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Einleitung
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Die vorliegende Anmeldung betrifft ein in einen Boden eines Bauwerks eingesetztes Rinnensystem zur Fassung, Sammlung und/oder Ableitung einer Flüssigkeit, das Rinnensystem umfassend
- - mindestens zwei sich gegenüberliegende langgestreckte Stützprofile, die gemeinsam zwischen sich einen Rinnenraum begrenzen und jeweils zumindest einen Teil des Bodens seitlich gegen den Rinnenraum abgrenzen, und
- - mindestens einen U-förmigen Rinnenkörper, der sich zwischen den Stützprofilen erstreckt, sodass er den Rinnenraum überbrückt, wobei eine Längsachse des Rinnenkörpers parallel zu Längsachsen der Stützprofile orientiert ist,
wobei der Rinnenkörper zwei Flansche aufweist, die sich jeweils ausgehend von einem der beiden oberen Enden des übrigen Rinnenkörpers erstrecken und jeweils einem der Stützprofile zugeordnet sind, wobei die Flansche mittels mindestens eines Andrückprofils derart gegen eine korrespondierende Oberfläche einer oberen Stirnseite des jeweils zugehörigen Stützprofils gedrückt sind, dass ein jeweiliger Flansch und das jeweils zugehörige Stützprofil zumindest mittelbar in dichtendem Kontakt miteinander stehen.
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Weiterhin betrifft die vorliegende Anmeldung ein Verfahren zur Montage eines Rinnensystems in einem Boden eines Bauwerks.
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Unter einem „Stützprofil“ wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung ein Bauteil verstanden, das in einem jeweiligen Boden eingesetzt ist. Das Stützprofil, das insbesondere von Aluminium oder Stahl gebildet sein kann, weist dabei typischerweise mindestens einen hochstehenden Schenkel auf, der den jeweiligen Boden seitlich gegen den Rinnenraum abgrenzt. Das heißt, dass sich der Boden, beispielsweise ein Estrich, gegen besagten Schenkel des Stützprofils stützt bzw. das Stützprofil mittels seines aufstehenden Schenkels verhindert, dass der Boden, beispielsweise im Zuge der Einbringung desselben, in den Rinnenraum eintritt. Die Stützprofile begrenzen damit den Rinnenraum zu seinen beiden seitlichen Flanken hin gegen den Boden. Es versteht sich, dass derartige Stützprofile insbesondere L-förmig ausgebildet sein können.
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Unter einem „U-förmigen Rinnenkörper“ wird im Sinne der vorliegenden Anmeldung ein Rinnenkörper verstanden, der zumindest im Wesentlichen die Form eines Us aufweist. Das heißt, dass der so ausgebildete Rinnenkörper mindestens zwei sich gegenüberliegende aufrechte Schenkel sowie eine unten liegende Basis aufweist. Die aufrechten Schenkel müssen nicht zwangsläufig vertikal orientiert sein, sondern können ebenso gut gegenüber der Vertikalen geneigt sein. Die U-Form ist dabei insofern von Bedeutung, als die aufrechten Schenkel des derart geformten Rinnenkörpers dazu geeignet sind, auf der Basis des Rinnenkörpers geführtes Wasser seitlich einzufassen. Hierdurch ist der Rinnenkörper dazu geeignet, eine Flüssigkeit, insbesondere Wasser, zu sammeln und abzuleiten. Vorteilhafterweise ist der Rinnenkörper symmetrisch bezüglich einer vertikalen Mittelebene ausgebildet.
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Die vorstehend beschriebenen „Flansche“ bilden gewissermaßen eine Erweiterung der U-Form, indem sie sich an die oberen Enden des im Übrigen U-förmigen Rinnenkörpers anschließen. Die Flansche erstrecken sich typischerweise in eine zumindest im Wesentlichen horizontale Richtung nach außen hin.
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Unter einem „Andrückprofil“ wird grundsätzlich jedes Profil verstanden, das dazu geeignet ist, die beschriebene „Andrückung“ des Flansches gegen die Oberfläche der oberen Stirnseite des jeweils zugehörigen Stützprofils zu bewirken. Hierbei ist es nicht zwingend erforderlich, dass der Flansch des Rinnenkörpers unmittelbar auf das zugehörige Stützprofil gedrückt wird. Wesentlich ist lediglich, dass das Andrückprofil eine Druckkraft ausübt, die durch den Flansch hindurch in die Oberfläche der oberen Stirnfläche des Stützprofils geleitet wird. Idealerweise kann die Andrückkraft des Andrückprofils in dem Stützprofil verankert sein. Beispielsweise ist es denkbar, dass das Andrückprofil mittels einer Schraubverbindung in das jeweilige Stützprofil eingeschraubt ist.
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Stand der Technik
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Rinnensysteme der eingangs beschriebenen Art sind im Stand der Technik bereits bekannt. Sie dienen dazu, Flüssigkeiten zu sammeln und abzuleiten, beispielsweise zu einem Abfluss. Hierzu ist ein entsprechendes Rinnensystem typischerweise an ein Gefälle des angrenzenden Bodens angeschlossen, wobei das Rinnensystem entlang einer tiefsten Stelle des Bodens verläuft.
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Um die Ableitung insbesondere von Wasser zuverlässig vornehmen zu können, ist es in aller Regel erforderlich, ein jeweiliges Rinnensystem an ein Dichtungssystem des jeweiligen Bauwerks, in dessen Boden das Rinnensystem eingebaut ist, anzuschließen. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass abgeführtes Wasser nicht an unbeabsichtigter Stelle in das jeweilige Bauwerk eindringt, sondern vollständig zu dem Rinnensystem und schließlich mittels des Rinnensystems abgeführt wird. Um ein jeweiliges Rinnensystem an ein Dichtungssystem des jeweiligen Bauwerks anzuschließen, ist das Rinnensystem typischerweise in den Boden eingelassen, wobei beispielsweise Dichtungsbahnen des Dichtungssystems unmittelbar bis an das Rinnensystem herangeführt und mit diesem verbunden sind. Diese Art der Konstruktion hat jedoch den Nachteil, dass ein Austausch einzelner Teile des Rinnensystems, beispielsweise des Rinnenkörpers, kaum möglich ist, ohne zumindest Teile des Bodens zu entfernen und abzutragen. Es versteht sich, dass im Anschluss daran auch für einen Wiedereinbau eines Ersatzteils teils erhebliche Arbeiten notwendig sind, um das Rinnensystem wieder in einen funktionsfähigen Zustand zu versetzen.
