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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum gemäß der Gattung des Patentanspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum gemäß der Gattung des Patentanspruchs 9.
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Vorrichtungen und Verfahren zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum sind in zahlreichen Variationen bekannt. Üblicherweise umfassen diese Vorrichtungen mindestens ein Fenster, welches ein in einem Rahmen beweglich angeordnetes Verschlusselement aufweist. Ein korrespondierender Antrieb bewegt das Verschlusselement zwischen einer Offenposition und einer Geschlossenposition, wobei eine Auswerte- und Steuereinheit in Abhängigkeit von einer ermittelten Winddruckpulsation im Fahrzeuginnenraum oder in Abhängigkeit von Betätigungssignalen eines korrespondierenden manuellen Betätigungselements Stellsignale an den mindestens einen Antrieb ausgibt. Hierbei wird bei einem Lüftungswunsch mindestens ein Verschlusselement über das manuelle Bedienelement von einem Insassen geöffnet. Während das Fenster geöffnet ist, wird eine auftretende Windruckpulsation von einer Sensoreinheit erfasst. Die Sensoreinheit gibt entsprechende Sensorsignale an die Auswerte und Steuereinheit aus, welche die Sensorsignale auswertet und mindestens ein Stellsignal erzeugt und ausgibt. Über das mindestens eine Stellsignal kann das geöffnete Verschlusselement, oder ein Verschlusselement eines anderen Fensters verstellt werden, um die Winddruckpulsation zu beseitigen.
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Aus der
DE 10 2008 045 545 A1 ist eine gattungsgemäße Vorrichtung zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum bekannt. Die Vorrichtung detektiert Zustände, welche eine Winddruckpulsation innerhalb eines Fahrgastraums eines Fahrzeugs angeben. Zudem reduziert die Vorrichtung die Intensität der Winddruckpulsationen über eine automatische Fensterrepositionierung. Hierzu umfasst die Vorrichtung Fahrzeugsensoren zur Detektion eines Druckpulsationszustands, Controller zum Verarbeiten der Sensordaten und zum Ausgeben von Befehlen sowie elektrisch betätigbare Fahrzeugfenster. Eine Echtzeitabschätzung stellt ein Vorhandensein einer Winddruckpulsation durch ein offenes Fahrzeugfenster im Fahrzeuginneren fest. Anschließend wird mindestens ein Fenster in eine nicht geschlossene Position repositioniert, um die Winddruckpulsation zu reduzieren.
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Aus der
DE 196 33 188 C1 ist ein Verfahren zum Ändern einer eingestellten Größe einer durchströmbaren Öffnung in der Außenhaut der Fahrzeugkabine eines Fahrzeugs bekannt. Die Öffnung in der Außenhaut der Fahrgastzelle kann eine Fensteröffnung oder eine Schiebedachöffnung sein. Der Öffnungsquerschnitt der Öffnungen wird automatisch soweit verkleinert, dass durch einen Fahrtwind erzeugte Winddruckpulsationen bzw. sogenannte Wummergeräusche nicht mehr im störenden Maße auftreten. Zu diesem Zweck werden auftretende Wummergeräusche mit einem Mikrofon erfasst und als Steuergröße für ein Verkleinern der jeweiligen Öffnung auf ein solches Maß verwendet, dass keine störenden Wummergeräusche mehr auftreten. Bei einer Fahrzeuggeschwindigkeitsverminderung wird eine zuvor verkleinerte Öffnung automatisch wieder auf ein Maß geöffnet, bei dem gerade noch keine Wummergeräusche auftreten.
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Aus der
DE 10 2008 004 312 A1 ist ein Fahrzeug mit reduzierbaren Schiebedachgeräusch bekannt. Hierbei wird ein Wummergeräusch in einem Fahrzeug reduziert, welches bei geöffnetem Schiebedach entsteht. Das Fahrzeug umfasst einen Geräuschsensor zum Erfassen des bei geöffnetem Schiebedachs erzeugten Wummergeräuschs. Durch eine Steuereinrichtung wird beispielsweise ein Seitenfenster in Abhängigkeit von dem Wummergeräusch gesteuert, welches durch den Geräuschsensor erfasst wird. Das Wummergeräusch, welches durch das geöffnete Schiebedach entsteht, wird durch Öffnen oder Schließen einer anderen Öffnung in der Fahrzeugkabine beeinflusst.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum bereitzustellen, welche ein verbessertes automatisiertes Lüften des Fahrzeuginnenraums ermöglichen.
