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Die Offenbarung bezieht sich allgemein auf ein Prüfverfahren unter Nutzung einer Prüfvorrichtung für eine hydraulische Flüssigkeit unter Druck zur Erkennung von gelösten und mitgeführten Gasen.
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Flüssigkeiten in hydraulischen Drucksystemen sollten keine Gase enthalten, zum Beispiel Luft und/oder Wasser um eine optimale Leistung zu gewährleisten. Oft wird die hydraulische Flüssigkeit vor der Zugabe zu dem hydraulischen System vorbereitet, um eine Gas- oder Wasserkontamination aus der hydraulischen Flüssigkeit zu entfernen. Das Ausmaß, in dem Wasser aus der Hydraulikflüssigkeit entfernt worden ist kann durch einen Siedetest gemessen werden. Allerdings gibt es zurzeit kein Prüfverfahren zur Feststellung, wie viel Gas und hier speziell gelöstes Gas- aus einer Flüssigkeit entfernt worden ist.
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Mitgeführte Gase in der Hydraulikflüssigkeit und speziell eingeschlossene Luft- können durch die Messung von Dichteabweichungen der Flüssigkeit durch verschiedene Verfahren, oder eine Sichtprüfung erkannt werden, sie können als Gasblasen in der Flüssigkeit auftreten. Mitgeführte Gase in der Hydraulikflüssigkeit, beispielsweise Luftblasen, haben aufgrund der Komprimierbarkeit des Gases eine negative Auswirkung auf die Leistung der Hydraulikflüssigkeit im hydraulischen System. In der Hydraulikflüssigkeit gelöste Gase sind optisch nicht erkennbar und haben eventuell keine ernsthafte Auswirkung auf den Betrieb des Hydrauliksystems mit der Hydraulikflüssigkeit. Allerdings kann eine Temperatur- oder Druckänderung der Flüssigkeit dazu führen, dass sich gelöste Gase von der Hydraulikflüssigkeit trennen und zu mitgeführten Gasen der Hydraulikflüssigkeit werden, z.B. in Form von Blasen.
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Die Norm DIN EN 60567 (VDE 0370-9) 2012-08-00 - Ölgefüllte elektrische Betriebsmittel - Probennahme von Gasen und Analyse freier und gelöster Gase - Anleitung (IEC 60567:2011); Deutsche Fassung EN 60567:2011 - beschreibt Verfahren für die Probenahme freier Gase aus Gassammelrelais und für die Probenahme von Öl aus ölgefüllten Betriebsmitteln wie Leistungstransformatoren, Messwandlern, Drosselspulen, Durchführungen, ölgefüllten Kabeln und ölgefüllten Leistungskondensatoren, wobei Methoden zur Probenahme freier Gase und zur Ölprobenahme beschrieben sind, wie z.B. das Töpler-Pumpen-Verfahren, das Partialentgasungsverfahren, das Headspace-Verfahren, die Schütteltestmethode, chromatographische Verfahren usw.
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Weiterer Stand der Technik ist in der
DE 102 52 652 A1 , dem Fachartikel: ENERGY SUPPORT GmbH: Isolieröl Analytik - Laborgeräte & Analysen. Stand vom 01.09.2014; Öl Sampler Kit - Kontaminationsfreie Ölprobenentnahme nach Norm - mit dem Ölsampler Kit, der 2011. 2 S; Gesamtgasgehaltsmessung für Isolieröle nach DIN EN 60 567 VDE 0370 Teil 9, IEC 567, 2005; TOP TOGA GC - Analyse der gelösten Gase mit automatischer Entgasungseinheit nach IEC 567/ASTM 3612, 2006; TOP - TOGA Autosampler, 2009. - Firmenschriften, der
US 7 866 201 B1 , der
DE 198 33 601 C1 , der
DE 37 20 904 A1 und der
DE 34 33 017 A1 beschrieben.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen, mit dem es möglich ist, die hydraulische Flüssigkeit in dem Zustand (Temperatur/Druck) testen zu können, indem sie geliefert wird, um mit den Gasen im noch gelösten Zustand feststellen zu können, in welchem Ausmaß die Gase aus der Hydraulikflüssigkeit entfernt wurden.
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Die Aufgabe wird durch den Gegenstand von Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
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Das Verfahren zur Prüfung von unter Druck stehender Flüssigkeit dient der Feststellung der Menge von in der Flüssigkeit unter Druck gelösten Gasen, wie zum Beispiel Luft. Das Verfahren ermöglicht dem Hersteller den Test und/oder die Auswertung von Techniken/Prozessen zur Behandlung von Flüssigkeit für die Fehlersuche und/oder Qualitätssicherung als Hilfe beim Fertigungsprozess unter Verwendung der Flüssigkeit unter Druck.
- 1 zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit in der Lagerungsposition der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit.
- 2 zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit, indem Restflüssigkeit aus der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit abgelassen wird.
- 3 zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit, in der ursprünglichen Testposition für ein Verfahren zur Prüfung von unter Druck stehender Flüssigkeit auf gelöste Gase.
- 4A zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit mit der Verbindung zu dem Befüllungs- und Entleerungssystem zur Entleerung der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit.
- 4B zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit abgekoppelt von den Befüllungs- und Entleerungssystem zur Durchführung eines Abbautests für das Vakuum.
- 4C zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit mit der Verbindung zu dem Befüllungs- und Entleerungssystem für Flüssigkeit um erneut ein Vakuum in der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit entstehen zu lassen.
- 4D zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit, wobei der erste Tank isoliert vom zweiten Tank ist und in beiden ein starkes Vakuum herrscht.
- 5A zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit bei der die unter Druck stehende Flüssigkeit mit dem Befüllungs- und Entleerungssystem für Flüssigkeit in den ersten Tank gefüllt wird.
- 5B zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit, in dem der erste Tank mit unter Druck stehender Flüssigkeit gefüllt ist und in dem das Befüllungs- und Entleerungssystem für Flüssigkeit von der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit abgekoppelt ist.
- 6 zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit, in dem die unter Druck stehende Flüssigkeit vom ersten Tank der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit in den zweiten Tank fließt und hier der Druck abgebaut wird.
- 7A zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit, in dem sich die nun drucklose Flüssigkeit am Boden des zweiten Tanks gesammelt hat, bevor sich das Gas von der drucklosen Flüssigkeit getrennt hat.
- 7B zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit, in dem sich die drucklose Flüssigkeit am Boden des zweiten Tanks gesammelt hat, nachdem sich das Gas von der drucklosen Flüssigkeit getrennt hat.
