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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Lampe, bei dem ein Lampenkolben bereitgestellt wird und ein Sockel aus Kunststoff über den Lampenkolben geschoben wird. Die Erfindung betrifft auch ein Quetschwerkzeug zur Durchführung des Verfahrens. Die Erfindung betrifft ferner eine Lampe, aufweisend einen Lampenkolben und einen auf den Lampenkolben aufgeschobenen Sockel. Die Erfindung ist insbesondere anwendbar auf eine Herstellung von LED-Retrofitlampen zum Ersatz von Leuchtstofflampen, Linienlampen usw.
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Zum Befestigen von Stiftsockeln an rohrförmigen Lampenkolben von LED-Retrofitlampen zum Ersatz von Leuchtstofflampen (z.B. vom Typ T5 oder T8) ist es bekannt, die Stiftsockel endseitig auf oder in den Lampenkolben zu schieben und mit dem Lampenkolben zu verkleben oder zu verkitten. Dabei ist nachteilig, dass Kleber oder Kitt aufgebracht werden muss, was in Bezug auf das Material und die Handhabung Kosten verursacht. Auch muss der Kitt ausgeheizt bzw. der Kleber lange getrocknet werden, was fertigungstechnisch Nachteile bringt.
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Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik zumindest teilweise zu überwinden.
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Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind insbesondere den abhängigen Ansprüchen entnehmbar.
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Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Herstellen einer Lampe, bei dem ein Lampenkolben mit mindestens einer außenseitigen Vertiefung bereitgestellt wird, ein Sockel über oder auf den Lampenkolben geschoben wird, so dass er die mindestens eine Vertiefung überdeckt, und der Sockel dann lokal an einem Umformbereich in die mindestens eine Vertiefung hinein umgeformt wird. Erfindungsgemäß erfolgt die Umformung dadurch, dass der Umformbereich außenseitig pneumatisch beansprucht wird oder durch axiale Kompression des Sockels außenseitig mechanisch beansprucht wird.
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Dieses Verfahren ergibt den Vorteil, dass auf Material zum stoffschlüssigen Verbinden des Sockels mit dem Lampenkolben wie Kleber oder Kitt usw. verzichtet werden kann. Auch wird praktisch keine Ruhezeit nach dem Umformen benötigt. Zudem ist das Verfahren fertigungstechnisch einfach umsetzbar. Durch die dauerhafte Umformung in die Vertiefung wird ein Formschluss bzw. eine formschlüssige Verbindung zumindest in einer Längsrichtung erreicht, so dass sich der Sockel nicht mehr von dem Lampenkolben abziehen lässt. Die formschlüssige Verbindung besteht in einem Ineinandergreifen der zwei Verbindungspartner, wobei sich die Verbindungspartner auch ohne oder bei unterbrochener Kraftübertragung nicht lösen.
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Die außenseitige Vertiefung kann eine oder mehrere in Bezug auf die Außenseite betrachtete Vertiefungen oder Rücksprünge umfassen, insbesondere eine oder mehrere Vertiefungen pro Kolbenöffnung. Eine Vertiefung kann zweidimensional lokal begrenzt sein, z.B. falls sie in Form einer punktartigen Vertiefung ausgebildet ist. Eine Vertiefung kann auch um den Lampenkolben umlaufend ausgebildet sein, z.B. in Form einer Ringnut. Die Vertiefung kann durch Umformen des Lampenkolbens im Bereich der Vertiefung hergestellt worden sein, alternativ aber z.B. auch durch Materialabtrag. Die Vertiefung kann nicht-durchgehend oder durch den Kolben durchgehend sein. Eine durchgehende Vertiefung kann ein Loch sein. Die Form der Vertiefung ist grundsätzlich frei und kann z.B. punktförmig, oval, linienförmig usw. sein.
