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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Bedienvorrichtung mit einer berührungsempfindlichen Anzeigefläche, bei dem ein zu einem Anwendungsprogramm gehöriges kontextspezifisches Bedienmenü generiert wird, das auf der berührungsempfindlichen Anzeigefläche dargestellt wird, wenn auf der berührungsempfindlichen Anzeigefläche eine Berührung durch ein Betätigungselement erfasst wird. Die Erfindung betrifft ferner eine entsprechende Bedienvorrichtung und ein Fahrzeug mit einer solchen Bedienvorrichtung.
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Kontextspezifische Bedienmenüs für Bedienvorrichtungen mit einer berührungsempfindlichen Anzeigefläche sind beispielsweise bekannt bei Computern und elektronischen Geräten der Unterhaltungsindustrie, beispielsweise bei mobilen Kleinstcomputern wie PDAs (Personal Digital Assistent), Mobiltelefonen aber auch bei Informationssystemen.
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Ferner setzen sich berührungsempfindliche Anzeigeflächen und kontextgesteuerte Bedienmenüs auch im Fahrzeugbereich durch, um dort eine komfortable Bedienung der vielfältigen Funktionen des Fahrzeugsystems bereitzustellen. Als Fahrzeugsystem können sämtliche in Hardware und Software ausgeführte Bestandteile des Kraftfahrzeugs sowie von diesen bereitgestellte Funktionen angesehen werden. Auf diese Weise wird insbesondere die Bedienung verschiedener Geräte im Fahrzeug, beispielsweise Infotainmenteinrichtungen oder Fahrerassistenzsysteme, ermöglicht, ohne dabei den Fahrer vom Steuern des Fahrzeugs abzulenken.
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In der
DE 10 2006 061 778 A1 ist eine Anzeige- und Bedienvorrichtung in einem Fahrzeug beschrieben, die zwischen einem Anzeige- und einem Bedienmodus unterscheiden kann und im Bedienmodus ein kontextabhängiges Sofortmenü bereitstellt. Dabei wird das Sofortmenü eingeblendet, wenn eine Annäherung eines Betätigungselements an die berührungsempfindliche Anzeigefläche der Anzeige- und Bedienvorrichtung erfasst wird.
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Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben einer Bedienvorrichtung der eingangs erwähnten Art sowie eine Bedienvorrichtung anzugeben, die eine einfache und komfortable Bedienung sowie ein schnelles Umschalten zwischen den zu bedienenden Funktionen ermöglicht.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Bedienvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienmenü zwei Hierarchiestufen umfasst, wobei bei der Darstellung des Bedienmenüs zumindest eine erste Schaltfläche der ersten, z. B. höheren, Hierarchiestufe angezeigt wird und konzentrisch um die erste Schaltfläche weitere Schaltflächen, die der zweiten, z. B. niedrigeren, Hierarchiestufe zugeordnet sind, angezeigt werden. Auf diese Weise können eine Hauptfunktion in der höheren Hierarchiestufe mit dazugehörigen Unterfunktionen in der niedrigeren Hierarchiestufe systemseitig leicht erzeugt und vom Benutzer visuell schnell erfasst und bedient werden.
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Unter einer Schaltfläche wird im Sinne der Erfindung ein Steuerelement einer graphischen Benutzerschnittstelle verstanden. Eine Schaltfläche unterscheidet sich von Elementen und Flächen zur reinen Informationsanzeige, so genannten Anzeigeelementen bzw. Anzeigenflächen, darin, dass sie auswählbar sind. Bei einer Auswahl einer Schaltfläche wird eine ihr zugeordnete Funktion ausgeführt. Die Funktion kann nur zu einer Veränderung der Informationsanzeige führen. Ferner können über die Schaltflächen auch Einrichtungen gesteuert werden, deren Bedienung von der Informationsanzeige unterstützt wird. Die Schaltflächen können somit herkömmliche mechanische Schalter ersetzen. Die Schaltflächen können beliebig auf einer frei programmierbaren Anzeigefläche erzeugt und angezeigt werden. Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass eine Schaltfläche markiert werden kann. In diesem Fall wird die zugeordnete Funktion noch nicht ausgeführt. Die markierte Schaltfläche wird jedoch gegenüber anderen Schaltflächen hervorgehoben dargestellt. Die Markierung und/oder Auswahl einer Schaltfläche kann durch direkte Bedienung der berührungsempfindlichen Anzeigefläche erfolgen.