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Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch Bereitstellung einer Vorrichtung zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und durch ein Verfahren zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
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Um eine Vorrichtung zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum bereitzustellen, welche ein verbessertes automatisiertes Lüften des Fahrzeuginnenraums ermöglicht, aktiviert ein zentrales Bedienelement eine Lüftungsfunktion in einer Auswerte- und Steuereinheit, welche bei geschlossenen Fenstern in Abhängigkeit von ermittelbaren Druckverhältnissen ein erstes Stellsignal an mindestens einen Antrieb ausgibt, welcher das korrespondierende Verschlusselement von einer Geschlossenposition in eine Offenposition mit einer vorgegebenen Spaltbreite überführt, welche keine Winddruckpulsation im Fahrzeuginnenraum erzeugt.
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Um ein Verfahren zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum bereitzustellen, welches ein verbessertes automatisiertes Lüften des Fahrzeuginnenraums ermöglicht, wird durch das Betätigen eines zentralen Bedienelements eine Lüftungsfunktion aktiviert, welche bei geschlossenen Fenstern in Abhängigkeit von ermittelten Druckverhältnissen mindestens ein Verschlusselement von einer Geschlossenposition in eine Offenposition mit einer vorgegebenen Spaltbreite überführt, welche keine Winddruckpulsation im Fahrzeuginnenraum erzeugt.
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Unter einem Fenster wird im Folgenden eine Öffnung in einer Fahrzeughülle verstanden, welche ein in einem Rahmen beweglich gelagertes Verschlusselement umfasst. Über die Position des Verschlusselements ist eine Spaltbreite der Öffnung einstellbar. Ein korrespondierender Antrieb bewegt das Verschlusselement. Eine Auswerte- und Steuereinheit gibt Stellsignale an den Antrieb aus. Hierbei werden Stellsignale erzeugt, wenn mindestens ein dem Verschlusselement zugeordnetes manuelles Bedienelement betätigt wird, oder wenn durch das zentrale Bedienelement die Lüftungsfunktion aktiviert wird.
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In vorteilhafter Weise wird durch das Betätigen des zentralen Bedienelements das Lüften des Fahrzeuginnenraums automatisiert. Hierbei kann die Einstellung der Position des mindestens einen Verschlusselements durch Berechnungen der Auswerte- und Steuereinheit genauer eingestellt werden, als durch eine vom Insassen ausgeführte Betätigung des dem Verschlusselement zugeordneten Betätigungselements. Hierbei tritt in vorteilhafter Weise keine störende Winddruckpulsation bei geöffnetem Fenster auf. Des Weiteren können weitere Faktoren, welche aus den Druckverhältnissen resultieren, bei der Auswahl der Spaltbreite von der Auswerte- und Steuereinheit berücksichtigt werden. Beispielsweise kann die Spaltbreite oder die Spaltbreiten so gewählt werden, dass kein als störend empfundener bzw. lediglich ein geringer Luftzug im Fahrzeuginnenraum auftritt. Das bedeutet, dass das korrespondierende Fenster nur wenige Millimeter geöffnet wird.
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In vorteilhafter Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann eine erste Sensoreinheit von einer Fahrzeuggeschwindigkeit abhängige erste Sensorsignale an die Auswerte- und Steuereinheit ausgeben, welche die ersten Sensorsignale auswertet. Hierbei kann die Auswerte- und Steuereinheit eine Speichereinheit aufweisen, welche Kennwertfelder speichert, welche einen Zusammenhang zwischen Spaltbreite, Fahrzeuggeschwindigkeit und Druckverhältnis aufzeigt, wobei aus dem Zusammenhang die Spaltbreite bestimmbar ist, bei welcher keine Winddruckpulsation im Fahrzeuginnenraum auftritt. In vorteilhafter Weise kann durch das Überwachen der Fahrzeuggeschwindigkeit die mindestens eine Spaltbreite des geöffneten Fensters bei Bedarf verändert werden. Hierbei kann die Spaltbreite während der aktiven Lüftungsfunktion, in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit vergrößert oder verkleinert werden. Des Weiteren können durch die Verwendung des bereits im Fahrzeug vorhandenen Geschwindigkeitssensors Bauteile und dadurch Kosten eingespart werden.
