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Es wird ein Kindersitz beschrieben, der mindestens ein Sitzelement, ein Rückenlehnenelement und Seitenwände aufweist. Zusätzlich weist der Kindersitz einen Seitenaufprallschutz auf, der ein in dem Kindersitz aufgenommenes Kind bei einem Seitenaufprall vor Verletzungen schützt. Kindersitze umfassen nicht abschließend sogenannte Babyträger und Kindersitze für Kinder, die aufrecht in einem Kindersitz aufgenommen werden.
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Seitenaufprallschutzvorrichtungen für Kindersitze sind aus dem Stand der Technik im Wesentlichen für Kopfstützen bekannt. Beispielsweise beschreibt
DE 10 2006 033 784 A1 einen Kindersicherheitssitz mit einem an einer Rückenlehne oberseitig befestigten oder gegenüber dieser relativ vertikal verschiebbar angeordneten Kopfstützteil, das aus einem Mittelteil und hieran seitlich angebrachten, vorstehenden Seitenwänden zum Schutz des Kopfes des Kindes gegen Seitenaufprall besteht. Mindestens die zur Fensterseite des Fahrzeugs angeordnete Seitenwand der Kopfstütze am Mittelteil ist über ein Schwenkgelenk verschwenkbar und aus einer im Wesentlichen senkrecht zum Mittelteil verlaufenden Schutzposition in mindestens eine nach außen geklappte weitere Gebrauchsposition verbringbar. Zum Schutz bei einem Seiten-Crash ist vorgesehen, dass die Seitenwand aus der weiteren Gebrauchsposition in die Ausgangsposition automatisch durch außenseitige Krafteinwirkungen auf die Seitenwand in die Schutzposition rückführbar ist.
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Der in der
DE 10 2006 033 784 A1 beschriebene Kindersitz ermöglicht bei einem Seitenaufprall und bei einer Deformierung von Fahrzeugseitenteilen ein automatisches Zurückschwenken des ausgestellten Teils der Seitenwand. Weiterhin offenbart die
DE 20 2015 104 791 U1 einen Kindersitz mit einem seitlich angeordneten Seitenaufprallschutz, welcher als Klappmechanismus ausgebildet ist. Eine ähnliche Funktion wird auch in der WO 2013/ 189 819 A1 beschrieben.
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Ferner offenbart die
DE 10 2015 214 910 A1 ebenfalls einen Kindersitz mit einem seitlichen Aufprallschutz, welcher bei einem Unfall seitlich aus der Seitenwand des Kindersitzes herausgeführt wird und als Dämpfungselement bzw. Abstandshalter wirkt.
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Schließlich beschreibt die WO 2009/ 076 514 A2 einen Kindersitz mit einem seitlich angeordneten, manuell justierbaren Energieabsorptionsmittel. Dieses hat eine Dämpfungsfunktion, sodass bei einem Unfall die Prallwirkung von benachbart sitzenden Personen gegenüber dem Kindersitz und dem darin sitzenden Kind abgemildert wird.
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Nachteile bestehen hierin dabei, dass einerseits nur der Kopf des Kindes geschützt wird und andererseits ein Versagen der Schutzeinrichtung auftreten kann, wenn beispielsweise die Verformung von Fahrzeugseitenteilen nicht im Bereich der ausgestellten Seitenwand des Kindersitzes erfolgt. Darüber hinaus ist ein Gelenk störungsanfällig. Bei einem Seitenaufprall kann die Kraft auf das ausgestellte Teil unter verschiedenen Winkeln wirken. Es ist dabei möglich, dass nicht für alle Winkel, unter welchen Fahrzeugteile bei einer Intrusion auf das ausgestellte Teil wirken, ein Verschwenken erfolgt.
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Es ist daher Aufgabe, einen Kindersitz mit Seitenaufprallschutz anzugeben, der die Nachteile des Stands der Technik behebt, einfach ausgebildet ist und die Anforderungen der Norm ECE-R129 („iSize“) erfüllt.
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Die Aufgabe wird durch einen Kindersitz mit den in Anspruch 1 angegebenen technischen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen im Detail angegeben.