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Unter einer Hierarchiestufe wird insbesondere eine logische Struktur mit einer Ordnungsrelation verstanden, die beispielsweise durch voneinander abhängige Daten, Objekte oder Funktionen gebildet wird. Dabei ist bei einer Monohierarchie jedem Element höchstens ein anderes Element unmittelbar übergeordnet, während bei einer Polyhierarchie auch mehrere übergeordnete Elemente möglich sind.
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Die Klassifizierung von Objekten in eine Hierarchiestufe impliziert häufig eine Wertigkeit, die in der Rangordnung, nach der die Objekte geordnet werden, enthalten ist. So kann eine Hauptfunktion in einer höheren Hierarchiestufe einer Vielzahl von dazugehörigen Unterfunktionen übergeordnet sein, während jeder Unterfunktion nur eine Hauptfunktion zugeordnet ist. Auch kann die Hierarchiestufe einer in einer Liste eingetragenen Funktion von der jeweiligen Listenposition abhängen, die beispielsweise durch die relative Benutzungshäufigkeit oder die Zeitdifferenz zur letzten Benutzung der Funktion bestimmt sein kann. Bei einer Polyhierarchie kann sich die Hierarchiestufe eines Objekts kontextspezifisch ändern, beispielsweise wenn die Ordnungsrelation durch Daten in einer Kriterien-Matrix vorgegeben wird, und die Rangordnung nach einem bestimmten Kriterium in der Matrix, beispielsweise der Benutzungshäufigkeit, bestimmt wird.
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Insbesondere werden die weiteren Schaltflächen kreisförmig um die erste Schaltfläche angezeigt. Die kreisförmige Anordnung der Schaltflächen ist ergonomisch vorteilhaft und gestattet eine leichte Bedienbarkeit durch den Benutzer, insbesondere wenn es sich bei dem Betätigungselement um die Hand bzw. die Fingerspitze des Benutzers handelt. Bei dem Betätigungselement kann es sich auch um ein beliebiges anderes Element handeln, mit welchem die Anzeigefläche berührt oder die Schaltflächen betätigt werden kann, beispielsweise um einen Bedienstift.
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Erfindungsgemäß wird das kontextspezifische Bedienmenü dargestellt, wenn eine Berührung durch ein Betätigungselement z. B. bei einer beliebigen Position in zumindest einem Bereich auf der berührungsempfindlichen Anzeigefläche erfasst wird. Die Berührungsposition ist insbesondere abhängig von dem Anzeigeinhalt auf der Anzeigefläche. Der Benutzer muss typischerweise nur einen freien Bereich auf der Anzeigefläche berühren, in dem keine relevanten oder überhaupt keine Anzeigeinhalte angezeigt werden. Dies ist insbesondere vorteilhaft für den Einsatz des Verfahrens in einem Fahrzeug, in dem das Treffen einer bestimmten Fläche durch fahrtbedingte Vibrationen erschwert sein kann. Ferner können durch die eingeschränkte Mobilität eines Fahrzeuginsassen einzelne Bereiche einer berührungsempfindlichen Anzeigefläche ausgestalteten Bedienkonsole außerhalb seiner Reichweite liegen.
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In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Positionierung der Schaltfläche der ersten und/oder zweiten Hierarchiestufe von den Koordinaten des Berührungspunktes, an dem das Betätigungselement die berührungsempfindliche Anzeigefläche berührt, abhängig. Die Schaltflächen sind insbesondere an diesen Koordinaten ausgerichtet. Dabei kann die Schaltfläche der ersten, höheren Hierarchiestufe mit dem Berührungspunkt des Betätigungselements zusammenfallen oder beabstandet von diesem angezeigt werden.