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In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann eine Schalldruck messende zweite Sensoreinheit die Winddruckpulsation detektieren und korrespondierende zweite Sensorsignale an die Auswerte und Steuereinheit ausgeben. In vorteilhafter Weise kann das korrespondierende Verschlusselement in eine Offenposition überführt werden, bei welcher die aktuellen Druckverhältnisse so verändert werden, dass die Winddruckpulsation reduziert ist. Des Weiteren ist in vorteilhafter Weise neben der Abschätzung durch den Geschwindigkeitssensor eine zusätzliche Überwachung umsetzbar. Dadurch kann die auftretende Winddruckpulsation schnell reduziert oder vollständig unterbunden werden.
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In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann die Auswerte und Steuereinheit die Lüftungsfunktion in Abhängigkeit von mindestens einem vorgegebenen Parameter beenden und ein zweites Stellsignal an den mindestens einen Antriebausgeben, welcher das korrespondierende Verschlusselement in die geschlossen Stellung überführt. In vorteilhafter Weise kann dadurch das Lüften des Fahrzeuginnenraums automatisch beendet werden. So kann der mindestens eine Parameter eine Luftgüte im Fahrzeuginnenraum und/oder eine Luftgüte außerhalb des Fahrzeugs und/oder einen aktuellen Antriebs- und/oder Fahrzustand und/oder eine Temperatur im Fahrzeuginnenraum betreffen. In vorteilhafter Weise kann die Lüftungsfunktion automatisch von der Auswerte- und Steuereinheit beendet werden, wenn die vorgegebene Luftgüte im Fahrzeuginnenraum erreicht wurde. Zusätzlich oder alternativ kann die Lüftungsfunktion automatisch von der Auswerte- und Steuereinheit beendet werden, wenn eine Verschlechterung der Luftgüte im Fahrzeuginnenraum durch einen einströmenden Luftstrom mit geringer Luftgüte von außen eintreten kann. Ein Luftstrom mit geringer Luftgüte in Form von Qualm oder Rauch kann beispielsweise mittels einer Kamera erkannt werden, welche im Bereich einer Frontscheibe angeordnet ist. Des Weiteren kann die Auswerte- und Steuereinheit die Lüftungsfunktion beenden, wenn der mindestens eine Parameter einen Parkzustand des Fahrzeugs anzeigt. Der Parkzustand kann beispielsweise automatisch durch Auswerten von Parametern erkannt werden, welche Informationen über einen Antriebs- und/oder Fahrzustand des Fahrzeugs betreffen. Zusätzlich oder alternativ kann die Lüftungsfunktion automatisch von der Auswerte- und Steuereinheit beendet werden, wenn die Temperatur im Fahrzeuginnenraum soweit absinkt oder ansteigt, dass sie von den Insassen als unangenehm empfunden wird. Hierbei kann das weitere Einströmen von warmer bzw. kalter Außenluft durch das Beenden der Lüftungsfunktion verhindert werden. Alternativ kann dem Insassen beim Öffnen der Fahrzeugtür durch ein optisches und/oder akustisches Warnsignal angezeigt werden, dass die Lüftungsfunktion noch aktiviert und zumindest ein Fenster mit einer vorgegebenen Spaltbreite geöffnet ist. Der Insasse kann dann die Lüftungsfunktion durch einen manuellen Bedienbefehl beenden.
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Somit kann die Lüftungsfunktion in vorteilhafter Weise in Abhängigkeit von der im Fahrzeuginnenraum und/oder der außerhalb des Fahrzeugs ermittelten Luftgüte und/oder vom aktuellen Antriebs- und/oder Fahrzustand und/oder von der im Fahrzeuginnenraum ermittelten Temperatur beendet werden.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. In der Zeichnung bezeichnen gleiche Bezugszeichen Komponenten bzw. Elemente, die gleiche bzw. analoge Funktionen ausführen. Hierbei zeigt:
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1 eine schematisches Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum.
