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Gebiet der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vernichtung von Medikamenten und/oder Giftstoffen und/oder ihren Metaboliten mithilfe von funktionalisierten, nicht funktionalisierten, aggregierten, nicht aggregierten, agglomerierten, nicht agglomerierten, geträgerten und/oder nicht geträgerten Polyoxometallat-Mikro- und/oder -Nanopartikeln.
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Stand der Technik
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Der in der vorliegenden Anmeldung zitierte Stand der Technik wird durch Bezugnahme Bestandteil der vorliegenden Anmeldung.
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Nosokomiale Infektionen oder Krankenhausinfektionen sind Infektionen, die im Zuge eines Aufenthalts oder einer Behandlung in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen auftreten. Um diese Krankenhausinfektionen zu verhindern, müssen die Regeln der Hygiene unter anderem auch durch die Körperpflege streng eingehalten werden. Zu diesem Zweck werden den Reinigungs- und Körperpflegemitteln Biozide, wie
- – Akarizide gegen Milben,
- – Algizide gegen Algen,
- – Bakterizide und Bakteriostatika gegen Bakterien und Bakterienfilme,
- – Fungizide gegen Pilze,
- – Insektizide gegen Insekten,
- – mikrobiozide Ausrüstung gegen Keime,
- – Molluskizide gegen Schnecken,
- – Nematizide gegen Fadenwürmer und
- – Viruzide gegen Viren,
zugesetzt.
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Beispiele bekannter Biozide sind 10,10'-Oxybisphenoxoarsin (OBPA), Octylisothiazolinon (OIT), Dichlorctylisothiazolinon (DCOIT), Butylbenzisothiazolinon (BBIT), Iodocarb (3-Iod-2-propinylbutylcarbamat), Zink-Pyrithion (Zinksalz von Pyridin-2-thiol-1-oxid), Trichlosan (polychlorierte Phenoxyphenole), Silberionen und Silber, insbesondere in der Form von Silbernanopartikeln.
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Mit der weltweit zunehmenden Reistätigkeit von Personen und des zunehmenden Austauschs von Gütern wächst auch die Gefahr der Verbreitung von Krankheiten. Betroffen sind hier insbesondere Orte, an denen eine große Anzahl von Personen zusammenkommt und abgefertigt wird und/oder eine große Anzahl von Gütern umgeschlagen wird, wie Bahnhöfe, Flughäfen und Schiffsterminals. An diesen Orten gibt es zahllose Gegenstände und Oberflächen, die mittelbar oder unmittelbar mit Personen in Kontakt kommen und daher die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern bergen.
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Weil die bekannten Biozide Nachteile wie ein enges Anwendungsspektrum, eine vergleichsweise hohe Toxizität, die Neigung, Resistenzen und Kreuzresistenzen hervorzurufen, und eine noch weit gehend ungeklärte ökologische Langzeitwirkung aufweisen, können sie nur sehr wenig oder gar nichts zur Lösung dieser global auftretenden Probleme beitragen.
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Ein weiteres schwer wiegendes Problem besteht darin, dass Patienten, die Medikamente einnehmen müssen, überschüssige Medikamente und ihre Metaboliten über den Speichel, die Atemluft, den Urin, durch Defäkation und durch Schweiß über die Haut ausscheiden. Dadurch gelangen überschüssige Medikamente und ihre Metaboliten in die Kleidung und die Bettwäsche und können durch Kontakt über das Pflegepersonal und andere Patienten in unerwünschter Weise in Krankenhäusern, Arztpraxen oder der sonstigen Umwelt verbreitet werden. Außerdem können solche überschüssige Medikamente und ihre Metaboliten nicht durch einfaches Waschen oder chemische Reinigung entfernt werden.
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Dasselbe Problem entsteht ebenfalls, wenn Patienten Giftstoffe aufgenommen haben und wieder ausscheiden.
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Es stellt sich daher die Aufgabe, ein Verfahren bereitzustellen, mit dem überschüssige Medikamente und/oder Giftstoffe und/oder ihre Metabolite in einfacher Weise vernichtet werden können, ohne dass dabei die Patienten, das Krankenhauspersonal, das Praxispersonal und die Umwelt belastet werden.
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Polyoxometallate sind anorganische Polysäuren mit – im Gegensatz zu Isopolysäuren – mindestens zwei verschiedenen Zentralatomen. Heteropolysäuren entstehen aus jeweils schwachen, mehrbasischen Oxosäuren eines Metalls (meist Chrom, Molybdän, Vanadium oder Wolfram) und eines Nichtmetalls (meist Arsen, Iod, Phosphor, Selen, Silicium oder Tellur) als partielle gemischte Anhydride; Beispiel: H3[PM12O40]: 12-Molybdatophosphorsäure (M = Mo) bzw. 12-Wolframatophosphorsäure (M = W). Als zweites Zentralatom können auch Actinoide oder Lanthanoide fungieren; dabei sind die Wolfram-Heteropolysäuren thermisch wesentlich stabiler als die analogen Molybdän-Verbindungen. Als Keggin-Säuren bezeichnet man gelegentlich Heteropolysäuren der allgemeinen Formulierung [(EO4)M12O36]n-8 mit n = Wertigkeit des tetraedrisch koordinierten Elements E (z. B. Bor, Silicium, Zink). Mit oktaedrisch koordiniertem Heteroatom findet man häufig den Heterohexametallat-Typ [(EO6)M6O18]n-12 (Anderson-Evans-Anionen) [vgl. Römpp Online, Version 3.47 >>Heteropolysäuren<<].
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In ihrem Artikel >>Fabrication and Characterization of Antibacterial-active Multilaer Films Based on Keggin Polyoxometalates and Methylene Blue<<, in Z. Naturforsch. 2010, 65b, Seiten 140 bis 146, beschreiben Dan Chen, Jun Peng, Haijun Pang, Pengpeng Zhang, Yuan Chen, Yan Shen, Chanyung Chen und Huiyuan Ma, mehrschichtige Filme auf der Basis der Keggin-Polyoxometallate alpha-[SiW12O40]4-/alpha-[PMo12O40]3-, die antibakterielle Wirkung gegen Escherichia coli zeigen.
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In ihrem Artikel >>hancement of antibacterial activity of beta-lactam antibiotics by [P2W18O62]6-, [SiMo12O40]4-, and [PTi2W10O40]7- against methicillin-resistant and vacomycinresistant Staphylococcus aureus<< in Journal of Inorganic Biochemistry, 100 (2006), Seiten 1225 bis 1233, beschreiben Miyauo Inue, Tokomo Suzuki, Yutaka Fujita, Mayumi Oda, Nobuhiro Matsumato und Thoshihiro Yamase die Erhöhung der antibakteriellen Wirkung von Beta-Lactam-Antibiotika durch die vorstehend genannten Heteropolysäuren.
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In ihrem Artikel >>Antibacterial activity of highly negative charged polyoxotungsstates, K27[KAs4W40O140] and K18[KSb9W21O86], and Keggin-structural polyoxotungstates agaist Helicobacter pylori<<, in Journal of Inorganic Biochemistry, 99 (2005), Seiten 1023 bis 1031, beschreiben Miyao Inoue, Keiko Segawa, Sae Matsunaga, Nobuhiro Matsumoto, Mayumi Oda und Toshihiro Yamase die antibakterielle Aktivität dieser Polyoxometallate (POM) auf der Basis der Bestimmung der minimalen inhibitorischen Konzentration (MIC), und der fraktionellen inhibitorischen Konzentration (FIC), des Todeszeitpunkts der Bakterien, der bakteriellen Morphologie und der Aufnahme der POM in die Bakterienzellen.
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In ihrem Artikel >>Fabrication and characterization of multilayer films based on Keggin-type polyoxometalate and chitosan, in Materials Letters, 60 (2006), Seiten 1588 bis 1593, beschreiben Yuhua Feng, Zhangan Han, Jun Pen, Jun Lu, Bo Xue, Li Li, Huiyuan Ma und Enbo Wang mehrschichtige Filme auf der Basis der Polyoxometallaten vom Keggin-Typ alpha-[SiW12O40]4– und alpha-[PMo12O40]3- und kationischem Chitosan.
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In ihrem Artikel >>Preparation, characterization and antibacterial activity of chitosan-Ca3V10O28 complex membrane<<, in Carbohydrate Polymers, 64 (2006), Seiten 92 bis 97, beschreiben Shuiping Chen, Guozhong Wu, Dewu Long und Yaodang Liu eine Chitosan-Ca3V10O28-Komplex-Membran mit anhaltender antimikrobieller Wirkung. Die Membran wird hergestellt durch die Selbstassemblierung von V10O28 6– und Chitosan unter Verwendung von Ca2+ als Bindeglied.