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Unter einem Umformbereich kann ein Teilbereich des Sockels verstanden werden, der zu der mindestens einen Vertiefung benachbart angeordnet ist. Unter einem Umformbereich kann auch ein Teilbereich des Sockels verstanden werden, der zum Eingriff in die Vertiefung lokal umgeformt werden wird oder worden ist.
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Der Sockel besteht insbesondere zumindest an seinem mindestens einen Umformbereich aus Kunststoff. Dies ergibt den Vorteil, dass der Sockel besonders einfach umformbar ist, und zwar auch dann, wenn er an seinem Umformbereich eine nicht vernachlässigbar geringe Wandstärke aufweist. Jedoch kann der Sockel zumindest an seinem mindestens einen Umformbereich auch aus Metall bestehen, z.B. aus einem dünnen Metallblech. Allgemein kann der Sockel zumindest an seinem mindestens einen Umformbereich aus einem duktilen bzw. plastisch verformbaren Material bestehen.
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Der Sockel kann insbesondere eine zylinderförmige Grundform aufweisen, deren kolbenseitige Stirnfläche offen ist und an deren kolbenabgewandter Stirnseite mindestens ein mechanischer und ggf. elektrischer Kontakt vorhanden ist, z.B. vorragt. Der Sockel kann z.B. ein Bipin-Sockel sein.
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Es ist eine Ausgestaltung, dass zumindest der Umformbereich vor dem Umformen erwärmt wird. Dadurch wird eine plastische Verformbarkeit erleichtert, insbesondere dann, wenn Umformbereich aus Kunststoff besteht, speziell aus Thermoplast.
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Es ist eine weitere Ausgestaltung, dass der Umformbereich zum Umformen außenseitig pneumatisch beansprucht wird, insbesondere druckbeaufschlagt wird. Dies ergibt den Vorteil, dass die Umformung besonders eng an die Vertiefung anliegend und zudem berührungslos erfolgen kann. Die pneumatische Beanspruchung kann durch eine Beaufschlagung mit Druckgas, z.B. Druckluft, erfolgen.
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Die pneumatische Beanspruchung kann vorteilhafterweise so umgesetzt sein, dass der Sockel mit dem eingesteckten Lampenkolben so in ein (im Folgenden ohne Beschränkung der Allgemeinheit als „pneumatisch umformend“ bezeichnetes) Werkzeug (im Folgenden ohne Beschränkung der Allgemeinheit als „Quetschwerkzeug“ bezeichnet) eingeführt wird, dass der mindestens eine Umformbereich des Sockels in eine pneumatische Verbindung mit einer Druckgasquelle gebracht wird, und der zuvor erwärmte mindestens eine Umformbereich mittels der Druckgasquelle über die pneumatische Verbindung mit Druckgas beaufschlagt wird. Dies ergibt einen besonders einfachen und zuverlässigen Fertigungsaufbau.
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Es ist eine weitere Ausgestaltung, dass das pneumatisch umformende Quetschwerkzeug mindestens einen mit der Druckgasquelle verbindbaren Druckgaskanal (auch als Druckgasleitung bezeichenbar) aufweist, der mindestens eine an einer Außenseite des Sockels mündende Öffnung aufweist, und das Quetschwerkzeug mindestens eine Dichtung aufweist, welche mindestens eine Öffnung und mindestens einen zugeordneten Umformbereich axial begrenzt. So lassen sich Druckverluste durch einen Spalt zwischen dem Sockel und dem Quetschwerkzeug zuverlässig vermeiden. Die Dichtung kann in den Spalt ragen.
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Es ist ferner eine Ausgestaltung, dass die mindestens eine Dichtung zeitlich vor oder mit dem Beaufschlagen mit dem Druckgas an den Sockel angedrückt wird. Durch das Andrücken wird ein Kontaktdruck der Dichtung auf den Sockel und/oder das Quetschwerkzeug erhöht, wodurch sich Druckverluste durch den Spalt besonders zuverlässig vermeiden lassen und besonders hohe Drücke auf den Umformbereich aufgegeben werden können.
