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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auflegen zumindest eines Aufzugs auf eine Mantelfläche eines Zylinders einer Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie ein Verfahren zum Auflegen zumindest eines Aufzugs auf eine Mantelfläche eines Zylinders einer Druckmaschine.
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In Druckmaschinen, insbesondere in Rotationsdruckmaschinen kommen häufig Aufzüge für Zylinder zum Einsatz. Beispielsweise werden Druckformen in Form von Druckplatten verwendet, die auf einen Formzylinder aufgelegt werden und die zur Fixierung ihrer Lage an ihren jeweiligen vorlaufenden und nachlaufenden Enden in einem Zylinderkanal des entsprechenden Formzylinders fixiert werden. Auch Gummitücher können insbesondere in Form von Metalldrucktüchern auf diese Weise auf entsprechenden Übertragungszylindern angeordnet werden. Üblicherweise wird zunächst das vorlaufende Ende, das insbesondere als vorlaufender Einhängeschenkel ausgebildet ist, in den Zylinderkanal eingeführt und dort fixiert, beispielsweise eingehängt. Im Anschluss erfolgt eine Rotationsbewegung des Zylinders um seine Rotationsachse, während der der Aufzug auf die Mantelfläche des Zylinders gelegt und mittels eines Anpresselements angepresst wird. Das Anpresselement ist üblicherweise als Anpressrolle ausgebildet und dient der Herstellung einer definierten und sicheren Lage des Aufzugs auf der Mantelfläche des Zylinders.
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Beispielsweise erstreckt sich ein noch nicht aufgewickelter Bereich des Aufzugs im Wesentlichen tangential von der Kontaktstelle zwischen Aufzug und Anpressrolle weg. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Aufzug eine biegeelastische Eigenschaft aufweist, beispielsweise bei aus Metall gefertigten Aufzügen. Ein Abstand zwischen der Mantelfläche und dem noch nicht aufgewickelten Bereich des Aufzugs nimmt mit zunehmendem Abstand von dieser Kontaktstelle zu. Beim Aufwickeln des Aufzugs nähert sich zwangsläufig das nachlaufende Ende des Aufzugs dieser Kontaktstelle. Das nachlaufende Ende ist üblicherweise als nachlaufender Einhängeschenkel ausgebildet. Der nachlaufende Einhängeschenkel steht in einem Winkel von einer Hauptfläche des Aufzugs ab. Dieser Winkel beträgt beispielsweise zwischen 80° und 100°. Da sich der nachlaufende Einhängeschenkel beim Aufwickeln des Aufzugs der Kontaktstelle nähert, nähert sich ein äußeres Ende des nachlaufenden Einhängeschenkels zugleich immer weiter dem Zylinderkanal und taucht schließlich in diesen ein. Unter dem äußeren Ende des nachlaufenden Einhängeschenkels ist insbesondere der Bereich des nachlaufenden Einhängeschenkels zu verstehen, der maximal weit von der Hauptfläche des Aufzugs entfernt ist. Dabei kommt es insbesondere im Zusammenhang mit kleinen Durchmessern des den Aufzug tragenden Zylinders und/oder bei relativ schmalem Zylinderkanal dazu, dass das äußere Ende des nachlaufenden Einhängeschenkels nicht oder zumindest nicht problemlos in den Zylinderkanal eintaucht, sondern an dem vorlaufenden Ende des Aufzugs anstößt oder bei Zylindern mit doppeltem Umfang an einem vorlaufenden Ende eines anderen Aufzugs oder an einer für ein vorlaufendes Ende eines Aufzugs vorgesehenen Kanalkante anstößt.
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Dadurch können die beteiligten Aufzüge und/oder der Zylinder beschädigt werden und es kann insbesondere dazu kommen, dass der Aufzug nicht erfolgreich auf dem Zylinder angeordnet wird. Um dies zu verhindern wird bislang versucht, möglichst enge Toleranzgrenzen bezüglich der Abmessungen der Einhängeschenkel und/oder bezüglich der Winkellagen der Einhängeschenkel einzuhalten.
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Durch die
WO 2004/020205 A2 ist eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Auflegen zumindest eines Aufzugs auf eine Mantelfläche eines Zylinders einer Druckmaschine bekannt, wobei mehrere Anpresselement getrennt voneinander an in Umfangsrichtung des Zylinders beabstandeten Stellen den Aufzug gegen die Mantelfläche des Zylinders pressen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Auflegen zumindest eines Aufzugs auf eine Mantelfläche eines Zylinders einer Druckmaschine und ein Verfahren zum Auflegen zumindest eines Aufzugs auf eine Mantelfläche eines Zylinders einer Druckmaschine zu schaffen.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1 und durch die Merkmale des Anspruches 6 gelöst.
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Eine Vorrichtung zum Auflegen zumindest eines Aufzugs auf eine Mantelfläche eines Zylinders einer Druckmaschine weist zumindest ein Anpresselement auf, das zumindest in einer Anpressposition anordenbar ist. Das zumindest eine Anpresselement ist bevorzugt als zumindest eine Anpressrolle ausgebildet und/oder um eine eigene Rotationsachse rotierbar angeordnet. Wenn und solange das zumindest eine Anpresselement in der Anpressposition angeordnet ist, weist das zumindest eine Anpresselement zu einer Mantelfläche des Zylinders einen Abstand, insbesondere einen kleinsten Abstand auf, der einer Dicke des Aufzugs entspricht. Unter der Dicke des Aufzugs ist insbesondere eine kleinste Abmessung des Aufzugs zu verstehen. Unter der Dicke des Aufzugs ist insbesondere ein kleinster Abstand der beiden größten, das Volumen des Aufzugs in seinem nicht aufgelegten Zustand begrenzender ebener Hauptflächen voneinander zu verstehen. Bevorzugt ist das zumindest eine Anpresselement auch in anderen Positionen anordenbar, die weiter bevorzugt zumindest teilweise und noch weiter bevorzugt alle entlang zumindest eines Anpresswegs angeordnet sind.