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Ein Kindersitz, der die vorstehend genannte Aufgabe löst, weist mindestens ein Sitzelement, ein Rückenlehnenelement und Seitenwände auf, wobei mindestens eine auf Höhe des Rückenlehnenelements angeordnete Seitenwand eine Aufnahme aufweist, in der ein Dämpfungselement angeordnet ist, wobei das Dämpfungselement mindestens partiell aus der Aufnahme heraus verschwenkbar ist.
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In einer ersten Stellung weist die Seitenwand des Kindersitzes eine bestimmte Dicke auf. Durch das Herausschwenken mindestens eines Teils des Dämpfungselementes wird die Dicke der Seitenwand vergrößert. Durch die vergrößerte Dicke der Seitenwand ist es möglich, mehr Energie, die bei einem Seitenaufprall auftritt, zu absorbieren. Nach dem Herausschwenken mindestens eines Teils des Dämpfungselementes wird der verschwenkte Teil so zu der Seitenwand positioniert, dass eine Seite des verschwenkten Teils an einem weiteren Teil des Dämpfungselements oder der Seitenwand des Kindersitzes anliegt. In der verschwenkten Stellung des Teils kann unabhängig von der Richtung aus der bspw. Fahrzeugteile auf den Kindersitz wirken, eine Dämpfung erfolgen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf seitliche Einwirkungen zu verstehen, die jedoch auch unter verschiedenen Winkeln auftreten können. In einer unbetätigten Stellung des Dämpfungselementes weist der Kindersitz eine Größe auf, welche die gemäß „iSize“-Norm spezifizierten Abmaße aufweist. Der zusätzliche Seitenaufprallschutz für den Kindersitz wird darüber hinaus durch einfache Mittel bereitgestellt. Es ist nicht notwendig, spezielle Auslöse- und Verriegelungsmechanismen vorzusehen.
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Erfindungsgemäß weist das Dämpfungselement mindestens einen ersten Dämpfungskörper und einen zweiten Dämpfungskörper auf, die zueinander verschwenkbar sind, wobei der erste Dämpfungskörper oder der zweite Dämpfungskörper aus der Aufnahme heraus verschwenkbar sind.
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Einer der beiden Dämpfungskörper verbleibt auch bei einem Verschwenken des anderen Dämpfungskörpers in der Aufnahme in der Seitenwand. Bestehen die beiden Dämpfungskörper aus einem insbesondere Energie absorbierenden Material, so wird durch das Umklappen des zweiten Dämpfungskörpers bzw. des ersten Dämpfungskörpers und das Anliegen der beiden Dämpfungskörper aneinander eine Absorptionsschicht bereitgestellt, die beispielsweise doppelt so dick ist wie allein durch einen der beiden Dämpfungskörper.
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Der erste Dämpfungskörper oder der zweite Dämpfungskörper können fest mit der Seitenwand des Kindersitzes oder über Befestigungsmittel mit der Aufnahme in der Seitenwand verbunden sein.
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In weiteren Ausführungsformen können der erste Dämpfungskörper und der zweite Dämpfungskörper über Befestigungsmittel in der Aufnahme in der Seitenwand verbunden sein.
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Das Dämpfungselement mit einem ersten Dämpfungskörper und einem zweiten Dämpfungskörper kann dabei vollständig aus der Aufnahme heraus entnommen werden. Es ist damit möglich, das Dämpfungselement auszutauschen, wenn dieses beispielsweise auf Grund eines Seitenaufpralls deformiert und damit irreparabel beschädigt wurde.
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Der erste Dämpfungskörper und der zweite Dämpfungskörper können Haltemittel aufweisen, über welche der erste Dämpfungskörper und der zweite Dämpfungskörper im verschwenkten Zustand des ersten Dämpfungskörpers oder des zweiten Dämpfungskörpers miteinander verbunden sind. Der erste Dämpfungskörper und der zweite Dämpfungskörper werden über die Haltemittel in einer Stellung gehalten, wobei die beiden Dämpfungskörper ein Dämpfungselement mit einer vergrößerten Dicke ausbilden. Die Haltemittel sind so gewählt und mit den Dämpfungskörpern verbunden, dass diese während der Benutzung des Kindersitzes bei einer Fahrt nicht selbstständig in einen unverschwenkten Zustand übergehen.
