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Hintergrund
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Die
vorliegende Offenbarung bezieht sich auf das Gebiet der Arzneimittelmodelierung.
Im Einzelnen bezieht sich die vorliegende Offenbarung auf die Modellierung
der pharmakodynamischen Wirkung eines oder mehrerer Medikamente,
die einem Patienten verabreicht werden.
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In
der Notaufnahme oder im Operationssaal muss ein Anästhesist
den Zustand des Patienten einschätzen
und die anästhetische
Therapie unter Verwendung einer breiten Vielfalt verschiedener medizinischer
Vorrichtungen anpassen. Diese Vorrichtungen weisen untereinander
häufig
eine beschränkte Eignung
zur Kommunikation auf, die zu einer unvollständigen Beschreibung des Zustandes
des Patienten gegenüber
dem Anästhesisten
führt.
Ein klinischer Arzt muss demnach das Niveau der Sedierung, der Analgesie
und der neuromuskulären
Blockade, den drei physiologischen Komponenten der Anästhesie,
an dem Patienten in Abhängigkeit
von der Berücksichtigung
der verabreichten Arzneimittel und der anästhetischen Wirkungen, die
diese Arzneimittel alleine oder in Kombination miteinander hervorrufen, verfolgen.
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Die
Praxis der intraoperativen Anästhesie beinhaltet
typischerweise das Verabreichen von Sedativa, Analgetika und neuromuskulärer blockierenden
Medikamenten oder Substanzen an einen Patienten. Diese Medikamente
kontrollieren das Niveau des Bewusstseins, des Schmerzempfindens
und der neuromuskulären Blockade
des Patienten. Typischerweise weist jedes Medikament ein pharmakokinetisches
(PK) Modell auf, das beschreibt, wie der Körper mit dem Medikament umgeht,
und ein pharmakodynamisches (PD) Modell, das die Wirkung beschreibt,
die das Medikament hervorruft, wenn es mit dem Körper in Wechselwirkung tritt.
Im Einzelnen stellt das PK-Modell dar, wie das Medikament vom Körper des
Patienten aufgenommen, verteilt und beseitigt wird. Das PD-Modell
approximiert die Wirkung des Arzneimittels innerhalb des Patienten über die Zeit
hinweg. Diese Modelle sind üblicherweise
getrennt voneinander in Abhängigkeit
von demographischen Standarddaten des Patienten, wie etwa Geschlecht,
Alter, Körpergröße und -gewicht
abgeleitet worden. In einer klinischen Situation werden jedoch typischerweise
mehrere Medikamente gemeinsam angewandt. Die Wechselwirkungen zwischen
diesen Medikamenten können
additiv sein und eine Gesamtwirkung erzeugen, die gleich der Summe
der einzelnen Wirkungen ist; sie können auch synergistisch sein
und eine größere Gesamtwirkung
als die Summe der einzelnen Medikamentenwirkungen aufweisen; oder
sie können
aber auch antagonistisch sein und eine geringere Gesamtwirkung als
die Summe der einzelnen Medikamentenwirkungen erzeugen.
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Anzeigen
können
dem Arzt sowohl den PK- als auch den PD-Graphen in Echtzeit anzeigen. Diese
Anzeige ist jedoch infolge der Wechselwirkungen der verabreichten
Medikamente in ihrer Fähigkeit
beschränkt,
Informationen hinsichtlich der gesamten Anästhesie des Patienten darzustellen.
Demnach ist ein verbessertes System und Verfahren zum Modellieren
und Anzeigen der pharmakodynamischen Wirkungen von Arzneimitteln
wünschenswert.
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Kurze Offenbarung
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Hierin
sind Systeme und Verfahren zur Modellierung der pharmakodynamischen
Wirkung von Medikamenten, die einem Pati enten verabreicht werden,
genauer offenbart. Ein Verfahren zur Modellierung der pharmakodynamischen
Wirkung von Medikamenten, die einem Patienten verabreicht werden, enthält das Gewinnen
einer ersten Medikamentenkonzentration, einer zweiten Medikamentenkonzentration
und einer dritten Medikamentenkonzentration. Ein erstes Modell wird
auf die erste Medikamentenkonzentration und die zweite Medikamentenkonzentration
angewandt. Das erste Modell modelliert eine erste pharmakodynamische
Wirkung, die der Wechselwirkung zwischen dem ersten Medikament und dem
zweiten Medikament zugeordnet werden kann. Ein zweites Modell wird
auf die zweite Medikamentenkonzentration und die dritte Medikamentenkonzentration
angewandt. Das zweite Modell modelliert eine zweite pharmakodynamische
Wirkung, die der Wechselwirkung des zweiten Medikamentes und des dritten
Medikamentes zugeordnet werden kann. Der erste pharmakodynamische
Effekt wird mit dem zweiten pharmakodynamischen Effekt verglichen,
um festzustellen, welches von dem ersten Modell oder dem zweiten
Modell das dominante pharmakodynamische Modell ist, das auf einer
graphischen Anzeige dargestellt wird.
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In
einer alternativen Ausführungsform
eines Verfahrens zum Anzeigen einer sichtbaren Darstellung der pharmakodynamischen
Wirkung von anästhetischen
Medikamenten, die einem Patienten verabreicht werden, enthält das Verfahren
das Gewinnen einer ersten Anästhesiemittelkonzentration,
einer zweiten Anästhesiemittelkonzentration
und einer dritten Anästhesiemittelkonzentration.
Die erste Anästhesiemittelkonzentration
und zweite Anästhesiemittelkonzentration
werden einem ersten pharmakodynamischen Modell zugeführt, um
eine erste pharmakodynamische Wirkung zu modellieren, die der ersten
Anästhesiemittelkonzentration
und der zweiten Anästhesiemittelkonzentration
zugeordnet werden kann. Die dritte Anästhesiemittelkonzentration wird
einem zweiten pharmakodynamischen Modell zugeführt, um eine zweiten pharmakodynamische Wirkung
zu modellieren, die der dritten Anästhesiemittelkonzentration
zugeordnet werden kann. Danach wird festgestellt, welches von dem
ersten und zweiten Modell das dominante pharmakodynamische Modell
ist, indem die erste pharmakodynamische Wirkung und die zweite pharmakodynamische
Wirkung verglichen werden. Das dominante pharmakodynamische Modell
wird auf einer graphischen Anzeige angezeigt.
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Außerdem wird
hierin ein System zur Modellierung der pharmakodynamischen Wirkung
von Anästhesiemitteln,
die einem Patienten verabreicht werden, offenbart. Das System enthält ein Verabreichungssystem
für ein
intravenöses
(IV) Anästhesiemittel,
wobei das Verabreichungssystem zur Verabreichung eines ersten Anästhesiemittels
an den Patienten angeschlossen ist. Das IV-Anästhesiemittelverabreichungssystem
enthält
einen Monitor, der eine dem Patienten verabreichte erste Anästhesiemittelmenge
misst. Ein Anästhesiegasverabreichungssystem
ist an den Patienten angeschlossen, um diesem ein zweites Anästhesiemittel
zu verabreichen. Das Anästhesiegasverabreichungssystem
enthält
einen Monitor, der eine Menge des zweiten Anästhesiemittels misst, die einem
Patienten verabreicht wird. Eine Modelldatenbank enthält ein erstes und
ein zweites Medikamentenwechselwirkungsmodell. Das erste und das
zweite Medikamentenwechselwirkungsmodell modellieren die pharmakodynamische
Wirkung, die ein Patient durch ein oder mehrere Anästhesiemittel
erfährt.