- 8 zeigt ein schematisches Diagramm der Prüfvorrichtung für Flüssigkeit, in dem die drucklose Flüssigkeit aus dem zweiten Tank abgelassen wird.
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Eine beispielhafte Prüfvorrichtung für Flüssigkeit ist allgemein mit 20 angezeigt. Die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit wird verwendet, um unter Druck stehende Flüssigkeit 22 auf gelöste und/oder mitgeführte Gase zu prüfen, wie zum Beispiel, aber nicht ausschließlich Luft. Die unter Druck stehende Flüssigkeit 22 enthält eine Flüssigkeit, wie zum Beispiel Bremsflüssigkeit, oder eine andere Flüssigkeit, die für den Einsatz in einem hydraulischen System vorgesehen ist. Es sollte jedoch klar sein, dass die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit zum Testen auf gelöste oder mitgeführte Gase jeder Flüssigkeit, die unter einem höheren Druck als dem atmosphärischen steht, verwendet werden kann. Der hier verwendete Ausdruck „Flüssigkeit“ bezieht sich oft, aber nicht immer, auf flüssige Testmengen, auch wenn der Begriff „Flüssigkeit“ tatsächlich eine Substanz in entweder flüssiger oder gasförmiger Form beschreibt.
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Mit Bezug auf die 1 bis 8 beinhaltet die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit einen ersten Tank 24 und einen zweiten Tank 26. Der erste Tank 24 beinhaltet einen ersten Einlass 28 und einen ersten Auslass 30. Der zweite Tank 26 beinhaltet ein zweiten Einlass 32 und einen zweiten Auslass 34.
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Der erste Tank 24 ist vertikal über dem zweiten Tank 26 angebracht, d.h. die erste Tank 24 befindet sich in einer höheren Position als der zweite Tank 26. Der erste Einlass 28 befindet sich auf oder nahe der vertikalen Oberseite des ersten Tanks 24, der erste Auslass 30 befindet sich auf oder nahe der vertikalen Unterseite des ersten Tanks 24. Dementsprechend befindet sich der erste Einlass 28 in einer höheren Position als der erste Auslass 30. Der zweite Einlass 32 befindet sich auf oder nahe der vertikalen Oberseite zweiten Tanks 26, der zweite Auslass 34 befindet sich auf oder nahe der vertikalen Unterseite des zweiten Tanks 26. Dementsprechend befindet sich der zweite Einlass 32 in einer höheren Position als der zweite Auslass 34. Diese oben beschriebene Konfiguration mit oben/unten oder über/unter des ersten Tanks 24 und des zweiten Tanks 26 ist notwendig, um sicherzustellen, dass die Schwerkraft die Fließbewegung, die durch den Druckunterschied während des Transfers der Flüssigkeit 22 zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 ausgelöst wird unterstützt, wenn die hydraulische Verbindung zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 als notwendiger Teil des Testvorgangs hergestellt wird.
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Eine Flusskupplung 36 ist am ersten Einlass 28 angebracht und mit diesem verbunden. Die Flusskupplung 36 verbindet den ersten Einlass 28 mit dem Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit. Das Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit kann ein jedes System enthalten, das einen geschlossenen Behälter entleeren kann, sodass ein Vakuum entsteht, und die unter Druck stehende Flüssigkeit 22 mit Druck in den geschlossenen Behält lassen kann, nachdem dieser entleert wurde. Das Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit liefert die Flüssigkeit bei einem Druck, der höher ist, als der atmosphärische Druck. Befüllungs- und Entleerungssysteme 38 für Flüssigkeit sind in Fertigungsprozessen verbreitet und bei Fachleuten bekannt. Daher wird/werden die spezifische Konfiguration und/oder der Betrieb des Befüllungs- und Entleerungssystems 38 für Flüssigkeit hier nicht genauer beschrieben. Die Flusskupplung 36 kann andere Verbindungsstücke enthalten, die mit dem Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit verbunden sind und sowohl eine Gas- wie auch Flüssigkeitsdichtung haben können. Ist beispielsweise das Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit dafür konfiguriert, Bremsflüssigkeit während Wartungsarbeiten oder bei der Produktion für ein Fahrzeug bereitzustellen, dann kann die Flusskupplung 36 einen Anschluss haben, dessen Abmessungen mit denen übereinstimmen wie man sie üblicherweise bei der Einfüllöffnung eines Hauptbremszylinders eines Fahrzeuges findet, was bei Fachleuten bekannt ist. Allerdings sollte klar sein, dass die Flusskupplung 36 in jeder brauchbaren Form gestaltet sein kann und nicht auf eine bestimmte Erscheinungsform beschränkt ist.
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Die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit hat ein Einlassventil 40, das den ersten Einlass 28 und die Flusskupplung 36 miteinander verbindet, um die Flüssigkeitsbewegung zwischen der Flusskupplung 36 und dem ersten Tank 24 zu regulieren. Das Einlassventil 40 arbeitet mit einer offenen und einer geschlossenen Position. In der offenen Position ermöglicht das Einlassventil 40 eine Fließbewegung zwischen dem ersten Einlass 28 des ersten Tanks 24 und der Flusskupplung 36, sodass Flüssigkeit zwischen dem ersten Tank 24 und der Flusskupplung 36 fließen kann. In der geschlossenen Position verhindert das Einlassventil 40 eine Fließbewegung zwischen dem ersten Einlass 28 des ersten Tanks 24 und der Flusskupplung 36, sodass zwischen dem ersten Tank 24 und der Flusskupplung 36 keine Flüssigkeit fließen kann. Das Einlassventil 40 kann in jeder Art und Weise gestaltet sein solange die oben beschriebene Funktion mit einer offenen und einer geschlossenen Position gewährleistet ist und das Ventil durch seine Absperrung (für Gas und Flüssigkeiten) die inneren Teile der Prüfvorrichtung vor den äußeren atmosphärischen Bedingungen abschottet. Mit anderen Worten das Einlassventil 40 darf die im Verfahren verwendeten Drücke nicht nach außen lecken lassen. Beispielsweise, aber ohne Beschränkung, kann das Einlassventil 40 ein Kugelventil, ein Absperrventil oder ein ähnliches Regelventil sein. Das Einlassventil 40 kann manuell bedient werden um die Position zwischen offen und geschlossen zu wechseln oder es kann elektronisch durch eine Computersteuerung reguliert werden.