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Es ist eine alternative oder zusätzliche Weiterbildung, dass der Druckgaskanal einen Bypass oder Druckabzweig aufweist. Dieser ist so ausgebildet, dass trotz einer Strömung des Druckgases durch den Bypass der Druck des Druckgases an dem Sockel für eine Verformung des Sockels ausreicht. Folglich ist der Bypass so ausgebildet, dass ein Drucküberschuss zwischen dem bereitgestellten Druckgas und dem Druckgas an den Sockel abgeblasen werden kann. Die Strömung kann vorteilhafterweise dazu dienen, Verfahrenswärme abzutransportieren und dadurch die Verfahrenszeit zu reduzieren. Der Bypass oder Druckabzweig kann mittels eines Abzweigkanals oder einer Öffnung in dem Druckgaskanal umgesetzt sein. Alternativ kann die Dichtung so ausgelegt sein, dass sie bei höheren als den zur Verformung des Sockels notwendigen Drücken undicht wird.
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Es ist auch eine Ausgestaltung, dass der Sockel (in den der Lampenkolben eingesetzt ist) mit umfänglich oder seitlich engem Spiel in eine Aufnahme einer (im Folgenden ohne Beschränkung der Allgemeinheit als „mechanisch umformend“ bezeichneten) Quetscheinrichtung eingebracht wird und der Sockel dann mittels eines mechanisch umformenden Quetschwerkzeugs axial komprimiert wird. Das durch die axiale Kompression zusammengedrückte Material des Sockels kann aufgrund des engen Spiels nicht radial nach außen ausweichen, sondern fließt plastisch in die mindestens eine Vertiefung. Diese Ausgestaltung kann ebenfalls besonders einfach aufgebaut sein. Unter einem umfänglich engen Spiel kann insbesondere eine Anordnung einer Seitenwand oder Mantelfläche eines Sockels verstanden werden, die eine umgebende Fläche des Quetschwerkzeugs kontaktiert oder einen nur geringen Abstand dazu aufweist.
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Es ist eine Weiterbildung, dass das Quetschwerkzeug eine Heizvorrichtung aufweist und der Sockel mittels der Heizvorrichtung vor dem Umformen an seinem mindestens einen Umformbereich erwärmt wird. Dies ermöglicht eine besonders kompakte Anordnung mit einer zeitlich sehr kurzen Abfolge von Erwärmung und Umformung, ggf. sogar einer gleichzeitigen Erwärmung und Umformung. Alternativ kann die Heizvorrichtung eine von dem Quetschwerkzeug grundsätzlich unabhängig betreibbare Vorrichtung sein.
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Es ist auch eine Ausgestaltung, dass sich Heizbereiche der Heizvorrichtung an der Öffnung des Druckluftkanals befinden. Dies ergibt eine besonders kompakte Anordnung bei besonders gering ausgedehnten Umformbereichen. Die Heizbereiche können z.B. elektrisch betriebene Widerstands-Heizleiter, z.B. Heizwendeln oder Heizspiralen, sein.
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Die Aufgabe wird auch gelöst durch ein Umform- oder Quetschwerkzeug, wobei das Quetschwerkzeug zur Durchführung des Verfahrens wie oben beschrieben ausgebildet ist.
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So ist es eine Weiterbildung, dass das Quetschwerkzeug ein pneumatisch umformendes Quetschwerkzeug ist. Es kann eine Aufnahme zum Einführen des Sockels dergestalt aufweisen, dass mindestens ein Umformbereich des Sockels in eine pneumatische Verbindung mit einer Druckgasquelle bringbar ist und der - vorteilhafterweise zuvor erwärmte - mindestens eine Umformbereich mittels einer Druckgasquelle über die pneumatische Verbindung mit Druckgas beaufschlagbar ist. Dies ergibt einen besonders einfachen und zuverlässigen Fertigungsaufbau.
