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Die Erfindung betrifft ein digitales Displaysystem, umfassend einen Projektor, welcher innen oder außen an einem Fahrzeug positioniert ist, dessen Strahlengang auf eine, an einer Fahrzeugscheibe befestigte Projektionsfolie gerichtet ist, welche ein Stillbild oder eine bewegte Darstellung an einen Ort außerhalb des Fahrzeuges projiziert.
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Aus der
DE 10 2007 049 922 A1 ist ein in oder an einem Fahrzeug angeordneter Miniprojektor bekannt, welcher innerhalb des Fahrzeuges, beispielsweise an einer Kopfstütze, oder auf dem Dach des Fahrzeuges positioniert ist. Dieser Projektor projiziert seinen Strahlengang auf eine Projektionsfolie, die beispielsweise an einer Seitenscheibe des Fahrzeuges angeordnet ist, derartig, dass ein außerhalb des Fahrzeuges sich aufhaltender Betrachter die von dem Projektor wiedergegebenen Bilder oder Werbung sehen kann. Gleichzeitig können aber auch die von dem Projektor wiedergegebenen Bilder an eine Häuserwand, auf einen Gehweg oder eine Fahrbahn projiziert werden.
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Weiterhin ist es bekannt, mittels eines solchen Miniprojektors, der im Fahrzeuginneren installiert ist, Werbung anzuzeigen, wenn mittels eines GPS-Moduls bekannt ist, dass sich das Fahrzeug in einem vorgegebenen Gebiet aufhält, wie in der Nähe eines Kaufhauses, für welches Werbung gemacht werden soll.
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Nachteilig bei diesen Ausgestaltungen ist, dass immer nur ein, in den Projektor eingestellter Werbebeitrag oder Bild ausgegeben werden kann.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein digitales Displaysystem anzugeben, welches eine vielfältige Anzahl von stehenden oder sich bewegenden Bildern wiedergeben kann.
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Die Aufgabe ergibt sich aus den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, sowie der Erläuterung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in den Figuren dargestellt sind.
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Die Aufgabe ist mit einem digitalen Displaysystem dadurch gelöst, dass der Projektor eine Schnittstelle zum internen Laden von Inhalten eines Stillbildes oder der bewegten Darstellung aufweist und drahtlos mit einer Bedieneinrichtung zum Starten bzw. Beenden und/oder Laden des Stillbildes oder der bewegten Darstellung verbunden ist. Dies hat den Vorteil, dass die Inhalte, welche von dem Projektor an die Umgebung ausgegeben werden, variiert werden können, unabhängig davon, ob das Fahrzeug sich bewegt oder stillsteht. Da diese Übertragung zum größten Teil drahtlos erfolgt, kann der Projektor, welcher bereits im Fahrzeug verbaut ist, jederzeit mit neuen Inhalten versorgt werden.
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Vorteilhafterweise ist in dem Strahlengang des Projektors eine Spiegel/Prisma-Einheit zur gleichzeitigen Ausgabe des Stillbildes oder der bewegten Darstellung in verschiedene Richtungen außerhalb des Fahrzeuges angeordnet. Somit kann beispielsweise Werbung von dem Fahrzeug nach allen Seiten ausgestrahlt werden, so dass diese Werbung eine Vielzahl von Betrachtern erreicht.
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In einer Ausgestaltung umfasst der Projektor eine iBeacon-Empfangseinheit zum Empfang von iBeacon-Signalen zur Aktivierung des Projektors in einem vorgegebenen Bereich. Bei einem iBeacon-System handelt es sich um eine lokale Fläche, in welcher mehrere iBeacon-Sender aufgestellt sind, die kontinuierlich ein iBeacon-Signal ausgeben. Mit dem iBeacon-Signal wird gleichzeitig eine Information ausgegeben, die von dem iBeacon-Empfänger gelesen wird, wenn sich der iBeacon-Empfänger in dem Sendebereich der iBeacon-Sender befindet. Dadurch kann die von dem Projektor ausgegebene bewegte Darstellung bzw. das Stillbild einfach nach dem Eintreten in den Sendebereich der iBeacon-Sender gestartet werden. Bewegt sich der iBeacon-Empfänger aus dem Sendebereich der iBeacon-Sender heraus, so wird die Ausgabe der Bilder abgebrochen oder neue Inhalte werden angezeigt.
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Um neue Programme für Standbilder und Filme in dem Projektor laden zu können, weist der Projektor die unterschiedlichsten Schnittstellen auf, die in USB-, NFC-, WLAN- oder Bluetooth-Technologie ausgebildet sind. Durch die Verwendung dieser weit verbreiteten Schnittstellen ist ein einfaches Laden des Projektors mit neuen Inhalten möglich.
