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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Stereomikroskop und insbesondere ein Operationsmikroskop mit einem stereoskopischen Hauptbeobachterstrahlengang, einem stereoskopischen Mitbeobachterstrahlengang und einem dem Hauptbeobachterstrahlengang und dem Mitbeobachterstrahlengang gemeinsamen Hauptobjektiv.
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Die
DE 10 2004 050 893 A1 beschreibt ein Mikroskop mit einem Tubus für ein Stereomikroskop mit zwei Beobachtungskanalpaaren, wobei in dem Tubus eine Umschaltvorrichtung vorgesehen ist, durch die wahlweise ein erstes oder ein zweites Planoptikelement zur Ausrichtung der Strahlengänge für einen Beobachter in den Strahlengang einschwenkbar ist. Im Beobachtungskanalpaar für den Mitbeobachter ist ein eigenes Zoom-System vorhanden.
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Die
DE 103 36 475 A1 beschreibt ein Stereo-Mikroskopiersystem mit mehreren Stereo-Beobachterstrahlengängen, in denen jeweils Paare von Zoomsystemen angeordnet sind.
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In
US 7,990,610 B2 ist ein Assistentenmikroskop beschrieben, das ein Zoomsystem umfassen kann.
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Die
DE 10 2010 003 640 A1 beschreibt ein Zoom-System welches sowohl von den Strahlenbündeln eines Hauptbeobachters als auch von den Strahlenbündeln eines Mitbeobachters durchsetzt wird.
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Die
EP 1 120 676 A2 beschreibt ein Stereomikroskop mit Mitbeobachtertuben, die Paare von Zoomsystemen aufweisen, wobei je eines der Zoomsysteme für einen der stereoskopischen Teilstrahlengänge zuständig ist.
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Aus der
EP 1 918 753 A1 ist ein Operationsmikroskop mit einem Mitbeobachtersystem bekannt, bei dem ein Mitbeobachterstrahlengang mittels eines Umlenkspiegels ausgekoppelt wird.
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Aus der
US 6 525 878 B1 ist ein Operationsmikroskop bekannt, bei dem ein Mitbeobachterstrahlengang mittels eines physikalischen Strahlteilers ausgekoppelt und in einem zeitsequentiellen Verfahren durch ein Zoomsystem auf eine Kamera gelenkt wird.
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Die
DE 10 2004 049 368 A1 zeigt ein Operationsmikroskop mit einem Mitbeobachterstrahlengang, in dem auf das Hauptobjektiv unmittelbar ein großes Zoomsystem folgt.
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In
JP 2005-070809 A ist ein Stereomikroskop gezeigt, das einen Hauptbeobachterstrahlengang und mehrere Mitbeobachterstrahlengänge aufweist. In diesem Stereomikroskop existieren ein Mitbeobachterstrahlengang, der vor dem Hauptobjektiv, also zwischen Hauptobjektiv und Beobachtungsobjekt, aus dem Hauptbeobachterstrahlengang ausgekoppelt wird, und Mitbeobachterstrahlengänge, die hinter dem Hauptobjektiv ausgekoppelt werden. Letztere teilen mit dem Hauptbeobachterstrahlengang neben dem Hauptobjektiv auch ein Zoom-System, das für jeden stereoskopischen Teilstrahlengang eigene Linsen umfasst. Binokulartuben für diese Mitbeobachterstrahlengänge können an dafür vorgesehenen Schnittstellen des Mikroskopgehäuses angeschlossen werden. Dabei gibt es Schnittstellen für eine face-to-face Positionierung von Haupt- und Mitbeobachter, bei der sich Haupt- und Mitbeobachter einander gegenüber befinden, und Schnittstellen für eine seitliche Positionierung des Mitbeobachters, bei der sich Haupt- und Mitbeobachter in einem Winkel von 90 Grad zueinander befinden. Andere Mitbeobachterpositionen sind bei diesen Mitbeobachterstrahlengängen nicht möglich.
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Der in dem Stereomikroskop aus
JP 2005-070809 A zwischen Hauptobjektiv und Beobachtungsobjekt ausgekoppelte Mitbeobachterstrahlengang kann um die optische Achse des Hauptobjektivs des Hauptbeobachterstrahlengangs gedreht werden, sodass grundsätzlich eine beliebige Positionierung des Mitbeobachters relativ zum Hauptbeobachter möglich ist. Da dieser Mitbeobachterstrahlengang jedoch schon vor dem Hauptobjektiv des Hauptbeobachterstrahlengangs ausgekoppelt wird, ist ihn ein eigenes Hauptobjektiv notwendig, was die Komplexität und, damit zusammenhängend, die Herstellungskosten für den Mitbeobachterstrahlengang erhöht. Zudem führt der zwischen dem Beobachtungsobjekt und dem Hauptobjektiv angeordnete Strahlteiler zu Lichtverlust im Hauptbeobachterstrahlengang und somit zu einer Verringerung der Bildqualität für den Hauptbeobachter. Schließlich ist das in
JP 2005-070809 A beschriebene Stereomikroskop relativ raumgreifend, wenn der zwischen dem Hauptobjektiv des Hauptbeobachterstrahlengangs und dem Beobachtungsobjekt ausgekoppelte Mitbeobachterstrahlengang Verwendung findet.
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In
US 6,304,374 B1 ist ein Stereomikroskop mit einem Hauptobjektiv, einem Zoom-System, einem Hauptbeobachterstrahlengang und einem Mitbeobachterstrahlengang beschrieben. Der Mitbeobachterstrahlengang wird darin hinter dem Zoom-System aus dem Hauptbeobachterstrahlengang ausgekoppelt, sodass sich der Hauptbeobachterstrahlengang und der Mitbeobachterstrahlengang neben dem Hauptobjektiv auch das Zoom-System teilen. Das Zoom-System ist in
US 6,304,374 B1 als großes Zoom-System ausgebildet, d. h. die Linsendurchmesser des Zoom-Systems sind so groß, dass jede der Linsen von beiden stereoskopischen Teilstrahlengängen des Hauptbeobachterstrahlengangs passiert werden. Ein von beiden stereoskopischen Teilstrahlengängen passiertes Zoom-System muss im Vergleich zu einem Zoom-Systemen, in dem für jeden Teilstrahlengang ein eigenes Teil-Zoom-System vorhanden ist, eine größere Abmessung in Richtung der optischen Achse, im Folgenden longitudinale Abmessung genannt, aufweisen, da ansonsten die Anforderungen an die Präzision der verwendeten Linsen und die Präzision der Justierung so stark ansteigen, dass die Produktionskosten wesentlich höher als bei Verwendung getrennter Zoom-Systeme für die stereoskopischen Teilstrahlengänge sind. Das große Zoom-System bietet jedoch die Möglichkeit, die Orientierung der Stereobasis, also die Orientierung der Verbindungslinie zwischen den Mittelpunkten der stereoskopischen Teilstrahlenbündel innerhalb einer zur optischen Achse senkrechten Ebene, noch nach dem Durchtritt durch das Zoom-System frei wählen zu können. Falls dies auch für einen Mitbeobachter möglich sein soll, muss der Mitbeobachterstrahlengang hinter dem Zoom-System mittels eines Strahlteilers aus dem Hauptbeobachterstrahlengang ausgekoppelt werden, der groß genug ist, dass die stereoskopischen Teilstrahlengänge in jeder Orientierung der Stereobasis aus dem Hauptbeobachterstrahlengang ausgekoppelt werden können. Dies führt zu Lichtverlust im Hauptbeobachterstrahlengang und damit zu einer Verringerung der Bildqualität für den Hauptbeobachter.