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Die Vorrichtung weist zumindest ein Anlegeelement auf, das in zumindest einer Anlegeposition anordenbar ist, in der zumindest ein insbesondere als Kontaktbereich ausgebildeter Bestandteil des zumindest einen Anlegeelements zwischen einer ersten Tangentenebene und der Mantelfläche des Zylinders angeordnet ist. Der Kontaktbereich ist dabei derjenige Bereich, der für einen Kontakt zwischen dem zumindest einen Anlegeelement und der Aufzug vorgesehen ist. Die erste Tangentenebene verläuft tangential zu der Mantelfläche des Zylinders und zwischen der Mantelfläche des Zylinders einerseits und dem zumindest einen in seiner Anpressposition angeordneten Anpresselement andererseits. Bevorzugt passiert die erste Tangentenebene das zumindest eine Anpresselement ausschließlich. Insbesondere schneidet die erste Tangentenebene das zumindest eine Anpresselement nicht. Das das zumindest eine Anpresselement und das zumindest eine Anlegeelement sind in einer auf den Zylinder bezogenen Umfangsrichtung hintereinander angeordnet. Eine kürzeste in Umfangsrichtung des Zylinders gemessene Verbindung zwischen dem zumindest einen Anlegeelement und dem zumindest einen Anpresselement weist bevorzugt eine Komponente auf, die in einer Rotationsrichtung des Zylinders orientiert ist. Diese Rotationsrichtung ist bevorzugt auf eine Stelle der Mantelfläche des Zylinders bezogen, die von allen Stellen der Mantelfläche des Zylinders einen kleinsten Abstand zu dem zumindest einen Anlegeelement aufweist.
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Das zumindest eine Anlegeelement ist bevorzugt ausschließlich in Positionen anordenbar, in denen ein minimaler Abstand zwischen dem zumindest einen Anlegeelement und der Mantelfläche des Zylinders größer ist als die Dicke des Aufzugs. Dadurch ergibt sich insbesondere der Vorteil, dass der nachlaufende Einhängeschenkel bei seinem Einlauf in den Zylinderkanal einen anderen, insbesondere kleineren Winkel mit einer radialen Richtung einschließt, die den nachlaufenden Einhängeschenkel in diesem Moment schneidet. Daraus ergibt sich eine verringerte Gefahr einer Kollision des nachlaufenden Einhängeschenkels mit dem vorlaufenden Ende des Aufzugs oder einem vorlaufenden Ende eines anderen Aufzugs oder einer für ein vorlaufendes Ende eines Aufzugs vorgesehenen Kanalkante. Eine Anpresszone ist ein Bereich, in dem der Aufzug mittels des zumindest einen Anpresselements gegen die Mantelfläche des Zylinders gepresst wird.
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Der andere, bevorzugt kleinere Winkel resultiert insbesondere daraus, dass zwischen der Anpresszone und einer Stelle, an der der Aufzug mit dem zumindest einen Anlegeelement in Kontakt steht, der Aufzug eine gebogene Form annimmt. Diese Form ergibt sich aus einem Gleichgewicht von Kräften, die auf den Aufzug wirken. Einerseits ist der Aufzug in der Anpresszone gehalten. Andererseits weist der Aufzug eine Biegeelastizität auf und strebt grundsätzlich danach, einen im Wesentlichen flachen Zustand einzunehmen, wobei die Einhängeschenkel dabei außer Acht bleiben sollen. Weiterhin verhindert das zumindest eine Anlegeelement den flachen Zustand, weil es eine Kraft auf den Aufzug ausübt. Ein Bereich des Aufzugs, der sich auf einer dem zumindest einen Anpresselement abgewandten Seite einer Kontaktstelle zwischen Aufzug und Anlegeelement befindet, kann hingegen den im Wesentlichen flachen Zustand einnehmen. Wird nun der Zylinder rotiert, so wird der nachlaufende Einhängeschenkel entlang des im Wesentlichen flachen Verlaufs des Aufzugs insbesondere geradlinig und bevorzugt im Wesentlichen tangential zu dem zumindest einen Anlegeelement näher an das zumindest eine Anlegeelement heranbewegt. Diese im Wesentlichen geradlinige Bewegung folgt aber nicht einer Tangente an den Zylinder, sondern einer Passante bezüglich des Zylinders. Bevorzugt ist das zumindest eine Anlegeelement jedoch so nahe an der Mantelfläche des Zylinders anordenbar, dass bei der geradlinigen Bewegung des nachlaufenden Einhängeschenkels dessen äußeres Ende in den Zylinderkanal eintaucht. Da die geradlinige Bewegung jedoch einer Passante folgt und keiner Tangente, steht der nachlaufende Einhängeschenkel in einem günstigeren Winkel relativ zu der radialen Richtung die den nachlaufenden Einhängeschenkel in diesem Moment schneidet. (5.)
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Bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass das zumindest eine Anlegeelement in seiner Anlegeposition angeordnet einen minimalen Abstand zu der Mantelfläche des Zylinders aufweist, der höchstens 150 %, weiter bevorzugt höchstens 100 % und noch weiter bevorzugt höchstens 95 % und noch weiter bevorzugt höchstens 70 % der Schenkellänge des nachlaufenden Einhängeschenkels des Aufzugs beträgt. Die Schenkellänge des nachlaufenden Einhängeschenkels ist dabei bevorzugt die größte Abmessung, die der nachlaufende Einhängeschenkel in zumindest einer Richtung aufweist, die in einer Ebene liegt, deren Flächennormale parallel zu der Rotationsachse des Zylinders orientiert ist.
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Um den Unterschied des geradlinig verlaufenden Bewegungsweg des nachlaufenden Einhängeschenkels zu dem tangential zu dem Zylinder verlaufenden Bewegungsweg des nachlaufenden Einhängeschenkels besonders ausnutzen zu können, zeichnet sich die Vorrichtung bevorzugt alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass das zumindest eine Anlegeelement ausschließlich in Positionen anordenbar ist, in denen ein minimaler Abstand zwischen dem zumindest einen Anlegeelement und der Mantelfläche des Zylinders größer ist als 25 % der Schenkellänge des nachlaufenden Einhängeschenkels des Aufzugs, weiter bevorzugt größer als 50 % und noch weiter bevorzugt größer als 60 % der Schenkellänge des nachlaufenden Einhängeschenkels des Aufzugs.