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Das Dämpfungselement kann insbesondere aus einem energieabsorbierenden Material bestehen oder ein energieabsorbierendes Material aufweisen. Energieabsorbierende Materialien sind aus dem Stand der Technik bekannt und werden bereits für Kindersitze vor allem im Bereich einer Sitzauflage und Rückenauflage verwendet. Diese Materialien können für ein Dämpfungselement verwendet werden, wobei durch beispielsweise das Umklappen zweier Dämpfungskörper das Dämpfungselement insgesamt vergrößert wird.
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Der erste Dämpfungskörper und der zweite Dämpfungskörper können über mindestens ein Scharnier miteinander verbunden sein. Beispielsweise sind der erste Dämpfungskörper und der zweite Dämpfungskörper über ein Filmscharnier miteinander verbunden. Das Filmscharnier ist Teil einer Abdeckung, welche die Dämpfungskörper zumindest teilweise abdeckt oder diese hält. Die Abdeckung ist jedoch so ausgebildet und überdeckt nur einen bestimmten, geringen Bereich der Dämpfungskörper, dass die Abdeckung die Energieabsorption bei einem Seitenaufprall nicht einschränkt. Insbesondere ist die Abdeckung so ausgebildet, dass ein Verformen der Dämpfungskörper, die aus einem energieabsorbierenden Material bestehen, durchgeführt werden kann. Die Abdeckung kann beispielsweise aus einem nachgiebigen Material bestehen. Zumindest muss die Abdeckung so flexibel und/oder so mit den Dämpfungskörpern verbunden sein, dass die dämpfende Wirkung nicht eingeschränkt wird.
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Das Dämpfungselement kann aus Schaumstoff bestehen und/oder eine flexible Hülle aufweisen. Eine flexible Hülle kann beispielsweise durch einen Stoffbezug gebildet werden. Auch kann über einen Stoffbezug ein Scharnier gebildet werden. Ein Scharnier ist dazu als Mittel zu verstehen, welches ein Verschwenken eines ersten Dämpfungskörpers zu einem zweiten Dämpfungskörper ermöglicht. Bspw. können beide Dämpfungskörper in einer Stofftasche aufgenommen sein, wobei zwischen beiden Dämpfungskörpern eine Naht verläuft, die ein Scharnier bildet.
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Die Befestigungsmittel und/oder die Haltemittel können Magnete sein oder Magnete aufweisen. Beispielsweise können der erste Dämpfungskörper und der zweite Dämpfungskörper über Magnete in der verschwenkten Position zueinander gehalten werden. Auch ist es möglich, den ersten Dämpfungskörper oder den zweiten Dämpfungskörper über Magnete in der Aufnahme zu halten, wobei dieser so über Magnete gehaltene Dämpfungskörper den nicht verschwenkbaren Teil bilden kann. Anstelle von Magneten können auch Klettverschlüsse vorgesehen sein.
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In weiteren Ausführungsformen ist in der Aufnahme ein Verriegelungselement angeordnet, welches den ersten Dämpfungskörper oder den zweiten Dämpfungsköper in der Aufnahme hält. Das Verriegelungselement hält den verschwenkbaren Dämpfungskörper zur Vergrößerung des Dämpfungselementes in der nicht verschwenkten Position. Um das Dämpfungselement zu vergrößern, kann das Verriegelungselement bewegt werden, wodurch der entsprechende Dämpfungskörper verschwenkt werden kann. Der Dämpfungskörper kann dann beispielsweise über Magnete mit dem fest angeordneten Dämpfungskörper verbunden werden. Als Verriegelungselement kann beispielsweise ein Magnet, ein Schieber oder eine Klettverschlussverbindung vorgesehen sein.
