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DE102009057211B3 - Vorrichtung zur Förderung von Schütt- und Stückgütern in Rohren - Google Patents

Vorrichtung zur Förderung von Schütt- und Stückgütern in Rohren Download PDF

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Abstract

Bei der Erfindung handelt es sich um eine Vorrichtung zur Förderung von Schütt- und Stückgut in Rohren. Die Förderung erfolgt in einem Rohr (1), in dem eine Schiene (2) als tragendes Bauteil für mehrere Wagen (5) angeordnet ist, die aus zwei stromleitenden Elementen (24, 25) und einem isolierenden Profilträger (9) besteht. Sie ist im oberen Scheitelpunkt des Rohres (1) befestigt. An den Wagen (5) befinden sich für das Schütt- oder Stückgut nach oben offene Behälter (6), die aus zwei Schalensegmenten (8) bestehen, die sich durch die Schwerkraft nach unten geschlossen halten und für das Entleeren gespreizt werden. Die Gelenke (3) der Schalensegmente (8) sind auf der rotationssymmetrischen Achse des Rohres (1) angeordnet.

Description

  • Es sind Kettenförderer für Schüttgut mit einer in einem Rohr laufenden Kette und daran befestigten Scheiben, die nahezu den gesamten Rohrquerschnitt ausfüllen, bekannt. Diese weisen eine Antriebsstation und eine Spannstation für die Kette auf. Alle Bereiche zwischen diesen Stationen können zur Förderung des Schüttgutes genutzt werden. In der Antriebsstation wird die Kette über das Antriebsrad und in der Spannstation über das Spannrad geführt. Vom Antrieb wird die gesamte Kraft zur Förderung auf die Kette übertragen.
  • Die an der Kette befindlichen Scheiben sind konzentrisch gestaltet und somit dem Rohrquerschnitt angepasst Sie reiben am Schüttgut und auf dem Rohrboden sowie an den Innenwänden bei Rohrbögen. Verhindert wird die direkte Reibung an der Rohrwand in geraden Abschnitten bei kurzen Förderwegen durch eine erhöhte Kettenspannung. Die Kette als Zugorgan bewegt sich somit nahezu in Rohrmitte und unterliegt im Rohr nicht dem direkten Verschleiß an der Rohrwand. Bei Rohrbögen setzt man gewöhnlich für die Kette Umlenkräder ein. Für die Rohrleitung, in der das Schüttgut von den Scheiben mitgeführt wird, gibt es zum Beispiel für den Übergang von einer steigenden in eine waagerechte Leitung spezielle Umlenkstationen mit zwei Umlenkrädern, damit sich das Schüttgut nicht im Radkasten ansammelt. Nur bei kurzen Förderwegen und großen Radien kann auf Umlenkräder wegen vermindert auftretenden radial gerichteten Umlenk- und tangential gerichteten Reibungskräften verzichtet werden.
  • Mit derartigen Kettenförderern sind Förderwege bis circa 50 m realisierbar, mit Umlenkrädern oder bei ausschließlich geraden Strecken sind es maximal 100 m. In vielen Industriebetrieben sind jedoch längere Distanzen zu überwinden. Aus diesem Grund werden pneumatische Förderanlagen verwendet, die jedoch ein Vielfaches an Energie für gleiche Förderaufgaben benötigen.
  • Nicht geeignet sind derartige Kettenförderer mit Scheiben als Mitnehmer für Stückgüter. Durch die Reibung an der Rohrwand würde das Stückgut hohem Abrieb ausgesetzt sein.
  • Für Stückgüter, die durch Rohre gefördert werden, gibt es auch pneumatische Förderanlagen, die so genannten Rohrpostanlagen. Die Patronen, in denen die Stückgüter eingeschlossen sind, müssen zum Beladen und Entleeren manuell bedient werden. Über Rohrweichen gelangen die Patronen von einem Sendeort an das vorher gewählte Ziel. Pneumatisch angetriebene Patronen haben den Nachteil, dass durch die Reibung der Dichtelemente an der Rohrwand die Patronen starker Abrieb ausgesetzt sind und deshalb bei ständigem Betrieb in kurzfristigen Abständen zu erneuern sind. Aus diesem Grund eignen sich diese Anlagen nur für Stückgüter mit geringem Gewicht. Es ist ein hoher spezifischer Energiebedarf erforderlich und keine Rückgewinnung an elektrischer Energie möglich.
