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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Elektrode für eine Batteriezelle. Die Erfindung betrifft ferner eine Elektrode, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt ist, sowie eine Batteriezelle, die eine erfindungsgemäße Elektrode umfasst.
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Stand der Technik
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Elektrische Energie ist mittels Batterien speicherbar. Batterien wandeln chemische Reaktionsenergie in elektrische Energie um. Hierbei werden Primärbatterien und Sekundärbatterien unterschieden. Primärbatterien sind nur einmal funktionsfähig, während Sekundärbatterien, die auch als Akkumulator bezeichnet werden, wieder aufladbar sind. Eine Batterie umfasst dabei eine oder mehrere Batteriezellen.
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In einem Akkumulator finden insbesondere Lithium-basierte Batteriezellen Verwendung. Diese zeichnen sich unter anderem durch hohe Energiedichten, thermische Stabilität und eine äußerst geringe Selbstentladung aus. Insbesondere Lithium-Ionen-Batteriezellen kommen unter anderem in Kraftfahrzeugen, insbesondere in Elektrofahrzeugen (Electric Vehicle, EV), Hybridfahrzeugen (Hybride Electric Vehicle, HEV) sowie Plug-In-Hybridfahrzeugen (Plug-In-Hybride Electric Vehicle, PHEV) zum Einsatz.
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Lithium-basierte Batteriezellen weisen eine positive Elektrode, die auch als Kathode bezeichnet wird, und eine negative Elektrode, die auch als Anode bezeichnet wird, auf. Die Kathode sowie die Anode umfassen je einen Stromableiter, auf den ein Aktivmaterial aufgebracht ist. Bei dem Aktivmaterial für die Kathode handelt es sich beispielsweise um ein Metalloxid oder ein schwefelhaltiges Material. Bei dem Aktivmaterial für die Anode handelt es sich beispielsweise um Graphit oder Silizium oder metallisches Lithium.
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Das Dokument
DE 10 2015 105 155 A1 offenbart eine Batterie, welche eine positive Elektrode und eine negative Elektrode aufweist. Beide Elektroden umfassen ein Aktivmaterial. Bei der Herstellung der Elektroden wird das Aktivmaterial für die positive Elektrode ebenso wie für die negative Elektrode mittels eines Ultraschallhomogenisators dispergiert.
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Das Dokument
DE 11 2014 000 438 T5 offenbart eine Batterie und ein Verfahren zur Herstellung der Batterie. Die Batterie umfasst dabei eine positive Elektrodenschicht und eine negative Elektrodenschicht. Das Aktivmaterial für die positive Elektrode ebenso wie für die negative Elektrode wird dabei hergestellt, indem das betreffende Aktivmaterial mithilfe eines Ultraschalldispersers gerührt wird.
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Das Dokument
DE 10 2011 088 824 A1 offenbart Elektroden für Lithium-Ionen-Batterien sowie Verfahren zu deren Herstellung. Dabei wird ein elektrisch leitfähiges Kollektorband mit dem Aktivmaterial beschichtet. Anschließend werden unbeschichtete Bereiche des Kollektorbandes durch Längsdehnung verformt.
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Das Dokument
DE 10 2010 038 518 A1 offenbart Aktivmaterial zur Anwendung in Elektroden, insbesondere von Kondensatoren. Das gemäß diesem Verfahren hergestellte Aktivmaterial weist eine hohe Porosität und eine geringe Tortuosität auf.
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Offenbarung der Erfindung
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Es wird ein erstes Verfahren zur Herstellung einer Elektrode für eine Batteriezelle vorgeschlagen. Dabei kann es sich um eine negative Elektrode handeln, die auch als Anode bezeichnet wird, oder um eine positive Elektrode, die auch als Kathode bezeichnet wird. Das erfindungsgemäße erste Verfahren umfasst folgende Schritte:
Zunächst wird ein Rohling erzeugt, welcher folienartig ausgebildet ist, und welcher Partikel eines Aktivmaterials enthält. Wenn der Rohling zur Herstellung einer Anode vorgesehen ist, so handelt es sich bei dem Aktivmaterial beispielsweise um Graphit oder Silizium. Wenn der Rohling zur Herstellung einer Kathode vorgesehen ist, so handelt es sich bei dem Aktivmaterial beispielsweise um ein Metalloxid.
