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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Entfernung, Verringerung und/oder Vermeidung von Ablagerungen in einem von einer Flüssigkeit durchströmten Kanal oder Gerinne. Weiter betrifft die Erfindung eine vorteilhafte Verwendung davon.
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Die Erfindung ist insbesondere Anwendbar zur Vermeidung, Verringerung oder Entfernung von Ablagerungen in Flüssigkeitsleitvorrichtungen, in denen zu behandelnde Flüssigkeit geleitet wird, insbesondere bei der Abwasserbehandlung und mehr insbesondere in Kläranlagen oder dergleichen.
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In einem von Feststoff-Flüssigkeitsgemischen durchflossenem Gerinne oder Kanal bilden sich häufig Ablagerungen. Diese Ablagerungen, meist aus mineralischem Material bestehend (Sand, Glas usw.), führen zu Betriebsstörungen und verändern die Strömungshydraulik. Ursache sind u.a. die unterschiedlichen Flüssigkeitsmengen im Gerinne. Bei geringem Durchfluss lagern sich aufgrund der niedrigen Fließgeschwindigkeiten verstärkt Materialien ab.
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Beispiel: Im Zulaufgerinne einer Kläranlage fließen bei Trockenwetter 100 l/sec durch das Gerinne, bei Regenwetter aber 500 l/sec. Hinzu kommt, dass bei einem Regenereignis mit dem ersten „Spülstoß“ erhebliche Feststoffmengen angeschwemmt werden, nach dem Regenereignis bei fallenden Flüssigkeitsmengen und demzufolge auch fallendem Pegelstand mit dem sogenannten „Nachfluss“ hohe Sandanteile eingebracht werden.
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Weiterhin gibt es Mischwasserkanäle, welche als sog. „Stauraumkanäle“ ausgebildet sind. Dieser „Stauraumkanal“ puffert die hohen Wassermengen und vermeidet dadurch eine Überlastung der Kläranlage. Wenn die Wassermengen weniger werden, fließt das hochkonzentrierte Flüssigkeit-Feststoffgemisch vom Tiefpunkt des „Stauraumkanals“ zum Klärwerksgerinne. Dort kommt es dann, aufgrund der niedrigen Fließgeschwindigkeit, zu „Gerinneablagerungen“.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur einfachen, mit wenig Arbeits- und Energieaufwand verbundenen Vermeidung, Verringerung oder Entfernung von derartigen Ablagerungen in Kanälen oder Gerinnen, insbesondere Abwasserkanälen oder Gerinnen, z.B. in oder bei Kläranlagen, zu schaffen.
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Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung und ein Verfahren gemäß den unabhängigen Ansprüchen gelöst.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Die Erfindung schafft gemäß einen Aspekt davon eine Vorrichtung zur Entfernung, Verringerung und/oder Vermeidung von Ablagerungen in einem von einer Flüssigkeit durchströmten Kanal oder Gerinne, umfassend:
einen Staukörper zum Aufstauen der Flüssigkeit in dem Kanal oder Gerinne und eine Staukörperbewegungseinrichtung zur Bewegung des Staukörpers in Längsrichtung durch den Kanal oder das Gerinne.
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Es ist bevorzugt, dass die Staukörperbewegungseinrichtung ein Pendellager aufweist zum pendelnden Aufhängen des Staukörpers, wobei das Pendellager so ausgebildet ist, so dass der Staukörper in Längsrichtung des Kanals oder Gerinnes hin und her pendeln kann.
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Es ist bevorzugt, dass die Staukörperbewegungseinrichtung eine Längsführung zum Verfahren des Staukörpers in Längsrichtung des Kanals oder des Gerinnes aufweist.
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Es ist bevorzugt, dass das Pendellager in der Längsführung in Längsrichtung verfahrbar ist.
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Es ist bevorzugt, dass der Staukörper eine hinsichtlich Schwerpunktslage und/oder Menge veränderliche Masse aufweist.
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Es ist bevorzugt, dass der Staukörper einen Hohlraum zur Befüllung mit einem Ballastmaterial aufweist.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung umfasst eine Ballastmaterialtransporteinrichtung zum Zuführen von Ballastmaterial in den Hohlraum und zum Abführen von Ballastmaterial in den Hohlraum.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung umfasst eine Steuereinheit, die zum Steuern einer automatischen Veränderung der Schwerpunktslage und/oder der Menge der Masse des Staukörpers eingerichtet ist.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung umfasst eine Steuerung, die zum Steuern der Staukörperbewegungseinrichtung eingerichtet ist.