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In einer Variante weisen der Projektor und/oder die Fahrzeugscheibe eine schaltbare Transparenz auf. Mittels einer solchen schaltbaren Transparenz lassen sich die wiedergegebenen Inhalte in verschiedenen Schattierungen und Kontrastierungen wiedergeben und daher sehr abwechslungsreich gestalten.
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In einer Weiterbildung ist der Projektor an einem Dachhimmel innerhalb des Fahrzeuges positioniert. Damit können einfach innerhalb des Fahrzeuges die gewünschten Bilder in die Fahrzeugscheibe projiziert werden.
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Alternativ ist der Projektor auf einem Dach des Fahrzeuges positioniert. Die Positionierung auf dem Dach erlaubt eine besonders einfache Ausgabe des Stillbildes oder der bewegten Darstellung an Wänden von Häusern, an Grünflächen oder den Straßenboden.
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Vorteilhafterweise ist die Bedieneinheit des Projektors als Smartphone oder als fahrzeugeigene Bedieneinheit ausgebildet. Die Verwendung der fahrzeugeigenen Bedieneinheit lässt eine Änderung der von dem Projektor ausgegebenen Inhalte während der Fahrt zu. Ein Laden des Projektors mit neuen Inhalten ist besonders komfortabel über ein Smartphone möglich, da man sich dazu nicht unmittelbar am Fahrzeug aufhalten muss.
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In einer Variante wird das Stillbild oder die bewegte Darstellung auf einer OLED-Anzeigeeinheit wiedergegeben, die an einer Außenseite des Fahrzeuges oder einem Fahrzeuginnenteil angeordnet ist. Die Verwendung der OLED-Anzeigeeinheit erlaubt eine flächen- und formatunabhängige brillante farbliche Darstellung der anzuzeigenden Inhalte bei optimaler Ausnutzung der durch das Fahrzeug vorgegebenen Interieur- bzw. Exterieurgeometrie.
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Eine Weiterbildung der Erfindung betrifft ein Fahrzeug. Dieses Fahrzeug umfasst ein digitales Displaysystem, welches nach mindestens einem der in dieser Schutzrechtsanmeldung wiedergegebenen Merkmale ausgebildet ist.
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In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird eine zusätzliche Schnittstelle zur Nutzung hochfrequenter Baken- bzw. short range Technologie (SCR) bereitgestellt.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der – gegebenenfalls unter Bezug auf die Zeichnung – zumindest ein Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Beschriebene und/oder bildlich dargestellte Merkmale können für sich oder in beliebiger, sinnvoller Kombination den Gegenstand der Erfindung bilden, gegebenenfalls auch unabhängig von den Ansprüchen, und können insbesondere zusätzlich auch Gegenstand einer oder mehrerer separater Anmeldung/en sein. Gleiche, ähnliche und/oder funktionsgleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.
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Es zeigen:
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1 ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Fahrzeuges,
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2 ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Fahrzeuges,
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3 ein Ausführungsbeispiel eines Projektors.
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In 1 ist ein Fahrzeug 1, beispielsweise ein Personenkraftwagen, dargestellt. Es ist aber auch vorstellbar, dass das Fahrzeug als Lastkraftwagen, als Van, als Bus, als Kabinenroller, als Anhänger, als Zug oder als Flugzeug ausgebildet ist. In diesem Fahrzeug 1 ist am Dachhimmel ein Miniprojektor 3 angeordnet, welcher auf eine Seitenscheibe 5 des Fahrzeuges 1 einen Strahlengang projiziert. Die Seitenscheibe 5 ist dabei mit einer Projektionsfolie 7 beschichtet, wodurch eine Rückprojektion erfolgt, so dass außerhalb des Fahrzeuges 1 das von dem Miniprojektor 3 ausgesandte Standbild oder eine bewegte Darstellung sichtbar ist. Der Miniprojektor 3 wird dabei von einer Bedieneinheit 7 des Fahrzeuges 1 drahtlos bedient. Es ist aber auch möglich, dass der Miniprojektor 3 drahtlos mit einem Smartphone 9 in Verbindung steht, mittels welchem er über Internet kommuniziert.
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In 2 ist eine Draufsicht auf ein Fahrzeug 11 dargestellt, bei welchem der Miniprojektor 3 auf dem Fahrzeugdach 13 angeordnet ist. Im Strahlengang des Miniprojektors 3 ist dabei eine Spiegel/Prisma-Einheit 15 angeordnet, welche die von dem Miniprojektor 3 ausgestrahlten Inhalte nach mehreren Seiten in die Umgebung des Fahrzeuges 1 abstrahlt. Somit können beispielsweise die dargestellten Inhalte an den Wänden von Häusern oder auf den Straßenboden projiziert werden.