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Anschließend werden die Partikel innerhalb des Rohlings durch mechanische Einwirkung auf den Rohling in eine Längsrichtung ausgerichtet. Dabei werden die Partikel innerhalb des Rohlings säulenartig oder lamellar oder in Form einer Kette angeordnet.
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Danach wird aus dem Rohling durch entsprechende Weiterbehandlung eine Aktivmaterialschicht erstellt. Die Art der Weiterbehandlung hängt dabei von dem Material des Rohlings ab. Im Folgenden werden auch geeignete Arten der Weiterbehandlung beschrieben. Die Aktivmaterialschicht ist dabei auch folienartig ausgebildet.
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Anschließend wird die Aktivmaterialschicht auf einen Stromableiter aufgebracht. Der Stromableiter ist dabei elektrisch leitend und ebenfalls folienartig ausgebildet. Wenn der Stromableiter zur Herstellung einer Anode vorgesehen ist, so ist er beispielsweise aus Kupfer gefertigt. Wenn der Stromableiter zur Herstellung einer Kathode vorgesehen ist, so ist er beispielsweise aus Aluminium gefertigt.
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Die Aktivmaterialschicht bildet gemeinsam mit dem Stromableiter die Elektrode. Die Aktivmaterialschicht wird derart auf den Stromableiter aufgebracht, dass die Längsrichtung, in welche die Partikel ausgerichtet sind, zumindest annähernd rechtwinklig zu dem Stromableiter orientiert ist.
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Es wird auch ein zweites Verfahren zur Herstellung einer Elektrode für eine Batteriezelle vorgeschlagen. Auch dabei kann es sich um eine negative Elektrode handeln, die auch als Anode bezeichnet wird, oder um eine positive Elektrode, die auch als Kathode bezeichnet wird. Das erfindungsgemäße zweite Verfahren umfasst folgende Schritte:
Zunächst wird ein Rohling erzeugt, welcher folienartig ausgebildet ist, und welcher Partikel eines Aktivmaterials enthält. Wenn der Rohling zur Herstellung einer Anode vorgesehen ist, so handelt es sich bei dem Aktivmaterial beispielsweise um Graphit oder Silizium. Wenn der Rohling zur Herstellung einer Kathode vorgesehen ist, so handelt es sich bei dem Aktivmaterial beispielsweise um ein Metalloxid.
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Anschließend wird der Rohling auf einen Stromableiter aufgebracht. Der Stromableiter ist dabei elektrisch leitend und ebenfalls folienartig ausgebildet. Wenn der Stromableiter zur Herstellung einer Anode vorgesehen ist, so ist er beispielsweise aus Kupfer gefertigt. Wenn der Stromableiter zur Herstellung einer Kathode vorgesehen ist, so ist er beispielsweise aus Aluminium gefertigt.
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Anschließend werden die Partikel innerhalb des Rohlings durch mechanische Einwirkung auf den Rohling in eine Längsrichtung ausgerichtet. Dabei werden die Partikel innerhalb des Rohlings säulenartig oder lamellar oder in Form einer Kette angeordnet. Die Längsrichtung, in welche die Partikel ausgerichtet werden, ist dabei zumindest annähernd rechtwinklig zu dem Stromableiter orientiert.
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Danach wird aus dem Rohling durch entsprechende Weiterbehandlung eine Aktivmaterialschicht erstellt. Die Art der Weiterbehandlung hängt dabei von dem Material des Rohlings ab. Im Folgenden werden auch geeignete Arten der Weiterbehandlung beschrieben. Die Aktivmaterialschicht ist dabei auch folienartig ausgebildet.
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Die Aktivmaterialschicht bildet dann gemeinsam mit dem Stromableiter die Elektrode. Der Schritt zur Ausrichtung der Partikel innerhalb des Rohlings durch mechanische Einwirkung auf den Rohling in die Längsrichtung und der Schritt zur Weiterbehandlung zur Erstellung der Aktivmaterialschicht müssen nicht zwingend nacheinander ausgeführt werden sondern können auch gleichzeitig stattfinden.
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Gemäß einer möglichen Ausgestaltung der Erfindung ist der Rohling als Suspension ausgestaltet. Die Suspension enthält dabei ein Lösungsmittel oder ein Suspensionsmittel, in welchem die Partikel des Aktivmaterials enthalten sind. Weiterhin kann die Suspension einen Leitzusatz wie beispielsweise Carbon Black oder einen Polymer-Binder, insbesondere PVDF, enthalten.