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Gemäß einem weiteren Aspekt schafft die Erfindung eine Flüssigkeitsleitvorrichtung, umfassend einen Kanal oder ein Gerinne, welcher bzw. welches durch eine Flüssigkeit durchströmbar ist und eine Vorrichtung nach einer der voranstehenden Ausgestaltungen, wobei der Staukörper derart dimensioniert ist, dass er an wenigstens einer der Stellen erste und/oder zweite Seitenwand des Kanals oder des Gerinnes, Sohle oder Boden des Kanals oder des Gerinnes und/oder wenigstens einer Ecke zwischen einer Seitenwand und dem Boden des Kanals oder des Gerinnes einen lichten Abstand zu dem Kanal oder dem Gerinne hat, um einen Strömungsdurchlass für eine Durchströmung mit erhöhter Fließgeschwindigkeit zu schaffen.
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Gemäß einem weiteren Aspekt schafft die Erfindung eine Kläranlage mit einer derartigen Flüssigkeitsleitvorrichtung und/oder einer derartigen Vorrichtung nach einer der voranstehenden Ausgestaltungen.
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Gemäß einem weiteren Aspekt schafft die Erfindung ein Verfahren zur Entfernung, Verringerung und/oder Vermeidung von Ablagerungen in einem von einer Flüssigkeit durchströmten Kanal oder Gerinne, umfassend:
Bewegen eines Staukörpers, der zum Aufstauen der Flüssigkeit in dem Kanal oder Gerinne ausgebildet ist, in Längsrichtung durch den Kanal oder das Gerinne.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens umfasst hin- und her Pendeln des Staukörpers um eine oberhalb des Flüssigkeitspegels angeordnete, sich in einer Querrichtung zum Kanal oder Gerinne und in einer Horizontalrichtung erstreckende Pendelachse.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens umfasst Längsverfahren des Staukörpers in Längsrichtung durch den Kanal oder das Gerinne und/oder hin und her Verfahren des Staukörpers in Längsrichtung des Kanals oder des Gerinnes.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens umfasst Verändern der Schwerpunktslage oder der Menge der Masse des Staukörpers.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung des Verfahrens umfasst Schaffen eines Strömungsdurchlasses mit erhöhter Fließgeschwindigkeit an Stellen, die von Ablagerungen freizuhalten oder zu reinigen sind durch Verwenden eines Staukörpers, der an der erwünschten Stelle einen lichten Abstand zu dem Kanal oder dem Gerinne hat.
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Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird ein pendelnder und in Längsrichtung verfahrbarer Staukörper in einem von Flüssigkeit durchströmten Kanal oder Gerinne zur Vermeidung von Materialablagerungen auf der Kanal- oder Gerinnesohle und in den Ecken zwischen Sohle und Seitenwänden vorgeschlagen.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung umfasst einen Staukörper, welcher in Längsrichtung des Kanals hin- und herpendeln kann.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung umfasst einen pendelnden Staukörper, der automatisch oder manuell in der Längsachse des Gerinnes bzw. Kanals verfahrbar ist.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung umfasst einen Staukörper, welcher durch Befüllung des Staukörperhohlraumes mittels Wasser od. Sand eine veränderbare Masse erhält.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung umfasst einen Staukörper, dessen Masse z.B. durch Zugabe oder Entnahme von Sand od. Wasser automatisch verändert werden kann.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung umfasst einen Staukörper, welcher so gestaltet ist, dass er nicht annähernd so breit ist wie die lichte Weite zwischen den Gerinnewänden, sondern einen größeren Freiraum zwischen den Staukörperseitenwänden und den Gerinnewänden hat.
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Durch diesen Freiraum wird erreicht, dass die Flüssigkeit im Bereich der beiden unteren Gerinneecken, also in den Eckenzwischen Gerinnesohle und Gerinneseitenwänden, schneller fließt. Somit wird eine Ablagerung in den Ecken vermieden, denn Ablagerungen beginnen sich meist in den Ecken aufzubauen.