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Aufgabe
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Der vorliegenden Erfindung liegt mithin die Aufgabe zugrunde, ein Rinnensystem bereitzustellen, dass im Vergleich zum Stand der Technik wartungsfreundlicher ist, insbesondere Einzelteile des Rinnensystems leichter ausgetauscht werden können.
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Lösung
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Die zugrunde liegende Aufgabe wird ausgehend von dem Rinnensystem der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß durch mindestens zwei lang gestreckte Dichtungselemente gelöst, die sich parallel zu den Stützprofilen erstrecken und jeweils einem der Stützprofile zugeordnet sind. Das heißt, dass die Stützprofile jeweils mit einem der Dichtungselemente zusammenwirken, wobei die Dichtungselemente typischerweise streifenförmig ausgebildet sind. Ein jeweiliges Dichtungselement steht mit der Oberfläche der oberen Stirnseite des zugehörigen Stützprofils zumindest mittelbar in dichtendem Kontakt. Vorteilhafterweise liegt das Dichtungselement unmittelbar auf der Oberfläche des Stützprofils auf, sodass ein Durchgang einer Flüssigkeit zwischen der Oberfläche der oberen Stirnseite und einer Unterseite des Dichtungselements unterbunden ist.
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Weiterhin ist von Bedeutung, dass die Dichtungselemente jeweils zu jeweils einer dem Rinnenkörper abgewandten Seite der Stützprofile geführt sind. Mit anderen Worten ist - im Querschnitt des erfindungsgemäßen Rinnensystems betrachtet - das „linke Dichtungselement“ zu einer linken Seite des zugehörigen linken Stützprofils weg von dem Rinnenraum geführt, während das „rechte Dichtungselement“ entsprechend zu der rechten Seite des zugehörigen rechten Stützprofils weg von dem Rinnenraum geführt ist. Diese Führung der Dichtungselemente in von dem Rinnenraum abgewandte Richtungen ermöglicht es erfindungsgemäß, die Dichtungselemente an ein jeweiliges Dichtungssystem des Bauwerks anzuschließen. Insbesondere kann auf beiden Seiten des Rinnensystems jeweils beispielsweise eine Dichtungsbahn bis an das Rinnensystem herangeführt werden, sodass es jeweils mit den „freien Enden“ der Dichtungselemente, die an den dem Rinnenkörper abgewandten Seiten des Rinnensystems an diesen ausgebildet sind, zusammenwirken kann und auf diese Weise einen dichten Anschluss des Bodens an das Rinnensystem ermöglicht.
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Das erfindungsgemäße Rinnensystem hat viele Vorteile. Der wesentlichste Vorteil besteht darin, dass eine kraftübertragende Verbindung zwischen dem jeweiligen Dichtungssystem des Bauwerks und dem Rinnensystem lediglich mit Bauteilen des Rinnensystems stattfindet, die gewissermaßen außerhalb des Rinnenraums des Rinnensystems angeordnet sind. Der dichte Anschluss des Dichtungssystems an das Rinnensystem wird dabei mittels der erfindungsgemäßen Dichtungselemente sichergestellt, die jedoch ihrerseits unabhängig insbesondere von dem Rinnenkörper sind. Hierdurch wird die Möglichkeit geschaffen, den Rinnenkörper aus dem Rinnensystem zu entnehmen, ohne den dichten Anschluss des Rinnensystems an das jeweilige Dichtungssystem des Bauwerks aufzulösen oder zu beschädigen. Insbesondere ist es besonders einfach vorstellbar, ein jeweiliges Andrückprofil zu lösen, woraufhin der Rinnenkörper aus dem Rinnensystem entnommen, ein reparierter bzw. neuer Rinnenkörper eingesetzt und letzterer schließlich mittels mindestens eines Andrückprofils wieder an dem Rinnensystem installiert werden kann. Ein Eingriff, insbesondere ein zerstörender Eingriff, mit dem Boden, in den das Rinnensystem eingebaut ist, ist zu keiner Zeit erforderlich, da das Rinnensystem mittels der erfindungsgemäßen Dichtungselemente eine Entkopplung des Rinnenkörpers von dem Boden bzw. dessen Dichtungssystem geschaffen hat. Im Ergebnis ist somit das erfindungsgemäße Rinnensystem gegenüber denjenigen des Standes der Technik deutlich wartungsfreundlicher.
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In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Rinnensystems ist ein dem Rinnenkörper abgewandtes Ende eines jeweiligen Dichtungselements ausgehend von der oberen Stirnseite des zugehörigen Stützprofils entlang des letzteren in eine Richtung nach unten geführt. „Nach unten“ bedeutet in diesem Zusammenhang die Richtung, die einer Oberfläche des Bodens abgewandt ist. Vorteilhafterweise ist das Dichtungselement entlang mindestens 20 % einer Höhe des zugehörigen Stützprofils nach unten geführt, weiter vorzugsweise mindestens über 50 % der Höhe des Stützprofils.
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Das auf diese Weise ausbildete Rinnensystem ist besonders einfach an ein Dichtungssystem des jeweiligen Bauwerks anschließbar, da die Dichtungselemente von der oberen Stirnseite der Stützprofile weggeführt sind in einen Bereich abseits des Rinnenraums, in dem sie schließlich besonders einfach mit einem jeweiligen Dichtungssystem zusammenwirken können. Insbesondere ist es vorstellbar, dass die Dichtungselemente bis auf einen unteren, horizontalen Schenkel der Stützprofile geführt sind und dort auf einer Oberfläche des Schenkels beispielsweise mit einer Dichtungsbahn eines Dichtungssystems verschweißt werden können.
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In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Dichtungselemente sind selbige von Kunststoff gebildet, vorzugsweise von einer Kunststofffolie. Derartige Dichtungselemente können besonders durch Andrückung auf die Oberfläche der oberen Stirnseite des jeweils zugehörigen Stützprofils einen dichtenden Anschluss schaffen und sind gleichzeitig flexibel, sodass ein Anschluss an ein Dichtsystem des Bauwerks besonders einfach fällt. Ferner können derartige Dichtungselemente besonders gut langgestreckt ausgeführt werden, indem sie von einer Mehrzahl von Segmenten zusammengesetzt werden können, insbesondere mittels Schweißen.
