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Die vorliegende Erfindung betrifft einen Sitz für ein Kraftfahrzeug und ein Kraftfahrzeug.
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Kraftfahrzeuge begrenzen einen Innenraum und innerhalb des Innenraumes sind Sitze angeordnet. Vordersitze weisen ein Sitzteil und ein Rückenteil auf und dabei ist das Rückenteil um eine Schwenkachse verschwenkbar gelagert. Hinter den Vordersitzen sind innerhalb des Innenraums des Kraftfahrzeugs Rücksitze angeordnet. Die Sitze weisen an dem Rückenteil eine Tragstruktur auf, an der eine Polsterung und ein Sitzbezug befestigt sind oder aufliegen. Zur Erhöhung des Seitenhaltes an den Sitzen, insbesondere bei Vordersitzen, können an die Tragstruktur des Rückenteiles Seitenhalteteile als U-förmiger Rahmen bzw. U-förmige Strebe aus Metall mittels einer Schweißverbindung befestigt sein. Derartige an die Tragstruktur, insbesondere an vertikale Streben der Tragstruktur des Rückenteiles, befestigte Seitenhalteteile erhöhen bei Kurvenfahrten und daraus resultierenden Querbeschleunigungen den Seitenhalt der Personen auf den Sitzen. Sitze, insbesondere Vorsitze, mit den zusätzlichen Seitenhalteteilen, werden auch als Sportsitze bezeichnet. Die vertikalen Streben und die U-förmigen Seitenhalteteile sind mittels einer Schweißverbindung miteinander verbunden. Zwischen den klammer- oder U-förmigen Seitenhalteteilen und den vertikalen Streben der Tragstruktur des Rückenteiles ist eine größere Öffnung vorhanden. Beim Herstellungsprozess des Sitzes sind die Seitenhalteteile aus Metall in einer Anfangsphase des Herstellungsprozesses an dem Sitz mit der Schweißverbindung zu verbinden. Dabei werden Sitze mit als auch ohne Seitenhalteteilen hergestellt. Aufgrund der Befestigung der Seitenhalteteile mittels der Schweißverbindung bereits in der Anfangsphase der Herstellung des Sitzes ist eine aufwendige Lagerhaltung für Sitze sowohl mit als auch ohne Seitenhalteteile erforderlich, so dass dadurch die Kosten für die Herstellung der Sitze ansteigen. Die Herstellung der Seitenhalteteile als U-förmige Streben aus Metall ist aufwendig und ferner ist die Schweißverbindung in der Herstellung kostenintensiv.
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Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, einen Sitz und ein Kraftfahrzeug zur Verfügung zu stellen, bei dem das Seitenhalteteil bei der Herstellung des Sitzes erst in der Endphase des Herstellungsprozesses an dem Sitz befestigt werden kann und das Seitenhalteteil preiswert in der Herstellung ist sowie mit einem geringen technischen Aufwand an der Tragstruktur des Rückenteiles befestigt werden kann.
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Diese Aufgabe wird gelöst mit einem Sitz für ein Kraftfahrzeug, umfassend ein Sitzteil mit einem Sitzbezug, einer Polsterung und einer Tragstruktur, ein Rückenteil mit einem Sitzbezug, einer Polsterung und einer Tragstruktur, zwei an einem vorderseitigen Abschnitt der Tragstruktur des Rückenteiles befestigte Seitenhalteteile zur Erhöhung des Seitenhaltes einer Person auf dem Sitz, wobei die Seitenhalteteile form- und/oder kraftschlüssig an der Tragstruktur des Rückenteiles befestigt sind. Die Seitenhalteteile sind form- und/oder kraftschlüssig ohne einer Schweißverbindung an der Tragstruktur des Rückenteiles befestigt, so dass dadurch die Befestigung der Seitenhalteteile an der Tragstruktur erst in einer Endphase der Herstellung des Sitzes ausgeführt wird. Dadurch ist für Sitze sowohl mit als auch ohne Seitenhalteteile bei der Herstellung der Sitze eine geringe Lagerhaltung erforderlich, so dass dadurch die Kosten für die Herstellung der Sitze wesentlich reduziert sind. Die form- und/oder kraftschlüssige Verbindung kann darüber hinaus besonders einfach und preiswert sowie auch zuverlässig hergestellt werden, so dass dadurch die Herstellungskosten für den Sitz mit den Seitenhalteteilen nochmals zusätzlich in vorteilhafter Weise reduziert ist.