Eine Verarbeitungseinheit ist mit dem IV-Anästhesiemittelverabreichungssystem
verbunden, um die erste Anästhesiemittelmenge
zu empfangen. Die Verarbeitungseinheit ist mit dem Anästhesiegasverabreichungssystem
verbunden, um die zweite Anästhesiemittelmenge
zu empfangen. Die Verarbeitungseinheit ist weiterhin mit der Modelldatenbank
verbunden, um das erste Medikamentenwechselwirkungsmodell und das zweite
Medikamentenwechselwirkungsmodell zu empfangen. Die Verarbeitungseinheit
empfängt
weiterhin eine zusätzliche
Anästhesie mittelmenge,
die für
eine Menge eines zusätzlichen
Anästhesiemittels kennzeichnend
ist, das dem Patienten zugeführt wird.
Die Verarbeitungseinheit ist mit einem Computer lesbaren Code ausgestattet,
um die empfangene Menge des ersten Anästhesiemittels und die empfangene
Menge des Anästhesiegases
dem ersten Medikamentenwechselwirkungsmodell zur Bestimmung einer
ersten pharmakodynamischen Wirkung auf den Patienten zuzuführen und
die empfangene zusätzliche
Anästhesiemittelmenge
dem zweiten Medikamentenwechselwirkungsmodell zur Bestimmung einer
zweiten pharmakodynamischen Wirkung auf den Patienten zuzuführen. Eine
Regeldatenbank enthält eine
Dominanzregel, und die Verarbeitungseinheit erhält die Dominanzregel aus der
Regeldatenbank und verwendet die Dominanzregel zum Vergleichen der
ersten pharmakodynamischen Wirkung und der zweiten pharmakodynamischen
Wirkung, um ein dominantes Wechselwirkungsmodell zu bestimmen. Eine
graphische Anzeige ist mit der Verarbeitungseinheit verbunden, und
die graphische Anzeige empfängt
das festgestellte dominante Wechselwirkungsmodell und stellt die
pharmakodynamische Wirkung gemäß dem dominanten
Wechselwirkungsmodell dar.
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Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Die
Zeichnungen:
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1 ist
ein Systemdiagramm, das eine Ausführungsform eines Systems zur
Modellierung einer pharmakodynamischen Wirkung zeigt;
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2 ist
ein Systemdiagramm, das ein detaillierteres Ausführungsbeispiel eines Systems
zur Modellierung einer pharmakodynamischen Wirkung zeigt;
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3 ist
ein Flussdiagramm, das die Schritte eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens
zur Modellierung der pharmakodynamischen Wirkung der einem Patienten
verabreichten Medikamente zeigt;
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4 stellt
ein Ausführungsbeispiel
einer graphischen Anzeige zur Darstellung der pharmakodynamischen
Wirkung von Medikamenten dar.
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Detaillierte Offenbarung
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1 stellt
ein Ausführungsbeispiel
eines Systems 10 zur Modellierung der pharmakodynamischen
Wirkung von Medikamenten dar, die einem Patienten 12 verabreicht
werden. Das Ausführungsbeispiel
gemäß dem System 10 enthält ein intravenöses (IV)
Medikamentenverabreichungssystem 14, das einen oder mehrere
Beutel mit einem flüssigen
IV-Medikament 16 enthält,
die an eine IV-Pumpe 18 angeschlossen sind. Die IV-Pumpe 18 steuert
den Fluss des IV-Medikaments 16, mit dem sie verbunden
ist, über
einen Katheter 20 in den Patienten hinein. Die IV-Pumpe 18 steuert
den Fluss des IV-Medikaments 16 nicht nur, sondern überwacht
den Fluss des IV-Medikaments 16 auch so, dass über eine
Leitung 24 eine Menge des IV-Medikaments an einen Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 übermittelt werden
kann. Alternativ kann das IV-Medikamentenverabreichungssystem 14 ein
manuelles oder automatisiertes IV-Medikamenten-Spritzenverabreichungssystem
sein, wie es in Operationssaalumgebungen häufig zu finden ist. Der Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 kann
ein Spezialzweckcomputer, der zur Modellierung von Medikamentenwechselwirkungen
programmiert ist, oder ein Vielzweckcomputer sein, der mit einem
Computer lesbaren Code programmiert ist, um den Vielzweckcomputer in
die Lage zu versetzen, speziell die Funktionen der Modellierung
von Medikamentenwechselwirkungen auszuführen.
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Das
System 10 enthält
weiterhin ein Verabreichungssystem 26 für ein medizinisches Gas. Das Medizingasverabreichungssystem 26 enthält die Elemente,
die typischerweise für
die Verabreichung eines medizinischen Gases bekannt sind, einschließlich einer
oder mehrerer Quellen des medizinischen Gases. Die eine oder die
mehreren Quellen des medizinischen Gases können inhalierte anästhetische Gase,
Ausgleichsgase, wie etwa Stickstoff, oder Sauerstoff enthalten.
Das Medizingasverabreichungssystem 26 kann dem Patienten 12 ferner
Atemunterstützung
gewähren,
weil ein Patient, der Anästhetika enthält, infolge
des geschwächten
oder anästhetisierten
Zustandes des Patienten eine künstliche
Beatmung oder Atemhilfe benötigen
kann. Das medizinische Gas wird dem Patienten 12 über eine
Röhre 28 und
eine Y-Verbindung 30 verabreicht, die den Patienten mit
einem Einatmungszweig und einem Ausatmungszweig verbindet.
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In
der Y-Verbindung 30 oder um diese herum und typischerweise
in dem Ausatmungszweig oder nahe bei diesem kann ein Gassensor 32 angeordnet sein,
um die von dem Patienten 12 ausgeatmeten Gase zu untersuchen.
Die Konzentrationen der Gaskomponenten in dem ausgeatmeten Gas können bedeutende
Messwerte sein, wie sie zur Bestimmung der Menge des eingeatmeten
Anästhesiemittels
verwendet werden können,
das dem Patienten 12 zugeführt worden ist. Das Medizingasverabreichungssystem 26 ist über die
Leitung 34 mit einem Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 verbunden,
wobei der Gassensor 32 über
die Leitung 36 mit dem (nicht gezeigten) Gasmonitor verbunden
ist, der ein Modul des Medikamentenwechselwirkungscomputers 22 sein
kann. Wenn der Gasmonitor von dem Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 unabhängig ist,
werden nachfolgende Daten von dem Monitor anschließend zu
dem Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 übertragen.
