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Die Erfindung betrifft einen Turbolader mit einem Turboladergehäuse, das ein Lagergehäuse, ein Turbinengehäuse und eine Verdichtergehäuse aufweist, wobei das Turboladergehäuse in Längsrichtung in zwei Gehäusehälften geteilt ausgebildet ist und wobei in dem Turboladergehäuse eine Welle gelagert ist und wenigstens eine Axiallageranordnung zum Lagern der Welle in axialer Richtung vorgesehen ist.
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Im Allgemeinen besteht ein Turbolader aus einer Abgasturbine in einem Abgasmassenstrom, die über eine Welle mit einem Verdichter im Ansaugtrakt verbunden ist. Das Turbinenrad der Turbine ist dabei in einem Turbinengehäuse angeordnet und das Verdichterrad des Verdichters in einem Verdichtergehäuse. Die Welle ist wiederum in einem Lagergehäuse gelagert. Im Betrieb wird das Turbinenrad durch den Abgasmassenstrom angetrieben und treibt wiederum das Verdichterrad an. Der Verdichter verdichtet dabei die angesaugte Luft und führt diese der Brennkraftmaschine zu. Normalerweise ist die Welle über eine Radiallageranordnung in dem Lagergehäuse gelagert. Aufgrund von Fluidströmungen, die an dem Turbinenrad und dem Verdichterrad angreifen, können starke Axialkräfte auftreten. Solche Axialkräfte können von den Radiallagern im Allgemeinen nicht geeignet aufgenommen werden. Deshalb werden normalerweise wenigstens ein oder zwei zusätzliche Axiallager vorgesehen, um diese Axialkräfte geeignet aufzunehmen.
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Des Weiteren sieht die bisherige Konstruktion von Turboladern einzelne Gehäuse vor, die aneinandergereiht befestigt und gegeneinander abgedichtet werden. Eine andere Form eines Turboladergehäuses sieht nun vor, das Turboladergehäuse in Längsrichtung, also in Richtung der Wellenachse, zu teilen und nicht wie bisher quer zu dieser Längsachse also quer zur Wellenachse. Ein ähnliches Turboladergehäuse ist beispielsweise in der
US 2,860,827 A offenbart. Das dargestellte Turboladergehäuse besteht aus einem Lagergehäuse, einem Turbinengehäuse und einem Verdichtergehäuse, die aus Montagegründen gemeinsam in Längsrichtung geteilt sind. Dabei ist das Lagergehäuse und das Turbinengehäuse zusätzlich in Querrichtung vom Lagergehäuse geteilt. In dem Lagergehäuse ist ein geteilter Lagerträger angeordnet, der zwei Lagerstellen zur Lagerung einer Turboladerwelle aufweist. Die Turboladerwelle ist in den Lagerstellen des Lagerträgers drehgelagert, wobei die Turboladerwelle zwischen den Lagerstellen einen vergrößerten Durchmesser aufweist der eine Schulter ausbildet, mit der sich die Turboladerwelle an den Seitenflächen der Lagerstellen des Lagerträgers axial abstützt.
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Aus der
DE 197 58 642 C2 ist eine Turbine bekannt, die einen Verdichter oder eine Pumpe oder einen Generator antreibt, wobei die Drosselung des flüssigen oder gasförmigen Stromes durch Änderung des Lastzustandes der Turbine erfolgt. Die Turbine mit Verdichter oder Pumpe ist in Zwei- oder Mehrschalenbauweise aufgebaut und weist ein äußeres Kunststoff- und ein inneres Metallgehäuse sowie Kunststoff- oder Metallschaufelräder auf. Das in einem Ausführungsbeispiel gezeigte Gehäuse, das eine Turbine und einen Verdichter aufnimmt ist ebenfalls in Längsrichtung geteilt. Die Rotorwelle ist mit zwei Radiallagern, die in einer separaten Lagerhülse aufgenommen sind, drehgelagert, wobei die Lagerhülse in Radialrichtung elastisch im Gehäuse aufgenommen ist.