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In einer weiterhin vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Rinnensystems umfasst selbiges mindestens zwei langgestreckte Andrückprofile die jeweils einem der Stützprofile zugeordnet sind. Die Andrückprofile erstrecken sich parallel zu den Stützprofilen, wobei vorzugsweise mittels jeweils eines Andrückprofils ein zugehöriger Flansch des Rinnenkörpers und/oder ein zugehöriges Dichtungselement zumindest mittelbar auf die korrespondierende Oberfläche der oberen Stirnseite des zugehörigen Stützprofils gedrückt sind. Ein derartiges Andrückprofil kann beispielsweise von einem Flachstahl gebildet sein, der - ausgehend von der Oberfläche der oberen Stirnseite eine Stützprofils aus nach oben betrachtet - oberhalb des jeweiligen Flansches des Rinnenkörpers sowie des zugehörigen Dichtungselements auf letztere aufgelegt wird und schließlich derart montiert wird, dass das Andrückprofil durch den Flansch und/oder das Dichtungselement hindurch eine Druckkraft in das Stützprofil einleitet. Insbesondere ist es vorstellbar, dass ein derartiges Andrückprofil mittels Schrauben in dem zugehörigen Stützprofil verankert ist. Der Flansch bzw. das Dichtungselement werden mittels der Druckkraft gewissermaßen gepresst, wodurch ein dichtender Eingriff mit der Stirnseite des Stützprofils sichergestellt ist.
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Rinnensysteme der eingangs beschriebenen Art sowie das erfindungsgemäße Rinnensystem können mit Rinnenabdeckungen versehen sein, die auch als „Rinnenrost“ bezeichnet werden. Eine derartige Rinnenabdeckung dient dazu, den Rinnenraum derart zu überbrücken, dass vertikalen Lasten, die im Bereich des Rinnenraums wirken, zu den Seiten des Rinnenraums hin abzutragen. Insbesondere ist es denkbar, dass ein Rinnensystem mit Fahrzeugen überfahrbar ausgebildet sein muss. Vorteilhafterweise ist eine Rinnenabdeckung derart ausgestaltet, dass deren Breite eine Breite des Rinnenraums übersteigt, sodass die Rinnenabdeckung beiderseits des Rinnenraums zumindest mittelbar auf den Stützprofilen, insbesondere den oberen Stirnseiten der Stützprofile, aufliegt. Auf diese Weise können auf die Rinnenabdeckung einwirkende Kräfte unmittelbar auf die Stützprofile und schließlich in den Boden übertragen werden, ohne dass der Rinnenkörper als solcher mit zusätzlichen Lasten beaufschlagt wird. Abgesehen von seinem Eigengewicht sowie etwaigem Wasser, das mittels des Rinnenkörpers gesammelt und abgeführt wird, ist der Rinnenkörper bei einer solchen Ausgestaltung folglich frei von Kräften.
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Grundsätzlich ist es vorstellbar, eine Rinnenabdeckung als Andrückprofil im Sinne der vorliegenden Anmeldung zu verwenden. Bei einer solchen Ausgestaltung wirkt die Rinnenabdeckung vorteilhafterweise mit den oberen Stirnseiten der Stützprofile zusammen, wobei mittels der Rinnenabdeckung Druckkräfte auf die Flansche und/oder die Dichtungselemente ausgeübt werden, um den dichtenden Eingriff mit der oberen Stirnseite der Stützprofile herzustellen.
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Unabhängig von der Art der Ausgestaltung der Rinnenabdeckung ist ein erfindungsgemäßes Rinnensystem, das mit einer Rinnenabdeckung ausgestaltet ist, dann besonders von Vorteil, wenn die Rinnenabdeckung mit mindestens einem Andrückprofil zusammenwirkt, wobei das Andrückprofil und die Rinnenabdeckung vorteilhafterweise mittels verschiedener Verbindungsmittel mit einem jeweilig zugehörigen Stützprofil verbunden sind. Die Verbindungsmittel können insbesondere von Schrauben gebildet sein, die in das jeweilige Stützprofil eingeschraubt werden. Diese Ausgestaltung hat den besonderen Vorteil, dass die Rinnenabdeckung grundsätzlich unabhängig von dem jeweiligen Andrückprofil von dem zugehörigen Stützprofil gelöst werden kann. Dies hat wiederum den wesentlichen Vorteil, dass der dichtende Kontakt zwischen den Flansch des Rinnenkörpers und/oder dem Dichtungselement, das dem jeweiligen Stützprofil zugeordnet ist, nicht aufgehoben werden muss, wenn die Rinnenabdeckung demontiert wird. Die Demontage der Rinnenabdeckung geht nämlich nicht mit einer Auflösung der Druckkraft zwischen der oberen Stirnseite des Stützprofils und dem Flansch bzw. dem Dichtungselement einher, da diese Druckkraft mittels des Andrückprofils weiterhin bereitgestellt wird. Auf diese Weise ist beispielsweise ein Austausch der Rinnenabdeckung oder deren zeitweise Demontage beispielsweise zu Reparaturzwecken ohne Weiteres und insbesondere ohne Beeinträchtigung des Rinnensystems im Übrigen möglich. Ein auf diese Weise ausgebildetes Rinnensystem ist folglich besonders wartungsfreundlich.
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Das erfindungsgemäße Rinnensystem weiter ausgestaltend sind ein jeweiliger Flansch des Rinnenkörpers und das zugehörige Stützprofil mittels eines Nut-Feder-Systems gegeneinander abgedichtet. Vorzugsweise weist der Flansch einen langgestreckten Federstreifen auf, der in eine komplementäre Langnut des Stützprofils eingreift.
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Vorzugsweise kann ein solcher Federstreifen in einem Rückhalteabschnitt eine Breite aufweisen, die die Breite der Langnut des Stützprofils übersteigt, sodass im Zuge der Einführung des Federstreifens in die Langnut der Federstreifen zumindest teilweise komprimiert wird. Hierdurch wird sowohl der dichtende Kontakt zwischen dem Federstreifen und der Langnut verbessert als auch eine Reibung zwischen dem Federstreifen und der Langnut vergrößert, wodurch eine versehentliche Entnahme des Federstreifens aus der Langnut heraus erschwert ist.
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Unabhängig von der Ausgestaltung einer Verbindung zwischen einem jeweiligen Flansch und dem zugehörigen Stützprofil kann es besonders vorteilhaft sein, ein jeweiliges Dichtungselement gleichermaßen mittels eines vorstehend beschriebenen Nut-Feder-Systems an ein zugehöriges Stützprofil anzuschließen. Es versteht sich, dass idealerweise sowohl ein jeweiliger Flansch als auch ein jeweiliges Dichtungselement über Federstreifen verfügen, die jeweils in eine Langnut an der oberen Stirnseite des zugehörigen Stützprofils einfahren. Die Stützprofile weisen an ihrer oberen Stirnseite bei einer solchen Ausführung entsprechend zwei nebeneinander angeordnete Langnuten auf.