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Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung umfasst einen Staukörper, welcher durch die pendelnde Aufhängung im Gerinne oder Kanal hin und herschwingen kann und dadurch die Strömungsgeschwindigkeiten, vorzugsweise im Bereich der Gerinnesohle und in den Gerinneecken, erhöht.
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Die vorerwähnten Ausgestaltungen können beliebig untereinander kombiniert werden. Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung weist einen, mehrere oder alle der zuvor aufgeführten Merkmale der vorerwähnten Ausgestaltungen auf.
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Ein Ausführungsbeispiel wird im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigt:
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1 eine Ausführungsform einer Flüssigkeitsleitvorrichtung für eine Kläranlage oder dergleichen Abwasserbehandlungseinrichtung mit einem Kanal oder einem Gerinne im Längsschnitt und mit einer Vorrichtung zur Vermeidung, Verringerung und/oder Entfernung von Ablagerungen in dem Kanal oder dem Gerinne;
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2 eine Ausführungsform der Flüssigkeitsleitvorrichtung vergleichbar derjenigen aus 1 im Querschnitt quer zu dem Kanal oder dem Gerinne gesehen;
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3 die Ausführungsform der Flüssigkeitsleitvorrichtung von 2 im Längsschnitt längs des Kanals oder des Gerinnes gesehen, wobei die Vorrichtung zur Vermeidung, Verringerung und/oder Entfernung von Ablagerungen im Betrieb dargestellt ist;
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4 ein Längsschnittansicht einer Ausgestaltung der Flüssigkeitsleitvorrichtung in einem weiteren Betriebszustand;
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5 eine Ansicht vergleichbar zu 2, wobei eine Abwandlung der Vorrichtung zur Vermeidung, Verringerung und/oder Entfernung von Ablagerungen dargestellt ist;
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6 eine Ansicht vergleichbar zu 3, wobei die Abwandlung von 5 in dem entsprechenden Betriebszustand dargestellt ist.
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In 1 ist eine Flüssigkeitsleitvorrichtung 10 zum Leiten von Flüssigkeit, insbesondere einer mit Feststoffen beladenen Flüssigkeit 11, wie insbesondere Abwasser, im Längsschnitt dargestellt. Die Flüssigkeitsleitvorrichtung 10 ist beispielsweise als Zulauf zu einer Abwasserreinigungsstufe einer Kläranlage ausgebildet.
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Die Flüssigkeitsleitvorrichtung 10 weist einen Kanal 12 oder ein Gerinne zum Leiten der Flüssigkeit und eine Vorrichtung 14 zur Vermeidung, Verringerung und/oder Entfernung von Ablagerungen in dem Kanal 12 oder dem Gerinne auf.
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Im Folgenden wird die Flüssigkeitsleitvorrichtung 10 am Beispiel eines Kanals 12 wie insbesondere eines Abwasserkanals erläutert. Anstelle des Kanals 12 kann mit den gleichen Merkmalen auch ein anderes Gerinne, insbesondere ein Gerinne zum Leiten von mit Feststoffen beladenen Flüssigkeiten 11, insbesondere Abwasser, vorgesehen sein. Der Kanal 12 oder das Gerinne können nach oben hin offen oder geschlossen ausgebildet sein.
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Wie insbesondere aus der Querschnittsansicht von 2 ersichtlich weist der Kanal 12 im Profil gesehen eine erste Seitenwand 16, eine zweite Seitenwand 18, eine Sohle oder einen Boden 20 sowie eine erste Ecke 22 zwischen der ersten Seitenwand 16 und dem Boden 20 und eine zweite Ecke 24 zwischen der zweiten Seitenwand 18 und dem Boden 20 auf.
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Wie aus 1 und 2 ersichtlich weist die Vorrichtung 14 zur Vermeidung, Verringerung und/oder Entfernung von Ablagerungen einen Staukörper 26 und eine Staukörperbewegungseinrichtung 27 auf.
