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Die Erfindung betrifft einen Schmuckring.
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Schmuckringe sind aus dem Stand der Technik zahlreich bekannt. Sie werden sowohl von Männern als auch von Frauen getragen. Es ist zum einen möglich, mehrere Ringe an einem Finger zu tragen. Zum anderen gibt es Ringe, die sich bereits aus einer Kombination mehrerer Ringelemente zusammensetzen, wobei die Ringelemente in unterschiedlicher Zusammensetzung und/oder unterschiedlicher Reihenfolge abwechselnd getragen werden können.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen verbesserten Schmuckring zur Verfügung zu stellen.
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Nach einem ersten Aspekt der Erfindung löst diese Aufgabe ein Schmuckring mit einem Hauptring, einem Verschlussring und einem Steckring, wobei Hauptring und Verschlussring kraftschlüssig miteinander verbindbar sind und auf der Außenseite eine Aufnahme aufweisen, in die formschlüssig der Steckring passt, wobei die Ringdicke an der Stelle der Aufnahme 0,9 mm oder größer ist.
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Hauptring und Verschlussring können insbesondere entlang der Ringachse miteinander verschraubt sein. Eine Verschraubung hat den Vorteil, dass die Verbindung auch wieder lösbar ist. Bei einer Verschraubung kann der Ring ohne Hilfsmittel wie Werkzeugen montiert beziehungsweise demontiert werden.
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Die mehrteilige Konstruktion des Schmuckrings hat den Vorteil, dass man alle Komponenten des Rings gegen andersfarbige und/oder andersförmige Ringe gleicher Gewindegröße austauschen kann. Insgesamt ist es insbesondere durch die Auswechselbarkeit des Steckrings möglich, dass der Ring zu jedem Anlass sein Äußeres verändern kann. Der Ring ist dadurch verwandelbar.
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Der Steckring kann einteilig oder mehrteilig sein. Bei mehreren Steckringelementen ist es möglich, die einzelnen Elemente auszutauschen oder in ihrer Reihenfolge zu verändern.
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Der Innendurchmesser des Steckrings ist so konstruiert, dass er ohne Kraftaufwand, also leichtgängig, in der Aussparung liegt. Der Außendurchmesser des Steckrings ist frei gestaltbar. Er kann beliebige Formen aufweisen und mit beliebigen Dekorationselementen versehen sein. Füllt der Steckring die Aussparung nicht vollständig aus, ist es möglich, diesen um die Achse des Schmuckrings zu drehen. Passt er sich genau ein, ist eine starre Verbindung ebenfalls denkbar.
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Die Konstruktion des Schmuckrings lässt zu, dass man ihn auch als Halskettenring, Ohrring oder Piercing verwenden kann.
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Von Vorteil ist, wenn Hauptring und Verschlussring einen gemeinsamen Innenradius aufweisen. Ist dies der Fall, ist gewährleistet, dass wenn der Ring mit dem Verschlussring zuerst am Finger angelegt wird, bei der Wahl der richtigen Ringgröße alle Teile des Rings unverlierbar am Finger bleiben. Dies gilt selbst dann noch, wenn sich der Hauptring und der Verschlussring völlig voneinander lösen.
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Der Steckring kann auf seiner Außenseite LED-Leuchtdioden und Mikrosolarzellen aufweisen. Die LED-Leuchtdioden können verschiedene Farben haben und im Wechsel mit den Mikrosolarzellen angebracht werden. Diese laden sich dann tagsüber auf und können bei Einbruch der Dunkelheit den Ring in verschiedenen Farben leuchten lassen.
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Der Umfang des Steckrings kann teilweise oder auch ganz mit Licht abstrahlenden Elementen versehen sein. Bringt man am Außendurchmesser des Steckrings Fassungen an, kann man darin Schmucksteine einsetzen. Auch ein Farbmuster, Symbole, Schriftzüge beziehungsweise Stern-Tierkreiszeichen können am Außendurchmesser des Steckrings angebracht sein.
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Vorteilhaft ist, wenn der Ring einen zweiten Steckring aufweist, und der zweite Steckring auf die Außenseite des ersten Steckrings aufsteckbar ist. Der Steckring kann an seinem größten Außendurchmesser so klein gestaltet werden, dass man über ihn einen zweiten Steckring stecken kann.
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Das macht insbesondere dann Sinn, wenn der zweite Steckring radial zur Achse Bohrungen aufweist. Diese Bohrungen können in Größe und Form frei gestaltbar sein. Durch diese Bohrungen am zweiten Steckring wird nun die Sicht auf den ersten Steckring frei, um auf diesem angebrachte Elemente wie die bereits erwähnten Farbmuster, Symbole, Schriftzüge, Stern- und Tierkreiszeichen beziehungsweise auch die Leuchtdioden oder Schmucksteine sehen zu können.