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Das erfindungsgemäße Rinnensystem ist weiterhin dann besonders von Vorteil, wenn der Rinnenkörper von einer Mehrzahl einzelner Rinnenkörpersegmente gebildet ist, die in Kraft übertragender Weise miteinander verbunden sind. Idealerweise sind die einzelnen Rinnenkörpersegmente stoffschlüssig miteinander verbunden, insbesondere miteinander verschweißt. Hierzu ist es besonders von Vorteil, wenn die Rinnenkörpersegmente und folglich der gesamte Rinnenkörper von einem Kunststoff, insbesondere einem thermoplastischen oder elastomeren Kunststoff, gebildet sind. Derartige Kunststoffe lassen sich vergleichsweise leicht stoffschlüssig miteinander verbinden, im Falle eines thermoplastischen Kunststoffs mittels Verschweißen und im Falle eines elastomeren Kunststoffs mittels Vulkanisieren.
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Die Ausgestaltung des Rinnenkörpers aus Kunststoff ist bei dem erfindungsgemäßen Rinnensystem insbesondere dann besonders einfach möglich, wenn der Rinnenkörper frei von Nutzlast bleibt, die auf das Rinnensystem einwirken. Dies kann besonders einfach mittels der vorstehend beschriebenen Ausgestaltung des Rinnensystems mit einer Rinnenabdeckung erfolgen, deren Breite eine Breite des Rinnenraums übersteigt, sodass auf die Rinnenabdeckung wirkende Nutzlasten unmittelbar zu den Seiten des Rinnensystems hin abgetragen werden und keinen Effekt auf den Rinnenkörper haben. Der Rinnenkörper ist bei dieser Ausgestaltung lediglich mit seinem Eigengewicht sowie etwaigem Wasser belastet, das mittels des Rinnenkörpers gesammelt und abgeführt wird.
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In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Rinnensystem ist eine Dichtungsebene, die zwischen einem jeweiligen Flansch des Rinnenkörpers und/oder einem jeweiligen Dichtungselement und der Oberfläche der oberen Stirnseite des zugehörigen Stützprofils ausgebildet ist, maximal 5 cm unterhalb einer Oberfläche des Bodens angeordnet. Vorzugsweise beträgt ein Abstand zwischen besagter Dichtungsebene und der Oberfläche des Bodens maximal 3 cm, weiter vorzugsweise maximal 2 cm. Diese Ausgestaltung ist im Hinblick auf die Wartungsfreundlichkeit des erfindungsgemäßen Rinnensystems von Vorteil, da die Dichtungsebene besonders einfach von der Oberseite des Bodens her zugänglich ist. Der geringe Abstand zwischen der Dichtungsebene und der Oberfläche des Bodens kann konstruktiv besonders einfach dadurch hergestellt werden, dass die Stützprofile zumindest mit einem aufrecht stehenden Schenkel nah zu der Oberfläche des Bodens geführt sind, sodass die obere Stirnseite eines jeweiligen Stützprofils sich in geringem Abstand zu der Oberfläche des Bodens befindet. Da die Flansche und die Dichtungselemente mit der oberen Stirnseite der Stützprofile zusammenwirken, versteht es sich, dass folglich auch die Dichtungsebene entsprechend nah zu der Oberfläche des Bodens angeordnet sind.
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Schließlich kann das Rinnensystem in einer vorteilhaften Ausgestaltung mit zwei langgestreckten Seitenprofilen ausgestattet sein, die jeweils einem der Stützprofile zugeordnet sind. Diese Seitenprofile sind dadurch gekennzeichnet, dass sie das Rinnensystem seitlich gegen den angrenzenden Boden abschließen, sodass der Boden insbesondere von der Rinnenabdeckung vollständig entkoppelt ist. Vorteilhafterweise tritt der Boden in einem eingebauten Zustand des Rinnensystems lediglich mit den Stützprofilen, den Dichtungselementen und den besagten Seitenprofilen in unmittelbaren Kontakt. Die übrigen Bauteile des Rinnensystems sind hingegen vollständig von dem Boden entkoppelt. Dies hat den besonderen Vorteil, dass ein Austausch derjenigen Bauteile, die nicht mit dem Boden in Kontakt sind, ohne Weiteres möglich ist, insbesondere ohne den Boden bearbeiten zu müssen. Am Beispiel einer Rinnenabdeckung erläutert kann letztere von dem Rinnensystem demontiert werden, ohne dass hierdurch der Boden bearbeitet oder beschädigt werden muss. Dieser ist insbesondere in einem oberen Bereich mittels der Seitenprofile seitlich von dem Rinnensystem abgegrenzt.
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Die Seitenprofile erstrecken sich vorteilhafterweise ausgehend von der Oberfläche des Bodens nach unten bzw. von unten her betrachtet bis zu einer Oberfläche des Bodens. Eine obere Stirnfläche der Seitenprofile schließt mithin bündig mit dem Boden ab. In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die Seitenprofile von einem Flachstahl gebildet, der seitlich jeweils an ein zugehöriges Stützprofil angeschlossen, insbesondere mit dem Stützprofil verschraubt, wird.
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Die zugrunde liegende Aufgabe wird ferner mittels eines Verfahrens zur Montage eines Rinnensystems der vorstehend beschriebenen Art gelöst, dass die folgenden Verfahrensschritte umfasst:
- a) Mindestens zwei Stützprofile werden einander gegenüberliegend jeweils zumindest mit Abschnitten des Bodens in Kraft übertragender Weise verbunden, sodass die Stützprofile zwischen sich einen Rinnenraum begrenzen.
- b) Mindestens ein Rinnenkörper, der zwei sich gegenüberliegende, sich ausgehend von oberen Enden des im Übrigen U-förmigen Rinnenkörpers erstreckenden Flansche aufweist, wird mittels seiner Flansche derart auf die Stützprofile aufgelegt, dass Unterseiten der Flansche zumindest in mittelbarem Kontakt mit Oberflächen oberer Stirnseiten der jeweils korrespondierenden Stützprofile befinden.
- c) Jeweils ein Dichtungselement wird jeweils auf der Oberflächen der oberen Stirnseiten jeweils eines der Stützprofile angeordnet, wobei jeweils ein Dichtungselement sich in eine zu dem Rinnenkörper abgewandte Seite des zugehörigen Stützprofils erstreckt und zumindest mit einem dem Rinnenkörper abgewandten Enden einen Anschluss des Rinnensystems an ein Dichtungssystem des Bauwerks ermöglicht.
