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Die Erfindung betrifft eine Sitzbelüftungseinrichtung für eine Sitzanlage eines Kraftwagens. Die Sitzbelüftungseinrichtung umfasst ein Sitzkissen, in welchem wenigstens zwei Lüfter angeordnet sind. Das Sitzkissen weist wenigstens ein Trennelement auf, mittels welchem ein erster von Luft durchströmbarer Teilbereich des Sitzkissens, welcher einem ersten Lüfter zugeordnet ist, von einem zweiten von Luft durchströmbaren Teilbereich des Sitzkissens getrennt ist. Der zweite Teilbereich ist einem zweiten Lüfter zugeordnet.
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Eine derartige Sitzbelüftungseinrichtung ist in der
DE 10 2014 004 415 A1 beschrieben. Hierbei können die als Luftbarrieren wirkenden Trennelemente bei der Herstellung einer Luftführungsschicht in Form eines Gewirkes in die Luftführungsschicht nähtechnisch eingebracht werden. Alternativ können die Trennelemente nach dem Herstellen der Luftführungsschicht in die Luftführungsschicht eingezogen werden. Eine weitere Möglichkeit der Einbringung der Trennelemente besteht darin, an einem Lüfter eine Lüftertülle anzuordnen, welche sich bis in den Bereich des Gewirkes erstreckt. Die Lüftertülle ist eigensteif und aus einem Kunststoff gebildet. Die Lüftertülle ist im Bereich von dem Material einer Schaumauflage eines Sitzkissens der Sitzbelüftungseinrichtung umgeben.
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Die in der
DE 10 2014 004 415 A1 beschriebenen Möglichkeiten der Bereitstellung von Trennelementen für die Separierung der einzelnen Lüfter sind mit einem gewissen Aufwand verbunden.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Sitzbelüftungseinrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, bei welcher auf sehr einfache Art eine besonders geringe gegenseitige Beeinflussung der Lüfter gegeben ist.
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Diese Aufgabe wird durch eine Sitzbelüftungseinrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
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Bei der erfindungsgemäßen Sitzbelüftungseinrichtung ist das wenigstens eine Trennelement aus einem Schaummaterial des Sitzkissens gebildet, welches die jeweiligen Lüfter umfangsseitig umgibt. Es wird also zum Bereitstellen des Trennelements dasselbe Schaummaterial genutzt, welches ein Polsterelement des Sitzkissens bildet. Dadurch entfällt ein mühseliges und aufwändiges nachträgliches Einbringen von Trennelementen in das Sitzkissen. Vielmehr kann das Trennelement besonders einfach bereits beim Herstellen des Polsterelements des Sitzkissens aus dem Schaummaterial mit hergestellt werden. Hierfür braucht lediglich an den Stellen, welche als Trennelemente dienen sollen, das Schaummaterial entsprechend höher ausgebildet zu werden als in an die Trennelemente angrenzenden Bereichen.
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Bei Verwendung eines Polyurethanschaums, welcher insbesondere als Heißschaum oder als Kaltschaum ausgebildet sein kann, als das Schaummaterial kann also das Schaummaterial beziehungsweise die Schaumauflage des Sitzkissens an den gewünschten Stellen einfach hochgeschäumt werden. So lässt sich auf sehr einfache Art eine besonders geringe gegenseitige Beeinflussung der Lüfter erreichen. Zudem ist eine derartige Bereitstellung von Trennelementen kostenneutral, also praktisch ohne zusätzliche Kosten umsetzbar.
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Die Separierung der Lüfter ist also vorliegend besonders einfach zu industrialisieren beziehungsweise herstellungstechnisch zu realisieren, indem beim Schäumen der Auflage beziehungsweise des Polsterelements des Sitzkissens aus dem Schaummaterial zugleich das wenigstens eine Trennelement gebildet wird. Es wird also eine Wand mit in die Auflage geschäumt beziehungsweise die Wand beim Herstellen der Auflage hochgeschäumt, wobei durch die Wand das Trennelement gebildet ist.
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Durch die Trennelemente kann erreicht werden, dass sich die Lüfter nicht mehr gegenseitig negativ beeinflussen. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch eine Trennung der jeweiligen Arbeitsräume der Lüfter eine gegenseitige negative Beeinflussung der Lüfter durch Wirbel besonders weitgehend unterbunden werden kann.
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Dadurch, dass mittels des wenigstens einen Trennelements das vom jeweiligen Lüfter geförderte Volumen von dem von zumindest einem weiteren Lüfter geförderten Volumen separiert wird, kann die Performance oder Leistungsfähigkeit der Sitzbelüftungseinrichtung in besonderem Maße verstärkt oder erhöht werden. Denn bei einer dicht benachbarten Anordnung von Lüftern ohne das Vorsehen von Trennelementen zwischen den einzelnen Lüftern beeinflussen sich die Lüfter gegenseitig. Das real geförderte Luftvolumen liegt dann deutlich unter der theoretischen Summe der einzeln von den Lüftern förderbaren Luftvolumina. Durch das Vorsehen der Trennelemente kann also das von den Lüftern tatsächlich, also für einen Sitzinsassen spürbar geförderte Luftvolumen deutlich vergrößert werden.