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In ihrem Artikel >>Studies of the first antibacterial agent pipemidic acid modifying Keggin polyoxometalate<< in Inorganic Chemical Communication, 14, Seiten 1192 bis 1195, 2011, beschreiben C. Li et al. ein Addukt von POM mit Pipemidsäure (HPPA) der Formel {[Co(PPA)2]H2[SiW12O40]}.HPPA.3H2O und seine Antitumorwirkung auf MCF-7-Zellen.
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In ihrem Artikel >>Study on ligation of copper complexes of the quinolone antibacterial drugs and octamolybdates<< in Polyhedron 31, Seiten 422 bis 430, 2012 beschreiben J.-Q. Sha et al. die Antitumoraktivität von
- – [Cu(II)(Enrofloxacin)2(H2O)2]H2[b-Mo8O26]·4H2O,
- – [Cu(II)2(Pipemidinsäure)4][d-Mo8O26]·4H2O,
- – [Cu(II)2(Norfloxacin)2(H2O)2][b-Mo8O26] und
- – [Cu(II)2(Enoxazin)2(H2O)4][b-Mo8O26]·2H2O.
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In Ihrem Artikel >>Studies an the interactions of Ti-containing polyoxometalates (POMs) with SARS-CoV 3Clpro by molecular modeling<< in Journal of Inorganic Biochemistry, 101, Seiten 89 bis 94, 2007, beschreiben D. Hu et al. die SARS-Aktivität der Isomeren von [a-PTi2W10O40]7–.
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Aus der amerikanischen Patentanmeldung US 2004/0185078 A1, dem amerikanischen Patent
US 6,713,076 B1 , dem europäischen Patent
EP 1 078121 B1 und der europäischen Patentanmeldung
EP 1439261 A2 geht ein Verfahren zur Entfernung von Schadstoffen aus der Gasphase oder der flüssigen Phase hervor, bei dem ein Stoff auf der Basis von Cellulosefasern mit eingelagerten POM mit der verunreinigten Gasphase oder flüssigen Phase in Kontakt gebracht wird.
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Aus dem amerikanischen Patent
US 6,911,470 B1 sind POM mit antiretroviraler Aktivität bekannt.
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Aus den amerikanischen Patenten
US 5,824,706 und
US 6,020,369 sind die Prävention und die Behandlung von viralen Infektionen der Atemwege bekannt, bei dem ein POM-haltiges Aerosolspray in die Lungen appliziert wird.
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Aus der amerikanischen Patentanmeldung US 2008/0187601 A1 und den amerikanischen Patenten
US 6,723,349 B2 und
US 7,097,858 B2 sind topische POM-haltige Zusammensetzungen bekannt, mit deren Hilfe Schadstoffe, insbesondere Kampfstoffe, aus der Umwelt entfernt werden. Zusätzlich können die topische Zusammensetzungen noch Cer-, Silber-, Gold- oder Platinverbindungen enthalten. Als Träger können insbesondere Perfluorpolyether (PFPE) verwendet werden. So kann der Kampfstoff 2-Chlorethylethylsulfid (CEES) in der Gegenwart der POM als Katalysatoren quantitativ zu 2-Chlorethylethylsulfoxid (CEESO) oxidiert werden. Diese bekannten topischen Zusammensetzungen weisen den Nachteil auf, dass sie sich nicht durch Wasser von der Haut entfernen lassen.
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Aus der internationalen Patentanmeldung
WO 2006/036269 A2 sind Mikrosphären einer Teilchengröße von 1 bis 2000 μm bekannt, die ein hydrophiles Polymeres wie oxidierte Cellulose mit zahlreichen seitenständigen anionischen Gruppen und POM enthalten. Die Mikrosphären werden für die Fixierung und die Dosierung von therapeutischen Radioisotopen verwendet.
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Das rumänische Patent 122728 offenbart ein Verfahren zum Bleichen von Naturfasern mit Sauerstoff, bei dem POM als Katalysatoren verwendet werden.
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Das moldavische Patent
MD 4014 B1 offenbart POM mit Antitumorwirkung.
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Aus dem amerikanischen Patent
US 6,387,841 B1 sind Katalysatoren für die Umwandlung von Alkanen in ungesättigte Verbindungen bekannt, die oxidische Katalysatoren enthalten, die auf Polyoxometallaten geträgert sind.
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Aus den amerikanischen Patenten
US 6,043,184 ,
US 6,196,202 B1 und
US 5,990,348 sind Katalysatoren zur Umwandlung von Alkanen in ungesättigte Carbonsäuren bekannt, die Polyoxometallate enthalten, die auf großporigen Polyoxometallaten geträgert sind.
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Aus dem amerikanischen Patent
US 6,596,896 B2 ist ein Verfahren für die Herstellung eines aromatischen Carbonats durch die Reaktion einer aromatischen Monohydroxyverbindung mit Kohlenmonoxid und Sauerstoff bekannt. Die Reaktion wird in der Gegenwart einer Palladiumverbindung, eines Redoxkatalysators, eines Polyoxometallats und einem quartären Ammonium- oder Phosphoniumsalz durchgeführt.
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Aus dem amerikanischen Patent
US 8,129,069 B2 ist ein Komposit als Brennstoffzellen-Komponente bekannt, das ein protonenleitendes Polymer, ein wasserunlösliches protonenleitendes anorganisches Material sowie ein Polyoxometallat enthält.
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Dass die Teilchengröße der Polyoxometallate (POM) eine wesentliche Rolle bei der Problemlösung spielen könnte, lässt sich aus dem Stand der Technik nicht ableiten.
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In der älteren deutschen Patentanmeldung
DE 10 2014 006 519.7 vom 3.5.2014 wird die Verwendung magnetischer und/oder magnetisierbarer, polymerer Mikro- und/oder Nanocomposite zur Herstellung komplexer, magnetischer und/oder magnetisierbarer Formteile mithilfe additiver Fabrikatoren beschrieben. Die magnetischen und/oder magnetisierbaren polymeren Mikro- und/oder Nanocomposite können neben den magnetischen und/oder magnetisierbaren Mikro- und/oder Nanopartikeln auch POM-Mikro- und/oder Nanopartikel enthalten, die indes nicht näher spezifiziert werden.
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Aufgabe der Erfindung
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Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zu Grunde, Medikamente und/oder Giftstoffe und/oder ihre Metaboliten in einfacher Weise zu vernichten, so dass die Medikamente und/oder Giftstoffe und/oder ihre Metaboliten, die die Patienten über den Speichel, die Atemluft, den Urin, durch Defäkation und durch Schweiß über die Haut ausscheiden, nicht mehr länger in die Kleidung, Bettwäsche, Kissen, Decken, Polster und/oder Matratzen gelangen und durch Kontakt über das Pflegepersonal und andere Patienten in unerwünschter Weise in Krankenhäusern, Arztpraxen oder der sonstigen Umwelt verbreitet werden.
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Erfindungsgemäße Lösung
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Demgemäß wurde das Verfahren zur Vernichtung von Medikamenten und/oder Giftstoffen und/oder ihren Metaboliten gefunden, bei dem die Medikamente und/oder Giftstoffe und/oder ihre Metabolite mit mindestens ein Typ von funktionalisierten, nicht funktionalisierten, aggregierten, nicht aggregierten, agglomerierten, nicht agglomerierten, geträgerten und/oder nicht geträgerten Polyoxometallat-Mikro- und/oder -Nanopartikel einer mittleren Teilchengröße von 1 nm bis < 1000 μm in Kontakt gebracht werden und das im Folgenden als >>erfindungsgemäßes Verfahren<< bezeichnet wird.
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Vorteile der Erfindung
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Im Hinblick auf den Stand der Technik war es überraschend und für den Fachmann nicht vorhersehbar, dass die Aufgabe, die der vorliegenden Erfindung zu Grunde lag mithilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens gelöst werden konnte.
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Insbesondere überraschte, dass durch das erfindungsgemäße Verfahren überschüssige Medikamenten und/oder Giftstoffen und/oder ihre Metaboliten in einfacher Weise vernichtet werden konnten, so dass die Medikamente und/oder Giftstoffe und/oder ihre Metaboliten, die Patienten über den Speichel, die Atemluft, den Urin, durch Defäkation und durch Schweiß über die Haut ausschieden, nicht mehr auf und in die Kleidung, Bettwäsche, Kissen, Decken, Polster und/oder Matratzen gelangten und durch Kontakt über das Pflegepersonal und andere Patienten in unerwünschter Weise in Krankenhäusern, Arztpraxen oder der sonstigen Umwelt weiter verbreitet wurden.
