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Die Erfindung betrifft ein Getriebe für ein Kraftfahrzeug, mit einem Getriebegehäuse und mit wenigstens einer innerhalb des Getriebegehäuses angeordneten Temperiereinrichtung zum Temperieren eines Getriebefluids. Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Kraftfahrzeug mit einem solchen Getriebe und ein Verfahren zum Temperieren eines Getriebefluids.
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Die
DE 102 06 019 A1 beschreibt ein Getriebe für einen Kraftfahrzeugantrieb, bei welchem ein Ölvorratsbehälter auf einem hohen Niveau in der Getriebeoberseite eingebaut ist.
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Aus dem Stand der Technik ist es des Weiteren bekannt, bei einem Getriebe eines Kraftfahrzeugs eine aktive Kühlung vorzusehen.
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So beschreibt die
DE 103 15 684 A1 ein Getriebe mit einem Getriebegehäuse. Das Getriebegehäuse umfasst einen Bereich, in welchem Zahnräder rotieren. In dem Getriebegehäuse ist außerhalb des Bereichs, in welchem die Zahnräder rotieren, eine Vertiefung vorgesehen, welche von einem Getriebeschmiermittel durchströmt wird. In dieser Vertiefung ist ein Wärmetauscher angeordnet.
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Des Weiteren beschreibt die
DE 196 25 357 A1 ein Getriebe, bei welchem ein Wärmetauscher ein Bestandteil eines Getriebegehäuses ist. Hierbei können Kanäle zur Ölführung, Wasserführung oder Luftführung direkt in das Getriebegehäuse gegossen oder eingearbeitet sein. Alternativ kann der Wärmetauscher als flache scheibenförmige Einheit an eine Getriebeseite angebaut sein, insbesondere an eine Unterseite des Getriebegehäuses.
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Als nachteilig ist bei derartigen Getrieben der Umstand anzusehen, dass beim Kühlen des Getriebeschmiermittels ein beträchtlicher Anteil der Kühlleistung des Wärmetauschers verloren geht. Dies liegt daran, dass das mittels des Wärmetauschers gekühlte Getriebeschmiermittel in unmittelbarem Kontakt mit dem Getriebegehäuse ist, über welches Wärme in das Getriebeschmiermittel eingebracht wird.
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Die
DE 10 2007 006 896 A1 beschreibt eine Ölwanne einer Brennkraftmaschine, in welcher zur Kühlung von sich in der Ölwanne befindendem Öl ein Wärmetauscher angeordnet ist. Der Wärmetauscher ist von einem einstückigen Kühlrohr gebildet, dessen Enden aus der Ölwanne herausgeführt sind.
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Bei einem weiteren, aus dem Stand der Technik bekannten Getriebe mit aktiver Kühlung ist vorgesehen, einen Wärmetauscher an der Außenseite eines Getriebegehäuses anzubringen. Getriebeseitig wird dann mit einer Pumpe das sich in dem Getriebegehäuse befindende und zum Schmieren von Komponenten des Getriebes dienende Getriebefluid durch den Wärmetauscher gepumpt. Auf der zweiten Seite wird der Wärmetauscher mit Kühlwasser beaufschlagt, welches die Wärme abführt. Hierbei ist ein vergleichsweise großer Aufwand zu betreiben, etwa für den Wärmetauscher, die getriebeseitige Pumpe, eine getriebeseitige Verrohrung, eine Kühlwasserpumpe und eine externe Verrohrung. Des Weiteren sorgt das Vorsehen eines Temperatursensors und einer Pumpensteuerung für einen beträchtlichen technischen Aufwand.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Getriebe der eingangs genannten Art, ein Kraftfahrzeug mit einem solchen Getriebe sowie ein Verfahren zum Temperieren eines Getriebefluids zu schaffen, bei welchem eine besonders effiziente Temperierung des Getriebefluids ermöglicht ist.