  • Es sind auch Plane bekannt, Stückgüter oder sogar Personen in Kabinen einzuschließen und diese auf Rädern und eventuell auch auf Schienen durch Rohrleitungen zu fahren. Diese Pläne richteten sich auf längere Strecken zwischen einzelnen Orten. Für eine vorhandene Infrastruktur auf hohem Niveau, wie sie zum Beispiel in Deutschland vorliegt, besteht jedoch in absehbarer Zeit keine Notwendigkeit, Bahnstrecken durch eine derartige alternative Technologie zu ergänzen oder gar zu ersetzen.
  • Weiterhin sind Hängebahnen, meistens als Einschienenbahn bekannt, die mit an Wagen hängenden Aufnehmern, Kapseln oder Kabinen Stückgüter und auch Personen befördern. Derartige Bahnen sind in der Regel offen, also ohne Umkleidung der Schienen und Wagen. Ein bekanntes Beispiel einer derartigen Bahn steht in Wuppertal. Diese Bahnen haben den Vorteil eines autarken Antriebes und können damit so weit fahren wie das Schienennetz und die Energieversorgung reicht. Die Nachteile einer zentral angeordneten Antriebsstation entfallen. Offene Bahnen weisen jedoch durch die bewegten Elemente eine erhöhte Unfallgefahr auf. Insbesondere bei Schüttgütern kommt es beim Füllen und Entleeren zur Staubentwicklung. Weiterhin ist bei geöffneten Kapseln das Fördergut den Umwelt- und Witterungsbedingungen ausgesetzt. Für Stück- und Schüttgüter, die unter schützenden Bedingungen im kontinuierlichen Betrieb zu fördern sind, wie zum Beispiel giftige oder chemisch aggressive, die mit einem Schutzgas unter Druck zu setzen sind, eignen sich offene Hängebahnen nicht. Hierfür verwendet man wiederum pneumatische Förderanlagen, die das Schutzgas gleichzeitig als Treibgas nutzen. Trotz des erhöhten Energiebedarfes hat sich in vielen Industriezweigen deshalb die pneumatische Förderung von Schüttgütern durchgesetzt. Ein Grund dafür ist auch, dass analog zu der Förderung von Flüssigkeiten und Gasen die bestehenden Rohrtrassen verwendbar sind.
  • In der Druckschrift DE 32 04 536 A1 wird eine gleislose elektrische Rohrzugbahn beschrieben. Die Räder der Fahrwerke rollen auf der Innenwand des Rohres. Aufgesattelte Container umschließen das Frachtgut. Die Stromzuführung erfolgt über Stromschienen. Dabei wurde erkannt, dass eine Anordnung der Stromschienen im oberen Bereich des Rohres gegen Verschmutzung vorteilhaft ist. Das Rohr dient somit über die gesamte Länge als tragendes Bauteil für die Fahrwerke und die Stromschienen. Das hat den Nachteil, dass die Werkstoffauswahl für das Rohr sehr eingeschränkt ist. Es unterliegt dem Verschleiß durch die Räder und muss isolierende Eigenschaften für die Stromschienen besitzen. Nachteilig ist weiterhin, dass die Container für Schüttgut nicht während der Fahrt beladen und entladen werden können.
