengeführt und münden an der Verbindungsstelle V in ein drittes Leitungselement 36 des Ansaugtrakts 24. Somit können sowohl die mittels des Verdichters 22 verdichtete Luft als auch die mittels des Verdichters 30 verdichtete Luft durch das Leitungselement 36 strömen und mittels dieses zu den Zylindern 14 geführt werden.
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Durch das Verdichten der Luft wird diese erwärmt. Um dennoch einen besonders hohen Aufladegrad zu realisieren, ist in dem Ansaugtrakt 24 stromab der Verdichter 22 und 30 ein den Verdichtern 22 und 30 gemeinsamer Ladeluftkühler 38 angeordnet, mittels welchem die verdichtete und dadurch erwärmte Luft gekühlt wird.
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Aus der Fig. ist darüber hinaus erkennbar, dass der Abgasturbolader 18 eine in der Fig. besonders schematisch dargestellte elektrische Maschine 40 aufweist. Die elektrische Maschine 40 ist beispielsweise in einem Motorbetrieb und somit als Elektromotor betreibbar, mittels welchem die Welle 28 und darüber zumindest das Verdichterrad des Verdichters 22 antreibbar sind. Insbesondere können sowohl das Verdichterrad des Verdichters 22 als auch das Turbinenrad der Turbine 20 über die Welle 28 von der elektrischen Maschine 40 angetrieben werden. Dadurch können beispielsweise auch dann hohe Drehzahlen des Verdichterrads des Verdichters 22 realisiert werden, wenn das den Abgastrakt 16 und somit die Turbine 20 durchströmende Abgas einen nur geringen Volumen- beziehungsweise Massenstrom aufweist.
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Darüber hinaus ist der zweite Verdichter 30 als elektrisch betreibbarer beziehungsweise betriebener oder angetriebener Verdichter ausgebildet, welcher vorzugsweise ausschließlich elektrisch betreibbar ist. Hierzu umfasst der zweite Verdichter 30 beispielsweise ein in der Fig. nicht erkennbares zweites Verdichterrad, welches drehfest mit einer zweiten Welle 42 des zweiten Verdichters 30 verbunden ist. Außerdem umfasst der zweite Verdichter 30 beispielsweise einen Elektromotor 44, mittels welchem die Welle 42 und über diese das zweite Verdichterrad antreibbar sind.
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Um nun eine besonders hohe Leistung, insbesondere Nennleistung, der Verbrennungskraftmaschine 10 auf besonders effiziente Weise zu realisieren, ist der Turbine 20 eine Umgehungseinrichtung 46 mit wenigstens einer Umgehungsleitung 48 zugeordnet, welche von die Turbine 20 umgehendem Abgas der Verbrennungskraftmaschine 10 durchströmbar ist. Aus der Fig. ist erkennbar, dass die Umgehungsleitung 48 an jeweiligen Verbindungsstellen V1 und V2 fluidisch mit dem Abgastrakt 16 verbunden ist, wobei die Verbindungsstelle V1 stromauf des Turbinenrads der Turbine 20 und die Verbindungsstelle V2 stromab des Turbinenrads der Turbine 20 angeordnet ist. Dadurch kann zumindest ein Teil des den Abgastrakt 16 durchströmenden Abgases mittels der Umgehungsleitung 48 an der Verbindungsstelle V1 aus dem Abgastrakt 16 abgezweigt werden. Das abgezweigte Abgas strömt durch die Umgehungsleitung 48 und wird mittels der Umgehungsleitung 48 an der Turbine 20 beziehungsweise an dem Turbinenrad der Turbine 20 vorbeigeführt, sodass das die Umgehungsleitung 48 durchströmende Abgas die Turbine 20 umgeht, das heißt bypassiert. Dies bedeutet, dass das die Umgehungsleitung 48 durchströmende Abgas nicht durch die Turbine 20 strömt und somit nicht die Turbine 20 antreibt. Das die Umgehungsleitung 48 durchströmende Abgas kann an der Verbindungsstelle V2 aus der Umgehungsleitung 48 aus- und in den Abgastrakt 16 einströmen. Dabei umfasst die Umgehungseinrichtung 46 ein beispielsweise in der Umgehungsleitung 48 angeordnetes Ventilelement 50, mittels welchem eine Menge des die Umgehungsleitung 48 durchströmenden Abgases einstellbar ist. Die Umgehungsleitung 48 wird beispielsweise auch als Bypass oder Waste Gate bezeichnet, sodass das Ventilelement 50 beispielsweise als Bypass-Ventil oder Waste-Gate-Ventil bezeichnet wird.