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Diese Aufgabe wird durch ein Getriebe mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des Patentanspruchs 7 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
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Das erfindungsgemäße Getriebe für ein Kraftfahrzeug umfasst ein Getriebegehäuse. Innerhalb des Getriebegehäuses ist wenigstens eine Temperiereinrichtung angeordnet, welche dem Temperieren eines sich in dem Getriebegehäuse befindenden Getriebefluids dient. Innerhalb des Getriebegehäuses ist des Weiteren ein Behälter für das Getriebefluid angeordnet. In einer Einbaulage des Getriebes im Kraftfahrzeug ist der Behälter zumindest bereichsweise oberhalb von mit dem Getriebefluid zu beaufschlagenden Komponenten des Getriebes angeordnet. Der Behälter weist wenigstens einen Auslass für das Getriebefluid auf. Über den wenigstens einen Auslass kann das Getriebefluid zu den mit dem Getriebefluid zu versehenden Komponenten des Getriebes gelangen. Des Weiteren ist eine Pumpeinrichtung vorgesehen, mittels welcher das Getriebefluid in den Behälter gefördert werden kann. Die wenigstens eine Temperiereinrichtung ist hierbei in einem Strömungspfad für das Getriebefluid angeordnet, welcher von der Pumpeinrichtung zu dem wenigstens einen Auslass des Behälters reicht.
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Die wenigstens eine Temperiereinrichtung ist im Bereich einer Verbindungsleitung angeordnet, welche von einer Druckseite der Pumpeinrichtung hin zu dem Behälter führt. Als vorteilhaft ist hierbei der Umstand anzusehen, dass in der Verbindungsleitung eine definierte Strömungsgeschwindigkeit des Getriebefluids vorliegt, welche von der Pumpleistung der Pumpeinrichtung abhängt. So kann die von der wenigstens einen Temperiereinrichtung aufzubringende Kühlleistung oder Heizleistung besonders gut auf den Kühlbedarf oder Heizbedarf des Getriebefluids abgestimmt werden.
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Somit kann die Temperierung, also je nach Betriebssituation eine Kühlung oder eine Erwärmung des Getriebefluids, mittels der wenigstens einen Temperiereinrichtung vorgenommen werden, unmittelbar bevor das Getriebefluid zu den mit dem Getriebefluid zu beaufschlagenden Komponenten des Getriebes gelangt. Dadurch geht besonders wenig Kühlleistung beziehungsweise Heizleistung verloren, welche mittels der wenigstens einen Temperiereinrichtung zum Temperieren des Getriebefluids zur Verfügung gestellt wird. Dies liegt daran, dass das Getriebefluid auf dem Strömungspfad nicht mit dem Getriebegehäuse in Kontakt ist, sondern lediglich mit wenigstens einer von der Pumpeinrichtung zu dem Behälter führenden Verbindungsleitung und mit dem Behälter. Eine Wärmeabgabe an das Getriebegehäuse beziehungsweise ein Wärmeintrag von dem Getriebegehäuse in das Getriebefluid ist so besonders gering. Es wird also eine besonders effiziente Temperierung des Getriebefluids erreicht. Dies liegt daran, dass besonders wenig Energie zum Temperieren des Getriebefluids aufgebracht zu werden braucht.
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Des Weiteren wird das temperierte Getriebefluid auf besonders kurzem Weg dorthin gebracht, wo es benötigt wird, nämlich zu den mit dem Getriebefluid zu beaufschlagenden Komponenten des Getriebes. Bei diesen Komponenten kann es sich beispielsweise um die Zahneingriffe eines Radsatzes, ein Differential, Wälzlager und dergleichen Getriebekomponenten handeln.
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Durch das Anordnen der wenigstens einen Temperiereinrichtung in dem Strömungspfad sind keine zusätzlichen Bauteile wie etwa eine Pumpe und eine Verrohrung zum Fördern des Getriebefluids hin zu einem Wärmetauscher oder dergleichen innerhalb des Getriebegehäuses erforderlich. Das Anordnen der wenigstens einen Temperiereinrichtung in dem Strömungspfad für das Getriebefluid kann also im Hinblick auf das Package beziehungsweise den vorzusehenden Bauraum neutral erfolgen. Da eine Kühlung beziehungsweise Erwärmung nur des direkt betroffenen Getriebefluids beziehungsweise Getriebeöls erforderlich ist, also des Anteils am Getriebefluid, welcher unmittelbar zum Schmieren der Komponenten des Getriebes eingesetzt wird, ist eine besonders geringe Temperierleistung der wenigstens einen Temperiereinrichtung ausreichend. Das Kühlen des Getriebefluids kann also mit einer besonders geringen Kühlleistung der Temperiereinrichtung erfolgen und das Erwärmen des Getriebefluids mit einer besonders geringen Heizleistung der Temperiereinrichtung.