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In noch weiteren Ausführungsformen weist der Kindersitz einen Auslösemechanismus auf, der mit dem ersten Dämpfungskörper oder mit dem zweiten Dämpfungskörper gekoppelt ist und ein Verschwenken des ersten Dämpfungskörpers oder des zweiten Dämpfungskörpers ausführt oder initiiert. Für Kindersitze sind verschiedene Auslösemechanismen bekannt, die beispielsweise einen Gurt straffen oder andere Schutzfunktionen ausführen, nachdem ein Crash detektiert wurde. Ein solcher Mechanismus kann auch dazu dienen, das Verschwenken des ersten Dämpfungskörpers oder des zweiten Dämpfungskörpers auszuführen, damit das Dämpfungselement zur Energieabsorption bei einem Seitenaufprall vergrößert wird.
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Bei den vorhergehend beschriebenen Varianten eines Kindersitzes kann nur eine der Seitenwände, die beispielsweise mit dem Rückenlehnenelement verbunden ist, ein Dämpfungselement oder beide Seitenwände ein Dämpfungselement aufweisen. Bei einem Dämpfungselement mit zwei Dämpfungskörpern kann beispielsweise der erste oder der zweite Dämpfungskörper an der Seite verschwenkt werden, die einem Fahrzeugseitenteil zugewandt ist. Es wird dabei bspw. der erste oder der zweite Dämpfungskörper eines Dämpfungselementes verschwenkt, der einer Seitenscheibe zugewandt ist. Das Dämpfungselement auf der gegenüberliegenden Seite des Kindersitzes wird nicht bewegt, da bei einem Seitenaufprall keine Fahrzeugseitenteile gegen den Sitz drücken würden. Jedoch ist es auch möglich, beide Dämpfungselemente bei einem Kindersitz zu verschwenken. Ein Kindersitz kann sowohl ein oder zwei Dämpfungselemente an den Seitenwänden im Bereich des Rückenlehnenelements aufweisen als auch ein Dämpfungselement an mindestens einer der Seitenwände im Bereich des Sitzelementes. Hierdurch wird bei einem Seitenaufprall ein zusätzlicher Schutz für die Beine und das Becken eines Kindes bereitgestellt. Über das Dämpfungselement im Bereich der Rückenlehne wird insbesondere ein Schutz des Oberkörpers des Kindes bereitgestellt. Zudem kann auch ein Schutz des Kopfes bereitgestellt werden. Die zu schützende Körperpartie eines Kindes kann durch das gezielte Vorsehen mindestens eines Dämpfungselementes erreicht werden. Bei Kindersitzen können auch mehrere Dämpfungselemente vorgesehen sein, die sich über die gesamte Seitenfläche des Kindersitzes erstrecken und beliebig verschwenkbar sind, um entsprechende Schutzfunktionen bereitzustellen.
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Weitere Vorteile, Merkmale sowie Ausgestaltungsmöglichkeiten ergeben sich aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung von nicht einschränkend zu verstehenden Ausführungsbeispielen.
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In den Zeichnungen zeigt:
- 1 eine perspektivische Rückansicht eines Kindersitzes;
- 2 eine schematische Seitenansicht eines Kindersitzes;
- 3 eine vergrößerte perspektivische Rückansicht eines Kindersitzes;
- 4 eine weitere perspektivische Darstellung eines Kindersitzes;
- 5 eine vergrößerte perspektivische Darstellung eines Dämpfungselementes;
- 6 eine weitere schematische Seitenansicht eines Kindersitzes; und
- 7 eine schematische Darstellung eines Dämpfungselements mit einem ersten Dämpfungskörper und einem zweiten Dämpfungskörper in einer Aufnahme einer Seitenwand.
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In den Zeichnungen mit gleichen Bezugszeichen versehene Teile entsprechen im Wesentlichen einander, sofern nichts anderes angegeben ist. Darüber hinaus wird darauf verzichtet Bestandteile zu beschreiben, welche nicht wesentlich zum Verständnis der hierin offenbarten technischen Lehre sind.