- d) Die Flansche des Rinnenkörpers und die Dichtungselemente werden mittels mindestens eines Andrückprofils zumindest mittelbar auf die Oberfläche der oberen Stirnseite der jeweils korrespondierenden Stützprofile gedrückt, sodass die Flansche und die Dichtungselemente mit den Stützprofilen in einem dichtenden Kontakt stehen.
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Das erfindungsgemäße Verfahren besonders gut dazu geeignet, dass erfindungsgemäße Rinnensystem hervorzubringen.
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In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird der Rinnenkörper aus einer Mehrzahl einzelner Rinnenkörpersegmente zusammengesetzt. Insbesondere werden die Rinnenkörpersegmente miteinander verschweißt. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Rinnenkörpersegmente von einem thermoplastischen Kunststoff gebildet sind. Alternativ ist es ebenso denkbar, dass die Rinnenkörpersegmente mittels Vulkanisieren miteinander verbunden werden, wobei die Rinnenkörpersegmente von einem elastomeren Kunststoff gebildet sind.
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Vorteilhafterweise werden im Zuge der Fertigung des Rinnenkörpers des erfindungsgemäßen Rinnensystems die folgenden Verfahrensschritte vorgenommen:
- e) Eine Mehrzahl von Rinnenkörpersegmenten wird in einer externen Fertigungsstätte, die sich abseits einer Montagestätte des Rinnensystems befindet, stoffschlüssig miteinander verbunden, sodass die Rinnenkörpersegmente fortan gemeinsam einen langgestreckten Rinnenkörper bilden.
- f) Der Rinnenkörper wird derart elastisch verformt, dass er auf eine Ladefläche eines Transportfahrzeugs passt.
- g) Der Rinnenkörper wird mittels des Transportfahrzeugs zu der Montagestätte transportiert, dort von der Ladefläche abgeladen und schließlich in einem entformten Zustand in das Rinnensystem eingesetzt.
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Das so ausgestaltete Verfahren hat den besonderen Vorteil, dass die Fertigung des Rinnenkörpers nicht vor Ort auf der Baustelle, auf der das Rinnensystem eingebaut werden soll, sondern an einer externen Fertigungsstätte vorgenommen werden kann. Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Rinnenkörpers aus Kunststoff bietet nämlich den wesentlichen Vorteil, dass der Rinnenkörper insgesamt elastisch verformbar ist, sodass auch solche Rinnenkörper transportierbar sind, deren Länge die Länge einer Ladefläche eines Transportfahrzeugs deutlich übersteigen. Es versteht sich, dass die meisten Rinnensysteme eine Länge aufweisen, die die Länge einer Ladefläche eines Transportfahrzeugs übersteigen. Entsprechend ist es im Stand der Technik notwendig, einzelne Rinnenkörpersegmente, die mittels eines Transportfahrzeugs transportabel sind, erst an der Montagestelle des Rinnensystems miteinander zu verbinden und schließlich den gesamten Rinnenkörper zu bilden.
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Bei Verwendung eines elastischen Kunststoffs als Material für die Rinnenkörpersegmente und somit den gesamten Rinnenkörper ist es nunmehr erfindungsgemäß möglich, den Rinnenkörper elastisch zu verformen, insbesondere aufzurollen oder aufzuwickeln, zu falten, zu knicken oder dergleichen, um eine effektive Länge des Rinnenkörpers insgesamt derart zu verkürzen, dass er auf einem Transportfahrzeug transportiert werden kann. Angekommen auf der Baustelle muss diese elastische Verformung des Rinnenkörpers lediglich rückgängig gemacht werden, beispielsweise der Rinnenkörper abgewickelt werden. Im Anschluss liegt der Rinnenkörper als Ganzes vor, ohne dass hierfür eine sich anschließende Bearbeitung an der Montagestelle des Rinnensystems notwendig ist. Hierdurch werden sowohl die Kosten der Montage reduziert als auch Fehlerquellen im Zuge der Montage an der Montagestätte vermieden.
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Insbesondere ist es vorstellbar, einen vollständigen Rinnenkörper auf einen Rollzylinder aufzurollen, der sodann auf der Ladefläche eines Transportfahrzeugs lediglich einen geringen Platz einnimmt. Idealerweise kann ein derartiger Rollzylinder ohne den Einsatz von Maschinen an der Montagestätte des Rinnensystems von dem Transportfahrzeug abgeladen und abgerollt werden, sodass der Rinnenkörper im Anschluss daran zum Einsatz in das Rinnensystem geeignet ist.
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Schließlich wird die zugrunde liegende Aufgabe mittels eines Verfahrens zur Wartung eines Rinnensystems der vorstehend beschriebenen Art gelöst, das die folgenden Verfahrensschritte umfasst:
- i) Mindestens ein Andrückprofil (10), mittels dessen ein Rinnenkörper (5) zumindest teilweise auf korrespondierende Stirnflächen (11) von einen Rinnenkörper (5) stützenden Stützprofilen (2) gedrückt ist, sodass der Rinnenkörper (5) mit den Stützprofilen (2) zumindest mittelbar dichtend eingreift, wird derart gelöst, dass der Rinnenkörper (5) relativ zu den Stützprofilen (2) frei bewegbar ist.
- ii) Der Rinnenkörper (5) wird zumindest teilweise aus einem Rinnenraum (3), der sich zwischen den Stützprofilen (2) erstreckt, zerstörungsfrei entnommen, wobei ein umliegender Boden (4), in den das Rinnensystem (1) eingesetzt ist, unbearbeitet verbleibt.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ist mittels des erfindungsgemäßen Rinnensystems besonders einfach durchführbar. Es hat den besonderen Vorteil, dass es ohne zerstörenden Eingriff sowohl in das Rinnensystem als auch in den Boden, der das Rinnensystem umgibt, ausgeführt werden kann. Ein Austausch des Rinnenkörpers und gegebenenfalls einer Rinnenabdeckung ist ohne Weiteres möglich, da der Rinnenkörper von dem Boden entkoppelt ist. Dies ist - wie vorstehend erläutert - durch die Wirkung der erfindungsgemäßen Dichtungselemente sichergestellt, die unabhängig von dem Rinnenkörper einen dichten Anschluss des Rinnensystems an ein Dichtungssystem des zugehörigen Bauwerks sicherstellen.
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Figurenliste
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Das erfindungsgemäße Rinnensystem sowie das erfindungsgemäße Verfahren werden nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen, die in den Figuren dargestellt sind, näher erläutert. Es zeigt:
- 1: Einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Rinnensystem,
- 2: Eine isometrische Ansicht eines Abschnitts des Rinnensystems gemäß 1,
- 3: Einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Rinnensystem im Bereich eines Anschlusses an einen Abfluss, das in einen Boden eines Bauwerks eingesetzt ist,
- 4: Einen Querschnitt durch ein alternatives erfindungsgemäßes Rinnensystem in der gleichen Einbausituation wie das Rinnensystem gemäß 3 und
- 5: Eine Explosionsdarstellung eines erfindungsgemäßen Rinnensystems.