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Im ersten Fall lässt sich die durch die Schaltfläche der höheren Hierarchiestufe aktivierbare Funktion, die insbesondere die kontextspezifische Hauptfunktion ist, sehr schnell durch einen Doppelklick auslösen.
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Im zweiten Fall wird ein solch schnelles Auslösen einer Funktion durch einen Doppelklick an einer beliebigen Stelle der Anzeigefläche unterbunden, um beispielsweise Fehlauslösungen zu vermeiden. Beim Einsatz des Verfahrens in einem Fahrzeug kann es nämlich unerwünscht sein, dass die Positionen von Schaltflächen eines kontextspezifischen Bedienmenüs mit dem Berührungspunkt des Betätigungselements zusammenfallen. Berührt beispielsweise der Benutzer nach erstmaligem Berühren der Anzeigefläche diese unbeabsichtigt kurz darauf aufgrund von Fahrzeugvibrationen noch einmal, so käme es zu einer Fehlauslösung der betreffenden Funktion. Wird erfindungsgemäß die Schaltfläche der höheren Hierarchiestufe dergestalt beabstandet zu dem Berührungspunkt angezeigt, dass dieser auf Lücke zwischen den Schaltflächen beider Hierarchiestufen positioniert ist, so wird einerseits die Gefahr einer Fehlauslösung der vorgenannten Art reduziert, anderseits der Vorteil einer schnellen Funktionsauslösung durch zwei Berührungsaktionen kurz hintereinander an benachbarter Stelle beibehalten.
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In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird nach Betätigen einer der Schaltflächen das kontextspezifische Bedienmenü wieder ausgeblendet. Alternativ wird das kontextspezifische Bedienmenü wieder ausgeblendet, wenn nach Ablauf eines Zeitintervalls keine der Schaltflächen betätigt wurde. Durch die Bedienphilosophie des erfindungsgemäßen Verfahrens wird davon ausgegangen, dass mittels des kontextspezifischen Menüs genau die richtigen Schaltflächen zur richtigen Zeit an einer beliebigen Stelle verfügbar gemacht werden können, weshalb ein automatisches Ausschalten des Bedienmenüs eine hierzu passende Ergänzung darstellt. Dadurch wird erreicht, dass der Benutzer nach einem erfolgten oder abgebrochenen Bedienvorgang nicht erst das Bedienmenü explizit ausschalten, verschieben oder minimieren muss, was die notwendige Interaktion mit der Bedienvorrichtung weiter reduziert.
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Das Ein- und Ausblenden der Schaltflächen kann mittels einer Animation erfolgen, beispielsweise durch langsames aufeinander folgendes Einblenden im Uhrzeigersinn. Die Schaltflächen können dabei als Ikonen oder Piktogramme ausgestaltet sein und mit prägnanten Beschriftungen dem Benutzer ein schnelles Erfassen der dazugehörigen Funktionen ermöglichen.
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Typischerweise werden für das Anwendungsprogramm Ausgabeinhalte dargestellt, die durch das Betätigen einer Schaltfläche des Bedienmenüs geändert werden. Die Ausgabeinhalte werden dabei insbesondere als visuelle Ausgabeinhalte auf der berührungsempfindlichen Anzeigefläche dargestellt, wobei auch andere Ausgabemodalitäten, beispielsweise akustische Ausgaben, möglich sind.
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Die erfindungsgemäße Bedienvorrichtung umfasst eine Schnittstelle zu einem bedienbaren Anwendungsprogramm, eine berührungsempfindliche Anzeigefläche, auf der Anzeigeinhalte des Anwendungsprogramms darstellbar sind, und eine Steuervorrichtung zum Erzeugen einer Anzeige eines zu dem Anwendungsprogramm gehörigen kontextspezifischen Bedienmenüs, wenn eine Berührung der berührungsempfindlichen Anzeigefläche durch ein Betätigungselement erfasst wird. Die erfindungsgemäße Bedienvorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienmenü zwei Hierarchiestufen umfasst und dass die Steuervorrichtung die Anzeige des Bedienmenüs so erzeugt, dass zumindest eine erste Schaltfläche der ersten, z. B. höheren, Hierarchiestufe angezeigt wird und konzentrisch um die erste Schaltfläche weitere Schaltflächen, die der zweiten, z. B. niedrigeren, Hierarchiestufe zugeordnet sind, angezeigt werden.