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Da das Getriebefluid direkt zu den Verzahnungen, Lagern oder dergleichen Komponenten des Getriebes gelangt, wird im Falle der Erwärmung des Getriebefluids eine besonders geringe Wärmemenge in das Getriebegehäuse eingebracht. Umgekehrt geht beim Kühlen des Getriebefluids besonders wenig Kühlleistung über das Getriebefluid verloren, weil vom Getriebegehäuse her keine Wärme in das mittels der Temperiereinrichtung gekühlte Getriebefluid eingebracht wird.
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Die besonders geringe erforderliche Wärmemenge beziehungsweise die besonders geringe Kühlleistung bringt eine erhöhte Effizienz im Betrieb der Temperiereinrichtung mit sich. Dies führt zu einem verringerten Energieverbrauch zum Betreiben der wenigstens einen Temperiereinrichtung. Bei einem mit Kraftstoff betriebenen Kraftfahrzeug führt dies wiederum zu einem verringerten Kraftstoffverbrach und somit zu verringerten Emissionen an Kohlendioxid. Insgesamt kann somit bei reduziertem technischem Aufwand eine höhere Effizienz erreicht werden.
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Das Heizen und/oder Kühlen des Getriebefluids kann mittels wenigstens einer in dem Strömungspfad angeordneten elektrischen Temperiereinrichtung, etwa einer elektrischen Heizeinrichtung und/oder einem Peltierelement erfolgen.
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Bevorzugt ist die wenigstens eine Temperiereinrichtung jedoch als Wärmetauscher ausgebildet. Mittels eines Wärmetauschers lässt sich nämlich besonders einfach sowohl ein Kühlen des Getriebefluids als auch ein Beheizen des Getriebefluids erreichen. Beim aktiven Heizen oder Erwärmen des Getriebefluids erfolgt der Wärmefluss entsprechend in die bezogen auf das Kühlen umgekehrte Richtung, also von einem Temperierfluid des Wärmetauschers hin zum Getriebefluid. Im Falle der Kühlung wird demgegenüber die Wärme des Getriebefluids von dem Temperierfluid aufgenommen, welches durch den Wärmetauscher strömt.
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Es hat sich als vorteilhaft gezeigt, wenn die Verbindungsleitung ein Innenrohr für das Getriebefluid aufweist, wobei das Innenrohr von einem Außenrohr umgeben ist, welches mit einem Temperierfluid beaufschlagbar ist. Die Verbindungsleitung kann mit anderen Worten als doppelwandiges Steigrohr ausgebildet sein, welches als Wärmetauscher fungiert. Durch eine derartige Anordnung kann über das Temperierfluid besonders gut Wärme in das Getriebefluid eingebracht beziehungsweise Wärme aus dem Getriebefluid abgeführt werden.
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Als weiter vorteilhaft hat es sich gezeigt, wenn an einer Außenseite des Innenrohrs und/oder an einer Innenseite des Außenrohrs wenigstens ein Umlenkelement angeordnet ist, welches im Betrieb der wenigstens einen Temperiereinrichtung von dem Temperierfluid umströmt ist. Insbesondere können an der Außenseite des Innenrohrs und an der Innenseite des Außenrohrs Kühlrippen angeordnet sein, welche in jeweilige Zwischenräume der Kühlrippen des gegenüberliegenden Rohrs eingreifen. So kann eine besonders intensive Wärmeübertragung von dem Getriebefluid auf das Temperierfluid beziehungsweise von dem Temperierfluid auf das Getriebefluid erreicht werden.
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Zusätzlich kann die wenigstens eine Temperiereinrichtung wenigstens eine Leitung für ein Temperierfluid umfassen, welche innerhalb des Behälters angeordnet ist. In dem Behälter liegt eine besonders geringe Strömungsgeschwindigkeit des Getriebefluids vor. Deswegen lässt sich hier eine besonders gute Wärmeübertragung vom Getriebefluid auf das Temperierfluid beziehungsweise von dem Temperierfluid auf das Getriebefluid erreichen.. Des Weiteren kann so das Getriebefluid besonders gut unmittelbar vor dem Austreten aus dem wenigstens einen Auslass gekühlt beziehungsweise erwärmt werden.