  • In der Druckschrift DE 1 505 981 wird ein Fördersystem beschrieben, das speziell für große Massenströme konzipiert ist. Aufgeführt werden Beispiele zum Beladen und Entladen von Schiffen sowie für den untertägigen Kohletransport von Abbaustätten. Für die Förderung von Schüttgut wurde damit eine Lösung gefunden, ohne Fahrtunterbrechung die Behälter selbständig an einer bestimmten dafür vorgesehenen Stelle zu beladen und an einer entsprechenden anderen wieder zu entladen. Einzelne Wagenzüge nehmen nach dem Öffnen eines Klappenverschlusses das Schüttgut auf. Um die Wagen wieder zu entleeren, sind die für die Räder vorgesehenen Fahr- und Führungsschienen sowie die Stromschienen wendelförmig an der Innenwand des Rohres um 180° gedreht vor und nach der Entleerung zu führen. Ein Nachteil besteht darin, dass mehrere Schienen zueinander und zum Rohr nicht nur auf geraden Strecken auszurichten sind. Es erfordert einen hohen Aufwand, um die erforderliche Präzision zu erreichen. Bei begehbaren Rohren, wie sie in der Druckschrift erwähnt werden, mag dieser Aufwand im Verhältnis zur Anwendung in vertretbaren Grenzen liegen. Nicht ordnungsgemäß ausgerichtete Schienen verursachen Verspannungen, starken Verschleiß und höhere Antriebsleistungen. Ein weiterer Nachteil ergibt sich aus der Vielzahl funktionsbestimmender Elemente. Ein Einbau von Weichen wird schwierig. Bei kleineren Rohren würde das Eindringen von Rieselgut schnell zu Funktionsstörungen führen. Die Wagen klemmen dann in dem Schienensystem und fahren fest. Die beschriebene Lösung kann deshalb im Vergleich zu anderen bereits oben erwähnten Rohrförderern in dem Kostenrahmen nicht beliebig miniaturisiert werden. Ebenso nachteilig ist die Anordnung der Stromschienen im unteren Scheitelpunkt des Rohres. Ablagerungen stören die Übertragung des Stromes. Insgesamt ist für kleinere Nennweiten, die nicht einfach durch Begehung oder maschinell zu reinigen sind, diese Lösung aus den vorgenannten Gründen ungeeignet.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Förderung von Schütt- und Stückgut in Rohren zu entwickeln, die im Vergleich zu allen gegenwärtig bekannten und angewandten mechanischen sowie pneumatischen Rohrförderem durch geringeren Energiebedarf und Verschleiß, die Qualitätserhaltung des Produktes während der Förderung sowie für maximal erreichbare Förderentfernungen und minimale Kosten überlegen ist.
  • Die Aufgabe wird durch die angegebenen Merkmale in dem kennzeichnenden Teil der Vorrichtung im Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind mit den weiteren Ansprüchen 2 bis 5 aufgezeigt.
  • In den Rohren rollen Wagen mit angetriebenen und nicht angetriebenen Rädern an einer für mehrere Wagen tragenden Schiene entlang. Die Schiene führt elektrischen Strom und ist vorzugsweise mit einem isolierenden Profilträger im oberen Bereich des Rohres angeordnet. Für die Stromführung sind für die Schiene mindestens zwei stromleitende Elemente erforderlich, die vorteilhafter weise für die Räder der Wagen als Fahr- und Führungsbahnen dienen. Sie sind vorzugsweise übereinander auf der vertikalen Symmetrieachse angeordnet. Der isolierende Profilträger liegt mit einem Teilstück zwischen den stromleitenden Elementen der Schiene. Die kombinierte Anordnung hat den Vorteil, dass die Schiene außerhalb des Rohres mit dem Profilträger vorgefertigt wird. Die hohe Präzision zur Ausrichtung, wie es bei der Montage mehrerer Schienen in einem Rohr erforderlich ist, kann hierbei außerhalb des Rohres viel leichter erreicht werden. Vorteilhaft ist, dass die tragende Schiene nur an wenigen Stellen entlang des Rohres befestigt werden muss. Zwischendurch kann die tragende Funktion des Rohres für die Wagen entfallen. Damit besteht in diesen Abschnitten eine freie Werkstoffauswahl für das Rohr. Das hat den Vorteil für weitere Anwendungen.