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Insbesondere bestehen die Seitenhalteteile wenigstens teilweise, insbesondere vollständig, aus Kunststoff, insbesondere thermoplastischen Kunststoff, und/oder die Tragstruktur des Rückenteiles an dem die Seitenhalteteile befestigt sind besteht wenigstens teilweise, insbesondere vollständig, aus Metall, insbesondere Stahl oder Aluminium, und/oder zwischen den Seitenhalteteilen und der Tragstruktur des Rückenteiles besteht keine stoffschlüssige Verbindung, insbesondere keine Schweißverbindung, und/oder die Seitenhalteteile sind mit einer lösbaren Verbindung mit der Tragstruktur des Rückenteiles verbunden. Die Seitenhalteteile aus Kunststoff, insbesondere thermoplastischem Kunststoff, können besonders einfach mittels Spritzgießen hergestellt werden und sind dadurch in der Herstellung besonders preiswert.
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In einer weiteren Ausgestaltung sind die Seitenhalteteile im Wesentlichen plattenförmig ausgebildet. Aufgrund der im Wesentlichen plattenförmigen Seitenhalteteile weisen die Seitenhalteteile eine große Abstützfläche für die Auflagerung der Polsterung und/oder des Sitzbezuges auf, so dass mittels der Seitenhalteteile an dem Sitz der Seitenhalt besonders komfortabel erhöht wird.
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In einer ergänzenden Ausführungsform weisen die Seitenhalteteile jeweils wenigstens eine Befestigungsbohrung, vorzugsweise mehrere Befestigungsbohrungen, auf und in der wenigstens einen Befestigungsbohrung ist jeweils ein Befestigungselement, beispielsweise eine Schraube oder Niete, angeordnet und die Befestigungselemente sind an der Tragstruktur des Rückenteiles fixiert, so dass mittels der Befestigungselemente die Seitenhalteteile an der Tragstruktur des Rückenteiles befestigt sind. Mittels der Befestigungselemente, beispielsweise der Schraube oder der Niete, können somit die Seitenhalteteile besonders zuverlässig ohne eine aufwendige Schweißverbindung in der Endphase der Herstellung des Sitzes mit der Tragstruktur verbunden werden bzw. daran befestigt werden. Die Verbindung zwischen den Seitenhalteteilen und der Tragstruktur des Rückenteiles ist ferner lösbar, so dass in vorteilhafter Weise auch ein an der Tragstruktur des Rückenteiles bereits befestigtes Seitenhalteteil wieder von diesem entfernt werden kann.
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Vorzugsweise ist an den Seitenhalteteilen jeweils eine mittels eines Scharnieres um eine Schwenkachse verschwenkbare Abdeckklappe ausgebildet und mit der Abdeckkappe sind in einer geschlossenen Schwenkposition die Befestigungselemente abgedeckt. Die Befestigungselemente weisen im Allgemeinen scharfe Kanten auf und sind somit als Abstützfläche für den Sitzbezug und/oder die Polsterung nicht geeignet. Mittels der Abdeckklappe in der geschlossenen Schwenkposition sind die Befestigungselemente abgedeckt, so dass dadurch der Sitzbezug und/oder die Polsterung keinen Kontakt zu den Befestigungselementen aufweist.
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In einer Variante ist das Scharnier als ein Filmscharnier ausgebildet und/oder die Abdeckklappe ist jeweils einteilig mit dem übrigen Seitenhalteteil ausgebildet. Die Abdeckklappe kann dadurch besonders einfach mittels Spritzgießen einteilig einschließlich des Filmscharnieres und der Abdeckklappe preiswert hergestellt werden.