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Bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass das zumindest eine Anpresselement und das zumindest eine Anlegeelement mittels eines gemeinsamen Antriebs gemeinsam bewegbar angeordnet sind und/oder dass das zumindest eine Anpresselement und das zumindest eine Anlegeelement ausschließlich gemeinsam um zumindest eine gemeinsame Schwenkachse schwenkbar angeordnet sind. Dann ergibt sich insbesondere der Vorteil, dass nur ein Antrieb angeordnet und angesteuert werden muss, wenn eine Anpressung und ein Aufwickelvorgang durchgeführt werden sollen. Eine Schwenkbewegung lässt ich dabei einerseits besonders einfach realisieren und bietet andererseits den Vorteil, dass ein Schwenkweg des zumindest einen Anlegeelements größer gewählt werden kann als ein Schwenkweg des zumindest einen Anpresselements, weil beide Schwenkwege vom Abstand zur Schwenkachse abhängen. Dadurch kann insbesondere im Bereich des zumindest einen Anlegeelements ein größerer zugänglicher Bereich geschaffen werden als im Bereich des zumindest einen Anpresselements.
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Bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass durch zumindest ein Verbindungselement das zumindest eine Anlegeelement zwangsweise in der Anlegeposition angeordnet ist, wenn das zumindest eine Anpresselement in der Anpressposition angeordnet ist. Daraus ergibt sich insbesondere der Vorteil, dass die Vorrichtung besonders einfach und betriebssicher ausgebildet werden kann, weil nur wenige bewegbare Teile und/oder Antriebe notwendig sind und die Funktion dennoch sichergestellt ist.
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Bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass das zumindest eine Anpresselement und das zumindest eine Anlegeelement an dem zumindest einem gemeinsamen Verbindungselement angeordnet und zusammen mit diesem gemeinsamen Verbindungselement relativ zu zumindest einem Tragelement bewegbar, insbesondere schwenkbar angeordnet sind und dass bevorzugt das zumindest eine Tragelement starr mit einem Maschinengestell der Druckmaschine verbunden ist. Weiter bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung dadurch aus, dass das gemeinsame Verbindungselement als gemeinsamer Hebelkörper ausgebildet ist und dass der gemeinsame Hebelkörper um zumindest eine und beispielsweise genau eine Schwenkachse relativ zu dem zumindest einen Tragelement schwenkbar gelagert ist.
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Bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass zumindest ein erstes Leitelement in der auf den Zylinder bezogenen Umfangsrichtung zumindest teilweise zwischen dem zumindest einen Anlegeelement und dem zumindest einen Anpresselement angeordnet ist. Das zumindest eine erste Leitelement ist beispielsweise als zumindest ein Leitband und/oder als zumindest eine Leitrolle und/oder als zumindest eine Leitkette und/oder zumindest eine Leitfläche ausgebildet. Das zumindest eine Leitelement dient bevorzugt dazu, zu verhindern, dass der einmal in den Zylinderkanal eingetauchte nachlaufende Einhängeschenkel wieder aus dem Zylinderkanal herausfedert, bevor er in den Bereich der Anpresszone gelangt. Weiter bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung dadurch aus, dass das zumindest eine Leitelement einen minimalen Abstand zu der Mantelfläche des Zylinders aufweist, der weniger als 100 % der Schenkellänge des nachlaufenden Einhängeschenkels des Aufzugs beträgt, noch weiter bevorzugt weniger als 80 %. Bevorzugt ist das zumindest eine Leitelement aktiv und/oder passiv bewegbar ausgebildet. Dann wird eine Reibung zwischen Leitelement und Aufzug verhindert oder verringert und/oder eine Bewegung des Aufzugs unterstützt. Das zumindest eine Leitelement beeinflusst je nach seiner Form und seinen Materialeigenschaften einen Krümmungsverlauf des Aufzugs im Bereich zwischen der Anpresszone und dem zumindest einen Anlegeelement.
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Bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass das zumindest eine Anpresselement als zumindest eine rotierbare Anpressrolle ausgebildet ist und/oder dass das zumindest eine Anlegeelement als zumindest eine Anlegerolle ausgebildet ist. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass das zumindest einen Anlegeelement und/oder das zumindest eine Anpresselement einen Transport des Aufzugs nicht durch Reibung verhindert oder im Fall eines aktiven Antriebs im Gegenteil sogar durch ein entsprechendes Antriebsmoment unterstützt. Eine Rotationsachse der zumindest einen Anpressrolle und/oder eine Rotationsachse der zumindest einen Anlegerolle verläuft bevorzugt parallel zu der Rotationsachse des Zylinders.
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Bevorzugt ist das zumindest eine Anpresselement mittels zumindest eines Anpressantriebs zwischen einer ersten Endposition des zumindest einen Anpresselements einerseits und einer zweiten Endposition des zumindest einen Anpresselements andererseits verlagerbar. Bevorzugt ist die erste Endposition des zumindest einen Anpresselements eine Ausgangsposition, in der das zumindest eine Anpresselement angeordnet ist, bevor das Auflegen des Aufzugs auf die Mantelfläche des Zylinders erfolgt. Bevorzugt ist die zweite Endposition des zumindest einen Anpresselements die Anpressposition. Bevorzugt ist das zumindest eine Anlegeelement mittels des zumindest einen Anpressantriebs und/oder mittels eines von dem zumindest einen Anpressantrieb verschiedenen Anlegeantriebs zwischen einer ersten Endposition des zumindest einen Anlegeelements einerseits und einer zweiten Endposition des zumindest einen Anlegeelements andererseits verlagerbar. Bevorzugt ist die erste Endposition des zumindest einen Anlegeelements eine Ausgangsposition, in der das zumindest eine Anlegeelement angeordnet ist, bevor das Auflegen des Aufzugs auf die Mantelfläche des Zylinders erfolgt. Bevorzugt ist die zweite Endposition des zumindest einen Anlegeelements die Anlegeposition.
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Vorteile ergeben sich auch durch ein Verfahren zum Auflegen zumindest eines Aufzugs auf eine Mantelfläche eines Zylinders einer Druckmaschine, wobei in einem ersten Befestigungsvorgang ein in einem Druckbetrieb vorlaufendes Ende des Aufzugs, insbesondere ein im Druckbetrieb vorlaufender Einhängeschenkel, an dem Zylinder befestigt wird. Ein Befestigung erfolgt beispielsweise dadurch, dass der im Druckbetrieb vorlaufende Einhängeschenkel an einer Kante des Zylinderkanals eingehängt wird und/oder mittels einer in dem Zylinderkanal angeordneten vorlaufenden Klemmvorrichtung eingeklemmt wird. Danach wird bevorzugt durch eine relative Rotationsbewegung zwischen Aufzug und Zylinder der Aufzug auf die Mantelfläche des Zylinders aufgelegt, bevorzugt möglichst straff und gleichmäßig. In einem Anpressvorgang wird zumindest ein Anpresselement gegen die Mantelfläche des Zylinders und/oder gegen den bereits teilweise auf der Mantelfläche des Zylinders angeordneten Aufzug gepresst.
