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Die Erfindung betrifft ein Gassackmodul mit einem Gassack und wenigstens einem Gehäuseabschnitt.
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Es ist bekannt, dass das Aufblasverhalten von Gassäcken variieren kann, da beispielsweise das von einem Gasgenerator erzeugte Füllgas aufgrund einer hohen Umgebungstemperatur einen größeren Druck im Gassack erzeugen kann als bei einer geringeren, üblicherweise zu erwartenden Umgebungstemperatur. Dies hat zur Folge, dass der Gassack bei einer hohen Umgebungstemperatur härter als vorgesehen ist. Daher sind aus dem Stand der Technik Gassäcke mit einer Ausströmöffnung bekannt, die ab einem bestimmten Druck innerhalb des Gassacks geöffnet wird, sodass das im Gassack befindliche Füllgas über die Ausströmöffnung entweichen kann, wodurch der Überdruck im Gassack abgebaut wird. Hierdurch wird die Härte des Gassacks eingestellt. Die Ausströmöffnung wird im Stand der Technik typischerweise bei Erreichen eines bestimmten Fülldrucks im Gassack freigegeben, der einem Grenzdruck entspricht, sodass die Aufblascharakteristik des Gassacks bis zum Erreichen des spezifischen Zeitpunkts derjenigen eines Gassacks ohne Ausströmöffnung entspricht.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gassackmodul mit einem Gassack bereitzustellen, dessen Aufblascharakteristik bereits zu Beginn des Aufblasenes des Gassacks eingestellt werden kann.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Gassackmodul mit einem Gassack und wenigstens einem Gehäuseabschnitt gelöst, der ein Ventil aufweist, das eine Schließ- und eine Öffnungsstellung einnehmen kann, wobei ein Aktuator zur direkten oder indirekten Verstellung des Ventils vorgesehen ist, der ein Element aus einem Formgedächtnismaterial aufweist.
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Über das Ventil kann die Aufblascharakteristik des Gassacks eingestellt werden, wobei das Ventil über einen Aktuator gesteuert wird, der aufgrund des Elements aus einem Formgedächtnismaterial reversibel betätigt werden kann. Beim Vorliegen eines bestimmten Umgebungsparameters, beispielsweise der Umgebungstemperatur, kann der Aktuator bereits betätigt sein, wobei noch keine Situation eingetreten sein muss, die ein Auslösen des Gassacks zur Folge hätte. Demnach kann die Aufblascharakteristik des Gassacks bereits zu Beginn automatisch angepasst werden, insbesondere in Abhängigkeit des bestimmten Umgebungsparameters. Sollte eine Situation eintreten, die ein Auslösen des Gassacks zur Folge hat, so ist die Aufblascharakteristik bereits zu Beginn angepasst, da der Aktuator bereits aktiviert ist. Das Element aus einem Formgedächtnismaterial wird im Weiteren aufgrund der besseren Lesbarkeit auch als formveränderliches Element bezeichnet.
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Ein Aspekt der Erfindung sieht vor, dass der Gassack einen Überdruckauslasskanal umfasst, der eine Ausströmöffnung hat. Der Hauptabschnitt dient der Schutzfunktion des Fahrzeuginsassen, wohingegen über den Überdruckauslasskanal die Aufblascharakteristik des Gassacks eingestellt werden kann, indem Füllgas über den Überdruckauslasskanal entweichen kann.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist eine Trennwand im Gassack vorgesehen, die einen Hauptabschnitt des Gassacks und den Überdruckauslasskanal voneinander trennt, insbesondere im Wesentlichen gasdicht voneinander trennt. Die Trennwand stellt sicher, dass der Hauptabschnitt sich im Bedarfsfall vollständig aufblasen kann, ohne dass das Füllgas über den Überdruckauslasskanal austreten kann. Alternativ ist der Überdruckauslasskanal durch einen Gewebeschlauch gebildet, der am Gassack angebracht wird.