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Zweckmäßig weisen die Seitenhalteteile je eine Abstützfläche für die Polsterung und/oder den Sitzbezug auf. Die Abstützfläche dient zur mittelbaren oder unmittelbaren Auflage der Polsterung und/oder des Sitzbezuges. Aufgrund der großen von dem Seitenhalteteil zur Verfügung gestellten Abstützfläche mit einer Ausdehnung in Längsrichtung des Kraftfahrzeuges horizontal kann dadurch der Seitenhalt von Personen auf dem Sitz erhöht werden.
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In einer weiteren Ausführungsform bildet die Abdeckklappe in der geschlossenen Schwenkposition teilweise die Abstützfläche. Die Abstützfläche für die Polsterung und/oder den Sitzbezug wird somit teilweise sowohl von dem Seitenhalteteil ohne der Abdeckklappe und teilweise von der Abdeckplatte selbst gebildet.
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Insbesondere ist an der Tragstruktur des Rückenteiles für je ein Seitenhalteteil eine Aussparung ausgebildet und in der Aussparung ist ein Vorsprung oder ein Endabschnitt des Seitenhalteteiles angeordnet, so dass je ein Seitenhalteteil formschlüssig in der Aussparung der Tragstruktur des Rückenteiles befestigt ist. Der Vorsprung oder der Endabschnitt des Seitenhalteteiles weist vorzugsweise einen Abstand zu den Befestigungselementen und/oder zu der Befestigungsbohrung auf, so dass dadurch das Seitenhalteteil zuverlässig auch zur Aufnahme von auf die Abstützfläche wirkenden größeren Kräfte an der Tragstruktur des Rückenteiles befestigt ist.
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In einer weiteren Ausgestaltung ist die Aussparung als eine Nut und der Vorsprung oder Endabschnitt als eine Leiste ausgebildet.
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In einer ergänzenden Variante weisen die Seitenhalteteile je eine Befestigungsfläche auf und die Befestigungsflächen liegen auf je einer Gegenbefestigungsfläche der Tragstruktur des Rückenteiles auf und die Befestigungsflächen sind wenigstens teilweise komplementär zur den Gegenbefestigungsflächen ausgebildet. Die Befestigungsfläche an je einem Seitenhalteteil kann auch in Teilbefestigungsflächen aufgeteilt sein und die Gegenbefestigungsfläche für je ein Seitenhalteteil an der Tragstruktur kann auch in Teilgegenbefestigungsflächen unterteilt sein. Mittels der komplementären Ausbildung der Befestigungsfläche und der Gegenbefestigungsfläche, welche aufeinander liegen, und aufgrund einer zwischen der Befestigungsfläche und der Gegenbefestigungsfläche wirkenden Druckkraft kann dadurch das je eine Seitenhalteteil zusätzlich formschlüssig an der Tragstruktur des Rückenteiles befestigt werden bzw. ist daran befestigt. Eine zwischen der Befestigungsfläche und der Gegenbefestigungsfläche wirkende Druckkraft führt zu einer kraftschlüssigen Befestigung des Seitenhalteteiles an der Tragstruktur des Rückenteiles. Die Druckkraft wird insbesondere von den Befestigungselementen auf das Seitenhalteteil und die Tragstruktur aufgebracht.
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In einer weiteren Variante ist an den Seitenhalteteilen je wenigstens eine Befestigungsgeometrie, insbesondere ein Sackloch oder ein Durchgangsloch, zur Fixierung eines aufblasbaren Seitenhalteluftbeutels ausgebildet.
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In einer ergänzenden Ausgestaltung umfasst die Tragstruktur des Rückenteiles zwei im Wesentlichen vertikal ausgerichtete Streben und eine im Wesentlichen horizontal ausgerichtete Strebe und an den im Wesentlichen vertikal ausgerichteten Streben ist je ein Seitenhalteteil befestigt. Im Wesentlichen vertikal ausgerichtet bedeutet bei den Streben, dass diese mit einer Abweichung von weniger als 45°, 30, 20 oder 10° zu einer vertikalen Gerade ausgerichtet sind. Bei einem Verschwenken des Rückenteiles werden die vertikal ausgerichteten Streben entsprechend mit verschwenkt.