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Alternativ ist es aber auch vorstellbar, dass der Miniprojektor 3 seinen Strahlengang vom Fahrzeuginneren gegen ein Panorama-Variodach richtet, welches als Glasdach mit schaltbarer Transparenz ausgebildet ist. Dadurch sind die von dem Miniprojektor 3 ausgegebenen Inhalte von oben sichtbar.
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3 zeigt ein Ausführungsbeispiel des Miniprojektors 3, welcher mehrere Schnittstellen aufweist. So besitzt der Miniprojektor 3 eine USB-Schnittstelle 17, eine WLAN-Schnittstelle 19 und eine Bluetooth-Schnittstelle 21. Über die Bluetooth-Schnittstelle 21 kann der Miniprojektor 3 einfach mit der Bedieneinheit 7 des Fahrzeuges 1 korrespondieren, während er über die WLAN-Schnittstelle 19 mit dem Smartphone 9 in Verbindung treten kann. Über diese drahtlosen Schnittstellen 19, 21 kann der Miniprojektor 3 einfach gesteuert werden, d. h. er kann ein- oder ausgeschaltet werden.
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Alternativ oder komplementär kann der Miniprojektor 3 auch mit einer am Fahrzeug angebrachten NFC-Lösung ausgestattet sein, so dass etwa Passanten/Personen mit NFC-fähigen Endgeräten Inhalte auf Ihrem Gerät angezeigt bekommen oder auch Daten selbst an den Miniprojektor 3 übermitteln, die dann etwa angezeigt werden können.
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Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass über diese genannten Schnittstellen 17, 19, 21 dem Miniprojektor 3 neue Inhalte zugeführt und vorhandene Inhalte entfernt werden, so dass die von dem Miniprojektor 3 wiedergegebenen Texte oder Bilder variiert werden können. So können Bilder oder auch Werbung vielseitig während der Fahrt oder während des Stillstandes des Fahrzeuges 1 wiedergegeben werden.
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Darüber hinaus besitzt der Miniprojektor 3 einen iBeacon-Empfänger 23, welcher ständig aktiv ist. Bei einer Fahrt in einen Sendebereich von iBeacon-Sendern wird der Miniprojektor 3 aktiviert und gibt stehende oder bewegte Darstellungen aus. Beim Verlassen des Sendebereichs der iBeacon-Sender wird der Miniprojektor 3 wieder abgeschaltet.
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Zwar wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel nur ein Miniprojektor 3 erwähnt. Die Erfindung ist aber nicht darauf beschränkt. Der Projektor kann alternativ auch als LED-Beamer ausgestaltet sein, der onlinefähig ist und eine Remote-Funktion aufweist.
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Aufgrund der vorgeschlagenen Lösung kann jeder Inhalt in Realzeit dargestellt und administriert werden. Es lassen sich neue Geschäftsmodelle für Fahrzeugsponsoren und somit neue Leasing- und Finanzierungsmodelle darstellen. Die weltweit bestehende Mobilität zu Logikobjekten ist mittels dieses digitalen Displaysystems nachrüstbar.
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Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert und erläutert wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen. Es ist daher klar, dass eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten existiert. Es ist ebenfalls klar, dass beispielhaft genannte Ausführungsformen wirklich nur Beispiele darstellen, die nicht in irgendeiner Weise als Begrenzung etwa des Schutzbereichs, der Anwendungsmöglichkeiten oder der Konfiguration der Erfindung aufzufassen sind. Vielmehr versetzen die vorhergehende Beschreibung und die Figurenbeschreibung den Fachmann in die Lage, die beispielhaften Ausführungsformen konkret umzusetzen, wobei der Fachmann in Kenntnis des offenbarten Erfindungsgedankens vielfältige Änderungen beispielsweise hinsichtlich der Funktion oder der Anordnung einzelner, in einer beispielhaften Ausführungsform genannter Elemente vornehmen kann, ohne den Schutzbereich zu verlassen, der durch die Ansprüche und deren rechtliche Entsprechungen, wie etwa weitergehenden Erläuterungen in der Beschreibung, definiert wird.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Fahrzeug
- 3
- Miniprojektor
- 5
- Seitenscheibe
- 7
- Bedieneinheit
- 9
- Smartphone
- 11
- Fahrzeug
- 13
- Fahrzeugdach
- 15
- Spiegelprisma-Einheit
- 17
- USB-Schnittstelle
- 19
- WLAN-Schnittstelle
- 21
- Bluetooth-Schnittstelle
- 23
- iBeacon-Empfänger
- 25
- Projektionsfolie
- 27
- Internet
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102007049922 A1 [0002]