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Die Erfindung betrifft eine Fahrzeugsitzeinrichtung für ein Kraftfahrzeug, mit einem Sitzpolster und mit einer auf dem Sitzpolster angeordneten Bezugsanordnung, die eine Schaumstoffschicht, einen auf einer ersten Seite der Schaumstoffschicht angeordneten Sichtbezug und zumindest ein auf einer zweiten Seite der Schaumstoffschicht angeordnetes erstes Klettverschlussband aufweist, wobei der Sichtbezug an der Schaumstoffschicht durch eine Naht befestigt ist, die auch das Klettverschlussband an der Schaumstoffschicht hält, und wobei das Sitzpolster wenigstens eine Vertiefung im Bereich des ersten Klettverschlussbands aufweist, in welcher ein mit dem ersten Klettverschlussband zusammenwirkendes zweites Klettverschlussband angeordnet ist.
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Fahrzeugsitze der eingangs genannten Art sind aus dem Stand der Technik bekannt. So offenbart beispielsweise die
DE 10 2015 214 507 A1 eine gattungsgemäße Fahrzeugsitzeinrichtung, bei welcher die Bezugsanordnung auf dem Sitzpolster mittels einer Klettverschlussverbindung gehalten ist. Dabei ist ein erstes Klettverschlussband an der Bezugsanordnung und ein zweites Klettverschlussband auf dem Sitzpolster fest angeordnet. Damit liegt letztendlich die Bezugsanordnung durchgehend auf dem Sitzpolster und der Klettverschlussverbindung auf. Die Klettverschlussverbindung erlaubt damit ein gewisses Spiel bei der Benutzung des Sitzes, durch welches sich die Bezugsanordnung etwas von dem Sitzpolster lösen kann.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fahrzeugsitzeinrichtung der gattungsgemäßen Art derart zu verbessern, dass ein sicherer Sitz der Bezugsanordnung auf dem Sitzpolster jederzeit gewährleistet ist.
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Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch eine Fahrzeugsitzeinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die Erfindung hat den Vorteil, dass eine vorteilhafte Vorspannung auf die Bezugsanordnung aufgebracht wird oder werden kann, welche die Bezugsanordnung gegen das Sitzpolster zieht, sodass ein Verrutschen der Bezugsanordnung relativ zu dem Sitzpolster sicher verhindert ist. Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass das Klettverschlussband an einem Haltestreifen befestigt ist, der sich auf Zug vorgespannt/vorspannbar in das Sitzpolster hinein erstreckt. Der Haltestreifen ragt dabei zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Ebene der Bezugsanordnung in das Sitzpolster hinein und gegebenenfalls durch dieses hindurch. Der Haltestreifen ist dabei auf Zug vorspannbar oder vorgespannt, wodurch die Bezugsanordnung gegen das Sitzpolster auf einfache Art und Weise gezogen wird, sodass die zuvor genannten Vorteile erreicht werden. Der Haltestreifen erstreckt sich somit von der Klettverschlussverbindung in das Sitzpolster, sodass eine Zugkraft von dem Haltestreifen über die Klettverschlussverbindung auf die Bezugsanordnung ausgeübt wird. Weil das erste Klettverschlussband durch die Naht an der Schaumstoffschicht der Bezugsanordnung gehalten ist, wird die Zugkraft sicher auf die Bezugsanordnung übertragen, wobei die Befestigung der Bezugsanordnung von außen für den Benutzer nicht erkennbar ist. Dazu ist besonders bevorzugt vorgesehen, dass die Zugkraft beziehungsweise die Vorspannung derart gewählt ist, dass sich durch die Befestigung der Bezugsanordnung keine Einwölbung, insbesondere keine zusätzliche Einwölbung zu Einwölbungen, welche durch die Naht oder Nähte begründet sind, entsteht. Gemäß einer alternativen Ausführungsform ist bevorzugt vorgesehen, dass das zweite Klettverschlussband durch den Haltestreifen derart tief in die Vertiefung des Sitzpolsters eingezogen ist, dass der Sichtbezug der Bezugsanordnung im