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In einer zusätzlichen Ausgestaltung beträgt die Ausdehnung der Seitenhalteteile in einer horizontalen Längsrichtung des Kraftfahrzeuges wenigstens 10%, 30%, 50% oder 70% der Ausdehnung der Tragstruktur des Rückenteiles mit dem Seitenhalteteil, insbesondere der im Wesentlichen vertikal ausgerichteten Streben, in der horizontalen Längsrichtung des Kraftfahrzeuges. Aufgrund der großen Ausdehnung des Seitenhalteteiles in der horizontalen Längsrichtung des Kraftfahrzeuges und damit auch der Abstützfläche des Seitenhalteteiles kann mit den Seitenhalteteilen der Seitenhalt von Personen auf dem Sitz wesentlich erhöht werden bei Kurvenfahrten des Kraftfahrzeuges mit großen auftretenden Querbeschleunigungen.
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In einer weiteren Ausführungsform ist an dem Seitenhalteteil mittels der Befestigungsgeometrie eines aufblasbarer Seitenhalteluftbeutel fixiert. Der Seitenlufthaltebeutel kann mit einer Luftfördereinrichtung, z. B. einer Luftpumpe oder einem Kompressor, aufgeblasen und dadurch der Seitenhalt an dem Sitz erhöht werden. Mittels eines Ablassens von Luft aus dem Seitenhalteluftbeutel wird das Volumen des Seitenlufthaltebeutels verkleinert und damit auch der Seitenhalt an dem Sitz verkleinert. Mittels eines Einblasens von Luft in den Seitenhalteluftbeutel wird das Volumen des Seitenlufthaltebeutels vergrößert und damit auch der Seitenhalt an dem Sitz vergrößert.
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Erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug, umfassend: eine Karosserie, einen Antriebsmotor, insbesondere einen Verbrennungsmotor und/oder einen Elektromotor, wenigstens einen Sitz, wobei der Sitz als ein in dieser Schutzrechtsanmeldung beschriebener Sitz ausgebildet ist.
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Im Nachfolgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigt:
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1 eine Seitenansicht eines Kraftfahrzeuges,
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2 einen Längsschnitt eines Vordersitzes des Kraftfahrzeuges,
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3 eine perspektivische Ansicht im Wesentlichen nur der Tragstruktur des Vordersitzes mit zwei Seitenhalteteilen,
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4 einen Ansicht eines Seitenhalteteiles gemäß 3 mit einer Abdeckklappe in einer geöffneten Schwenkposition,
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5 einen Ansicht des Seitenhalteteiles gemäß 3 mit der Abdeckklappe in einer geschlossenen Schwenkposition,
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6 eine Teilansicht der Tragstruktur mit dem daran befestigten Seitenhalteteil und
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7 einen Teilschnitt durch das Seitenhalteteil, die Tragstruktur und durch ein Befestigungselement als Schraube mit dem das Seitenhalteteil an der Tragstruktur befestigt ist.
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Ein in 1 dargestelltes Kraftfahrzeug 1 weist eine Karosserie 2 aus Metall, insbesondere Stahl, auf. Mittels eines Antriebsmotors 3, beispielsweise eines Elektromotors 4 und/oder eines Verbrennungsmotors 5, wird das Kraftfahrzeug 1 fortbewegt. Die Karosserie 2 begrenzt einen Innenraum und innerhalb des Innenraumes sind zwei Vordersitze 7 als Sitze 6 sowie drei Rückseite 8 als Sitze 6 angeordnet. Die drei Rücksitze 8 sind dabei zu einer Sitzbank zusammengefasst.
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In 2 ist ein Längsschnitt durch den Vordersitz 7 dargestellt. Der Vordersitz 7 umfasst ein Sitzteil 9 und ein Rückenteil 10. Das Sitzteil 9 und das Rückenteil 10 weisen jeweils eine Tragstruktur 19 auf an der eine Polsterung 12 und ein Sitzbezug 13 befestigt sind. An dem Rückenteil 10 ist ferner eine Kopfstütze 11 befestigt. Das Sitzteil 9 ist mittels Stützfüßen 26 an einer Schiene 25 befestigt und die Schiene 25 ist an der Karosserie 2 befestigt. Mittels der Stützfüße 26, welche an der Schiene 25 befestigt sind, kann dabei der gesamte Vordersitz 7 in Längsrichtung des Kraftfahrzeuges 1 horizontal bewegt werden. Die Tragstruktur 19 des Rückenteiles 10 ist mittels nicht dargestellter Verbindungsteile mit der Tragstruktur 19 des Sitzteiles 9 verbunden, so dass dadurch bei der horizontalen Bewegung des Vordersitzes 7 sowohl das Sitzteil 9 als auch das Rückenteil 10 die horizontale Bewegung gemeinsam mit ausführen.