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Das pneumatisch umformende Quetschwerkzeug kann dazu mindestens einen mit der Druckgasquelle verbindbaren Druckluftkanal aufweisen, der mindestens eine an einer Außenseite des Sockels mündende Öffnung aufweist. Das pneumatisch umformende Quetschwerkzeug kann ferner mindestens eine Dichtung aufweisen, die mindestens eine Öffnung und mindestens einen zugeordneten Umformbereich axial begrenzt oder umgibt. So lassen sich Druckverluste durch den Spalt zuverlässig vermeiden.
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Es ist ferner eine Ausgestaltung, dass das pneumatisch umformende Quetschwerkzeug dazu eingerichtet ist, mindestens eine Dichtung vor oder mit dem Beaufschlagen mit dem Druckgas an den Sockel anzudrücken. Durch das Andrücken wird ein Kontaktdruck der Dichtung auf den Sockel und/oder das Quetschwerkzeug erhöht, wodurch sich z.B. Druckverluste durch den Spalt zwischen Sockel und Quetschwerkzeig besonders zuverlässig vermeiden lassen und besonders hohe Drücke auf den Umformbereich aufgeben werden können.
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Auch ist es eine Weiterbildung, dass das Quetschwerkzeug ein mechanisch umformendes Quetschwerkzeug ist. Das mechanisch umformende Quetschwerkzeug kann eine Aufnahme aufweisen, in die der Sockel der Lampe mit dem eingesteckten Lampenkolben mit umfänglich engem Spiel einbringbar ist. Das mechanisch umformende Quetschwerkzeug ist zudem dazu eingerichtet, den Sockel axial zu komprimieren. Dazu kann die Aufnahme einen Anschlag für den lampenkolbenseitigen freien Rand des Sockels und einen beweglichen Quetschkolben zum Drücken auf eine lampenkolbenabgewandte Stirnfläche des Sockels aufweisen. Der Quetschkolben kann z.B. mechanisch, elektromotorisch oder pneumatisch angetrieben sein. Zum Einbringen des Sockels kann die Aufnahme öffenbar, z.B. aufklappbar, sein.
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Die Aufgabe wird ferner gelöst durch eine Lampe, aufweisend einen Lampenkolben mit mindestens einer außenseitigen Vertiefung und einen zumindest bis zu der mindestens einen Vertiefung auf den Lampenkolben geschobenen Sockel, wobei der Sockel lokal in die mindestens eine Vertiefung umgeformt ist. Die Lampe analog zu dem Verfahren ausgebildet sein und ergibt die gleichen Vorteile.
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Es ist eine Ausgestaltung, dass der Lampenkolben ein Glaskolben ist. Dieser weist den Vorteil auf, dass er bei einer Umformung des Sockels selbst nicht verformt wird, und zwar auch dann nicht, wenn der Umformbereich zuvor erwärmt worden ist. Jedoch kann grundsätzlich auch ein Lampenkolben aus Kunststoff verwendet werden, z.B. aus Thermoplast mit einer höheren Verformungstemperatur als der Sockel.
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Der Lampenkolben kann transparent oder transluzent bzw. opak lichtdurchlässig sein.
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Es ist noch eine Ausgestaltung, dass der Lampenkolben ein rohrförmiger Lampenkolben ist. Dieser kann z.B. einen Formfaktor vom T-Typ, z.B. T5 oder T8, aufweisen. Der rohrförmige Lampenkolben kann an beiden Seiten mittels eines Sockels wie oben beschrieben ausgerüstet sein.
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Es ist auch eine Ausgestaltung, dass die mindestens eine außenseitige Vertiefung mindestens eine Reihe von in einer Umfangsrichtung verteilt angeordneten lokalen Vertiefungen aufweist. Diese ermöglichen vorteilhafterweise eine besonders zuverlässige und zudem verdrehsichere Befestigung des Sockels an dem Lampenkolben. Dabei kann eine Umfangsrichtung insbesondere einer azimutalen Richtung in Zylinderkoordinaten entsprechen.