Die Leitung 36 ermöglicht die
Weitergabe der Kon zentrationen des ausgeatmeten medizinischen Gases
an den Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 zur weiteren
Verarbeitung.
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Es
sollte erkannt werden, dass die Leitungen 24, 34 und 36,
wie sie in diesem Ausführungsbeispiel gezeigt
sind, beliebige Arten von Datenübertragungsleitungen
sein können,
die zur Weitergabe von Daten in einer klinischen Umgebung geeignet
sind. Alternativ können
die Leitungen 24, 34 und 36 auch durch
drahtlose Datenübertragungstechniken,
wie etwa Bluetooth, HF und Infrarot, jedoch ohne eine Beschränkung auf
diese, ersetzt werden.
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Während das
intravenöse
Medikamentenverabreichungssystem 14 und das Medizingasverabreichungssystem 26 hierin
für die
Abgabe von anästhetischen
Medikamenten an einen Patienten genauer beschrieben sind, sollte
jedoch weiterhin erkannt werden, dass hierin eine breite Vielfalt
von anderen Anästhetikaverabreichungssystemen
oder -techniken ebenfalls verwendet werden könnten. Diese anderen Anästhetikaverabreichungstechniken
können eine
Injekton oder einen Bolus eines anästhetischen Medikaments oder
ein oral verabreichtes Anästhesiemittel
enthalten. Bei diesen Ausführungsformen kann
der verabreichende Arzt die Menge des verabreichten Medikamentes
manuell in den Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 eingeben.
Diese weiteren Anästhesiemittelverabreichungstechniken sind
von den Hilfsmitteln umfasst, durch die dem Patienten Anästhesiemittel
verabreicht werden können, beschränken diese
aber nicht.
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Wenn
der Patient 12 eine anästhetische
Behandlung erhält,
beinhaltet die Anästhesie
typischerweise drei Komponenten von Anästhesiemitteln. Diese Anästhesiemittel
enthalten ein Analgetikum, ein Sedativum und einen neuromuskulären Blocker.
In Abhängigkeit
von den speziellen für
die Anästhesie verwendeten
Medikamenten kann der Patient von dem IV-Medikamentenverabrei chungssystem 14 und dem
Medizingasverabreichungssystem 26 jeweils ein oder mehrere
Medikamente erhalten. Weiterhin kann der Patient die Anästhesiemittelkomponenten in
einer bestimmten Reihenfolge erhalten, die zu verschiedenen Zeitpunkten
unterschiedliche Kombinationen erzeugt, etwa um den Patienten in
der richtigen Weise durch die drei Phasen der Anästhesie zu führen, nämlich den
Eintritt, die Aufrechterhaltung und den Austritt. Außerdem kann
der Anästhesist
dem Patienten 12 in Abhängigkeit
von den Eigenschaften der Behandlung, des Patienten und der gewünschten Anästhesie
ein oder mehrere Medikamente aus jeder der Anästhesiekomponenten verabreichen.
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Gewöhnlich in
der Anästhesie
verwendete Analgetika können
Opioide, wie etwa die Fentantyl-Familie enthalten. Diese Medikamentenfamilie enthält Remifentanil,
Fentanyl, Sufentanil und Alfentanil. Die Mitglieder dieser Medikamentenfamilie
werden typischerweise entweder als Bolus oder als Infusion intravenös verabreicht.
Ein oder mehrere dieser Analgetika können mit einem Sedativum kombiniert werden,
um eine anästhetische
Wirkung zu erzeugen. Das Sedativum kann intravenös verabreichtes Propofol oder
Thiopental enthalten, kann aber auch inhalierte sedative Gase, wie
etwa Sevofluran, Isofluran, Desfluran, Enfluran, Halothan oder Distickstoffmonoxid
(N2O) enthalten. Es sollte auch erkannt
werden, dass dem Patienten ein neuromuskuläres Blockademittel, z. B. Rucoronium,
Vecuronium, Pancuronium und Mivacurium, als Teil der verschriebenen Anästhesie
ebenfalls verabreicht werden kann. Das hier offenbarte Beispiel
konzentriert sich jedoch zur detaillierteren Offenbarung auf die
Wechselwirkung zwischen analgetischen und sedativen Medikamenten.
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Obwohl
ein anästhetisches
Medikament als ein Analgetikum, ein Sedativum oder neuromuskuläres Blockademittel
bezeichnet werden kann, muss erkannt werden, dass jedes dieser Medikamen te auch
pharmakodynamische (PD) Wirkungen in mehr als einer oder in allen
drei Komponenten der Anästhesie
hervorrufen kann. Zum Zwecke der Einfachheit der Klassifizierung
und Beschreibung wird jedoch eine Primärwirkung jedes der Medikamente verwendet,
um die Medikamente innerhalb der Begriffe dieser Beschreibung zu
klassifizieren. Wie hierin weiter genau beschrieben ist, können die
zusätzlichen
anästhetischen
Wirkungen dieser Medikamente unterschiedliche PD-Wirkungen bei der
Sedierung, Analgesie oder neuromuskulären Blockade des Patienten
in Abhängigkeit
davon hervorrufen, ob diese Medikamente alleine oder in Verbindung
mit weiteren Medikamenten wirken.
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Während 1 das
System darstellt, das zur Verwendung in einer kritischen oder Intensivmedizinumgebung
eingerichtet ist, könnten
in einer Operationssaalumgebung die IV-Pumpen 18 durch
Spritzenpumpen und das Medizingasverabreichungssystem 26 durch
eine Anästhesiemaschine
ersetzt werden, die die notwendige Beatmung und überwachende Unterstützung bietet.
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2 ist
ein detaillierteres Systemdiagramm des Medikamentenwechselwirkungscomputers 22. Der
Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 enthält eine
Verarbeitungseinheit 40. Die Verarbeitungseinheit 40 kann
ein Mikroprozessor oder eine andere Art von Steuerung sein, die
mit einem Computer lesbaren Code programmiert ist, um die Verarbeitungseinheit 40 in
die Lage zu versetzen, speziell die Funktionen eines Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 erfüllen. Die
Verarbeitungseinheit 40 empfängt über eine Leitung 24 eine
IV-Medikamentenmenge 42 von einer IV-Pumpe 18,
wie es in 1 dargestellt ist. Außerdem kann
die Verarbeitungseinheit 40 eine zusätzliche IV-Medikamentenmenge 44 erhalten,
wenn der Patient eine Anästhesie
unter Verwendung mehr als eines intravenösen Anästhesiemittels erhält. Die
Verarbeitungseinheit 40 empfängt weiterhin die Menge 46 eines
gasförmigen Medikamentes.
Diese Anästhesie gasmenge
kann über
die Leitung 34 von dem Medizingasverabreichungssystem 26 empfangen
werden. Außerdem kann
die Verarbeitungseinheit 40 über die Leitung 36 in 1 die
Menge eines gasförmigen
Medikamentes oder eine Gaskonzentration von dem Gassensor 32 empfangen,
so dass die Menge des anästhetischen
Gases bestimmt werden kann, das dem Patienten 12 verabreicht
und von ihm zurückbehalten wird.