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Das Sitzteil 9 des Vordersitzes 7 weist eine Sitzfläche 14 zum Aufsetzen für eine Person auf und das Rückenteil 10 des Vordersitzes 7 als Sitz 6 weist eine Rückenfläche 15 zum Anlegen eines Rückens einer Person auf dem Sitz 6 auf. Die Rückenfläche 15 bildet zugleich eine Vorderseite 16 des Rückenteils 10. Gegenüberliegend zu der Vorderseite 16 weist das Rückenteil 10 auch eine Rückseite 17 auf. Das Rückenteil 10 ist um eine Schwenkachse 18 relativ zu dem übrigen Kraftfahrzeug 1 und auch zu dem Sitzteil 9 verschwenkbar gelagert.
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Die Tragstruktur 19 des Rückenteiles 10 umfasst eine horizontale Strebe 20 und zwei im Wesentlichen vertikal ausgerichtete Streben 21 (3). Die Streben 20, 21 bestehen aus Metall, insbesondere Stahl oder Aluminium, und sind dabei ebenfalls um die Schwenkachse 18 verschwenkbar. Die Streben 21 und damit auch die Tragstruktur 19 des Rückenteiles 10 weisen einen vorderseitigen Abschnitt 23 und einen rückseitigen Abschnitt 24 auf. An dem vorderseitigen Abschnitt 23 liegt die Polsterung 12 auf. Es ist an den vertikalen Streben 21 an dem vorderseitigen Abschnitt 23 jeweils ein Seitenhalteteil 27 befestigt. Das Seitenhalteteil 27 weist eine Abstützfläche 38 auf, auf der die Polsterung 12 und ggf. der Sitzbezug 13 aufliegt. Mittels der Seitenhalteteile 27 kann dadurch bei schnellen Kurvenfahrten und daraus resultierenden Querbeschleunigungen der Seitenhalt von Personen auf dem Sitz 6 wesentlich erhöht werden, da aufgrund der Abstützfläche 38 seitlich an dem Sitz 6 ein zusätzlicher Seitenhalt zur Verfügung gestellt ist.
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Das Seitenhalteteil 27 ist ausschließlich mit einer lösbaren form- und kraftschlüssigen Verbindung an den Streben 21 aus Metall befestigt. Das Seitenhalteteil 27 ist aus thermoplastischem Kunststoff einteilig hergestellt und umfasst auch eine Abdeckklappe 35. Die Abdeckplatte 35 ist um eine Schwenkachse bezüglich des übrigen Seitenhalteteiles 27 verschwenkbar gelagert mittels eines Scharnieres 33 als ein Filmscharnier 34. An dem Seitenhalteteil 27 sind zwei Befestigungsbohrungen 28 ausgebildet. An dem Seitenhalteteil 27 ist außerdem eine Leiste 43 einteilig mit dem übrigen Seitenhalteteil 27 ausgebildet und die Leiste 43 bildet dabei einen Vorsprung 41 oder einen Endabschnitt 42 des plattenförmigen Seitenhalteteiles 27. An den vertikalen Streben 21 ist außerdem eine Nut 40 als eine Aussparung 39 ausgebildet. Bei der Montage des Sitzes 6 wird eine zu der Abstützfläche 38 an dem plattenförmigen Seitenhalteteil 27 gegenüberliegende Befestigungsfläche 44 auf eine Gegenbefestigungsfläche 45 der vertikalen Streben 21 aus Metall aufgelegt. Die Gegenbefestigungsfläche 45 ist ein Teil der Außenfläche der vertikalen Streben 21. Die Befestigungsflächen 44 und die Gegenbefestigungsflächen 45 sind dabei komplementär zueinander ausgebildet und hierzu ist an der Befestigungsfläche 44 eine Nase 46 ausgebildet und an der Gegenbefestigungsfläche 45 eine Ausnehmung 47. Die Nase 46 an der Befestigungsfläche 44 und die Ausnehmung 47 an der Gegenbefestigungsfläche 45 der vertikalen Strebe 21 bewirkt somit auch eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Seitenhalteteil 27 und der vertikalen Strebe 21.