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Die Vertiefungen können z.B. durch Umformen in den Lampenkolben eingebracht worden sein. So kann ein Glaskolben lokal erhitzt worden sein und dann dort von außen lokal eingedrückt worden sein, z.B. mittels eines Stempels, einer Rolle, eines Stifts usw.
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Es ist noch eine weitere Ausgestaltung, dass der Sockel ein Stiftsockel ist, insbesondere ein Bipin-Sockel. Der Sockel kann vom G-Typ sein, z.B. analog zum Typ G5 oder G13 aufgebaut sein.
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Es ist außerdem eine Ausgestaltung, dass die Lampe eine rohrförmige Halbleiter-Retrofitlampe zum Ersatz herkömmlicher rohrförmiger Lampen ist, z.B. von Leuchtstofflampen, Linienlampen usw.
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Die Halbleiter-Retrofitlampe kann mindestens eine Halbleiterlichtquelle aufweisen. Es ist eine Weiterbildung, dass die mindestens eine Halbleiterlichtquelle mindestens eine Leuchtdiode umfasst oder aufweist. Bei Vorliegen mehrerer Leuchtdioden können diese in der gleichen Farbe oder in verschiedenen Farben leuchten. Eine Farbe kann monochrom (z.B. rot, grün, blau usw.) oder multichrom (z.B. weiß) sein. Auch kann das von der mindestens einen Leuchtdiode abgestrahlte Licht ein infrarotes Licht (IR-LED) oder ein ultraviolettes Licht (UV-LED) sein. Mehrere Leuchtdioden können ein Mischlicht erzeugen; z.B. ein weißes Mischlicht.
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Die mindestens eine Leuchtdiode kann mindestens einen wellenlängenumwandelnden Leuchtstoff enthalten (Konversions-LED). Der Leuchtstoff kann alternativ oder zusätzlich entfernt von der Leuchtdiode angeordnet sein („Remote Phosphor“). Die mindestens eine Leuchtdiode kann in Form mindestens einer einzeln gehäusten Leuchtdiode oder in Form mindestens eines LED-Chips vorliegen. Mehrere LED-Chips können auf einem gemeinsamen Substrat („Submount“) montiert sein. Die mindestens eine Leuchtdiode kann mit mindestens einer eigenen und/oder gemeinsamen Optik zur Strahlführung ausgerüstet sein, z.B. mindestens einer Fresnel-Linse, Kollimator, und so weiter. Anstelle oder zusätzlich zu anorganischen Leuchtdioden, z.B. auf Basis von InGaN oder AlInGaP, sind allgemein auch organische LEDs (OLEDs, z.B. Polymer-OLEDs) einsetzbar. Alternativ kann die mindestens eine Halbleiterlichtquelle z.B. mindestens einen Diodenlaser aufweisen.
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Die Halbleiterlichtquellen können insbesondere an einer bandförmigen Leiterplatte angeordnet sein, die längs in dem Lampenkolben untergebracht ist und mit den Sockeln verbunden ist. Sie kann elektrisch über nur einen Sockel oder über beide Sockel mit einer Lampenfassung verbunden sein, ggf. über einen in einem Sockel untergebrachten Treiber.
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Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden schematischen Beschreibung von Ausführungsbeispielen, die im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Dabei können zur Übersichtlichkeit gleiche oder gleichwirkende Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen sein.
- 1A zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht einen Ausschnitt aus einem Lampenkolben mit stirnseitig aufgeschobenem Sockel sowie Heizelementen einer Heizvorrichtung;
- 1B zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht ein erstes, mechanisch umformendes Quetschwerkzeug mit eingesetztem Sockel und Lampenkolben sowie die Heizvorrichtung; und
- 2 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht ein zweites, pneumatisch umformendes Quetschwerkzeug mit eingesetztem Sockel und Lampenkolben.