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Außerdem überraschte, dass die erfindungsgemäß zu verwendenden Mikro- und/oder Nanopartikel über dies hinaus ein breites biozides Anwendungsspektrum und – wenn überhaupt – nur eine sehr geringe Toxizität gegenüber Menschen, Tieren und Pflanzen aufwiesen. Des Weiteren riefen die erfindungsgemäß zu verwendenden bioziden Polyoxometallat-Mikro- und/oder Nanopartikel keine Resistenzen und Kreuzresistenzen hervor und waren ökologisch unbedenklich. Sie zersetzten und/oder entmischten sich auch nicht bei längerer Lagerung und/oder ihrem Transport bei wechselnden Temperaturen und wechselnder Luftfeuchtigkeit.
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Es war ein ganz besonderer zusätzlicher Vorteil der erfindungsgemäß zu verwendenden Polyoxometallat-Mikro- und/oder Nanopartikeln, dass sie auch hervorragend im Rahmen der Prävention und der Therapie von nosokomialen Infektionen oder Krankenhausinfektionen und im Rahmen der Prävention der Übertragung von Infektionen an Gegenständen, die mittelbar oder unmittelbar mit Personen oder Tieren in Kontakt kommen, angewendet werden konnten. Darüber hinaus förderten entsprechend ausgerüsteten Verbandmaterialien die Wundheilung und verhinderten die Narbenbildung.
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Detaillierte Beschreibung der Erfindung
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Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bezeichnet der Begriff >>Nanopartikel<< einer mittleren Teilchengröße von 1 nm bis < 1000 nm.
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Des Weiteren bezeichnet der Begriff >>Mikropartikel<< Partikel einer mittleren Teilchengröße von 1 μm bis < 1000 μm.
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Für das erfindungsgemäße Verfahren sind Heteropolysäuren bzw. Polyoxometallate (POM) in der Form von Mikro- und/oder Nanopartikeln einer mittleren Teilchengröße von 1 nm bis < 1000 μm, vorzugsweise 2 nm bis 500 μm, bevorzugt 5 nm bis 250 μm, besonders bevorzugt 5 nm bis 150 μm und insbesondere 5 nm bis 100 μm wesentlich. Im Folgenden werden sie als >>POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel<< bezeichnet.
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Die mithilfe der Transmissionselektromikroskopie (TEM), Rasterelektronenmikroskopie (REM), Rastertransmissionselektromikroskopie (RTEM), Rasterkraftmikroskopie (AFM) oder Rastertunnelmikroskopie (TRM) gemessene mittlere Teilchengröße der erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel kann sehr breit variieren und hervorragend den anderen Komponenten und Verfahrensmaßnahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens angepasst werden.
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Die POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel können auch die unterschiedlichsten Morphologien und geometrischen Formen aufweisen, so dass sie hervorragend den anderen Bestandteilen der erfindungsgemäßen bioziden Ausrüstungen und ihrem jeweiligen Verwendungszweck angepasst werden können.
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So können sie kompakt sein sowie mindestens einen Hohlraum und/oder eine Kern-Schale-Struktur, wobei der Kern und die Schale aus unterschiedlichen Materialien aufgebaut sein können, aufweisen. Sie können auch unterschiedliche geometrische Formen wie Kugeln, Ellipsoide, Würfel, Quader, Pyramiden, Kegel, Zylinder, Rhomben, Dodekaeder, abgestumpfte Dodekaeder, Ikosaeder, abgestumpfte Ikosaeder, Hanteln, Tori, Plättchen oder Nadeln mit kreisförmigem, ovalen, elliptischen, quadratischen, dreieckigen, viereckigen, fünfeckigen, sechseckigen, siebeneckigen, achteckigen oder sternförmigen (drei-, vier-, fünf- oder mehrzackig) Umriss haben. Dabei können gegebenenfalls vorhandene Kanten und Ecken abgerundet sein. Es können sich auch zwei oder mehr Mikro- und/oder Nanopartikel unterschiedlicher Morphologie und/oder geometrischer Form zusammenlagern. Beispielsweise können kugelförmige POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel spitze Auswüchse in Kegelform haben. Oder zwei oder drei zylinderförmige POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel können sich derart zusammenlagern, dass sie ein T-förmiges oder Y-förmiges Teilchen bilden. Des Weiteren kann ihre Oberfläche Vertiefungen aufweisen, so dass die POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel eine erdbeer-, himbeer- oder brombeerförmige Morphologie haben. Nicht zuletzt können die Hanteln, Tori, Nadeln oder Plättchen in mindestens einer Richtung des Raumes gebogen sein.
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Der Durchmesser der POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel kann sehr breit variieren und daher hervorragend dem jeweiligen Verwendungszweck des erfindungsgemäßen Verfahrens angepasst werden.
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Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist der Durchmesser der erfindungsgemäßen verwendenden POM-Mikro- und/oder -Nanopartikeln, die keine Kugelform aufweisen, gleich der längsten, durch die jeweiligen Mikro- und/oder Nanopartikel gelegten Strecke.
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Vorzugsweise liegt der Durchmesser bei 1 nm bis < 1000 μm, vorzugsweise 2 nm bis 500 μm, bevorzugt 5 nm bis 250 μm, besonders bevorzugt 5 nm bis 150 μm und insbesondere 5 nm bis 100 μm.
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Die elementare Zusammensetzung und die Struktur der POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel können ebenfalls sehr breit variieren.
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Bekannt ist beispielsweise die Einteilung der POM in die folgenden Strukturen:
- – das Lindquist-Hexamolybdatanion, Mo6O19 2–,
- – das Decavanadatanion, V10O28 6–,
- – das Paratungstatanion B, H2W12O42 10–,
- – Mo36-Polymolybdate, Mo36O112(H2O)8–,
- – die Strandberg-Struktur, HP2Mo5O23 4–,
- – die Keggin-Struktur, XM12O40 n–,
- – die Dawson-Struktur, X2M18O62 n–,
- – die Anderson-Struktur, XM6O24 n–,
- – die Allman-Waugh-Struktur, X12M18O32 n–,
- – die Weakley-Yamase-Struktur, XM10O36 n–, und
- – die Dexter-Silverton-Struktur, XM12O42 n–.
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Die Hochzahl n ist hier eine ganze Zahl von 3 bis 20 bezeichnet die Wertigkeit eines Anions, die in Abhängigkeit von den Variablen X und M variiert.
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Als ein weiteres Ordnungsprinzip für POM können die Formeln I bis XIII dienen:
- – (BW12O40)5– (I),
- – (W10O32)4– (II),
- – (P2W18O62)6– (III),
- – (PW11O39)7– (IV),
- – (SiW11O39)8– (V),
- – (HSiW9O34)9– (VI),
- – (HPW9O34)8– (VII),
- – (TM)4(PW9O34)t– (VIII),
- – (TM)4(P2W15O56)2 t– (IX),
- – (NaP5W30O110)14– (X)
- – (TM)3(PW9O34)2 12– (XI) und
- – (P2W18O6)6– (XII).
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In den Formeln I bis XII steht TM für ein zweiwertiges oder dreiwertiges Übergangsmetallion wie Mn2+, Fe2+, Fe3+, Co2+, Co3+, Ni2+, Cu2+ und Zn2+. Die Hochzahl t ist eine ganze Zahl und bezeichnet die Wertigkeit eines Anions, die in Abhängigkeit von der Wertigkeit der Variable TM variiert.
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Des Weiteren kommen POM der allgemeinen Formel XIII in Betracht:
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In der Formel XIII steht die Variable A für Phosphor, Silicium oder Germanium und der Index x steht für 0 oder für eine ganze Zahl von 1 bis 40. Der Index y steht für eine ganze Zahl von 1 bis 10, der Index a steht für eine ganze Zahl von 1 bis 8 und der Index b ist eine ganze Zahl von 15 bis 150. Die Hochzahl z variiert in Abhängigkeit von der Natur und dem Oxidationsgrad der Variable A. Es kommen auch die Aquakomplexe und die aktiven Fragmente der POM XIII in Betracht.
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Wenn der Index x gleich 0 ist, ist y bevorzugt gleich 6-a, wobei der Index a gleich einer ganzen Zahl von 1 bis 5 ist und der Index b gleich 19 ist.
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Wenn die Variable A gleich Silicium oder Germanium ist, ist der Index x gleich 2, der Index y gleich 18, der Index a gleich 6 und der Index b gleich 77.
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Wenn die Variable A gleich P ist, ist der Index x gleich 2 oder 4, der Index y gleich 12, 15, 17 oder 30, der Index a gleich 1, 3 oder 6 und der Index b gleich 62 oder 123.
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Vorzugsweise werden die Anionen I bis XIII in der Form von Salzen mit Kationen, die für die Reinigung und Körperpflege und die pharmazeutische Anwendung zugelassen sind, angewandt.