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Die Verbrennungskraftmaschine 10 weist eine beispielsweise als Kurbelwelle ausgebildete Abtriebswelle auf, über welche die Verbrennungskraftmaschine 10 Drehmomente zum Antreiben des Kraftfahrzeugs bereitstellen kann. Dabei ist ein Generator 52 vorgesehen, welcher von der genannten Abtriebswelle mechanisch antreibbar ist und infolge seines mechanischen Antreibens elektrische Energie bereitstellt. Beispielsweise über eine erste Leitung 54 kann die von dem Generator 52 bereitgestellte elektrische Energie zu einem beispielsweise als Batterie ausgebildeten Energiespeicher 56 geführt und in dem Energiespeicher 56 gespeichert werden. Beispielsweise kann die elektrische Maschine 40 mit der in dem Energiespeicher 56 gespeicherten elektrischen Energie versorgt werden, wodurch die elektrische Maschine 40 in dem Motorbetrieb betrieben werden kann.
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Ferner ist es vorgesehen, dass der zweite Verdichter 30, insbesondere der Elektromotor 44, mit der von dem Generator 52 bereitgestellten elektrischen Energie direkt versorgbar ist. So ist beispielsweise ein Leitungselement 58 vorgesehen, über welches der Verdichter 30, insbesondere der Elektromotor 44, direkt mit der von dem Generator 52 bereitgestellten elektrischen Energie versorgt werden kann. Unter dieser direkten Versorgung des Verdichters 30 mit der von dem Generator 52 bereitgestellten elektrischen Energie ist insbesondere zu verstehen, dass die von dem Generator 52 bereitgestellte elektrische Energie direkt und nicht etwa unter Vermittlung einer Batterie dem Verdichter 30, insbesondere dem Elektromotor 44, zugeführt wird. Vorzugsweise weist der Generator 52 eine elektrische Spannung von 48 Volt auf, sodass das Leitungselement 58 als 48-Volt-Verbindung ausgebildet ist. Alternativ oder zusätzlich ist es vorzugsweise vorgesehen, dass der Energiespeicher 56 als 48-Volt-Batterie ausgebildet ist und somit eine elektrische Spannung von 48 Volt aufweist beziehungsweise bereitstellt.
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Bei dem in der Fig. veranschaulichten Ausführungsbeispiel ist der Verdichter 30, welcher als Nennleistungskompressor, insbesondere als elektrischer Nennleistungskompressor (eNK), zum Einsatz kommt, einstufig ausgebildet, sodass der Verdichter 30 genau eine Verdichterstufe aufweist. Alternativ dazu ist es denkbar, dass der Verdichter 30 mehrstufig, das heißt zumindest zweistufig, ausgebildet ist. Bei der mehrstufigen Ausgestaltung des Verdichters 30 weist dieser mehrere Verdichterstufen, das heißt wenigstens zwei Verdichterstufen, auf, mittels welchen die Luft, insbesondere seriell, verdichtet werden kann. Beispielsweise sind die mehreren Verdichterstufen des Verdichters 30 in Reihe beziehungsweise seriell zueinander angeordnet beziehungsweise geschaltet.
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Durch die Verwendung des elektrischen Abgasturboladers 18 und des elektrisch betreibbaren Verdichters 30 kann ein maximal elektrifiziertes Aufladesystem dargestellt werden. In einem Transientbetrieb ist beispielsweise der als elektrischer Nennleistungskompressor ausgebildete Verdichter 30 ausgeschaltet. Ferner ist der Generator 52 beispielsweise von der Abtriebswelle abgekoppelt, sodass der Generator 52 nicht von der Abtriebswelle angetrieben wird. Hierbei wird der elektrische Abgasturbolader 18, insbesondere die elektrische Maschine 40, mittels des Energiespeichers 56 gespeist, sodass beispielsweise die elektrische Maschine 40 in ihrem Motorbetrieb betrieben wird. Hierdurch kann im Vergleich zu einem konventionellen Abgasturbolader, dessen Verdichter ausschließlich mittels Abgas antreibbar ist, ein extrem schnelles Ansprechverhalten realisiert werden.
