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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Verbrennungsmotors mit einem hubvariablen Gaswechselventiltrieb. Der Ventiltrieb weist einen Aktuator und eine Nockenwelle mit einer Trägerwelle und einem darauf drehfest und zwischen drei Axialpositionen verschiebbar angeordneten Nockenstück auf, das eine Gruppe von drei benachbarten Nocken unterschiedlicher Nockenerhebungen und eine nutförmige Kulissenbahn mit einem ersten und einem zweiten Bahnabschnitt umfasst, die sich in beide Axialrichtungen des Nockenstücks erheben und über dem Umfang des Nockenstücks vollständig hintereinander angeordnet sind. Der Aktuator fährt zwei in die Kulissenbahn einkoppelbare Aktuatorstifte selektiv aus, um jeweils das Nockenstück um eine der Axialpositionen zu verschieben.
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Hintergrund der Erfindung
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Bei einem derartigen Gaswechselventiltrieb, der allgemein auch als 'Schiebenocken-Ventiltrieb' bezeichnet wird, ist es für einen fehlerfreien Motorbetrieb grundsätzlich erforderlich, dass der momentan auf das Gaswechselventil übertragene Nockenhub dem Sollwert als Teil aller momentan eingestellten Betriebsparameter entspricht und folglich die momentane Axialposition des Nockenstücks mit dessen Soll-Position übereinstimmt. Um eine fehlerhafte Ist-Axialposition gegebenenfalls korrigieren zu können, ist bislang eine Erkennung der Nockenstückposition vorgesehen, die dann mit der Soll-Axialposition in der Motorsteuerung verglichen wird. Die Positionserkennung soll durch die Auswertung von Sensorsignalen erfolgen, die der oder die Aktuatorstifte im Zusammenspiel mit der Kulissenbahn erzeugen. Wie es beispielsweise in der
DE 10 2010 035 186 A1 und der
DE 10 2010 012 470 A1 vorgeschlagen ist, kann das Nockenstück im Bereich der Kulissenbahn so ausgestaltet sein, dass jede Axialposition durch einen dort charakteristischen Stromsignalverlauf eindeutig identifizierbar ist. Dies gilt auch für die
DE 10 2011 004 912 A1 und die
DE 10 2011 001 125 A1 , aus der jeweils eine Positionserkennung des Nockenstücks bei einem Schiebenocken-Ventiltrieb der eingangs genannten Art bekannt ist.
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Aufgabe der Erfindung
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein Betriebsverfahren des Verbrennungsmotors anzugeben, bei dem die Axialposition des Nockenstücks ohne den Aufwand für dessen zuvor genannte Positionserkennung definiert eingestellt werden kann.
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Zusammenfassung der Erfindung
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Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Demnach soll das Nockenstück während des Betriebs des Verbrennungsmotors in eine äußere Soll-Axialposition dadurch grundgestellt werden, dass ein erster der Aktuatorstifte in einer ersten Grundstellphase aus- und eingefahren wird und der zweite Aktuatorstift in einer darauf folgenden zweiten Grundstellphase aus- und eingefahren wird, wobei der Aktuator folgendermaßen angesteuert wird:
- a) Ausfahren des ersten Aktuatorstifts an einer umfänglichen Bahnposition, die vor dem ersten Bahnabschnitt und hinter dem zweiten Bahnabschnitt liegt,
- b) Halten des ersten Aktuatorstifts in der Ausfahrstellung innerhalb eines umfänglichen Bahnwinkels, der die zwei Bahnabschnitte zumindest einmal umfasst,
- c) Einfahren des ersten Aktuatorstifts aus einer umfänglichen Bahnposition, die hinter dem zweiten Bahnabschnitt und vor dem ersten Bahnabschnitt liegt,
- d) Ausfahren des zweiten Aktuatorstifts an einer umfänglichen Bahnposition, die vor dem ersten Bahnabschnitt und hinter dem zweiten Bahnabschnitt liegt,
- e) Halten des zweiten Aktuatorstifts in der Ausfahrstellung innerhalb eines umfänglichen Bahnwinkels, der die zwei Bahnabschnitte zumindest einmal umfasst,
- f) Einfahren des zweiten Aktuatorstifts aus einer umfänglichen Bahnposition, die hinter dem zweiten Bahnabschnitt und vor dem ersten Bahnabschnitt liegt.