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In einem Aufwickelvorgang wird ein bis dahin noch mit der Mantelfläche des Zylinders außer Kontakt stehender Teil des Aufzugs um die Mantelfläche des Zylinders gewickelt und dabei auf diese aufgelegt. Der Aufwickelvorgang kann prinzipiell derart gestaltet sein, dass der Zylinder ruht und der Aufzug um der Zylinder gewickelt wird. Bevorzugt wird jedoch der Zylinder um seine Rotationsachse rotiert, wodurch der Aufzug auf den Zylinder aufgewickelt wird. Dabei bleibt eine Anpresszone, in der der Aufzug durch das zumindest eine Anpresselement gegen die Mantelfläche des Zylinders gepresst wird, im Wesentlichen ortsfest, während die Mantelfläche des Zylinders an dieser Anpresszone vorbei rotiert und der Aufzug immer weiter in diese Anpresszone einläuft, spätestens dort mit der Mantelfläche des Zylinders in Kontakt kommt und hinter der Anpresszone flächig auf der Mantelfläche des Zylinders aufliegt. Gleichzeitig mit dem Anpressvorgang wird in zumindest einem Anlegevorgang zumindest ein Anlegeelement mit dem noch außer Kontakt mit der Mantelfläche stehenden Teil des Aufzugs in Kontakt gebracht. Insbesondere geschieht dies in Transportrichtung des Aufzugs gesehen vor der Anpresszone. Das zumindest eine Anlegeelement bewegt diesen Aufzug auf die Mantelfläche des Zylinders zu. Insbesondere biegt das zumindest eine Anlegeelement diesen Aufzug auf die Mantelfläche des Zylinders zu. Dabei hält das zumindest eine Anlegeelement zu jedem Zeitpunkt des Anlegevorgangs und bevorzugt auch darüber hinaus zu jedem Zeitpunkt zu der Mantelfläche des Zylinders einen minimalen Abstand ein, der größer ist als eine Dicke des Aufzugs. Daraus ergeben sich die oben beschriebenen Vorteile bezüglich des Winkels zwischen dem nachlaufenden Einhängeschenkel bei seinem Einlauf in den Zylinderkanal einerseits und einer radialen Richtung, die den nachlaufenden Einhängeschenkel in diesem Moment schneidet andererseits.
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Bevorzugt zeichnet sich das Verfahren alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass das zumindest eine Anlegeelement zu jedem Zeitpunkt des Anlegevorgangs und weiter bevorzugt auch darüber hinaus zu jedem Zeitpunkt zu der Mantelfläche des Zylinders einen minimalen Abstand einhält, der größer ist als 25 %, weiter bevorzugt größer als 50 % und noch weiter bevorzugt größer als 60 % der Schenkelläge des nachlaufenden Einhängeschenkels des Aufzugs und/oder der höchstens 150 %, weiter bevorzugt höchstens 100 % und noch weiter bevorzugt höchstens 95 % und noch weiter bevorzugt höchstens 70 % der Schenkelläge des nachlaufenden Einhängeschenkels des Aufzugs beträgt. Dadurch ergeben sich optimale Bedingungen, um den Einhängeschenkel in den Zylinderkanal einzuführen.
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Bevorzugt zeichnet sich das Verfahren alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass während des Aufwickelvorgangs der nachlaufende Einhängeschenkel des Aufzugs insbesondere auf Grund des Kontakts des Aufzugs mit dem zumindest einen Anlegeelement zumindest teilweise in den Zylinderkanal des Zylinders eingeführt wird, bevor der nachlaufende Einhängeschenkel dem zumindest einen Anpresselement näher ist als dem zumindest einen Anlegeelement und weiter bevorzugt bevor der nachlaufende Einhängeschenkel das zumindest eine Anlegeelement passiert hat. Daraus ergibt sich insbesondere der Vorteil, dass durch Positionierung des zumindest einen Anlegeelements direkt Einfluss genommen werden kann auf die Bedingungen unter denen der nachlaufende Einhängeschenkel in den Zylinderkanal eingeführt wird.
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Bevorzugt zeichnet sich das Verfahren alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass der nachlaufende Einhängeschenkel – beispielsweise in Form einer Verbindungsstelle zwischen nachlaufendem Einhängeschenkel Hauptkörper des Aufzugs – entlang seines Transportwegs zwischen dem zumindest einen Anlegeelement und dem zumindest einen Anpresselement zumindest zeitweise mit zumindest einem ersten Leitelement in Kontakt steht und von diesem zumindest teilweise in dem Zylinderkanal gehalten wird. Daraus ergibt sich insbesondere der Vorteil, dass der nachlaufende Einhängeschenkel nicht unbeabsichtigt wieder den Zylinderkanal verlässt.
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Bevorzugt zeichnet sich das Verfahren alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass während des Aufwickelvorgangs der Zylinder um seine Rotationsachse rotiert wird und/oder dass während des Aufwickelvorgangs eine Rotationsachse des zumindest einen Anpresselement und/oder ein Schwerpunkt des zumindest einen Anpresselement festgehalten wird und/oder dass während des Aufwickelvorgangs eine Rotationsachse des zumindest einen Anlegeelements und/oder ein Schwerpunkt des zumindest einen Anlegeelements festgehalten wird. Daraus ergibt sich insbesondere der Vorteil, dass kontante Bedingungen während des Aufwickelvorgangs herrschen und lediglich Rotationsbewegungen durchgeführt werden, die beispielsweise über lagegeregelte Elektromotoren präzise beeinflussbar sind.
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Bevorzugt zeichnet sich das Verfahren und/oder die Vorrichtung alternativ oder zusätzlich dadurch aus, dass das zumindest eine erste Leitelement als zumindest ein umlaufendes, insbesondere endloses umlaufendes Leitelement ausgebildet ist. Als ein endloses umlaufendes Leitelement wird beispielsweise zumindest ein Leitband und/oder zumindest eine Leitkette und/oder eine Oberfläche zumindest einer Leitrolle eingesetzt. Eine der Mantelfläche des Zylinders zugewandte Seite des zumindest einen umlaufenden Leitelements bewegt sich bevorzugt in zumindest einer Leitrichtung. Die zumindest eine Leitrichtung weist bevorzugt zumindest eine Komponente auf, die parallel ist zu einer Richtung in der sich ein dem zumindest einen Leitelement nächster Abschnitt der Mantelfläche des Zylinders während des Aufwickelvorgangs bewegt. Dann wird eine Reibung zwischen Leitelement und Aufzug verhindert und/oder eine Bewegung des Aufzugs unterstützt.