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Die Möglichkeit, den Mitbeobachterstrahlengang in einem großen Winkelbereich frei zu orientieren, wird in
JP 2005-070809 A und in
US 6,304,374 B1 also durch eine Verringerung der der Bildqualität für den Hauptbeobachter erkauft.
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Gegenüber dem genannten Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein vorteilhaftes Stereomikroskop, insbesondere ein vorteilhaftes Operationsmikroskop, zur Verfügung zu stellen.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Stereomikroskop nach Anspruch 1 gelöst. Die abhängigen Ansprüche enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Stereomikroskops.
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Ein erfindungsgemäßes Stereomikroskop, das insbesondere als Operationsmikroskop, aber auch als wissenschaftliches Mikroskop ausgebildet sein kann, weist einen stereoskopischen Hauptbeobachterstrahlengang, einen stereoskopischen Mitbeobachterstrahlengang sowie ein dem Hauptbeobachterstrahlengang und dem Mitbeobachterstrahlengang gemeinsames Hauptobjektiv auf. Sowohl der stereoskopische Hauptbeobachterstrahlengang als auch der stereoskopische Mitbeobachterstrahlengang weisen jeweils ein Zoom-System auf, die nachfolgend zur besseren Unterscheidung als Hauptbeobachter-Zoom-System und Mitbeobachter-Zoom-System bezeichnet werden. Der Mitbeobachterstrahlengang wird mittels eines zwischen dem Hauptobjektiv und dem Hauptbeobachter-Zoom-System angeordneten geometrischen Strahlteilers aus dem Hauptbeobachterstrahlengang ausgekoppelt. Als geometrischer Strahlteiler ist hierbei ein Strahlteiler anzusehen, bei dem der Mitbeobachterstrahlengang aus einem Bereich des aus dem Hauptobjektiv austretenden Strahlenbündels ausgekoppelt wird, der nicht mit dem Hauptbeobachterstrahlengang überlappt. Im Mitbeobachterstrahlengang folgt auf den geometrischen Strahlteiler das Mitbeobachter-Zoom-System. Dieses Mitbeobachter-Zoom-System ist aus Linsen mit derartigen Abmessungen aufgebaut, dass die Linsen jeweils sowohl von einem ersten als auch von einem zweiten stereoskopischen Teilstrahlenbündel des Mitbeobachterstrahlengangs passiert werden. Mit anderen Worten, das Mitbeobachter-Zoom-System ist als großes Zoom-System ausgebildet.
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Im Vergleich zum eingangs beschriebenen Stand der Technik ermöglicht die Verwendung des geometrischen Strahlteilers, das aus dem Hauptobjektiv austretende Strahlenbündel jeweils ohne Lichtverlust für die stereoskopischen Teilstrahlengänge auf den Hauptbeobachterstrahlengang und den Mitbeobachterstrahlengang aufzuteilen. Daneben ermöglicht die Verwendung eines großen Mitbeobachter-Zoom-Systems die Orientierung der Auskopplung und damit die Orientierung des Mitbeobachters relativ zum Hauptbeobachter noch nach dem Mitbeobachter-Zoom-System auszuwählen, ohne dass das Zoom-System gedreht werden muss. Das Auswählen der Orientierung kann dabei bspw. durch einen geeignet orientierten, dem Mitbeobachter-Zoom-System nachgeschalteten Reflektor erfolgen. Die Erfindung ermöglicht es daher ein flexibel einsetzbares Operationsmikroskop herzustellen, bei dem die Orientierung des Mitbeobachters noch nach dem Durchtritt des Mitbeobachterstrahlenbündels durch das Zoom-System festgelegt werden kann, wobei aufgrund der Tatsache, dass kein physikalischer Strahlteiler Verwendung zu finden braucht, weder für den Hauptbeobachter noch für den Mitbeobachter ein nennenswerter Lichtverlust entsteht. Die hohe Flexibilität lässt sich daher ohne Einbußen in der Bildqualität erzielen. Insgesamt erhöht sich dadurch die Ergonomie des Stereomikroskops. Außerdem bietet die Verwendung jeweils eines eigenen Zoom-Systems für den Hauptbeobachter-Strahlengang und für den Mitbeobachter-Strahlengang den Vorteil, dass für Hauptbeobachter und Mitbeobachter die Vergrößerung individuell einstellbar ist.
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In einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Stereomikroskops ist das Hauptbeobachter-Zoom-System aus zwei nebeneinander angeordneten Teil-Zoom-Systemen aufgebaut, wobei jedes der Teil-Zoom-Systeme von verschiedenen stereoskopischen Teilstrahlenbündeln des Hauptbeobachterstrahlengangs passiert wird. Auf diese Weise kann für den Hauptbeobachter ein Zoom-System mit relativ kompakter longitudinaler Abmessung realisiert werden.