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Dabei gibt die Axialerhebung des zweiten Bahnabschnitts die Axialrichtung des Nockenstückgrundstellens vor, und der zweite Aktuatorstift ist in Axialrichtung des Nockenstückgrundstellens zum ersten Aktuatorstift benachbart.
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Die Aufgabe wird ebenfalls durch die Merkmale des nebengeordneten Anspruchs 2 gelöst. Demnach soll das Nockenstück während des Betriebs des Verbrennungsmotors in eine mittige Soll-Axialposition dadurch grundgestellt werden, dass ein erster der Aktuatorstifte in einer ersten Grundstellphase aus- und eingefahren wird und der zweite Aktuatorstift in einer darauf folgenden zweiten Grundstellphase aus- und eingefahren wird, wobei der Aktuator folgendermaßen angesteuert wird:
- a) Ausfahren des ersten Aktuatorstifts an einer umfänglichen Bahnposition, die vor dem ersten Bahnabschnitt und hinter dem zweiten Bahnabschnitt liegt,
- b) Halten des ersten Aktuatorstifts in der Ausfahrstellung innerhalb eines umfänglichen Bahnwinkels, der die zwei Bahnabschnitte zumindest einmal umfasst,
- c) Einfahren des ersten Aktuatorstifts aus einer umfänglichen Bahnposition, die hinter dem zweiten Bahnabschnitt und vor dem ersten Bahnabschnitt liegt,
- d) Ausfahren des zweiten Aktuatorstifts an einer umfänglichen Bahnposition, die vor dem zweiten Bahnabschnitt und hinter dem ersten Bahnabschnitt liegt,
- e) Halten des zweiten Aktuatorstifts in der Ausfahrstellung innerhalb eines umfänglichen Bahnwinkels, der die zwei Bahnabschnitte zumindest einmal umfasst,
- f) Einfahren des zweiten Aktuatorstifts aus einer umfänglichen Bahnposition, die hinter dem ersten Bahnabschnitt und vor dem zweiten Bahnabschnitt liegt, Dabei verschiebt die Axialerhebung des zweiten Bahnabschnitts das Nockenstück in die Axialrichtung, in welcher der zweite Aktuatorstift zum ersten Aktuatorstift benachbart ist.
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Die Erfindung basiert auf dem überraschenden Effekt, dass die Kenntnis über die momentane Ist-Axialposition des Nockenstücks nicht zwingend erforderlich ist, um das Nockenstück im Falle einer Soll-Ist-Abweichung in eine (definierte) Soll-Axialposition zu verschieben. Dies erfolgt vielmehr „automatisch”, nämlich in zwei aufeinanderfolgenden Phasen dadurch, dass die beiden Aktuatorstifte nacheinander und jeweils innerhalb eines beide Bahnabschnitte umfassenden Nockenwellenwinkelintervalls aus- und eingefahren werden. Dabei wird das Nockenstück unabhängig von dessen ursprünglicher Axialposition stets in dieselbe Endposition verschoben, einschließlich des Falls, dass sich das Nockenstück bereits in dieser Endposition befand. Dieses erfindungsgemäße Verfahren des Nockenstück-Grundstellens eignet sich insbesondere für den Drehzahlhochlauf in der Startphase des Verbrennungsmotors, in der dem Motorsteuergerät mangels diesbezüglicher Sensorik die Ist-Axialposition des Nockenstücks und bei dem üblichen Fall von Mehrzylindermotoren selbstverständlich der Nockenstücke (noch) nicht bekannt ist.