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Das Ventil hat eine Ventilöffnung im Gehäuseabschnitt, über die Füllgas in der Öffnungsstellung des Ventils aus dem Gassack ausströmen kann, insbesondere aus dem Hauptabschnitt des Gassacks. Über das Ventil kann somit der Druck im Hauptabschnitt des Gassacks abgebaut werden, sofern ein Umgebungsparameter vorliegt, der den Aktuator betätigt, um das Ventil zu öffnen.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung sieht vor, dass das Ventil in der Öffnungsstellung eine Strömungsverbindung zwischen einem aufzublasenden, für die Rückhaltewirkung auf den Insassen verantwortlichen Hauptabschnitt und dem Überdruckauslasskanal herstellt. Das Füllgas wird somit vom Hauptabschnitt des Gassacks zum Überdruckauslasskanal geführt, über den das Füllgas entweichen kann. Die Ausströmöffnung im Überdruckauslasskanal ist an einer Position angeordnet, die vom Fahrzeuginsassen wegführt, sodass dieser nicht mit dem Füllgas in Kontakt kommen kann. Das abgebaute Füllgas wird somit wirkungsvoll und sicher abgeführt.
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Insbesondere weist das Ventil ein bewegliches Schließelement, vorzugsweise ein schwenkbares Schließelement auf, das die Ventilöffnung in der Schließstellung des Ventils verschließt. Über das Schließelement kann das Ausströmen des Füllgases durch die Ventilöffnung gesteuert bzw. geregelt werden, wobei das Schließelement hierzu mit dem Aktuator zusammenwirkt. Das Schließelement stellt sicher, dass sich der Gassack vollständig aufblasen kann, sofern dies aufgrund der Umgebungsparameter vorgesehen ist.
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Ferner kann der Gehäuseabschnitt eine mit dem Überdruckauslasskanal strömungsverbundene Auslassöffnung und einen Verbindungskanal umfassen, über den die Ventilöffnung und die Auslassöffnung miteinander in Strömungsverbindung stehen. Der Gehäuseabschnitt dient somit der Umlenkung des Füllgases aus dem Hauptabschnitt zum Überdruckauslasskanal. Hierdurch ist eine robuste Umlenkung des Füllgases in Form des Verbindungskanals geschaffen.
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Insbesondere ist der Aktuator zumindest teilweise im Verbindungskanal angeordnet. Hierdurch ist der Aktuator zum einen vor den heißen Gasen eines Gasgenerators geschützt. Zum anderen kann der Aktuator im Gehäuseabschnitt bereits vorinstalliert sein, wodurch sich die Montage des Gassackmoduls entsprechend vereinfacht. Des Weiteren ist der Aktuator direkt in der Nähe des Ventils angeordnet.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung umfasst der Aktuator ein Verriegelungselement, das mit dem Element aus einem Formgedächtnismaterial gekoppelt ist. Über die Formveränderung des formveränderlichen Elements wird das Verriegelungselement verstellt, sodass das Ventil betätigt wird. Es handelt sich demnach bei dem Verriegelungselement um eine Art mechanisches Betätigungselement, das das Ventil direkt betätigt.
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Das Verriegelungselement kann, insbesondere über ein Federelement, vorgespannt und/oder in einer Führung linear geführt sein. Die Vorspannung stellt sicher, dass das Verriegelungselement eine bestimmte Position bei einem Ausfall des Aktuators einnimmt, sodass das Ventil beispielsweise in der Schließstellung verharrt. Über die Führung des Verriegelungselements ist eine sichere Bewegung des Verriegelungselements bereitgestellt, wodurch auch bei mehrfacher Aktivierung des Aktuators eine präzise lineare Bewegung des Verriegelungselements und eine dauerhafte Funktionsweise des Aktuators gewährleistet sind.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist wenigstens ein Rückhalteelement vorgesehen, das derart ausgebildet ist, dass es das Ventil, insbesondere das Schließelement, bei aktiviertem Aktuator zumindest vorübergehend in der Schließstellung halten kann. Das wenigstens eine Rückhalteelement kann somit eine Freigabe des Ventils trotz aktiviertem Aktuator unterdrücken, sodass sich der Hauptabschnitt des Gassacks zunächst ungehindert aufblasen kann. Erreicht der Druck im Hauptabschnitt des Gassacks einen bestimmten vordefinierten Druck, so kann das Schließelement das wenigstens eine Rückhalteelement abscheren, um das Ventil freizugeben. Bei dem wenigstens einen Rückhalteelement handelt es sich somit um ein Abscherelement, das das Ventil lediglich vorübergehend in seiner Schließstellung hält. Über die Widerstandskraft des Rückhalteelements kann definiert werden, wie lang sich der Gassack ohne Druckabbau aufblasen soll, sofern der Aktuator das Ventil geöffnet hat.