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Ein erstes Ausführungsbeispiel, das in 1 gezeigt ist, umfasst ein erfindungsgemäßes Rinnensystem 1, das zwei parallel zueinander angeordnete, lang gestreckte Stützprofile 2 aufweist, die einen Boden 4 seitlich gegen einen Rinnenraum 3 abgrenzen, der sich zwischen den Stützprofilen 2 erstreckt. Die Stützprofile 2, die hier von Aluminiumstrangpressprofilen gebildet sind, weisen einen L-förmigen Querschnitt auf. Der Rinnenraum 3, der sich zwischen den Stützprofilen 2 erstreckt, ist mittels eines Rinnenkörpers 5 überbrückt. Auf diese Weise ist das Rinnensystem 1 dazu geeignet, Flüssigkeit, insbesondere Wasser, die in den Rinnenraum 3 eindringt, mittels des Rinnenkörpers 5 zu sammeln und abzuleiten.
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Der Rinnenkörper 5, der U-förmig ausgebildet ist, weist an einander gegenüberliegenden oberen Enden 9 jeweils einen Flansch 8 auf, wobei diese Flansche 8 sich ausgehend von den Enden 9 in eine in etwa horizontale Richtung zu dem Rinnenraum 3 abgewandten Seiten 13 der Stützprofile 2 erstrecken. Der Rinnenkörper 5 liegt mit seinen Flanschen 8 auf oberen Stirnseiten 11 der Stützprofile 2 auf. Die Stützprofile 2 weisen jeweils eine Langnut 21 auf, die dazu geeignet ist, mit einem komplementären Federstreifen 20 eines jeweils zugehörigen Flansches 8 des Rinnenkörpers 5 formschlüssig einzugreifen, sodass zwischen einer Unterseite des jeweiligen Flansches 8 und einer Oberfläche der oberen Stirnseiten 11 des zugehörigen Stützprofils 2 ein dichtender Kontakt zustande kommt. Ein Durchtritt von Wasser ist mithin in einer Dichtungsebene 24, die sich zwischen der Unterseite des jeweiligen Flansches 8 und der oberen Stirnfläche 11 des jeweiligen Stützprofils 2 befindet, unterbunden.
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Die Federstreifen 20 der Flansche 8 weisen jeweils eine Breite auf, die eine Breite der korrespondierenden Langnut 21 des zugehörigen Stützprofils 2 übersteigt, sodass die Federstreifen 20 gewissermaßen in ihre jeweilige Langnut 21 eingedrückt werden müssen. Hierbei werden die Federstreifen 20 komprimiert, wodurch sich ein gesteigerter Reibschluss zwischen den Federstreifen 20 und der Langnut 21 einstellt. Dieser Reibschluss begünstigt sowohl eine Dichtwirkung des Nut-Feder-Systems als auch eine Kraftübertragung zwischen dem Rinnenkörper 5 und den Stützprofilen 2.
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Jeweils seitlich neben den Flanschen 8 verfügt das erfindungsgemäße Rinnensystem 1 über Dichtungselemente 12. Diese sind von dem Rinnenraum 3 aus betrachtet jeweils jenseits der Flansche 8 an den oberen Stirnseiten 11 der zugehörigen Stützprofile 2 angeordnet. In dem gezeigten Beispiel sind die Dichtungselemente 12 gleichermaßen mittels eines Nut-Feder-Systems mit den Stützprofilen 2 verbunden, wobei Federstreifen 27 der Dichtungselemente 12 in Langnuten 28 der Stützprofile 2 eingreifen. An der oberen Stirnseite 11 befinden sich die Dichtungselemente 12 mit den Stützprofilen 2 jeweils in einem dichtenden Kontakt.
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Oberhalb der Flansche 8 des Rinnenkörpers 5 verfügt das gezeigte Rinnensystem 1 pro Stützprofil 2 jeweils über ein Andrückprofil 10. Die Andrückprofile 10 sind hier von L-förmigen Kappen gebildet, die jeweils mit einem langen Schenkel auf einer Oberseite der Flansche 8 aufliegen und mit einem kurzen Schenkel seitlich der Stützprofile 2 nach unten geführt sind. Die Andrückprofile 10 sind jeweils mittels Schrauben 18 mit den Stützprofilen 2 in Kraft übertragender Weise verbunden. Mittels dieser Verschraubungen üben die Andrückprofile 10 eine Druckkraft auf den jeweils zugehörigen Flansch 8 sowie das jeweils zugehörige Dichtungselement 12 aus, wodurch der dichtende Kontakt sowohl des Flansches 8 als auch des Dichtungselements 12 mit der oberen Stirnseite 11 des jeweiligen Stützprofils 2 sichergestellt ist.
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Die Dichtungselemente 12 sind unter dem zugehörigen Andrückprofil in 10 entlang dem zugehörigen Stützprofil 2 in eine einer Oberseite 15 des Bodens 4 abgewandte Richtung nach unten geführt, wobei ein Ende 14 eines jeweiligen Dichtungselements 12 unter dem zugehörigen Andrückprofil 10 hervorragt. Dieses Ende 14 des Dichtungselements 12 ist dazu geeignet, an ein sich anschließendes Dichtungssystem des Bauwerks, in das das Rinnensystem 1 eingesetzt ist, angeschlossen zu werden. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass eine Flüssigkeit, die auf dem Boden 4 des Bauwerks anfällt, nicht an einer unbeabsichtigten Stelle in das Bauwerk eindringt, sondern zuverlässig zu dem Rinnensystem 1 geleitet wird, von wo aus es mittels des Rinnenkörpers 5 abgeleitet werden kann. In dem gezeigten Beispiel erstreckt sich das Dichtungselement 12 entlang ca. 20 % einer Höhe 16 des zugehörigen Stützprofils 2.