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Vorteilhafterweise sind Hauptring und Verschlussring aus rostfreien Edelmetallen wie z. B. Platin, Gold, Silber oder V4A. Dies ermöglicht eine stabile Konstruktion der kraftschlüssigen Verbindung wie beispielsweise einem Gewinde. Werkstoffe wie Nichteisenmetalle, Kunststoffe oder Holz sind hierfür ungeeignet, da sie zu weich sind oder Korrosion (Rost) verursachen. Dadurch kann das Außengewinde frühzeitig beschädigt und der Ring unbrauchbar werden.
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Der Steckring kann aus allen festen Werkstoffen hergestellt werden, weil seine Verwendung lediglich formschlüssig ist. Er dient nur dazu, dem Ring seine individuelle Note zu geben. Zu beachten ist allerdings auch hier, dass die Materialien in ihrer endgültigen Form vor Witterungseinflüssen und Korrosion (Rost) geschützt sind.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fertigung eines Schmuckrings mit Hauptring und Verschlussring, insbesondere eines Schmuckrings nach dem ersten Aspekt der Erfindung, wobei die Ringe in einem ersten Schritt formschlüssig verbunden werden und dann in einem zweiten Schritt der Innendurchmesser bearbeitet wird. Durch diese Fertigungstechnik wird sichergestellt, dass beim Tragen des Rings weder Staub noch Schmutz in das Gewinde gelangt. Außerdem ist der Übergang des Gewindes vom Verschlussring zum Hauptring derart gering, dass man ihn mit bloßem Auge kaum sehen kann. Wenn der Übergang sich zudem am Ende des Rings befindet, kann der Träger ihn nicht spüren.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft schließlich ein Schmuckringset, aus mehreren Hauptringen und einem Verschlussring, wobei die Hauptringe unterschiedliche Ringdicken aufweisen und der Innenradius eines aus Hauptring und Verschlussring kraftschlüssig zusammengesetzten Schmuckrings unter Beibehaltung des Außenradius des Schmuckrings durch die Verbindung von Hauptringen unterschiedlicher Dicke variierbar ist. So ist es möglich, die Ringgröße zu verändern, indem nur der Hauptring ausgetauscht wird.
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Das Schmuckringset kann mehrere Verschlussringe und einen Steckring aufweisen, der formschlüssig in eine Aufnahme eines kraftschlüssig verbundenen Ringpaares aus Hauptring und Verschlussring passt, wobei die Verschlussringe unterschiedliche Ringdicken aufweisen, wobei jeweils ein Hauptring und ein Verschlussring einen gemeinsamen Innendurchmesser aufweisen und der Innenradius des Schmuckrings unter Beibehaltung des Außenradius' des Schmuckrings an der Stelle der Ausnahme durch die Verwendung von Hauptringen oder von Hauptringen und Verschlussringen unterschiedlicher Dicke variierbar ist.
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Je mehr Ringgrößen unter Beibehaltung des Außenradius' der Aussparung produziert werden können, desto mehr Steckringe gleicher Größe können produziert werden. Es wird dadurch möglich, mit einem begrenzten Satz an Steckringgrößen ein Größenspektrum an Ringgrößen abzudecken. Dies ist jedoch nicht unbegrenzt möglich, da je mehr Ringgrößen unter Beibehaltung des Außenradius an der Aussparung hergestellt werden, desto größere Materialstärken des Rings werden bei kleineren Ringgrößen notwendig. Es ist daher notwendig, abzuwägen, wie viele Außendurchmessergrößen notwendig sind, um einerseits die Wirtschaftlichkeit und andererseits das Gewicht und damit den Tragekomfort zu optimieren.
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Insbesondere vorteilhaft ist, wenn mit 3 bis 5 Größen des Außenradius des Schmuckrings an der Stelle der Vertiefung im Bereich von 7 bis 15 mm 15 bis 30 verschiedene Innendurchmesser im Bereich von 12 bis 28 mm abgedeckt sind. In diesem Bereich des Innendurchmessers liegen die gängigsten internationalen Ringgrößen. Gleichzeitig ist es so möglich, die Anzahl der Steckringgrößen zu begrenzen, sodass eine größere Variation von verschiedenen Steckringen angeboten werden kann.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.