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Der zweite Einlass 32 des zweiten Tanks 26 hat eine Fließverbindung zum ersten Auslass 30 des ersten Tanks 24. Der erste Auslass 30 des ersten Tanks 24 vertikal über dem zweiten Einlass 32 es zweiten Tanks 26 angebracht. Dementsprechend ist der erste Auslass 30 des ersten Tanks 24 in einer höheren Position als der zweite Einlass 32 des zweiten Tanks 26.
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Ein Transferventil 42 verbindet den ersten Auslass 30 des ersten Tanks 24 und den zweiten Einlass 32 zweiten Tanks 26, um die Flüssigkeitsbewegung zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tag 26 zu regulieren. Das Transferventil 42 arbeitet mit einer geschlossenen und einer offenen Position und kann auch so reguliert werden. In der geöffneten Position ermöglicht das Transferventil 42 eine Fließbewegung zwischen dem ersten Auslass 30 des ersten Tanks 24 und dem zweiten Einlass 32 zweiten Tanks 26, sodass sich die Flüssigkeit zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 bewegen kann. In der geschlossenen Position verhindert das Transferventil 42 die Fließbewegung zwischen dem ersten Auslass 30 des ersten Tanks 24 und dem zweiten Einlass 32 des zweiten Tanks 26, sodass sich zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 keine Flüssigkeit bewegen kann. Das Transferventil 42 kann beliebig konstruiert und/oder konfiguriert sein, solange es wie oben beschrieben in der Lage ist, zwischen einer offenen Position und einer geschlossenen Position zu wechseln. Beispielsweise, aber ohne Beschränkung, kann das Transferventil 42 ein Kugelventil, ein Absperrventil oder ein ähnliches Regelventil sein. Das Transferventil 42 kann manuell bedient werden um die Position zwischen offen und geschlossen zu wechseln oder es kann elektronisch durch eine Computersteuerung reguliert werden.
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Am zweiten Auslass 34 des zweiten Tanks 26 ist ein Ablassventil 44 verbaut, um die Flüssigkeitsbewegung durch den zweiten Auslass 34 zu regulieren. Die Ablassventil 44 arbeitet mit einer geschlossenen und einer offenen Position und kann auch so reguliert werden. In der geöffneten Position ermöglicht das Ablassventil 44 eine Fließbewegung zwischen dem zweiten Auslass 34 des zweiten Tanks 26 und der Außenwelt, um Flüssigkeit aus dem zweiten Tank 26 ablassen zu können. In der geschlossenen Position verhindert oder schließt das Ablassventil 44 eine Fließbewegung zwischen dem zweiten Auslass 34 des zweiten Tanks 26 und der Außenwelt, sodass keine Flüssigkeit aus dem Tank entweicht. Die Ablassventil 44 kann beliebig konstruiert und/oder konfiguriert sein, solange es wie oben beschrieben in der Lage ist, zwischen einer offenen Position und einer geschlossenen Position zu wechseln. So kann beispielsweise, aber ohne Beschränkung, das Ablassventil 44 ein Kugelventil, ein Absperrventil oder ein ähnliches Regelventil sein. Die Ablassventil 44 kann manuell bedient werden um die Position zwischen offen und geschlossen zu wechseln oder es kann elektronisch durch eine Computersteuerung reguliert werden.
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Der zweite Tank 26 hat einen Sensor 46 für absoluten Druck. Der Sensor 46 für absoluten Druck soll den absoluten Druck im zweiten Tank 26 erfassen. Vorzugsweise enthält der Sensor 46 für absoluten Druck einen digitalen Sensor und ist mit einem Computer oder ähnlichen elektronischen Steuergerät verbunden und kommuniziert mit diesem. Allerdings sollte beachtet werden, dass der Sensor 46 für absoluten Druck nicht zwingend einen digitalen Sensor enthalten muss. Der Sensor 46 für absoluten Druck misst den Druck relativ zu einem perfekten Vakuum. Ein „perfektes Vakuum“ wird hier als ein Raum oder eine Region definiert, in dem (der) keinerlei Materie ist. Da alle Werte, die der Sensor 46 für absoluten Druck erfasst, relativ zu einem perfekten Vakuum sind, ist jeder Druckwert wird immer eine positive Zahl. Die Prüfvorrichtung für Flüssigkeiten 20 nutzt den Sensor 46 für absoluten Druck, um Abweichungen bei der Druckmessung durch Unterschiede im atmosphärischen Druck zu verhindern.
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Wie aus den Figuren ersichtlich, ist der Sensor 46 für absoluten Druck über einen speziellen Anschluss direkt mit dem zweiten Tank 26 verbunden. Die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit kann weiterhin im Inneren 50 des zweiten Tanks 26 über eine Zwischenwand 48 verfügen. Die Zwischenwand 48 ist so positioniert, dass sie eine Sonde oder Messspitze des Sensors 46 für absoluten Druck, die ins Innere 50 des zweiten Tanks 26 hineinragen kann, abschirmt. Die Zwischenwand 48 kann in jeder Art und Weise konstruiert sein, die den Schutz der Messspitze des Sensors 46 für absoluten Druck gewährleistet und dem Sensor 46 dennoch ermöglicht, den absoluten Druck im zweiten Tank 26 zu messen. Alternativ kann der Sensor 46 für absoluten Druck am zweiten Tank durch eine oder mehrere Röhren befestigt werden, die das Transferventil 42 und den zweiten Einlass 32 des zweiten Tanks 26 verbinden. Eine derartige Konfiguration kann ein Schutzventil zwischen dem zweiten Einlass 32 und dem Sensor 46 für absoluten Druck enthalten, um den Sensor für absoluten Druck vor hohen Flüssigkeitsdrücken während des Flüssigkeitsaustauschs zwischen dem ersten Tank 24 und den zweiten Tank 26 zu schützen.
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Der erste Tank 24 bildet einen ersten Raum 52 und der zweite Tank 26 bildet einen zweiten Raum 54. Der zweite Raum 54 des zweiten Tanks 26 ist größer als der erste Raum 52 des ersten Tanks 24. Der Grund und die Bedeutung für die Tatsache, dass der zweite Tank 26 größer ist als der erste Tank 24, wird nachfolgend genauer erläutert. In einem Ausführungsbeispiel kann der zweite Raum 54 zwischen 2 % und 50 % größer als der erste Raum 52 sein, genauer gesagt kann der erste Raum 54 zwischen 5 % und 15 % größer sein als der erste Raum 52. Der erste Raum 52 und der zweite Raum 54 können jeweils ein Volumen zwischen 200 cm3 und 3000 cm3 haben. Jedoch sollte klar sein, dass die relative Größe zwischen dem ersten Raum 52 und dem zweiten Raum 54 ebenso wie die absoluten Größen des ersten Raums 52 und des zweiten Raums 54 von den hier verwendeten Beispielgrößen und Bereichen abweichen können.