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Ein weiteres Beispiel einer in Längsrichtung geteilten Verdichtergehäuse-Anordnung zeigt die
US 2008/0232962 A1 . Dabei ist ein Verdichter und eine, den Verdichter antreibende elektrische Maschine auf einer gemeinsamen Welle in einem gemeinsamen Gehäuse angeordnet, wobei das Gehäuse in Längsrichtung, also in Richtung der Welle, in zwei Hälften geteilt ist. Die Welle ist mittels eines Radiallagers und eines Axiallagers im Gehäuse gelagert. Das Axiallager weist dabei mehrere Lagerscheiben auf und ist in einem mehrteiligen Gehäuse auf der Welle angeordnet.
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Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine geeignete Axiallageranordnung für eine Welle eines Turboladers, der ein in Längsrichtung geteiltes Turboladergehäuse aufweist, bereitzustellen, die einen reduzierten Montageaufwand ermöglicht.
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Diese Aufgabe wird durch einen Turbolader mit einem Turboladergehäuse mit einer Axiallageranordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
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Erfindungsgemäß wird ein Turbolader bereitgestellt, mit einem Turboladergehäuse, das ein Lagergehäuse, ein Turbinengehäuse und ein Verdichtergehäuse aufweist. Das Turboladergehäuse ist in Längsrichtung in zwei Gehäusehälften geteilt ausgebildet. In dem Turboladergehäuse ist eine Welle gelagert, wobei wenigstens eine Axiallageranordnung zum Lagern der Welle in axialer Richtung vorgesehen ist. Erfindungsgemäß sind das Lagergehäuse, das Turbinengehäuse und das Verdichtergehäuse zu einem gemeinsamen Turboladergehäuse zusammengefasst und die Axiallageranordnung weist eine Axiallagerscheibe auf, die in einer Aufnahme des Turboladergehäuses angeordnet ist. Die Axiallagerscheibe ist mittels wenigstens eines Federelements an eine axiale Fläche der Aufnahme angepresst und so in der Aufnahme axial durch Verspannen fixiert.
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Der Turbolader hat dabei den Vorteil, dass die Axiallageranordnung auf das Laufzeug aufgefädelt werden kann und das Laufzeug mit der Axiallageranordnung anschließend komplett in die Gehäusehälften des in Längsrichtung geteilten Turboladergehäuses eingelegt werden kann.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren der Zeichnungen angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
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1 eine Ansicht einer Gehäusehälfte eines Turboladers, welcher in zwei Gehäusehälften in Längsrichtung geteilt ausgebildet ist, wobei die Welle in dem Turboladergehäuse mit einer Radiallageranordnung und einer Axiallageranordnung versehen ist;
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2 eine Schnittansicht des Turboladers gemäß 1;
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3 eine Schnittansicht durch ein Turboladergehäuse mit einer Axiallageranordnung gemäß einer weiteren Variante;
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4 eine Schnittansicht durch ein Turboladergehäuse mit einer Axiallageranordnung gemäß einer weiteren Ausführungsform;
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5 eine Schnittansicht durch ein in Längsrichtung geteiltes Turboladergehäuse mit einer Axiallageranordnung gemäß einer weiteren Ausführungsform;
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6 eine Schnittansicht durch ein in Längsrichtung geteiltes Turboladergehäuse mit einer Axiallageranordnung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung; und
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7 eine Schnittansicht durch ein in Längsrichtung geteiltes Turboladergehäuse mit einer Axiallageranordnung gemäß einer weiteren Ausführungsform.
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In allen Figuren sind gleiche bzw. funktionsgleiche Elemente und Vorrichtungen – sofern nichts anderes angegeben ist – mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet worden. Des Weiteren ist die Darstellung des Turboladers in den nachfolgenden Figuren rein schematisch, nicht maßstäblich und stark vereinfacht gezeigt.