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Im Hinblick auf die grundzustellende Endposition des Nockenstücks sind zwei Fälle zu unterscheiden:
- a) die beiden Bahnabschnitte werden in derselben Reihenfolge von den beiden Aktuatorstiften durchfahren. In diesem ersten Fall erfolgt die Grundstellung des Nockenstücks in eine von dessen äußeren Axialpositionen.
- b) die beiden Bahnabschnitte werden in umgekehrter Reihenfolge von den beiden Aktuatorstiften durchfahren. In diesem zweiten Fall erfolgt die Grundstellung des Nockenstücks in dessen mittige Axialposition.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und aus den Zeichnungen, in denen das erfindungsgemäße Verfahren anhand von zwei Ausführungsbeispielen dargestellt ist. Sofern nicht anders erwähnt, sind dabei gleiche oder funktionsgleiche Merkmale oder Bauteile mit gleichen Bezugszahlen versehen. Es zeigen:
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1 einen Ausschnitt eines bekannten Schiebenocken-Ventiltriebs in Seitenansicht;
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2 in einer vom Nockenstück isolierten Darstellung eine für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete Axialkulisse in einer ersten perspektivischen Ansicht auf die Kulissenbahn;
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3 die Axialkulisse gemäß 2 in einer zur ersten Ansicht verdrehten zweiten Ansicht;
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4 die Axialkulisse gemäß 2 in einer ersten Draufsicht auf den ersten Bahnabschnitt;
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5 die Axialkulisse gemäß 4 in einer um ca. 90° gedrehten Draufsicht;
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6 die Axialkulisse gemäß 4 in einer um ca. 180° gedrehten Draufsicht auf den zweiten Bahnabschnitt;
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7 die Axialkulisse gemäß 4 in einer um ca. 270° gedrehten Draufsicht;
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8 ein Nockenstück mit Aktuator in einer Ausgangsposition, in der sich das Nockenstück rechts befindet;
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9 schematisch die erste Grundstellphase des Nockenstücks in die mittigen Zwischenposition infolge der Betätigung des ersten Aktuatorstifts;
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10 das Nockenstück mit Aktuator in der Zwischenposition;
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11 schematisch die zweite Grundstellphase des Nockenstücks in die grundgestellte Endposition infolge der Betätigung des zweiten Aktuatorstifts;
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12 das Nockenstück mit Aktuator in der Endposition, in der sich das Nockenstück links befindet;
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13 das Nockenstück mit Aktuator in der mittigen Ausgangsposition;
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14 schematisch die erste Grundstellphase des Nockenstücks in die Zwischenposition infolge der Betätigung des ersten Aktuatorstifts;
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15 das Nockenstück mit Aktuator in der Zwischenposition;
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16 schematisch die zweite Grundstellphase des Nockenstücks in die grundgestellte Endposition infolge der Betätigung des zweiten Aktuatorstifts;
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17 das Nockenstück mit Aktuator in der linken Endposition;
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18 das Nockenstück mit Aktuator in einer Ausgangsposition, in der sich das Nockenstück bereits in der grundzustellenden, linken Endposition befindet;
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19 schematisch die erste Grundstellphase des Nockenstücks ohne dessen Positionsänderung infolge der Betätigung des ersten Aktuatorstifts;
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20 das Nockenstück mit Aktuator in der unveränderten Endposition;
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21 schematisch die zweite Grundstellphase des Nockenstücks in die grundgestellte Endposition infolge der Betätigung des zweiten Aktuatorstifts;
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22 das Nockenstück mit Aktuator in der linken Endposition;
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23 schematisch die erste Grundstellphase eines anderen Nockenstücks aus einer rechten Ausgangsposition in die mittige Zwischenposition, wobei das andere Nockenstück eine entgegengesetzt gerichtete Kulissenbahn aufweist und wobei die beiden Aktuatorstifte in umgekehrter Reihenfolge betätigt werden;
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24 schematisch die zweite Grundstellphase des anderen Nockenstücks in die grundgestellte Endposition, in der sich das Nockenstück rechts befindet;
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25 schematisch die erste Grundstellphase des anderen Nockenstücks aus einer mittigen Ausgangsposition ohne Positionsänderung;
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26 schematisch die zweite Grundstellphase des anderen Nockenstücks in die rechte Endposition;
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27 schematisch die erste Grundstellphase des anderen Nockenstücks aus einer linken Ausgangsposition in die Zwischenposition;
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28 schematisch die zweite Grundstellphase des anderen Nockenstücks in die rechte Endposition.