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In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung erzeugt das Anwendungsprogramm mittels Bilderfassungsmitteln visuelle Ausgabeinhalte. Die Ausgabeinhalte sind auf der berührungsempfindlichen Anzeigefläche darstellbar. Insbesondere handelt es sich bei dem Anwendungsprogramm um die Steuerung zum Wechsel zwischen verschiedenen Kameraansichten oder zum Wechsel zwischen Kameraansichten und computeranimierten visuellen Ausgabeinhalten.
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Erfindungsgemäß ist ein Fahrzeug mit einer Bedienvorrichtung nach einer der vorgenannten Arten ausgestattet. Hier können die Merkmale des konzentrisch angeordneten und an beliebiger Stelle positionierbaren kontextspezifischen Bedienmenüs besonders vorteilhaft genutzt werden, weil durch die eingeschränkte Mobilität eines Fahrzeuginsassen das Bedienmenü immer an einer erreichbaren Stelle dargestellt werden kann. Hierdurch können die Interaktionsschritte reduziert werden, so dass der Fahrer nicht vom Steuern des Fahrzeugs abgelenkt wird.
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Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug zu den Zeichnungen näher erläutert.
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1 zeigt schematisch den Aufbau eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung,
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2a–2c zeigen schematisch Schaltflächen von Bedienmenüs mit zwei Hierarchiestufen, bei denen gemäß Ausführungsbeispielen des erfindungsgemäßen Verfahrens die Schaltflächen der niedrigeren Hierarchiestufe konzentrisch um eine Schaltfläche der höheren Hierarchiestufe angezeigt werden,
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3a zeigt schematisch ein auf einer berührungsempfindlichen Anzeigefläche dargestelltes Bedienmenü, dessen Schaltfläche der höheren Hierarchiestufe gemäß einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens von den Koordinaten des Berührungspunktes eines Betätigungselements beabstandet angezeigt wird,
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3b zeigt schematisch ein auf einer berührungsempfindlichen Anzeigefläche dargestelltes Bedienmenü, dessen Schaltfläche der höheren Hierarchiestufe gemäß einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens mit den Koordinaten des Berührungspunktes eines Betätigungselements zusammenfällt,
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4a–4d zeigen zeitlich aufeinander folgende Bilder der animierten Anzeige eines Bedienmenüs gemäß eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens und
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5a–5c zeigen ein Nutzungsszenario des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer Anwendung in einem Fahrzeug.
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In 1 ist schematisch der Aufbau eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung 10 dargestellt. Eine berührungsempfindliche Anzeigefläche 11 ist mit einer Steuervorrichtung 12 verbunden, die eine Speichereinheit 13 umfassen kann und über eine Schnittstelle 14 mit einer Funktionseinrichtung 16 verbunden ist. Die Funktionseinrichtung 16 umfasst Bilderfassungsmittel 17, die als Positionskameras für eine Einparkhilfe eines Fahrzeugs ausgestaltet sind. Ferner läuft in der Funktionseinrichtung 16 ein Anwendungsprogramm 15 zur Steuerung zwischen verschiedenen Kameraeinstellungen.
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In der Steuervorrichtung 12 wird ein zu dem Anwendungsprogramm 15 kontextspezifisches Bedienmenü 20 erzeugt, in der Speichereinheit 13 gespeichert und auf der Anzeigefläche 11 dargestellt, wenn eine Berührung der berührungsempfindlichen Anzeigefläche 11 durch ein Betätigungselement 30, hier der Zeigefinger eines Benutzers, erfasst wird. Auf der Anzeigefläche 11 sind ferner die Anzeigeinhalte 23 des Anwendungsprogramms 15 dargestellt.