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Das Mitbeobachter-Zoom-System weist vorteilhafterweise einen Eingangsarm und einen Ausgangsarm sowie eine mittels eines Strahlablenkers um einen Faltwinkel größer Null gefaltete optische Achse auf. Die optische Achse im Ausgangsarm des Mitbeobachter-Zoom-Systems und die optische Achse im Eingangsarm des Mitbeobachter-Zoom-Systems schließen dann den Faltwinkel ein. Als Faltwinkel ist hierbei der Winkel zwischen der ursprünglichen Verlaufsrichtung der optischen Achse vor dem Strahlablenker und der neuen Verlaufsrichtung der optischen Achse nach dem Strahlablenker anzusehen. Außerdem weist das Mitbeobachter-Zoom-System wenigstens drei Linsen auf, von denen mindestens zwei entlang der gefalteten optischen Achse verlagerbar angeordnet sind. Dabei ist sowohl im Eingangsarm als auch im Ausgangsarm jeweils mindestens eine der wenigstens drei Linsen angeordnet. Durch die Faltung des großen Mitbeobachter-Zoom-Systems kann der Mitbeobachterstrahlengang räumlich kompakter ausgestaltet werden, sodass die Okulare des Mitbeobachterstrahlengangs im Vergleich zu einem gestreckten großen Mitbeobachter-Zoom-System näher an das Hauptobjektiv des Stereomikroskops herangeführt werden können. Dadurch lässt sich die Distanz zwischen Hauptbeobachter und Mitbeobachter verringern, was insbesondere bei Operationsmikroskopen von Bedeutung ist, bei denen der Mitbeobachter in der Regel dem Hauptbeobachter assistiert und daher die Entfernung zwischen Hauptbeobachter und Mitbeobachter nicht zu groß sein darf.
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Im gefalteten Zoom-System sind insbesondere Faltwinkel im Bereich von 75 Grad bis 180 Grad möglich, vorzugsweise Faltwinkel im Bereich von 80 Grad bis 100 Grad. Insbesondere ist ein Faltwinkel von 90 Grad möglich.
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In einer im Hinblick auf die Abbildungsqualität im Mitbeobachter-Strahlengang vorteilhaften Ausgestaltung weist das Mitbeobachter-Zoom-System vier entlang der gefalteten optischen Achse hintereinander angeordnete Linsen auf, von denen zwei im Eingangsarm und zwei im Ausgangsarm des Zoom-System angeordnet sind. Hierbei ist es vorteilhaft, wenn die beiden mittleren Linsen entlang der gefalteten optischen Achse verlagerbar angeordnet sind.
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Im Hinblick auf die Herstellung des Mitbeobachter-Zoom-Systems ist es von Vorteil, wenn vom Eingangsarm zum Ausgangsarm gesehen die erste und die vierte Linse des Mitbeobachter-Zoom-Systems sowie die zweite und die dritte Linse des Mitbeobachter-Zoom-Systems jeweils identisch zueinander ausgebildet sind. Auf diese Weise bietet das vierlinsige Mitbeobachter-Zoom-System die Möglichkeit, die Herstellung der optischen Komponenten des Zoom-Systems auf die Herstellung zweier verschiedener Linsen zu beschränken und gleichzeitig eine gute optische Abbildungsqualität zu gewährleisten. Mit den vier Linsen kann das Mitbeobachter-Zoom-System insbesondere spiegelbildlich aufgebaut sein, sodass die vierte Linse in Richtung der optischen Achse entgegengesetzt zur ersten Linse orientiert ist und die dritte Linse in Richtung der optischen Achse entgegengesetzt zur zweiten Linse orientiert ist.
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Ein vierlinsiges Zoom-System, bei dem sowohl der Eingangsarm als auch der Ausgangsarm jeweils zwei Linsen aufweisen, ermöglicht bereits im gestreckten Zustand des Zoom-Systems eine relativ kurze Baulänge, sodass das gefaltete Zoom-System besonders kompakt ausbildet sein kann. Zudem ermöglicht ein symmetrischer Aufbau des Zoom-Systems eine sehr gute Korrektion außeraxialer Bildfehler, wie beispielsweise chromatische Vergrößerungsdifferenz, Tangensverzeichnung und Koma, durch eine annähernd zentrale Pupillenlage in jeder Vergrößerungsstellung. Einzelheiten zu den Linsen eines symmetrischen Zoom-System sind in
DE 198 37 135 A1 beschrieben. Derartige Linsen können auch im gefalteten Zoom-System der vorliegenden Erfindung Verwendung finden. Auf die
DE 198 37 135 A1 wird daher im Hinblick auf mögliche konstruktive Details der Linsen des Zoom-Systems verwiesen.
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In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsmäße Stereomikroskops ist dem Mitbeobachter-Zoom-System ein um die optische Achse im Ausgangsarm des Mitbeobachter-Zoom-Systems drehbarer Reflektor nachgeordnet. Dieser Reflektor kann entweder als Spiegel oder als Reflexionsprisma ausgebildet sein. Da das aus dem Ausgangsarm des Mitbeobachter-Zoom-Systems austretende Strahlenbündel noch nicht in zwei stereoskopische Strahlenbündel aufgeteilt ist, ist es symmetrisch um die optische Achse. Dies ermöglicht es, mithilfe des Reflektors stereoskopische Teilstrahlenbündel in jeder beliebigen Orientierung ihrer Stereobasis zu generieren. Dadurch wird es möglich, den Binokulartubus für einen Mitbeobachter in einem weiten Winkelbereich relativ zum Binokukartubus des Hauptbeobachters stufenlos zu poitionieren. So kann in der Regel zumindest eine stufenlos freie Wählbarkeit der Orientierung zwischen einer seitlichen Mitbeobachtung auf der rechten Seite und einer seitlichen Mitbeobachtung auf der linken Seite realisiert werden, wobei der Mitbeobachter jede beliebige Position zwischen diesen beiden Extremen einnehmen kann. Er hat somit einen Orientierungsbereich von 180 Grad. Größere Orientierungsbereiche sind grundsätzlich auch möglich, wobei jedoch konstruktive Details des Stereomikroskops den Orientierungsbereich für den Mitbeobachter einschränken können.
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Während das große Mitbeobachter-Zoom-System im erfindungsgemäßen Stereomikroskop vorzugsweise ein gefaltetes Zoom-System ist, ist das Hauptbeobachter-Zoom-System vorzugsweise ein gestrecktes Zoom-System also ein Zoom-System ohne gefaltete optische Achse. Aufgrund der Tatsache, dass das Hauptbeobachter-Zoom-System für jeden stereoskopischen Teilstrahlengang ein eigenes Zoom-System mit im Vergleich zum Mitbeobachter-Zoom-System erheblich verringerten Linsendurchmessern aufweist, kann der Abstand zwischen den äußeren Linsen des Zoom-Systems im Vergleich zum großen Zoom-System des Mitbeobachter-Strahlengangs deutlich verringert werden. Eine Faltung ist daher nicht notwendig. Somit kann auch auf einen Strahlablenker im Hauptbeobachter-Zoom-System verzichtet werden, sodass die Zahl der optischen Komponenten gering gehalten werden kann. Da der Hauptbeobachterstrahlengang auch nicht drehbar ausgestaltet zu sein braucht, würde die Verwendung eines großen Hauptbeobachter-Zoom-Systems auch keine unmittelbaren Vorteile mit sich bringen.