Bereich der Klettverschlussverbindung in Richtung der Vertiefung derart eingezogen ist, dass eine Einwölbung in dem Sichtbezug beziehungsweise an der Bezugsanordnung entsteht, die sich entlang der Klettverschlussbänder beziehungsweise des Haltestreifens erstreckt. Die alternative Ausführungsform hat den Vorteil, dass eine zusätzliche Einwölbung in dem Fahrzeugsitz beziehungsweise der Bezugsanordnung erzeugt wird, welche bei einer entsprechenden Ausrichtung, insbesondere quer zur Fahrtrichtung, einen zusätzlichen Halt für die Person auf dem Fahrzeugsitz bietet und den Sitzkomfort erhöht. Die Vertiefung ist dabei insbesondere derart ausgebildet, dass sie tiefer ist als die aufeinanderliegenden Klettverschlussbänder hoch sind, sodass die gewünschte Zugkraft beziehungsweise Vorspannung erzeugbar ist. Vorzugsweise erstrecken sich dabei die Klettverschlussbänder quer zur Fahrtrichtung, sodass sie einen vorteilhaften Halt der Bezugsanordnung auf dem Sitzpolster bieten.
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Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das zweite Klettverschlussband an einem Befestigungsabschnitt des Haltestreifens befestigt ist, wobei der Haltestreifen wenigstens einen Einzugsabschnitt aufweist, welcher mit einem freien Ende in oder an dem Sitzpolster oder an einer das Sitzpolster tragenden Fahrzeugsitzkomponente befestigt ist. Der Befestigungsabschnitt bietet eine sichere Verbindung des Haltestreifens mit dem zweiten Klettverschlussband, während der Einzugsabschnitt dazu dient, die Zugkraft in das zweite Klettverschlussband einzuleiten. Durch den Einzugsabschnitt wird der Vorteil erreicht, dass die Befestigungsstelle des zweiten Klettverschlussbands beziehungsweise die für das Einziehen des Sichtbezugs notwendige Kraft beabstandet zu dem Sichtbezug eingeleitet beziehungsweise aufgebracht wird. Dadurch ist eine einfache Montage des Fahrzeugsitzes gewährleistet. Insbesondere wird dadurch erreicht, dass sich die bevorzugt durch das Sitzpolster hindurch erstreckende Vertiefung bereichsweise schmaler ausgebildet ist als das zweite Klettverschlussband, und insbesondere nur geringfügig größer als der Einzugsabschnitt des Haltestreifens. Dadurch wird erreicht, dass das Sitzpolster trotz der durchgehenden Vertiefung den Sitzkomfort nicht oder kaum beeinträchtigt.
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Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass sich das erste Klettverschlussband über die gesamte oder nahezu die gesamte Breite der Bezugsanordnung erstreckt. Dadurch wird erreicht, dass die Bezugsanordnung über die gesamte Breite der Fahrzeugsitzeinrichtung sicher an dem Sitzpolster gehalten ist, und dass sich die gegebenenfalls vorgesehene Einwölbung ebenfalls über die gesamte Breite der Bezugsanordnung oder zumindest einer Sitzfläche der Bezugsanordnung erstreckt. Gemäß einer ersten Ausführungsform weist die Fahrzeugsitzeinrichtung nur eine derartige Klettverschlussverbindung auf. Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist die Fahrzeugsitzeinrichtung bevorzugt zwei oder mehrere derartige Klettverschlussverbindungen auf, die sich insbesondere parallel zueinander erstrecken.
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Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass das zweite Klettverschlussband so lang oder nahezu so lang und so breit oder nahezu so breit wie das erste Klettverschlussband ausgebildet ist. Dadurch wird erreicht, dass die Klettverschlussbänder zumindest im Wesentlichen miteinander korrespondierend ausgebildet sind und insbesondere über ihre gesamte Länge und Breite miteinander in Eingriff stehen, um eine größtmögliche Kraftübertragung von dem zweiten Klettverschlussband auf das erste Klettverschlussband zum Einziehen des Sichtbezugs zu gewährleisten.