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Gemäß einer weiteren möglichen Ausgestaltung der Erfindung umfasst der Rohling eine Polymer-Matrix. In die Polymermatrix sind dabei die Partikel des Aktivmaterials eingebettet. Der Rohling kann dabei als Suspension ausgestaltet sein, wobei die Suspension einen Leitzusatz wie beispielsweise Carbon Black enthalten kann.
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Die mechanische Einwirkung auf den Rohling zur Ausrichtung der Partikel in die Längsrichtung umfasst dabei vorzugsweise eine Bestrahlung des Rohlings mittels Ultraschallwellen. Die Bestrahlung des Rohlings mittels Ultraschallwellen ist verhältnismäßig einfach und kostengünstig durchführbar. Vorteilhaft erfolgt die Bestrahlung des Rohlings dabei mittels stehender Ultraschallwellen.
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Die Weiterbehandlung des als Suspension ausgestalteten Rohlings zur Erstellung der Aktivmaterialschicht umfasst dabei insbesondere eine Trocknung, wodurch das Lösungsmittel aus dem Rohling verdampft. Dadurch entsteht eine Aktivmaterialschicht in fester Form. Die Trocknung kann dabei gleichzeitig mit der Ultraschallbehandlung stattfinden.
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Die mechanische Einwirkung auf den Rohling zur Ausrichtung der Partikel in die Längsrichtung ist dabei vorzugsweise eine Dehnung des Rohlings in Längsrichtung.
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Vorteilhaft wird der Rohling dabei vor der mechanischen Einwirkung zur Ausrichtung der Partikel in die Längsrichtung über seine Glasübergangstemperatur erwärmt. Dadurch erhält der Rohling eine Fließfähigkeit, wodurch die Ausrichtung der Partikel innerhalb der Polymermatrix unterstützt wird. Diese Erwärmung des Rohlings ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn Ausrichtung der Partikel in die Längsrichtung mittels Bestrahlung mit Ultraschallwellen erfolgt.
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Die Weiterbehandlung des Rohlings zur Erstellung der Aktivmaterialschicht umfasst dabei insbesondere auch eine Abkühlung unter seine Glasübergangstemperatur. Dadurch entsteht eine Aktivmaterialschicht in fester Form.
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Es wird auch eine Elektrode für eine Batteriezelle vorgeschlagen, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt ist. Bei der Elektrode kann es dabei um eine Anode ebenso wie um eine Kathode handeln.
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Auch wird eine Batteriezelle vorgeschlagen, welche mindestens eine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Elektrode umfasst. Bevorzugt umfasst die Batteriezelle dabei eine erfindungsgemäße Anode und eine erfindungsgemäße Kathode.
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Eine erfindungsgemäße Batteriezelle findet vorteilhaft Verwendung in einem Elektrofahrzeug (EV), in einem Hybridfahrzeug (HEV), in einem Plug-In-Hybridfahrzeug (PHEV) oder in einem Consumer-Elektronik-Produkt. Aber auch andere Anwendungen sind denkbar.
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Vorteile der Erfindung
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Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet die Herstellung einer Elektrode für eine Batteriezelle, deren Aktivmaterialschicht eine verhältnismäßig gute ionische Leitfähigkeit aufweist. Durch die Ausrichtung der Partikel in Längsrichtung entsteht eine geringe Tortuosität in der Aktivmaterialschicht, wodurch die ionische Leitfähigkeit der Aktivmaterialschicht erhöht wird. Vor allem bei der Orientierung mittels Ultraschall wird folgender Vorteil erwartet: Die Reorganisation der Partikel in eine lamellare oder säulenförmige Struktur bedeutet eine Erhöhung der Partikeldichte oder der Partikelkonzentration innerhalb dieser Lamellen oder Säulen. Dadurch verbessert sich die Kontaktierung der Aktivpartikel untereinander bzw. mit den Leitzusatz-Partikeln, die sich ebenfalls bevorzugt in den Lamellen/Säulen anhäufen. Das führt zu einer verbesserten elektrischen Leitfähigkeit der Aktivmaterialschicht, ggfs. könnte dann auch die Menge an Leitzusatz etwas herabgesetzt werden.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Ausführungsformen der Erfindung werden anhand der Zeichnungen und der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
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Es zeigen:
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1: eine schematische Darstellung einer Batteriezelle,
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2: eine schematische Darstellung von Schritten zu Herstellung einer Aktivmaterialschicht einer Elektrode gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel und
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3: eine schematische Darstellung von Schritten zu Herstellung einer Aktivmaterialschicht einer Elektrode gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel.