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1A zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht einen Ausschnitt aus einem rohrförmigen Lampenkolben K mit einem stirnseitig aufgeschobenem Sockel S sowie Heizelementen H einer Heizvorrichtung V. Die Heizelemente H können z.B. Heizspiralen sein. Der Sockel S und der Lampenkolben K stellen Bauteile einer rohrförmigen Lampe L dar.
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Der Lampenkolben K ist geradlinig mit einer Längsachse A. Er ist lichtdurchlässig und besteht aus Glas. Er weist an einem Längsabschnitt B, an dem er von dem Sockel S überdeckt ist, mehrere, z.B. drei oder vier, in Umfangsrichtung um die Längsachse A herum in Reihe angeordnete, punktförmige Vertiefungen R auf, von denen hier nur zwei angedeutet sind. Der Längsabschnitt B kann auch als eine Erwärmungszone bezeichnet werden. Der Lampenkolben K ist z.B. ein T5- oder T8-förmiger Lampenkolben.
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Der Sockel S weist eine hohlzylindrische Grundform auf, die kolbenseitig offen ist und an ihrer dem Lampenkolben K abgewandten Stirnseite T zumindest überwiegend geschlossen ist. An ihrer offenen Seite weist sie einen freien Rand F auf. Der Sockel S kann aus Kunststoff, insbesondere Thermoplast, bestehen.
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Im Bereich des Längsabschnitts B ist der Sockel S von den Heizelementen H praktisch umlaufend umgeben.
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Zur Montage bzw. zum Zusammenbau der Lampe L kann der Sockel S auf den Lampenkolben K aufgeschoben werden oder - in kinematischer Umkehr - der Lampenkolben K in den Sockel S eingesteckt werden. Der Sockel S liegt dann seitlich außenseitig an dem Lampenkolben K an. Danach können die Heizelemente H über dem Längsabschnitt B positioniert werden. Folgend können die Heizelemente H aktiviert werden, z.B. für einige Sekunden, um das Material des Sockels S in dem Längsabschnitt A zu erwärmen. Dann kann der Lampenkolben K mit dem lokal erwärmten Sockel S in ein Quetschwerkzeug 1 eingebracht werden, wie folgend anhand von 1B gezeigt.
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1B zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht ein mechanisch umformendes Quetschwerkzeug 1, in das der Sockel S mit dem Lampenkolben K eingesetzt sind, sowie die Heizelemente H einer Heizvorrichtung V.
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Das Einsetzen kann beispielsweise dadurch erreicht worden sein, dass das offene Quetschwerkzeug 1 auf den Lampenkolben K und den Sockel S geschoben und dann geschlossen wird. Dazu kann das Quetschwerkzeug 1 ein aufklappbares Gehäuse aufweisen.
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Nun liegt der Sockel S mit umfänglich engem Spiel oder in umfänglichem Kontakt mit einer zylinderförmigen Sockelaufnahme 2 des Quetschwerkzeug 1. Der Kolben K kann von dem Quetschwerkzeug 1 klemmend gehalten werden oder als eine nicht-klemmende Führung für den Lampenkolben K dienen. Die Sockelaufnahme 2 weist kolbenseitig eine als Anschlag für den freien Rand F des Sockels S dienende Stufe 3 auf.
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Die Stirnseite T ist in dem Quetschwerkzeug 1 entlang der Längsachse A bzw. axial verschieblich gelagert. Das Quetschwerkzeug 1 weist der Stirnseite T des Sockels S gegenüberliegend eine Andrückeinrichtung 4 auf, die einen in der Sockelaufnahme 2 axial verschieblich geführten Quetschkolben 5 sowie einen Antrieb 6 zur axialen Bewegung des Quetschkolbens 5 auf, wie durch den Pfeil angedeutet. Folglich kann der Quetschkolben 5 von außen auf die Stirnseite T des Sockels S drücken und den Sockel S axial komprimieren. Der Antrieb 6 kann z.B. ein mechanisch, elektromotorisch, pneumatisch, hydraulisch usw. arbeitender Antrieb sein.