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Wie aus 1 ersichtlich ist, weist eine Vorrichtung 10 zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum im dargestellten Ausführungsbeispiel mehrere Fenster 20 auf, welche jeweils ein bewegliches Verschlusselement 22 aufweisen. Ein korrespondierender Antrieb 24 bewegt das Verschlusselement 22 zwischen einer Offenposition und einer Geschlossenposition, wobei eine Auswerte- und Steuereinheit 12 in Abhängigkeit von einer ermittelten Winddruckpulsation im Fahrzeuginnenraum oder in Abhängigkeit von mindestens einem Betätigungssignal BS eines korrespondierenden manuellen Betätigungselements 26 mindestens ein Stellsignal St1, St2 an den mindestens einen Antrieb 24 ausgibt.
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Erfindungsgemäß aktiviert ein zentrales Bedienelement 30 eine Lüftungsfunktion in der Auswerte- und Steuereinheit 12, welche bei geschlossenen Fenstern 20 in Abhängigkeit von ermittelbaren Druckverhältnissen ein erstes Stellsignal St1 an mindestens einen Antrieb 24 ausgibt, welcher das korrespondierende Verschlusselement 22 von einer Geschlossenposition in eine Offenposition mit einer vorgegebenen Spaltbreite überführt, welche keine Winddruckpulsation im Fahrzeuginnenraum erzeugt.
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Die Verschlusselemente 22 der Fenster 20 sind jeweils beweglich in einem zugehörigen Rahmen gelagert, wobei über die Position des Verschlusselements 22 die Spaltbreite des korrespondierenden Fensters 20 bzw. der korrespondierenden Öffnung einstellbar ist. Wie aus 1 weiter ersichtlich ist, umfassen die Fenster 20 im dargestellten Ausführungsbeispiel jeweils einen Positionssensor 25, welcher eine aktuelle Position des korrespondierendes Verschlusselements 22 erfasst und als Positionssignal P an die Auswerte- und Steuereinheit 12 ausgibt. Das Fahrzeug weist im dargestellten Ausführungsbeispiel vier Fenster 20 auf, welche jeweils einen Antrieb 24 und ein bewegliches Verschlusselement 22 aufweisen. Die Auswerte- und Steuereinheit 12 weist mehrere Schnittstellen 12.2 auf und gibt Stellsignale St1, St2 an die Antriebe 24 aus. Hierbei werden erste Stellsignale St1 erzeugt, wenn mindestens ein dem Verschlusselement 22 zugeordnetes manuelles Betätigungselement 26 betätigt wird, oder wenn durch das zentrale Bedienelement 30 ein Startsignal AN generiert und die Lüftungsfunktion aktiviert wird.
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Die Anzahl der Fenster 20, welche bei aktivierter Lüftungsfunktion geöffnet werden, ist abhängig von den aktuell ermittelten Druckverhältnissen und den abgeschätzten Druckverhältnissen, welche eintreten, wenn ein, zwei, drei oder alle Fenster 20 mit einer vorgegebenen Spaltbreite geöffnet werden. Beispielsweise können neben dem Verhindern von Windruckpulsationen auch als unangenehm wahrgenommene Zugerscheinungen durch die geeignete Wahl der zu öffnenden Fenstern 20 und durch geeignete Wahl der zugehörigen Spaltbreiten reduziert werden. Des Weiteren kann die Spaltbreite so gewählt werden, dass bei geringen Zugerscheinungen und ohne wahrnehmbare Winddruckpulsation möglichst viel Frischluft ins Fahrzeuginnere einströmen kann. Des Weiteren können die Spaltbreiten und die Anzahl der geöffneten Fenster 20 bei einer Veränderung der aktuellen Druckluftverhältnisse erneut verändert und entsprechend angepasst werden. Das Fahrzeug kann ein zusätzliches nicht dargestelltes Dachfenster aufweisen, welches in die Lüftungsfunktion einbezogen werden kann. Des Weiteren kann die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 auch bei Fahrzeugen mit weniger oder mehr als vier Fenstern 20 mit variabler Öffnung angewendet werden.