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In 1 ist eine Schnittansicht durch einen Turbolader 10 mit einem Turboladergehäuse 12 gezeigt, welches in Längsrichtung in zwei Gehäusehälften 14 geteilt ausgeführt ist. 1 zeigt dabei eine Gehäusehälfte 14 von der Dichtungsseite her. Die Gehäusehälfte 14 weist dabei eine Aussparung 15 oder Nut auf, in welcher eine Dichtungseinrichtung aufnehmbar ist, zum dichten befestigen der beiden Gehäusehälften aneinander. Die Aussparung 15 und der Verlauf der Aussparung 15, in welcher eine Dichtungseinrichtung zum Abdichten der Gehäusehälften 14 vorgesehen wird, sind dabei rein beispielhaft.
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In dem Beispiel in 1 weist das Turboladergehäuse 12 ein Lagergehäuse 18, ein Turbinengehäuse 20 und ein Verdichtergehäuse 22 auf, wobei alle drei Gehäuse zu einem gemeinsamen Turboladergehäuse zusammengefasst sind und in zwei Gehäusehälften 14 entlang der Längsrichtung geteilt ausgebildet sind. Im vorliegenden Fall ist das Turboladergehäuse 12 in Längsrichtung geteilt ausgeführt, wobei die Längsachse 24 und die Teilungsebene des Turboladergehäuses 12 dabei in der Zeichnungsebene liegt.
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In dem vorliegenden Beispiel ist das Turboladergehäuse 12 wahlweise zusätzlich zumindest teilweise kühlbar und/oder beheizbar ausgeführt. Genauer gesagt weist in dem in 1 gezeigten Beispiel das Turboladergehäuse 12 in dem Bereich des Turbinengehäuses 20 und des Lagergehäuses 18 einen zusätzlichen Fluidmantel 26 oder Temperiermantel auf, in welchem ein Fluid, wie z. B. Wasser, geführt werden kann, um diesen Bereich des Turboladergehäuses 12 zu temperieren, also zu kühlen und/oder zu heizen, je nach Funktion und Einsatzzweck.
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Die in 1 gezeigte Gehäusehälfte 14 wird an der anderen entsprechenden Gehäusehälfte (nicht dargestellt) befestigt und abgedichtet. Dazu sind in diesem Fall wenigstens eine oder mehrere Bohrungen 28 zum Verschrauben und/oder Verstiften der beiden Gehäusehälften 14 miteinander vorgesehen. Des Weiteren kann auch jede andere Form der Befestigung vorgesehen werden, die geeignet ist die beiden Gehäusehälften 14 miteinander zu verbinden und eine Abdichtung zwischen den beiden Gehäusehälften 14 zu ermöglichen oder selbst bereitzustellen. Zur Abdichtung der beiden Gehäusehälften 14 kann dabei beispielsweise eine Sickendichtung, eine O-Ring-Dichtung und/oder eine Elastomerdichtung als Dichtungseinrichtung vorgesehen werden. Die Sickendichtung oder eine der anderen Dichtungen wird in eine entsprechende Aussparung 15 in einer oder beiden Gehäusehälften 14 eingelegt, wobei sich dann die übrigen nicht abgedichteten Gehäusehälftenflächen direkt berühren.
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In 1 ist in dem Lagergehäuseabschnitt 18 des Turboladergehäuses 12 eine Welle 30 gelagert, auf welcher ein Turbinenrad 32 und ein Verdichterrad 34 vorgesehen sind. Das Turbinenrad 32 ist dabei in einem Abschnitt des Turbinengehäuses 20 und das Verdichterrad 34 in einen Abschnitt des Verdichtergehäuses 22 des Turboladergehäuses 12 angeordnet. In dem vorliegenden Beispiel weist die Welle 30 eine Radiallageranordnung 36 und ein Axiallageranordnung 38 auf.