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Ein Verfahren zur Prüfung einer unter Druck stehenden Flüssigkeit 22 auf gelöste und/oder mitgeführte Gase durch den Flüssigkeitstest wird nachfolgend beschrieben. Wie zuvor erwähnt, kann eine Beispielanwendung für das Prüfgerät 20 für Flüssigkeit und das hier beschriebene Verfahren die Prüfung von Bremsflüssigkeit mit einem Befüllungs- und Entleerungssystem für Bremsflüssigkeit sein, das verwendet wird, um das hydraulische Bremssystem von Fahrzeugen während der Produktion in einem Fahrzeugwerk zu befüllen. Es sollte jedoch bedacht werden, dass das Prüfverfahren auch für andere Flüssigkeiten und andere Anwendungen verwendet werden kann.
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Wie aus den Figuren ersichtlich, wird ein geschlossenes Ventil durch ein geschlossen gezeichnetes oder gefülltes Ventilsymbol dargestellt, ein offenes Ventil wird gestrichelt oder nicht gefüllt dargestellt. Die zu testende Flüssigkeit wird generell durch ein Punktmuster dargestellt und mit der Zahl 22 gekennzeichnet.
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Mit Bezug auf 1 beginnt das erfindungsgemäße Prüfverfahren damit, dass sich die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit in der Lagerungsposition befindet, dargestellt in 1, in der das Einlassventil 40 und das Ablassventil 44 geschlossen sind, das Transferventil 42 jedoch geöffnet ist. In dieser Lagerungsposition kann Restflüssigkeit der letzten Prüfung aus dem ersten Tank 24 in den zweiten Tank 26 (und letztendlich vor Beginn des nächsten Tests aus dem Ablassventil 44) abfließen. Weiterhin werden dadurch die Innenräume der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit vor atmosphärischen Einwirkungen geschützt, um zu verhindern, dass Luftfeuchtigkeit von der Restflüssigkeit in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit absorbiert wird (die Testflüssigkeit könnte wasserbindend sein, wie zum Beispiel Bremsflüssigkeit). Feuchtigkeit in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit könnte die Testergebnisse beeinflussen und ist unerwünscht. Als Teil des Testvorgangs sollte zunächst jede Feuchtigkeit innerhalb der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit beseitigt werden. Die Aufbewahrung der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit in der Lagerungsposition vermindert die Ansammlung von atmosphärischer Feuchtigkeit in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit und verringert somit die benötigte Zeit für die Entfernung jeglicher Feuchtigkeit aus der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit vor dem Prüfvorgang.
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Mit Bezug auf 2 ist vor Testbeginn ein vorbereitender Schritt notwendig. Angenommen, die Prüfvorrichtung für Flüssigkeit wurde in der Lagerungsposition aufbewahrt, in der das Einlassventil 40 und das Ablassventil 44 geschlossen sind, während das Transferventil 42 geöffnet ist, so müssen zur Vorbereitung das Einlassventil 40 und das Ablassventil 44 kurz geöffnet werden, um das Abfließen von eventuell vorhandener Restflüssigkeit aus der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit zu ermöglichen. Das Ablassventil 44 bleibt geöffnet, bis keine Restflüssigkeit mehr aus dem zweiten Auslass 34 des zweiten Tanks 26 tropft. Nachdem jegliche Restflüssigkeit aus der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit abgelassen wurde, wird die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit in die Testposition gesetzt, wie in 3 ersichtlich, bei der das Einlassventil 40 und das Transferventil 42 geöffnet sind und das Ablassventil geschlossen ist.
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Mit Bezug auf 3 beginnt der eigentliche Test mit der Verbindung des Befüllungs- und Entleerungssystems 38 für Flüssigkeit mit dem ersten Tank 24. Wie zuvor erwähnt, kann das Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit in einem geschlossenen System/Behälter ein Vakuum produzieren und außerdem nach Entstehung des Vakuums eine Flüssigkeit unter Druck in das System einbringen. Der Anschluss des Befüllungs- und Leerungssystems 38 für Flüssigkeit an den ersten Tank 24 schließt die Ankopplung des Befüllungs- und Entleerungssystems 38 für Flüssigkeit an die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit mit der Flusskupplung 36 ein, wie zuvor beschrieben.
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Nach Anschluss des Befüllungs- und Entleerungssystems 38 für Flüssigkeit an die Flusskupplung 36 kann das Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit dazu verwendet werden, sowohl den ersten als auch den zweiten Tank 24, 26 zu entleeren, um in beiden Tanks 24, 26 ein Vakuum zu erzeugen. Beispielsweise kann eine Vakuumpumpe 56 des Befüllungs- und Entleerungssystems 38 für Flüssigkeit aktiviert werden, um Luft aus dem ersten und zweiten Tank 24, 26 zu pumpen und in ihnen ein Vakuum entstehen zu lassen. Die Entfernung von Luft aus der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit wird allgemein mit dem Strömungspfeil 60 dargestellt.
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Es sollte beachtet werden, dass der erste Tank 24 und der zweite Tank 26 eine Flussverbindung miteinander haben da das Transferventil 42 bei Testbeginn geöffnet ist. Dadurch zieht die Vakuumpumpe 56 Luft aus dem ersten Tank 24, wobei die Vakuumpumpe 56 gleichzeitig Luft aus dem zweiten Tank 26 zieht, um in jedem der Tanks, dem ersten Tank 254 und dem zweiten Tank 26, ein Vakuum entstehen zu lassen.
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Nach der Entleerung des ersten Tanks 24 und des zweiten Tanks 26 und nach dem in beiden Tanks 24, 26 ein Vakuum entstanden ist, kann dieses Vakuum in beiden Tanks 24, 26 für eine vorbestimmte Einwirkzeit gehalten werden, um vor Beginn des Tests Feuchtigkeit und/oder gelöste Gase von der Restflüssigkeit in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit zu entfernen, die andernfalls die Testergebnisse beeinflussen können. Der Prozess wird nachfolgend als „Ausgasen vor dem Test“ bezeichnet. Die vorbestimmte Einwirkzeit unter Vakuum kann zwischen 5 und 30 Minuten betragen, oder aber so lange, bis der Prozess Ausgasen vor dem Test abgeschlossen ist. Nach der vordefinierten Einwirkzeit, während der die Vakuumpumpe 56 des Befüllungs- und Entleerungssystems 38 für Flüssigkeit das Vakuum herstellt, besteht zwischen dem Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit und dem ersten Tank 24 keine Flussverbindung, weil das Einlassventil 40 geschlossen wird, wie aus 4A ersichtlich ist.