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Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
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Die Erfindung sei ausgehend von 1 erläutert, in der ein bekannter hubvariabler Gaswechselventiltrieb eines Mehrzylinder-Verbrennungsmotors dargestellt ist. Das grundlegende Funktionsprinzip des Ventiltriebs lässt sich dahingehend zusammenfassen, dass eine konventionell starr ausgebildete Nockenwelle durch eine außenverzahnte Trägerwelle 1 und darauf mittels Innenverzahnung drehfest und axialverschiebbar gelagerte Nockenstücke 2 ersetzt ist. Jedes Nockenstück 2 weist zwei Gruppen axial unmittelbar benachbarter Nocken mit zwei unterschiedlich großen Nockenerhebungen H und L auf, die mittels Schlepphebeln 3 selektiv auf die beiden einlass- oder auslassseitigen Gaswechselventile 4 des jeweiligen Zylinders übertragen werden. Die zur betriebspunktabhängigen Aktivierung des jeweiligen Nockens erforderliche Verschiebung des Nockenstücks 2 auf der Trägerwelle 1 erfolgt über zwei getrennt auf dem Nockenstück 2 verlaufende Axialkulissen mit nutförmigen Kulissenbahnen 5 und 6, die sich entsprechend der Verschieberichtung in beide Axialrichtungen des Nockenstücks 2 erheben und in die, je nach momentaner Stellung des Nockenstücks 2, jeweils ein Aktuatorstift 7 oder 8 eines Aktuators (nicht dargestellt) ausfährt.
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Die 2 bis 7 zeigen in isolierter Darstellung eine für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete Axialkulisse 9 mit einer nutförmigen Kulissenbahn, bei der die beiden Bahnabschnitte nicht wie in 1 nebeneinander, sondern über dem Umfang des Nockenstücks 2 vollständig hintereinander angeordnet sind, so dass sie umfänglich ineinander übergehen. Dabei bewirkt der nachfolgend mit S1 bezeichnete erste Bahnabschnitt, der sich im wesentlichen mit der Breite eines Nockens in den Figuren in die linke Axialrichtung des Nockenstücks 2 erhebt, eine Verschiebung des Nockenstücks 2 um eine Axialposition nach rechts, wenn dieses gemäß 2 in Pfeilrichtung rotiert und ein Aktuatorstift (7 oder 8 in 1) im Umfangsbereich dieses ersten Bahnabschnitts S1 in der Kulissenbahn eingekoppelt ist. Umgekehrt bewirkt der nachfolgend mit S2 bezeichnete zweite Bahnabschnitt, der sich in den Figuren in die rechte Axialrichtung des Nockenstücks 2 erhebt, eine Verschiebung des Nockenstücks 2 um eine Axialposition nach links, wenn ein Aktuatorstift 7, 8 im Umfangsbereich dieses zweiten Bahnabschnitts S2 in der Kulissenbahn eingekoppelt ist.
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Das Ausfahren und rechtzeitige Einkoppeln der Aktuatorstifte
7,
8 aus dem Aktuator und in die Kulissenbahn wird durch Einfahrnuten E1 und E2 erleichtert, die jeweils axial versetzt zur Kulissenbahn verlaufen und im Bereich der beiden Bahnabschnitte S1 und S2 in der Kulissenbahn münden. Die erste Einfahrnut E1 beginnt – bezüglich der in
2 eingezeichneten Drehrichtung – etwa mit dem Ende des ersten Bahnabschnitts S1 (siehe
2 und
4) und mündet im zweiten Bahnabschnitt S2 (siehe
3 und
6). Die zweite Einfahrnut E2 beginnt etwa mit dem Ende des zweiten Bahnabschnitts S2 (siehe
3 und
6) und mündet im ersten Bahnabschnitt S1 (siehe
2 und
4). Weitere konstruktive Details der Axialkulisse sind der nicht vorveröffentlichten
deutschen Anmeldung mit dem Aktenzeichen 10 2013 223 299.3 zu entnehmen.