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In einer besonderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Stereomikroskops ist im Mitbeobachterstrahlengang ein Aufteiler zum Trennen der stereoskopischen Teilstrahlenbündel des Mitbeobachterstrahlengangs vorhanden. Zwischen dem Mitbeobachter-Zoomsystem und dem Aufteiler ist dann ein Zwischenabbildungssystem angeordnet, das die Gerätepupille des Mitbeobachterstrahlengangs auf ein Eingangsende des Aufteilers abbildet. Das Zwischenabbildungssystem kann insbesondere eine erste Sammellinse oder ein erstes sammelndes Linsensystem, eine zweite Sammellinse oder ein zweites sammelndes Linsensystem und eine zwischen der ersten Sammellinse bzw. dem ersten sammelnden Linsensystem und der zweiten Sammellinse bzw. dem zweiten sammelnden Linsensystem befindliche Zwischenbildebene umfassen. Durch die Abbildung der Gerätepupille auf das Eingangsende des Aufteilers lassen sich Vignettierungen im Mitbeobachterstrahlengang vermeiden.
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In einer vorteilhaften Weiterbindung der besonderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Stereomikroskops ist dem Zwischenabbildungssystem ein Bildaufrichtungssystem zugeordnet. Aufgrund des Bildaufrichtungssystems ist das Bild am Eingang des Binokulartubus des Mitbeobachterstrahlengangs dann trotz des im Vergleich zum Hauptbeobachterstrahlengang zusätzlichen Zwischenbildes so gerichtet wie am Eingang des Binokulartubus des Hauptbeobachterstrahlengangs. Im Mitbeobachterstrahlengang kann in dieser Weiterbildung daher ein zum Hauptbeobachterstrahlengang baugleicher Binokulartubus Verwendung finden.
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Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren.
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1 zeigt die optischen Komponenten im Hauptbeobachterstrahlengang eines Operationsmikroskops in einer schematischen Darstellung.
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2 zeigt ein Varioobjektiv, welches im erfindungsgemäßen Operationsmikroskop Verwendung finden kann.
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3 zeigt den Hauptbeobachterstrahlengang und den Mitbeobachterstrahlengang eines erfindungsgemäßen Stereomikroskops in einer schematischen Darstellung für eine face-to-face Beobachtungsposition.
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4 zeigt einen Aufteiler zum Trennen stereoskopischer Teilstrahlenbündel in einer Draufsicht.
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5 zeigt den Aufteiler aus 4 in einer Ansicht auf das Eingangsende des Aufteilers.
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6 zeigt das Stereomikroskop aus 3 bei einer seitlichen Beobachtungsposition.
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Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Stereomikroskop am Beispiel eines Operationsmikroskops beschrieben. Dabei zeigt die 1 den grundsätzlichen Aufbau eines Operationsmikroskops, wie er insbesondere im Hauptbeobachterstrahlengang des erfindungsgemäßen Stereomikroskops im Wesentlichen realisiert sein kann.
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Das in 1 gezeigte Operationsmikroskop 1 umfasst als wesentliche Bestandteile ein einem Objektfeld 3 zuzuwendendes Objektiv 5, das insbesondere als achromatisches oder apochromatisches Objektiv ausgebildet sein kann. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel besteht das Objektiv 5 aus zwei miteinander verkitteten Teillinsen, die ein achromatisches Objektiv bilden. Das Objektfeld 3 wird in der Brennebene des Objektivs 5 angeordnet, so dass es vom Objektiv 5 nach Unendlich abgebildet wird. Mit anderen Worten, ein vom Objektfeld 3 ausgehendes divergentes Strahlenbündel 7 wird bei seinem Durchgang durch das Objektiv 5 in ein paralleles Strahlenbündel 9 umgewandelt.
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Beobachterseitig des Objektivs 5 ist ein Vergrößerungswechsler 11A, 11B angeordnet, der entweder wie im dargestellten Ausführungsbeispiel als Zoom-System zur stufenlosen Änderung des Vergrößerungsfaktors oder als so genannter Galilei-Wechsler zur stufenweisen Änderung des Vergrößerungsfaktors ausgebildet sein kann. In einem Zoom-System, das bspw. aus einer Linsenkombination mit drei Linsen aufgebaut ist, können die beiden objektseitigen Linsen verschoben werden, um den Vergrößerungsfaktor zu variieren. Tatsächlich kann das Zoom-System aber auch mehr als drei Linsen, bspw. vier oder mehr Linsen aufweisen, wobei die äußeren Linsen dann auch fest angeordnet sein können. In einem Galilei-Wechsler existieren dagegen mehrere feste Linsenkombinationen, die unterschiedliche Vergrößerungsfaktoren repräsentieren und im Wechsel in den Strahlengang eingebracht werden können. Sowohl ein Zoom-System, als auch ein Galilei-Wechsler wandeln ein objektseitiges paralleles Strahlenbündel in ein beobachterseitiges paralleles Strahlenbündel mit einem anderen Bündeldurchmesser um. Der Vergrößerungswechsler 11A, 11B ist im Hauptbeobachtungsstrahlengang des erfindungsgemäßen Stereomikroskops in der Regel bereits Teil des binokularen Strahlengangs, d. h. er weist eine eigene Linsenkombination für jeden stereoskopischen Teilstrahlengang 9A, 9B des Operationsmikroskops 1 auf.
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An den Vergrößerungswechsler 11A, 11B schließt sich beobachterseitig eine Schnittstellenanordnung 13A, 13B an, über die externe Geräte an das Operationsmikroskop 1 angeschlossen werden können und die im vorliegenden Ausführungsbeispiel Strahlteilerprismen 15A, 15B umfasst. Grundsätzlich können aber auch andere Arten von Strahlteilern Verwendung finden, bspw. teildurchlässige Spiegel. Die Schnittstellen 13A, 13B dienen im vorliegenden Ausführungsbeispiel zum Auskoppeln eines Strahlenbündels aus dem Strahlengang des Operationsmikroskops 1 (Strahlteilerprisma 15B) bzw. zum Einkoppeln eines Strahlenbündels in den Strahlengang des Operationsmikroskops 1 (Strahlteilerprisma 15A).