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Mit Bezug auf 4B wird das Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit von der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit für die vorbestimmte Einwirkzeit getrennt, nachdem im ersten Tank 24 und im zweiten Tank 26 ein Hochvakuum entstanden ist und die Flussverbindung zum Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit geschlossen wurde, um zu überprüfen, ob entweder am Einlassventil 40 oder am Auslassventil 44 eine Leckage vorliegt. Die vorbestimmte Einwirkzeit des Vakuums kann jede wünschenswerte Zeitspanne sein, die zum Prüfen auf Leckagen in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit geeignet ist. Beispielsweise kann die vorbestimmte Einwirkzeit zwischen 5 und 30 Minuten betragen. Es sollte beachtet werden, dass eine längere Einwirkzeit unter Vakuum genauere Testergebnisse über die Fähigkeit der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit, das Vakuum zu halten und das korrekte Ausgasen ergibt.
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Während die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit von dem Befüllungs- und Entleerungssystem für Flüssigkeiten 38 getrennt ist und der erste Tank 24 und der zweite Tank 26 ein Hochvakuum enthalten, wird der Sensor 46 für absoluten Druck überwacht um zu prüfen, ob ein ausreichendes Ausgasen der Restflüssigkeit stattfindet und die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit keine Lecks aufweist. Falls der Druck im ersten Tank 24 und im zweiten Tank 26 nach Messung durch den Drucksensor 46 zu diesem Zeitpunkt ansteigt kann eine zusätzliche Zeitzugabe für das Ausgasen erforderlich sein, um in der Restflüssigkeit der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit eine gründlichere Entfernung von Feuchtigkeit und/oder gelösten Gasen zu gewährleisten, oder aber die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit hat Lecks, die vor Durchführung des Prüfverfahrens gefunden und repariert werden müssen. Diese Überprüfung auf Druckanstieg wird nachfolgend als „Vakuum-Abbautest“ bezeichnet. Zusätzliches Ausgasen wird im Bedarfsfall durch einen erneuten Anschluss des Befüllungs- und Entleerungssystems für Flüssigkeit 30 an die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit und die Aktivierung der Vakuumpumpe 56 und die Öffnung des Einlassventils 40 für einige Zeit ermöglicht.
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Ändert sich der absolute Druck in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit während des Vakuum-Abbautestes nicht wesentlich, dann bleibt die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit versiegelt und der Testprozess kann fortgeführt werden. Sollte sich jedoch der absolute Druck in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit während des Vakuum-Abbautestes wesentlich ändern, dann arbeitet die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit nicht fehlerfrei, der Test sollte abgebrochen werden. Stellt sich kein signifikanter Verlust des Hochvakuums in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit ein, dann gilt der Vakuum-Abbautest als bestanden und der Prozess kann fortgesetzt werden. Ein wesentlicher Verlust des Hochvakuums wird durch einen Druckanstieg um mehr als 0,1 torr pro Sekunde angezeigt.
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Mit Bezug auf 4C, nachdem das Vakuum im ersten Tank 24 und im zweiten Tank 26 für die vorbestimmte Einwirkzeit gehalten wurde und in der Annahme, dass die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit das Vakuum im ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 gehalten hat und dass die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit fehlerfrei arbeitet, wird dann das Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit wieder an die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit angeschlossen und ein erneutes Vakuum wird auf die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit angewendet, um in beiden Tanks 24, 26 das Vakuum so stark wie möglich zu machen für den Fall, dass ein geringfügiger Verlust von Vakuum während des Vakuum-Abbautests in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit aufgetreten ist. Das erneute Vakuum entfernt auch die Luft aus der Verbindung zwischen dem Befüllungs- und Entleerungssystem 38 und der Flusskupplung 36 um zu verhindern, dass die Flüssigkeit 22 später während des Testes auf dem Weg zur Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit der Einwirkung von Luft ausgesetzt ist.
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Mit Bezug auf 4D wird die Flussverbindung zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 geschlossen, sobald im ersten Tank 24 und im zweiten Tank 26 durch die Vakuumpumpe 56 das größtmögliche Vakuum entstanden ist. Die Flussverbindung zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 wird unterbrochen, wenn das Transferventil 42 geschlossen wird, wodurch zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 keine Flüssigkeit mehr fließen kann.
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Mit Bezug auf 5A wird nach der Schließung der Flussverbindung zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 die Flussverbindung zwischen dem ersten Tank 24 und dem Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit geöffnet, um die Einbringung der Testmenge der unter Druck stehenden Flüssigkeit 22 in den ersten Tank 24 zu ermöglichen. Ein Teil der Vorratsmenge von der Flüssigkeit unter Druck 22 wird durch das Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit in den ersten Tank 24 eingebracht. Die Menge der zu testenden Flüssigkeit unter Druck 22 im nachfolgenden als „die Testmenge“ bezeichnet, entspricht in etwa dem ersten Raum 52 des ersten Tanks 24 da der erste Tank 24 komplett gefüllt und unter Druck gesetzt wird bis der Zulauf in den ersten Tank 24 aufgrund des ausgeglichenen Drucks stoppt (der Druck der Vorratsmenge entspricht dem Druck der Testmenge). Die Testmenge der Flüssigkeit unter Druck 22 kann mit einem Druck zwischen 30 psi und 150 psi und bei jeder für Mitarbeiter in der Produktion geeigneten normalen Innentemperatur in den ersten Tank 24 eingebracht werden.
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Mit Bezug auf 5B wird die Flussverbindung zwischen dem ersten Tank 24 und dem Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit geschlossen, sobald die Testmenge der Flüssigkeit unter Druck 22 in den ersten Tank 24 eingebracht wurde, außerdem wird das System 38 vom ersten Tank 24 getrennt. Die Flussverbindung zwischen dem ersten Tank 24 und dem Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit wird geschlossen indem das Einlassventil 40 geschlossen wird. Die Trennung des Befüllungs- und Leerungssystems 38 für Flüssigkeit von der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit wird durch die Abkopplung der Flusskupplung 36 bewerkstelligt.