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In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist auf einer einem Sitzinsassen zugewandten Oberseite des Schaummaterials ein Abstandsgewirke angeordnet. Das Abstandsgewirke ist durch das aus dem Schaummaterial gebildete wenigstens eine Trennelement in die wenigstens zwei Teilbereiche unterteilt. Durch das Trennen des Abstandsgewirkes in kleinere Einheiten oder Teilbereiche, in welchen jeweils ein Lüfter oder mehrere Lüfter arbeiten, welche weit genug voneinander positioniert sind, lässt sich eine Separierung der Arbeitsräume oder Wirkbereiche der Lüfter auf besonders wirkungsvolle Weise erreichen. Zudem lässt sich eine Reduzierung der Kosten erreichen, wenn in der Sitzanlage anstelle eines großflächigen Abstandsgewirkes kleinere, jeweils voneinander getrennte Stücke des Abstandsgewirkes vorgesehen sind.
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Die vorstehend in der Beschreibung genannten Merkmale und Merkmalskombinationen sowie die nachfolgend in der Figurenbeschreibung genannten und/oder in den Figuren alleine gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es sind somit auch Ausführungen als von der Erfindung umfasst und offenbart anzusehen, die in den Figuren nicht explizit gezeigt oder erläutert sind, jedoch durch separierte Merkmalskombinationen aus den erläuterten Ausführungen hervorgehen und erzeugbar sind. Es sind somit auch Ausführungen und Merkmalskombinationen als offenbart anzusehen, die nicht alle Merkmale eines ursprünglich formulierten unabhängigen Anspruchs aufweisen.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
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1 in einer Draufsicht Komponenten eines Sitzkissens für eine Sitzanlage eines Kraftwagens, bei welcher mittig in dem Sitzkissen ein Trennelement angeordnet ist, welches aus dem Schaummaterial besteht, aus welchem ein Polsterelement des Sitzkissens gebildet ist;
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2 in einer schematischen Schnittansicht den Aufbau eines solchen Sitzkissens;
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3 eine weitere Möglichkeit der Separierung von in dem Sitzkissen angeordneten Lüftern voneinander; und
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4 eine weitere Sitzbelüftungseinrichtung mit insgesamt drei in dem Sitzkissen angeordneten Lüftern, bei welcher die jeweiligen Arbeitsräume der drei Lüfter von Trennelementen eingefasst sind, welche aus dem Schaummaterial gebildet sind.
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Von einer Sitzanlage in Form eines Einzelsitzes für einen Kraftwagen sind in 1 Komponenten eines Sitzkissens 10 gezeigt. Das Sitzkissen 10 umfasst eine aus einem Schaummaterial 12 (vergleiche 2) gebildete Auflage 14, durch welche ein Polsterelement des Sitzkissens 10 gebildet ist. In dem Schaummaterial 12 sind Ausnehmungen 16 vorgesehen (vergleiche 1), in welchen in dem fertiggestellten Sitzkissen 10 (vergleiche 2) jeweilige Lüfter 18, 20 angeordnet sind. Auf einer einem Sitzinsassen der Sitzanlage zugewandten Oberseite 22 des Schaummaterials 12 ist ein Abstandsgewirke 24 angeordnet (vergleiche 2). In 1 ist von dem Sitzkissen 10 lediglich die Auflage 14 mit dem auf der Auflage 14 angeordneten Abstandsgewirke 24 gezeigt.
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In dem fertiggestellten Sitzkissen 10 (vergleiche 2) ist auf dem Abstandsgewirke 24 noch ein perforierter Schnittschaum 26 angeordnet, welcher auch als Komfortschaum oder Komfort-Schnittschaum bezeichnet wird. In dem Schnittschaum 26 sind entsprechende Durchtrittsöffnungen 28 vorgesehen, durch welche hindurch die von den Lüftern 18, 20 geförderte Luft hin zum Sitzinsassen gelangen kann. Schließlich ist auf dem Schnittschaum 26 noch ein Bezugsmaterial 30 angeordnet.
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Vorliegend wird auf einfache Art und Weise dafür gesorgt, dass sich die von dem Schaummaterial 12 umfangsseitig, also in radialer Richtung umgebenen Lüfter 18, 20 gegenseitig möglichst wenig beeinflussen. Hierfür ist aus dem Schaummaterial 12 wenigstens ein Trennelement 32 gebildet, welches in 1 schematisch gezeigt ist.