Wenn dem Patienten mehr als ein anästhetisches Gas gleichzeitig
verabreicht wird, kann die Verarbeitungseinheit 40 außerdem eine
zusätzliche Gasmedikamentenmenge 48 empfangen.
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Die
Verarbeitungseinheit 40 übernimmt die empfangene IV-Medikamentenmenge 42 und
die empfangene Gasmedikamentenmenge 46 und kann ein Verfahren
anwenden, wie es unten genauer beschrieben ist, um die empfangene
IV-Medikamentenmenge 42 und die empfangene Gasmedikamentenmenge 46 zu
verarbeiten. Die Verarbeitungseinheit 40 ist weiterhin
mit Datenbanken verbunden, die weitere Informationen an die Verarbeitungseinheit 40 liefern.
Während
diese Datenbanken als individuelle Einheiten innerhalb des Medikamentenwechselwirkungscomputers 22 dargestellt
sind, wird erkannt, dass diese Datenbanken auch Teil derselben Datenbank
sein oder von dem Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 extern,
aber mit dem Medikamentenwechselwirkungscomputer 22 in
einer Art von Kommunikation verbunden sein könnten, wie etwa über Kommunikationsnetze,
z. B. ein LAN-Netz oder das Internet.
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Die
Verarbeitungseinheit 40 ist mit einer Datenbank von Umwandlungsfunktionen 50 verbunden. Die
Umwandlungsfunktionen, die in der Datenbank 50 gespeichert
sind, werden unten genauer beschrieben, sind jedoch Funktionen,
die zum Umrechnen bzw. Umwandeln der empfangenen Anästhesiemittelmengen
von der Menge des tatsächlichen
Anästhesiemittels,
das dem Patienten verabreicht worden ist, in eine virtuelle Menge
oder Konzentration eines Anästhesiemittels,
für das
ein Medikamentenwechselwirkungsmodell vorliegt, verwendet werden,
wenn für
das spezielle Anästhesiemittel,
das dem Patienten tatsächlich
verabreicht worden ist, kein Medikamentenwechselwirkungsmodell vorhanden
ist.
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Die
Verarbeitungseinheit 40 ist auch mit einer Datenbank von
Medikamentenwechselwirkungsmodellen 52 verbunden. Die in
der Datenbank 52 gespeicherten Medikamentenwechselwirkungsmodelle sind
pharmakodynamische Modelle, die die pharmakodynamische (PD) Wirkung,
die der Patient infolge eines anästhetischen
Medikamentes oder einer Kombination von zwei oder mehr anästhetischen
Medikamenten spürt,
abschätzen
und vorhersagen. Die PD-Modelle, die auf die Modellierung der PD-Wirkung
einer Kombination von Anästhesiemitteln
gerichtet sind, können
als Medikamentenwechselwirkungsmodelle bezeichnet werden und unterschiedliche
mögliche
Kombinationen von Anästhesiemitteln betrachten.
Ein Medikamentenwechselwirkungsmodell kann z. B. für eine Kombination
aus einem bestimmten sedativen Medikament und einem bestimmten analgetischen
Medikament spezifisch sein.
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Die
Verarbeitungseinheit 40 ist weiterhin mit einer Modellbewertungsregeldatenbank 54 verbunden.
Die Modellbewertungsregeln, die in der Datenbank 54 zu
finden sind, können
Boolesche Regeln oder Regeln in Fuzzy-Logik enthalten, die von der Verarbeitungseinheit 40 auf
die Medikamentenwechselwirkungsmodelle angewandt werden können, um die
Medikamentenwechselwirkungsmodelle in der Medikamentenwechselwirkungsmodelldatenbank 52 zu
vergleichen, auszuwählen
und zu bewerten. Die Modellregeldatenbank 54 kann Auswahlregeln
zum Auswählen
der geeigneten Medikamentenwechselwirkungsmodelle in Abhängigkeit
von den empfangenen Anästhesiemittelmengen,
Dominanzregeln zum Auswählen
eines dominanten Modells für
die gegenwärtige
PD-Wirkung sowie
Validitätsregeln
zur Überprüfung enthalten,
um sicherzustellen, dass die angewandten Medikamentenwechselwirkungsmodelle gültige Ergebnisse
erzeugen. Die Modellbewertungsregeln werden von der Verarbeitungseinheit 40 verwendet,
um festzustellen, welches von einem oder mehreren Medikamentenwechselwirkungsmodellen, die
gegenwärtig
von der Verarbeitungseinheit verwendet werden, ein dominantes Modell
ist, das zum Modellieren der pharmakodynamischen Wirkung, die der
Patient erfährt,
verwendet werden sollte. Das erkannte dominante Modell 56 wird
danach auf einer graphischen Anzeige 38 dargestellt, wie
es in den 1 und 2 gezeigt
ist.
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3 stellt
ein Flussdiagramm eines Verfahrens 100 zum Modellieren
der pharmakodynamischen Wirkungen eines oder mehrerer Medikamente dar,
die einem Patienten verabreicht werden. In dem Verfahren wird in
dem Schritt 102 zuerst eine Menge eines intravenösen Medikamentes
erhalten, das dem Patienten verabreicht worden ist. Diese Medikamentenmenge
kann von einer IV-Pumpe erhalten werden oder anderenfalls von einem
Arzt eingegeben werden, wie etwa in dem Fall der Verabreichung einer
Injektion oder eines Bolus eines Medikaments an einen Patienten.
Der Schritt 102 kann weiterhin das Gewinnen weiterer intravenöser Medikamentenmengen enthalten,
die so viele Medikamente enthalten, wie dem Patienten intravenös verabreicht
worden sind.
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Das
Verfahren enthält
weiterhin den Schritt 104 des Erhaltens einer inhalierten
Medikamentenmenge. Diese kann von einem Medizingasverabreichungssystem
erhalten werden. Der Schritt 104 kann weiterhin das Erhalten
von inhalierten Medikamentenmengen weiterer inhalierter Medikamente
für so viele
inhalierte Medikamente enthalten, wie dem Patienten verabreicht
worden sind. Außerdem
kann der Schritt 104 weiterhin das Gewinnen einer ausgeatmeten
Medikamentenmenge oder -konzentration enthalten, wie etwa von einem
Gassensor, der mit dem Patienten ver bunden ist, um die Menge des
anästhetischen
Medikamentes, die dem Patienten verabreicht worden ist, und unter
Verwendung des von dem Patienten ausgeatmeten anästhetischen Medikamentes diejenige
Menge, die im Körper
des Patienten zurückgehalten
worden ist, zu bestimmen.