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Für eine besonders intensive Übertragung von Wärme von dem Getriebefluid auf das Temperierfluid beziehungsweise beim Erwärmen des Getriebefluids von dem Temperierfluid auf das Getriebefluid hat es sich des Weiteren als vorteilhaft gezeigt, wenn die wenigstens eine Leitung eine Mehrzahl von Windungen aufweist. Darüber hinaus können an der wenigstens einen Leitung Rippen oder dergleichen vorgesehen sein, um eine Wärmeübertragungsfläche zu vergrößern.
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Von Vorteil ist es weiterhin, wenn der Behälter aus einem Kunststoff gebildet ist. Dann sorgt nämlich der Behälter für eine besonders gute Wärmeisolation des Getriebefluids.
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Schließlich hat es sich als vorteilhaft gezeigt, wenn die Pumpeinrichtung als Kreiselpumpe ausgebildet ist. Eine Kreiselpumpe ist nämlich üblicherweise lediglich zum Aufbringen eines vergleichsweise geringen Drucks ausgebildet. Entsprechend ist die Kreiselpumpe mit einer besonders geringen elektrischen Leistung betreibbar. Dies ist der Energieeffizienz beim Temperieren des Getriebefluids zuträglich. Der geringe Druck, welcher beispielsweise bei einer Temperatur des Getriebefluids von 80 Grad Celsius 80 Millibar betragen kann, ist jedoch ausreichend, da lediglich das Getriebefluid von einem Sumpf des Getriebegehäuses hin zu dem Behälter angehoben zu werden braucht.
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Zudem braucht das Getriebefluid nicht Rohre eines Wärmetauschers zu durchströmen. Daher ist der vergleichsweise geringe von der Kreiselpumpe im Betrieb aufgebrachte Druck ausreichend, um das Getriebefluid entlang des Strömungspfads von der Kreiselpumpe hin zu dem wenigstens einen Auslass zu fördern. Des Weiteren ist die Kreiselpumpe besonders robust im Hinblick auf Verschmutzung und im Hinblick auf Spalte.
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Das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug umfasst wenigstens ein erfindungsgemäßes Getriebe.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Getriebefluid temperiert, welches sich in einem Getriebe eines Kraftfahrzeugs befindet. Zum Temperieren wird wenigstens eine innerhalb eines Getriebegehäuses des Getriebes angeordnete Temperiereinrichtung eingesetzt. Innerhalb des Getriebegehäuses ist ein Behälter für das Getriebefluid angeordnet, welcher in einer Einbaulage des Getriebes im Kraftfahrzeug zumindest bereichsweise oberhalb von Komponenten des Getriebes angeordnet ist. Die Komponenten werden über wenigstens einen Auslass des Behälters mit dem Getriebefluid beaufschlagt. Mittels einer Pumpeinrichtung wird das Getriebefluid in den Behälter gefördert. Mittels der wenigstens einen Temperiereinrichtung wird das Getriebefluid temperiert, während sich das Getriebefluid auf einem Strömungspfad befindet, welcher von der Pumpeinrichtung zu dem wenigstens einen Auslass reicht. Mittels der wenigstens einen Temperiereinrichtung wird das Getriebefluid im Bereich einer Verbindungsleitung temperiert, welche von einer Druckseite der Pumpeinrichtung hin zu dem Behälter führt. Das Getriebefluid kann bedingt durch die Förderleistung der Pumpeinrichtung entlang des Strömungspfads strömen und/oder infolge der Schwerkraft aus dem wenigstens einen Auslass des Behälters austreten. Mittels eines solchen Verfahrens lässt sich ein besonders effizientes Temperieren des Getriebefluids erreichen.