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Ferner kann der Gassack am Gehäuseabschnitt befestigt sein, insbesondere die Trennwand zwischen der Ventilöffnung und der Auslassöffnung am Gehäuseabschnitt. Hierdurch ist eine sichere Fixierung des Gassacks in Bezug auf den Gehäuseabschnitt gewährleistet, wobei zudem eine durchgehende, weitgehend gasdichte Trennung des Hauptabschnitts und des Überdruckauslasskanals am Gehäuseabschnitt vorliegt.
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Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist eine Steuereinheit vorgesehen, die mit dem Aktuator gekoppelt ist, insbesondere mit dem Element aus einem Formgedächtnismaterial elektrisch gekoppelt ist. Über die Steuereinheit kann das Element aus einem Formgedächtnismaterial angesteuert werden, wodurch der Aktuator aufgrund einer Ansteuerung der Steuereinheit aktiviert wird und das Ventil steuerbar ist.
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Insbesondere sind Sensoren vorgesehen, die mit der Steuereinheit verbunden sind, die die von den Sensoren erfassten Daten empfängt und verarbeitet. Über die Sensoren können Umgebungsparameter festgestellt werden, die eine Aktivierung des Aktuators bzw. des Ventils initiieren. Bei diesen Umgebungsparametern kann es sich beispielsweise um das Gewicht und/oder die Größe des Fahrzeuginsassen sowie generell um von Unfallsensoren festgestellte Parameter handeln, die einen bevorstehenden Unfall und dessen Schwere erfassen. Die Aufblascharakteristik des Gassacks kann somit an den Fahrzeuginsassen und die Unfallschwere bereits vor dem Auslösen eines Gasgenerators angepasst sein.
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Insbesondere wird das Ventil temperaturabhängig selbstständig geöffnet, und zwar rein mechanisch über eine temperaturbedingte Längenänderung des Elements.
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Ferner kann das Gassackmodul einen Gasgenerator aufweisen, der am Gehäuseabschnitt angeordnet ist. Der Gasgenerator erzeugt das für das Aufblasen des Gassacks benötigte Füllgas. Über die Anordnung am Gehäuseabschnitt ist eine sichere Lagerung des Gasgenerators sichergestellt.
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Der Gehäuseabschnitt, der mit dem Ventil und/oder mit einer oder mehreren Öffnungen zum Überströmen des Gases versehen ist, ist zum Beispiel ein Gassackhaltering, an dem oder mit dem der Gassack modulfest arretiert wird, zum Beispiel über eine Klemmung zwischen zwei Teilen.
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Der Verbindungskanal ist zum Beispiel ein am Haltering angebrachtes, separates Teil.
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Weitere Vorteile und Eigenschaften der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen zeigen:
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1 eine schematische Schnittdarstellung eines Teils des erfindungsgemäßen Gassackmoduls gemäß einer ersten Ausführungsform in der Schließstellung des Ventils,
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2 eine schematische Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Gassackmoduls gemäß einer zweiten Ausführungsform in der Öffnungsstellung des Ventils,
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3 eine schematische Schnittdarstellung eines erfindungsgemäßen Gassackmoduls gemäß einer dritten Ausführungsform in der Öffnungsstellung des Ventils, und
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4 eine schematische Schnittdarstellung eines Teils eines erfindungsgemäßen Gassackmoduls gemäß einer vierten Ausführungsform in der Schließstellung des Ventils.
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In 1 ist ein Gassackmodul 10 teilweise in einer schematischen Schnittdarstellung gezeigt. Das Gassackmodul 10 umfasst einen Gasgenerator 12, ein Modulgehäuse 14 sowie einen Gassack 16, die ebenfalls nur teilweise dargestellt sind.
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Der Gassack 16 weist einen Hauptabschnitt 18 sowie einen Überdruckauslasskanal 20 auf, der eine Ausströmöffnung 22 hat. Der Hauptabschnitt 18 ist vom Überdruckauslasskanal 20 durch eine Trennwand 24 getrennt, die den Hauptabschnitt 18 vom Überdruckauslasskanal 20 im Wesentlichen gasdicht trennt. Die Trennwand 24 kann, wie in der gezeigten Ausführungsform dargestellt, durch Abnähen eines Gassackwandabschnitts gebildet sein.
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Der Gasgenerator 12 hat Ausströmöffnungen, über die Gas direkt in den Hauptabschnitt 18 des Gassacks 16 eingeblasen wird.
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Das Gehäuse 14 weist in der gezeigten Ausführungsform einen Gassackhaltering 25 auf, der Teil des Gehäuses 14 ist.