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Nachdem die Flussverbindung zwischen dem ersten Tank 24 und dem Befüllungs- und Entleerungssystem 38 für Flüssigkeit geschlossen wurde, wird mit dem Sensor 46 für absoluten Druck im zweiten Tank 26 der anfängliche absolute Druck gemessen. Der Wert für den anfänglichen absoluten Druck kann manuell von einem Bediener durch Ablesen erfasst werden oder über ein elektrisches Signal an ein elektronisches Steuergerät gemeldet werden. Der anfängliche absolute Druck kann im Speicher der elektronischen Steuerung für eine spätere Nutzung aufgezeichnet oder gesichert werden.
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Mit Bezug auf 6 wird die Flussverbindung zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 geöffnet, um der Testmenge der Flüssigkeit unter Druck 22 zu ermöglichen, vom ersten Tank 24 in den zweiten Tank 26 zu fließen, nachdem der anfängliche absolute Druck durch den Sensor 46 für absoluten Druck gemessen wurde. Die Flussverbindung zwischen dem ersten Tank 24 und dem zweiten Tank 26 wird durch Öffnung des Transferventils 42 ermöglicht. Wie zuvor erwähnt, befindet sich der erste Tank 24 vertikal über dem zweiten Tank 26, sodass die Testmenge der Flüssigkeit unter Druck 22 dank der Gravitation vom ersten Tank 24 in den zweiten Tank 26 fließen kann. Außerdem herrscht im zweiten Tank 26 ein Vakuum, da nach der Entstehung des Vakuums in beiden Tanks 24, 26 und vor der Einbringung der Flüssigkeit unter Druck 22 in den ersten Tank 24 das Transferventil 42 geschlossen wurde.
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Nach dem das Transferventil 42 geöffnet wurde, um der Flüssigkeit unter Druck 22 zu ermöglichen, vom ersten Tank 24 in den zweiten Tank 26 zu fließen, wird der Druck von der Flüssigkeit 22 genommen und die Testmenge der zuvor unter Druck stehenden Flüssigkeit 22 für eine vorbestimmte Zeit zum Ausgasen in den zweiten Tank 26 verbracht, um jegliche Feuchtigkeit und gelöste oder mitgeführte Gase in der Testmenge der zuvor unter Druck stehenden Flüssigkeit 22 vom Flüssigkeitsanteil der Flüssigkeit 22 zu trennen und anschließend zu messen, indem am Ende des Testprozesses der Sensor 46 für absoluten Druck den Druckunterschied feststellt.
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Wenn die Flüssigkeit unter Druck 22 in den ersten Tank 24 eingebracht wird, so steht sie anfänglich unter einem Druck der deutlich höher ist als der Druck des Vakuums zweiten Tank 26. Unter den Bedingungen des höheren Drucks (es wird angenommen, dass die Temperatur während der Testphase relativ konstant ist) hat die Flüssigkeit in dem physikalischen Zustand die Löslichkeit einer gewissen Menge von Luft ermöglicht. Eine Luftkonzentration über diese Stufe hinaus hätte nicht aufgenommen werden können und würde von der Flüssigkeit unter Druck mitgeführt werden. Wird das Transferventil 42 geöffnet, so wird der Druck der Flüssigkeit 22 im ersten Raum 52 des ersten Tanks 24 fast sofort auf den des Vakuums sinken, das zuvor im unteren Tank 26 geherrscht hat (ein nahezu perfektes Vakuum), da sie mit der Ausnahme (falls überhaupt) von einer geringen Menge mitgeführter Luft nahezu unkomprimierbar ist. Die Höhe dieses ausgeglichenen Drucks (beide Tankräume und alle Materie haben nun den einen gemeinsamen absoluten Druck) weist mehr oder weniger sofort darauf hin, wie viel Luft von der Flüssigkeit mitgeführt wurde da diese dank ihrer geringeren Dichte sich in dem Leerraum über dem Flüssigkeitspegel gesammelt hat und den ausgeglichenen Druck beeinflusst. Während der nachfolgenden Zeitspanne zum Ausgasen wird sich auch die gelöste Luft langsam abtrennen unter der Annahme, dass das nahezu perfekte Vakuum weiterhin besteht und nicht durch ungewöhnlich hohe Mengen von mitgeführter Luft erheblich vermindert wurde. Zu beachten ist, dass die Flüssigkeit unter Druck 22 bei ursprünglich korrekter Behandlung nahezu keine Luft mitführen sollte und dass das Vakuum daher stark genug sein sollte damit gelöste Luft sich aus der Flüssigkeit während des Ausgasens abspalten kann. Weiterhin sollte beachtet werden dass in Fällen, in denen genügend Luft bei der Ankunft der Flüssigkeit unter Druck 22 in der Prüfvorrichtung 20 mitgeführt wurde (eine sehr große und unerwartete Menge), das verbleibende Vakuum nach dem Druckausgleich stark genug sein kann, um die komplette Entfernung des in der Flüssigkeit gelösten Gases negativ zu beeinflussen. In so einem Fall kann die Prüfvorrichtung 20 dennoch nützliche Informationen liefern, da dies ein Hinweis auf die schlechte Qualität der Flüssigkeit 22 ist und dieses Problem vor der Fortführung von genaueren Tests, die letztendlich auf „nur gelöste Luft“ hinzielen, zu beheben ist, sollte ein solcher Test gewünscht sein. Auch sollte beachtet werden, dass jeder Hinweis auf mitgeführte Luft (beispielsweise durch ungewöhnlich hohen Ausgleichsdruck) gleichzeitig darauf hindeutet, dass die Menge von gelöster Luft für die dann herrschenden physikalischen Bedingungen auf dem Sättigungsniveau lag, als die Flüssigkeit unter Druck 22 bei der Prüfvorrichtung 20 angeliefert wurde. Die Begründung dafür ist, dass wenn zusätzlicher Raum für gelöste Luft unter diesen Bedingungen verfügbar gewesen wäre, hätte sich die mitgeführte Luft in die Lösung begeben unter der Voraussetzung, dass genug Zeit vorhanden war. Daher ist jeder Nachweis von mitgeführter Luft gleichzeitig ein Hinweis darauf, dass die Probe bereits eine gesättigte Lösung von Luft enthielt. Zusammenfassend bedeutet das Vorhandensein von mitgeführter Luft nicht, dass die Prüfvorrichtung 20 in ihrer Eigenschaft als Detektor für gelöste Luft und zur Unterscheidung der Mengen von gelöstem und mitgeführtem Gas in der Flüssigkeit unter Druck 22 wertlos ist, da dies keinen entscheidenden Einfluss darauf hat, ob man aus den Testergebnissen etwas von Bedeutung ablesen kann.