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Vor dem Auflegen der Befestigungsfläche 44 auf die Gegenbefestigungsfläche 45 wird die Leiste 43 als der Vorsprung 41 in die Nut 40 an der vertikalen Strebe 21 eingeführt, so dass dadurch die Leiste 43 innerhalb der Nut 40 der vertikalen Strebe 21 angeordnet ist. Beim anschließenden Auflegen der Befestigungsfläche 44 auf die Gegenbefestigungsfläche 45 an der vertikalen Strebe 21 fluchten zwei Befestigungsbohrungen 28 an dem Seitenhalteteil 27 mit zwei Schraubenbohrungen 32 (7) an der vertikalen Strebe 21. Während des Auflegens des Seitenhalteteiles 27 auf die Strebe 21 befindet sich die Abdeckplatte 35 in der geöffneten Schwenkposition gemäß der Darstellung in 4, so dass dadurch die beiden Befestigungsbohrungen 28 an dem Seitenhalteteil 27 von außen zugänglich sind. Anschließend kann durch die Befestigungsbohrungen 28 jeweils eine Schraube 30 als ein Befestigungselement 29 in die Befestigungsbohrungen 28 eingeführt und auch in die Schraubenbohrungen 32 eingefügt werden. Die Schraubenbohrung 28 weist ein Innengewinde auf, so dass dadurch ein Außengewinde an den Schrauben 30 in das Innengewinde an der Schraubenbohrung 32 und damit an der vertikalen Strebe 21 eingeschraubt werden kann. Das Einschrauben erfolgt so lange, bis der Schraubenkopf 31 eine Druckkraft auf das Seitenhalteteil 27 aufbringt, so dass dadurch das Seitenhalteteil 27 mit der Befestigungsfläche 44 unter einer Druckkraft auf der Gegenbefestigungsfläche 45 aufliegt.
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Aufgrund der komplementären Befestigungsfläche 44 an dem Seitenhalteteil 27 bezüglich der Gegenbefestigungsfläche 45 an der vertikalen Strebe 21 besteht dadurch nicht nur eine kraftschlüssige Verbindung zwischen der Befestigungsfläche 44 und der Gegenbefestigungsfläche 45 aufgrund der zwischen der Befestigungsfläche 44 und der Gegenbefestigungsfläche 45 wirkenden Druckkraft, sondern auch eine formschlüssige Verbindung. Nach dem Festschrauben der Schrauben 30 mittels eines auf den Schraubenkopf 31 aufgebrachten Drehmomentes wird die Abdeckplatte 35 verschwenkt in die in 5 dargestellte geschlossene Schwenkposition. Dadurch sind die Schrauben 30 von der Abdeckklappe 35 abgedeckt. An der Abdeckklappe 35 sind Rastnasen 36 ausgebildet, die in der geschlossenen Schwenkposition der Abdeckklappe 35 in die Rastaussparungen 37 einrasten. Dadurch ist die Abdeckklappe 35 nach der Montage zuverlässig in der geschlossenen Schwenkposition befestigt.
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An dem Seitenhalteteil 27 sind ferner zwei Befestigungsgeometrien 48, nämlich jeweils zwei Sacklöcher 49, ausgebildet. Die Befestigungsgeometrien 48 dienen zur Befestigung eines nicht dargestellten Seitenhalteluftbeutels. Der optionale Seitenhalteluftbeutel an jeweils einem Seitenhalteteil 27 kann mit einem nicht dargestellten Kompressor oder einer Luftpumpe aufgepumpt werden oder es kann Luft aus dem Seitenhalteluftbeutel abgelassen werden, so dass dadurch der Seitenhalt von Personen auf dem Sitz 6 verändert und/oder optimiert werden kann, insbesondere an unterschiedliche Personen auf dem Sitz 6 angepasst werden kann. Die Ausdehnung des Seitenhalteteiles 27 in einer horizontalen Längsrichtung des Kraftfahrzeuges 1 nach der Montage beträgt ungefähr 30% der Ausdehnung 22 der vertikalen Strebe 21 als der Tragstruktur 19 an der Stelle, an welcher das Seitenhalteteil 27 an der Tragstruktur 19 befestigt ist.