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Die für das erfindungsgemäße Getriebe beschriebenen Vorteile und bevorzugten Ausführungsformen gelten auch für das erfindungsgemäße Kraftfahrzeug und das erfindungsgemäße Verfahren und umgekehrt.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
- 1 teilweise geschnitten ein Getriebe eines Kraftfahrzeugs, bei welchem ein Ölen von Komponenten des Getriebes in einem sogenannten Panschmodus erfolgt;
- 2 das Getriebe gemäß 2, bei welchem das Ölen der Komponenten in einem sogenannten Trockensumpfmodus erfolgt;
- 3 eine Kreiselpumpe zum Fördern von Getriebeöl aus einem Sumpf des Getriebegehäuses gemäß 1 und 2 in einen oberhalb eines Radsatzes des Getriebes angeordneten Behälter;
- 4 die Pumpe gemäß 3 in einer Schnittansicht;
- 5 Komponenten des Getriebes gemäß 1, wobei ein Strömungspfad des Getriebeöls von der Pumpe hin zu Auslässen des Behälters veranschaulicht ist;
- 6 schematisch einen Ausschnitt einer Steigleitung, welche von einer Druckseite der Pumpe zu dem Behälter führt, wobei die Steigleitung doppelwandig ausgeführt ist und als Wärmetauscher betrieben wird; und
- 7 schematisch die Integration eines Wärmetauschers in den Behälter, welcher oberhalb des Radsatzes des Getriebes angeordnet ist.
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Ein in 1 teilweise geschnitten gezeigtes Getriebe 10 eines Kraftfahrzeugs umfasst ein Getriebegehäuse 12, von welchem in 1 und 2 nur ein Teil dargestellt ist. Innerhalb des Getriebegehäuses 12 befindet sich ein Getriebefluid oder Getriebeöl 14. Das Getriebeöl 14 dient dem Schmieren von Komponenten des Getriebes 10, beispielsweise der Beölung von Zahnrädern 16, Lagern und dergleichen Komponenten eines Radsatzes 18, welcher in 2 und 5 besser zu sehen ist als in 1. Des Weiteren kann ein Differential des Getriebes 10 mit dem Getriebeöl 14 beaufschlagt werden.
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In 1 ist ein Betriebsmodus gezeigt, welcher auch als Panschen bezeichnet wird. Hierbei tauchen die Zahnräder 16 in das Getriebeöl 14 ein. Entsprechend ist ein Ölstand 20, welcher in den Figuren durch eine Linie veranschaulicht ist, innerhalb des Getriebegehäuses 12 vergleichsweise hoch. Der Betriebsmodus des Panschens kann bei dem Getriebe 10, bei welchem es sich vorliegend um ein Automatikgetriebe handelt, beispielsweise in einem Temperaturbereich von -30 Grad Celsius bis 0 Grad Celsius vorgesehen sein.
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2 zeigt das Getriebe 10 in einem Betriebsmodus, welcher auch als Trockensumpfmodus oder Trockensumpfbetrieb bezeichnet wird. Hierbei tauchen die Zahnräder 16 des Radsatzes 18 nicht in das Getriebeöl 14 ein. Entsprechend befinden sich die Zahnräder 16 oberhalb des Ölstands 20. In diesem Betriebsmodus wird mittels einer Pumpeinrichtung in Form einer Kreiselpumpe 22 (vergleiche 3) das Getriebeöl 14 aus dem Sumpf des Getriebegehäuses 12 in einen Behälter 24 gefördert, welcher sich direkt oberhalb des Radsatzes 18 befindet.
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Das Speichern des Getriebeöls 14 in dem Behälter 24 sorgt für den im Vergleich zum Panschmodus niedrigeren Ölstand 20 im Getriebegehäuse 12 im Trockensumpfbetrieb, in welchem die Kreiselpumpe 22 betrieben wird. Das Getriebeöl 14 gelangt aus dem Sumpf des Getriebegehäuses 12 über eine Verbindungsleitung in Form einer Steigleitung 26 beziehungsweise eines Steigrohres in den Behälter 24, wobei die Steigleitung 26 an einen druckseitigen Auslass 28 der Kreiselpumpe 22 einerseits (vergleiche 3) und an den Behälter 24 andererseits angeschlossen ist.
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Der Behälter 24 weist eine Mehrzahl von Auslässen 30 auf, welche in 1 und 2 nicht dargestellt, jedoch in 5 durch entsprechende Pfeile veranschaulicht sind. Über diese Auslässe 30 gelangt das Getriebeöl 14 zu den Zahneingriffen der Zahnräder 16, zu den Wälzlagern und dergleichen Komponenten des Getriebes 10. Das Getriebe 10 wird im Pumpmodus oder Trockensumpfmodus insbesondere bei Temperaturen des Getriebeöls 14 von 0 Grad Celsius bis zur maximalen Temperatur des Getriebeöls 14 betrieben.