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Der Gehäuseabschnitt 26 oder direkt der Gassackhaltering 25 weist ein Ventil 28 auf, das eine Ventilöffnung 30 und ein Schließelement 32 umfasst. Das Schließelement 32 ist als eine schwenkbare Klappe ausgebildet, die an einem Lager 34 am Gehäuseabschnitt 26 schwenkbar gelagert ist. Im Bedarfsfall wird das Ventil 28 durch ein Verschwenken des Schließelements 32 um das Lager 34 geöffnet.
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In der gezeigten Stellung verschließt das Schließelement 32 die Ventilöffnung 30.
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Der Gehäuseabschnitt 26 oder der Gassackhaltering 25 weist ferner einen Verbindungskanal 36 auf, der innerhalb des Gehäuses 14 verläuft und durch ein im Querschnitt wannenförmiges Teil 37 ausgebildet ist. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Teil 37 an einer Unterseite des Gassackhalterings 25 angrenzend angebracht.
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Der Verbindungskanal 36 erstreckt sich vom Ventil 28 bis zu einer Auslassöffnung 38 im Haltering 25. Die Auslassöffnung 38 ist von der Ventilöffnung 30 seitlich beabstandet angeordnet und dem Überdruckauslasskanal 20 des Gassacks 16 zugeordnet.
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Ferner umfasst der Gehäuseabschnitt 26, hier der Gassackhaltering 25, zwei im Wesentlichen senkrecht zur Öffnungsebene der Ventilöffnung 30 und/oder der Auslassöffnung 38 vorstehende erste und zweite Wandabschnitte 40, 42, an denen der Gassack 16 befestigt ist.
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Die Trennwand 24 ist in der gezeigten Ausführungsform am ersten Wandabschnitt 40 befestigt, welcher am Gehäuseabschnitt 26 zwischen der Ventilöffnung 30 und der Auslassöffnung 38 angeordnet ist. Hierdurch ist sichergestellt, dass der Überdruckauslasskanal 20 vom Hauptabschnitt 18 gasdicht getrennt ist.
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Am zweiten Wandabschnitt 42 ist eine Außenwand des Gassacks 16 befestigt, sodass der gesamte Gassack 16 sicher gehalten ist.
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Das Gassackmodul 10 weist zudem einen Aktuator 44 auf, der ein Element 46 aus einem Formgedächtnismaterial (auch formveränderliches Element 46) sowie ein daran angeordnetes Verriegelungselement 48 umfasst. Das formveränderliche Element 46 ist an einem Lagerpunkt 50 im Gehäuse 14 fest eingespannt, wobei das andere Ende des formveränderlichen Elements 46 mit dem Verriegelungselement 48 gekoppelt ist.
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Hierzu erstreckt sich das zum Beispiel drahtartige, formveränderliche Element 46 teilweise durch den Verbindungskanal 36 sowie durch die Gehäusewandung 37 und verläuft durch eine abgedichtete Öffnung 51 in der Gehäusewandung 37, um in den Verbindungskanal 36 zu gelangen. Aufgrund der abgedichteten Öffnung 51 ist sichergestellt, dass der Verbindungskanal 36 zur Umgebung abgedichtet ist.
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Der Verbindungskanal 36 steht demnach über die Ventilöffnung 30 mit dem Hauptabschnitt 18 und über die Auslassöffnung 38 mit dem Überdruckauslasskanal 20 in Strömungsverbindung.
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Ferner ist am Gehäuseabschnitt 26, hier am Haltering 25, eine Führung 52 vorgesehen, in der das Verriegelungselement 48 linear und im Wesentlichen parallel zur Öffnungsebene der Ventilöffnung 30 und/oder der Auslassöffnung 38 geführt ist. Die Führung 52 erstreckt sich innerhalb des Verbindungskanals 36 zwischen der Ventilöffnung 30 und der Auslassöffnung 38.
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In der Führung 52 ist zudem ein Federelement 54 angeordnet, das das Verriegelungselement 48 in die Schließstellung derart vorspannt, dass dieses mit dem Schließelement 32 des Ventils 28 in Eingriff ist, sofern der Aktuator 44 nicht betätigt ist. Hierdurch wird eine ungewollte Bewegung des Schließelements 32 nach unten wirkungsvoll verhindert.
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Ferner geht aus 1 hervor, dass das Gassackmodul 10 zumindest ein Rückhalteelement 56 aufweist, welches ebenfalls mit dem Schließelement 32 zusammenwirkt. Bei dem Rückhalteelement 56 handelt es sich um ein Abscherelement, wie nachfolgend erläutert wird.