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Hierin zeigen
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1 einen Schnitt durch einen Schmuckring mit drei Ringelementen,
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2a–d einen Schnitt durch verschiedene Steckringvarianten,
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3 einen Schnitt durch zwei übereinandersteckbare Steckringe,
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4a + b einen Schnitt durch zwei weitere Steckringvarianten und
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5 eine Liste mit den Maßen der einzelnen Ringelemente.
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Der Schmuckring 1 in 1 besteht aus einem Hauptring 2, einem Steckring 3 und einem Verschlussring 4. Sowohl der Hauptring als auch der Verschlussring verfügen über ein Gewinde. Dabei verfügt der Hauptring 2 über das Außengewinde 5 und der Verschlussring 4 über das Innengewinde 6. Über diese beiden Gewinde 5, 6 können der Hauptring 2 und der Verschlussring 4 miteinander verschraubt werden.
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Der Hauptring verfügt über einen Hauptringaußendurchmesser 7 und der Verschlussring verfügt über einen Verschlussringaußendurchmesser 8, der jeweils frei gestaltbar ist und durch den die Ringform bestimmt wird. Des weiteren bestimmen der kleinste Innendurchmesser des Hauptrings 9 zusammen mit dem kleinsten Innendurchmesser des Verschlussrings 10 die Ringgröße.
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In Längsrichtung weist der Hauptring 9 einen Einsatz 11 auf, der eine doppelte Funktion hat. Zum Einen dient er zur Aufnahme des Steckrings 3 und zum Anderen weist er das Außengewinde 5 für den Verschlussring 10 auf.
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Die Montage der Teile erfolgt folgendermaßen: Der Hauptring 2 wird mit den Fingern der linken Hand aufgenommen. Mit den Fingern der rechten Hand wird ein Steckring 3 aufgenommen und über das Gewinde 5 des Hauptrings 2 bis zum Anschlag gesteckt. Schließlich wird der Verschlussring 4 mit der rechten Hand aufgenommen und mit der Gewindeseite vorsichtig auf das Gewinde 5 des Hauptrings 2 aufgesetzt und festgeschraubt. Schließlich werden die beiden Ringe 2, 4 mit leichtem Druck der Finger von linker und rechter Hand angezogen. Die Demontage erfolgt in der umgekehrten Reihenfolge.
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Die 2a) bis d) zeigen Varianten des Steckrings. Dabei wird der Steckring 21 in 2a) in drei Ringelemente 22, 23 und 24 aufgeteilt. Diese können abwechselnd in unterschiedlicher Reihenfolge getragen werden. Der Steckring 31 in 2b) weist zwei Ringelemente 32 und 33 auf. Diese sind bereits etwas breiter, können aber weiterhin einzeln ausgetauscht werden. Der Steckring 41 in 2c) besteht schließlich aus einem einzelnen Ringelement 42.
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Der Steckring 51 in 2d) besteht aus einem Ringelement 52, das am Außendurchmesser radial zur Ringachse Bohrungen 52, 53, 54, 55 und 56 aufweist. Durch diese Bohrungen wird der Durchblick auf den Hauptring möglich (vergleiche 1).
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In 3 ist eine Kombination 61 von zwei Steckringen, einem ersten inneren Steckring 62 und einem zweiten äußeren Steckring 63 zu sehen. Dabei ist der erste innere Steckring 62 an seinem größten Außendurchmesser so klein gestaltet, dass man über ihn den zweiten Steckring 63 stecken kann. Der zweite Steckring 63 weist ebenfalls Bohrungen 64, 65, 66, 67 und 68 auf. Durch diese Bohrungen am zweiten Steckring 63 wird nun die Sicht auf den ersten Steckring 62 frei.
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Der Steckring 71 in 4a) weist an seinem Außenradius eine Fassung 72 auf, in die Schmucksteine 73 eingesetzt werden können. Der Schmuckring 81 in 4b) schließlich weist an seinem Außendurchmesser abwechselnd Solarzellen 82 und Leuchtdioden 83 auf. Diese laden sich über die Mikrosolarzellen auf und können bei Einbruch der Dunkelheit den Ring in verschiedenen Farben leuchten lassen.
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Ein Ausführungsbeispiel ist bezüglich der Maße der Liste in 5 zu entnehmen, in der die gängigsten internationalen Ringgrößen auf vier Steckringgrößen umgerechnet sind. Jede der Steckringgrößen deckt eine Serie von Ringgrößen – jeweils 6 Größen – ab. Hierbei ist
- M
- der Gewindedurchmesser,
- A
- der größte Außendurchmesser,
- U
- der Innenumfang als Angabe der internationalen Ringgröße,
- D
- die Umrechnung des Innenumfangs in den Innendurchmesser und damit die Ringgröße.