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Ein Abstand zwischen einem Kontaktbereich des zumindest einen Anlegeelements mit dem Aufzug einerseits und einer Anpresszone andererseits ist bevorzugt größer als eine Ausdehnung des zumindest einen Anpresselements in der Umfangsrichtung, weiter bevorzugt doppelt so groß. Der Abstand zwischen einem Kontaktbereich des zumindest einen Anlegeelements mit dem Aufzug einerseits und einer Anpresszone andererseits ist bevorzugt größer als eine Ausdehnung des zumindest einen Anlegeelements in der Umfangsrichtung, weiter bevorzugt doppelt so groß.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im Folgenden näher beschrieben.
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Es zeigen:
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1 eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung einer Vorrichtung mit einem Anpresselement;
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2 eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung eines Verlaufs eines Aufzugs im Fall einer Vorrichtung gemäß 1, wobei die Größenverhältnisse der Übersichtlichkeit anders dargestellt sind, als in 1;
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3 eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung einer Vorrichtung mit einem Anpresselement und einem Anlegeelement;
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4 eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung eines Verlaufs eines Aufzugs im Fall einer Vorrichtung gemäß 3, wobei die Größenverhältnisse der Übersichtlichkeit anders dargestellt sind, als in 3;
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5 eine schematische, nicht maßstabsgetreue Darstellung eines Vergleichs zwischen Verläufen des Aufzugs mit und ohne Einfluss des beabstandeten Anlegeelements und zwischen entsprechenden Winkeln, wobei der Verlauf mit Einfluss des Anlegeelements zur Verdeutlichung gegenüber der Darstellung in 4 gedreht ist.
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Eine Vorrichtung zum Auflegen zumindest eines Aufzugs 03 auf eine Mantelfläche 18 eines Zylinders 07 einer Druckmaschine weist zumindest ein Anpresselement 09 auf, das bevorzugt als zumindest eine Anpressrolle 09 ausgebildet ist. Bevorzugt sind mehrere Anpresselemente 09, insbesondere mehrere Anpressrollen 09 in einer auf eine Rotationsachse 14 des Zylinders 07 axialen Richtung A gesehen nebeneinander angeordnet. Dadurch kann ein Aufzug an mehreren in der axialen Richtung A nebeneinander liegenden Stellen angepresst werden und/oder können mehrere in der axialen Richtung A nebeneinander liegende Aufzüge angepresst werden. Das zumindest eine Anpresselement 09 ist zumindest in einer Anpressposition anordenbar, in der das zumindest eine Anpresselement 09 zu einer Mantelfläche 18 des Zylinders 07 einen insbesondere kleinsten Abstand aufweist, der einer Dicke des Aufzugs 03 entspricht. Unter der Dicke des Aufzugs 03 ist insbesondere eine kleinste Abmessung des Aufzugs 03 zu verstehen. Das zumindest eine Anpresselement 09 ist bevorzugt zumindest entlang eines Anpresswegs auch in anderen Positionen anordenbar und bewegbar.
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Die Vorrichtung weist zumindest ein Anlegeelement 02 auf, das bevorzugt als zumindest eine Anlegerolle 02 ausgebildet ist und/oder das in zumindest einer Anlegeposition anordenbar ist. Bevorzugt weist die Vorrichtung mehrere in der axialen Richtung A gesehen nebeneinander angeordnete Anlegeelemente 02 auf. Bei in der Anlegeposition angeordnetem Anlegeelement 02 ist zumindest ein Bestandteil, insbesondere ein Kontaktbereich des zumindest einen Anlegeelements 02 zwischen einer ersten Tangentenebene E und der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 angeordnet, wobei die erste Tangentenebene E tangential zu der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 verläuft und zwischen der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 einerseits und dem zumindest einen in seiner Anpressposition angeordneten Anpresselement 09 andererseits verläuft. Insbesondere passiert die Tangentenebene E das zumindest eine Anpresselement 09 ausschließlich. Insbesondere schneidet die Tangentenebene E das zumindest eine Anpresselement 09 nicht. Das zumindest eine Anpresselement 09 und das zumindest eine Anlegeelement 02 sind in einer auf den Zylinder 07 bezogenen Umfangsrichtung U hintereinander angeordnet. Das zumindest eine Anlegeelement 02 ist ausschließlich in solchen Positionen anordenbar, in denen ein minimaler Abstand a zwischen dem zumindest einen Anlegeelement 02 und der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 größer ist als die Dicke des Aufzugs 03.
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Bevorzugt sind das zumindest eine Anpresselement 09 und das zumindest eine Anlegeelement 02 mittels eines gemeinsamen Antriebs 13 gemeinsam bewegbar angeordnet. Bevorzugt sind das zumindest eine Anpresselement 09 und das zumindest eine Anlegeelement 02 ausschließlich gemeinsam um zumindest eine gemeinsame Schwenkachse 19 schwenkbar angeordnet. Bevorzugt ist durch zumindest ein Verbindungselement 12 das zumindest eine Anlegeelement 02 zwangsweise in der Anlegeposition angeordnet, wenn das zumindest eine Anpresselement 09 in der Anpressposition angeordnet ist. Beispielsweise ist ein Hebelsystem angeordnet, das ein Verbindungselement 12 aufweist, das einen festen Abstand zwischen dem zumindest einen Anpresselement 09 und dem zumindest einen Anlegeelement 02 festlegt und das weiter bevorzugt seinerseits an einem Schwenkarm 21 schwenkbar angeordnet ist. Der Schwenkarm 21 ist beispielsweise an einem relativ zu einem Maschinengestell der Druckmaschine ortsfesten Punkt schwenkbar gelagert. Ein linear wirkender Anpressantrieb 13, beispielsweise ein elektrischer und/oder ein pneumatischer und/oder ein hydraulischer Hubkolben 13, bewirkt dann eine lineare Bewegung einer Verbindungsstelle zwischen Anpressantrieb 13 und Verbindungselement 12. Die Verbindungsstelle liegt beispielsweise auf einer Rotationsachse 17 der zumindest einen Anpressrolle 09. Die Verbindungsstelle liegt beispielsweise zwischen der Schwenkachse 19 und dem zumindest einen Anlegeelement 02. Bei in seiner Anpressposition angeordnetem Anpresselement 09 ist insbesondere durch das Hebelsystem zwangsweise eine Position des zumindest einen Anlegeelements 02 vorgegeben, insbesondere die Anlegeposition des zumindest einen Anlegeelements 02.