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1 zeigt eine perspektivische Rückansicht eines Kindersitzes 10. Der Kindersitz 10 weist mindestens ein Rückenlehnenelement 14 und ein Sitzelement 12 auf. Das Sitzelement 12 weist Seitenwände 16 und das Rückenlehnenelement 14 Seitenwände 18 auf. Die Seitenwände 16 und 18 können an die entsprechenden Rückenlehnen- und Sitzabschnitte angeformt oder einstückig mit diesen gebildet sein. Zudem weist der Kindersitz 10 nicht weiter in den Figuren und der Beschreibung spezifizierte Komponenten auf. Beispielsweise enthält ein Kindersitz 10 ein Gurtsystem, Sitz- und Rückenpolster sowie Stoffbezüge.
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Ferner weisen Kindersitze 10 Befestigungsmittel für ein Kraftfahrzeug auf. Beispielsweise kann der in den Figuren gezeigte Kindersitz 10 in Form eines Babyträgers über eine sogenannte ISOFIX-Verbindung mit einem Fahrzeugsitz verbunden werden. Hierzu kann der Kindersitz 10 entweder direkt mit einem Fahrzeugsitz über entsprechende ISOFIX-Konnektoren oder über einen Träger, der über ISOFIX-Konnektoren mit einem Fahrzeugsitz verbunden ist, verbunden werden.
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Mindestens eine der Seitenwände 18 weist eine Aufnahme 40 auf. Die Aufnahme 40 dient zur Aufnahme eines in 1 nicht dargestellten Dämpfungselementes 20.
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2 zeigt eine schematische Seitenansicht eines Kindersitzes 10. Der Kindersitz 10 ist als ein sogenannter Reboard-Kindersitz ausgebildet. Ein solcher Kindersitz 10 kann zusätzlich verschwenkt werden, so dass er in eine Ruhe-Position (siehe 6) verbracht werden kann. Dabei ist es möglich, den Kindersitz 10 sowohl für Kinder in den ersten Lebensmonaten (0 bis 6 Monate) als auch für ältere Kinder zu verwenden. Es ist zudem möglich, die Sitzposition über ein Verschwenken in eine Ruhestellung als auch in eine Sitzstellung zu verbringen.
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Der Kindersitz 10 von 2 weist eine Aufnahme 40 im Bereich der Seitenwand 18 auf. Die Größe der Aufnahme 40 und damit die Größe des Dämpfungselementes 20 sind beispielhaft in den Figuren gezeigt. Der Kindersitz 10 kann in beiden Seitenwänden 18 und 16 eine Aufnahme 40 aufweisen, in der ein Dämpfungselement 20 aufgenommen ist. Darüber hinaus können die Aufnahmen 40 und die Dämpfungselemente 20 sich im Wesentlichen über die gesamte Fläche von Seitenwänden 16 und 18 erstrecken. Hierdurch wird die Schutzfunktion vergrößert, da eine größere Energieabsorption möglich ist.
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3 zeigt eine vergrößerte perspektivische Rückansicht eines Kindersitzes 10. In 3 ist das Dämpfungselement 20 dargestellt, das aus einem ersten Dämpfungskörper 22 und einem zweiten Dämpfungskörper 24 besteht. Der Dämpfungskörper 22 und der Dämpfungskörper 24 bestehen aus Schaumstoff oder einem anderen energieabsorbierenden Material. Eine Verformung der Dämpfungskörper 22 und 24 nimmt die bei einem Seitenaufprall frei werdende Energie auf. Die aufgenommene Energie kann dadurch nicht mehr auf ein im Kindersitz 10 sitzendes Kind übertragen werden und schützt das Kind vor Verletzungen. Insbesondere werden auch Fahrzeugteile bei einer Intrusion zurückgehalten und deren Bewegungsenergie durch das Dämpfungselement 20 absorbiert.