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Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Haltestreifen oder der jeweilige Haltestreifen zwei Einzugsabschnitte aufweist, zwischen denen der Befestigungsabschnitt liegt. In einer Seitenansicht beziehungsweise Querschnittsdarstellung ist der Haltestreifen somit nahezu U-förmig ausgebildet. Dadurch, dass der Befestigungsabschnitt zwischen zwei Einzugsabschnitten liegt, wird der Haltestreifen symmetrisch beim Einziehen mit einer Kraft belastet, welche auf den Klettverschluss gleichmäßig wirkt, sodass ein Lösen der Klettverschlussverbindung aufgrund einer einseitigen Belastung sicher vermieden wird. Der Befestigungsabschnitt des Haltestreifens erstreckt sich vorzugsweise über die gesamte Länge des Klettverschlussbands und weist eine dem Klettverschlussband angepasste Breite auf, sodass eine vorteilhafte Befestigung des zweiten Klettverschlussbands an dem Haltestreifen gewährleistet ist. Der oder die Einzugsabschnitte erstrecken sich zweckmäßigerweise ebenfalls über die gesamte Länge des Befestigungsabschnitts. Vorzugsweise weisen der oder die Einzugsabschnitte in Längserstreckung gesehen einen oder mehrere Einschnitte oder Aussparungen auf, sodass sich benachbarte und voneinander beabstandete Einzugsabschnittstreifen ergeben. Dies hat den Vorteil, dass auf eine durchgehende Vertiefung des Sitzpolsters in Längserstreckung des Haltestreifens gesehen verzichtet werden kann. Vielmehr ist gemäß dieser Ausführungsform vorgesehen, dass die Vertiefung nur abschnittsweise durch das Sitzpolster hindurch mittels separater Öffnungen geführt ist, wobei in jeder Öffnung einer der Einzugsabschnittstreifen liegt beziehungsweise durchgeführt ist. Dadurch wird die Gesamtquerschnittsfläche, die zum Durchführen der Einzugsabschnitte notwendig ist, verkleinert und der Sitzkomfort aufgrund der besseren Ausnutzung des Sitzpolsters verbessert.
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Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der jeweilige Einzugsabschnitt an seinem von dem Befestigungsabschnitt abgewandten freien Ende ein insbesondere im Vergleich zum Einzugsabschnitt vergrößertes Halteelement aufweist. Das Halteelement hat den Vorteil, dass es einfach und sicher an der Fahrzeugsitzkomponente oder an dem Sitzpolster befestigt werden kann. Das Halteelement ist dabei beispielsweise mit dem jeweiligen Einzugsabschnitt verklebt, verschweißt, vernäht und/oder von dem Einzugsabschnitt umschlungen.
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Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass die Einzugsabschnitte an ihren vom Befestigungsabschnitt abgewandten freien Enden miteinander und/oder mit einem gemeinsamen Halteelement verbunden sind. Durch, dass die Einzugsabschnitte miteinander verbunden oder mit dem gemeinsamen Halteelement verbunden sind, ist das Aufbringen einer gleichmäßigen Kraft auf die Einzugsabschnitte beziehungsweise auf den Befestigungsabschnitt und damit auf das zweite Klettverschlussband in vorteilhafter Weise gewährleistet. Darüber hinaus müssen nicht zwei einzelne Einzugsabschnitte an dem Sitzpolster oder der Fahrzeugsitzkomponente befestigt werden, sondern nur einer der Einzugsabschnitte oder das gemeinsame Halteelement, was den Fertigungs- und Montageaufwand verringert.