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Das Bedienmenü 20 umfasst eine erste Schaltfläche 21 der höheren Hierarchiestufe sowie konzentrisch darum angeordnete weitere Schaltflächen 22 einer niedrigeren Hierarchiestufe. Die Positionierung der Schaltflächen 21, 22 ist dabei derart an dem Berührungspunkt 31 des Betätigungselements 30 ausgerichtet, dass die erste Schaltfläche 21 mit einem geringen Abstand links neben dem Berührungspunkt 31 auf der Anzeigefläche 11 dargestellt wird und der Abstand dabei so gering gewählt ist, dass der Berührungspunkt 31 auf Lücke zwischen den Schaltflächen 21, 22 liegt.
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In 2a bis 2c sind gemäß Ausführungsbeispielen des erfindungsgemäßen Verfahrens schematisch Schaltflächen 21, 22 von Bedienmenüs 20 mit zwei Hierarchiestufen dargestellt, bei denen die Schaltflächen 22 der niedrigeren Hierarchiestufe konzentrisch um eine Schaltfläche 21 der höheren Hierarchiestufe angezeigt werden. Dabei kann je nach Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens die konzentrische Anordnung eine regelmäßige Verteilung der weiteren Schaltflächen 22 um die erste Schaltfläche 21 vorsehen (2a und 2b), als auch die Verteilung der weiteren Schaltflächen 22 auf einen Kreisausschnitt, beispielsweise im Uhrzeigersinn wie auf einer Wählscheibe (2c), beschränkt sein. Die konzentrische Anordnung der Schaltflächen 21, 22 in dem Bedienmenü 20 ist insbesondere vorteilhaft, weil dem Benutzer die Unterscheidung zwischen den Hierarchieebenen visuell erleichtert wird und eine platzsparende Anordnung, die mit einer Hand leicht bedienbar ist, realisiert werden kann.
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Die Schaltflächen 21, 22 sind insbesondere so angeordnet, dass sie sich in der Nähe der Fingerspitzen einer Hand eines Benutzers befinden, die mit einer Fingerspitze die Anzeigefläche 11 berührt.
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Die Darstellungsform der Schaltflächen 21, 22 kann je nach Zweckmäßigkeit angepasst werden. So kann, wie in 2a und 2c dargestellt, die erste Schaltfläche 21 der höheren Hierarchiestufe größer als die weiteren Schaltflächen 22 dargestellt werden, was insbesondere vorteilhaft ist, wenn die Auswahl der hiermit verknüpften Funktion besonders wahrscheinlich ist und/oder die weiteren Schaltflächen 22 zahlreich sind und beispielsweise untergeordnete Funktionen eines Untermenüs repräsentieren. Insbesondere können die Schaltflächen 21, 22 jede zweckdienliche Form annehmen, insbesondere einfache geometrische Formen wie Kreise, Dreiecke, Rechtecke oder Sechsecke, die bei einem Bedienvorgang mit einem Betätigungselement 30 leicht getroffen werden können und geometrisch in einfacher Art anzuordnen sind. Die Schaltflächen 21, 22 können ferner Ikonen, Logos, Piktogramme und einfache Beschriftungen umfassen.
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Erfindungsgemäß kann die Positionierung der ersten Schaltfläche 21 des Bedienmenüs 20 an den Koordinaten des Berührungspunktes 31, an dem das Betätigungselement 30 die berührungsempfindliche Anzeigefläche 11 berührt, ausgerichtet sein. Die Art der Ausrichtung kann anwendungspezifische Vor- und Nachteile haben und ist daher an die jeweilige Anwendung anpassbar, was anhand der 3a und 3b näher erläutert wird.
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In 3a ist schematisch ein solches Bedienmenü 20 dargestellt, dessen erste Schaltfläche 21 nicht direkt an der Position des Berührungspunktes 31, sondern dazu beabstandet angezeigt wird. Berührt der Benutzer mit einem Betätigungselement 30, hier seinem Zeigefinger, die berührungsempfindliche Anzeigefläche 11, so wird zunächst das Bedienmenü 20 links oberhalb seines Zeigefingers angezeigt. Dies hat zunächst den Vorteil, dass der Benutzer sofort das ganze Bedienmenü 20 einsehen kann, ohne sich selbst mit seiner Hand hierauf die Sicht zu verstellen.