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Zunächst wird jedoch auf die in den 2 und 3 gezeigten zwei weiteren Ausführungsformen des Gassackmoduls 10 eingegangen, die sich jeweils in der Öffnungsstellung des Ventils 28 befinden.
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Die in 2 gezeigte zweite Ausführungsform des Gassackmoduls 10 unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform dahingehend, dass kein erster Wandabschnitt 40 vorgesehen ist, wodurch die Trennwand 24 direkt an einem Teil des Gehäuseabschnitts 26, hier zum Beispiel des Gassackhalterings 25, befestigt ist, der im Wesentlichen in der Öffnungsebene der Ventilöffnung 30 und der Auslassöffnung 38 liegt.
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Der Aktuator 44 ist in der 2 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt.
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Die in 3 gezeigte dritte Ausführungsform unterscheidet sich von den beiden zuvor beschriebenen Ausführungsformen dahin gehend, dass der zweite Wandabschnitt 42 nicht am Haltering 25, sondern an einem oberen Gehäuseteil 57 angebracht oder vorgesehen ist.
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Der Wandabschnitt 42 ist Teil eines rohrartigen Kanals, der an den Haltering 25 angrenzt.
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Die Trennwand 24, die in der gezeigten Ausführungsform zweilagig ausgebildet ist, ist analog zur ersten Ausführungsform am ersten Wandabschnitt 40 befestigt, der wiederum Teil des Halterings 25 ist.
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Bei dieser Ausführungsform ist der Überdruckauslasskanal 20 ein Gewebeschlauch 61, der zum Beispiel über Nähte oder, allgemeiner, Halterungen 63 außenseitig an der Gassackwand befestigt ist. Diese Variante kann auch bei den anderen Ausführungsformen angewandt werden.
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Die Funktionsweise der drei gezeigten Ausführungsformen unterscheidet sich jedoch nicht und wird nachfolgend anhand der 1 bis 3 erläutert.
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Generell reagiert das formveränderliche Element 46 selbsttätig auf einen Anstieg der Umgebungstemperatur, wodurch sich das formveränderliche Element 46 in den gezeigten Ausführungsformen zusammenzieht. Eine erhöhte Umgebungstemperatur hat gleichzeitig einen Einfluss auf das Aufblasverhalten des Gassacks 16, da der Gassack 16 dann einen höheren Fülldruck P aufweist, wodurch dieser härter aufgeblasen wird.
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Im ersten Fall, wenn eine niedrige Umgebungstemperatur vorliegt, verbleiben das formveränderliche Element 46 und somit auch das damit gekoppelte Verriegelungselement 48 in ihren in 1 gezeigten Stellungen. Daher bleibt das Ventil 28 verriegelt, da das Verriegelungselement 48 den Schwenkweg des Schließelements 32 versperrt.
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Bei einer Zündung des Gasgenerators 12 steigt der Druck P im Gassack 16 an, wodurch sich der Hauptabschnitt 18 des Gassacks 16 entsprechend entfaltet und die gewünschte Härte aufweist. Der auf das Schließelement 32 wirkende Druck kann dieses jedoch aufgrund der Sperrung nicht verschwenken.
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In einem zweiten Fall, wenn eine erhöhte Umgebungstemperatur vorliegt, beispielsweise oberhalb von 45°C, verkürzt sich das formveränderliche Element 46, sodass eine Zugkraft auf das Verriegelungselement 48 in Richtung zum Lagerpunkt 50 ausgeübt wird.
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Ist die Zugkraft so groß, dass sie größer als die Vorspannkraft des Federelements 54 ist, so wird das Verriegelungselement 48 des Aktuators 44 entgegen der Vorspannkraft des Federelements 54 zum Lagerpunkt 50 linear verstellt. Das Schließelement 32 liegt dann nicht mehr am Verriegelungselement 48 an und kann sich theoretisch verschwenken.
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Das Ventil 28 ist somit vor dem Zünden des Gasgenerators 12 nicht mehr verriegelt, sodass die Aufblascharakteristik des Gassacks 16 bereits vor einem eventuellen Auslösen des Gasgenerators 12 automatisch an den Umgebungsparameter, beispielsweise die Umgebungstemperatur, angepasst ist.
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Sinkt die Umgebungstemperatur nun wieder, so zieht das formveränderliche Element 46 das Verriegelungselement 48 nicht mehr in die Öffnungsposition, diese wandert aufgrund der Vorspannkraft des Federelements 54 in die Schließstellung zurück. Der Aktuator 44 ist dann wieder im nicht betätigten Zustand.