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Ausführungsformen der Erfindung
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In der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsformen der Erfindung werden gleiche oder ähnliche Elemente mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet, wobei auf eine wiederholte Beschreibung dieser Elemente in Einzelfällen verzichtet wird. Die Figuren stellen den Gegenstand der Erfindung nur schematisch dar.
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Eine Batteriezelle 2 ist in 1 schematisch dargestellt. Die Batteriezelle 2 umfasst ein Zellengehäuse 3, welches prismatisch, vorliegend quaderförmig, ausgebildet ist. Die Batteriezelle 2 umfasst ein negatives Terminal 11 und ein positives Terminal 12. Über die Terminals 11, 12 kann eine von der Batteriezelle 2 zur Verfügung gestellte Spannung abgegriffen werden. Ferner kann die Batteriezelle 2 über die Terminals 11, 12 auch geladen werden.
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Innerhalb des Zellengehäuses 3 der Batteriezelle 2 ist ein Elektrodenwickel angeordnet, welcher zwei Elektroden, nämlich eine Anode 21 und eine Kathode 22, aufweist. Die Anode 21 und die Kathode 22 sind jeweils folienartig ausgeführt und unter Zwischenlage eines Separators 23 zu dem Elektrodenwickel gewickelt.
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Die Anode 21 umfasst eine anodische Aktivmaterialschicht 41 und einen Stromableiter 31, welche flächig aneinander gelegt und miteinander verbunden sind. Der Stromableiter 31 der Anode 21 ist elektrisch leitfähig ausgeführt und aus einem Metall gefertigt, beispielsweise aus Kupfer, und elektrisch mit dem negativen Terminal 11 der Batteriezelle 2 verbunden.
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Die Kathode 22 umfasst eine kathodische Aktivmaterialschicht 42 und einen Stromableiter 32, welche flächig aneinander gelegt und miteinander verbunden sind. Der Stromableiter 32 der Kathode 22 ist elektrisch leitfähig ausgeführt und aus einem Metall gefertigt, beispielsweise aus Aluminium, und elektrisch mit dem positiven Terminal 12 der Batteriezelle 2 verbunden.
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Die Anode 21 und die Kathode 22 sind durch den Separator 23 voneinander getrennt, welcher ebenfalls folienartig ausgebildet ist. Der Separator 23 ist dabei zwischen der anodischen Aktivmaterialschicht 41 und der kathodischen Aktivmaterialschicht 42 angeordnet. Der Separator 23 ist elektrisch isolierend ausgebildet, aber ionisch leitfähig, also für Lithiumionen durchlässig.
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2 zeigt eine schematische Darstellung von Schritten zu Herstellung einer Aktivmaterialschicht einer Elektrode gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel. Dabei handelt es sich vorliegend um die anodische Aktivmaterialschicht 41 der Batteriezelle 2 aus 1. Die kathodische Aktivmaterialschicht 42 kann aber auf gleiche Art hergestellt werden.
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Ein Rohling 50, der als Suspension ausgestaltet ist, enthält ein Lösungsmittel, in welchem Partikel 60 eines Aktivmaterials enthalten sind. Bei dem Aktivmaterial handelt es sich dabei vorliegend um Graphit. Die Partikel 60 sind dabei unregelmäßig in dem Rohling 50 verteilt. Insbesondere weisen die Partikel 60 unterschiedliche und voneinander unabhängige Ausrichtungen innerhalb des Rohlings 50 auf.
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Der Rohling 50 wird mittels stehender Ultraschallwellen bestrahlt. Die Ultraschallwellen weisen dabei eine Bestrahlungsrichtung 70 auf, welche in 2 als entsprechender Pfeil dargestellt ist. Die Bestrahlung des Rohlings 50 mittels stehender Ultraschallwellen stellt eine mechanische Einwirkung auf den Rohling 50 im Sinne der Erfindung dar.
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Bei der Bestrahlung mittels stehender Ultraschallwellen kann der Rohling 50 auf einem schwingenden Tisch angeordnet sein. Unter einem schwingenden Tisch ist dabei eine horizontale Auflagefläche zu verstehen, die mit variabler Frequenz und Amplitude eine sinusförmige Auslenkung in horizontaler Richtung vollziehen kann. Der Rohling 50 kann hierbei beispielsweise mittels eines Unterdrucks und/oder auch einer Klemmvorrichtung auf der horizontalen Auflagefläche fixiert werden.