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Der Staukörper 26 ist zum Stauen von durch den Kanal 12 fließender Flüssigkeit ausgebildet. Der Staukörper 26 weist einen Massenkörperbereich 28 und eine Flächenkörperbereich 30 zum Schaffen einer Staufläche 32 auf. Der Massenkörperbereich 28 weist einen Hohlkörperbereich 34 mit einem Hohlraum 36 auf, der mit Ballastmaterial (z.B. eine Flüssigkeit wie Wasser oder ein festes Schüttgut wie Sand) befüllbar ist. In einer nicht dargestellten Ausführungsform ist der Massenkörperbereich 28 massiv, z.B. als Gewicht ausgebildet. In einer nicht näher dargestellten Ausführungsform ist der Massenkörperbereich 28 an dem Staukörper 26 in vertikaler Richtung beweglich ausgebildet, um den Massenschwerpunkt des Staukörpers 26 einzustellen. In der dargestellten Ausführungsform ist der Massenkörperbereich 28 fest mit dem Flächenkörperbereich 30 verbunden, wobei durch Einfüllen oder Entnehmen von Ballastmaterial die Masse des Staukörpers 26 und/oder die Lage des Massenschwerpunkts des Staukörpers 26 veränderlich ist. Der Flächenkörperbereich 30 ist insbesondere tafelförmig oder plattenförmig ausgebildet. Wie aus 2 ersichtlich ist die Breite und die Höhe des Staukörpers 26 derart ausgewählt, dass im Bereich jeder der Seitenwände 16, 18 und im Bereich des Bodens 20 und insbesondere im Bereich der Ecken 22, 24 ein lichter Abstand zwischen dem Staukörper 26 und den Begrenzungen 16, 18, 20, 22, 24 des Kanals 12 besteht, um so jeweils einen Strömungsdurchlass 38a, 38b, 38c, 38d, 38e zu bilden, durch den die Flüssigkeit 11 mit erhöhter Strömungsgeschwindigkeit fließt. In 2 ist dabei eine Ausführung mit kleinerem Abstand zu dem Boden 20 dargestellt, während in 5 eine Abwandlung mit kürzer ausgebildeten Staukörper 26 gezeigt ist, so dass der Strömungsdurchlass 38b am Boden 20 vergrößert ist. So hat bei 2 der Strömungsdurchlass 38c am Boden einen geringeren lichten Abstand als der Strömungsdurchlass 38a, 38b an den Seitenwänden 16, 18, wobei in 5 der Strömungsdurchlass 38c am Boden einen größeren lichten Abstand als der entsprechende Strömungsdurchlass 38a, 38b an den Seitenwänden 16, 18 hat. Durch Wahl der Höhe des Staukörpers 26 und entsprechende Einstellung des lichten Abstandes kann die Strömungsgeschwindigkeit durch die jeweiligen Strömungsdurchlässe 38a, 38b, 38c, 38d, 38e je nach Ablagerungstendenzen eingestellt werden.
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Der lichte Abstand beträgt z.B. zwischen 1% und 10% der Breite des Kanals und beträgt z.B. zwischen 1 cm und 50 cm.
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Die Staukörperbewegungseinrichtung 27 weist eine Pendellagereinrichtung 40 zum pendelnden Aufhängen des Staukörpers 26 und eine Linearführung 42 zum linearen Bewegen des Staukörpers 26 in Längsrichtung des Kanals 12 auf.
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Die Linearführung 42 weist eine erste Schiene 44 im Bereich der ersten Seitenwand 16 und eine zweite Schiene 46 im Bereich der zweiten Seitenwand 18 auf. An der ersten Schiene 44 ist ein erster Schlitten 48 geführt, und an der zweiten Schiene 46 ist ein zweiter Schlitten 50 geführt. Die Pendellagereinrichtung weist wenigstens ein Pendellager 52 auf, mittels dem der Staukörper 26 pendelnd gelagert an den Schlitten 48, 50 aufgehängt ist, so dass der Staukörper 26 um eine sich in horizontaler Richtung quer zu dem Kanal erstreckende Pendelachse 53, die längs des Kanals 12 verschiebbar ist, drehen kann. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Schlitten 48, 50 durch eine Verbindungsstange 54 verbunden, wobei an der Verbindungsstange 54 mehrere Paare von Auslegern 56 mit Durchgangsbohrungen angeschweißt sind. In den Durchgangsbohrungen jedes Paars von Auslegern 56 ist eine Achswelle oder ein Achsstift 58 des jeweiligen Pendellagers 52 eingesetzt. Die Achswelle oder der Achsstift 58 ist durch eine Durchgangsöffnung am Ende einer Aufhängestange 60 pro Pendellager 52 geführt. An dem anderen Ende der Aufhängestangen 60 ist der Flächenkörperbereich 30 befestigt.