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Beispiele geeigneter Kationen sind
- – H+, Na+, K+ und NH4 +
- – Mono-, Di-, Tri- oder Tetra-(C1-C20-alkylammonium) wie Pentadecyldimethylferrocenylmethylammonium, Undecyldimethylferrocenylmethylammonium, Hexadecyltrimethylammonium, Octadecyltrimethylammonium, Didodecyldimethylammonium, Ditetradecyldimethylammonium, Dihexadecyldimethylammonium, Dioctadecyldimethylammonium, Dioctadecylviologen, Trioctadecylmethylammonium und Tetrabutylammonium,
- – Mono-, Di-, Tri- oder Tetra-(C1-C20-alkanolammonium) wie Ethanolammonium Diethanolammonium und Triethanolammonium
- – Monokationen natürlich vorkommender Aminosäuren wie Histidinium (HISH+), Argininium (ARGH+) oder Lysinium (LYSH+) oder Oligo- oder Polypeptide mit einem oder mehreren protonierten basischen Aminosäurerest(en).
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[Vgl.
US 6,020,369 , Spalte 3, Zeile 6, bis Spalte 4, Zeile 29)
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Beispiele geeigneter POM gehen aus der Tabelle 1 hervor. Tabelle 1: Summenformeln von geeigneten POM
a) | Nr. | Summenformel | Strukturfamilie |
| 1 | [(NMP)2H]3PW12O40 | |
| 2 | [(DMA)2H]3PMo12O40 | |
| 3 | (NH4)17Na[NaSb9W21O86] | Anorganisches Kryptat |
| 4 | a- und b-H5BW12O40 | Anorganisches Kryptat |
| 5 | a- und b-H6ZnW12O40 | Anorganisches Kryptat |
| 6 | a- und b-H6P2W18O62 | Anorganisches Kryptat |
| 7 | alpha-(NH4)6P2W18O62 | Wells-Dawson-Struktur |
| 8 | K10Cu4(H2O)2(PW9O34)2·20H2O | Wells-Dawson-Struktur |
| 9 | K10Co4(H2O)2(PW9O34)2·20H2O | Wells-Dawson-Struktur |
| 10 | Na7PW11O39 | Wells-Dawson-Struktur |
| | Na7PW11O39·20H2O + 2C6H5P(O)(OH)2 | Wells-Dawson-Struktur |
| 11 | [(n-Butyl)4N]4H3PW11O39 | Wells-Dawson-Struktur |
| 12 | b-Na8HPW9O34 | Wells-Dawson-Struktur |
| 13 | [(n-Butyl)4N]3PMoW11O39 | Wells-Dawson-Struktur |
| 14 | a-[(n-Butyl)4N]4Mo8O26 | Wells-Dawson-Struktur |
| 15 | [(n-Butyl)4N]2W6O19 | Wells-Dawson-Struktur |
| 16 | [(n-Butyl)4N]2Mo6O19 | Wells-Dawson-Struktur |
| 17 | a-(NH4)nH(4-n)SiW12O40 | Wells-Dawson-Struktur |
| 18 | a-(NH4)nH(5-n)BW12O40 | Wells-Dawson-Struktur |
| 19 | a-K5BW12O40 | Wells-Dawson-Struktur |
| 20 | K4W4O10(O2)6 | Wells-Dawson-Struktur |
| 21 | b-Na9HSiW9O34 | Wells-Dawson-Struktur |
| 22 | Na6H2W12O40 | Wells-Dawson-Struktur |
| 23 | (NH4)14[NaP5W30O110] | Preyssler-Struktur |
| 24 | a-(NH4)5BW12O40 | Preyssler-Struktur |
| 25 | a-Na5BW12O40 | Preyssler-Struktur |
| 26 | (NH4)4W10O32 | Preyssler-Struktur |
| 27 | (Me4N)4W10O32 | Preyssler-Struktur |
| 28 | (HISH+)nH(5-n)BW12O40 | Preyssler-Struktur |
| 29 | (LYSH+)nH(5-n)BW12O40 | Preyssler-Struktur |
| 30 | (ARGH+)nH(5-n)BW12O40 | Preyssler-Struktur |
| 31 | (HISH+)nH(4-n)SiW12O40 | Preyssler-Struktur |
| 32 | (LYSH+)nH(4-n)SiW12O40 | Preyssler-Struktur |
| 34 | (ARGH+)nH(4-n)SiW12O40 | Preyssler-Struktur |
| 35 | K12[EuP5W30O110]·22H2Ob) | Preyssler-Struktur |
| 36 | a-K8SiW11O39 | Preyssler-Struktur |
| 37 | K10(H2W12O42) | Preyssler-Struktur |
| 38 | K12Ni3(II)(PW9O34)2·nH2O | Preyssler-Struktur |
| 39 | (NH4)10Co4(II)(PW9O34)2·nH2O | Preyssler-Struktur |
| 40 | K12Pd3(II)(PW9O34)2·nH2O | Preyssler-Struktur |
| 41 | Na12P2W15O56·18H2O | Lacunare (defekte) Struktur |
| 42 | Na16Cu4(H2O)2(P2W15O56)2·nH2O | Lacunare (defekte) Struktur |
| 43 | Na16Zn4(H2O)2(P2W15O56)2·nH2O | Lacunare (defekte) Struktur |
| 44 | Na16Co4(H2O)2(P2W15O56)2·nH2O | Lacunare (defekte) Struktur |
| 45 | Na16Ni4(H2O)2(P2W15O56)2·nH2O | Wells-Dawson-Sandwich-Struktur |
| 46 | Na16Mn4(H2O)2(P2W15O56)2·nH2O | Wells-Dawson-Sandwich-Struktur |
| 47 | Na16Fe4(H2O)2(P2W15O56)2·nH2O | Wells-Dawson-Sandwich-Struktur |
| 48 | K10Zn4(H2O)2(PW9O34)2·20H2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 49 | K10Ni4(H2O)2(PW9O34)2·nH2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 50 | K10Mn4(H2O)2(PW9O34)2·nH2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 51 | K10Fe4(H2O)2(PW9O34)2·nH2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 52 | K12Cu3(PW9O34)2·nH2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 53 | K12(CoH2O)3(PW9O34)2·nH2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 54 | K12Zn3(PN9O34)2·15H2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 55 | K12Mn3(PW9O34)2·15H2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 56 | K12Fe3(PW9O34)2·25H2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 57 | (ARGH+)10(NH4)7Na[NaSb9W21O86] | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 58 | (ARGH+)5HW11O39·17H2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 59 | K7Ti2W10O40 | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 60 | [(CH3)4N]7Ti2W10O40 | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 61 | Cs7Ti2W10O40 | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 62 | [HISH+]7Ti2W10O40 | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 63 | [LYSH+]nNa7-nPTi2W10O40 | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 64 | [ARGH+]nNa7-nPTi2W10O40 | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 65 | [n-Butyl4N+]3H3V10O28 | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 66 | K7HNb6O19·13H2O | Keggin-Sandwich-Struktur |
| 67 | [(CH3)4N+]4SiW11O39-O[SiCH2CH2C(O)OCH3]2 | Organisch modifizierte Struktur |
| 68 | [(CH3)4N+]4PW11O39-(SiCH2CH2CH2CN) | Organisch modifizierte Struktur |
| 69 | [(CH3)4N+]4PW11O39-(SiCH2CH2CH2Cl) | Organisch modifizierte Struktur |
| 70 | [(CH3)4N+]4PW11O39-(SiCH2=CH2) | Organisch modifizierte Struktur |
| 71 | Cs4[SiW11O39-(SiCH2CH2C(O)OCH3)2]4 | Organisch modifizierte Struktur |
| 72 | Cs4[SiW11O39-(SiCH2CH2CH2CN)]4 | Organisch modifizierte Struktur |
| 73 | Cs4[SiW11O39-(SiCH2CH2CH2Cl)2]4 | Organisch modifizierte Struktur |
| 74 | Cs4[SiW11O39-(SiCH2=CH2)]4 | Organisch modifizierte Struktur |
| 75 | [(CH3)4N+]4SiW11O39-O-(SiCH2CH2CH2Cl)2 | Organisch modifizierte Struktur |
| 76 | [(CH3)4N+]4SiW11O39-O(SiCH2CH2CH2CN)2 | Organisch modifizierte Struktur |
| 77 | [(CH3)4N+]4SiW11O39-O(SiCH2=CH2)2 | Organisch modifizierte Struktur |
| 78 | [(CH3)4N+]4SiW11O39-O[SiC(CH3)]2 | Organisch modifizierte Struktur |
| 79 | [(CH3)4N+]4SiW11O39-O[SiCH2CH(CH3)]2 | Organisch modifizierte Struktur |
| 80 | [(CH3)4N+]4SiW11O39-O[SiCH2CH2C(O)OCH3]2 | Organisch modifizierte Struktur |
| 81 | K5Mn(II)PW11O39·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 82 | K8Mn(II)P2W17O61·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 83 | K6Mn(II)SiW11O39·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 84 | K5PW11O39[Si(CH3)2]·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 85 | K3PW11O41(PC6H5)2·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 86 | Na3PW11O41(PC6H5)2·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 87 | K5PTiW11O40 | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 88 | Cs5PTiW11O39 | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 89 | K6SiW11O39[Si(CH3)2]·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 90 | KSiW11O39[Si(C6H5)(tert.-C4H9)]·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 91 | K6SiW11O39[Si(C6H5)2]·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 92 | K7SiW9Nb3O40·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 93 | Cs7SiW9Nb3O40·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 94 | Cs8Si2W18Nb6O77·nH2O | Mit Übergangsmetallen substituierte Struktur |