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Insgesamt betrachtet sind mit dem erfindungsgemäßen Sitz 6 und dem erfindungsgemäßen Kraftfahrzeug 1 wesentliche Vorteile verbunden. Das Seitenhalteteil 27 wird einfach und preiswert mittels Spritzgießen einteilig aus thermoplastischem Kunststoff hergestellt. Die Befestigung des Seitenhalteteiles 2 an den vertikalen Streben 21 erfolgt form- und kraftschlüssig, so dass dadurch auf eine aufwendige Schweißverbindung verzichtet werden kann. Die Seitenhalteteile 27 können damit erst in einer Endphase des Herstellungsprozesses der Sitze 6 an der Tragstruktur 19 befestigt werden. Bei der Herstellung von Sitzen 6 mit und ohne Seitenhalteteile 27 kann dadurch die Lagerhaltung wesentlich reduziert werden, so dass dadurch die Herstellung der Sitze 6 wesentlich kostengünstiger ist.
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Es wurde wenigstens ein Ausführungsbeispiel beschrieben, wobei zu beachten ist, dass eine große Anzahl an Varianten hierzu existieren. Es sollte auch wahrgenommen werden, dass das Ausführungsbeispiel oder die Ausführungsbeispiele nur Beispiele sind und damit nicht beabsichtigt ist, den Schutzumfang, die Anwendbarkeit bzw. Ausführbarkeit oder den Aufbau in irgendeiner Weise zu beschränken. Die oben stehende Beschreibung vermittelt den Fachmann mit einer geeigneten Anleitung zur Ausführung von wenigstens einem Ausführungsbeispiel. Es ist zu verstehen, dass verschiedene Veränderungen gemacht werden können in der Funktion und der Anordnung der beschriebenen Komponenten in einer beispielhaften Ausführungsform ohne vom Schutzumfang der nachstehenden Ansprüche und sowie den Äquivalenten der nachstehenden Ansprüche abzuweichen.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Kraftfahrzeug
- 2
- Karosserie
- 3
- Antriebsmotor
- 4
- Elektromotor
- 5
- Verbrennungsmotor
- 6
- Sitz
- 7
- Vordersitz
- 8
- Rücksitz
- 9
- Sitzteil
- 10
- Rückenteil
- 11
- Kopfstütze
- 12
- Polsterung
- 13
- Sitzbezug
- 14
- Sitzfläche
- 15
- Rückenfläche
- 16
- Vorderseite des Rückenteils
- 17
- Rückseite des Rückenteils
- 18
- Schwenkachse
- 19
- Tragstruktur
- 20
- Horizontale Strebe
- 21
- Vertikale Strebe
- 22
- Ausdehnung der Tragstruktur in der horizontalen Längsrichtung
- 23
- Vorderseitige Abschnitt der Tragstruktur
- 24
- Rückseite Abschnitt der Tragstruktur
- 25
- Schiene
- 26
- Stützfuß
- 27
- Seitenhalteteil
- 28
- Befestigungsbohrung
- 29
- Befestigungselement
- 30
- Schrauben
- 31
- Schraubenkopf
- 32
- Schraubenbohrung
- 33
- Scharnier
- 34
- Filmscharnier
- 35
- Abdeckklappe
- 36
- Rastnase an Abdeckklappe
- 37
- Rastaussparung für Rastnase
- 38
- Abstützfläche
- 39
- Aussparung
- 40
- Nut
- 41
- Vorsprung
- 42
- Endabschnitt
- 43
- Leiste
- 44
- Befestigungsfläche
- 45
- Gegenbefestigungsfläche
- 46
- Nase an Befestigungsfläche
- 47
- Ausnehmung an Gegenbefestigungsfläche
- 48
- Befestigungsgeometrie
- 49
- Sackloch