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Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass das Sitzpolster oder die Fahrzeugsitzkomponente eine Aufnahmevertiefung aufweisen, in welcher das Halteelement klemmend und/oder formschlüssig befestigt ist. Durch die klemmende oder formschlüssige Befestigung ist vorteilhafterweise eine einfache Montage ohne weitere Hilfsmittel möglich, wodurch der Montageaufwand und die Herstellungskosten verringert werden. Die klemmende Befestigung wird bevorzugt dadurch erreicht, dass das Halteelement zumindest bereichsweise elastisch verformbar ist, und damit in die Aufnahmevertiefung einpressbar ist. Weist die Aufnahmevertiefung außerdem randseitig eine Verjüngung auf, ist das Halteelement anschließend auch formschlüssig in der Vertiefung gehalten. Alternativ kann vorgesehen sein, dass das Halteelement dazu ausgebildet ist, bei der Montage seitlich in die Aufnahmevertiefung eingeschoben zu werden, die öffnungsseitig eine Verjüngung aufweist, durch welche zwar der jeweilige Einzugsabschnitt oder Einzugsabschnittstreifen hindurchführbar ist, nicht jedoch das Halteelement.
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Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Haltestreifen flexibel ausgebildet ist. Der Haltestreifen ist insbesondere aus einem flexiblen Textil beziehungsweise Stoff gefertigt, sodass durch den Haltestreifen nur Zugkräfte auf die Klettverschlussverbindung übertragen werden können. Dies hat den Vorteil, dass der Haltestreifen mit dem in das Sitzpolster hineinragenden Einzugsabschnitt den Sitzkomfort für einen Benutzer nicht beeinträchtigen kann. Darüber hinaus erlaubt die Flexibilität des Haltestreifens, dass sich dieser bei einer Bewegung einer Person auf dem Fahrzeugsitz anpassen kann, sodass die Klettverschlussverbindung jederzeit aufrechterhalten und damit die jeweilige Einwölbung dauerhaft gewährleistet wird.
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Vorzugsweise ist das Halteelement starr oder zumindest bereichsweise elastisch verformbar ausgebildet, um eine vorteilhafte sichere Befestigung des Haltestreifens an der Sitzpolster oder der Fahrzeugsitzkomponente zu gewährleisten. Durch die bevorzugte flexible Ausgestaltung des Haltestreifens kann sich dieser bei einer Verformung der Sitzpolster mitverformen, ohne den Sitzkomfort zu beeinträchtigen oder die Klettverschlussverbindung zu lösen. Das Halteelement ist bevorzugt fest an dem Sitzpolster oder an einer Fahrzeugsitzkomponente gehalten, sodass bei einer Benutzung des Fahrzeugsitzes keine Klappergeräusche bei einer Entlastung und Wiederbelastung des Haltestreifens durch das Halteelement entstehen können.
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Im Folgenden soll die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert werden. Dazu zeigen
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1 eine vorteilhafte Fahrzeugsitzeinrichtung in einer perspektivischen Darstellung,
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2 eine vereinfachte Schnittdarstellung durch die Fahrzeugsitzeinrichtung,
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3A bis 3C eine vorteilhafte Ausgestaltung und Montage der Fahrzeugsitzeinrichtung,
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4 eine Draufsicht auf den Haltestreifen und
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5 eine vereinfachte Schnittdarstellung durch die Fahrzeugsitzeinrichtung gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel.
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1 zeigt in einer perspektivischen Darstellung eine Fahrzeugsitzeinrichtung 1 für ein Kraftfahrzeug, die ein Sitzteil 2 sowie eine Rückenlehne 3 aufweist. Sitzteil 2 und Rückenlehne 3 weisen jeweils ein Gestell 4, insbesondere aus Metall, sowie ein Sitzpolster 6 auf, das von einer jeweiligen Bezugsanordnung 7 überzogen ist, wie in 1 gezeigt und mit Bezug auf 2 im Folgenden näher erörtert werden soll.