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Der erste Dämpfungskörper 22 und der zweite Dämpfungskörper 24 sind vollständig innerhalb der Aufnahme 40 aufgenommen. Der erste Dämpfungskörper 22 und der zweite Dämpfungskörper 24 können zudem einen Bezug aufweisen, welcher den Schaumstoff umgibt. Über den Bezug können der erste Dämpfungskörper 22 und der zweite Dämpfungskörper 24 auch miteinander verbunden sein. Der erste Dämpfungskörper 22 ist fest in der Aufnahme 40 angeordnet und kann beispielsweise über Befestigungselemente, wie Magnete oder Klettverschlusssysteme sicher in der Aufnahme 40 gehalten sein. Der zweite Dämpfungskörper 24 kann über ein Verriegelungselement 34 (siehe beispielswiese 5) in der Aufnahme 40 gehalten werden. Nach dem Lösen des Verriegelungselementes 34 ist der zweite Dämpfungskörper 24 zu dem ersten Dämpfungskörper 22 aus der Ausnahme 40 heraus verschwenkbar. Durch das Verschwenken des zweiten Dämpfungskörpers 24 wird ein Dämpfungselement 20 bereitgestellt, dessen Dicke beispielsweise doppelt so groß ist als wie durch einen der Dämpfungskörper 22 und 24. Drückt bei einem Aufprall ein Fahrzeugteil auf die Seitenwand 18, so muss bei einem verschwenkten Dämpfungskörper 24 eine größere Kraft auf die Seitenwand 18 wirken, bis eine Verformung der Seitenwand 18 auftritt und damit eine Gefährdung für das Kind besteht. Das bedeutet, dass eine größere Energiemenge absorbiert werden kann, bis es zu einer Verletzung des Kindes kommt, da das Dämpfungselement 20 in Richtung der Krafteinleitung eine größere Dicke aufweist. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Kindersitz kann der hierin beschriebene Kindersitz 10 im Bereich der Seitenwand 18 vergrößert werden. Zu einer Vergrößerung der Seitenwanddicke wird insbesondere das Dämpfungselement 20 vergrößert. Bei herkömmlichen Kindersitzen sind oftmals Schaumstoffpolster auf der Innenseite, d.h. auf der dem Körper des Kindes zugewandten Seite, vorgesehen. Diese Schaumstoffpolster können ebenfalls eine bestimmte Dämpfung erreichen. Jedoch weisen die bekannten Kindersitze an der Außenseite eine harte Kunststoffschale auf, die keinerlei oder nur eine geringe Dämpfung ermöglichen. Wirken auf die Kunststoffschale Kräfte durch auftreffende Fahrzeugseitenteile, kann die Schale brechen und eine zusätzliche Verletzung des Kindes hervorrufen. Bei dem hierin beschriebenen Kindersitz 10 steht der zweite Dämpfungskörper 24 von der Seitenwand 18 auch ab, so dass erst ein Kontakt mit dem Dämpfungselement 20 auftritt, bis die Seitenwand 18 in Kontakt mit auftreffenden Fahrzeugteilen kommt.
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4 zeigt eine weitere perspektivische Darstellung eines Kindersitzes 10. Der Kindersitz 10 weist bei beiden Seitenwänden 18 ein Dämpfungselement 20 auf, das in einer entsprechenden Aufnahme 40 aufgenommen ist. Bei dem auf der rechten Seitenwand 18 von in der 4 dargestellten Dämpfungselement 20 ist ein teilweise verschwenkter Zustand des zweiten Dämpfungskörpers 24 dargestellt. Der erste Dämpfungskörper 22 weist einen Magneten 26 und der zweite Dämpfungskörper 24 einen Magneten 28 auf. Beim Verschwenken in Richtung des dargestellten Pfeils können die beiden Magnete 26 und 28 in Anlage zueinander kommen und halten den zweiten Dämpfungskörper 24 in der verschwenkten Position. Hierzu weisen die Magnete 26 und 28 eine entsprechende Polarisation auf. Anstelle von Magneten 26 und 28 können auch Klettverschlusssysteme verwendet werden. Die Stärke der Magnete 26 und 28 richtet sich nach der Größe der Dämpfungskörper 22 und 24 sowie der zulässigen Lösekraft zum Trennen der Magnete 26 und 28. Zudem muss sichergestellt werden, dass die Verbindung bzw. Anlage der beiden Dämpfungskörper 22 und 24 bei einem Seitenaufprall oder einem anderen ähnlichen Ereignis nicht gelöst wird.