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Wie aus 1 weiter ersichtlich ist, gibt eine erste Sensoreinheit 14 erste Sensorsignale v an die Auswerte- und Steuereinheit 12 aus, welche von der aktuellen Fahrzeuggeschwindigkeit abhängig sind. Zudem weist die Auswerte- und Steuereinheit 12 eine Speichereinheit 12.1 auf, welche Kennwertfelder speichert. Die Kennwertfelder zeigen einen Zusammenhang zwischen Spaltbreite, Fahrzeuggeschwindigkeit und Druckverhältnis auf, wobei aus dem Zusammenhang die Spaltbreite bestimmt bzw. abgelesen werden kann, bei welcher keine Winddruckpulsation im Fahrzeuginnenraum auftritt. Somit kann über die erfasste Geschwindigkeit und den Abgleich mit den Kennwertfeldern eine Abschätzung der Anzahl der zu öffnenden Fenster 20 mit den zugehörigen Spaltbreiten vorgenommen werden. Da die Auswerte und Steuereinheit 12 fortlaufend die fahrzeuggeschwindigkeitsabhängigen ersten Sensorsignale v der ersten Sensoreinheit 14 empfängt und auswertet, kön nen die Spaltbreiten der geöffneten Fenster 20 und die Anzahl der offenen Fenster 20 in Abhängigkeit der aktuellen Druckverhältnisse und der aktuellen Fahrzeuggeschwindigkeit verändert werden.
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Wie aus 1 weiter ersichtlich ist, detektiert im dargestellten Ausführungsbeispiel eine Schalldruck messende zweite Sensoreinheit 16 die Winddruckpulsation und gibt korrespondierende zweite Sensorsignale SD an die Auswerte und Steuereinheit 12 aus, welche dies bei der Erzeugung der ersten Stellsignale St1 berücksichtigt. Durch das Messen des Schaldrucks kann eine auftretende Winddruckpulsation detektiert werden und die Spaltbreiten der Fenster 20 so verändert werden, dass die Winddruckpulsation vollständig verhindert oder zumindest reduziert werden kann. Die zweite Sensoreinheit 16 kann beispielsweise als Mikrofon ausgeführt sein.
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Wie aus 1 weiter ersichtlich ist, beendet die Auswerte und Steuereinheit 12 die Lüftungsfunktion in Abhängigkeit von mindestens einem vorgegebenen Parameter und gibt ein zweites Stellsignal St2 bzw. Schließstellsignal an die Antriebe 24 der geöffneten Fenster 20 aus. Die Antriebe 24 überführen dann die korrespondierenden Verschlusselemente 22 in die geschlossen Stellung. Der mindestens eine Parameter betrifft beispielsweise eine Luftgüte im Fahrzeuginnenraum. Die Luftgüte im Fahrzeuginnenraum wird im dargestellten Ausführungsbeispiel von einer dritten Sensoreinheit 18 ermittelt. Die dritte Sensoreinheit 18 überprüft die Luftgüte im Fahrzeuginnenraum und gibt korrespondierende dritte Sensorsignale LG an die Auswerte- und Steuereinheit 12 aus. In der Speichereinheit 12.1 können verschiedene Kriterien bzw. Schwellwerte für die Luftgüte hinterlegt werden, wobei die Auswerte- und Steuereinheit 12 das zweite Stellsignal St2 ausgibt, wenn die vorgegebenen Kriterien bzw. Schwellwerte nicht eingehalten werden. Alternativ oder zusätzlich kann der mindestens eine Parameter eine Luftgüte außerhalb des Fahrzeugs betreffen. Beispielsweise können die Fenster 20 von der Auswerte- und Steuereinheit 12 geschlossen werden, wenn das Fahrzeug durch einen Tunnel fährt oder wenn das Fahrzeug in einem Stau steht oder wenn außerhalb des Fahrzeugs Rauch und/oder Qualm und/oder Regen erkannt wird. Dadurch wird verhindert, dass die Luftgüte im Fahrzeuginnenraum durch die Luft von außen mit geringerer Luftgüte verschlechtert wird. Des Weiteren kann die Auswerte- und Steuereinheit 12 die Lüftungsfunktion beenden, wenn der mindestens eine Parameter einen Parkzustand des Fahrzeugs anzeigt. Der Parkzustand kann beispielsweise automatisch durch Auswerten von Parametern erkannt werden, welche Informationen über einen Antriebs- und/oder Fahrzustand des Fahrzeugs betreffen. Des Weiteren kann der mindestens eine Parameter alternativ oder zusätzlich eine Temperatur im Fahrzeuginnenraum betreffen. Sinkt die Temperatur im Fahrzeuginnenraum unter einen vorgegebenen ersten Temperaturgrenzwert, weil kalte Luft durch die offenen Fenster 20 in den Fahrzeuginnenraum strömt, dann können die Fenster 20 geschlossen werden. Des Weiteren können die Fenster geschlossen werden, wenn die Temperatur im Fahrzeuginnenraum über einen vorgegebenen zweiten Temperaturgrenzwert ansteigt, weil warme Luft von außen durch die offenen Fenster 20 in den Fahrzeuginnenraum strömt. Die Temperaturgrenzwerte können ebenfalls in der Speichereinheit 12.1 hinterlegt werden. Alternativ kann dem Insassen beim Öffnen der Fahrzeugtür durch ein optisches und/oder akustisches Warnsignal angezeigt werden, dass die Lüftungsfunktion noch aktiviert und zumindest ein Fenster 20 mit einer vorgegebenen Spaltbreite geöffnet ist. Der Insasse kann dann die Lüftungsfunktion durch einen manuellen Bedienbefehl über das zentrale Bedienelement 30 beenden.