| 95 | [(CH3)3NH+]7SiW9Nb3O40·nH2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 96 | (CN3H6)7SiW9Nb3O40·nH2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 97 | (CN3H6)8Si2W18Nb6O77·nH2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 98 | Rb7SiW9Nb3O40·nH2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 99 | Rb8Si2W18Nb6O77·nH2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 100 | K8Si2W18Nb6O77·nH2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 101 | K6P2Mo18O62·nH2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 102 | (C5H5N)7HSi2W18Nb6O77·nH2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 103 | (C5H5N)7SiW9Nb3O40·nH2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 104 | (ARGH+)8SiW18Nb6O·18H2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 105 | (LYSH+)7KSiW18Nb6O77·18H2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 106 | (HISH+)6K2SiW18Nb6O77·18H2O | Substituierte Keggin-Struktur |
| 107 | [(CH3)4N+]4SiW11O39-O(SiCH2CH3)2 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 108 | [(CH3)4N+]4SiW11O39-O(SiCH3)2 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 109 | [(CH3)4N+]4SiW11O39-O(SiC16H33)2 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 110 | Li9P2V3(CH3)3W12O62 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 111 | Li7HSi2W18Nb6O77 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 112 | Cs9P2V3CH3W12O62 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 113 | Cs12P2V3W12O62 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 114 | K4H2PV4W8O40 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 115 | Na12P4W14O58 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 116 | Na14H6P6W18O79 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 117 | a-K5(NbO2)SiW11O39 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 118 | a-K5(TaO2)SiW11O39 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 119 | [(CH3)3NH+)SNbSiW11O40 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 120 | [(CH3)3NH+]5TaSiW11O40 | Substituierte Keggin-Struktur |
| 121 | K6Nb3PW9O40 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 122 | [(CH3)3NH+]5(NbO2)SiW11O39 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 123 | [(CH3)3NH+]5(TaO2)SiW11O39 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 124 | Ka(NbO2)PW11O39 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 125 | K7(NbO2)P2W12O61 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 126 | [(CH3)3NH+]7(NbO2)3SiW9O37 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 127 | Cs7(NbO2)3SiW9O37 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 128 | K6(NbO2)3PW9O37 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 129 | Na10(H2W12O42) | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 130 | K4NbPW11O40 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 131 | [(CH3)3NH+]4NbPW11O40 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 132 | K5NbSiW11O40 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 133 | K5TaSiW11O40 | Peroxo-Keggin-Struktur |
| 134 | K7NbP2W17O62 | Wells-Dawson-Struktur |
| 135 | K7(TiO2)2PW10O38 | Wells-Dawson-Struktur |
| 136 | K7(TaO2)3SiW9O37 | Wells-Dawson-Struktur |
| 137 | K7Ta3SiW9O40 | Wells-Dawson-Struktur |
| 138 | K6(TaO2)3PW9O37 | Wells-Dawson-Struktur |
| 139 | K6Ta3PW9O40 | Wells-Dawson-Struktur |
| 140 | K6Co2W11O39 | Wells-Dawson-Struktur |
| 141 | H2[(CH3)4N+]4(C2H5Si)2CoW11O40 | Wells-Dawson-Struktur |
| 142 | H2[(CH3)4N+]4(iso-C4H9Si)2CoW11O40 | Wells-Dawson-Struktur |
| 143 | K9Nb3P2W15O62 | Wells-Dawson-Struktur |
| 144 | K9(NbO2)3P2W15O59 | Wells-Dawson-Struktur |
| 145 | K12(NbO2)6P2W12O56 | Well-Dawson-Peroxostruktur |
| 146 | K12Nb6P2W12O62 | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 147 | a2-K10P2W17O61 | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 148 | K6Fe(III)Nb3P2W15O62 | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 149 | K7Zn(II)Nb3P2W15O62 | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 150 | (NH4)6(a-P2W18O62)·nH2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 151 | K12[H2P2W12O48]·24H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 152 | K2Na15H5[PtMo6O24]·8H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 153 | K8[a2-P2W17MoO62]·nH2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 154 | KHP2V3W15O62·34H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 155 | K6[P2W12Nb6O62]·24H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 156 | Na6[V10O28]·H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 157 | (Guanidinium)8H[PV14O62]·3H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 158 | K8H[PV14O62] | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 159 | Na7[MnV13O38]·18H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 160 | K6[BW11O39Ga(OH)2]·13H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 161 | K7H[Nb6O19]·13H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 162 | [(CH3)4N+/Na+/K+]4[Nb2W4O19] | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 163 | [(CH3)4N+]9[P2W15Nb3O62] | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 164 | [(CH3)4N+]15[HP4W30Nb6O123]·16H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 165 | [Na/K]8[Nb4W2O19] | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 166 | [(CH3)4N+/Na+/K+]5[Nb3W3O19]·6H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 167 | K5[CpTiSiW11O39]·12H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 169 | b2-K8[SiW11O39]·14H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 170 | a-K8[SiW10O36]·12H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 171 | Cs7Na2[PW10O37]·8H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 172 | Cs6[P2W5O23]·7,5H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 173 | g-Cs7[PW10O36]·7H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 174 | K5[SiNbW11O40]·7H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 175 | K4[PNbW11O40]·12H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 176 | Na6[Nb4W2O19]·13H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 177 | K6[Nb4W2O19]·7H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 180 | K4[V2W4O19]·3,5H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 181 | Na5[V3W3O19]·12H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 182 | K6[PV3W9O40]·14H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 183 | Na9[A-b-GeW9O34]·8H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 184 | Na10[A-a-GeW9O34]·9H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 185 | K7[BV2W10O40]·6H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 186 | Na5[CH3Sn(Nb6O19)]·10H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 187 | Na8[Pt(P(m-SO3C6H5)3)3Cl]·3H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 188 | [(CH3)3NH+]10(H)[Si(H)3W18O58]·10H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 189 | K7[A-a-GeNb3W9O40]·18H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 190 | K7[A-b-SiNb3W9O40]·20H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 191 | [(CH3)3NH+]9[A-a-HGe2Nb6W18O78 | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 192 | K7(H)[A-a-Ge2Nb6W18O77]·18H2O | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 193 | K8[A-b-Si2Nb6W18O77] | Wells-Dawson-Struktur ff. |
| 194 | [(CH3)3NH+]8[A-B-Si2Nb6W18O77] | Wells-Dawson-Struktur ff. |
-
- a) vgl. US 6,020,369 , TABLE 1, Spalten 3 bis 10;
- b) Tierui Zhang, Shaoquin Liu, Dirk G. Kurth und Charl F. J. Faul, >>Organized Nanostructured Complexes of Polyoxometalates and Surfactants that Exhibit Photoluminescence and Electrochromism, Advanced Functional Materials, 2009, 19, Seiten 642 bis 652;
n Zahl, insbesondere ganze Zahl, von 1 bis 50.
-
Weitere Beispiele geeigneter POM sind aus dem amerikanischen Patent
US 7,097,858 B2 , Spalte 14, Zeile 56, bis Spalte 17, Zeile 19, sowie aus TABLE 8a, Spalte 22, Zeile 41, bis Spalte 23, Zeile 28, Verbindungen Nummer 1–53, und TABLE 8b, Spalte 23, Zeile 30, bis Spalte 25, Zeile 34, Verbindungen Nummer 1 bis 150, bekannt.
-
Ganz besonders bevorzugt werden H4[Si(W3O10)4]·xH2O (CAS-Nr. 12027-43-9) und H3[P(W3O10)4]·xH2O (CAS-Nr. 12501-23-4) und oder ihre Salze verwendet.