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Wie aus 2 hervorgeht, trennt das Trennelement 32 das Abstandsgewirke 24 in wenigstens zwei Teilbereiche 34, 36. Die von den jeweiligen Lüftern 18, 20 geförderte Luft kann so besonders ungehindert zum Sitzinsassen gelangen, da sich die Lüfter 18, 20 nicht aufgrund von Wirbeln gegenseitig negativ beeinflussen. Dadurch lässt sich das von den Lüfter 18, 20 insgesamt bereitgestellte Luftvolumen deutlich starker erhöhen, als wenn kein Trennelement 32 die Teilbereiche 34, 36 voneinander trennen würde.
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Bei der in 1 gezeigten Sitzbelüftungseinrichtung ist das Trennelement 32 mittig in dem Sitzkissen 10 angeordnet. Entsprechend ist das Sitzkissen 10 in die beiden Teilbereiche 34, 36 unterteilt, welche in Bezug auf eine in Längsrichtung des Sitzkissens 10 verlaufende Mittelebene symmetrisch sind. Wie anhand der Ausnehmungen 16 in 1 ersichtlich ist, sind bei der in 1 gezeigten Variante in jedem der beiden Teilbereiche 34, 36 zwei Lüfter angeordnet.
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Bei der in 3 gezeigten Variante ist das Trennelement 32 in einer Draufsicht auf das Sitzkissen 10 im Wesentlichen T-förmig ausgebildet. Entsprechend ist das Abstandsgewirke 24 des Sitzkissens 10 in drei Teilbereiche 34, 36, 38 unterteilt. Zwei der Teilbereiche 34, 36 sind in Bezug auf eine in Längsrichtung des Sitzkissens 10 verlaufende Mittelebene symmetrisch. Der dritte Teilbereich 38 ist demgegenüber ein vorderer Endbereich des Sitzkissens 10. Hierbei sind in den beiden bezüglich der Mittelebene symmetrisch ausgebildeten Teilbereichen 34, 36 jeweils ein Lüfter angeordnet und in dem dritten Teilbereich 38 zwei Lüfter. Bei dieser Variante trennt das Trennelement 32 zudem den vorderen Endbereich oder Teilbereich 38 des Sitzkissens 10 von Seitenwangen 40, 42 des Sitzkissens 10 ab.
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Eine weitere Möglichkeit der Separierung von drei Lüftern 18, 20, 44 voneinander in dem Sitzkissen 10 ist in 4 veranschaulicht. Hierbei umgibt ein jeweiliges Trennelement 46, 48, 50 einen jeweiligen Teilbereich 52, 54, 56 umfangsseitig, in welchem ein jeweiliger Lüfter 18, 20, 44 angeordnet ist. Das Sitzkissen 10 kann hierbei genau drei Teilbereiche 52, 54, 56 aufweisen, in welchen jeweils zumindest ein Lüfter 18, 20, 44 angeordnet ist. Das jeweilige Trennelement 46, 48, 50 umschließt den jeweiligen Teilbereich 52, 54, 56 umfangsseitig. In 4 sind die Einheiten oder Stücke des Abstandsgewirkes 24 schematisch gezeigt, welche von dem durch das Schaummaterial 12 gebildeten Trennelement 46, 48, 50 jeweils eingefasst sind. Des Weiteren sind in 4 jeweilige Lüfterräder 58 der Lüfter 18, 20, 44 gezeigt.
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Bei der in 4 gezeigten Variante der Sitzbelüftungseinrichtung sind zwei Teilbereiche 52, 54, in welchen jeweils ein Lüfter 18, 20 angeordnet ist, in Bezug auf eine in Längsrichtung des Sitzkissens 10 verlaufende Mittelebene symmetrisch angeordnet. Der dritte Teilbereich 54 ist demgegenüber ein vorderer Endbereich des Sitzkissens 10. Die beiden symmetrischen Teilbereiche 52, 56 sind zudem in der Draufsicht nicht parallel zu der Mittelebene des Sitzkissens 10 angeordnet. Vielmehr sind die Teilbereiche 52, 56 in der Draufsicht bezogen auf die Mittelebene geneigt ausgerichtet. Hierbei ist ein Abstand zwischen den Teilbereichen 52, 56 im hinteren, also der (nicht gezeigten) Sitzlehne der Sitzanlage näheren Bereich des Sitzkissens 10 geringer als in einem mittleren Bereich des Sitzkissens 10.
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Bei der Anordnung der Lüfter 18, 20, 44 in dem Sitzkissen 10 gemäß 4 ist zudem durch das Vorsehen von lediglich drei Lüftern 18, 20, 44 in dem Sitzkissen 10 dafür gesorgt, dass die Lüfter 18, 20, 44 vergleichsweise weit voneinander beabstandet sind. Auch dies trägt dazu bei, dass sich die Lüfter 18, 20, 44, besonders wenig gegenseitig negativ beeinflussen.
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In 4 ist des Weiteren schematisch eine sich verzweigende Leitung 60 gezeigt, über welche die Versorgung der Lüfter 18, 20, 44 mit elektrischem Strom sichergestellt werden kann.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102014004415 A1 [0002, 0003]