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Das Strahlteilerprisma 15A in dem Teilstrahlengang 9A dient im vorliegenden Ausführungsbeispiel dazu, mit Hilfe eines Displays 37, bspw. einer Digital Mirror Device (DMD) oder eines LCD-Displays, und einer zugehörigen Optik 39 über das Strahlteilerprisma 15A Informationen oder Daten für einen Betrachter in den Teilstrahlegang 9A des Operationsmikroskops 1 einzuspiegeln. Im anderen Teilstrahlengang 9B ist an der Schnittstelle 13B ein Kameraadapter 19 mit einer daran befestigten Kamera 21 angeordnet, die mit einem elektronischen Bildsensor 23, bspw. mit einem CCD-Sensor oder einem CMOS-Sensor, ausgestattet ist. Mittels der Kamera 21 kann ein elektronisches und insbesondere ein digitales Bild des Gewebebereichs 3 aufgenommen werden.
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An die Schnittstelle 13 schließt sich beobachterseitig ein Binokulartubus 27 an. Dieser weist zwei Tubusobjektive 29A, 29B auf, welche das jeweilige parallele Strahlenbündel 9A, 9B auf eine Zwischenbildebene 31 fokussieren, also das Beobachtungsobjekt 3 auf die jeweilige Zwischenbildebene 31A, 31B abbilden. Die in den Zwischenbildebenen 31A, 31B befindlichen Zwischenbilder werden schließlich von Okularlinsen 35A, 35B wiederum nach Unendlich abgebildet, so dass ein Betrachter das Zwischenbild mit entspanntem Auge betrachten kann. Außerdem erfolgt im Binokulartubus mittels eines Spiegelsystems oder mittels Prismen 33A, 33B eine Vergrößerung des Abstandes zwischen den beiden Teilstrahlenbündeln 9A, 9B, um diesen an den Augenabstand des Betrachters anzupassen. Mit dem Spiegelsystem oder den Prismen 33A, 33B erfolgt zudem eine Bildaufrichtung.
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Das Operationsmikroskop 1 ist mit einer Beleuchtungsvorrichtung ausgestattet, mit der der das Objektfeld 3 mit breitbandigem Beleuchtungslicht beleuchtet werden kann. Hierzu weist die Beleuchtungsvorrichtung im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Weißlichtquelle 41, etwa eine Halogenglühlampe oder eine Gasentladungslampe, auf. Das von der Weißlichtquelle 41 ausgehende Licht wird über einen Umlenkspiegel 43 oder ein Umlenkprisma in Richtung auf das Objektfeld 3 gelenkt, um dieses auszuleuchten. In der Beleuchtungsvorrichtung ist weiterhin eine Beleuchtungsoptik 45 vorhanden, die für eine gleichmäßige Ausleuchtung des gesamten beobachteten Objektfeldes 3 sorgt.
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Es sei darauf hingewiesen, dass der in 1 dargestellte Beleuchtungsstrahlengang stark schematisiert ist und nicht notwendigerweise den tatsächlichen Verlauf des Beleuchtungsstrahlengangs wiedergibt. Grundsätzlich kann der Beleuchtungsstrahlengang als sogenannte Schrägbeleuchtung ausgeführt sein, die der schematischen Darstellung in 1 am nächsten kommt. In einer solchen Schrägbeleuchtung verläuft der Strahlengang in einem relativ großen Winkel (6° oder mehr) zur optischen Achse des Objektivs 5 und kann, wie in 1 dargestellt, vollständig außerhalb des Objektivs verlaufen. Alternativ besteht jedoch auch die Möglichkeit, den Beleuchtungsstrahlengang der Schrägbeleuchtung durch einen Bereich des Objektivs 5 hindurch verlaufen zu lassen. Eine weitere Möglichkeit zur Anordnung des Beleuchtungsstrahlengangs ist die sogenannte Beleuchtung, bei bei der der Beleuchtungsstrahlengang durch das Objektiv 5 hindurch verläuft und zwischen den beiden Teilstrahlengängen 9A, 9B, entlang der optischen Achse des Objektivs 5 in Richtung auf das Objektfeld 3 in das Objektiv eingekoppelt wird. Schließlich besteht auch die Möglichkeit, den Beleuchtungsstrahlengang als sogenannte koaxiale Beleuchtung auszuführen, in der ein erster und ein zweiter Beleuchtungsteilstrahlengang vorhanden sind. Die Teilstrahlengänge werden über einen oder mehrere Strahlteiler parallel zu den optischen Achsen der Beobachtungsteilstrahlengänge 9A, 9B in das Operationsmikroskop eingekoppelt, so dass die Beleuchtung koaxial zu den beiden Beobachtungsteilstrahlengängen verläuft.
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In dem in 1 dargestellten Operationsmikroskop kann auf die Beleuchtung Einfluss genommen werden. Bspw. kann ein Filter 47 in den Beleuchtungsstrahlengang eingebracht werden, der von dem breiten Spektrum der Weißlichtquelle 41 nur einen schmalen Spektralbereich passieren lässt, bspw. einen Spektralbereich, mit dem Fluoreszenz eines im Objektfeld 3 befindlichen Fluoreszenzfarbstoffes angeregt werden kann. Zur Beobachtung der Fluoreszenz können in die Beobachtungsteilstrahlengänge Filter 37A, 37B eingebracht werden, die den zur Fluoreszenzanregung verwendeten Spektralbereich herausfiltern um die Fluoreszenz beobachten zu können.
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Die Beleuchtungsvorrichtung kann zudem mit einer Einheit zum Wechsel der Beleuchtungslichtquelle ausgestattet sein. Diese ist in 1 durch ein System zum Austausch der Weißlichtquelle 41 durch eine Laser 49 angedeutet. Mit einem Laser als Lichtquelle, insbesondere mit einem Infrarotlaser, wird in Verbindung mit einem geeigneten Bildsensor 23 bspw. Laser-Doppler-Imaging oder Laser-Speckle-Imaging ermöglicht.
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In der in 1 gezeigten Ausführungsvariante des Operationsmikroskops 1 besteht das Objektiv 5 lediglich aus einer Achromatlinse. Es kann jedoch auch ein Objektivlinsensystem aus mehreren Linsen Verwendung finden, insbesondere ein so genanntes Vario-Objektiv, mit dem sich der Arbeitsabstand des Operationsmikroskops 1, d. h. der Abstand der objektseitigen Brennebene vom Scheitel der ersten objektseitigen Linsenfläche des Objektivs 5, auch Objektschnittweite genannt, variieren lässt. Auch vom Vario-Objektiv 50 wird das in der Brennebene angeordnete Objektfeld 3 nach Unendlich abgebildet, so dass beobachterseitig eine paralleles Strahlenbündel vorliegt.