-
Die erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Partikel können mithilfe üblicher und bekannter nasschemischer Verfahren hergestellt werden. Es ist aber auch möglich, die POM in Wasser aufzulösen und die resultierende Lösung gegen einen warmen Luftstrom zu sprühen. Außerdem ist es möglich, die Lösung im Vakuum einzustampfen, wobei sie mit IR-Strahlung bestrahlt wird.
-
Die vorstehend beschriebenen POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel sind funktionalisiert, nicht funktionalisiert, aggregiert, nicht aggregiert, agglomeriert, nicht agglomerierten, geträgert und/oder nicht geträgert. Beispielsweise können sie funktionalisiert, agglomeriert und geträgert sein. Sie können aber auch nicht funktionalisiert und aggregiert sein.
-
Die erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel können „nackt” vorliegen. D. h., dass ihre Oberfläche nicht von einer Hülle umgeben ist und/oder nichtfunktionalisiert ist.
-
Außerdem können die erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel von einer Hülle umgeben sein und/oder mindestens eine funktionelle Gruppe tragen. Dabei kann das Material der Hüllen die funktionellen Gruppen tragen oder aber die funktionellen Gruppen können direkt auf der Oberfläche der POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel vorliegen.
-
Die Aggregate sind lockere Anhäufungen von Partikeln, die durch Kohäsion zusammengehalten werden und durch übliche und bekannte Dispergierverfahren nicht verteilt werden können. Ihre innere Oberfläche ist kleiner die Summe der Oberflächen der Primärteilchen.
-
Die Agglomerate sind Zusammenballungen von Primärteilchen und deren Aggregate, die über Kanten und Ecken brückenartig verbunden sind. Ihre innere Oberfläche entspricht in etwa der Summe der Oberflächen der Primärteilchen.
-
Das Material der Hülle und/oder die funktionellen Gruppen werden so ausgewählt, dass sie die physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften der POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel in einer bestimmten gewünschten Weise modifizieren oder maskieren.
-
Die Hüllen und/oder die funktionellen Gruppen können über kovalente und/oder ionische Bindungen und/oder elektrostatische und/oder Van-der-Waalskräfte an die Oberfläche der POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel gebunden sein.
-
Die Bindung zwischen der Oberfläche der POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel und der Hülle und/oder der funktionellen Gruppen kann permanent oder reversibel, d. h. wieder lösbar, sein.
-
Die Hüllen können von organischen, anorganischen und metallorganischen, polymeren, oligomeren und niedermolekularen Materialien oder von Kombinationen von mindestens zwei dieser Materialien aufgebaut sein.
-
Im Folgenden werden Beispiele für geeignete funktionelle Gruppen und Materialien für die Hüllen der erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel aufgeführt. Der Fachmann kann die für den jeweiligen Einzelfall besonders gut geeigneten funktionellen Gruppen und Materialien aufgrund der ihm bekannten Eigenschaftsprofile auswählen.
-
Übliche und bekannte funktionelle Gruppen:
-
- Fluor-, Chlor-, Brom- und Jodatome; Hydroxyl-, Thiol-, Ether-, Thioether-, Amino-, Peroxid-, Aldehyd-, Acetal-, Carboxyl-, Peroxycarboxyl-, Ester-, Amid-, Hydrazid- und Urethangruppen; Imid-, Hydrazon- und Hydroxim-, Amid- und Hydroxamsäuregruppen; Gruppen, die sich von Formamidin, Formamidoxim, Formamidrazon, Formhydrazidin, Formhydrazidoxim, Formamidrazon, Formoxamidin, Formhydroxamoxim und Formoxamidrazon ableiten; Nitril-, Isocyanat-, Thiocyanat-, Isothiocyanat-, Isonitril-, Lactid-, Lacton-, Lactam-, Oxim-, Nitroso-, Nitro-, Azo-, Azoxy-, Hydrazin-, Hydrazon-, Azin-, Carbodiimid-, Azid-, Azan-, Sulfen-, Sulfenamid-, Sulfonamid-, Thioaldehyd-, Thioketon-, Thioacetal-, Thiocarbonsäure-, Sulfonium-, Schwefelhalogenid, Sulfoxid-, Sulfon-, Sulfimin-, Sulfoximin-, Sulton-, Sultam-, Sulfon-, Silan-, Siloxan-, Phosphan-, Phosphinoxid-, Phosphonium-, Phosphorsäure-, Phosphorigsäure-, Phosphonsäure-, Phosphat-, Phosphinat- und Phosphonatgruppen.
-
Übliche und bekannte funktionelle Zusatzstoffe:
-
- Beispiele geeigneter Zusatzstoffe sind niedrig siedende organische Lösemittel und hochsiedende organische Lösemittel („lange Lösemittel”), Wasser, UV-Absorber, Lichtschutzmittel, Radikalfänger, Entschäumer, Emulgatoren, Netz- und Dispergiermittel und Tenside, Haftvermittler, Verlaufmittel, filmbildende Hilfsmittel, rheologiesteuernde Additive (Verdicker), Flammschutzmittel, Sikkative, Trockungsmittel, Hautverhinderungsmittel, Korrosionsinhibitoren, Wachse, Mattierungsmittel oder Verstärkungsfasern.
-
Beispiele geeigneter niedrigsiedender organischer Lösemittel und hochsiedender organischer Lösemittel („lange Lösemittel”) sind Ketone wie Methylethlyketon, Methylisoamylketon oder Methylisobutylketon, Ester wie Ethylacetat, Butylacetat, Ethylethoxypropionat, Methoxypropylacetat oder Butylglykolacetat Ether wie Dibutylether oder Ethylenglykol-, Diethylenglykol-, Propylenglykol-, Dipropylenglykol-, Butylenglykol- oder Dibutylenglykoldimethyl-, -diethyl- oder -dibutylether, N-Methylpyrrolidon oder Xylole oder Gemische aromatischer und/oder aliphatischer Kohlenwasserstoffe wie Solventnaphtha®, Benzin 135/180, Dipentene oder Solvesso®.
-
Beispiele geeigneter Emulgatoren, Netz- und Dispergiermittel oder Tenside sind die üblichen und bekannten anionischen, kationischen, nicht-ionischen und zwitterionische Netzmittel, wie sie beispielsweise in Römpp Online, April 2014, Georg Thieme Verlag, >>Netzmittel<< im Detail beschrieben werden.
-
Ein Beispiel für einen geeigneten Haftvermittler ist Tricyclodecandimethanol.
-
Beispiele für geeignete filmbildende Hilfsmittel sind Cellulose-Derivate wie Celluloseacetobutyrat (CAB).
-
Beispiele geeigneter transparenter Füllstoffe sind solche auf der Basis von Siliziumdioxid, Aluminiumoxid oder Zirkoniumoxid; ergänzend wird noch auf das Römpp Lexikon Lacke und Druckfarben, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1998, Seiten 250 bis 252, verwiesen.
-
Beispiele geeigneter rheologiesteuernder Additive sind die aus den Patentschriften
WO 94/22968 ,
EP 0 276 501 A1 ,
EP 0 249 201 A1 oder
WO 97/12945 bekannten; vernetzte polymere Mikroteilchen, wie sie beispielsweise in der
EP 0 008 127 A1 offenbart sind; anorganische Schichtsilikate wie Aluminium-Magnesium-Silikate, Natrium-Magnesium- und Natrium-Magnesium-Fluor-Lithium-Schichtsilikate des Montmorillonit-Typs; Kieselsäuren wie Aerosile; oder synthetische Polymere mit ionischen und/oder assoziativ wirkenden Gruppen wie Polyvinylalkohol, Poly(meth)acrylamid, Poly(meth)acrylsäure, Polyvinylpyrrolidon, Styrol-Maleinsäureanhydrid- oder Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymere und ihre Derivate oder hydrophob modifizierte ethoxylierte Urethane oder Polyacrylate.
-
Ein Beispiel für ein geeignetes Mattierungsmittel ist Magnesiumstearat.
-
Beispiele für geeignete Verstärkungsfasern sind Basaltsfasern, Borfasern, Glasfasern, Keramikfasern, Kieselsäurefasern, metallisches Verstärkungsfasern wie Stahlfasern, Aramidfasern, Kevlafasern, Polyesterfasern, Nylonfasern, Teflonfasern, Polyethylenfasern, Polypropylenfasern, PMMA-Fasern, Ligninfasern und Cellulosefasern.
-
Weitere Beispiele für Zusatzstoffe sind Farbstoffe, Buntpigmente, Weißpigmente, fluoreszierende Pigmente und phosphoreszierende Pigmente (Phosphore) sowie die nachstehend beschriebenen Materialien.