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Wird das Bedienmenü 20 beispielsweise in einem Fahrzeug eingesetzt, so könnten bei schneller Fahrt oder auf holperiger Wegstrecke die Vibrationen des Fahrzeugs die Bedienung erschweren. Falls durch diese Vibrationen der Benutzer die Anzeigefläche 11 kurz darauf unbeabsichtigt ein zweites Mal berührt, würde durch die in 3a gezeigte Anordnung des Bedienmenüs 20 relativ zum Berührungspunkt 31 eine Fehlauslösung vermieden.
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In 3b ist schematisch ein weiteres Bedienmenü 20 dargestellt, dessen erste Schaltfläche 21 mit den Koordinaten des Berührungspunkts 31 des Betätigungselements 30 zusammenfällt. Ist die Umgebung, in der das erfindungsgemäße Verfahren angewendet wird, wenig vibrationsgefährdet, so kann in dieser Ausgestaltung die durch die Schaltfläche 21 der höheren Hierarchiestufe aktivierbare Funktion, die insbesondere die kontextspezifische Hauptfunktion ist, sehr schnell durch einen Doppelklick ausgelöst werden.
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Beim Betrieb in einem Fahrzeug können beide in 3a bzw. 3b gezeigten Varianten zum Einsatz kommen. Während sich das Ausführungsbeispiel aus 3a insbesondere für das Bedienen während der Fahrt eignet, kann das Ausführungsbeispiel aus 3b vorteilhafterweise beim Rangieren und Einparken eingesetzt werden.
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In den 4a bis 4d sind animierte Anzeigen eines Bedienmenüs 20 gemäß eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt. Nachdem die Berührung der berührungsempfindlichen Anzeigefläche 11 erfasst wurde, wird zunächst eine als Fahrzeug-Ikone ausgestaltete erste Schaltfläche 21 der höheren Hierarchiestufe angezeigt (4a). Oberhalb davon wird in 4b zunächst eine Schaltfläche 22 der niedrigeren Hierarchiestufe angezeigt, wonach dann im Uhrzeigersinn nach und nach rechts, unten und links von der ersten Schaltfläche 21 weitere Schaltflächen 22 angezeigt werden (4c und 4d).
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Eine Animierte Darstellung kann insbesondere gewählt werden, wenn ein kontextspezifisches Bedienmenü 20 erstmalig angezeigt wird, um den Benutzer mit den zu den Schaltflächen 21, 22 gehörigen auswählbaren Funktionen vertraut zu machen und Fehlauslösungen zu verhindern. Ferner kann eine analoge Animation beim Ausschalten gewählt werden, beispielsweise wenn nach Betätigung einer Schaltfläche 21, 22 oder nach einem Time-Out, d. h. nach Ablauf eines bestimmten Zeitintervalls ohne Bedienaktivität, das Bedienmenü 20 erfindungsgemäß wieder ausgeblendet wird. Hierbei könnte dem Benutzer die Möglichkeit gegeben werden, das Ausschalten des Bedienmenüs 20 während der Animation durch eine nochmalige Bedienaktion zu unterbrechen, beispielsweise, wenn mehrere Bedienaktionen nacheinander geplant sind.
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In 5a bis 5c ist ein Nutzungsszenario des erfindungsgemäßen Verfahren in einer Anwendung in einem Fahrzeug dargestellt. Während des Einparkens seines Fahrzeugs lässt sich der Fahrer Ausgabeinhalte 23a einer visuellen Einparkhilfe auf der berührungsempfindlichen Anzeigefläche 11 anzeigen (5a). In der linken Hälfte ist schematisch das Fahrzeug dargestellt sowie ein vorderer Sektor 24a, ein hinterer Sektor 24c, ein rechter Sektor 24b und ein linker Sektor 24d, die er mittels Kameras überwachen kann. Die gegenwärtig gewählte Kameraeinstellung entspricht der Sicht nach hinten, was durch die schraffierte Darstellung des hinteren Sektors 24c dargestellt wird. Das entsprechende Kamerabild wird auf der rechten Hälfte der Anzeigefläche 11 angezeigt.