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Für den Turbolader 10 wird eine Axiallageranordnung 38 mit wenigstens einem oder mehreren Axiallagern eingesetzt, um den Axialschub abstützen zu können und das Laufzeug, also das Turbinen- und das Verdichterrad 32, 34, axial derart zu positionieren, um sowohl höhere Wirkungsgrade durch enge Strömungsspalte zu erreichen, sowie eine Beschädigung zu verhindern. Bei einem, wie in 1 gezeigten, in Längsrichtung geteilten Turboladergehäuse 12 kann ein Axiallager nicht mehr axial montiert werden, da kein axialer Zugang mehr besteht. Bisher wurde bei einem konventionell in Querrichtung geteilten Turboladergehäuse ein Axiallager in ein geschlossenes Lagergehäuse vor der Montage axial festgeschraubt. Das Laufzeug wurde dann mit der Lagerung in axialer Richtung danach montiert.
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Gemäß der Ausführungsform, wie sie in 1 und nachfolgender 2 gezeigt ist, wird die Axiallageranordnung 38 nun zuerst mit auf das Laufzeug montiert und die Lagerfläche mit in der Gehäusehälfte vorgesehen und bearbeitet.
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Die in 1 und 2 dargestellte Axiallageranordnung 38 weist dabei wenigstens eine Axiallagerscheibe 40 auf. Diese Axiallagerscheibe 40 wird, wie in 1 gezeigt ist, an der Welle 30 des Laufzeugs befestigt. Zum Befestigen auf der Welle 30 kann die Axiallageranordnung 38 auf diese geklemmt, geschraubt, gepresst und/oder aufgeschrumpft werden, um nur einige Beispiele zu Befestigungsmöglichkeiten zu nennen. Dabei kann die Axiallagerscheibe 40 auf einer Seite durch einen Absatz der Welle begrenzt werden und auf der anderen Seite wahlweise zusätzlich durch ein Buchsenelement 42 oder eine Hülse. Das Buchsenelement 42 weist hierbei auf seiner Außenseite zusätzlich wenigstens eine Dichtungseinrichtung 44 auf, zum Abdichten des Abschnitts des Lagergehäuses (18) gegenüber dem Abschnitt des Verdichtergehäuses (22). Als Dichtungseinrichtung 44 sind dabei beispielsweise zwei Kolbenringdichtungen in entsprechenden Nuten auf der Außenseite des Buchsenelements 42 vorgesehen.
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Des Weiteren ist in dem in 1 gezeigten Beispiel die Welle 30 über eine Radiallageranordnung 36 gelagert. Die Radiallageranordnung 36 weist dabei außen ein Hülsenelement 46 auf, das beispielsweise aus Metall, z. B. Stahl, besteht und an beiden Enden einen Kragenabschnitt 48 aufweist. Dabei können einer oder beide Kragenabschnitte 48 des Hülsenelements 46 federnd ausgebildet sein, um zwischen zwei Anschlägen oder Aufnahmen 50, hier Vorsprünge des Turboladergehäuses 12, eingespannt zu werden und die in dem Hülsenelement 46 vorgesehene Lageranordnung in axialer Richtung zu verspannen. Einer oder beide Kragenabschnitte 48 können ebenso nicht federnd, also steif ausgebildet werden und zwischen den beiden Anschlägen 50 eingelegt werden. Dabei können wahlweise zusätzlich ein oder beide Kragenabschnitte 48 an der zugeordneten Aufnahme 50 beispielsweise mittels Schrauben befestigt werden. Wenigstens ein federnd wirkender oder steif ausgebildeter Kragenabschnitt kann ebenfalls zusätzlich mittels Verschrauben und/oder Verstiften an der jeweiligen zugeordneten Aufnahme 50 befestigt werden. Einer oder beide Kragenabschnitte 48 sind dabei entweder einstückig oder als separate Teile mit dem Hülsenelement 46 verbunden.