-
Kohlenhydrate:
-
- Glycerinaldehyd, Erythrose, Threose, Ribose, Arabinose, Xylose, Lyxose, Fructose, Allose, Altrose, Glucose, Mannose, Idose, Galactose Talose, Rhamnose, Aminozucker wie Neuraminsäure, Muramsäure, Glucosamin, Mannosamin, Aldonsäuren, Ketoaldonsäuren, Aldarsäuren, Pyranosen, Saccharose, Lactose, Raffinose, Panose sowie Homopolysaccharide und Heteropolysaccharide und Proteoglycane, worin der Polysaccharidanteil den Proteinanteil überwiegt, wie Stärke, Dextran, Cyclodextrin, Arabinogalactan, Cellulosen, modifizierte Cellulosen, Lignocellulosen, Chitin, Chitosan, Carageen und Glycosaminoglycane.
-
Monoalkohole:
-
- Methanol, Ethanol, Propanol, Isopropanol, Butanol, Isobutanol, tert.-Butanol, Amylalkohol Isoamylalkohol, Cyclopentanol, Hexanol, Cyclohexanol, Heptanol, Octanol, Nonanol, Decanol, Undecanol, Dodecanol und ihre Stereoisomeren.
-
Polyole:
-
- Glycerin, Trimethylolpropan, Pentaerythritol, Alditole, Cyclitole, Dimere und Oligomere von Glycerin, Trimethylolpropan, Pentaerythritol, Alditolen and Cyclitolen; vorzugsweise Tetritole, Pentitole, Hexitole, Heptitole und Octitole; bevorzugt Arabinitol, Ribitol, Xylitol, Erythritol, Threitol, Galactitol, Mannitol, Glucitol, Allitol, Altritol, Iditol, Maltitol, Isomaltitol, Lactitol, Tri-, Tetra-, Penta-, Hexa-, Hepta-, Octa-, Nona-, Deca-, Undeca- und Dodecaglycerol, -trimethylolpropan, -erythritol, -threitol and -pentaerythritol, 1,2,3,4-tetrahydroxycyclohexane, 1,2,3,4,5-pentahydroxycyclohexane, myo-, scyllo-, muco-, chiro-, neo-, allo-, epi- und cis-Inositol.
-
Polyhydroxycarbonsäuren:
-
- Glycerin-, Citronen-, Wein- Threonin-, Erythron-, Xylon-, Ascorbin-, Glucon-, Galacturon-, Iduron-, Mannuron-, Glucuron-, Guluron-, Glycuron-, Glucar-, Uluson-, Diketogulon- und Lactobionsäure.
-
Polyhydroxyphenole und -benzolcarbonsäuren:
-
- Pyrocatechol, Resorcinol, Hydrochinon, Pyrogallol, 1,2,4-Trishydroxybenzol, Phloroglucin, 2,3-, 2,4-, 2,5-, 2,6-, 3,4- and 3,5-Dihydroxybenzoe- und 2,4,6-, 2,4,5-, 2,3,4- and 3,4,5-Trihydroxybenzolsäure (Gallensäure).
-
Amine:
-
- Ammoniak, Ammonium, Mono-, Di- und Trialkyl-, -aryl-, cycloalkyl-, -alkylaryl-, -alkylcycloakyl-, -cycloalkylaryl- und -alkylcycloalkylarylamine wie Methylamin, Ethylamin, Propylamin, Isopropylamin, Butylamin, Isobutylamin, tert.-Butylamin, Benzylamin, Cyclohexylamin, Dodecylamin, Kokosamin, Talgamin, Adamantylamin, Anilin, Ethylendiamin, Propylendiamin, Butylendiamin, Piperidin, Piperazin, Pyrazolidin, Pyrazin, Chinuklidin und Morpholin.
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Fettsäuren:
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- Laurin-, Myristin-, Öl-, Palmitin-, Linol-, Stearin-, Arachin- und Behensäure.
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Polymere und Oligomere mit funktionellen Gruppen:
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- Poly(trimethylammoniumethylacrlylat), Polyacrylamid, Poly(D,L-lactid-co-ethylenglykol), Pluronic®, Tetronic®, Polyvinylalkohol (PVA), Polyvinylpyrrolidon (PVP), Poly(alkylcyanoacrylat), Poly(milchsäure), Poly(epsilon-caprolacton), Polyethylenglykol (PEG), Poly(oxyethylen-co-propen)bisphosphonat, Poly(acrylsäure), Poly(methacrylsäure), Hyaluronsäure, Algininsäure, Pektinsäure, Poly(ethylenimin), Poly(vinylpyridin), Polyisobuten, Poly(styrolsulfonsäure), Poly(glycidylmethacrylat), Poly(methacryloyloxyethyltrimethylammoniumchlorid) (MATAC), Poly(L-lysin) und Poly(3-(trimethoxysilyl)propylmethacrylate-r-PEG-methylethermethacrylat), Proteine wie treptavidin, Trypsin, Albumin, Immunoglobulin, Oligo- und Polynucleotide wie DNA und RNA, Peptide wie Arginylglycylasparginsäure (RGD), AGKGTPSLETTP-Peptid (A54), HSYHSHSLLRMF-Peptid (C10) und Gluthathion, Enzyme wie Glucoseoxidase, Dendrimere wie Polypropylenimin-Tetrahexacontaamin-Dendrimer Generation 5 (PPI G5), Poly(amidoamine) (PAMAM) und Guanidin-Dendrimere, Phosphonsäure- und Dithiopyridin-funktionalisierte Polystyrole, funktonalisierte Polyethylenglykole (PEG: Polymerisationsgrad 4–10, insbesondere 5) wie PEG(5)-nitroDOPA, -nitrodopamin, -mimosin, -hydroxydopamin, -hydroxypyridine, -hydroxypyron und -carboxyl.
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Komplexbildner:
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- Komplexone wie Nitrilotriessigsäure (NTA) und Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), Phosphonsäuren wie [(2-Aminoethyl)hydroxymethylen]- und [(5-Aminopentyl)hyroxymethylen]diphosphonsäure sowie Kronenether.
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Metallkomplexe:
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- Übliche und bekannte Koordinations-, Sandwich- und Chelatkomplexe der vorstehend erwähnten Metalle und ihrer Kationen mit organischen und anorganischen Anionen, insbesondere Fluorid, Chlorid, Bromid, Iodid, Ammoniak, Amine, Phosphine, Thiole, Sulfide, Cyanid, Cyanat, Isocyanat, Thiocyanat, Isothiocyanat, Borane, Kohlenmonoxid, Aromaten oder Heteroaromaten.
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Insbesondere werden Netzmittel oder Tenside als Zusatzstoffe verwendet, da hiermit – wenn erforderlich – eine Aggregation und/oder Agglomeration der POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel verhindert und eine homogene Verteilung in der Kleidung und/oder der Wäsche erzielt werden soll.
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Die vorstehend aufgeführten funktionellen Gruppen und Materialien für die Hüllen der POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel sind nur beispielhaft und nicht abschließend aufgezählt. Die Aufzählung soll demnach die Vielfalt der Möglichkeiten verdeutlichen, und der Fachmann kann aufgrund seines allgemeinen Fachwissens ohne Weiteres weitere Möglichkeiten angeben.
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Der Gehalt der erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder -Nanopartikeln kann breit variieren und richtet sich insbesondere nach dem jeweiligen Verwendungszweck, beispielsweise die Vernichtung von ausgeschiedenen Medikamenten und/oder Giftstoffen und/oder ihren Metaboliten auf und in der Kleidung, der Bettwäsche, den Kissen, den Decken, den Polstern und/oder den Matratzen.
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Ein weiterer bevorzugter Bestandteil der erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder Nanopartikeln ist Wasser. Der Wassergehalt der kann breit variieren und richtet sich ebenfalls im Wesentlichen nach dem jeweiligen Verwendungszweck. Beispielsweise kann das Wasser als Kristallwasser vorhanden sein und/oder an der Oberfläche der erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel adsorbiert sein.
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Die erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel können an andere Mikro- und/oder Nanopartikel, vorzugsweise aber Nanopartikel, angelagert oder mit ihnen vermischt sein. Die POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel und die sonstigen Mikro- und/oder Nanopartikel können durch kovalente und/oder ionische Bindungen, Wasserstoffbrückenbindungen, elektrostatische Anziehung und/oder Van-der-Waalskräfte aneinander gebunden sein.