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Bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung demnach dadurch aus, dass das zumindest eine Anpresselement 09 und das zumindest eine Anlegeelement 02 an zumindest einem gemeinsamen Verbindungselement 12 angeordnet und zusammen mit diesem gemeinsamen Verbindungselement 12 relativ zu zumindest einem Tragelement 01 bewegbar angeordnet sind und dass das zumindest eine Tragelement 01 starr mit einem Maschinengestell der Druckmaschine verbunden ist. Bevorzugt ist an diesem Tragelement 01 der zumindest eine Anpressantrieb 13 angeordnet. Bevorzugt ist das gemeinsame Verbindungselement 12 als gemeinsamer Hebelkörper 12 ausgebildet und ist der gemeinsame Hebelkörper 12 um die zumindest eine Schwenkachse 19 relativ zu dem zumindest einen Tragelement 01 schwenkbar gelagert.
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Durch eine bevorzugte Einhaltung eines Mindestabstands wird sichergestellt, dass ein noch nicht mit der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 in Kontakt stehender Teil des Aufzugs 03 nicht tangential zu der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 verläuft. Bevorzugt ist das zumindest eine Anlegeelement 02 ausschließlich in Positionen anordenbar, in denen ein minimaler Abstand zwischen dem zumindest einen Anlegeelement 02 und der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 größer ist als 25 %, weiter bevorzugt größer als 50 % und noch weiter bevorzugt größer als 60 % einer Schenkellänge b eines nachlaufenden Einhängeschenkels 06 des Aufzugs 03. Die Schenkellänge b des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 ist dabei bevorzugt die größte Abmessung, die der nachlaufende Einhängeschenkel 06 in zumindest einer Richtung aufweist, die in einer Ebene liegt, deren Flächennormale parallel zu der Rotationsachse 14 des Zylinders 07 orientiert ist.
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Durch eine bevorzugte Einhaltung eines Höchstabstands wird sichergestellt, dass ein Eintauchen des nachlaufenden Einhängeschenkels 04 in den Zylinderkanal 08 in einem Bereich stattfindet, der durch die Anordnung des zumindest einen Anlegeelements 02 kontrollierbar ist. Bevorzugt weist das zumindest eine Anlegeelement 02 in seiner Anlegeposition angeordnet einen minimalen Abstand a zu der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 auf, der höchstens 150 %, weiter bevorzugt höchstens 100 % und noch weiter bevorzugt höchstens 95 % und noch weiter bevorzugt höchstens 70 % der Schenkellänge b des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 des Aufzugs 03 beträgt.
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Insbesondere um zu verhindert, dass ein einmal in den Zylinderkanal 08 eingetretener nachlaufender Einhängeschenkel 06 des Aufzugs 03 ungewollt wieder aus dem Zylinderkanal 08 herausbewegt wird, ist bevorzugt zumindest ein erstes Leitelement 11 angeordnet. Das zumindest eine erste Leitelement 11 ist bevorzugt als umlaufendes Leitelement 11 ausgebildet, beispielsweise als Leitband 11 und/oder als Leitkette 11. Das zumindest eine erste Leitelement 11 ist bevorzugt als zumindest ein insbesondere endloses umlaufendes Leitelement 11 ausgebildet. Insbesondere im Fall eines Leitbands 11 und/oder einer Leitkette 11 hat eine Spannung des Leitbands 11 bzw. der Leitkette 11 einen Einfluss auf ein Biegeverhalten desjenigen Teils des Aufzugs 03, der noch nicht mit der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 in Kontakt steht. Bevorzugt wird eine Spannung des zumindest einen Leitelements 11 so gering gehalten, dass eine Ausbeulung entsteht im Vergleich zu einer Situation, die allein durch die Geometrie und relative Lage des zumindest einen Anpresselements 09, des zumindest einen Anlegeelements und der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 vorgegeben wäre. Dies erlaubt eine größere Durchbiegung des Aufzugs 03 und dadurch einen größeren minimalen Abstand c zwischen der Rotationsachse 14 des Zylinders 07 einerseits und einer Verlängerung des tangentialen Verlaufs des Aufzugs 03 andererseits. Dadurch wird ein besonders günstiger Winkel w2 erreicht, den der nachlaufende Einhängeschenkel 06 bei seinem Einlauf in den Zylinderkanal 08 mit einer radialen Richtung einschließt, die den nachlaufenden Einhängeschenkel 06 in diesem Moment schneidet. (4.) Als Bezugspunkt für eine solche radiale Richtung R2 kommt insbesondere ein solcher Punkt des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 in Betracht, der möglichst nahe an einem Übergang zwischen Hauptfläche des Aufzugs 03 und nachlaufendem Einhängeschenkel 06 angeordnet ist, insbesondere weil dieser Punkt bei vollständig aufgelegtem Aufzug 03 besonders nahe an einer Kante angeordnet ist, die einen Übergang zwischen dem Zylinderkanal 08 und der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 markiert.