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Ein oder beide Kragenabschnitte 48 des Hülsenelements 46 können dabei außerdem wahlweise zusätzlich aus dem Ölraum sowohl turbinenseitig, wie in 1 gezeigt ist, als auch verdichterseitig (nicht dargestellt) herausgeführt werden und weitere Funktionen übernehmen, wie beispielsweise die eines Hitzeschildes. Einer oder beide Kragenabschnitte 48 können aber auch innerhalb des Ölraums verbleiben, wie in 1 der Kragenabschnitt 48 auf der Verdichterseite. Das Hülsenelement 46 kann nun selbst beispielsweise als radiale Gleitlageranordnung ausgebildet werden (nicht dargestellt) und zwei Gleitlagerabschnitte bilden. Alternativ kann das Hülsenelement 46, wie in der Ausführungsform in 1 gezeigt ist, auch eine Hülse 54 aufnehmen, welche die zwei Gleitlagerabschnitte 52 aufweist. Statt der Hülse 54 können aber auch zwei Radiallager als Gleitlager vorgesehen werden, die wahlweise zusätzlich über eine Distanzhülse zueinander beabstandet in dem Hülsenelement 46 angeordnet sind (nicht dargestellt). Alternativ kann auch das Hülsenelement 46 auf seiner Innenseite als Distanzhülse ausgebildet sein, mit einem Anschlag für beide Gleitlager (nicht dargestellt).
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Des Weiteren kann wahlweise zusätzlich auf der Innenseite und/oder Außenseite des Hülsenelements 46 eine Lage 56 aus wenigstens einer oder mehreren Schichten aus einem elastischen, hitzebeständigen oder temperaturbeständigen Material vorgesehen werden, wie in 1 dargestellt ist. Das Material besteht dabei beispielsweise aus einem Polymer, Elastomer und/oder Hartgummi. Die Erfindung ist aber auf diese Materialien nicht beschränkt. Grundsätzlich kann jedes andere geeignete, hitzebeständige oder temperaturbeständige, elastischen Material eingesetzt werden.
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Wie aus der Anordnung in 1 hervorgeht, wird die Hülse 54 auf die Welle 30 aufgeschoben, wobei die Welle 30 einen Absatz mit einem Anschlag für die Hülse 54 bildet. Am anderen Ende der Hülse 54 ist eine Axiallageranordnung 38 angeordnet, die einen Anschlag für die Hülse 54, also die Radiallageranordnung 36 in axialer Richtung bildet. Auf der Axiallagerscheibe 40 ist hier zusätzlich ein Ölabweisblech 58 angeordnet, wobei die Axiallagerscheibe 40 zusätzlich eine Aufnahme 60 für das Ölabweisblech 58 aufweist. Die Welle 30 kann mit der Hülse 54, zusammen mit der Lage 56 aus einem elastischen Material und dem Hülsenelement 46, mit den beiden Kragenabschnitten 48, leicht in die Gehäusehälften 14 des in Längsrichtungen geteilten Turboladergehäuses 12 eingelegt werden.
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2 zeigt des Weiteren ein Schnittansicht durch das Turboladergehäuse 12, wobei die beiden Gehäusehälften 14, 16 dargestellt sind. Dabei ist auch stark vereinfacht die Dichtung zwischen den beiden Gehäusehälften 14, 16 angedeutet.
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In 3 ist des Weiteren eine Seitenschnittansicht gezeigt durch ein Turboladergehäuse 12 mit einer Axiallageranordnung 38 gemäß einer weiteren Ausführungsform. Dabei ist ein Teil des Abschnitts des Lagergehäuses 18 der beiden Gehäusehälften 14, 16 in einer Schnittansicht gezeigt. In dem Lagergehäuse 18 ist die Welle 30 über eine Radiallageranordnung 36 bestehend aus zwei Gleitlagern 62, zwischen denen zusätzlich eine Distanzhülse 64 angeordnet ist, gelagert. Des Weiteren ist eine Axiallageranordnung 38 vorgesehen, welche wenigstens eine Axiallagerscheibe 40 aufweist. Die Axiallagerscheibe 40 ist dabei auf der Welle 30 des Laufzeugs befestigt, beispielsweise aufgeklemmt, aufgepresst oder aufgeschrumpft.