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Das durch die axiale Kompression zusammengedrückte, zuvor im Längsabschnitt B erwärmte und dadurch dort plastisch verformbare Material des Sockels S wird durch das Quetschwerkzeug 1 daran gehindert, radial nach außen ausweichen. Er wird folglich lokal plastisch in die mindestens eine (vergrößert dargestellte) Vertiefung R umgeformt, da das Quetschwerkzeug 1 eine Umlenkung der axial eingebrachten Kraft radial in die Vertiefungen R bewirkt. Dabei wird die Außenseite des Sockels S mechanisch beansprucht oder kraftbeaufschlagt.
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Der umgeformte Bereich des Sockels S entspricht einem Umformbereich U. Die den jeweiligen Vertiefungen R zugeordneten Umformbereiche U weisen ungefähr die zu den Vertiefungen R passende oder komplementäre Form auf und entsprechen ungefähr Umfangsabschnitten des zuvor erwärmten Längsabschnitts B.
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Die Andrückeinrichtung 4 hält den Sockel S unter Kompression, bis das zuvor erwärmte Material des Sockels S wieder erkaltet und damit verfestigt ist, was wobei eine zugehörige Ruhezeit aber nur gering ist, z.B. 30 Sekunden dauert. Nun kann der Quetschkolben 5 wieder zurückgefahren werden, das Quetschwerkzeug 1 geöffnet werden und das Quetschwerkzeug 1 z.B. wieder zurückgefahren werden.
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Die fertige Lampe L weist einen Sockel S auf, der lokal an seinen Umformbereichen U in die Vertiefung R hinein umgeformt worden ist. Der Sockel S wird so in axialer Richtung an dem Lampenkolben K gehalten und ist auch formschlüssig gegen eine Verdrehung gesichert.
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Die fertige Lampe L kann z.B. eine LED-Retrofitlampe zum Ersatz herkömmlicher rohrförmiger Lampen sein. Der Sockel S kann dazu als ein Stiftsockel ausgebildet sein, beispielsweise als ein GU5- oder GU13-kompatibler Stiftsockel. In dem Lampenkolben K kann mindestens eine bandförmige, mit LEDs bestückte Leiterplatte (o. Abb.) untergebracht sein, die elektrisch über den Sockel 2 speisbar ist. Der Sockel 2 kann einen Treiber (o. Abb.) zum Umwandeln der über den Sockel S empfangenen elektrischen Energie in elektrische Betriebssignale zum Betreiben der LEDs aufweisen.
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2 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht ein pneumatisch umformendes Quetschwerkzeug 11 mit eingesetztem Sockel S und Lampenkolben K. Der Sockel S kann in eine Sockelaufnahme 12 des Quetschwerkzeugs 11 eingeschoben werden, ohne dass das Quetschwerkzeug 11 geöffnet zu werden braucht.
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Das Quetschwerkzeug 11 weist einen mit einer Druckgasquelle (z.B. einen Pressluftzylinder, o. Abb.) verbindbaren Druckluftkanal 13 auf. Der Druckluftkanal 13 weist eine an einer Außenseite des zu erwärmenden Längsabschnitts B mündende Öffnung 14 auf, so dass der Längsabschnitt B, der die Vertiefungen R überdeckt, bei geöffneter Druckgasquelle umfänglich außenseitig mit der Druckluft beaufschlagbar ist. Im Bereich der Öffnung 14 sind umlaufende Heizelemente H einer Heizvorrichtung V vorhanden, z.B. elektrisch betreibbare Heizspiralen.
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Das Quetschwerkzeug 11 weist ferner zwei Dichtungen in Form von O-Ringen 15 auf, welche die Öffnung 14 und den Längsabschnitt B des Sockels S axial begrenzen. Die Öffnung 14 und der Längsabschnitt B befinden sich also axial zwischen den O-Ringen 15. Die O-Ringe 15 sind in jeweiligen Ringnuten 16 des Quetschwerkzeugs 11 eingesetzt, die an den Sockel S angrenzen.