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5 zeigt eine vergrößerte perspektivische Darstellung eines Dämpfungselementes 20. 5 zeigt insbesondere ein Verriegelungselement 24, das zum Halten des zweiten Dämpfungskörpers 24 in einer nicht verschwenkten Position vorgesehen ist. Das Verriegelungselement 34 kann hierzu nach links verschoben werden, wobei es in einer entsprechenden Aufnahmeöffnung über den zweiten Dämpfungskörper 24 eingreift und eine Abdeckung 30 hält. Die Abdeckung 30 besteht aus einem relativ flexiblen Kunststoff und überdeckt nur einen kleinen Teil des zweiten Dämpfungskörpers 24. Die flexible Ausgestaltung und Formgebung stellen sicher, dass die Energieabsorption des Dämpfungskörpers 24 und des darunter befindlichen Dämpfungskörpers 22 nicht beeinträchtigt wird. Starre Abdeckungen 30 könnten brechen und somit ein zusätzliches Verletzungsrisiko bereitstellen. Eine mögliche Ausbildung der Sicherung des zweiten Dämpfungskörpers 24 in einer Nicht-Gebrauchsposition ist beispielsweise in 7 gezeigt.
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Die Abdeckung 30 weist Scharniere 32 auf, die beispielsweise als Filmscharnier ausgebildet sind. Die Abdeckung 30 ist über die Scharniere 32 mit einer weiteren Abdeckung verbunden, die mit dem ersten Dämpfungskörper 22 in Verbindung steht.
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6 zeigt eine weitere schematische Seitenansicht eines Kindersitzes 10. In 6 ist der in 2 dargestellte Kindersitz 10 in einer verschwenkten Position dargestellt. Der ebenfalls als Reboard-Kindersitz dargestellte Kindersitz 10 kann in eine entsprechende Ruhestellung verbracht werden. In einer solchen Stellung können ebenso kleine Kinder (0 bis 6 Monate) sicher transportiert werden.
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Hierzu wird die obere Schale des Kindersitzes 10, welche das Sitzelement 12 und das Rückenelement 14 umfasst, in Bezug auf den nicht bezeichneten unteren Träger verschoben. Damit es nicht zu einem unbeabsichtigten Verschieben des Kindersitzes 10 bzw. dessen Komponenten kommt, sind weitere Arretierungsmittel vorgesehen.
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Wie in 6 dargestellt, kann der zweite Dämpfungskörper 24 um die Achse A verschwenkt werden und liegt dann auf dem ersten Dämpfungskörper 22 auf. Die Dämpfungskörper 22 und 24 weisen hier zueinander korrespondierende Flächenabschnitte auf. Die Dicke der einzelnen Dämpfungskörper 22 und 24 kann unterschiedlich sein. In weiteren Ausführungsformen weisen die beiden Dämpfungskörper 22 und 24 im Wesentlichen die gleichen Abmaße auf. Dadurch kommt es beim Verschwenken des zweiten Dämpfungskörpers 24 zu einer Verdoppelung der Dicke des Dämpfungselementes 20. Im nicht betätigten Zustand liegen die beiden Dämpfungskörper 22 und 24 im Wesentlichen in einer Ebene und fluchten mit der Außenseite der Seitenwand 18. Dadurch wird ein Kindersitz 10 bereitgestellt, der die Spezifikation im Hinblick auf die „iSize“-Norm erfüllt.