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Demnach ist der Aktuator 44 generell reversibel und umgebungstemperaturabhängig ausgebildet.
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Sollte jedoch eine Situation eintreten, die ein Zünden des Gasgenerators 12 zur Folge hat während das Ventil 28 aufgrund einer vorherigen Aktivierung des Aktuators 44 nicht versperrt ist, so wird der Gassack 16 beim Zünden des Gasgenerators 12, insbesondere der Hauptabschnitt 18 des Gassacks 16, mit dem erzeugten Füllgas gefüllt, wodurch der Druck P im Gassack 16 steigt.
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Aufgrund des erhöhten Drucks P im Hauptabschnitt 18 wird ein Druck auf das Schließelement 32 ausgeübt, sodass sich dieses in den Verbindungskanal 36 verschwenkt.
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Das Schließelement 32 liegt jedoch oder trifft zunächst auf das wenigstens eine Rückhalteelement 56, das ein (vollständiges) Öffnen des Schließelements 32 verhindert. Erst bei Erreichen eines bestimmten Drucks P0 im Hauptabschnitt 18 sind die auf das Rückhalteelement 56 wirkenden Kräfte derart hoch, dass das Schließelement 32 das wenigstens eine Rückhalteelement 56 abschert, um das Ventil 28 endgültig freizugeben.
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Nunmehr liegt eine Strömungsverbindung zwischen dem Hauptabschnitt 18 und dem Überdruckauslasskanal 20 vor, die über das Ventil 28, den Verbindungskanal 36 und die Auslassöffnung 38 bereitgestellt ist.
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Das in den Überdruckauslasskanal 20 strömende Füllgas kann über die Ausströmöffnung 22 im Überdruckauslasskanal 20 entweichen, sodass der Gassack 16 eine Aufblascharakteristik aufweist, die an die Umgebungstemperatur angepasst ist, insbesondere automatisch und von Beginn an.
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Je nach Einstellung der Widerstandskraft des wenigstens einen Rückhalteelements 56 wird dieses bereits zu Beginn des Aufblasens des Gassacks 16 abgeschert, sodass sich der Gassack 16, insbesondere über seinen Hauptabschnitt 18, parallel weiter entfaltet, auch wenn über den Überdruckauslasskanal 20 Füllgas bereits entweicht. Die Intensität des Aufblasens des Gassacks 16 wird hierdurch gemindert.
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Der Überdruckauslasskanal 20 ist ferner derart angeordnet, dass das Füllgas über die Ausströmöffnung 22 in einem Bereich austritt, der nicht mit dem Fahrzeuginsassen interagiert, sodass der Fahrzeuginsasse vor dem ausströmenden Füllgas geschützt ist.
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In 4 ist eine vierte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gassackmoduls 10 gezeigt, das zusätzlich eine elektronische Steuereinheit 58 aufweist, die mit einer Spannungsquelle 60 sowie Sensoren 62, 64 verbunden ist. Bei den Sensoren 62, 64 kann es sich zum Beispiel um einen Insassenklassifizierungssensor und/oder einen Sensor zur Erkennung der Unfallschwere handeln.
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Ferner ist die Steuereinheit 58 mit dem Aktuator 44, insbesondere dem formveränderlichen Element 46 gekoppelt, sodass die Steuereinheit 58 den Aktuator 44 aktiv ansteuern kann.
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In Abhängigkeit der von den Sensoren 62, 64 erfassten Daten steuert die Steuereinheit 58 den Aktuator 44 entsprechend an, indem Strom über das formveränderliche Element 46 geleitet wird, der eine Erwärmung und somit eine Kontraktion des formveränderlichen Elements 46 zur Folge hat.
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Das Ventil 28 kann beispielsweise aufgrund einer bestimmten Fahrzeuginsassenklassifizierung durch die Sensoren 62, 64 dauerhaft oder reversibel geöffnet sein, sodass die Intensität des Aufblasverhaltens des Gassacks 16 verringert ist.
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Erfindungsgemäß ist somit ein Gassackmodul 10 geschaffen, das eine automatische Anpassung der Aufblascharakteristik des Gassacks 16 aufweist, die bereits vor dem Auslösen des Gasgenerators 12 entsprechend angepasst ist.
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Das Schließelement 32 kann auch federnd in eine Position vorgespannt sein.