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Die nachfolgenden Figuren zeigen das erfindungsgemäße Grundstellverfahren des Nockenstücks 2 aus dessen drei möglichen Ausgangspositionen in die Soll-Axialposition. Das Grundstellen erfolgt während des Drehzahlhochlaufs des Verbrennungsmotors beginnend ab einem Zeitpunkt, an dem die Winkelposition und die Drehzahl der grundzustellenden Nockenwelle dem Motorsteuergerät bekannt sind. Das Nockenstück 2 umfasst zwei Gruppen von jeweils drei benachbarten Nocken mit den unterschiedlichen Nockenerhebungen H, M und L und die zwischen den Nockengruppen angeordnete Axialkulisse 9 gemäß den zuvor erläuterten 2 bis 7. Die beiden Aktuatorstifte 7 und 8 werden selektiv von einem Doppelaktuator aktiv sowohl aus- als auch eingefahren, um das Nockenstück jeweils um eine der drei Axialpositionen zu verschieben. Die auf dem Aktuator und in den Kreisen eingezeichnete Nummerierung '1' und '2' gibt nachfolgend die zeitliche Reihenfolge an, in der die Aktuatorstifte 7, 8 angesteuert werden, um das Nockenstück 2 während zwei aufeinander folgender Grundstellphasen in die Soll-Axialposition grundzustellen. Dies gilt auch für die Bahnabschnitte S1 und S2, deren Nummerierung sich lediglich auf die Reihenfolge bezieht, in der die beiden Bahnabschnitte S1, S2 bzw. deren umfängliche Bahnwinkel ausschließlich paarweise und zumindest einmal zuerst von dem ausgefahrenen ersten Aktuatorstift 7 und anschließend von dem ausgefahrenen zweiten Aktuatorstift 8 durchfahren werden.
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Die erste Grundstellphase beginnt folglich damit, dass der Aktuator den ersten Aktuatorstift 7 an einer umfänglichen Bahnposition ausfährt, die sich vor dem ersten Bahnabschnitt S1 und hinter dem zweiten Bahnabschnitt S2 befindet. Der Aktuatorstift 7 wird in der Ausfahrstellung gehalten, bis er die Umfangswinkel beider Bahnabschnitte S1, S2 einmal durchfahren hat. Die erste Grundstellphase endet damit, dass der Aktuator den ersten Aktuatorstift 7 aus einer umfänglichen Bahnposition einfährt, die sich hinter dem zweiten Bahnabschnitt S2 und vor dem ersten Bahnabschnitt S1 befindet. Die zweite Grundstellphase erfolgt durch dazu analoge Betätigung des zweiten Aktuatorstifts 8.
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Das Grundstellen des Nockenstücks 2 aus den drei möglichen Ausgangspositionen in eine äußere Axialposition des Nockenstücks gelingt nur dann, wenn die Axialerhebung des zweiten Bahnabschnitts S2 die Axialrichtung vorgibt, in die das Nockenstück grundgestellt wird, und wenn der zweite Aktuatorstift 8 in Axialrichtung des Nockenstückgrundstellens zum ersten Aktuatorstift 7 benachbart ist.
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Die grundzustellende Soll-Axialposition ist bei dem ersten Ausführungsbeispiel in den 8 bis 22 stets die linke Position des Nockenstücks 2. Folglich ist in diesem Beispiel der zweite Bahnabschnitt S2 der Bahnabschnitt S2, da dieser das in der darauf eingezeichneten Drehrichtung rotierende Nockenstück 2 nach links verschiebt. Bei gleicher Betrachtungsrichtung gilt entsprechend für die axiale Anordnung der Aktuatorstifte 7, 8, dass der zweite Aktuatorstift 8 links vom ersten Aktuatorstift 7 benachbart ist, so dass in diesem Beispiel der zweite Aktuatorstift 8 der linken Relativposition des Aktuatorstifts 8 zu Aktuatorstift 7 in 1 entspricht.