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Aus 3 ist ersichtlich, dass die Kreiselpumpe 22 einen Einlass 32 für das zu fördernde beziehungsweise anzuhebende Getriebeöl 14 aufweist sowie einen Stecker 34, über welchen ein Elektromotor der Kreiselpumpe 22 mit elektrischem Strom versorgt wird. Des Weiteren ist innerhalb eines Gehäuses 36 der Kreiselpumpe 22 eine Rechnereinheit beziehungsweise eine Elektronik 40 vorgesehen, welche der Steuerung eines Rotors 38 (vergleiche 4) des Elektromotors der Kreiselpumpe 22 dient. Aus der Schnittansicht in 4 ist des Weiteren die Anordnung der entsprechenden Elektronik 40 innerhalb des Gehäuses 36 der Kreiselpumpe 22 ersichtlich.
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Anhand von 5 soll nun ein effizienter Betrieb des Kühlens oder Erwärmens des sich in dem Getriebegehäuse 12 des Getriebes 10 befindenden Getriebeöls 14 veranschaulicht werden. Vorliegend ist nämlich in einem Strömungspfad des Getriebefluids oder Getriebeöls 14 wenigstens eine Temperiereinrichtung in Form eines oder mehrerer Wärmetauscher 42, 44 angeordnet. Der Strömungspfad für das Getriebefluid oder Getriebeöl 14 reicht hierbei von der Kreiselpumpe 22 hin zu den Auslässen 30, welche in dem Behälter 24 vorgesehen sind. Ein Teil dieses Strömungspfads ist in 5 durch einen Pfeil 46 veranschaulicht.
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Beispielsweise kann der Wärmetauscher 42 im Bereich der Steigleitung 26 vorgesehen sein, welche von dem druckseitigen Auslass 28 der Kreiselpumpe 22 zu dem Behälter 24 führt. Dies ist anhand von 6 veranschaulicht.
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Gemäß 6 ist die Steigleitung 26 doppelwandig ausgebildet und umfasst ein Innenrohr 48 für das Getriebeöl 14, welches beziehungsweise dessen Strömungsrichtung in 6 durch einen Pfeil veranschaulicht ist, und welches entsprechend durch das Innenrohr 48 strömt. Das Innenrohr 48 ist von einem Außenrohr 50 umgeben. In einem Zwischenraum zwischen dem Außenrohr 50 und dem Innenrohr 48 befindet sich ein Temperierfluid 52, etwa in Form eines Kühlmittels oder Kühlwassers des Kraftfahrzeugs.
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Bevorzugt sind an einer Außenseite 54 des Innenrohrs 48 und an einer Innenseite 56 des Außenrohrs 50 jeweilige Rippen 58 oder dergleichen Umlenkelemente angeordnet. Diese Rippen 58 vergrößern die zur Wärmeübertragung geeignete Oberfläche des Innenrohrs 48, welches insbesondere aus Aluminium gebildet sein kann. Des Weiteren sorgen die Rippen 58 an der Innenseite 56 des Außenrohrs 50 für einen gewundenen, mäandrierenden Strömungspfad des Temperierfluids 52 beim Durchströmen des Zwischenraums zwischen dem Innenrohr 48 und dem Außenrohr 50. Das Außenrohr 50 kann insbesondere aus einem Kunststoff wie etwa Polyamid gebildet sein. So ist eine gute Wärmeisolation des Wärmetauschers 42 sichergestellt.
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Alternativ oder zusätzlich zu dem im Bereich der Steigleitung 26 vorgesehenen Wärmetauscher 42 kann gemäß 5 der Wärmetauscher 44 für das Temperieren des Getriebeöls 14 sorgen. Dieser Wärmetauscher 44 ist innerhalb des Behälters 24 angeordnet, wie dies in 5 lediglich schematisch, in 7 jedoch besser ersichtlich dargestellt ist.