  • Es ist vorteilhaft, an der Schiene ein Zahnprofil vorzusehen, in das Antriebsräder der Wagen eingreifen. Damit sind auch stark steigende und fallende Abschnitte ohne Rutschgefahr befahrbar.
  • Die Räder der Wagen übertragen die Kräfte aus dem Eigen- und Ladegewicht sowie dem Antrieb auf die Schiene. Sie dienen auch als Elemente zur Stromübertragung. Gegenüber Schleifbahnen hat das den Vorteil, dass kein Widerstand und Verschleiß an sonst zusätzlich im Rohr angeordneten Elementen bei der Stromübertragung entsteht.
  • An den Wagen befinden sich Motoren zum Antrieb der Räder und Behälter für das Schütt- und Stückgut. Vorteilhaft ist, dass die Behälter für die Beladung oben offen sind und jeweils aus zwei Schalensegmenten bestehen, wobei die der Rohrinnenwand zugewandte Seite der Kontur des Rohres angepasst ist. Sie halten sich bei Aufnahme des Fördergutes und während der Fahrt auf der Strecke allein durch die Schwerkraft nach unten geschlossen und werden nur bei der Entladung zum Beispiel über bekannte Rollenführungen gespreizt. Das Fördergut rutscht dann infolge der Schwerkraft heraus. Die Gelenke der Schalensegmente sind vorzugsweise auf der rotationssymmetrischen Achse der Rohre angeordnet, um das Rohrvolumen optimal auszunutzen. Diese Behälter gestatten eine Förderung sowohl von Schütt- als auch von Stückgütern.
  • Bei Schüttgütern, die während der Fahrt der Wagen in die Behälter gefüllt werden, können daneben fallende Partikel, so genanntes Rieselgut, nicht vollständig vermieden werden. Um diesen Anteil zu minimieren, ist es vorteilhaft, die Wagen in bekannter Weise durch Brems- und Beschleunigungsvorgänge oder als Schubverband bzw. als Kette in dichter Folge durch die Rohrleitung an der Beladestelle fahren zu lassen.
  • Zur Reinigung ist es von Vorteil, an mehreren Behältern Bürstenleisten anzubringen, die das Rieselgut zu einer nach der Beladung befindlichen Sammelstelle oder zum Auslauf befördern. Von der Sammelstelle kann das Rieselgut mit einer Fördereinrichtung zum Beispiel einem kleinen Gebläse und einer Düse wieder zurück zum Zulauf gelangen.
  • Für Stückgut kann die gleiche Rohr-Schiene-Kombination verwendet werden. Hier sind die einzelnen Wagen ähnlich wie bei Rohrpostanlagen mit der Fracht im Stillstand zu beladen. Dabei werden bekannte verschließbare Kapseln als Behälter verwendet Es sind senkrechte Abschnitte und „Über-Kopf-Fahrten” möglich. Letztere sind nur für das Beladen der Kapseln und Entnehmen der Ladung wegen der leichteren Bedienung vorteilhaft. Die Wagen gelangen einzeln vom Absender über Weichensysteme zum gewählten Empfänger. Während im Schubverband und bei einer Kette der Energiebedarf einzelner Wagen selbständig mechanisch ausgeglichen wird, kann auch im Einzelbetrieb ein Ausgleich geschaffen werden, wenn die Motoren zum Antrieb der Räder bei Gefälle als Generatoren genutzt werden, damit diese den dabei gewonnenen Strom wieder in die Schiene für andere in dem Streckennetz fahrende Wagen einspeisen können.