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In der linken Endposition des Nockenstücks 2 betätigt das rechte Nockenpaar mit der großen Nockenerhebung H die jeweils durch die strichpunktierten Linien symbolisierten Gaswechselventile 4 (siehe 1). Bei anderen Ausführungen können die Nockenerhebungen H, M, L selbstverständlich anders auf dem Nockenstück 2 angeordnet sein, so dass dann das Gaswechselventilpaar in der grundgestellten Axialposition auch von der kleinen Nockenerhebung L oder der mittleren Nockenerhebung M oder einer Zweier-Kombination aus den Nockenerhebungen H, M und L betätigt wird.
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8 bis 12: Die Ausgangsposition des Nockenstücks 2 ist die rechte Axialposition, in der die Gaswechselventile 4 mit der Nockenerhebung L gemäß 8 betätigt werden. In der ersten Grundstellphase wird das Nockenstück 2 um eine Axialposition nach links verschoben. Der Verschiebevorgang ist in 9 schematisch illustriert und erfolgt dadurch, dass der erste Aktuatorstift 7 ausfährt und in die Einfahrnut E2 einkoppelt, um anschließend das Nockenstück 2 entlang des zweiten Bahnabschnitts S2 nach links zu verschieben. Am Ende der ersten Grundstellphase befindet sich das Nockenstück 2 in der mittigen Zwischenposition, in der gemäß 10 die Nockenerhebung M auf die Gaswechselventile einwirkt. Der erste Aktuatorstift 7 befindet sich nun auf der axialen Höhe der ersten Einfahrnut E1, und der zweite Aktuatorstift 8 befindet sich auf der axialen Höhe der Einfahrnut E2. Dies ist in 9 unten und in 11 oben eingezeichnet.
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In der zweiten Grundstellphase wird das Nockenstück 2 um eine weitere Axialposition nach links in die Soll-Axialposition verschoben, in der gemäß 12 die Nockenerhebung L wirksam ist. Der Verschiebevorgang ist in 11 illustriert und erfolgt dadurch, dass der zweite Aktuatorstift 8 ausfährt und ebenfalls in die Einfahrnut E2 einkoppelt, um das Nockenstück 2 erneut entlang des zweiten Bahnabschnitts S2 nach links in die grundgestellte Endposition zu verschieben.
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13 bis 17: Die Ausgangsposition des Nockenstücks 2 ist die mittige Axialposition, in der die Gaswechselventile 4 mit der Nockenerhebung M gemäß 13 betätigt werden. In der ersten Grundstellphase wird das Nockenstück 2 zunächst um eine Axialposition nach rechts und anschließend zurück nach links verschoben, so dass die Axialposition gemäß 15 insgesamt unverändert bleibt. Der Verschiebevorgang dieser Doppelschaltung ist in 14 illustriert und erfolgt dadurch, dass der erste Aktuatorstift 7 ausfährt, um das Nockenstück 2 zunächst entlang des ersten Bahnabschnitts S1 nach rechts und anschließend entlang des zweiten Bahnabschnitts S2 zurück nach links zu verschieben.
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In der zweiten Grundstellphase wird das Nockenstück 2 mittels des zweiten Aktuatorstifts 8 um eine Axialposition nach links in die linke Endposition verschoben. Der in den 15 bis 17 illustrierte Verschiebevorgang ist identisch mit der zweiten Grundstellphase gemäß den 10 bis 12.
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18 bis 22: Die in 18 dargestellte Ausgangsposition des Nockenstücks 2 ist bereits die grundzustellende linke Endposition gemäß 22. In der ersten Grundstellphase wird das Nockenstück 2 nicht verschoben, so dass dessen Axialposition gemäß 20 unverändert bleibt. Wie es in 19 illustriert ist, fährt in diesem Fall der erste Aktuatorstift 7 axial neben der Axialkulisse 9 aus, so dass mangels Eingriff mit der Kulissenbahn keine Verschiebung des Nockenstücks 2 erfolgen kann.