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Durch die Bestrahlung der Rohlings 50 mit stehenden Ultraschallwellen erfolgt eine Ausrichtung der Partikel 60 in eine Längsrichtung x. Die Längsrichtung x verläuft dabei rechtwinklig zu der Bestrahlungsrichtung 70. Nach der Bestrahlung des Rohlings 50 mit stehenden Ultraschallwellen sind die Partikel 60 somit in Längsrichtung x und parallel zueinander ausgerichtet.
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Anschließend findet eine Weiterbehandlung des Rohlings 50 statt. Die Weiterbehandlung umfasst eine Trocknung des Rohlings 50, wodurch das Lösungsmittel aus dem Rohling 50 verdampft. Es entsteht die in 1 dargestellte anodische Aktivmaterialschicht 41. Die anodische Aktivmaterialschicht 41 liegt dabei, nach Verdampfen des Lösungsmittels aus dem Rohling 50, in fester Form vor.
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Danach wird die anodische Aktivmaterialschicht 41 auf den Stromableiter 31 der Anode 21 aufgebracht. Der Stromableiter 31 der Anode 21 ist dabei folienartig ausgeführt und aus Kupfer gefertigt. Die anodische Aktivmaterialschicht 41 wird derart auf den Stromableiter 31 der Anode 21 aufgebracht, dass die Längsrichtung x, in welche die Partikel 60 des Aktivmaterials ausgerichtet sind, rechtwinklig zu dem Stromableiter 31 der Anode 21 steht.
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Alternativ kann der Rohling 50 auch zunächst auf den Stromableiter 31 der Anode 21 aufgebracht werden. Anschließend erfolgt dann die Ausrichtung der Partikel 60 in die Längsrichtung x durch Bestrahlung mittels stehender Ultraschallwellen. Während oder nach der Bestrahlung mittels stehender Ultraschallwellen findet dann die Weiterbehandlung des Rohlings 50 statt. Die Weiterbehandlung umfasst die Trocknung des Rohlings 50, wodurch das Lösungsmittel aus dem Rohling 50 verdampft. Es entsteht ebenfalls die in 1 dargestellte anodische Aktivmaterialschicht 41.
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Vor der Bestrahlung mittels stehender Ultraschallwellen kann der Rohling 50 auf eine Temperatur erwärmt werden, welche höher ist als eine Glasübergangstemperatur des Rohlings 50. Dadurch erhält der Rohling 50 eine Fließfähigkeit, wodurch die Ausrichtung der Partikel 60 unterstützt wird. Die anschließende Weiterbehandlung des Rohlings 50 umfasst dann eine Abkühlung des Rohlings 50 auf eine Temperatur, welche unterhalb der Glasübergangstemperatur des Rohlings 50.
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Es ist denkbar, nachfolgend die anodische Aktivmaterialschicht 41 und/oder die Anode 21 danach zu kalandrieren.
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In der in 2 gezeigten Darstellung sind die Partikel 60 länglich oder oval dargestellt. Die Partikel 60 können auch anders ausgestaltet sein, beispielsweise kugelförmig.
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3 zeigt eine schematische Darstellung von Schritten zu Herstellung einer Aktivmaterialschicht einer Elektrode gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel. Dabei handelt es sich vorliegend um die kathodische Aktivmaterialschicht 42 der Batteriezelle 2 aus 1. Die anodische Aktivmaterialschicht 41 kann aber auf gleiche Art hergestellt werden.
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Ein Rohling 50 umfasst eine Polymer-Matrix. In die Polymermatrix sind Partikel 60 eines Aktivmaterials eingebettet. Bei dem Aktivmaterial handelt es sich vorliegend um ein Metalloxid. Die Partikel 60 sind dabei unregelmäßig in dem Rohling 50 verteilt. Insbesondere weisen die Partikel 60 unterschiedliche und voneinander unabhängige Ausrichtungen innerhalb der Polymer-Matrix des Rohlings 50 auf.
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Der Rohling 50 wird in eine Dehnungsrichtung 80 gedehnt. Die Dehnungsrichtung 80 ist dabei durch entsprechende Pfeile in 3 dargestellt. Die Dehnung des Rohlings 50 stellt eine mechanische Einwirkung auf den Rohling 50 im Sinne der Erfindung dar.