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Während das
Verfahren 100 so beschrieben worden ist, dass es die Schritte 102 des
Gewinnens einer intravenösen
Medikamentenmenge und des Schrittes 104 des Gewinnens einer
eingeatmeten Medikamentenmenge enthält, sollte erkannt werden, dass
alternative Ausführungsbeispiele
des Verfahrens das Erhalten einer Anästhesiemittelmenge von jeder
beliebigen anwendbaren Anästhesiemittelverabreichungstechnik
enthalten kann. Demnach können
in einigen Ausführungsformen
die Anästhesiemittel
nur durch Inhalation verabreicht werden, während die Anästhesiemittel
in anderen Ausführungsformen
nur auf intravenösem
Wege verabreicht werden. Es ist beabsichtigt, dass diese Beschreibung das
Verfahren nicht mit den Begriffen der speziellen verwendeten Anästhesiemittelverabreichungstechniken
beschränkt.
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Als
nächstes
werden in dem Schritt 106 die erhaltene intravenöse Medikamentenmenge 102 und die
erhaltene eingeatmete Medikamentenmenge 104 zum Berechnen
der Konzentration der erhaltenen Medikamente verwendet. Statt in
dem Schritt 106 die Konzentrationen der erhaltenen Medikamente
zu berechnen, können
alternativ auch die Medikamentenkonzentrationen selbst von einem Überwachungssystem
mit der Funktionalität
zur Bestimmung der Konzentration von Anästhesiemitteln im Blut des
Patienten gewonnen werden.
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Danach
werden in dem Schritt 108 anwendbare pharmakodynamische
(PD) Wechselwirkungsmodelle in Abhängigkeit von den intravenösen und eingeatmeten
Medikamenten, die dem Patienten verabreicht worden sind, erkannt.
Diese Identifizierung in dem Schritt 108 kann unter Verwendung
logischer Modellauswahlregeln aus der Modellbewertungsregeldatenbank 54 in 2 vorgenommen
werden. Die Wechselwirkungsmodelle können in der Medikamentenwechselwirkungsmodelldatenbank 52 in 2 gespeichert
sein. Die Wechselwirkungsmodelle können sich auf die sich ergebende
pharmakodynamische Wirkung beziehen, die von dem Patienten auf der
Grundlage eines einzigen Anästhesiemittels
oder einer Kombination von zwei oder mehr Anästhesiemitteln erfahren wird.
Wechselwirkungsmodelle können
für jede
aus einer Vielzahl von möglichen
Medikamentenkombinationen existieren, die dem Patienten verabreicht
werden könnten,
so dass diese Modelle die Wechselwirkungen des einen oder der mehreren
Anästhesiemittel,
die gerade verabreicht werden oder in dem Patienten noch vorhanden
sind, genau betrachten können.
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In
einer alternativen Ausführungsform
können
die Medikamentenwechselwirkungsmodelle nur die Modelle der gebräuchlichsten
Medikamentenwechselwirkungen enthalten. In dieser Ausführungsform
wendet das Verfahren die Schritte 110 bis 114 zur
Erzeugung einer virtuellen Medikamentenkonzentration an, die zu
den geforderten Medikamenten eines der Medikamentenwechselwirkungsmodelle passt,
indem das verabreichte Medikament in eine virtuelle Konzentration
eines Medikamentes umgerechnet bzw. umgewandelt wird, für das ein
Wechselwirkungsmodell vorliegt. In diesem Ausführungsbeispiel wird in dem
Schritt 110 die Zusatzmedikamentenmenge erhalten. Als nächstes wird
in dem Schritt 112 eine Medikamentenumwandlungsfunktion
auf die erhaltene Zusatzmedikamentenmenge angewandt. Dies ermöglicht in
dem Schritt 114 die Berechnung der virtuellen Medikamentenkonzentration.
Die virtuelle Medikamentenkonzentration aus dem Schritt 114 wird
danach in dem Schritt 108 zur Identifizierung des Wechselwirkungsmodells
verwendet, auf das die virtuelle Medikamentenkonzentration angewandt werden
kann.
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In
einem Beispiel dieser Ausführungsform können die
Medikamentenwechselwirkungsmodelle ein Modell für die Remifentanil-Propofol-Wechselwirkung
und ein Medikamentenwechselwirkungsmodell für die Remifentanil-Sevofluran-Wechselwirkung
enthalten. Dem Patienten wird dann eine Kombination des Sedativums
Desfluran und des Analgetikums Sufentanil verabreicht. Die Mengen
des verabreichten Desflurans und Sufentanils werden danach in dem
Schritt 110 gewonnen, wobei ein Medikamentenwechselwirkungsmodell
für diese
Medikamente nicht verfügbar
sein kann. In dem Schritt 112 wird eine Medikamentenumwandlungsfunktion
auf die erhaltene Desfluranmenge und die erhaltene Sufentanilmenge
angewandt, um das verabreichte Desfluran und das verabreichte Suphentanyl
in virtuelle Medikamentenkonzentrationen von Sevofluran bzw. Remifentanil
umzurechnen.
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Die
Umwandlungen innerhalb der Fluranfamilie von inhalierten Sedativa
können
unter Verwendung von auf die Äquivalenz
der minimalen alveolären
Konzentration (MAC) gestützte
Funktionen vorgenommen werden. Die MAC-Äquivalenz ist ein Messwert
der Stärke
eines inhalierten Mittels in Abhängigkeit
von der Konzentration des Mittels, die in der Lunge des Patienten
zur Erzeugung einer minimalen klinischen Wirkung benötigt wird.
Je stärker das
sedative Mittel ist, desto geringer ist die alveoläre Konzentration
dieses Mittels, die zur Erzeugung der klinischen Wirkung erforderlich
ist. Demnach können die
Medikamente innerhalb der Fluranfamilie so in eine virtuelle Konzentration
eines Medikamentes in dieser Familie (Sevoflurane) konvertiert werden, dass
diese virtuelle Konzentration in einem Medikamentenwechselwirkungsmodell
verwendet werden kann.
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In ähnlicher
Weise sind die Analgetika der Fentanylfamilie durch die MAC-Reduktion,
die jedes Medikament hervorruft, verwandt. Diese Opioide rufen die
Wirkung einer Verringerung der MAC der inhalierten Mittel hervor,
die für
die minimale klini sche Wirkung benötigt wird. Diese physiologische
Eigenschaft ist als die MAC-Reduktion bekannt und kann verwendet
werden, um die relative Stärke
bzw. die physiologischen Wirkungen der Medikamente innerhalb der
Fentanylfamilie zu vergleichen. Demnach können Medikamentenkonvertierungsfunktionen
in Abhängigkeit
von der Eigenschaft der Fentanylfamilie zur MAC-Reduktion verwendet
werden, um eine Menge eins beliebigen dieser Medikamente in eine virtuelle
Medikamentenkonzentration eines Medikamentes der Fentanylfamilie
(Remifentanil) umzuwandeln, für
das ein Medikamentenwechselwirkungsmodell vorliegt.
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Demnach
sind in dieser Ausführungsform weniger
Medikamentenwechselwirkungsmodelle erforderlich und es kann bereits
ein robustes System erstellt werden, das zur Modellierung der Wechselwirkungen
zwischen einer Vielzahl von Anästhesiemitteln
in der Lage ist. Während
hierin die Fluranfamilie von inhalierten Sedativa und die Fentanylfamilie von
Analgetika beschrieben worden sind, sollte jedoch erkannt werden,
dass auch für
andere Familien von Anästhesiemitteln ähnliche
Medikamentenumwandlungen vorgenommen werden können.