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Zur Situationserkennung können verschiedene nicht dargestellte zusätzliche Sensoren, wie beispielsweise Regensensoren, Lichtsensoren zur Tunnelerkennung und/oder Kameras eingesetzt werden, welche in der Regel bereits im Fahrzeug verbaut sind. Zur Erkennung und Unterscheidung zwischen Stadtverkehr, Parkplatz und Befahren einer Landstraße bzw. Autobahn können Informationen eines Navigationssystem und/oder der Kamera ausgewertet werden.
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Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 wird das Lüften automatisiert, wobei zu Beginn Spaltbreiten und die Anzahl der zu öffnenden Fenster 20 an die aktuellen Druckverhältnisse angepasst werden, so dass insbesondere keine Winddruckpulsation auftritt. Die Druckverhältnisse werden fortlaufend überwacht und die Spaltbreiten und die Anzahl der geöffneten Fenster entsprechend variiert. Des Weiteren wird das Lüften automatisch beendet, wenn aufgrund der äußeren Bedingungen keine Verbesserung der Innenraumluft mehr zu erwarten ist, oder wenn das Fahrzeug geparkt ist, oder wenn die Temperatur im Fahrzeuginnenraum von den Insassen als unangenehm empfunden werden kann.
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Durch das erfindungsgemäße Verfahren zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum wird mindestens ein bewegliches Verschlusselement 22 eines Fensters 20 in Abhängigkeit von einer ermittelten Winddruckpulsation im Fahrzeuginnenraum oder in Abhängigkeit von einem Bedienwunsch zwischen einer offenen und einer geschlossen Position bewegt.
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Erfindungsgemäß wird durch das Betätigen eines zentralen Bedienelements 30 eine Lüftungsfunktion aktiviert, welche bei geschlossenen Fenstern 20 in Abhängigkeit von ermittelten Druckverhältnissen mindestens ein Verschlusselement 22 von einer Geschlossenposition in eine Offenposition mit einer vorgegebenen Spaltbreite überführt, welche keine Winddruckpulsation im Fahrzeuginnenraum erzeugt.
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Die Lüftungsfunktion wird in Abhängigkeit von einer im Fahrzeuginnenraum und/oder einer außerhalb des Fahrzeugs ermittelten Luftgüte und/oder vom aktuellen Antriebs- und/oder Fahrzustand und/oder von einer im Fahrzeuginnenraum ermittelten Temperatur beendet.
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Die beschriebene Vorrichtung 10 zur Frischluftzufuhr für einen Fahrzeuginnenraum ist geeignet um dieses Verfahren auszuführen.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Vorrichtung zum Luftaustausch
- 12
- Auswerte- und Steuereinheit
- 12.1
- Speichereinheit
- 12.2
- Schnittstelle
- 14
- erste Sensoreinheit
- 16
- zweite Sensoreinheit
- 18
- dritte Sensoreinheit
- 20
- Fenster
- 22
- Verschlusselement
- 24
- Antrieb
- 25
- Positionssensor
- 26
- Betätigungselement
- 30
- zentrales Bedienelement
- AN
- Startsignal
- St1
- erstes Stellsignal
- St2
- zweites Stellsignal
- BS
- Betätigungssignal
- P
- Positionssignal
- v
- erstes Sensorsignal (Geschwindigkeit)
- SD
- zweites Sensorsignal (Schalldruck)
- LG
- drittes Sensorsignal (Luftgüte)
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102008045545 A1 [0003]
- DE 19633188 C1 [0004]
- DE 102008004312 A1 [0005]