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Wie in 3 gezeigt ist, ist hier die Axiallagerscheibe 40 in einer Vertiefung oder Aussparung des Turboladergehäuses 12 angeordnet, wobei die Vertiefung auf einer oder beiden Seiten einen Begrenzungsabschnitt 66 für die Axiallageranordnung 38 aufweist. Der Begrenzungsabschnitt 66 kann einteilig mit der jeweiligen Gehäusehälfte ausgebildet sein oder als separates Teil an dem Turboladergehäuse 12 befestigt sein. Der Begrenzungsabschnitt 66 wirkt dabei einer ungewollten axialen Bewegung der Axiallagerscheibe 40 entgegen und dient hier als axialer Begrenzungsabschnitt.
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Des Weiteren ist bei der Ausführung in 3 ein Buchsenelement 42 vorgesehen, das zusätzlich Dichtungselemente auf der Außenseite aufweisen kann, zum Abdichten des Lagergehäuseabschnitts gegenüber dem Laufradgehäuseabschnitt (nicht dargestellt). Im Anschluss an das Buchsenelement 42 ist desweiteren ein Scheibenelement 79 vorgesehen, das zum Abschleudern von Schmiermittel der Welle 30 dient.
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Die gezeigte Ausführungsform, bei welcher das Laufzeug eine auf der Welle 30 montierte Axiallageranordnung 38 aufweist, hat den Vorteil, dass es nicht mehr notwendig ist eine Axiallageranordnung 38 separat im Turboladergehäuse 12 zu befestigen. Das montierte Laufzeug kann direkt eingelegt werden. Außerdem wirkt die Vertiefung bzw. der Begrenzungsabschnitt 66 auf einer oder beiden Seiten der Axiallagerscheibe 40 einer ungewollten axialen Bewegung der Axiallagerscheibe 40 entgegen.
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In 4 ist des Weiteren eine Schnittansicht durch die beiden Gehäusehälften 14, 16 eines in Längsrichtung geteilten Turboladergehäuses 12 gezeigt, mit einer weiteren Ausführung einer Axiallageranordnung 38. Die Gehäusehälften 14, 16 sind dabei von vorne gezeigt. Die Axiallageranordnung 38 weist dabei ebenfalls wenigstens eine Axiallagerscheibe 40 auf. Die Axiallagerscheibe 40 weist dabei wenigstens ein oder zwei radial angeordnete Vorsprünge auf, die als Laschenelemente 68 dienen, mit denen die Axiallagerscheibe 40 an einer Gehäusehälfte 16 festgeschraubt ist.
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Der Vorteil dieser Ausführungsform, bei welcher die Axiallageranordnung 38 mit Laschenelementen 68 radial befestigt wird, liegt darin, dass die Axiallageranordnung 38 bereits auf das Laufzeug aufgefädelt und dann in der Gehäusehälfte 16 senkrecht zu der Längsachse 24 befestigt, z. B. festgeschraubt und/oder verstiftet, werden kann.