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2 zeigt eine Längsschnittdarstellung durch die Fahrzeugsitzeinrichtung 1 entlang der Linie A-A durch das Sitzteil 2. In der Schnittdarstellung ist ein Abschnitt des Gestells 4 ersichtlich, auf welchem das Sitzpolster 6 angeordnet ist. Das Sitzpolster 6 ist wie ein herkömmliches Sitzpolster elastisch deformierbar ausgebildet, um sich an die Kontur einer Person, die auf dem Fahrzeugsitz 1 platznimmt, anzupassen. Das Sitzpolster 6 ist überzogen von der Bezugsanordnung 5, welche das Sitzpolster 6 vor Verschmutzung und Beschädigungen durch den Benutzer schützt. Die Bezugsanordnung 5 weist dazu einen Sichtbezug 7 auf, der an dem Fahrzeugsitz 1 außenliegend angeordnet ist und beispielsweise aus Leder gefertigt ist. Der Sichtbezug 7 ist mit einer Schaumstoffschicht 8 fest verbunden, die zwischen dem Sichtbezug 7 und dem Sitzpolster 6 liegt. Zur Verbindung von Sichtbezug 7 und Schaumstoffschicht 8 ist vorgesehen, dass diese durch mehrere Nähte 9 miteinander verbunden sind. Die Nähte 9 sind dabei derart ausgestaltet, dass sie ein Rautenmuster und insofern eine Rautennaht 10 bilden, wie in 1 beispielhaft gezeigt.
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An der dem Sitzpolster 6 zugewandten Unterseite der Schaumstoffschicht 8 ist außerdem ein erstes Klettverschlussband 11 angeordnet, das sich über die Breite der Sitzfläche des Sichtbezugs 5 erstreckt. Das Klettverschlussband 11 ist vor dem Vernähen des Sichtbezugs 7 mit der Schaumstoffschicht 8 an diese angelegt worden, sodass es durch die Rautennaht 10 ebenfalls an der Schaumstoffschicht 8 an mehreren Stellen befestigt ist. In 2 ist dies lediglich beispielhaft dargestellt.
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Die Rautennaht 10 ist dabei derart ausgebildet, dass die jeweilige geradlinige Naht 9 den Sichtbezug 7 im Bereich der Naht etwas in die Schaumstoffschicht 8 hineinzieht, sodass sich geradlinige Einkerbungen oder Einwölbungen ergeben, die sich rautenförmig über die Oberfläche des Sichtbezugs 7 erstrecken. Damit erhält die Bezugsanordnung 5 das in 1 gezeigte rautenförmige Oberflächenprofil.
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Das Sitzpolster 6 weist im Bereich des Klettverschlussbands 11 vorliegend eine stufenförmige Vertiefung 12 auf, die in einem der Bezugsanordnung 5 zugewandten Abschnitt 13 eine größere lichte Weite aufweist als in einem dem Gestell 4 zugewandten Abschnitt 14. Die lichte Weite beziehungsweise Breite der Vertiefung 12 in dem Abschnitt 13 ist dabei außerdem größer gewählt als die Breite des Klettverschlussbands 11.
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In der Vertiefung 12 liegt außerdem ein zweites Klettverschlussband 15, das durch einen Haltestreifen 16 an dem Gestell 4 des Fahrzeugsitzes 1 gehalten ist. Dies soll mit Bezug auf 3 näher erläutert werden.
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3 zeigt in mehreren Schritten A bis C eine Vormontage zur Herstellung der Fahrzeugsitzeinrichtung 1. Gezeigt ist dazu das zweite Klettverschlussband 15, das an dem Haltestreifen 16 befestigt ist. 3 zeigt dabei wie auch 2 eine Seitenansicht oder Querschnittsdarstellung. Der Haltestreifen 16 ist aus einem flexiblen Material gefertigt und weist einen Befestigungsabschnitt 17 auf, an welchem das Klettverschlussband 15 festgemacht ist, sowie beidseits des Befestigungsabschnitts 2 jeweils einen Einzugsabschnitt 18. Im ersten Schritt gemäß 3A wird das Klettverschlussband 15 an dem Befestigungsabschnitt 17 des Haltestreifens 16 befestigt.