  • In Ergänzung für eine innerbetriebliche Nutzung erlangen die erfindungsgemäßen Vorrichtungen für Stückgut auch kommunal an Bedeutung. Ein derartig einfaches Fördersystem kann zum Beispiel einzelne Häuser von Wohnsiedlungen mit Versorgungs-, Dienstleistungs- und Entsorgungsunternehmen verbinden. Im Gegensatz zu bekannten Projekten wie zum Beispiel die auf dem Saugprinzip beruhenden Anlagen zur Müllentsorgung von Wohngebieten weisen die erfindungsgemäßen Vorrichtungen wesentliche Vorteile im hygienischen Umgang mit der Anlage und Fracht sowie in der Sortierung der Ladung und im Energiebedarf auf. Die gegenwärtig gesundheitlich belastenden Arbeitsbedingungen des Personals mit den Müllfahrzeugen, die Lärm- und Geruchsbelästigung der Anwohner sowie die Behinderungen des Verkehrsflusses in Städten beim Beladen der genutzten Fahrzeuge könnten bei Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtungen entfallen. Die Kosten zur Anschaffung, zum Betrieb und zur Wartung der Fahrzeuge für diese Transporte sind für dichtbesiedelte Wohngebiete auf die Dauer höher als die für die erfindungsgemäße Vorrichtung. Die Einbindung von Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen erhöht den Vorteil der Anwendung dieser erfindungsgemäßen Vorrichtungen, indem vor allem der städtische Nahverkehr mit Einzelfahrten entlastet wird.
  • Hauptanwendungsgebiet wird jedoch zunächst der Transport von Schüttgütern sein. Insbesondere für den innerbetrieblichen Bereich haben sich in der Industrie pneumatische Förderanlagen etabliert (siehe oben), weil vorhandene Rohrtrassen genutzt werden können und nur eine Rohrleitung für die Förderung zwischen der Aufgabe und der Abgabe des Schüttgutes notwendig ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist dagegen mehrere bedeutende Vorteile auf. So beträgt der Energiebedarf im Vergleich nur 5% gegenüber einer pneumatischen Förderanlage für die gleiche Förderleistung. Da der Antrieb nicht stationär angeordnet ist, bestehen keine Einschränkungen im Förderweg. Bei pneumatischen Förderanlagen ist es technisch und ökonomisch nicht vertretbar, längere Förderwege über 1,0 km zu wählen. Schleißende Schüttgüter führen bei pneumatischen Förderanlagen zu schnellem Rohrverschleiß. Sehr hoher Wartungsaufwand ist die Folge. Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung unterliegen die Rohre nicht dem Verschleiß. Ebenso kommt es zu keiner Qualitätsminderung des Produktes während der Förderung. Die Form und die Größe der Körner bleiben erhalten. Es kommt also nicht zur Erhöhung des Feinanteiles. Obwohl die Rohre keiner Wartung bedürfen, können bei einzelnen Wagen Defekte an den Antriebselementen auftreten. Die Wagen werden trotzdem durch die nachfolgenden bewegt und können zu einem geplanten Wartungstermin ausgetauscht werden. Es besteht somit eine hohe Verfügbarkeit der Anlage, wobei eine Wartung wie bei jeder technischen Anlage regelmäßig einzuplanen ist. Der Austausch defekter Wagen ist vorteilhafter weise über eine Rohrweiche vorzunehmen. Die Wagen fahren über eine derartige Weiche aus der Rohrleitung heraus und wieder hinein. Über Rohrweichen können bekannter weise wie auch bei pneumatischen Förderanlagen verschiedene Ziele angefahren werden. Ansonsten wird mit einer umschaltbaren Vorrichtung zur Entladung der gleiche Effekt zur Ansteuerung verschiedener Ziele erreicht.
  • Ein weiterer Vorteil gegenüber pneumatischen Förderanlagen besteht darin, dass neben der Förderleitung keine zusätzlichen Baugruppen zum Betreiben der Anlage notwendig sind wie zum Beispiel Verdichter, Gebläse, Druckgefäße, Schleusen, Abscheider, Luft- oder Gasleitungen, pneumatische Mess- und Steuereinrichtungen sowie größere Filter. Insgesamt stellt die erfindungsgemäße Vorrichtung eine technisch einfache und ökonomisch günstige Lösung für die Förderung von Schütt- und Stückgütern in Rohrleitungen gegenüber dem bekannten Stand der Technik dar.
  • Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die zugehörige Zeichnung zeigt
  • 1 den Längsschnitt einer Rohrleitung mit mehreren Wagen und Mitnehmern für Schüttgut
  • 2 den Querschnitt einer Rohrleitung und die Ansicht der Behälter beim Füllen
  • 3 den Querschnitt einer Rohrleitung und die Ansicht der Behälter beim Entleeren
  • 4 den Querschnitt einer Rohrleitung und die Ansicht einer Kapsel für Stückgut im Belade- und Entnahmebereich
  • Gemäß 1 und 2 besteht die Vorrichtung zur Förderung von Schütt- und Stückgütern aus einem Rohr 1, einer darin befestigten Schiene 2, mehreren Wagen 5 mit Rädern 4 und Behältern 6. Die übereinander angeordneten Elemente 24 und 25 der Schiene 2 leiten elektrischen Strom und sind durch einen isolierenden Profilträger 9 im oberen Scheitelpunkt des Rohres 1 befestigt. Sie sind so ausgebildet, dass sie als Fahr- und Führungsschienen für die Räder 4 dienen. Der Strom gelangt von der Schiene 2 über die Räder 4, die den Strom abnehmen, zu Motoren 7, die an den Wagen 5 befestigt sind und die Räder 4 antreiben. Das untere Schienenelement 25 weist ein Zahnprofil 11 auf, in das ein Antriebsrad 16 des Wagens 5 eingreift. Dieser Formschluss ist für stark steigende und fallende Abschnitte der Förderstrecke bestimmt.
  • Die Behälter 6 sind aus zwei Schalensegmenten 8 gestaltet. Beim Füllen gemäß 2 und während der Förderung sind die Schalensegmente 8 durch die Schwerkraft geschlossen. Da der Füllvorgang vorteilhaft ohne Unterbrechung der Fahrbewegung der Wagen 5 geschieht, fallen einzelne Partikel 19 eines Schüttgutes 12 neben und zwischen die Schalensegmente 8 trotz Abweiser 21 auf den Boden der Rohre 1. Für das so genannte Rieselgut, sind an den Behältern 6 Bürstenleisten 10 angebracht. Diese nehmen das Rieselgut mit bis zu einer in der Nähe befindlichen Sammelstelle und für unterwegs abfallende Partikel 19, die an den Schalensegmenten 8 hafteten, bis zum Auslauf 23. An einer Sammelstelle wird das Rieselgut in Abhängigkeit der angesammelten Menge zum Beispiel von einem kleinen Gebläse und einer Düse wieder zurück an den Zulauf 22 befördert.
  • Beim Entleeren gemäß 3 werden die Schalensegmente 8 gespreizt, um das Fördergut heraus fallen zu lassen. Das Spreizen kann beispielsweise mechanisch mit einem bekannten Mechanismus erfolgen. Hierzu eignen sich zum Beispiel bekannte Rollen 17, die an der Seite der Schalensegmente 8 gelagert sind. Durch Führungsleisten 18 an der Wand der Rohre 1 und die Fahrt der Wagen 5 bewegen sich die Schalensegmente 8 mit in die gewünschte Stellung.
  • Die Schalensegmente 8 eignen sich nicht nur für Schütt- sondern auch für Stückgüter. Die einzelnen Wagen 5 sind in ihrer Geschwindigkeit und Folge mit dem zu füllenden Stückgut zu steuern, wenn der Vorgang des Füllens während der Fahrt der Wagen 5 erfolgen soll. Ansonsten geschieht das Füllen und Entleeren von Stückgütern im ruhenden Zustand wie bei Rohrpostanlagen.