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Kommt es nun zu einer Hochlast beziehungsweise zu einem Hochlastbetrieb, so wird der Generator 52 ein- beziehungsweise angekoppelt. In der Folge wird der Generator 52 von der Abtriebswelle mechanisch angetrieben. Hierbei ist der Abgasturbolader 18 beziehungsweise dessen elektrische Maschine 40 unbestromt, sodass der Abgasturbolader 18 ein konventionelles Verhalten, das heißt ein Verhalten wie ein konventioneller Abgasturbolader, aufweist. So dient beispielsweise eine durch die elektrische Maschine 40 bewirkbare elektrische Unterstützung nur der Überwindung von instationären Trägheitsmomenten. Ferner erfolgt eine Leistungsabgabe von dem Generator 52 direkt an den elektrischen Nennleistungskompressor (Verdichter 30). Hierdurch kann durch ein mögliches Luft-Überangebot ein hohes Leistungspotential dargestellt werden. Mit anderen Worten kann eine besonders hohe Luftmasse in die Zylinder 14 eingebracht werden, sodass auch eine entsprechende Kraftstoffmasse in die Zylinder 14 eingebracht wird. In der Folge kann eine besonders hohe Leistung der Verbrennungskraftmaschine 10 realisiert werden.
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Bei, insbesondere absoluter, Volllast ist gegebenenfalls ein stromab der Zylinder 14 und stromauf der Turbine 20 herrschender Druck P3 so hoch, dass dieser Druck den Ladungswechsel und somit die Leistung limitieren kann. Weiterhin sollte der Ladezustand der Batterie ausreichend sein. Dann kann gegebenenfalls das Ventilelement 50 geöffnet werden, sodass die Turbine 20 über die Umgehungsleitung 48 bypassiert wird. Dadurch kann der Druck P3 abgesenkt beziehungsweise gering gehalten werden, was den Ladungswechsel signifikant verbessert. Der Verdichter 22 wird in dieser Phase nicht von der Turbine 20, sondern von der elektrischen Maschine 40 in deren Motorbetrieb angetrieben. Gegebenenfalls wird der Verdichter 30 parallel hierzu betrieben. Hierbei ist es sinnvoll, die Turbine nicht komplett zu bypassieren, da die aufzubringende Wellenleistung zum Antreiben des Verdichters zu hoch wäre. Zielführender ist es, P3 nur so weit abzusenken, dass die Ladungswechselvorteile die aufzubringende (elektrische) Wellenleistung überkompensieren.
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Außerdem kann eine Rekuperationsfähigkeit realisiert werden. Eine gegebenenfalls zu hohe Beaufschlagung der Turbine 20 bei einem sehr hohen Abgasmassenstrom und geringem Ladedruckbedarf, beispielsweise bei Gas-Wegnehmen nach einer Beschleunigung, kann, alternativ oder zusätzlich zu der beschriebenen Reduzierung des Drucks P3, beispielsweise durch eine zumindest im Wesentlichen kontinuierliche Rekuperation ausgeglichen beziehungsweise vermieden werden, sodass Abblaseverluste besonders gering gehalten werden. Dann wird ansonsten ungenutzte Abgasenergie zur Erzeugung von Energie genutzt, welche in dem Energiespeicher 56 gespeichert und für zukünftige Anwendungen wie beispielsweise Beschleunigungen der Welle 28 genutzt werden kann. Im Rahmen der Rekuperationsfähigkeit wird beispielsweise die elektrische Maschine 40 in ihrem Generatorbetrieb und somit als Generator betrieben, der über die Welle 28 und das Turbinenrad der Turbine 20 von dem den Abgastrakt 16 durchströmenden Abgas angetrieben wird. Hierdurch stellt die elektrische Maschine 40 elektrische Energie bereit, die in der Batterie beziehungsweise in dem Energiespeicher 56 gespeichert werden kann.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Verbrennungskraftmaschine
- 12
- Zylindergehäuse
- 14
- Zylinder
- 16
- Abgastrakt
- 18
- Abgasturbolader
- 20
- Turbine
- 22
- Verdichter
- 24
- Ansaugtrakt
- 26
- Pfeil
- 28
- Welle
- 30
- zweiter Verdichter
- 32
- Leitungselement
- 34
- Leitungselement
- 36
- Leitungselement
- 38
- Ladeluftkühler
- 40
- elektrische Maschine
- 42
- Welle
- 44
- Elektromotor
- 46
- Umgehungseinrichtung
- 48
- Umgehungsleitung
- 50
- Ventilelement
- 52
- Generator
- 54
- Leitungselement
- 56
- Energiespeicher
- 58
- Leitungselement
- V
- Verbindungsstelle
- V1
- Verbindungsstelle
- V2
- Verbindungsstelle
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- US 6637205 B1 [0002]
- EP 3103991 A1 [0004]
- DE 10247225 A1 [0005]
- DE 102014208092 A1 [0006]