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Im darauffolgenden Schritt, der in 3B gezeigt ist, werden die Einzugsabschnitte 18 an ihren freien Enden miteinander verbunden, beispielsweise miteinander vernäht. Gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel werden die freien Enden der Einzugsabschnitte 18 mit einem Halteelement 19 verbunden, das starr oder zumindest im Wesentlichen starr ausgebildet ist und als Rückhaltemittel dient, wie später näher erläutert werden soll.
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4 zeigt eine Draufsicht auf den Haltestreifen 16 mit dem Klettverschlussband 15. Dabei ist ersichtlich, dass sich der Haltestreifen 16 über die gesamte Länge des Klettverschlussbands 15 erstreckt, wobei der Haltestreifen 16 über die gesamte Länge mit dem Klettverschlussband 15 fest verbunden, insbesondere vernäht ist.
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Die Einzugsabschnitte 18 weisen in Längserstreckung mehrere Aussparungen 20 auf, sodass der jeweilige Einzugsabschnitt durch mehrere Einzugsabschnittsstreifen 21 gebildet ist. Am freien Ende eines jeden Einzugsabschnittsstreifens 21 ist jeweils ein Halteelement 19, wie zuvor beschrieben, befestigt.
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Die Einzugsabschnitte 18 beziehungsweise die Einzugsabschnittsstreifen 21 sind dazu ausgebildet, durch den Abschnitt 14 der Vertiefung 12 hindurchgeführt zu werden, sodass die Halteelemente 19 auf der der Bezugsanordnung 5 abgewandten Seite des Sitzpolsters 6 dieses hintergreifen. Aufgrund der vorteilhaften Ausbildung mit mehreren in Längserstreckung verteilt angeordneten Einzugsabschnittsstreifen 21, ist bevorzugt vorgesehen, dass die Vertiefung 12 sich nicht über die gesamte Breite des Sitzpolsters 6 durchgehend erstreckt, sondern dass für jeden Einzugsabschnittsstreifen 21 eine den Abschnitt 14 der Vertiefung 12 bildende Öffnung 22 in dem Sitzpolster 6 ausgebildet ist. Während sich die Vertiefung 12 mit dem Abschnitt 13 somit über die Breite beziehungsweise über die Länge des Klettverschlussbands 11 erstreckt, ist der Abschnitt 14 über die Längserstreckung nur abschnittsweise gemäß der Verteilung der Einzugsabschnittsstreifen 21 ausgebildet. Dadurch wird ein hoher Sitzkomfort des Sitzpolsters 6 gewährleistet.
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Die Halteelemente 9 sind dazu ausgebildet, das Sitzpolster 6 zu hintergreifen oder klemmend in einer Fahrzeugsitzkomponente 23, insbesondere des Gestells 4, gehalten zu werden, wie in 2 gezeigt. Vorzugsweise ist die Fahrzeugsitzkomponente 23 als Halteeinrichtung 24 ausgebildet, die eine Aufnahmeaussparung 25 mit einem verjüngten Anfangsbereich aufweist, welcher von dem jeweiligen Halteelement 19 hintergriffen wird, um in der Aufnahmeaussparung 25 formschlüssig gehalten zu sein. Zum Hintergreifen ist vorgesehen, dass das jeweilige Halteelement 19 bevorzugt zumindest bereichsweise elastisch verformbar ausgebildet ist. Alternativ kann das jeweilige Halteelement 19 starr ausgebildet sein, und seitlich in die Aufnahmeaussparung 25 eingeschoben werden, also in die Papierebene hinein. Auch ist es denkbar, die Halteeinrichtung 24 selbst zumindest an dem verjüngten Ende elastisch verformbar auszubilden, um das jeweilige Halteelement 19 seitlich in die Aufnahmeaussparung 25 einzudrücken.
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Die Klettverschlussbänder 15 und 11 sind dazu ausgebildet, zusammen einen Klettverschluss beziehungsweise eine Klettverschlussverbindung herzustellen. Dazu ist eines der Klettverschlussbänder 11, 15 als Flauschband und das andere der Klettverschlussbänder 15, 11 als Hakenband ausgebildet. Werden die beiden Klettverschlussbänder 11, 15 aneinander gedrückt, wie in 3C gezeigt, so verhaken die Haken des Hakenbands in den Windungen des Flauschbands, sodass eine feste Verbindung zwischen den Klettverschlussbändern 11, 15 entsteht.