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Weiter ist in 5 eine Seitenschnittansicht durch ein Turboladergehäuse 12 mit einer weiteren Ausführung einer Axiallageranordnung 38 dargestellt. Dabei ist eine Welle 30 dargestellt, welche mittels zweier Radialgleitlager 62 radial gelagert wird, wobei die Radialgleitlager in einer Einsatzhülse 54 angeordnet sind. Zumindest auf einer der beiden Seiten der Radiallageranordnung 36 ist in diesem Beispiel ein Wellenabsatz vorgesehen, auf welchem ein zusätzlicher Lagerbund 72 angeordnet ist, welcher zur Bereitstellung der Gegenlagerflächen der Welle für die an der Einsatzhülse 54 befestigte Axiallagerscheibe 40 dient. Der Lagerbund 72 ist hierbei als ein Rotationsteil oder rotationssymmetrisches Teil ausgebildet. Der Lagerbund 72 weist wiederum auf seiner Außenseite einen Absatz auf, der sich axial über die Breite der Axiallageranordnung 38 erstreckt. Die Axiallageranordnung 38 weist hierbei wenigstens ein Axiallagerscheibe 40 auf. Zwischen der Axiallagerscheibe 40 und dem Lagerbund 72 ist ein Spiel vorgesehen, da sich der Lagerbund 72 mit der Welle 30 dreht, während die Axiallagerscheibe 40 mit der Einsatzhülse 54 stillsteht. Hierzu kann die Axiallagerscheibe 40 beispielsweise mittels einer oder mehrerer Schrauben 76 und/oder Stifte (nicht dargestellt) an der Einsatzhülse 54 befestigt sein. Der Lagerbund 72 wird dagegen so auf der Welle 30 befestigt, dass er sich mit der Welle 30 dreht. Dazu ist der Lagerbund 72 beispielsweise auf die Welle 30 mittels einer Wellenmutter geklemmt.
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Im Anschluss an den Lagerbund 72 ist hier auf der Welle zusätzlich ein weiteres Scheibenelement 79 vorgesehen, welches zum Abschleudern von Schmiermittel, wie zum Beispiel Öl, von der Welle 30 dient.
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In 6 ist schließlich eine Seitenschnittansicht durch ein Turboladergehäuse 12 und dessen beide Gehäusehälften 14, 16 gezeigt, mit einer erfindungsgemäßen Ausführung der Axiallageranordnung 38. Bei dieser Ausführungsform ist die Axiallagerscheibe 40 mittels wenigstens eines Federelements 78 in der Aufnahme 60 des Turboladergehäuses fixiert, während sich der Lagerbund 72, der zur Bereitstellung der Gegenlagerflächen für die Axiallagerscheibe 40 dient, mit der Welle 30 dreht. Je nach Funktion und Einsatzzweck kann der Lagerbund 72 auch weggelassen werden. In diesem Fall muß die Gegenlagerfläche für die Axiallagerscheibe 40 direkt auf der Welle vorgesehen werden (nicht dargestellt).
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Zum Fixieren der Axiallagerscheibe 40 wird gemäß der erfindungsgemäßen Ausführungsform, wenigstens ein Federelement 78 verwendet, mit dem die Axiallagerscheibe 40 axial in der Aufnahme 60 des Turboladergehäuses 12 festgeklemmt ist. Die Axiallagerscheibe 40 wird dabei in einer Aufnahme 60 in Form einer Aussparung oder Vertiefung, in dem Lagergehäuseabschnitt 18 eingelegt und mittels dem Federelement 78 in der Aufnahme 60 festgeklemmt, so dass einer ungewollten Bewegung der Axiallagerscheibe 40 in axialer Richtung entgegengewirkt wird. Die Axiallagerscheibe 40 wird dabei durch das wenigstens eine Federelement 78 an eine axiale Anlagefläche der Aufnahme 60 anpresst.
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Zusätzlich kann wenigstens ein als Ölabweisring ausgebildetes Scheibenelement 79, wie in 6 gezeigt ist, vorgesehen werden, der mit auf der Welle 30 verspannt ist, wobei der Ölabweisring 79 im Betrieb das Öl oder Schmiermittel abschleudert.