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Sobald
in dem Schritt 108 die anwendbaren Medikamentenwechselwirkungsmodelle
identifiziert worden sind, wird danach in dem Schritt jedes der identifizierten
anwendbaren Modelle 116 verwendet, um die PD-Wirkung in
Abhängigkeit
von jedem der identifizierten Modelle zu berechnen. Jedes der identifizierten
Modelle könnte
nur die PD-Wirkung enthalten, die einem oder mehreren der anästhetischen Medikamente
zugeordnet werden kann, die dem Patienten gerade verabreicht werden.
Weil die Medikamentenwechselwirkungsmodelle sich jeweils auf spezielle
Wechselwirkungen zwischen einem oder mehreren Medikamenten konzentrieren,
können
die PD-Wirkungen, die von den verschiedenen Modellen berechnet werden,
leicht voneinander verschieden sein, und deshalb muss in dem Schritt 118 ein
dominantes Medikamentenwechselwirkungsmodell bestimmt werden. In
dem Schritt des Bestimmens eines dominanten Modells können Dominanzregeln
aus einer Modellbewertungsregeldatenbank 54 verwendet werden,
die dabei helfen, festzustellen, welches der Modelle für die von
dem Patienten erfahrenen PD-Wirkung das dominante Modell ist. Die
Dominanzregeln aus der Modellbewertungsregeldatenbank können boolesche
Regeln oder Regeln der Fuzzy-Logik enthalten, die bei der Bestimmung
des dominanten Modells der PD-Wirkungen auf den Patienten helfen.
-
In
einer Ausführungsform
identifiziert die Dominanzregel das Modell, das dem größten Teil
der PD-Wirkung zugeordnet werden kann, als das dominante Modell.
In alternativen Ausführungsformen muss
ein Modell 90% oder mehr von der gesamten PD-Wirkung zugeordnet werden können, die
von dem Patienten erfahren wird, um als das dominante Modell festgestellt
zu werden. In noch anderen Ausführungsformen
kann die Dominanzregel einen Vergleich mit anderen klinischen Beobachtungen
oder gemessenen physiologischen Parametern enthalten. Es sollte
jedoch von einem Fachmann erkannt werden, dass zahlreiche weitere
Dominanzregeln verwendet werden könnten, um zwei oder mehr anwendbare
Medikamentenwechselwirkungsmodelle zu bewerten, wobei angenommen
wird, dass diese Regeln innerhalb des Bereiches dieser Offenbarung liegen.
-
Sobald
in dem Schritt 118 das dominante Modell bestimmt worden
ist, wird das dominante Modell in dem Schritt 120 auf einer
graphischen Anzeige dargestellt, wie etwa der graphischen Anzeige 38, wie
sie in den 1 und 2 gezeigt
ist.
-
In
einem weiteren Schritt des Verfahrens 100 können die
berechneten PD-Wirkungen für
jedes Modell aus dem Schritt 116 analysiert werden, um
in dem Schritt 122 ungültige
Modelle zu erkennen. Die Wechselwirkung bestimmter Medikamentenkombinati onen
kann dazu führen,
dass bestimmte Medikamentenwechselwirkungsmodelle ungültig werden, und
deshalb kann ein Schritt zur Erkennung jeglicher ungültiger Medikamentenwechselwirkungsmodelle erforderlich
sein.
-
Gültigkeitsregeln
können
verwendet werden, um zu erkennen, wann ein Medikamentenwechselwirkungsmodell
gültig
ist oder ungültig
geworden ist. Die Gültigkeitsregeln
können
für die
identifizierten Medikamentenwechselwirkungsmodelle Ungültigkeit
erzeugende Situationen erkennen, wie etwa bestimmte Kombinationen
von Medikamenten, das Vorhandensein der Kombination der tatsächlichen
Medikamente gegenüber
den berechneten virtuellen Konzentrationen oder zusätzliche
medikamentöse
Behandlungen, die der Patient erhalten kann. Weitere Beispiele für Gültigkeitsregeln
können
die Feststellung enthalten, ob die anwendbaren Medikamentenwechselwirkungsmodelle
nur eine Mehrheit bzw. einen Großteil der gesamten PD-Wirkung
berücksichtigen,
zwei oder mehr von den Medikamentenwechselwirkungsmodellen jeweils
wenigstens 10% der gesamten PD-Wirkung zugeordnet werden können oder
das festgestellte dominante Modell entweder weniger als zwei Mal
oder drei Mal größer als
die PD-Wirkung der anderen Medikamentenwechselwirkungsmodelle ist.
Es ist jedoch beabsichtigt, dass die vorangegangene Liste von Gültigkeitsregeln
nicht beschränkend
ist, sondern der gesamte Bereich anwendbarer Gültigkeitsregeln, wie er von
einem Fachmann erkannt würde,
innerhalb des Bereiches der vorliegenden Offenbarung liegt.
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Weitere
Ausführungsbeispiele
des Systems und des Verfahrens, wie sie hierin offenbart sind, können Dominanzregeln
oder Gültigkeitsregeln
verwenden, die auf die Konzentration (Ce) am Wirkungsort bzw. Effekt-Site-Konzentration
des Anästhetikumverabreichungskonzepts
gestützt
sind. Die wirksame Konzentration wird typischerweise als EC bezeichnet.
Die Kon zentration am Wirkungsort, die 50% der Maximalwirkung hervorruft,
wird als EC50 bezeichnet. In ähnlicher
Weise ist EC95 die Konzentration am Wirkungsort,
die 95% der Maximalwirkung hervorruft. Alternative Ausführungsformen
können diese
Werte der Konzentration am Wirkungsort, wie sie in 4 dargestellt
sind, berechnen, wie es hierin genauer beschrieben ist. In diesen
Ausführungsformen
können
Dominanzregeln, die die Wechselwirkungsmodelle in Abhängigkeit
von PD- oder PK-Berechnungen vergleichen, weiterhin dieses Konzept der
Konzentration am Wirkungsort enthalten. In ähnlicher Weise können in
einigen Ausführungsbeispielen
Modellgültigkeitsregeln
verwendet werden, wobei angenommen wird, dass ein oder mehrere Medikamentenwechselwirkungsmodelle
ungültig
sind, wenn die Konzentration am Wirkungsort unter den EC50- oder den EC95-Wert
sinkt.
-
4 stellt
eine Ausführungsform
der Informationsdarstellung auf einer graphischen Anzeige 38 dar.
In dieser Ausführungsform
ist die graphische Anzeige in vier Informationsbereiche unterteilt,
nämlich einen
Medikamenten- und Fluid-Bereich 200,
einen Sedierungsbereich 202, einen Analgesiebereich 204 und
einen neuromuskulären
Blockadebereich 206.