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Es ist wichtig zu beachten, dass trotz des Unterschiedes bezüglich der Größe des ersten Tanks 24 verglichen mit dem zweiten Tank 26 das physikalische Volumen in der Prüfvorrichtung 20, die vor dem Transfer der druckbeaufschlagten Flüssigkeit vom ersten Tank 24 zum zweiten Tank 26 frei von Flüssigkeit ist, das gleiche ist, wie nach der Anlieferung (es entspricht in beiden Fällen in etwa dem Raum des ersten Tanks 24). Diese Tatsache und die Berücksichtigung des sogenannten Gesetzes des idealen Gases bedeuten, dass die Übertragung keinen Einfluss auf den Druck der Flüssigkeit hat, da die Volumenveränderung jedes eventuell vorhandene Gas beschränkt oder zu einem Zeitpunkt intern aus der Lösung zur Prüfvorrichtung herauslöst. Daher ist jede messbare Änderung des Drucks ausschließlich durch die Freisetzung von gelöstem Gas (mitgeführtes Gas ist, wie beabsichtigt, nicht vorhanden) aus dem flüssigen Anteil der Testmenge zu erklären. Die Begründung, warum der zweite Tank 26 etwas größer ist als der erste Tank 24, liegt in der Gewinnung von etwas Platz, der keine Flüssigkeit enthält, damit der Sensor 46 für absoluten Druck, der für die Messung von Gasdruck entwickelt wurde, nicht in Flüssigkeit getaucht wird, weil das die Fähigkeit beeinträchtigen könnte, korrekte Messergebnisse zu erzielen. Es sei noch erwähnt, wieder unter Berücksichtigung des Gesetzes für das ideale Gas, dass die Empfindlichkeit bei einer Druckmessung zum einen von der Menge des aus der Flüssigkeit herausgelösten Gases, aber auch direkt durch den Raum, der dem Gas zur Sammlung zur Verfügung steht, beeinflusst wird. Die Größe dieses Raums wird wiederum durch den relativen Unterschied in der Größe der beiden Tanks bestimmt. Daher ergibt ein kleinerer Unterschied in der relativen Tankgröße eine größere Sensibilität! Auflösung bei einer Druckmessung. Im Endergebnis sollten sich der erste Tank 24 und der zweite Tank 26 in der Größe nicht übermäßig unterscheiden aber doch so sehr, dass die korrekte Funktion des Sensors 46 für absoluten Druck gegeben ist.
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Ein anderes Konzept mit Auswirkungen auf die Resultate liegt in der absoluten Größe der beiden Tanks 24 und 26. Wären beide Tanks größer oder wären beide Tanks beispielsweise kleiner dann würde das Auswirkungen auf die Menge von Flüssigkeit unter Druck 22 haben, die getestet werden kann und somit auch im Ergebnis auf die Menge von gelöstem Gas das im Testprozess entstehen kann. Daher könnte bei einer größeren Probe mehr Gas produziert werden, was zu einer größeren Differenz bei der Druckmessung durch den Sensor 46 führen könnte. Sobald die optimalen absoluten und relativen Größen für Tanks entweder empirisch oder theoretisch ermittelt worden sind, ist es wichtig, die Testergebnisse im Hinblick auf diese konstanten Größen zu vergleichen, um aussagekräftige Vergleichsergebnisse für die Mengen gelöster Luft in der Flüssigkeit unter Druck 22, die untersucht worden ist, zu erhalten.
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Mit Bezug auf 7A wird die nun drucklose Flüssigkeit 22 im zweiten Tank 26 für eine vorbestimmte Zeitspanne zur Ausgasung gelassen um sicherzustellen, dass sich alles gelöste Gas von der Flüssigkeit 22 abgespalten hat. Diese vorbestimmte Zeitspanne zur Ausgasung kann jede beliebige Zeitspanne sein, je nachdem, was die spezifische getestete Flüssigkeit erfordert. Beispielsweise kann die vorbestimmte Zeitspanne zur Ausgasung im Bereich von 5-20 Minuten liegen. Allerdings kann die vorbestimmte Zeitspanne zur Ausgasung von diesem Beispielbereich auch abweichen.
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Mit Bezug auf 7B wird im zweiten Tank 26 durch den Sensor 46 für absoluten Druck eine abschließende Messung des absoluten Drucks durchgeführt, nachdem die Probe der Flüssigkeit unter Druck 22 im zweiten Tank 26 für die vorbestimmte Zeitspanne zur Ausgasung verblieb und sich die freigesetzten Gase oben im Tank 26 gesammelt haben. Wie zuvor erwähnt, hängt eine Änderung des absoluten Drucks im zweiten Tank 26 mit der Freisetzung von Gasen und Feuchtigkeit von der Flüssigkeit unter Druck 22 zusammen. Eine Differenz zwischen dem abschließenden absoluten Druck und dem anfänglichen absoluten Druck kann berechnet werden, indem der anfängliche absolute Druck vom abschließenden absoluten Druck abgezogen wird. Die Differenz zwischen dem abschließenden absoluten Druck und dem anfänglichen absoluten Druck kann dann zu einem Volumen oder einer Menge von Gasen umgerechnet werden, die aus der Probe der Flüssigkeit unter Druck 22 freigesetzt worden sind. Es sollte erwähnt werden, dass die Probe der Flüssigkeit unter Druck 22 vor dem Test so gut behandelt worden sein kann (extrem arm oder komplett frei von gelöster Luft), dass sie von Fachleuten als „super verarbeitet“ bezeichnet wird. So eine Probe kann den absoluten Druck im zweiten Tank 26 sogar senken, weil das Druckniveau möglicherweise nicht bei null liegt (eine perfekte Absaugung ist mit der Ausrüstung, die bei der Herstellung von Fahrzeugen verwendet wird, praktisch nicht möglich, obwohl das Niveau sehr nahe an perfekt heran reicht). So kann etwas Restluft, die sich im zweiten Tank 26 vor der Einbringung der Flüssigkeitsprobe befindet, mit der super verarbeiteten Flüssigkeit in Lösung gehen (da die super verarbeitete Flüssigkeit trotz des sehr niedrigen Drucks an diesem Punkt keine gesättigte Lösung erreicht hat) falls diese eingebracht wird. Dadurch kann der Abbau (abschließender minus anfänglicher absoluter Druck) negativ ausfallen, was auf eine exzellente Qualität der Probe der super verarbeiteten Flüssigkeit hinweist. Zu beachten ist das ein negativer Abbau nicht das gleiche ist wie ein negativer absoluter Druck, welcher physikalisch nicht möglich ist, obwohl eine Endmessung mit einem perfekten Vakuum (0,0 mmHg) mit diesem Prüfverfahren erreicht werden kann, rein theoretisch auch in einem Bremssystem eines Fahrzeuges. Jene Teile der aus der Flüssigkeit unter Druck 22 freigesetzten Gase, die zur Feuchtigkeit in der Flüssigkeit in Beziehung stehen, können empirisch zu einer erwarteten Veränderung des Drucks korreliert werden, was auf dem Siedepunkt der Flüssigkeitsprobe basiert, der zuvor durch andere bekannte Verfahren an einer anderen Probe aus der gleichen Charge wie die hier getestete festgestellt wurde. Jeder Druckanstieg über diesen Wert hinaus wird auf gelöste Gase in der Probe zurückgeführt.