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Entsprechend verläuft wenigstens eine Leitung 60 für das Temperierfluid 52, also ein Kühlrohr beziehungsweise eine Kühlwasserleitung, durch das Innere des Behälters 24. Mittels des durch die Leitung 60 strömenden Temperierfluids 52 kann Wärme von dem Getriebeöl 14 abgeführt werden, wenn das Getriebeöl 14 gekühlt werden soll. Umgekehrt kann der jeweilige Wärmetauscher 42, 44 als Heizeinrichtung betrieben werden, wenn das Getriebeöl 14 erwärmt werden soll. Dann wird über das Temperierfluid 52 Wärme in das Getriebeöl 14 eingebracht.
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Wie in 5 schematisch gezeigt ist, weist die wenigstens eine Leitung 60, welche innerhalb des Behälters 24 angeordnet ist, bevorzugt eine Mehrzahl von Windungen auf. So wird eine besonders gute Wärmeübertragung von dem Temperierfluid 52 auf das Getriebeöl 14 beziehungsweise von dem Getriebeöl 14 auf das Temperierfluid 52 erreicht.
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Mittels der bevorzugt als die Wärmetauscher 42, 44 ausgebildeten Temperiereinrichtungen kann das Getriebeöl 14 unmittelbar vor dem Austreten aus den Auslässen 30 gekühlt oder erwärmt werden. Dadurch braucht nur eine vergleichsweise geringe Heizleistung beziehungsweise Kühlleistung durch das Temperierfluid 52 bereitgestellt zu werden. Des Weiteren ist durch die bevorzugte Ausbildung des Behälters 24 sowie des Außenrohrs 50 aus Kunststoff eine gute Wärmeisolation erreicht.
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Da das Getriebeöl 14 auf dem Strömungspfad von der Kreiselpumpe 22 zu den Auslässen 30 gekühlt oder erwärmt wird, ist eine Wärmeabgabe an das Getriebegehäuse 12 beziehungsweise eine Wärmeaufnahme von dem Getriebegehäuse 12 her besonders gering. Mit anderen Worten lässt sich das Getriebeöl 14 besonders verlustarm temperieren, also je nach Bedarf kühlen oder erwärmen.
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Dadurch, dass der Behälter 24 unmittelbar oder direkt oberhalb des Radsatzes 18 angeordnet ist, erfolgt das Erwärmen beziehungsweise Kühlen des Getriebeöls 14 des Weiteren unmittelbar vor der Beaufschlagung der entsprechenden Komponenten des Getriebes 10 mit dem Getriebeöl 14. Dies ist im Hinblick auf den Energieeinsatz für das Kühlen beziehungsweise Erwärmen des Getriebeöls 14 besonders effizient. Dies gilt sowohl für die Integration des Wärmetauschers 44 beziehungsweise der Wärmetauscherfunktion in den Behälter 24 beziehungsweise Ölbehälter des Trockensumpfkonzeptes als auch für die Integration des Wärmetauschers 42 in die zu dem Behälter 24 führende Verbindungsleitung oder Steigleitung 26.
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7 veranschaulicht nochmals den Betrieb und die Auslegung des Wärmetauschers 44, welcher in den Behälter 24 integriert ist. So strömt das von der Steigleitung 26 kommende Getriebeöl 14 über einen Einlass 62 in den nach Art einer Ölwanne ausgebildeten Behälter 24 hinein. Auf unterschiedlichen Wegen, welche in 7 durch entsprechende Pfeile 64 veranschaulicht sind, gelangt das Getriebeöl 14 dann zu den Auslässen 30. Von den Auslässen 30 bewegt sich das Getriebeöl 14 infolge der Schwerkraft hin zu den mit dem Getriebeöl 14 zu beaufschlagenden Komponenten des Getriebes 10.
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In die wenigstens eine Leitung 60, welche innerhalb des Behälters 24 angeordnet ist, wird das Temperierfluid 52 über einen Zulauf 66 eingebracht. Das Temperierfluid 52 durchströmt dann die Windungen der Leitung 60, was in 7 durch entsprechende Strömungspfeile 68 veranschaulicht ist. Über einen aus dem Behälter 24 herausgeführten Auslass 70 der Leitung 60 verlässt dann das Temperierfluid 52 nach einem Abgeben oder Aufnehmen von Wärme wieder den Behälter 24.