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In
dem Medikamenten- und Fluidbereich 200 wird eine Liste
der Medikamente und Fluide, die dem Patienten verabreicht worden
sind, zusammen mit einer sichtbaren Kennzeichnung der Zeit, zu der
die Medikamente verabreicht wurden, der Art der Verabreichung (d.
h. ob die Medikamente in einem Bolus oder in einer Infusion verabreicht
worden sind) und der Menge der verabreichten Medikamente bereitgestellt.
-
Unter
Bezug auf den Sedierungsbereich 202 werden als nächstes ein
pharmakokinetischer (PK) und ein pharmakodynamischer (PD) Graph
im Zusammenhang mit der Sedierung des Patienten angezeigt. Die Gesamtsedierung 208 ist
die pharmakodynami sche Wirkung, die der Patient infolge der Kombination
der sedativen und analgenetischen Medikamente erfährt. Die
pharmakokinetische Eigenschaft der Medikamente wird ebenfalls angezeigt.
Die pharmakokinetischen Graphen zeigen die Aufnahmeverteilung und
die Beseitigung bzw. den Abbau der Medikamente in Abhängigkeit
von ihrem spezifischen Modell. In dem Sedierungsbereich 202 sind
zwei verschiedene sedative Medikamente dargestellt, nämlich diejenigen
von Propofol und Sevofluran.
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Der
pharmakokinetische Graph 210 des Propofol zeigt, dass die
Gesamtsedierung des Patienten der Propofolkonzentration folgt, sobald
das Propofol erstmalig verabreicht wird, sofern es das einzige Medikament
ist, das dem Patienten gegenwärtig
verabreicht wird. Dies ändert
sich jedoch, wenn dem Patienten ein analgetisches Medikament, Fentanyl,
verabreicht wird, wie es von dem Fentanyl-PK-Graphen 212 in
dem Analgesiebereich 204 wiedergegeben wird. Zur Zeit der
Verabreichung des Fentanyl weicht die Gesamtsedierung 208 von
dem Propofol-PK-Graphen 210 ab, weil die Wechselwirkung
zwischen dem Fentanyl und dem Propofol eine stärkere Gesamtsedierung bewirkt
als diejenige, die allein dem Propofol zuzuordnen ist. Dementsprechend
bezeichnet an dem Bezugspunkt 214 die Zugabe des Fentanyl
und die sich ergebende Änderung
des PD-Graphen der Gesamtsedierung einen Wechsel des Medikamentenwechselwirkungsmodells,
das zur Berechnung der von dem Patienten erfahrenen Gesamtsedierung verwendet
wird. Vor dem Bezugspunkt 214 kann ein Medikamentenwechselwirkungsmodell
allein auf der Grundlage der Wirkungen des Propofol verwendet werden,
während
nach der Verabreichung von Fentanyl jedoch ein neues Medikamentenwechselwirkungsmodell
verwendet werden kann, das die PD-Wirkungen einer Kombination aus
Propofol und Fentanyl genau wiedergibt, um eine bessere Wiedergabe
der gesamten PD-Wirkungen der verabreichten Medikamente zu erzeugen.
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Als
nächstes
ist in dem Sedierungsbereich 202 zu sehen, dass dem Patienten
danach Sevofluran verabreicht wird, wie es durch den Sevofluran-PK-Graphen 216 wiedergegeben
ist. Während anfänglich beginnend
an dem Bezugspunkt 218 und bis zu dem Bezugspunkt 220 das
Sevofluran verabreicht wird, wird jedoch angenommen, dass das Propofol/Fentanyl-Medikamentenwechselwirkungsmodell
das dominante Modell für
die PD-Wirkungen ist, die der Patient erfährt, und es wird demnach für den gesamten
Sedierungsgraphen 208 verwendet. Als nächstes wird zwischen den Bezugspunkten 220 und 222 angenommen,
dass eines oder mehrere der anwendbaren Medikamentenwechselwirkungsmodelle,
nämlich
das Propofol/Fentanyl-Wechselwirkungsmodell oder das Sevofluran/Fentanyl-Wechselwirkungsmodell,
ungültig
ist, und demnach wird in dieser Ausführungsform kein Gesamtsedierungsgraph 208 dargestellt.
Die Gültigkeitssymbole,
die gültige 224 und
ungültige 226 Medikamentenwechselwirkungsmodelle
kennzeichnen, können
an diesen Bezugspunkten verwendet werden, um für einen Arzt die Zeiten zu
kennzeichnen, zu denen die Medikamentenwechselwirkungsmodelle gültig oder
ungültig
sind. Wie zuvor beschrieben kann die Gültigkeitsbestimmung auf eine
Menge von Regeln gestützt
sein, die zur Bewertung der Gültigkeit
und/oder Ungültigkeit bestimmter
Medikamentenwechselwirkungsmodelle in Abhängigkeit von den sich ändernden
Bedingungen festgelegt worden sind, denen der Patient ausgesetzt
ist. Danach beginnt an dem Bezugspunkt 222, wie es durch
das Gültigkeitssymbol 224 gekennzeichnet
ist, der Gesamtsedierungsgraph 208 von Neuem, sobald das
Sevofluran-Medikamentenwechselwirkungsmodell zu dem dominanten und
gültigen Modell
geworden ist, und setzt die Darstellung der gesamten pharamkodynamischen
Wirkung fort, die der Patient infolge der Sevofluran/Fentanyl-Wechselwirkung
erfährt.
-
Als
nächstes
wird dem Patienten Remifentanil zugeführt, wie es in dem Analgesiebereich 204 durch
das Einsetzen des Re mifentanil-PK-Graphen 228 dargestellt
ist. Dies fällt
mit dem Bezugspunkt 230 in dem Gesamtsedierungsgraphen 208 zusammen,
wobei die Gesamtsedierung zunimmt, um die Zufuhr dieses neuen analgetischen
Medikamentes wiederzugeben. Demnach kann sich das Medikamentenwechselwirkungsmodell
für die
Gesamtsedierung 208 an dem Bezugspunkt 230 erneut ändern, um
zu einem Sevofluran/Remifentanil-Medikamentenwechselwirkungsmodell
zu wechseln. In einer alternativen Ausführungsform, in der das Remifentanil-Medikamentenwechselwirkungsmodell
nicht verfügbar
war, kann das verabreichte Remifentanil in eine virtuelle Konzentration
von Fentanyl umgewandelt werden, und das zuvor verwendete Sevofluran/Fentanyl-Medikamentenwechselwirkungsmodell kann
weiter benutzt werden, um die berechnete Gesamtsedierung 208 wiederzugeben.
-
Es
sollte weiterhin erkannt werden, dass in dem Analgesiebereich 204 ein
Gesamtanalgesiegraph 232 ähnlich dem Gesamtsedierungsgraphen 208 in
dem Sedierungsbereich 202 dargestellt ist und Medikamentenwechselwirkungsmodelle,
die die Gesamtanalgesie berechnen, in dem Analgesiebereich 204 in ähnlicher
Weise verwendet werden, um die Gesamtanalgesie genau darzustellen,
der der Patient infolge der Kombination eines oder mehrerer Medikamente
mit analgetischer Wirkung ausgesetzt ist. Es muss erkannt werden,
dass eine ähnliche
Analyse, wie sie oben unter Bezug auf den Sedierungsbereich 202 und
den Gesamtsedierungsgraphen 208 beschrieben ist, auch auf
den Analgesiebereich 204 und den Gesamtanalgesiegraphen 232 anwendbar ist.