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Ein Beispiel für ein Vario-Objektiv ist schematisch in 2 dargestellt. Das Vario-Objektiv 50 umfasst ein Positivglied 51, also ein optisches Element mit positiver Brechkraft, das in 2 schematisch als Konvexlinse dargestellt ist. Darüber hinaus umfasst das Vario-Objektiv 50 ein Negativglied 52, also ein optisches Element mit negativer Brechkraft, das in 2 schematisch als Konkavlinse dargestellt ist. Das Negativglied 52 befindet sich zwischen dem Positivglied 51 und dem Objektfeld 3. Im dargestellten Vario-Objektiv 50 ist das Negativglied 52 fix angeordnet, wohingegen das Positivglied 51 wie durch den Doppelpfeil 53 angedeutet entlang der optischen Achse OA verschiebbar angeordnet ist. Wenn das Positivglied 51 in die in 2 gestrichelt dargestellte Position verschoben wird, verlängert sich die Schnittweite, so dass sich der Arbeitsabstand des Operationsmikroskops 1 vom Objektfeld 3 ändert.
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Obwohl in 2 das Positivglied 51 verschiebbar ausgestaltet ist, besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit, das Negativglied 52 statt des Positivglieds 51 entlang der optischen Achse OA bewegbar anzuordnen. Das Negativglied 52 bildet jedoch häufig die Abschlusslinse des Vario-Objektivs 50. Ein feststehendes Negativglied 52 bietet daher den Vorteil, dass das Innere des Operationsmikroskops 1 leichter gegen äußere Einflüsse abgedichtet werden kann. Weiterhin sei angemerkt, dass, obwohl das Positivglied 51 und das Negativglied 52 in 2 als Einzellinsen dargestellt sind, jedes dieser Glieder statt in Form einer Einzellinse auch in Form einer Linsengruppe oder eines Kittglieds realisiert sein kann, bspw. um das Vario-Objektiv achromatisch oder apochromatisch auszubilden.
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3 zeigt den Hauptbeobachterstrahlengang 100 und den Mitbeobachterstrahlengang 200 eines als erfindungsgemäßes Stereomikroskop ausgebildeten Operationsmikroskops. Der Hauptbeobachterstrahlengang 100 enthält im Wesentlichen die mit Bezug auf die 1 beschriebenen optischen Komponenten, wovon in 3 der Übersichtlichkeit halber lediglich das Zoom-System und der Binokulartubus 27 stark schematisiert dargestellt sind. Die übrigen mit Bezug auf 1 beschriebenen optischen Elemente können selbstverständlich ebenfalls im Hauptbeobachterstrahlengang vorhanden sein. Vom rechten und linken Zoom-System ist beim Hauptbeobachter-Zoom-System 11 darstellungsbedingt lediglich eines zu erkennen. Tatsächlich ist aber das Hauptbeobachter-Zoom-System ein Zoom-System mit einem rechten und einem linken Stereokanal 11A, 11B, wie es mit Bezug auf 1 beschrieben worden ist. Auch der Binokulartubus entspricht in der Ausgestaltung seiner optischen Komponenten im Wesentlichen dem mit Bezug auf 1 beschriebenen Binokulartubus.
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Der Mitbeobachterstrahlengang 200 wird hinter dem gemeinsamen Hauptobjektiv 5 aus dem durch das Hauptobjektiv 5 heraustretenden Strahlenbündel ausgekoppelt. Hierzu dient im vorliegenden Ausführungsbeispiel ein Ablenkprisma 201, mit dem die optische Achse des Mitbeobachterstrahlengangs gefaltet wird. Das Ablenkprisma stellt einen geometrischen Strahlteiler da, da es ein von den stereoskopischen Teilstrahlenbündeln 9A, 9B des Hauptbeobachterstrahlengangs räumlich getrenntes Strahlenbündel dem Mitbeobachterstrahlengang 200 zuführt. Statt des im konkreten Ausführungsbeispiel verwendeten Ablenkprismas 201 kann als geometrischer Strahlteiler auch ein anders gearteter Reflektor, beispielsweise ein Planspiegel Verwendung finden.
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An das Ablenkprisma 201 schließt sich im Mitbeobachterstrahlengang 200 ein Mitbeobachter-Zoomsystem 203 an, das im vorliegenden Ausführungsbeispiel als gefaltetes Zoom-System ausgebildet ist. Das Zoom-System 203 des vorliegenden Ausführungsbeispiels umfasst vier Linsen bzw. Linsengruppen 205, 207, 209, 211, von denen die äußeren Linsen bzw. Linsengruppen 205 und 207 eine positive Brechkraft aufweisen und die inneren Linsen bzw. Linsengruppen 209, 211 eine negative Brechkraft aufweisen. Zudem sind die inneren Linsen 209, 211 entlang ihrer jeweiligen optischen Achse verschiebbar angeordnet, wie durch die Doppelpfeile 213, 215 angedeutet ist.
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Die äußere Linse bzw. Linsengruppe 205 und die äußere Linse bzw. Linsengruppe 207 sind ortsfest, also unbeweglich, im gefalteten Zoom-System 203 eingebaut. Außerdem sind sie in ihren Linsenparametern identisch, aber in einander entgegengesetzten Orientierungen im gefalteten Zoom-System 203 angeordnet. Die inneren Linsen bzw. Linsengruppen 209, 211 besitzen jeweils eine negative Brechkraft und sind ebenfalls in ihren Linsenparametern identisch ausgebildet und in einander entgegengesetzten Orientierungen im gefalteten Zoom-System 203 eingebaut. Zudem sind sie im Unterschied zu den äußeren Linsen bzw. Linsengruppen 205, 207 entlang ihrer jeweiligen optischen Achse verschiebbar angeordnet. Durch Verschieben der inneren Linsen bzw. Linsengruppen 209, 211 kann der vom Zoom-System 203 zur Verfügung gestellte Vergrößerungsfaktor variiert werden.