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Beispiele geeigneter Materialien, aus denen die sonstigen Mikro- und/oder Nanopartikel aufgebaut sein können, sind insbesondere
- – Oxide aus der Gruppe, bestehend aus Scandiumoxid, Yttriumoxid, Titandioxid, Zirconiumdioxid, Yttrium-stabilisiertes Zirconiumdioxid, Hafniumdioxid, Vanadiumoxid, Nioboxid, Tantaloxid, Manganoxid, Eisenoxid, Chromoxid, Molybdänoxid, Wolframoxid, Zinkoxid, Oxide der Lanthanide, bevorzugt Lanthanoxid und Ceroxid, insbesondere Ceroxid, Magnesiumoxid, Calciumoxid, Strontiumoxid, Bariumoxid, Aluminiumoxid, zinkdosiertes Aluminiumoxid, Galliumoxid, Indiumoxid, Siliziumdioxid, Germaniumoxid, Zinnoxid, Antimonoxid, Bismutoxid, Zeolithe, Spinelle, Mischoxide aus mindestens zwei der genannten Oxide wie Antimon-Zinn-Oxid, Indium-Zinn-Oxid, Bariumtitanat, Bleititanat oder Bleizirkonattitanat;
- – Phosphate wie Hydroxylapatit oder Calciumphosphat;
- – Nitride wie Bornitrid, Siliziumnitrid, Aluminiumnitrid, Galliumnitrid und Titannitrid;
- – Kohlenstoff wie Fullerene, Graphen, Graphit, Diamant und funktionalisierte und nicht funktionalisierte Kohlenstoff-Nanoröhrchen;
- – metallorganische Gerüstverbindungen (MOFs);
- – Boride wie Zirkonborid; sowie
- – Silicide wie Molybdänsilicid.
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Insbesondere werden Mikro- und/oder Nanopartikel aus physiologisch inerten Materialien verwendet.
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Zu Zwecken des erfindungsgemäßen Verfahrens sind die erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel vorzugsweise homogen oder inhomogen auf und in der Kleidung und/oder Wäsche und/oder dem Füllmaterial von Kissen, Bettdecken und/oder Matratzen verteilt. Dabei können sie beispielsweise auf den Fasern und dem Gewebe der Kleidung und/oder der Wäsche und/oder dem Füllmaterial von Kissen, Bettdecken und/oder Matratzen fixiert sein.
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Als Materialien für die Herstellung der Kleidung, der Bettwäsche, den Kissen, den Decken, den Polstern und/oder den Matratzen kommen Fasern und Gewebe in Betracht.
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Als Fasern kommen Naturfasern wie Cellulose, Baumwolle, Holzfasern, Flachsfasern, Hanffasern, Textilfasern sowie subtropische und tropische Fasern wie Baumwollfasern, Bambusfasern, Jutefasern, Ramiefasern und Sisalfasern in Betracht.
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Beispiele geeigneter Kunststofffasern sind Aramidfasern, Kevlarfasern, Polyamidfasern, Polyesterfasern, Polyolefinfasern und Teflonfasern.
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Die Gewebe können die reinen Fasern oder Gemische von Fasern enthalten.
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Vorzugsweise werden für das erfindungsgemäße Verfahren flüssige Gemische der vorstehend beschriebenen, erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel auf und in die Fasern, Gewebe und/oder Füllstoffe der Kleidung, Bettwäsche, Kissen, Decken, Polster und/oder Matratzen mit den vorstehend genannten Zusatzstoffen appliziert.
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Für die Herstellung der flüssigen Gemische können die üblichen und bekannten Mischaggregate, wie schnell laufende Rührer, Ultraturrax, Inline-Dissolver, Homogenisierungsdüsen, statische Mischer, Mikrofluidizer, Extruder oder Kneter verwendet werden.
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Vorzugsweise werden die Kleidung, Bettwäsche, Kissen, Decken, Polster und/oder Matratzen und/oder Füllstoffe in den resultierenden flüssigen Gemischen getränkt oder die flüssigen Gemische werden drauf gesprüht. Anschließend werden die flüchtigen Bestandteile, insbesondere Wasser und/oder niedrig siedende Lösemittel, aus den applizierten flüssigen Gemischen entfernt, so dass die POM-Mikro- und/oder -Nanopartikel zurück bleiben.
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Als Medikamente, Giftstoffe und deren Metabolite kommen im Grunde alle Medikamente und/oder Giftstoffe und/oder Metaboliten in Betracht, wie sie beispielsweise in dem Lehrbuch >>Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie<<, siebte Auflage, 1998, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Herausgeber W. Forth, D. Henschler, W. Rummel und K. Starke, beschrieben werden. Insbesondere handelt es sich bei den Medikamenten um Chemotherapeutika wie
Chemotherapeutika auf der Basis von Platin:
Carboplatin
Cisplatin
Alkylierende Chemotherapeutika auf der Basis von Senfgas:
Nitrosoharnstoffderivate:
Carmustin (BCNU)
Antimetabolite:
Methotrexat
Purinanaloge Metabolite
Pyrimidinanaloge Antimetabolite:
Fluorouracil (5-FU)
Gemcitabin
Hormonale antineoplastische Verbindungen:
Goselerin
Leuprolid
Temoxifen
Natürliche antineoplastische Verbindungen:
Taxane
Doclitaxel
Paclitaxel
Leukine:
Aldesleukin
Interleukin-2
Etoposid (VP-16)
Interferon alfa
Tretinoin (ATRA)
Antibiotische natürliche neoplastische Verbindungen:
Bleomycin
Dactinomycin
Daunarubicin
Doxorubicin
Mitomycin
Vinca alkaloid natural antineoplasics:
Vinblastin
Vincristin
Weitere Medikamente:
Daunarubicin HCl
Docetaxel
Doxorubicin HCl
Epoetin alpha
Ganciclovir Natrium
Gentamicinsulfat
Interferon alpha
Leuprolidacetat
Meperidin HCl (Phetidin)
Methadon HCl
Ranitidin HCl
Vinblastinsulfat
Zidovudin (AZT)
Fluorouracil + Epinephrin + Bovinecollagen.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden diese und andere Medikamente und/oder Giftstoffe und/oder ihre Metabolite durch den Kontakt mit den erfindungsgemäß zu verwendenden POM-Mikro- und/oder Nanopartikeln vernichtet. Dabei ist es von Vorteil, wenn der Kontakt in der Gegenwart von Sauerstoff stattfindet. Dies kann dadurch bewerkstelligt werden, dass die kontaminierten Kleidungen, Bettwäschen, Kissen, Decken, Polster und/oder Matratzen in einem geschlossenen Raum, vorzugsweise einem Klimaschrank, der von Luft oder mit Sauerstoff angereicherter Luft durchströmt wird, behandelt werden. Vorzugsweise wird diese Behandlung mit getrockneter Luft durchgeführt. Bevorzugt geschieht dies bei erhöhter Temperatur, insbesondere bei 30 bis 70°Celsius.
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Anschließend werden die Kleidungen, Bettwäschen, Kissen, Decken, Polster und/oder Matratzen entnommen und in üblicher und bekannter Weise gewaschen, getrocknet und gegebenenfalls gebügelt.
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Nach der Beendigung des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich keine Medikamente und/oder Giftstoffe und/oder ihre Metaboliten auf den Kleidungen, Bettwäschen, Kissen, Decken, Polstern und/oder Matratzen mehr nachweisen.
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Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und nachstehend näher erläuterten Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen und Konfigurationen, sondern auch in anderen Kombinationen und Konfigurationen oder in Alleinstellung einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
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Beispiel und Vergleichsversuch
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Die Behandlung von Bettlaken, die mit Doxorubicin kontaminiert waren Bettlaken aus Baumwolle, die mit H4[Si(W3O10)4]·xH2O (CAS-Nr. 12027-43-9) und H3[P(W3O10)4]·xH2O (CAS-Nr. 12501-23-4) im Gewichtsverhältnis von 1:1 imprägniert waren, wurden mit geringen Mengen an Doxorubicin kontaminiert (Serie 1).
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Parallel dazu wurden zum Vergleich Bettlaken aus Baumwolle, die keine POM-Mikro- und/oder Nanopartikel aufwiesen, ebenfalls mit Doxorubicin kontaminiert (Vergleichserie 1).
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Die kontaminierten Bettlaken der Serie 1 und der Vergleichserie 1 wurden in jeweils einem Klimaschrank bei 35°Celsius während 1 Stunde mit Luft behandelt. Anschließend wurden die Bettlaken den Klimaschränken entnommen und getrennt voneinander gewaschen, getrocknet und gebügelt. Danach wurde mithilfe der GC-MS-Kopplung geprüft, ob sich noch anhaftendes Doxorubicin nachweisen ließ. Dabei wurde festgestellt, dass sich bei den Bettlaken der Serie 1 kein Doxorubicin mehr nachweisen ließ, wogegen bei den Bettlaken der Vergleichserie 1 noch immer hartnäckig anhaftendes Doxorubicin nachgewiesen werden konnte.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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