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Die Montage der Bezugsanordnung 5 kann unterschiedlich vorgenommen werden. Gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass die Klettverschlussverbindung hergestellt und erst anschließend die Bezugsanordnung 5 auf das Sitzpolster 6 aufgelegt wird, wobei die Halteelemente 6 durch die jeweilige Öffnung 22 hindurchgezogen werden, um das Sitzpolster 6 zu hintergreifen und/oder um in der Halteeinrichtung 24 befestigt zu werden. Dabei wird eine Zugkraft auf den Haltestreifen 16 ausgeübt, durch welchen die Klettverschlussverbindung in die Vertiefung 12 hineingezogen wird. Die Zugkraft ist dabei derart gewählt, dass die Bezugsanordnung 5 sicher an dem Sitzpolster 6 gehalten ist. Die Tiefe T der Vertiefung 12 im Abschnitt 13 ist dabei derart gewählt, dass sie größer ist als die Höhe der aufeinanderliegenden Klettverschlussbänder 11, 15. Hierdurch wird gewährleistet, dass die gewünschte Zugkraft auf die Bezugsanordnung 5 durch Vorspannung hergestellt werden kann. Dabei wird die Vorspannung derart gewählt, dass die Bezugsanordnung 5 sich eben über das Sitzpolster 6 erstreckt, und nicht derart in dieses hineingezogen wird, dass durch die Befestigung der Bezugsanordnung 5 mittels des Haltestreifens 16 keine zusätzliche Wölbung in der Oberfläche des Sichtbezugs 7 ergibt.
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Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel, das in den Figuren gestrichelt gezeigt ist, wird die Vorspannung und die Tiefe T der Vertiefung 12 derart gewählt, dass die Klettverschlussbänder 11, 15 durch den Haltestreifen 16 derart weit in die Vertiefung 12 hineingezogen sind, dass eine Einwölbung 26 an dem Sichtbezug 7 entsteht, wie insbesondere in 2 gezeigt. Diese Einwölbung 26 erstreckt sich dazu entlang des Klettverschlussbands 11, sodass auf der Sichtseite des Sichtbezugs 7 eine durchgehende geradlinige Vertiefung beziehungsweise Einwölbung 26 entsteht, wie sie in 1 gezeigt ist. Die Einwölbung 26 ist dabei unabhängig beziehungsweise zusätzlich zu den rautenförmigen Vertiefungen der Rautennaht 10 ausgebildet und führt vorliegend zu Vertiefungen beziehungsweise Einwölbungen, die tiefer sind als die an der Rautennaht 10.
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Durch die vorgestellte Ausgestaltung wird der Sitzkomfort und die Sitzfestigkeit für einen Benutzer des Fahrzeugsitzes 1 erhöht und der optische Eindruck verbessert. Während vorliegend in Sitzteil 2 und Rückenlehne 3 jeweils nur eine derartige Einwölbung 26 durch die oben beschriebene vorteilhafte Ausgestaltung vorgesehen ist, können gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel auch mehrere derartiger Einwölbungen 26 durch mehrere entsprechende Klettverschlussverbindungen, die in das Sitzpolster 6 eingezogen sind, erreicht werden.