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Ein größerer Winkel würde sich ergeben, wenn die Krümmung des Aufzugs 03 im Bereich zwischen einer Anpresszone 22 und einer Kontaktstelle 23 weniger stark ausgeprägt wäre. Die Anpresszone 22 ist ein Bereich, in dem der Aufzug 03 mittels des zumindest einen Anpresselements 09 gegen die Mantelfläche 18 des Zylinders 07 gepresst wird. Die Kontaktstelle 23 ist ein Bereich, in dem ein Kontakt zwischen Aufzug 03 und Anlegeelement 02 stattfindet und/oder besteht. Würde der Bereich des Aufzugs 03, der noch nicht mit der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 in Kontakt steht, tangential zu der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 verlaufen, so ergäbe sich bezüglich des Eintauchens des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 in den Zylinderkanal 08 kein Vorteil im Vergleich zu dem Fall, in dem es kein Anlegeelement 02 gibt. Insbesondere wäre dann der Winkel w1 den der nachlaufende Einhängeschenkel 06 bei seinem Einlauf in den Zylinderkanal 08 mit einer radialen Richtung R1 einschließt, die den nachlaufenden Einhängeschenkel 06 in diesem Moment schneidet (2), größer als in dem Fall, in dem der Bereich des Aufzugs 03, der noch nicht mit der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 in Kontakt steht, die Mantelfläche 18 des Zylinders 07 passiert (2 und 5). Als Bezugspunkt für eine solche radiale Richtung R1 kommt wiederum insbesondere ein solcher Punkt des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 in Betracht, der möglichst nahe an einem Übergang zwischen Hauptfläche des Aufzugs 03 und nachlaufendem Einhängeschenkel 06 angeordnet ist, insbesondere weil dieser Punkt bei vollständig aufgelegtem Aufzug 03 besonders nahe an einer Kante angeordnet ist, die einen Übergang zwischen dem Zylinderkanal 08 und der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 markiert.
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In 2 und 4 ist der nachlaufende Einhängeschenkel 06 jeweils doppelt gezeigt und sein jeweils äußeres Ende mit einer gestrichelten Linie verbunden, um einen schematisch Weg darzustellen, den der nachlaufende Einhängeschenkel 06 und insbesondere dessen äußeres Ende zurücklegt und um zu verdeutlichen, an welcher Stelle dieser Weg eine einhüllende Zylindermantelfläche des Zylinders 07 schneidet.
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Bevorzugt ist das zumindest eine Leitelement 11 in der auf den Zylinder 07 bezogenen Umfangsrichtung U zumindest teilweise zwischen dem zumindest einen Anlegeelement 02 und dem zumindest einen Anpresselement 09 angeordnet. Weiter bevorzugt weist das zumindest eine Leitelement 11 einen minimalen Abstand zu der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 auf, der weniger als 100 % einer Schenkellänge b des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 des Aufzugs 03 beträgt. Dadurch wird ein Herausrutschen des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 aus dem Zylinderkanal 08 verhindert.
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Bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung dadurch aus, dass zumindest eine Anpresselement 09 als zumindest eine rotierbare Anpressrolle 09 ausgebildet ist und/oder dass das zumindest eine Anlegeelement 02 als zumindest eine Anlegerolle 02 ausgebildet ist. Weiter bevorzugt zeichnet sich die Vorrichtung dadurch aus, dass die Rotationsachse 17 der zumindest einen Anpressrolle 09 und/oder eine Rotationsachse 16 der zumindest einen Anlegerolle 02 parallel zu der Rotationsachse 14 des Zylinders 07 verläuft.
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Insbesondere erlaubt die Vorrichtung ein Verfahren zum Auflegen zumindest eines Aufzugs 03 auf eine Mantelfläche 18 eines Zylinders 07 einer Druckmaschine, wobei in einem ersten Befestigungsvorgang ein in einem Druckbetrieb vorlaufendes Ende 04 des Einhängeschenkel 04 des Aufzugs 03 an dem Zylinder 07 befestigt wird. Das in dem Druckbetrieb vorlaufende Ende 04 des Aufzugs ist bevorzugt als Einhängeschenkel 04 des Aufzugs 03 ausgebildet. Der Aufzug 03 weist in einem unbeeinflussten Zustand bevorzugt einen Hauptkörper mit im Wesentlichen ebener Form auf, die an zwei einander gegenüberliegenden Enden jeweils durch einen relativ zu dem Hauptkörper abgewinkelten Einhängeschenkel 04; 06 ergänzt ist. Der im Druckbetrieb vorlaufende Einhängeschenkel 04 schließt dabei mit dem Hauptkörper einen bevorzugt spitzen Winkel ein, der zwischen 1° und 89° liegt. Dieser spitze Winkel erlaubt ein sicheres Einhängen des vorlaufenden Einhängeschenkels 04 an einem entsprechend geformten Teil einer vorlaufenden Kanalwand des Zylinderkanals 08. Der im Druckbetrieb nachlaufende Einhängeschenkel 06 schließt dabei mit dem Hauptkörper einen Winkel ein, der bevorzugt in etwa ein rechter Winkel ist. Dies erlaubt ein Einstecken des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 in den Zylinderkanal 08 in einer im Wesentlichen radialen Richtung.
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Der nachlaufende Einhängeschenkel 06 ist beispielsweise in sich leicht gewinkelt und/oder gebogen, so dass bei seinem Festklemmen in dem Zylinderkanal 08 zugleich ein Spanneffekt auftritt, der den Aufzug 03 in Umfangsrichtung U spannt. Ein Winkel zwischen einer ersten Tangente an den nachlaufenden Einhängeschenkel 06 im Bereich einer Verbindungsstelle zwischen Hauptkörper des Aufzugs 03 und nachlaufendem Einhängeschenkel 06 des Aufzugs 03 einerseits und einer zweiten Tangente an den nachlaufenden Einhängeschenkel 06 des Aufzugs 03 im Bereich des äußeren Endes des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 des Aufzugs 03 andererseits beträgt beispielsweise zumindest 1°, bevorzugt zumindest 5° und weiter bevorzugt zumindest 10° sowie bevorzugt höchstens 45°, weiter bevorzugt höchstens 35° und noch weiter bevorzugt höchstens 25°. Durch diesen Winkel ist eine besonders präzise Einführung des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 in den Zylinderkanal 08 notwendig.