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Sobald der Test abgeschlossen ist und die Druckveränderung auf die Gasmenge in der Probe der Flüssigkeit unter Druck 22 umgerechnet wurde, können das Ablassventil 44 und das Einlassventil 40 geöffnet werden, wie in 8 gezeigt, um die Flüssigkeit durch den zweiten Auslass 34 des zweiten Tanks 26 abzulassen, damit die Probe der Flüssigkeit 22 aus dem zweiten Tank 26 entfernt werden kann. Für das Ablassen des Hauptteils der Probe aus der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit kann etwas Zeit veranschlagt werden (nicht kritisch), obwohl etwas Restflüssigkeit 22 zurückbleiben mag und ein Ausspülen der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit mit einem Lösungsmittel nicht erforderlich ist. Nach dem Ablassen wird die Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit wieder in die Lagerungsposition verbracht, wie in 1 abgebildet und vorher beschrieben worden ist.
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Die Testergebnisse aus dem oben beschriebenen Verfahren, also zum Beispiel das Volumen oder die Menge des Gases, das aus der Probe der Flüssigkeit unter Druck 22 freigesetzt wurde (wie anhand der Veränderung des absoluten Drucks über den Testzeitraum festgestellt), können über die Zeit verfolgt und/oder für verschiedene Zwecke genutzt werden. Beispielsweise kann der Test zur Qualitätskontrolle verwendet werden, um sicherzustellen, dass die Flüssigkeit korrekt verarbeitet wurde um die erforderliche Menge von Gas und/oder Feuchtigkeit vor der Verwendung in einem hydraulischen System zu entfernen. Verfolgt man die Testergebnisse über einen Zeitraum, so können Fehler bei der Verarbeitung oder dem Transport der Flüssigkeit entdeckt werden. Weiterhin kann das Prüfverfahren zum Vergleich von unterschiedlichen Behandlungstechniken für die Flüssigkeit verwendet werden, indem herausgefunden wird, welche Methode die effektivste ist, um Feuchtigkeit und Gase aus der Flüssigkeit zu ziehen und/oder welche am kosteneffektivsten ist. Alternativ kann auch eine Fehlfunktion des Befüllungs- und Entleerungssystems 38 für Flüssigkeit bei der Entleerungsleistung entdeckt werden. Mit geringen Veränderungen des Prüfverfahrens kann beispielsweise die Leistung der Vakuumpumpe 56 des Befüllungs- und Entleerungssystems 38 für Flüssigkeit überprüft werden.
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Ein Test der Entleerungsleistung des Befüllungs- und Entleerungssystems 38 für Flüssigkeit würde trotzdem den Schritt der Ausgasung vor dem Test (inklusive den Vakuum Einwirktest für beide Tanks) erfordern, um sicherzustellen, dass Feuchtigkeit aus der Restflüssigkeit in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit (vom vorherigen Test) nicht die nachfolgenden Testergebnisse beeinflusst und dass es kein Leck in der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit oder der Verbindung von der Prüfvorrichtung 20 für Flüssigkeit ihr zum Befüllungs- und Entleerungssystem 38 gibt. Für diese Prüfung der Entleerungsleistung des Befüllungs- und Entleerungssystems 38 für Flüssigkeit -nach der Ausgasung vor dem Test, der Vakuum Einwirkzeit und dem Vakuum Abbautest- wird der erste Tank 24 kurzfristig auf normalen Atmosphärendruck gebracht, anstatt den ersten Tank 24 direkt zu befüllen, ohne zuvor das Vakuum abzubauen, wie zuvor beschrieben. Der zweite Tank 26 wäre weiterhin vom ersten Tank 24 isoliert und würde das Hochvakuum von der Einwirkzeit vor dem Test halten. An dieser Stelle hat das oben beschriebene Prüfverfahren für Entleerung und Befüllung möglicherweise nur die Entleerungsdauer für ein Vakuum verwendet, die im Fertigungsprozess zum Einsatz kommt (in diesem Fall nur für den ersten Tank), und somit die Fähigkeiten der Entleerungspumpe getestet, Luft sehr schnell und bis auf einen sehr tiefen absoluten Druck zu entfernen, so wie es im Umfeld der Fertigung benötigt wird.
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So eine Zeitspanne zur Entfernung von Luft in einer Fertigungsumgebung kann beispielsweise im Bereich von 45-100 Sekunden liegen. Dieses Fertigungsverfahren wird normalerweise für das Bremssystem eines Fahrzeuges verwendet, das erwartungsgemäß sehr trocken sein sollte (es sollte keine Vakuum Einwirkzeit notwendig sein, wie beim Testaufbau) und weiterhin schon vorher durch Lecktests mit positivem Druck als frei von Lecks befunden wurde. Als ein Ergebnis ist der Testaufbau sowohl auf Lecks überprüft und hat die Vakuum Einwirkzeit absolviert, um den Zustand des Fahrzeugsystems zu simulieren, wird dann jedoch auf atmosphärische Druckverhältnisse gebracht, um die Fähigkeit der Vakuumpumpe 56 des Befüllungs- und Entleerungssystems, Luft in einem begrenzten Zeitraum effizient und wirksam entfernen zu können, zu überprüfen (was auf normale Betriebsfähigkeit hinweist). Jede während der vorgesehenen Zeit nicht vollständig entfernte Luftmenge wird in den endgültigen Testergebnissen in der gleichen Weise zu sehen sein, wie es bei dem Test für gelöstes Gas der Fall wäre, jedoch wäre es in diesem Fall hauptsächlich ein Zeichen für die Leistung der Vakuumpumpe.