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Der Anschluss des erfindungsgemäßen Rinnensystems 1 an ein Dichtungssystem des Bauwerks erfolgt durch Wirkung der Dichtungselemente 12 vollständig unabhängig von dem Rinnenkörper 5. Dies hat zur Folge, dass es bei dem gezeigten Beispiel gemäß 1 ohne Weiteres denkbar ist, die Andrückprofile 10 des Rinnensystems 1 von dem jeweils zugehörigen Stützprofil 2 zu lösen und daraufhin den Rinnenkörper 5 in eine Richtung nach oben zu entnehmen. Hierfür ist es erfindungsgemäß nicht notwendig, eine Verbindung des Rinnenkörpers 5 mit dem Boden 4 zu lösen, da eine derartige Verbindung nicht besteht. Stattdessen wird der Anschluss des Rinnensystems 1 erfindungsgemäß mittels der Dichtungselemente 12 sichergestellt, die unabhängig von dem Rinnenkörper 5 in ihrer in 1 gezeigten Position verbleiben können. Auf diese Weise ist es bei dem erfindungsgemäßen Rinnensystem 1 besonders einfach möglich, den Rinnenkörper 5 zu warten.
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Oberhalb der Andrückprofile 10 verfügt das gezeigte Rinnensystem 1 über eine Rinnenabdeckung 17, die den Rinnenraum 3 überbrückt. Die Rinnenabdeckung 17 weist eine Breite 22 auf, die eine Breite 23 des Rinnenkörpers 5 übersteigt, sodass ein Abtrag von Lasten, die auf die Rinnenabdeckung 17 wirken, zu beiden Seiten des Rinnensystems 1 möglich ist, ohne hierfür den Rinnenkörper 5 zu beaufschlagen. Bei dem gezeigten Beispiel liegt die Rinnenabdeckung 17 mittelbar, das heißt unter Zwischenschaltung der Andrückprofile 10 sowie der Flansche 8 und der Dichtungselemente 12, auf den oberen Stirnseiten 11 der Stützprofile 2 auf. Die Rinnenabdeckung 11 ist ihrerseits mittels Schrauben 19 mit den Stützprofilen 2 in Kraft übertragender Weise verbunden. Grundsätzlich ist es denkbar, dass eine Rinnenabdeckung 17 als Andrückprofil sowohl für die Flansche 8 als auch die Dichtungselemente 12 wirkt. In dem gezeigten Beispiel ist dies nicht der Fall; dort werden zur Andrückung der Flansche 8 und der Dichtungselemente 12 die beschriebenen Andrückprofile 10 verwendet. Letzteres hat den Vorteil, dass es bei dem Rinnensystem 1 besonders einfach möglich ist, die Rinnenabdeckung 17 von dem übrigen Rinnensystem 1 zu demontieren, ohne den dichtenden Eingriff zwischen den Flanschen 8 bzw. den Dichtungselementen 12 und den zugehörigen Stützprofilen 2 zu beeinträchtigen. Im Hinblick auf die Wartungsfreundlichkeit des Rinnensystems 1 ist dies von Vorteil.
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Die Rinnenabdeckung 17 ist entlang ihrer Längsachse mit Verstärkungsprofilen 26 ausgestattet, die die Tragfähigkeit der Rinnenabdeckung 17 erhöhen.
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Das gezeigte Rinnensystem 1 verfügt ferner über zwei lang gestreckte Seitenprofile 25, die jeweils mit einem der Stützprofile 2 korrespondieren. Die Seitenprofile 25 sind in dem gezeigten Beispiel jeweils von einem Flachstahl gebildet, der aufrecht stehend an dem Rinnensystem 1 montiert ist. Hierzu ist jedes der Seitenprofile 25 mit dem kurzen Schenkel des zugehörigen Andrückprofils 10 verbunden. Die Seitenprofile 25 sind derart an dem Rinnensystem 1 angeordnet, das obere Stirnseiten 35 der Seitenprofile 25 bündig mit der Oberfläche 15 des Bodens 4 abschließen. Dies hat den besonderen Effekt, dass der Boden 4 von den übrigen Bauteilen des Rinnensystems 1 entkoppelt ist, nämlich insbesondere von der Rinnenabdeckung 17 und dem Rinnenkörper 5. Dies hat wiederum den besonderen Vorteil, dass sowohl die Rinnenabdeckung 17 als auch der Rinnenkörper 5 von dem Rinnensystem 1 demontiert werden können, ohne dass hierfür ein spezieller Eingriff mit dem Boden 4 notwendig ist. Insbesondere muss der Boden 4 nicht bearbeitet werden.
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Das Rinnensystem 1 gemäß 1 ist in 2 noch einmal in einer isometrischen Ansicht dargestellt. In dieser Ansicht ist besonders gut erkennbar, dass sich der Rinnenkörper 5 mit seiner Längsachse 6 parallel zu Längsachsen 7 der Stützprofile 2 erstreckt. Ferner ist erkennbar, dass die Stützprofile 2 mittels Schrauben 36 mit den Andrückprofilen 10 verbunden sind. Die Rinnenabdeckung 17 weist eine Vielzahl von Ausnehmungen 29 auf, die hier in Form lang gestreckter Schlitze ausgebildet sind. Diese Ausnehmungen 29 erlauben den Durchtritt einer Flüssigkeit von einer Oberseite der Rinnenabdeckung 17 her in den Rinnenkörper 5.
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Das erfindungsgemäße Rinnensystem 1 gemäß 1 ist ferner in 3 in einem an einem Bauwerk montierten Zustand dargestellt. Im Unterschied zu dem Rinnensystem 1 gemäß 1 sind hier gleichwohl andere Dichtungselemente 12 zur Anwendung gekommen, deren dem Rinnenraum 3 abgewandten Enden 4 sich bis auf einen unteren Schenkel 37 der Stützprofile 2 erstrecken und dort aufliegen. Die Stützprofile 2 sind mittels Verbindungsmitteln 33, die hier in Form von Gewindebolzen ausgeführt sind, in einer Stahlbetondecke 31 verankert. Auf dem Schenkel 37 eines jeweiligen Stützprofils 2 ist das zugehörige Dichtungselement 12 mit einer Bitumenbahn 30 des Bauwerks dichtend verbunden, sodass der dichtende Anschluss des Rinnensystems 1 an das Dichtungssystem des Bauwerks hergestellt ist. Die „langen“ Dichtungselemente 12 gemäß 3 können insbesondere dann zur Anwendung kommen, wenn das Dichtungssystem des Bauwerks in einem vergleichsweise großen Abstand zu der Oberfläche 15 des Bodens 4 geführt ist. In dem gezeigten Beispiel besteht das Dichtungssystem des Bauwerks aus Bitumenbahnen 30, die auf einer Oberfläche der Stahlbetondecke 31 geführt sind und mit einem Boden 4 überdeckt sind. Die Verwendung „kurzer“ Dichtungselemente 12, wie sie bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 gezeigt sind, kommen hingegen insbesondere dann zum Einsatz, wenn das Dichtungssystem des Bauwerks in einem geringen Abstand unterhalb der Oberfläche 15 des Bodens 4 geführt ist. Beispielsweise können derart kurze Dichtungselemente 12 an eine obere Dichtungsschicht aus einem Epoxidharz angeschlossen werden.