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Das Quetschwerkzeug 11 weist zudem eine Presseinrichtung 17 auf, die dazu vorgesehen ist, zwei Körper 18 und 19, welche zusammen mit dem Druckluftkanal 13 die Ringnuten 16 bilden, aufeinander zuzubewegen. Die Körper 18 und 19 sind axial vor und hinter dem Druckluftkanal 13 angeordnet, so dass mit Aktivieren der Presseinrichtung 17 die Körper 18 und 19 axial gegen den Druckluftkanal 13 gedrückt werden und die Ringnuten 16 axial verschmälern. Dadurch werden die O-Ringe 15 leicht aus den Ringnuten 16 herausgepresst und drücken auf den Sockel S. So wird eine besonders druckfeste Abdichtung erreicht, die ein Entweichen der Druckluft durch einen Spalt zwischen dem Sockel S und dem Quetschwerkzeug 11 besonders zuverlässig auch für höhere Drücke verhindert. Die Verpresseinrichtung 17 kann einen mechanisch, elektromotorisch, pneumatisch, hydraulisch usw. arbeitenden Antrieb 20 zum Bewegen der Körper 18 und 19 aufweisen.
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Zum Umformen der Umformbereiche U des Sockels S in die Vertiefungen R können z.B. zunächst die Verpresseinrichtung 17 aktiviert werden, dann die Heizelemente H zum Erwärmen des Längsabschnitts B des Sockels S aktiviert werden (z.B. für einige Sekunden) und dann mittels der Druckbeaufschlagung von außen eine isostatische Kraft auf den Längsabschnitts B des Sockels S aufgebracht werden. Im Bereich der Vertiefungen R werden sich die dortigen Umformbereiche U des Sockels in die Vertiefungen R hinein umformen. Die Heizelemente H können vor oder nach der pneumatisch bewirkten Umformung wieder deaktiviert werden. Folgend können die Druckbeaufschlagung sowie die Verpresseinrichtung 17 zum Freigeben der O-Ringe wieder deaktiviert werden. Dann, ggf. nach einer kurzen Abkühldauer, kann das Quetschwerkzeug 11 wieder zurückgeführt werden. Die obigen Schritte können auch in einer anderen Reihenfolge ausgeführt werden.
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Die fertige Lampe L kann analog zu der durch das in 1B beschriebene mechanisch umformende Quetschwerkzeug 1 hergestellten Lampe L sein.
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Obwohl die Erfindung im Detail durch die gezeigten Ausführungsbeispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht darauf eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
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Allgemein kann unter „ein“, „eine“ usw. eine Einzahl oder eine Mehrzahl verstanden werden, insbesondere im Sinne von „mindestens ein“ oder „ein oder mehrere“ usw., solange dies nicht explizit ausgeschlossen ist, z.B. durch den Ausdruck „genau ein“ usw.
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Auch kann eine Zahlenangabe genau die angegebene Zahl als auch einen üblichen Toleranzbereich umfassen, solange dies nicht explizit ausgeschlossen ist.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Quetschwerkzeug
- 2
- Sockelaufnahme
- 3
- Stufe
- 4
- Andrückeinrichtung
- 5
- Quetschkolben
- 6
- Antrieb
- 11
- Quetschwerkzeug
- 12
- Sockelaufnahme
- 13
- Druckluftkanal
- 14
- Öffnung
- 15
- O-Ringen
- 16
- Ringnuten
- 17
- Presseinrichtung
- 18
- Körper
- 19
- Körper
- 20
- Antrieb
- A
- Längsachse
- B
- Längsabschnitt
- F
- Freier Rand
- H
- Heizelement
- K
- Lampenkolben
- L
- Lampe
- R
- Vertiefung
- S
- Sockel
- T
- Stirnseite
- U
- Umformbereich
- V
- Heizvorrichtung