  • Gemäß 4 sind die Behälter 6, um einen Kontakt des Stückgutes mit der Wand der Rohre 1, insbesondere bei senkrechten Abschnitten und „Über-Kopf-Fahrten” zu vermeiden sowie einen fremden Zugriff zu erschweren, als verschließbare Kapsel 20 ausgeführt. Das Füllen und Entleeren geschieht manuell. Dazu halten die Wagen 5 in einer Station an. Da das Füllen und Entleeren von oben leichter geschieht als von unten, wechseln die Wagen vor einer Station von einer hängenden Normalfahrt in eine „Über-Kopf-Fahrt”. Die Schiene 2 befindet sich dann am unteren Scheitelpunkt des Rohres 1 und ist vor Berührung durch die Kapsel 20 geschützt. Das Abheben eines Deckels 14 nach dem Öffnen eines Verschlusses 15 ermöglicht das Füllen und Entleeren. Ein Wechsel in die hängende Lage der Kapseln 20 nach dem Verlassen der Station vermindert die Gefahr einer Störung, wenn zum Beispiel kleine Gegenstände, die beim Füllen neben die Kapseln 20 in das Rohr 1 fallen und anschließend mit fortbewegt werden. Aus diesem Grund sollte in einer Station eine verschließbare Öffnung zur Reinigung an dem Rohr 1 mit vorgesehen sein.
  • 1
    Rohr
    2
    Schiene
    3
    Gelenk
    4
    Rad
    5
    Wagen
    6
    Behälter
    7
    Motor
    8
    Schalensegment
    9
    Profilträger
    10
    Bürstenleiste
    11
    Zahnprofil
    12
    Schüttgut
    13
    Stückgut
    14
    Deckel
    15
    Verschluss
    16
    Antriebsrad
    17
    Rolle
    18
    Führungsleiste
    19
    Partikel
    20
    Kapsel
    21
    Abweiser
    22
    Zulauf
    23
    Auslauf
    24
    oberes Element
    25
    unteres Element

Claims (5)

  1. Vorrichtung zur Förderung von Schütt- und Stückgütern in Rohren, die konzentrisch gestaltet und hermetisch geschlossen sind, in denen Schienen angeordnet sind, auf denen Wagen mit elektrisch treibenden und nicht treibenden Rädern rollen, und an den Wagen Behälter angeordnet sind, die für das Füllen und Entleeren bewegte Teile aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schiene (2) als tragendes Bauteil für mehrere Wagen (5) aus zwei stromleitenden Elementen (24, 25), die als Fahr- und Führungsbahnen für die Räder (4) der Wagen (5) ausgebildet sind, und einem isolierenden Profilträger (9) besteht, der im oberen Scheitelpunkt des Rohres (1) befestigt ist und dass sich an den Wagen (5) nach oben offene Behälter (6) für das Schütt- oder Stückgut befinden, die aus zwei Schalensegmenten (8) bestehen, die sich durch die Schwerkraft nach unten geschlossen halten und nur für das Entleeren gespreizt werden, wobei die Gelenke (3) für die Schalensegmente (8) auf der rotationssymmetrischen Achse des Rohres (1) angeordnet sind.
  2. Vorrichtung zur Förderung von Schütt- und Stückgütern in Rohren nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die stromleitenden Elemente (24, 25) der Schiene (2) übereinander auf der vertikalen Symmetrieachse des Rohres (1) liegen und ein Teil des isolierenden Profilträgers (9) dazwischen angeordnet ist.
  3. Vorrichtung zur Förderung von Schütt- und Stückgütern in Rohren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Motoren (7) zum Antrieb der Räder (4) auch als Generatoren betrieben werden können und bei Gefällestrecken Strom in die Elemente (24, 25) der Schiene (2) einspeisen.
  4. Vorrichtung zur Förderung von Schütt- und Stückgütern in Rohren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur Beseitigung von Schüttgutresten in den Rohren (1) an den Behältern (6) einiger Wagen (5) Bürstenleisten (10) befestigt sind.
  5. Vorrichtung zur Förderung von Schütt- und Stückgütern in Rohren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Übertragung der Antriebskraft vom Motor (7) das Antriebsrad (16) und die Schiene (2) verzahnt sind.
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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1505981A1 (de) * 1965-03-03 1969-07-31 Dashew Stanley A Foerdersystem
DE3204536A1 (de) * 1982-02-10 1983-08-18 Erich Prof. Dr.-Ing. 7500 Karlsruhe Bahke Aufsattelung der lastbehaelter fuer eine gleislose elektrische rohrzugbahn

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