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Möchte der Fahrer, wie in 5b dargestellt, nun die Kameraansicht ändern, so berührt er mit einem Betätigungselement 30, hier seiner Fingerspitze, die berührungsempfindliche Anzeigefläche 11 an einem beliebigen Berührungspunkt 31. Der Fahrer kann dabei insbesondere auf die freie Fläche tippen, auf der die Parklücke dargestellt wird, um das Bedienmenü 20 möglichst ohne visuelle Beeinträchtigung einsehen zu können. Daraufhin werden ihm die Schaltflächen 21, 22a–22d des Bedienmenüs 20 angezeigt. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Schaltflächen 21, 22a–22d derart an dem Berührungspunkt 31 ausgerichtet, dass dieser mit der ersten Schaltfläche 21 der höheren Hierarchiestufe zusammenfällt.
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Während über die weiteren Schaltflächen 22a–22d die Kameraansichten der vier Sektoren 24a–24d ausgewählt werden können, stellt die erste Schaltfläche 21 die Funktionsauswahl der Hauptfunktion dar, die durch einen Doppelklick auf der berührungsempfindlichen Anzeigefläche 11 besonders schnell auswählbar ist.
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Im Ausführungsbeispiel stellt die Hauptfunktion eine Einparkhilfe dar, die mit einem animierten Liniendiagramm um das Heck des Fahrzeugs herum auf mögliche Hindernisse hinweist. Hat der Fahrer in 5c wie zuvor beschrieben mit einem Doppelklick diese Hauptfunktion ausgewählt, so werden ihm die zur Hauptfunktion entsprechenden Ausgabeinhalte 23b auf der Anzeigefläche 11 dargestellt. Erfindungsgemäß wird das Bedienmenü 20 nach Betätigung der Schaltfläche 21 automatisch wieder ausgeblendet. Mögliche Hindernisse, die einen Mindestabstand zum Fahrzeug unterschreiten, könnten dem Fahrer beispielsweise durch zusätzliche Warnhinweise auf die Anzeigefläche 11 eingeblendet werden oder auch zusätzlich akustisch signalisiert werden.
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Die gezeigten Ausführungsbeispiele werden vornehmlich für die Anwendung in einem Fahrzeug motiviert. Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben einer Bedienvorrichtung sowie die Benutzung der erfindungsgemäßen Bedienvorrichtung ist aber nicht auf den Einsatz in einem Fahrzeug beschränkt. Das Verfahren eignet sich für jegliche Art von Bedienvorrichtungen mit berührungsempfindlichen Anzeigeflächen 11, insbesondere wenn hierauf viele verschiedene Anwendungsprogramme 15 mit kontextspezifischen Bedienfunktionen zu steuern sind und/oder die Bereitstellung eines Sofortmenüs an beliebiger Stelle vorteilhaft ist, beispielsweise für Bedienvorrichtungen mit großen Anzeigeflächen, die von mehreren Benutzern gleichzeitig bedient werden oder die in Teilbereichen außerhalb der Reichweite eines einzelnen Benutzers liegen.
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Bezugszeichenliste
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- 10
- Bedienvorrichtung
- 11
- Anzeigefläche
- 12
- Steuervorrichtung
- 13
- Speichereinheit
- 14
- Schnittstelle
- 15
- Anwendungsprogramm
- 16
- Funktionseinrichtung
- 17
- Bilderfassungsmittel
- 20
- Bedienmenü
- 21
- erste Schaltfläche der höheren Hierarchiestufe
- 22
- weitere Schaltflächen
- 22a–d
- weitere Schaltflächen
- 23
- Ausgabeinhalte
- 23a, b
- weitere Ausgabeinhalte
- 24a–d
- Sektoren
- 30
- Betätigungselement
- 31
- Berührungspunkt
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102006061778 A1 [0004]