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Wie bereits erwähnt, kann die Bezugsanordnung 5 auf unterschiedliche Art und Weise an dem Sitzpolster 6 beziehungsweise dem Fahrzeugsitz 1 befestigt werden. Eine weiteres Ausführungsbeispiel sieht vor, dass zunächst eine Halteeinheit 27 aus Klettverschlussband 15, Haltestreifen 16 und Halteelement 19, wie in 3B gezeigt, in die Vertiefung 12 eingesetzt wird, sodass die Halteelemente 19 durch die jeweilige Öffnung 22 hindurchgeführt sind und das Sitzpolster 6 hintergreifen. Anschließend wird die Bezugsanordnung 5 auf das Sitzpolster 6 aufgelegt und im Bereich der Vertiefung 12 durch Aufbringen einer entsprechenden Kraft in die Vertiefung 12 hineingedrückt, bis das Klettverschlussband 11 auf das Klettverschlussband 15 trifft und mit diesem eine feste Verbindung eingeht. Wird dann die äußere Kraft entfernt, so wird der Haltestreifen 16 auf Zug belastet, wobei die Einzugsabschnitte 18 derart kurz ausgebildet sind, dass die Klettverschlussbänder 11 und 15 derart tief in der Vertiefung 12 einliegen, dass die Einwölbung 26 auf der Außenseite des Sichtbezugs 7 entsteht und dauerhaft gewährleistet ist.
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5 zeigt ein weiteres vorteilhaftes Ausführungsbeispiel, wobei aus den vorhergehenden Figuren bereits bekannte Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind, und insofern auf die oben stehende Beschreibung verwiesen wird. Im Folgenden soll im Wesentlichen nur auf die Unterschiede eingegangen werden.
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Im Unterschied zu dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel ist die Halteeinheit 27 dazu ausgebildet, die Bezugsanordnung 5 mittels des Haltestreifens 16 nicht an einer Fahrzeugsitzkomponente 23, sondern vielmehr an dem Sitzpolster 6 selbst zu befestigen. Dazu ist vorgesehen, dass in dem Sitzpolster 6 ein eingeschäumter Draht 28 angeordnet ist, der sich quer durch das Sitzpolster 6 erstreckt, also parallel zu dem Haltestreifen 16 beziehungsweise die Klettverschlussbänder 11, 15. Der Draht 28 erstreckt sich dabei zumindest abschnittsweise durch die Vertiefung 12 beziehungsweise die Vertiefung 12 erstreckt sich über den Draht 28 hinaus, sodass dieser frei zugängig ist. Mittels einer Polsterklammer 29 sind der Draht 28 und der Haltestreifen 16 miteinander gekoppelt. Die Polsterklammer 29 umschlingt dazu sowohl den Haltestreifen 16 als auch den Draht 28. Die Polsterklammer 29 und der Haltestreifen 16 sind, wie zuvor bereits beschrieben, zweckmäßigerweise derart ausgebildet, dass der Haltestreifen 16 auf Zug vorgespannt ist, um die Bezugsanordnung 5 sicher an dem Sitzpolster 6 zu halten. Das alternative Ausführungsbeispiel hat den Vorteil, dass eine in Sitzpolster 6 und Bezugsanordnung 5 integrierte Lösung zur Befestigung der Bezugsanordnung 5 auf dem Sitzpolster 6 zu Verfügung gestellt wird. Auch hier ist es denkbar, die Halteeinheit 27 derart auszubilden, dass die Bezugsanordnung 5 derart in die Vertiefung 12 hineingezogen ist, dass sich die zuvor bereits genannte Einwölbung 26 ergibt.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Fahrzeugsitzeinrichtung
- 2
- Sitzteil
- 3
- Rückenlehne
- 4
- Gestell
- 5
- Bezugsanordnung
- 6
- Sitzpolster
- 7
- Sichtbezug
- 8
- Schaumstoffschicht
- 9
- Naht
- 10
- Rautennaht
- 11
- Klettverschlussband
- 12
- Vertiefung
- 13
- Abschnitt
- 14
- Abschnitt
- 15
- Klettverschlussband
- 16
- Haltestreifen
- 17
- Befestigungsabschnitt
- 18
- Einzugsabschnitt
- 19
- Halteelement
- 20
- Aussparung
- 21
- Einzugsabschnittsstreifen
- 22
- Öffnung
- 23
- Fahrzeugsitzkomponente
- 24
- Halteeinrichtung
- 25
- Aufnahmeaussparung
- 26
- Einwölbung
- 27
- Halteeinheit
- 28
- Draht
- 29
- Polsterklammer
- T
- Tiefe
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102015214507 A1 [0002]