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In der zweiten Grundstellphase erfolgt eine Doppelschaltung, so dass auch dabei die Axialposition des Nockenstücks 2 unverändert bleibt. Die in 21 illustrierte Doppelschaltung wird in diesem Fall von dem zweiten Aktuatorstift 8 ausgelöst.
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Der im Hinblick auf die grundgestellte mittige Endposition eingangs erwähnte Alternativfall b) würde bei dem ersten Ausführungsbeispiel gemäß den 8 bis 22 dann auftreten, wenn der erste Aktuatorstift 7 die beiden Bahnabschnitte S1, S2 bzw. deren Umfangswinkel in der Reihenfolge S1–S2 durchfahren würde und, wenn umgekehrt der zweite Aktuatorstift 8 die beiden Bahnabschnitte S1, S2 bzw. deren Umfangswinkel in der Reihenfolge S2-S1 durchfahren würde.
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Das in den 23 bis 28 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem zuvor erläuterten ersten Beispiel durch die spiegelverkehrte Axialorientierung der Kulissenbahn auf dem anderen Nockenstück 2. Da in diesem Fall der zweite Bahnabschnitt S2 nach links verläuft und dementsprechend das Nockenstück 2 nach rechts verschiebt, ist die grundzustellende Soll-Axialposition bei dem zweiten Ausführungsbeispiel stets die rechte Position des Nockenstücks 2. Folglich gilt für die axiale Anordnung der Aktuatorstifte 7 und 8, dass der in der Ansteuerreihenfolge zweite Aktuatorstift rechts vom ersten Aktuatorstift 8 benachbart und in diesem Fall der Aktuatorstift 7 ist.
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23 und 24: in Analogie zu den 19 und 21 ist die Ausgangsposition des grundzustellenden Nockenstücks 2 bereits die rechte Endposition. Demnach wird in den beiden Grundstellphasen zunächst keine Schaltung und anschließend eine Doppelschaltung des Nockenstücks 2 erzeugt.
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25 und 26: in Analogie zu den 14 und 16 ist die Ausgangsposition des grundzustellenden Nockenstücks 2 die mittige Axialposition. Demnach wird in den beiden Grundstellphasen zunächst eine Doppelschaltung und anschließend eine Verschiebung des Nockenstücks 2 nach rechts in die Endposition erzeugt.
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27 und 28: in Analogie zu den 9 und 11 ist die Ausgangsposition des grundzustellenden Nockenstücks 2 die linke Axialposition. Demnach wird in den beiden Grundstellphasen jeweils eine Verschiebung des Nockenstücks 2 nach rechts in die Endposition erzeugt.
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Der im Hinblick auf die grundgestellte mittige Endposition oben erwähnte Alternativfall b) würde bei dem zweiten Ausführungsbeispiel gemäß den 23 bis 28 dann auftreten, wenn der erste Aktuatorstift 8 die beiden Bahnabschnitte S1, S2 bzw. deren Umfangswinkel in der Reihenfolge S1–S2 durchfahren würde und, wenn umgekehrt der zweite Aktuatorstift 7 die beiden Bahnabschnitte S1, S2 bzw. deren Umfangswinkel in der Reihenfolge S2-S1 durchfahren würde.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Trägerwelle
- 2
- Nockenstück
- 3
- Schlepphebel
- 4
- Gaswechselventil
- 5
- Kulissenbahn
- 6
- Kulissenbahn
- 7
- Aktuatorstift
- 8
- Aktuatorstift
- 9
- Axialkulisse
- S1
- erster Bahnabschnitt
- S2
- zweiter Bahnabschnitt
- H
- große Nockenerhebung
- M
- mittlere Nockenerhebung
- L
- kleine Nockenerhebung
- E1
- erste Einfahrnut
- E2
- zweite Einfahrnut