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Die Längsverschiebung der Schlitten 48, 50 kann bei einer einfachen Ausführungsform, wie sie bei 3 angedeutet ist, manuell erfolgen, z.B. indem ein Benutzer beispielsweise mit einer Stange mit Haken die Verbindungsstange 54 entlang der Linearführung 42 verschiebt.
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Bei der in 1 angedeuteten Ausführungsform weist die Staukörperbewegungseinrichtung 27 einen motorischen Antrieb 62 für die Linearführung 42 und eine Steuerung 64 auf. Der Antrieb 62 kann unterschiedlich ausgebildet sein. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Antriebskette 65 entlang einer der Schienen 44, 46 geführt, die mittels eines Motors 66 und eines Kettenrads 68 in beiden Richtungen beweglich antreibbar ist. Die Steuerung 64 ist zum automatischen Verfahren des Staukörpers 26 in Längsrichtung ausgebildet. Sie kann z.B. derart eingerichtet sein, dass der Staukörper 26 abhängig vom Flüssigkeitsanfall und/oder von der Zeit entlang des Kanals 12 verfahren wird, so dass die zu reinigenden oder freizuhaltende Strecke des Kanals 12 von Zeit zu Zeit mit dem pendelnden Staukörper 26 abgefahren wird.
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In den 3 und 4 sind unterschiedliche Betriebsmodi der Vorrichtung 14 zur Vermeidung, Verringerung und/oder Entfernung von Ablagerungen gemäß der in den 1 und 2 dargestellten Ausgestaltungen erläutert. Der Staukörper 26 wird durch Flüssigkeitströmung und/oder durch Auftrieb aus seiner tiefsten Lage um die Pendelachse 53 nach oben verschwenkt und so auch zum Pendeln angeregt. Allein bereits bei statischem Staukörper wird durch die Strömungsdurchlässe 38 eine erhöhte Strömungsgeschindigkeit an den Stellen erreicht, wo sich Ablagerungen bilden können. Durch die Bewegung des Staukörpers 26 – Längsbewegung und/oder insbesondere Pendelbewegung – ändert sich der Fluiddruck an diesen Stellen ständig. Die ständigen Fluiddruckänderung und Strömungsgeschwindigkeitsänderung sorgt für ein Freihalten dieser Stellen von Ablagerungen und auch zur Entfernung von bereits angesammelten Ablagerungen. In Versuchen ist nach kurzer Zeit eines Verfahrens des Staukörpers entlang des Kanals 26 die entsprechende Strecke des Kanals 26 von Ablagerungen befreit worden.
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In 6 ist die Änderung der Strömungsgeschwindigkeit und des Fluiddrucks am Strmungsdurchlass 38c am Boden durch den pendelnden Staukörper 26 am Boden 20 bei der Ausführungsform von 5 verdeutlicht.
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Durch das Hin- und Herbewegen des Staukörpers 26 in dem Kanal oder dem Gerinne lassen sich insbesondere im Bereich der Ecken 22, 24 und dem Boden 20 des Kanals 12 oder Gerinnes Verwirbelungen bilden, die eine Ansammlung von Ablagerungen vermeiden oder verringern und auch Anhaftungen lösen und bereits angesammelte Ablagerungen entfernen.
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Das Pendelverhalten und der Gegendruck, den der Staukörper 26 ausübt, lässt sich durch Verlagerung des Massenschwerpunkts und insbesondere durch Änderung der Masse des Staukörpers 26 beeinflussen. Hierzu lässt sich der Hohlraum 36 je nach Bedarf mit Ballastmaterial befüllen. Dies kann z.B. manuell geschehen, indem Wasser oder Sand oder dergleichen in den Hohlraum 36 eingefüllt oder daraus entnommen wird.