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Das in 3 dargestellte Zoom-System ist als gefaltetes Zoom-System mit einem Reflektor 217 ausgestattet. Dieser unterteilt das gefaltete Zoom-System 203 in einen Eingangsarm 219 und einen Ausgangsarm 221. Die optischen Achsen des Eingangsarms 219 und des Ausgangsarms 221 schließen einen Faltwinkel α ein, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel 90 Grad beträgt, aber auch einen anderen Winkelwert > 0 Grad aufweisen kann. Dieser Winkelwert liegt vorzugsweise im Winkelbereich von 45 Grad bis 180 Grad und kann insbesondere im Winkelbereich von 75 Grad bis 120 Grad liegen. Der Faltwinkel gibt dabei an, um welchen Winkel ein durch den Eingangsarm des gefalteten Zoom-Systems eintretendes Strahlenbündel aus seiner ursprünglichen Richtung abgelenkt aus dem Ausgangsarm des Zoom-Systems 203 heraustritt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel beträgt der Faltwinkel 90 Grad.
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Das gefaltete Zoomsystem 203 ist als großes Zoomsystem ausgebildet. Das heißt, jede seiner Linsen weist einen derartigen Durchmesser auf, dass sie in jeder mit Hilfe des drehbaren Ablenkspeigels 223 für die stereoskopischen Teilstrahlenbündel einstellbaren Orientierung der Stereobasis auf beide Teilstrahlenbündel des Binokulartubus 231 einwirkt. Dadurch wird erreicht, dass die Orientierung der Stereobasis mit der eingestellten Position des Mitbeobachters in Einklang steht.
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Obwohl die Linsen 205 bis 211 des gefalteten Zoomsystems im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Einzellinsen dargestellt sind, können diese statt aus Einzellinsen auch aus einer Gruppe von Linsen bestehen, wobei die beiden mittleren Linsengruppen 209, 211 entlang ihrer jeweiligen optischen Achsen verschiebbar sind. Auch besteht die Möglichkeit, die Einzellinsen oder einzelne Linsen der Linsengruppen als Kitglieder auszubilden, um Bildfehler optimal zu korrigieren. Dabei ist es jedoch vorteilhaft, wenn die zuvor geschilderte Symmetrie der Linsen bzw. Linsengruppen im gefalteten Zoom-System erhalten bleibt.
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An das gefaltete Zoom-System 203 schließt sich im vorliegenden Ausführungsbeispiel ein Zwischenabbildungssystem 222 mit einer ersten Sammellinse oder einem ersten sammelnden Linsensystem 224 und einer zweiten Sammellinse oder einem zweiten sammelnden Linsensystem 226 an. Die Verwendung von sammelnden Linsensystemen hat gegenüber Einzellinsen den Vorteil, dass mit Hilfe der Linsensysteme ein Generieren von Abbildungsfehlern weitgehend vermieden werden kann. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel kommen daher sammelnde Linsensysteme 224, 226 zum Einsatz, die in 3 der Übersichtlichkeit halber lediglich symbolisch als Linsen dargestellt sind.
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Das erste sammelnde Linsensystem 224 bildet das mit dem Operationsmikroskop 1 beobachtete Beobachtungsobjekt 3 auf eine Zwischenbildebene 228 ab. Mit Hilfe des zweiten sammelnden Linsensystems 226 wird das in der Zwischenbildebene 228 befindliche Zwischenbild dann wieder nach Unendlich abgebildet, damit es einem Binokulartubus 231 zugeführt werden kann. Mit Hilfe des Zwischenabbildungssystem 222 erfolgt eine Abbildung der Gerätepupille, die sich innerhalb des großen Zoomsystems, vorzugsweise in der Mitte des Zoomsystems oder in unmittelbarer Nähe zur Mitte des Zoomsystems, befindet, auf das Eingangsende 232 eines Aufteilers 230 zum Trennen der stereoskopischen Teilstrahlenbündel. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Aufteiler 230 durch zwei unmittelbar nebeneinander angeordnete Rhombusprismen 230A, 230B realisiert und das Eingangsende 232 des Aufteilers 230 durch die Eingangsenden 232A, 232B der Rhombusprimen 230A, 230B. Eine Draufsicht auf die Rhombusprismen 230A, 230B sowie eine Ansicht auf die Eingangsenden 232A, 232B der Rhombusprismen 230A, 230B sind in den 4 und 5 gezeigt. In diesen beiden Figuren ist zudem die Teilung der Gerätepupille anhand der auf die Eingangsenden 232A, 232B der Rhombusprismen 230A, 230B abgebildeten Gerätepupille 234 und der an den Ausgangsenden 238A, 238B der Rhombusprismen 230A, 230B vorliegenden Pupillen der beiden stereoskopischen Teilstrahlengänge dargestellt. Durch das Abbilden der Gerätepupille auf das Eingangsende 232 des Aufteilers 230 können Vignettierungen vermieden werden.
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Aufgrund des im Vergleich zum Hauptbeobachterstrahlengang 100 zusätzlichen Zwischenbildes in der Zwischenbildebene 228 hat im Mitbeobachterstrahlengang 200 am Eingang des Binokulartubus 231 bereits eine Bildaufrichtung stattgefunden, so dass auf ein Prismensystem zur Bildaufrichtung im Binokulartubus des Mitrbeobachterstrahlengangs 200 verzichtet werden kann. Häufig ist es jedoch von Vorteil, wenn im Mitbeobachterstrahlengang 200 ein zum Hauptbeobachterstrahlengang baugleicher Binokulartubus Verwendung finden kann, bspw. um die Zahl der unterschiedlichen Baugruppen und damit die Herstellungskosten des Stereomikroskops zu senken. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weist das Zwischenabbildungssystem 222 daher nach dem zweiten sammelnden Linsensystem 226 und vor dem Aufteiler 230 ein Bildaufrichtungssystem 227 auf, so dass das Bild am Eingang des Binokulartubus 231 des Mitbeobachterstrahlengangs 200 so gerichtet ist wie am Eingang des Binokulartubus 231 des Hauptbeobachterstrahlengangs 100. Im Mitbeobachterstrahlengang kann daher im vorliegenden Ausführungsbeispiel ein zum Binokulartubus im Hauptbeobachterstrahlengang baugleicher Binokulartubus Verwendung finden. Als Bildaufrichtungssystem 227 findet im vorliegenden Ausführungsbeispiel ein Dachprisma Verwendung. Zwischen dem Bildaufrichtungssystem 227 und dem Aufteiler 230 befindet sich im vorliegenden Ausführungsbeispiel zudem ein Umlenkprisma oder ein Umlenkspiegel 225, um die im Bildaufrichtungssystem 227 erfolgende Ablenkung des Hauptbeobachterstrahlenbündels zu kompensieren.