Obwohl das in 4 dargestellte Beispiel die
Verabreichung oder Analyse eines neuromuskulären Blockermittels nicht enthält, ist
dieses ebenfalls eine wichtige Komponente der Anästhesie eines Patienten, weswegen
zu erwarten ist, dass in Ausführungsbeispielen
auch neuromuskuläre
Blockademittel verabreicht und in dem Medikamenten- und Fluidbereich 200 dargestellt
werden können
und ein Graph, der die gesamte neuro muskuläre Blockade abbildet, sowie
PK-Graphen, die die Konzentration der neuromuskulären Blockademittel
wiedergeben, in dem neuromuskulären
Blockadebereich 206 enthalten sein können. Die Analyse und Anzeige
dieser Informationen in dem neuromuskulären Blockadebereich würde ebenfalls ähnlich der
zuvor oben unter Bezug auf den gesamten Sedierungsbereich 202 beschriebenen
erwartet werden. In einigen Ausführungsbeispielen
können
die Medikamentenwechselwirkungsmodelle auf eine einzige Komponente
der Anästhesie
beschränkt
sein, wie etwa die Sedierung, die Analgesie oder die neuromuskuläre Blockade,
während die
Medikamentenwechselwirkungsmodelle in anderen Ausführungsformen
jedoch zur Ableitung der Graphen der PD-Wirkung für einige
oder alle Komponenten der Anästhesie
anwendbar sein können.
-
Es
sollte erkannt werden, dass das System und/oder das Verfahren in
einigen Ausführungsbeispielen
des Systems und des Verfahrens, wie sie hierin offenbart sind, allein
durch die Verwendung eines Computers realisiert werden können. In
solchen Ausführungsbeispielen
können
die Elemente des Systems und/oder des Verfahrens aus einem oder mehreren
Programmen, Computerprogrammkomponenten oder Computerprogrammmodulen,
die von einem Mikroprozessor des Computers zur Durchführung der
beschriebenen Funktion ausgeführt
werden oder das beschriebene Systemelement darstellen, bestehen
oder durch diese ausgeführt
werden. Die technische Wirkung derartiger Ausführungsformen, die nur durch
die Verwendung eines Computers implementiert sind, besteht darin,
einem Arzt eine verbesserte Modellierung der pharmakodynamischen Wirkungen
zur Verfügung
zu stellen, denen der Patient ausgesetzt ist und die den Wechselwirkungen zwischen
einer Anzahl von anästhetischen
Medikamenten zugeordnet werden können.
-
Ein
System 10 und ein Verfahren 100 zur Modellierung
der pharmakodynamischen Wirkung von den einem Patienten 12 verabreichten
Medikamenten werden geschaffen. Das System 10 enthält eine
Modelldatenbank 52, die ein erstes und ein zweites Medikamentenwechselwirkungsmodell
enthält.
Eine Verarbeitungseinheit 40 bestimmt eine erste und eine
zweite pharmakodynamische Wirkung und verwendet eine Dominanzregel
zum Vergleichen der ersten und zweiten pharmakodynamischen Wirkung,
um ein dominantes Wechselwirkungsmodell zu bestimmen. Eine graphische
Anzeige 38, die mit der Verarbeitungseinheit 40 verbunden
ist, stellt das gefundene dominante Wechselwirkungsmodell dar. Das
Verfahren 100 enthält
die Schritte des Bestimmens einer ersten, zweiten und dritten Medikamentenkonzentration 106,
des Anwendens eines ersten Modells, das eine erste pharmakodynamische
Wirkung 116 modelliert, des Anwendens eines zweiten Modells,
das eine zweite pharmakodynamische Wirkung modelliert 116,
des Vergleichens der ersten mit der zweiten pharmakodynamischen
Wirkung, um festzustellen, welches von dem ersten und zweiten Modell
das dominante pharmakodynamische Modell ist 118, und des
Darstellens des gefundenen dominanten pharmakodynamischen Modells 120 auf
der graphischen Anzeige 38.
-
Diese
schriftliche Beschreibung verwendet Beispiele zur Offenbarung der
Erfindung, die die beste Art enthalten und einen Fachmann auch in
die Lage versetzen, die Erfindung umzusetzen und zu verwenden. Der
patentierbare Bereich der Erfindung ist durch die Ansprüche festgelegt
und kann weitere Beispiele enthalten, die Fachleuten einfallen.
Es ist beabsichtigt, dass derartige weitere Beispiele innerhalb
des Bereiches der Ansprüche
liegen, wenn sie strukturelle Elemente aufweisen, die nicht von
dem Wortlaut der Ansprüche
abweichen, oder äquivalente strukturelle
Elemente mit unwesentlichen Unterschieden gegenüber dem Wortlaut der Ansprüche aufweisen.
-
- 10
- System
- 12
- Patient
- 14
- IV-Medikamentenverabreichungssystem
- 16
- Flüssiges IV-Medikament
- 18
- IV-Pumpe
- 20
- Katheter
- 22
- Medikamentenwechselwirkungscomputer
- 24
- Leitung
- 26
- Medizingasverabreichungssystem
- 28
- Röhre
- 30
- Y-Verbindung
- 32
- Gassensor
- 34
- Leitung
- 36
- Leitung
- 38
- Graphische
Anzeige
- 40
- Verarbeitungseinheit
- 42
- IV-Medikamentenmenge
- 44
- Zusätzliche
IV-Medikamentenmenge
- 46
- Gasmedikamentenmenge
- 48
- Zusätzliche
Gasmedikamentenmenge
- 50
- Datenbank
- 52
- Medikamentenwechselwirkungsmodelldatenbank
- 54
- Modellbewertungsregeldatenbank
- 56
- Dominantes
Modell
- 100
- Flussdiagramm
- 102
- Schritt
- 104
- Schritt
- 106
- Schritt
- 108
- Schritt
- 110
- Schritt
- 112
- Schritt
- 114
- Schritt
- 116
- Schritt
- 118
- Schritt
- 120
- Schritt
- 122
- Schritt
- 200
- Medikamenten-
und Fluidbereich
- 202
- Sedierungsbereich
- 204
- Analgesiebereich
- 206
- Neuromuskulärer Blockadebereich
- 208
- Gesamtsedierung
- 210
- Propofol-PK-Graph
- 212
- Fentanyl-PK-Graph
- 214
- Bezugspunkt
- 216
- Sevofluran-PK-Graph
- 218
- Bezugspunkt
- 220
- Bezugspunkt
- 222
- Bezugspunkt
- 224
- Gültige Kennzeichnung
- 226
- Ungültige Kennzeichnung
- 228
- Remifentanil-PK-Graph
- 230
- Bezugspunkt
- 232
- Gesamtanalgesiegraph