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Durch die Dehnung der Rohlings 50 in die Dehnungsrichtung 80 erfolgt eine Ausrichtung der Partikel 60 in die Dehnungsrichtung 80. Die Dehnungsrichtung 80 verläuft dabei parallel zu der Längsrichtung x. Nach der Dehnung des Rohlings 50 in die Dehnungsrichtung 80 sind die Partikel 60 somit in Längsrichtung x und zumindest annähernd parallel zueinander ausgerichtet.
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Anschließend wird der Rohling 50 an Schnittlinien 85 geschnitten. Die Schnittlinien 85 verlaufen dabei parallel zueinander und rechtwinklig zu der Längsrichtung x. So entsteht die in 1 dargestellte kathodische Aktivmaterialschicht 42. Die kathodische Aktivmaterialschicht 42 weist, durch das Schneiden an den beiden Schnittlinien 85, eine definierte Dicke, also eine definierte Ausdehnung in Längsrichtung x auf.
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Danach wird die kathodische Aktivmaterialschicht 42 auf den Stromableiter 32 der Kathode 22 aufgebracht. Der Stromableiter 32 der Kathode 22 ist dabei folienartig ausgeführt und aus Aluminium gefertigt. Die kathodische Aktivmaterialschicht 42 wird derart auf den Stromableiter 32 der Kathode 22 aufgebracht, dass die Längsrichtung x, in welche die Partikel 60 des Aktivmaterials ausgerichtet sind, rechtwinklig zu dem Stromableiter 32 der Kathode 22 steht.
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Vor der Dehnung kann der Rohling 50 auf eine Temperatur erwärmt werden, welche tiefer ist als eine Schmelztemperatur des Rohlings 50. Die anschließende Weiterbehandlung des Rohlings 50 umfasst dann auch eine Abkühlung des Rohlings 50.
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Alternativ kann der Rohling 50 auch zunächst auf den Stromableiter 32 der Kathode 22 aufgebracht werden. Anschließend erfolgt dann die Ausrichtung der Partikel 60 in die Längsrichtung x durch die Dehnung der Rohlings 50 in die Dehnungsrichtung 80. Es entsteht ebenfalls die in 1 dargestellte kathodische Aktivmaterialschicht 42.
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Es ist denkbar, nachfolgend die kathodische Aktivmaterialschicht 42 und/oder die Kathode 22 danach zu kalandrieren.
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In der in 3 gezeigten Darstellung sind die Partikel 60 länglich oder oval dargestellt. Die Partikel 60 können auch anders ausgestaltet sein, beispielsweise kugelförmig.
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Als Aktivmaterial für die anodische Aktivmaterialschicht 41 kommen unter anderem Graphit, Silizium sowie Lithium-Metall in Frage. Als Aktivmaterial für die kathodische Aktivmaterialschicht 42 eignen sich beispielsweise Metalloxide (Lithium-Cobaltoxid (LiCoO2), Lithium-Nickel-Cobalt-Aluminiumoxide (LiNixCoyAl(1-x-y)O2, NCA), Lithium-Nickel-Cobalt-Manganoxide (LiNixCoyMn(1-x-y)O2, NCM), Lithiumeisenphosphat (LiFePO4, LFP)), schwefelhaltige Materialien (z.B. Komposit aus Polyacrylnitril (PAN) und Schwefel, z.B. SPAN).
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Die Erfindung ist nicht auf die hier beschriebenen Ausführungsbeispiele und die darin hervorgehobenen Aspekte beschränkt. Vielmehr ist innerhalb des durch die Ansprüche angegebenen Bereichs eine Vielzahl von Abwandlungen möglich, die im Rahmen fachmännischen Handelns liegen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102015105155 A1 [0005]
- DE 112014000438 T5 [0006]
- DE 102011088824 A1 [0007]
- DE 102010038518 A1 [0008]
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- Artikel " Particle column formation in a stationary ultrasonic field" aus dem Journal of the Acoustical Society of America, Jahrgang 1992 [0009]
- Artikel "UNDERSTANDING THE LINKS BETWEEN MOLECULAR AND PARTICLE ORIENTATION IN CARBON NANOFIBRE REINFORCED POLYPROPYLENE" vom Physics Department, University of Leeds [0010]
- Artikel "Stretching-induced conductivity enhancement of LiI(PEO)-polymer electrolyte" der Electrochimica Acta, Volume 45, Januar 2000 [0011]
- Artikel "Polymer chain organization in tensile-stretched poly(ethylene oxide)-based polymer electrolytes" der Electrochimica Acta, Volume 57, Dezember 2011 [0012]