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Obwohl das Bildaufrichtungssystem 227 im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Teil des Zwischenabbildungssystems 222 dargestellt ist, braucht es nicht notwendigerweise Teil des Zwischenabbildungssystems 222 zu sein. Bspw. kann alternativ ein Bildaufrichtungssystem 227 vorhanden sein, das sich zwischen dem Aufteiler 230 und dem Binokulartubus 231 befindet. Das Anordnen des Bildaufrichtungssystems 227 im Zwischenabbildungssystem 222 hat jedoch den Vorteil, dass die stereoskopischen Teilstrahlenbündel nocht nicht getrennt sind, und daher ein einziges Bildaufrichtungssystems 227 ausreicht.
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Im Zwischenabbildungssystem 222 befindet sich zwischen dem ersten sammelnden Linsensystem 224 und der Zwischenbildebene 228 ein um die optische Achse des Ausgangsarms 221 des gefalteten Zoom-Systems 203 drehbarer Ablenkspiegel 223. Alle sich an den drehbaren Ablenkspiegel 223 anschließenden optischen Elemente einschließlich des Binokulartubus 231 sind zusammen mit dem Ablenkspiegel 223 um die optische Achse des Ausgangsarms 221 des gefalteten Zoom-Systems 203 drehbar gelagert. Durch Drehen des Ablenkspiegels 223 zusammen mit den sich an den drehbaren Ablenkspiegel 223 anschließenden optischen Elemente kann die Position des Mitbeobachters in Bezug auf die Position des Hauptbeobachters in einem weiten Bereich variiert werden.
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In der in 3 dargestellten Drehstellung des aus dem drehbaren Ablenkspiegel 223, und den sich an den drehbaren Ablenkspiegel 223 anschließenden optischen Elementen einschließlich des Binokulartubus 231 gebildeten drehbaren Teilsystems des Mitbeobachterteilstrahlengangs befindet sich der Mitbeobachter in einer face-to-face Position zum Hauptbeobachter. In 6, in der die auf den drehbaren Ablenkspiegel 223 folgenden optischen Elemente einschließlich des Binokulartubus 231 der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt sind, ist anhand des Ablenkspiegels 223 eine Drehstellung drehbaren Teilsystems gezeigt, in der sich der Mitbeobachter seitlich vom Hauptbeobachter befindet. Selbstverständlich ist auch die um 180 Grad gegenüber der Orientierung aus 6 gedrehte Orientierung des Ablenkspiegels 223 und damit des drehbaren Teilsystems möglich. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass der Mitbeobachter beliebige Zwischenorientierungen zwischen der in 6 gezeigten Orientierung und der hierzu um 180 Grad gedrehten Orientierung einnimmt. Der Mitbeobachter hat dabei die Möglichkeit, sich beliebig in einem Winkelbereich von 180 Grad zu positionieren. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass der Winkelbereich von 180 Grad nicht notwendigerweise den maximalen, zur Positionierung des Mitbeobachters zur Verfügung stehenden Winkelbereich angibt. Falls es konstruktive Details des Stereomikroskops zulassen, kann der Mitbeobachter auch über die in 6 gezeigte Orientierung des Ablenkspiegels 223 hinaus näher an den Hauptbeobachter heranrücken. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass er auf der anderen Seite des Stereomikroskops näher an den Hauptbeobachter heranrückt. Grenzen sind hier wie gesagt lediglich durch die konstruktive Ausgestaltung des Stereomikroskops gegeben. Da die Aufspaltung des Strahlenbündels in stereoskopische Teilstrahlenbündel erst nach dem Ablenken des Strahlenbündels durch den Ablenkspiegels 223 erfolgt, wird dem Mitbeobachter in jeder möglichen Position auch die zugehörige richtige Bildorientierung dargeboten.
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Obwohl die vorliegende Erfindung zu Erläuterungszwecken anhand eines konkreten Ausführungsbeispiels erläutert worden ist, soll sie nicht auf Merkmalskombinationen des Ausführungsbeispiels beschränkt sein, da von dem konkreten Ausführungsbeispiel abgewichen werden kann, wie im Rahmen der Beschreibung des Ausführungsbeispiels dargelegt worden ist. Eine Beschränkung der Erfindung soll daher lediglich durch die beigefügten Ansprüche gegeben sein.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Operationsmikroskop
- 3
- Operationsfeld
- 5
- Objektiv
- 7
- divergentes Strahlenbündel
- 9
- Strahlenbündel
- 9A, 9B
- stereoskopischer Teilstrahlengang
- 11
- Vergrößerungswechsler
- 13A, 13B
- Schnittstellenanordnung
- 15A, 15B
- Strahlteilerprisma
- 19
- Kameraadapter
- 21
- Kamera
- 23
- Bildsensor
- 27
- Binokulartubus
- 29A, 29B
- Tubusobjektiv
- 31A, 31B
- Zwischenbildebene
- 33A, 33B
- Prisma
- 35A, 35B
- Okularlinse
- 37
- Display
- 39
- Optik
- 40A, 40B
- Spektralfilter
- 41
- Weißlichtquelle
- 43
- Umlenkspiegel
- 45
- Beleuchtungsoptik
- 47
- Spektralfilter
- 49
- Laser
- 50
- Vario-Objektiv
- 51
- Positivglied
- 52
- Negativglied
- 53
- Verschiebeweg
- 100
- Hauptbeobachterstrahlengang
- 200
- Mitbeobachterstrahlengang
- 201
- Ablenkprisma
- 203
- Mitbeobachter-Zoomsystem
- 205
- Linse oder Linsengruppe
- 207
- Linse oder Linsengruppe
- 209
- Linse oder Linsengruppe
- 211
- Linse oder Linsengruppe
- 213
- Verschiebbarkeit
- 215
- Verschiebbarkeit
- 217
- Reflektor
- 219
- Eingangsarm
- 221
- Ausgangsarm
- 222
- Zwischenabbildungssystem
- 223
- Ablenkspiegel
- 224
- sammelndes Linsensystem
- 225
- Umlenkelement
- 226
- sammelndes Linsensystem
- 227
- Umlenkelement
- 228
- Zwischenbildebene
- 230A, 230B
- Rhombusprisma
- 231
- Binokulartubus
- 232A, 232B
- Eingangsende
- 234
- Abbildung der Gerätepupille
- 236A, 236B
- Pupille eines stereoskopischen Teilstrahlengangs
- 238A, 238B
- Ausgangsende