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Das Rinnensystem 1 gemäß 3 ist in einem Querschnitt dargestellt, der einen Abfluss 32 des Bauwerks schneidet. Mittels des Rinnenkörpers 5 gesammeltes und abgeleitetes Wasser wird aus dem Rinnenkörper 5 mittels des Abfluss 32 abgeführt.
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Eine alternative Ausführungsform des Rinnensystems 1, die in 4 gezeigt ist, ist im Wesentlichen identisch zu derjenigen Ausführungsform gemäß 3, unterscheidet sich jedoch im Umfang der Rinnenabdeckung 17. Am Beispiel gemäß 3 ist die Rinnenabdeckung 17 von einem Körper gebildet, der mittels seitlicher Flansche auf oberen Stirnseiten 11 der Stützprofile 2 mittelbar aufliegt. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 4 verfügt die Rinnenabdeckung 17 hingegen nicht über derartige Flansche. Stattdessen sind die Andrückprofile 10 des Rinnensystems gemäß 4 derart ausgebildet, dass sie im Bereich des Rinnenraums 3 Auflageflächen 38 bereithalten, auf die die Rinnenabdeckung 17 aufgelegt werden kann. Mit anderen Worten liegt die Rinnenabdeckung 17 bei dem Rinnensystem 1 gemäß 4 gewissermaßen lediglich lose auf den Auflageflächen 38 der Andrückprofile 10 auf.
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Schließlich ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Rinnensystems ein in 5 in einer Explosionsdarstellung dargestellt. Hier sind die einzelnen Komponenten, insbesondere die Stützprofile 2, die Dichtungselemente 12, der Rinnenkörper 5, die Andrückprofile 10 und die Rinnenabdeckung 17 besonders gut erkennbar. Rein beispielhaft ist das Rinnensystem 1 gemäß 5 mit unterschiedlichen Dichtungselementen 12 versehen, sodass die unterschiedliche Ausgestaltung von Dichtungselementen 12 verständlich ist. Somit ist das Dichtungselement 12, dass in 5 auf einer linken Seite des Rinnenraums 3 angeordnet ist, derart lang ausgeführt, dass das Ende 14 des Dichtungselements 12 sich bis auf den unteren Schenkel 37 des zugehörigen Stützprofils 2 und darüber hinaus erstreckt. Ein solches Dichtungselement 12 ist besonders gut zum Anschluss an ein „tiefliegendes“ Dichtungssystem eines Bauwerks geeignet wie am Beispiel von 3 gezeigt. Auf der in 5 rechten Seite des Rinnenraums 3 ist das Rinnensystem 1 mit einem kurzen Dichtungselement 12 versehen, dessen Ende 14 bereits nahe unterhalb einer in 5 nicht dargestellten Oberfläche 15 des Bodens 4 endet. Ein derartiges Dichtungselement 12 ist besonders gut an ein oberflächennah angeordnetes Dichtungssystem zugehörigen Bauwerks anschließbar.
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Ferner ist von besonderer Bedeutung, dass die Dichtungselemente 12 lang gestreckt ausgeführt sind, sodass sie insbesondere dazu geeignet sind, Stoßfugen 34 der Stützprofile 2 zu überdecken. Es versteht sich, dass derartige Stoßfugen 34 eine potentielle Undichtigkeit des Rinnensystems 1 bilden. Mittels der Überdeckung dieser Stoßfugen 34 mittels der Dichtungselemente 12 sind die Stoßfugen 34 zuverlässig abgedichtet. Grundsätzlich unabhängig von der übrigen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Rinnensystems 1 kann es von besonderem Vorteil sein, wenn die Dichtungselemente 12 von einem Kunststoff, insbesondere einem thermoplastischen oder elastomeren Kunststoff, gebildet, sodass einzelne Segmente von Dichtungselementen 12 besonders einfach miteinander verbunden werden können. Idealerweise werden die Dichtungselemente 12 abseits einer Montagestätte des Rinnensystems 1 bereits auf eine gewünschte Länge gefertigt, sodass an der Montagestätte lediglich die Dichtungselemente 12 mit den Stützprofilen 2 in Eingriff gebracht werden müssen.
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Weiterhin ist der Darstellung gemäß 5 besonders gut entnehmbar, dass die Andrückprofile 10 und die Rinnenabdeckung 17 mittels unterschiedlicher Schrauben 18, 19 mit den Stützprofilen 2 verbunden sind. Bei dem gezeigten Beispiel ist dies so gelöst, dass die Rinnenabdeckung 17 lediglich mittels halb so vieler Verbindungen an die Stützprofile 2 angeschlossen ist wie die Andrückprofile 10. Somit ist jede der Schrauben 19 dazu geeignet, sowohl die Rinnenabdeckung 17 als auch das jeweils darunter liegende Andrückprofil 10 an das zugehörige Stützprofil 2 anzuschließen, während jede der Schrauben 18 lediglich eine kraftübertragende Verbindung zwischen dem jeweiligen Andrückprofil 10 und dem zugehörigen Stützprofil 2 bewirkt.
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Die einzelnen Merkmale der Rinnensysteme 1 gemäß den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen sind grundsätzlich unabhängig voneinander realisierbar und nicht zwingend aufeinander angewiesen oder voneinander abhängig.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Rinnensystem
- 2
- Stützprofil
- 3
- Rinnenraum
- 4
- Boden
- 5
- Rinnenkörper
- 6
- Längsachse
- 7
- Längsachse
- 8
- Flansch
- 9
- Ende
- 10
- Andrückprofil
- 11
- Stirnseite
- 12
- Dichtungselement
- 13
- Seite
- 14
- Ende
- 15
- Oberfläche
- 16
- Höhe
- 17
- Rinnenabdeckung
- 18
- Schraube
- 19
- Schraube
- 20
- Federstreifen
- 21
- Langnut
- 22
- Breite
- 23
- Breite
- 24
- Dichtungsebene
- 25
- Seitenprofil
- 26
- Verstärkungsprofil
- 27
- Federstreifen
- 28
- Langnut
- 29
- Ausnehmung
- 30
- Bitumenbahn
- 31
- Stahlbetondecke
- 32
- Abfluss
- 33
- Verbindungsmittel
- 34
- Stoßfuge
- 35
- Stirnseite
- 36
- Schraube
- 37
- Schenkel
- 38
- Auflagefläche