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Die erfindungsgemäße Ausführungsform hat den Vorteil, dass die Anordnung der Axiallagerscheibe 40 mit dem Federelement 78 in der Aufnahme 60 des Turboladergehäuses 12 ermöglichen, die Axiallageranordnung 38 bei der Montage vorab auf den Läufer zu fädeln und den Läufer anschließend einfach in die Aufnahme 60 einzufügen. Es entfallen dabei Verschraubungsprozesse, wodurch der Montaeaufwand reduziert wird.
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7 zeigt weiter eine Seitenschnittansicht durch ein Turboladergehäuse 12 mit einer Axiallageranordnung 38 gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung. Die Axiallageranordnung 38 weist ebenfalls wenigstens eine Axiallagerscheibe 40 auf. Die Axiallagerscheibe 40 kann dabei, wie zuvor bereits beschrieben, direkt auf der Welle 30 (nicht dargestellt) oder auch auf einem Lagerbund 72, wie in 7 gezeigt ist, angeordnet sein und mit der Welle 30 oder dem Lagerbund 72 eine Spielpassung bilden. Mit anderen Worten, die Axiallagerscheibe 40 ist gehäusefest während sich der Lagerbund 72 mit der Welle 30 dreht. Die Axiallagerscheibe 40 kann dabei einfach in eine zugeordnete Aufnahme 60 im Turboladergehäuse 12 eingelegt und zusätzlich darin eingeklemmt befestigt werden. In dem hier gezeigten Beispiel ist zum Befestigender Axiallagerscheibe 40 dieses in dem Turboladergehäuse 12 mit wenigstens einer Dichtungseinrichtung 44, hier einem O-Ring oder einer Kolbenringdichtung usw. am Außenumfang, fixiert.
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Auch bei dieser Ausführungsform ist die Aufnahme 60 zum Aufnehmen einer Axiallagerscheibe 40 in dem Turboladergehäuse 12 in Form einer Vertiefung oder einer Nut ausgebildet, wobei die Aufnahme 60 einen ersten Aufnahmeabschnitt 80 aufweist, in welchem die Axiallagerscheibe 40 aufgenommen ist, wobei der erste Aufnahmeabschnitt 80 einen Begrenzungsabschnitt aufweist, der einer ungewollten axialen Bewegung der Axiallagerscheibe 40 entgegenwirkt. Der erste Aufnahmeabschnitt 80 bildet hierbei mit der Axiallagerscheibe 40 eine Spielpassung oder eine Übergangspassung. Dies hat den Vorteil, dass die Axiallagerscheibe 40 sehr leicht in den ersten Aufnahmeabschnitt 80 der Aufnahme 60 eingelegt und gleichzeitig eine ungewollte axiale Bewegung der Axiallagerscheibe 40 verhindert werden kann, da der Begrenzungsabschnitt 66 des Aufnahmeabschnitts 80 eine ungewollte axiale Bewegung der Axiallagerscheibe 40 verhindert.
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Ein zweiter Aufnahmeabschnitt 82 der Aufnahme 60 ist so ausgebildet, dass wenigstens ein Scheibenelement 79, z. B. ein Ölabweisring, und/oder Federelement, in der Aufnahme 60 anordenbar sind, um einer ungewollten axialen Bewegung des Lagerbunds 72 bzw. der Axiallagerscheibe 40 entgegenzuwirken. Die Aufnahme 60 ist dabei beispielsweise abgestuft ausgebildet, wie in 7 gezeigt ist, um den ersten und zweiten Aufnahmeabschnitt 80, 82 zu bilden. Der zweite Aufnahmeabschnitt 82 bildet dabei gleichwohl einen Ölraum oder Schmiermittelraum, in welchem ein als Ölabweisring ausgebildets Scheibenelement 79 angeordnet werden kann, über welchen Öl oder Schmiermittel abgeschleudert werden kann. Der Ölabweisring bildet dabei eine Axiallagerfläche für das Axiallager.
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Weiterhin können die zuvor beschriebenen Ausführungsformen miteinander kombiniert werden, besonderes einzelne Merkmale der verschiedenen Ausführungsformen