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In einem Anpressvorgang wird das zumindest eine Anpresselement 09 gegen die Mantelfläche 18 des Zylinders 07 und/oder gegen den bereits teilweise auf der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 angeordneten Aufzug 03 gepresst. In einem Aufwickelvorgang wird ein bis dahin noch mit der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 außer Kontakt stehender Teil des Aufzugs 03 um die Mantelfläche 18 des Zylinders 07 gewickelt und dabei auf diese aufgelegt. Dies geschieht bevorzugt durch Rotation des Zylinders 07. Gleichzeitig mit dem Anpressvorgang wird in zumindest einem Anlegevorgang das zumindest eine Anlegeelement 02 mit dem noch außer Kontakt mit der Mantelfläche 18 stehenden Teil des Aufzugs 03 in Kontakt gebracht und bewegt, insbesondere biegt dieses zumindest eine Anlegeelement 02 diesen noch außer Kontakt mit der Mantelfläche 18 stehenden Teil des Aufzugs 03 auf die Mantelfläche 18 des Zylinders 07 zu. Dabei hält das zumindest eine Anlegeelement 02 zu jedem Zeitpunkt des Anlegevorgangs und bevorzugt auch darüber hinaus zu jedem Zeitpunkt zu der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 den minimalen Abstand a ein, der größer ist als die Dicke des Aufzugs 03. Dieser minimale Abstand a ist bevorzugt zu jedem Zeitpunkt des Anlegevorgangs und weiter bevorzugt auch darüber hinaus zu jedem Zeitpunkt größer als 25 % der Schenkellänge b des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 des Aufzugs, weiter bevorzugt größer als 50 % und noch weiter bevorzugt größer als 60 % der Schenkellänge b des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 des Aufzugs 03. Dieser minimale Abstand a beträgt bevorzugt zumindest bei in der Anlegeposition angeordnetem Anlegeelement 02 höchstens 150 %, weiter bevorzugt höchstens 100 % und noch weiter bevorzugt höchstens 95 % und noch weiter bevorzugt höchstens 70 % der Schenkellänge b des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 des Aufzugs 03.
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Vor dem Anpressvorgang und dem Anlegevorgang beträgt ein Abstand zwischen dem zumindest einen Anlegeelement 02 und der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 bevorzugt zumindest ein Vielfaches, beispielsweise zumindest das Doppelte, weiter bevorzugt zumindest das Dreifache der Schenkellänge b des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 des Aufzugs 03. Dies ist insbesondere durch den bevorzugten Hebelmechanismus gegeben.
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Bevorzugt wird während des Aufwickelvorgangs ein nachlaufender Einhängeschenkel 06 des Aufzugs 03 insbesondere auf Grund des Kontakts des Aufzugs 03 mit dem zumindest einen Anlegeelement 02 zumindest teilweise in den Zylinderkanal 08 des Zylinders 07 eingeführt, bevor der nachlaufende Einhängeschenkel 06 dem zumindest einen Anpresselement 09 näher ist als dem zumindest einen Anlegeelement 02 und weiter bevorzugt auch bevor der nachlaufende Einhängeschenkel 06 das zumindest eine Anlegeelement 02 passiert hat. Bevorzugt steht der nachlaufende Einhängeschenkel 06 entlang seines Transportwegs zwischen dem zumindest einen Anlegeelement 02 und dem zumindest einen Anpresselement 09 zumindest zeitweise mit dem zumindest einen ersten Leitelement 11 in Kontakt und wird von diesem zumindest teilweise in den Zylinderkanal 08 eingeführt und/oder in dem Zylinderkanal 08 gehalten.
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Während des Aufwickelvorgangs wird der Zylinder 07 bevorzugt um seine Rotationsachse 14 rotiert. Während des Aufwickelvorgangs wird eine Rotationsachse 17 des zumindest einen Anpresselement 09 und/oder ein Schwerpunkt des zumindest einen Anpresselement 09 bevorzugt festgehalten. Während des Aufwickelvorgangs wird eine Rotationsachse 16 des zumindest einen Anlegeelements 02 und/oder ein Schwerpunkt des zumindest einen Anlegeelements 02 bevorzugt festgehalten. Das Aufwickeln des Aufzugs 03 und das Einlegen des nachlaufenden Einhängeschenkels 06 in den Zylinderkanal 08 geschieht dann bevorzugt allein auf Grund der Rotation des Zylinders 07.
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Eine der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 zugewandte Seite des zumindest einen umlaufenden Leitelements 11 bewegt sich bevorzugt in zumindest einer Leitrichtung. Die zumindest eine Leitrichtung weist bevorzugt zumindest eine Komponente auf, die parallel ist zu einer Richtung in der sich ein dem zumindest einen Leitelement 11 nächster Abschnitt der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 während des Aufwickelvorgangs bewegt.
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Ein Abstand zwischen einem Kontaktbereich des zumindest einen Anlegeelements 02 mit dem Aufzug 03 einerseits und der Anpresszone 22 andererseits ist bevorzugt mindestens so groß und weiter bevorzugt mindestens doppelt so groß wie eine Ausdehnung des zumindest einen Anpresselements 09 in der Umfangsrichtung U und/oder bevorzugt zumindest so groß und weiter bevorzugt mindestens doppelt so groß wie eine Ausdehnung des zumindest einen Anlegeelements 02 in der Umfangsrichtung U.
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Eine kürzeste in Umfangsrichtung U des Zylinders 07 gemessene Verbindung zwischen dem zumindest einen Anlegeelement 02 und dem zumindest einen Anpresselement 09 weist bevorzugt eine Komponente auf, die in einer Rotationsrichtung des Zylinders 07 orientiert ist, wobei diese Rotationsrichtung bevorzugt auf eine Stelle der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 bezogen ist, die von allen Stellen der Mantelfläche 18 des Zylinders 07 einen kleinsten Abstand zu dem zumindest einen Anlegeelement 02 aufweist und bevorzugt auf eine Rotation während des Aufwickelvorgangs bezogen ist.
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Bezugszeichenliste
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- 01
- Tragelement, Rollenleiste
- 02
- Anlegeelement, Anlegerolle
- 03
- Aufzug, Druckform, Druckplatte, Gummituch
- 04
- Ende, Einhängeschenkel, vorlaufend (03)
- 05
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- 06
- Ende, Einhängeschenkel, nachlaufend (03)
- 07
- Zylinder
- 08
- Kanal, Zylinderkanal
- 09
- Anpresselement, Anpressrolle
- 10
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- 11
- Leitelement, Leitband, Leitkette, Leitrolle, Leitfläche
- 12
- Verbindungselement, Hebelkörper
- 13
- Antrieb, Anpressantrieb, Hubkolben
- 14
- Rotationsachse (07)
- 15
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- 16
- Rotationsachse (02)
- 17
- Rotationsachse (09)
- 18
- Mantelfläche (07)
- 19
- Schwenkachse
- 20
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- 21
- Schwenkarm
- 22
- Anpresszone (03; 09; 18)
- 23
- Kontaktstelle (02; 03)
- a
- Abstand (02; 18), minimal
- b
- Schenkellänge (06)
- c
- Abstand, minimal (03; 14)
- w1
- Winkel
- w2
- Winkel
- A
- Richtung, axial
- E
- Tangentenebene, erste
- R1
- Richtung, radial
- R2
- Richtung, radial
- U
- Umfangsrichtung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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