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7 zeigt eine schematische Darstellung eines Dämpfungselementes 20 mit einem ersten Dämpfungskörper 22 und einem zweiten Dämpfungskörper 24 in einer Aufnahme 40 an der Seitenwand 18. 7 zeigt einen schematischen Schnitt durch die Seitenwand 18 im Bereich des Dämpfungselementes 20. Die Aufnahme 40 kann, wie in 7 gezeigt, verschiedene Aufnahmetiefen aufweisen. Die Aufnahme 40 und der erste Dämpfungskörper 22 sowie der zweite Dämpfungskörper 24 sind so ausgebildet, dass bei der in 7 gezeigten Stellung das Dämpfungselement 20, gebildet durch den ersten Dämpfungskörper 22 und dem zweiten Dämpfungskörper 24, im Wesentlichen mit der Außenseite der Seitenwand 18 fluchten. Der Dämpfungskörper 24 weist eine größere Dicke als der erste Dämpfungskörper 22 auf. Dadurch wird ein vergrößertes Dämpfungselement 20 im verschwenkten Zustand des zweiten Dämpfungskörpers 24 bereitgestellt. Damit der zweite Dämpfungskörper 24 in Bezug auf den verschwenkten Zustand sicher gehalten werden kann, sind die Magnete 26 und 28 vorgesehen. Über ein Verriegelungselement 34 wird der zweite Dämpfungskörper 24 im nicht verschwenkten Zustand in Position gehalten. Das Verriegelungselement 34 ist in 7 nach links verschoben und greift in eine entsprechende Aufnahme im zweiten Dämpfungskörper 24 ein. Das Verriegelungselement 34 hintergreift auch die Abdeckung 30 und hält damit den Dämpfungskörper 24 in Position. Um den Dämpfungskörper 24 freizugeben, wird das Verriegelungselement 34 nach rechts verschoben. Der Dämpfungskörper 24 ist über die Abdeckung 30 und das Scharnier 32 mit dem Dämpfungskörper 22 verbunden. Die Abdeckung 30 umgibt einen Teil des zweiten Dämpfungskörpers 24 und liegt an einem weiteren Abschnitt an einer Seitenwand des Dämpfungskörpers 22 an, wie in 7 dargestellt.
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Die Seitenwand 18 besteht aus einer Rahmenstruktur 52, die beispielsweise aus einem relativ harten Kunststoff bestehen kann. An der Rahmenstruktur 52 ist auf der Innenseite, welche dem Kind zugewandt ist, ein Schaumstoff 38 angeordnet, der mit einer Lage aus Stoff 36 überdeckt ist. An der Rückseite des Kindersitzes kann zusätzlich eine Kunststoffabdeckung 50 vorgesehen sein. Die genaue Ausbildung der einzelnen Schichten der Seitenwand 18 bzw. des Kindersitzes 10 können auch von der in 7 gezeigten Abbildung abweichen. Der Dämpfungskörper 22 und der Dämpfungskörper 24 können auch mit einer Stoffschicht versehen sein, so dass sowohl die Magnete 26 und 28 als auch die Verbindungen miteinander nicht sichtbar sind. Beispielsweise können anstelle eines Filmscharniers, welches über die Abdeckung 30 gebildet wird, auch andere Scharniere abgebildet sein.
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In weiteren Ausführungsformen sind der erste Dämpfungskörper 22 und der zweite Dämpfungskörper 24 von einer gemeinsamen Stoffschicht umgeben, wobei das Scharnier 32 durch eine Naht gebildet wird, welche die überdeckenden Stoffschichten miteinander verbindet.
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Der in den 1 bis 7 gezeigte Kindersitz 10 mit einem entsprechenden Dämpfungselement 20, bietet einen verbesserten Seitenaufprallschutz für Kindersitze 10. Durch Verschwenken des zweiten Dämpfungskörpers 24 kann ein Dämpfungselement 20 bereitgestellt werden, welches eine vergrößerte Dicke aufweist und damit eine Energieabsorption bei einem Seitenaufprall durchführt, bevor Seitenteile eines Fahrzeugs in Kontakt mit der Seitenwand 18 kommen. Darüber hinaus ist es auch möglich, über ein Dämpfungselement 20 zwei Kindersitze 10, die nebeneinander angeordnet sind, zu schützen, wobei bei einem Unfall die Kindersitze 10 nicht aneinander anschlagen und über die jeweiligen Dämpfungselemente 20 gedämpft werden.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Kindersitz
- 12
- Sitzelement
- 14
- Rückenlehnenelement
- 16
- Seitenwand
- 18
- Seitenwand
- 20
- Dämpfungselement
- 22
- erster Dämpfungskörper
- 24
- zweiter Dämpfungskörper
- 26
- Magnet
- 28
- Magnet
- 30
- Abdeckung
- 32
- Scharnier
- 34
- Verriegelungselement
- 36
- Stoff
- 38
- Schaumstoff
- 40
- Aufnahme
- 50
- Kunststoffabdeckung
- 52
- Rahmenstruktur
- A
- Achse