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In 1 ist eine Ausführungsform dargestellt, mit der sich das Pendelverhalten und der Gegendruck automatisch und/oder gesteuert verändern lassen. Hierzu ist eine Ballastmaterialtransporteinrichtung 70 zum Zuführen von Ballastmaterial in den Hohlraum 36 und zum Abführen von Ballastmaterial aus dem Hohlraum 36 vorgesehen. Eine Steuereinheit 72 ist zum Steuern einer automatischen Veränderung der Schwerpunktslage und/oder der Menge der Masse des Staukörpers eingerichtet ist, indem sie die Ballastmaterialtransporteinrichtung 70 entsprechend ansteuert. Die Ballastmaterialtransporteinrichtung 70 kann insbesondere ein Flüssigkeitsreservoir 74, eine Pumpe (nicht dargestellt) zum Pumpen von Flüssigkeit, Ventile (nicht dargestellt) und Schlauchleitungen 76 vom Flüssigkeitsreservoir 74 zu dem Hohlraum 36 aufweisen. In einer anderen Ausgestaltung sind am Hohlraum durch die Steuereinheit 72 gesteuerte Klappen (nicht dargestellt) vorgesehen, die geöffnet und geschlossen werden können, so dass die im Kanal 12 fließende Flüssigkeit 11 bei eingetauchtem Staukörper 26 einfließen kann, darin bei geschlossenen Klappen festgehalten werden kann und bei nicht eingetauchtem Staukörper und geöffneten Klappen abgelassen werden kann. So kann die zu behandelnde Flüssigkeit als Ballastmaterial genutzt werden.
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Die Ausführung mit Linearführung 42 und Pendellager 52 hat den Vorteil, dass auf ganz einfache Art und Weise und mit nur wenig apparativem Aufwand eine gezielte Verwirbelung oder Strömungsbeschleunigung oder Fluiddruckänderung erzeugbar ist, mittels der Anhaftungen einfach und auch über eine längere Kanalstrecke hinweg vermieden oder entfernt werden können.
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Der Einsatz eines Staukörpers
26 hat darüber hinaus den Vorteil, dass dieser auch zur Regulierung des Flüssigkeitspegels innerhalb des Kanals
12 oder des Gerinnes eingesetzt werden kann. Dies ist insbesondere bei Einsatz im Bereich hinter einer Sieb- oder Recheneinrichtung (nicht dargestellt) vorteilhaft. Insbesondere kann die hier dargestellte Vorrichtung
14 zur Vermeidung, Verringerung und/oder Entfernung von Ablagerungen auch als Pegelstandsveränderungsvorrichtung eingesetzt werden, wie sie in der
DE 10 2014 103 865 A1 , auf die für weitere Einzelheiten ausdrücklich verwiesen wird, erläutert und gezeigt ist.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Flüssigkeitsleitvorrichtung
- 11
- Flüssigkeit
- 12
- Kanal (oder Gerinne)
- 14
- Vorrichtung zur Vermeidung, Verringerung und/oder Entfernung von Ablagerungen
- 16
- erste Seitenwand
- 18
- zweite Seitenwand
- 20
- Boden
- 22
- erste Ecke
- 24
- zweite Ecke
- 26
- Staukörper
- 27
- Staukörperbewegungseinrichtung
- 28
- Massenkörperbereich
- 30
- Flächenkörperbereich
- 32
- Staufläche
- 34
- Hohlkörperbereich
- 36
- Hohlraum
- 38
- Strömungsdurchlass
- 38a
- Strömungsdurchlass an erster Seitenwand
- 38b
- Strömungsdurchlass an zweiter Seitenwand
- 38c
- Strömungsdurchlass am Boden
- 38d
- Strömungsdurchlass an erster Ecke
- 38e
- Strömungsdurchlass an zweiter Ecke
- 40
- Pendellagereinrichtung
- 42
- Linearführung
- 44
- erste Schiene
- 46
- zweite Schiene
- 48
- erster Schlitten
- 50
- zweiter Schlitten
- 52
- Pendellager
- 53
- Pendelachse
- 54
- Verbindungsstange
- 56
- Ausleger
- 58
- Achsstift
- 60
- Aufhängestange
- 62
- Antrieb
- 64
- Steuerung
- 65
- Antriebskette
- 66
- Motor
- 68
- Kettenrad
- 70
- Ballastmaterialtransporteinrichtung
- 72
- Steuereinheit
- 74
- Flüssigkeitsreservoir
- 76
- Schlauchleitung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102014103865 A1 [0058]